2 5 cker, duriſter. K * 12 pf. Intelligenz Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. —— Sonnabend, den 22. Januar 1813. e —.— —— — Leiningen in Dorfbildern geſchildert für das Volk. — Dort wohnt auch, du wirſt es kaum glauben, lieber Leſer, die Alte, die dir bereits unter dem Namen „Wäschen⸗ bekannt iſt. Wahrend aber die andern Familien oft zu Zweien und Dreien in einer Stube ſich behelfen müſſen, ſo gut es geht, hat das Waschen ſeine Stube für ſich und iſt der älteſte Bewohner des Storchneſtes. Dieſe Frau iſt wie das Gold durch's Feuer in der Schule der Trübſal bewährt worden. Sie hat Alles ge— litten, was ein Menſch leiden kann, Verluſt der Ihren, Krankheit, Armuth, ſie iſt durch Spott und Preis gegangen, durch böſe und gute Gerüchte, und all' dies Leid hat nicht vermocht, den Frieden ihrer Seele zu trüben, hat nicht ver⸗ mocht, ihren Glauben zu erſchüttern, und in ihrem hohen Alter wirkt ſie mit ihrem anvertrauten Pfunde zum Segen ihres Ortes, und iſt bei Alt und Jung gleich beliebt. Armer Leute Kind, nahm ſie einen armen Mann und trug Hunger und Kummer mit ihm. In böſer Kriegszeit ward ihr Mann krank; ſie hat für ihn und ihr einziges Kind gear— beitet von Morgens bis in die Nacht, ſie hat ihn gepflegt in einer jahrelangen Krankheit. Als er ſtarb, iſt ſie mit ihrem Kinde Niemand zur Laſt gefallen. Sie hat ihre Tochter auferzogen in der Zucht und Vermahnung zum Herrn, ſie hat ſie wenige Jahre glücklich geſehen in einer kurzen Ehe mit einem armen, aber braven Mann. Dann iſt ihr Schwiegerſohn geſtorben und ihre Tochter bald darauf, und hat ihr einen Enkel hinterlaſſen, an dem ihr ganzes Herz hängt. Und Chriſtoph verdient die Liebe ſeiner Groß— mutter, er iſt ein Kind guter Art, fromm und ernſt wie die Großmutter, ſiunig und verträglich wie ſie, und fleißig in und außer der Schule, daß der Schullehrer ihn allen ſeinen Mitſchülern vorzieht. Den Namen„Wäschen“ führt die Alte, denn Eliſabethe Benner iſt ihr eigentlicher Name, weil ſie wunderbarer Weiſe faſt mit dem ganzen Orte ver⸗ wandt iſt, und wer die Sippſchaft auch nicht gerade an den Fingern herzählen kann, der nennt ſie doch ſo; ſelbſt der Schultheiß, ſonſt ein ſtolzer Mann, redet mit ihr und hört auf ihren Rath. In ihren ſchweren Leidenszeiten, als ſie von einem Krankenbette an das andere gehen mußte, da hat ſie beten gelernt und hoffen auf die Hülfe des Herrn, und nicht müde werden, wenn die Tage kommen, die uns nicht ge⸗ fallen. Und indem ſie ihre Kranken pflegte, hat ſie manches Heilmittel bereiten gelernt aus Pflanzen, wie ſie dem Bauer vor ſeiner Thüre wachſen, und was ſie bei den Ihren be⸗ währt gefunden, das hat ſie Andern empfohlen. Sie ſam⸗ melt die Kräuter, die der Bauer von Alters her gegen mancherlei Gebreſte anwendet; im Frühling den Oſterlucey und die Aronwurzel, im Sommer die Camillen und das Tauſendguldenkraut, die Schafgarbe und das Wurmkraut, und wie die Kräutlein alle heißen mögen, und weiß ſie zu trocknen und zu Thee zu bereiten. Und für ihre Arzeneien nimmt ſie nur, was man ihr geben will, und wacht noch dazu bei den Kranken, und reicht ihnen neben der leiblichen Pflege noch gute Nahrung für die Seele; denn ſie kennt manch Kraft- und Troſtſprüchlein aus heiliger Schrift, und ihr Gebet iſt ſtärkend und beruhigend für betrübte Seelen. Auch in mancherlei anderen Anliegen, bei Hader in den Familien und bei Freien und Freienlaſſen wird ſie zu Rathe gezogen, und ihr Rath und ihr Friedenswort hat ihr ſchon viel Lob gebracht. Denn ſie kennt nicht Anſehen der Perſon und iſt treu und verſchwiegen. Sie weiß Alles, was im Orte vorgeht, auch wenn es ihr Niemand geſagt hat, denn ſie liebt die Plätzerei nicht, und wo man ihre Hülfe nicht will, da bleibt ſie mit ihrem Rath daheim. Kurz, das Doctorwäschen, wie ſie auch genannt wird, iſt der gute Geiſt in Leiningen, der umhergeht, zu ſegnen und wohl zu thun. Wie das Doctorwäschen von Jedermann in Leiningen r 8„ 26. geliebt wird, ſo liebt ſie hinwieder Alle, aber Drei ſind es beſonders, an denen ihr Herz hängt. Das iſt ihr Enkel, der Chriſtoph, das iſt die Hermine, die wir ſchon kennen gelernt, wie ſie des Schultheißen Franz auf dem Küppel⸗ chen Lebewohl geſagt, das iſt vor Allen ihr nächſter Nach— bar, der Schuſter Inſt David. Fragt man im Orte, wer er ſei, ſo heißt es von dem Einen:„Der Juſt David iſt ein alter Schuſter, der keine neuen Leiſten mehr macht, den Schuhen und Stiefeln eine Form gibt, wie man ſie vor 60 Jahren getragen, und darum höchſtens zum Flicken gut iſt.“ Ein Zweiter ſagt: „Der Juſt David iſt der alte Vogelſchuſter, dem es nicht wohl iſt, wenn er nicht Vögel um ſich hat, die er ſeine alten Weiſen lehren und mit denen er um die Wette ſingen kann.“ Ein Dritter ſagt:„Im Oberſtübchen des Juſt David iſt's nicht richtig, ſonſt wäre er nicht ſein Lebtag ein Jung— geſell geblieben, und redete nicht bisweilen ſo ſonderbares Zeug, das kein Menſch verſtehen kann.„Fragt man aber die Kinder im Orte, wer er ſei, ſo ſagen ſie:„Beſſer kann Keiner erzählen, als der Juſt David, und die Lieder und— Sprüchlein, die er kann, ſind ſo herzerquickend, und jed' Kind läßt die Schuhe am liebſten bei dem Vogelſchuſter flicken; denn ſeine Vögel zu ſehen und zu hören, iſt eine Luſt. Vor ihm auf dem Werktiſch ſitzt der Staarmatz und weint bald wie ein Kind, bald kräht er wie ein Hahn, bald ruft er dem Doctorwäschen einen guten Morgen zu, und bald ſchlaͤgt er Räder, oder ſtellt ſich todt. Und an den Wänden ſingen und zwitſchern die kleinen Vögel in ihren Körben, und ſind ſo zahm, daß ſie ihr Futter aus ſeiner Hand nehmen, und läßt er ſie heraus, ſo fliegt ihm keiner davon, ſondern ſie hüpfen ihm auf ſeiner Glatze umher, und er ſpricht mit ihnen und ſie geben ihm Antwort, als ver— ſtünden ſie einander.“ Fragt man aber das Wäschen nach dem Juſt David, ſo ſagt ſie und wiſcht eine Thräne aus ihren Augen:„Das iſt ein Mann nach dem Herzen Gottes, ein Stiller im Lande, der mehr weiß aus Gottes Wort, denn mancher Pfarrer, und der mehr verſteht von Gottes Werken, als mancher Profeſſor. In dieſe Zeit paßt er nicht mehr hinein, denn für die Schuhe dieſes Geſchlechtes hat er keine Leiſten mehr, aber für das Reich Gottes im Himmel, für das himmliſche Jeruſalem, da paßt er, und für die Gemeinde der Erſtgeborenen, die im Himmel angeſchrie— ben ſind. Und wenn ich mit ihm hinauf komme, dann will ich ihn führen vor Gottes Thron und ſprechen: Laß ihn Herr, das Reich ererben, das den Frommen bereitet iſt von Anbeginn der Welt; denn ich bin hungrig geweſen, und er hat mich geſpeiſet, ich bin durſtig geweſen und er hat mich getränket, ich bin krank geweſen und er iſt zu mir gekom— men.— Es iſt manches Kind ſchon hingegangen, ſeine Vögel pfeifen zu hören, und iſt mit ganzen Schuhen an ſeinen Füßen wieder heim gekommen, denn die Aeltern konnten ſie ihm nicht flicken laſſen, und Niemand hat ein Wort darüber verloren, der Juſt David am wenigſten. Wer erhält der Schreinergrethe ihre Kinder, wenn die Mutter auf der Bettelfahrt geht, und woher lernen die Kinder im Orte im Frühling die Vogelneſter ſchonen und Gottes Weisheit bewundern in ſeinen Creaturen, als von dem Vogelſchuſter? Kurz, Kinder und Kindes Kinder müſſen ſein Gedächtniß in Ehren halten, wenn er nicht mehr iſt, und vergaͤßen ſie ihn Alle, ſo ſoll mein Chriſtoph es nim⸗ mer thun.“ Einladung. Bekannt ſind die Bemühungen Dänemarks, die Herzog⸗ thuͤmer Schleswig-Holſtein dem deutſchen Geſammt-Vater⸗ lande zu entfremden, wohl gar von demſelben zu trennen. Ganz Deutſchland hat ſchon feierlich gegen ſolchen Verſuch proteſtirt. Unter denjenigen Bewohnern dieſer Herzogthuͤmer, welche mit dem kräftigſten Erfolg für die Erhaltung deut⸗ ſcher Nationalität zu wirken ſich beſtreben, ſteht Beſeler oben an, der Präſident der Schleswig'ſchen Stände⸗Verſamm⸗ lung im verfloſſenen Jahr. Jetzt wieder berufen, hat ſeine Regierung ihm, dem Advocaten und Notar, den Urlaub verweigert. Um den Eintritt ſich möglich zu machen, hat er, der Familienvater ohne Vermögen ſich entſchloſſen, ſeiner Anſtellung und damit allen Einnahmen durch dieſelbe, zu entſagen. Ein großer Theil Deutſchlands bemüht ſich, durch freiwillige Gaben, großere und kleinere, ein Kapital zuſam—⸗ men zu tragen, das dem gefeierten Manne zunächſt zur Entſchädigung dienen konne. Das Großherzogthum Heſſen wird nicht zurückſtehen in dieſem ächt vaterländiſchen Be— ſtreben. Wir richten an unſere Mitbürger die Einladung, einen Beitrag dafür von beliebiger Größe zu unterzeichnen, für die richtige Ablieferung des Ganzen werden wir ſorgen, und das Reſultat demnächſt bekannt machen. Darmſtadt den 13. Dezember 1847. A. W. Heſſe. Kilian. Wernherr. Zitz. von Gagern. Emmerling I. Riedeſel. Köſter. Eigenbrodt. Krug. Carl Zöppritz. Lehne. Löw. Zulauf. Reh. Dr. Lan⸗ gen. Aull. Steinherr. Kloch. Chr. Frank. C. E. Heinrichs. v. Günderrode. Keil v. Fürth. Buff. Grode. Brunk. Lotheißen. Lerch. Chriſtian Zöppritz. Dr. Heldmann. Keil v Melbach. Stoll. Kinſcherf. Ram⸗ ſpeck. von Rabenau. Kahlert. Zur Empfangnahme von Beiträgen erklären ſich bereit: Hofmann, Landrichter. Trapp III., Hofg.-Adv. Wahl, Apotheker. Dr. Gilmer, Ldg.⸗Aſſeſſor. Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 19. Januar 1848. Aufgefahrenſ Verkauft ſ ay, 8 Gattung. wurden wurden[ Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) 1 Wasen 50 27 9 5⁵ 9 5 N 86 25 7 32 Gerſte. 787 5 40 Hafer 2 45 267 4 50 NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170 und Hafer 120 Pfund gerechnet. 8 N. 1. die Herz 0 Hamm Vater, N zu .* dennen chen Verſuch 5 ccagthüner, Endaltung deut⸗ „ Beſeler ande, Berſamm⸗ Auen, dat ſeine ar, den Urlaub 14 machen, hat cleſſen, ſeiner ich dieſelde, 0 mut ſich, Aung Aa zuſam⸗ c zunachſt zur zegrdum Heſſen andiſchen Be⸗ die Einladung, unterzeichnen, den wir ſotgen, 5 von Gagern. brodt Krug. Dr. Lan- Frank. C. E. Buff. Grode, 2 1. erf. Ram⸗ rügen erklären Hofg⸗Mv. Aſſeſoor. 0 gutelpreiſe 41 18 — 5 1 55⁵ 33 93 9 1 19 1 0, A. 2 Auszug „ 27*. 28. aus dem Geburts-, Trauungs⸗ und Sterbe-Regiſter der 6. iſrael. Religionsgemeinde zu Friedberg, vom= Jahr 1847. Geborne: 6. Januar. Dem hieſigen Bürger und Weißgerber Ruben Hirſchhorn eine Tochter, Johannette. 9, Jan. Dem hieſigen Bürger, Mehl⸗ Jakob Mai ein Sohn, Joſeph. 22. Febr. Dem hieſigen Bürger Seifen- 14. 21. 24. und Fruchthändler 5. und Lichterfab⸗ rikanten Siegmund Simon ein Sohn, Alfred. 16. 19. Marz. Simon ein Sohn, Emil. 27. Novbr. Dem dahier wohnenden Dem bieſigen Bürger und Weißgerber Ludwig 25. Ortsbürger Baruch Hecht von Wölfersheim ein Sohn, Felix. 28. Dezbr. Hirſchhorn ein Sohn, Ludwig. Getraute: an. Dem hieſigen Bürger und Weißgerber Ruben 15. 17. David Hirſchhorn, hieſiger Einwohner und Ge⸗ meindediener, ein Wittwer, und Helene, Benedickt Caſſels 24. Wittwe, geb. Goldſchmidt, von Rodheim. Beerdigte: 31. Jan. Michel Hirſchhorn, Sohn des David Hirſchhorn, 47 zwanzig Jahre alt. 16. Febr. Eſaias Feuchtwanger, ledig, von hier, 33 Jahre alt. Marz. Ludwig Neuhof, Sohn des hieſigen Bürgers und Metzgers Karl Neuhof, alt 6 Monate. März. Salomon Windecker, ledig, alt 78 Jahre. März. Ludwig Lindheimer, Sohn des hieſigen Bürgers und Kaufmanns Samuel Lindheimer, alt 3 Jahre. März. Karl Strauß, Sohn des hieſigen Einwoh⸗ ners und Handelsmannes Anſelm Strauß, alt 3 Jahre und 9 Monate. April. Sara Hirſchhorn, Tochter des hieſigen Ein⸗ wohners und Gemeindedieners David Hirſchhorn, alt 13 Jahre und 9 Monate. April. Meier Seckendorf, Sohn des hieſigen Han⸗ delsmannes Saul Seckendorf, alt 4 Jahre. April. Salomon Hirſchhorn, Sohn des hieſigen Ein⸗ wehners und Gemeindedieners David Hirſchhorn, alt 17 Jahre. Mal. David Grödel, Sohn des hieſigen Handels⸗ mannes Michel Grödel, alt 3 Jahre. Juli. Jakob Hirſchhorn, Sohn des hieſigen Handels- mannes Seligmann Hirſchhorn, alt 1 Jahr. Oktbr. Max Butzbach, Sohn des hieſigen Handels- mannes Salomon Butzbach, alt 7 Jahre und 6 Monate. Novbr. Simon Battenberg, geweſener Handelsmann dahier, alt 64 Jahre. Sara Mainz, ledig, Tochter des dahier verlebten Moſes Mainz, alt 43 Jahre. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N N NN Immobilien-⸗Verſteigerung. (45) Donnerſtag den 27. Januar, Morgens um 10 Uor, werden in hieſigem Ratbpauſe die Peter Möbus'ſchen Immodinen(ſiebe Intelligenzblatt Nr. 77 u. 79, Inſerat 1647 von 1847) mit dem Anfügen meiſtbietend ver, ſteigert, dat die Hofraitbe erſt in zwri Abtbei— lungen, dann im Ganzen zum Ausgebot ge⸗ bracht, und daß unter Ausſchluß jeglichen Nachgebots der Zuſchlag erfolgen wird. Friedberg am 10. Januar 1848. In Auftrag Großberzogl. Heſſ. Landgerichts Friedberg: Der Grßb. Heſſ. Vürgermeiſter Bender. Zum Ausleihen. (63) Im Kirchenkaſten zu Engelthal liegen gegen hypothekariſche Verſicherung 200 fl. zum Ausleihen bereit. Engelthal am 3. Januar 1848. Für den Kirchenvorſtand H. Blöſinger, Pfarrer. Edietalla dung. (87) Ueber das Vermögen des Valentin Schmidt in Rockenberg bat Großh. Sosgerict formellen Eoncurs erkannt, und es iſt demge⸗ mäß zum Verſuch der Güte, wie zur Liquida⸗ tion aller und jeder Anſprüche Termin auf Montag den 6. März l. I., Morgens 10 Uhr, anberaumt worden. Bekannte wie unbe⸗ kannte Gläubiger haben ſich daher zu dieſem Termin einzufinden und zugleich wegen Beſtel⸗ lung eines Gläubiger⸗Ausſchuſſes u. ſ. w ſoge⸗ wiy zu erklären, als ſonſt Zuſtimmung zu den Be- ſchſäſſen der Mehrheit unterſtellt wird, alle nicht angemeldeten Anſprüche aber ganz unberückſich⸗ tigt bleiben. Butzbach den 6. Januar 1848. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Ebel. Frucht⸗Verſteigerung (75) Montag den 24. l. M., Vormittags 10 Uhr, ſollen von den Graͤfl Solms-Roͤdel⸗ heim'ſchen Speicher zu Münzenberg, in der Be— hauſung des Grafl. Verwalters Wagner daſelbſt 85 Malter Korn und 44 77 Gerſte in kleinen Quantitäten öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden. Aſſenheim den 8. Januar 1848. Gräflich Solms-Rodelheim'ſche Naturalverwaltung. Holz-Verſteigerung (88) In der Nockenberger u. Oppers⸗ hofer Mark ſoll Dienſtag den 25. und Miit⸗ woch den 26. d. M., jedesmal des Morgens 9 Uhr anfangend, nachſtehendes Gehölze, als: a. 54 Stecken buchen Scheitholz, 1 Claſſe, 2„„ 2. Cl. und 10„ eichen Scheitholz, D 11 1„ Prügelholz, d. 3264 Stück Wellen buchen Reisholz und 52⁵„„ eichen Reisholz, d. 2582 Cubikfuß eichen Bau-, Werk⸗ und Nutzholz verſteigert werden. Der Zuſammenkunftsort iſt Wirthsſchaftstheil Il in der Bitzwieſe. Mit dem Gehölze unter d. wird der Anfang gemacht. Die Herren Bürgermeiſter der Umgegend werden im Jnutereſſe ihrer Gemeinden erſucht, Dieſes gehörig bekannt machen zu laſſen. Oppershofen am 19. Januar 1848. W Markgegenſchreiber. Edicetalla dung. (89) Der ehemalige Gerichtsſchöffe Karl Hof— mann von Schwalheim(geboren am 24. Febr. 1761) iſt ſeit dem Jahre 1827 abweſend, ohne daß bis jetzt über ſein Leben oder ſeinen Auf⸗ enthalt Nachricht eingegangen wäre. Bei dem ſonach überſchrittenen 76ſten Lebens⸗ jahre wird derſelbe oder deſſen Erben hierdurch edictaliter aufgefordert, binnen 3 Monaten und ſpäteſtens bis zum 1. Mai d. J. ſich vor bie⸗ ſiger Gerichtsſtelle zu melden und ihr Vermögen in Empfang zu nehmen, widrigenfalls Erſterer für todt ewlärt und deſſen Verlaſſenſchaft ohne Caution den Aufgetretenen ausgehändigt werden wird. Verfügt Nauheim am 13. Januar 1848. Kurfürſtlich Hefſiſches Juſtizamt daſ. v. Rau. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (90) Montag den 31. d. M., Vormittags um 11 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Sections-Bureau die zu dem Viaducte ſüdlich von Niederwöllſtadt erforderlichen Guß- und Schmiedearbeiten, ver⸗ anſchlagt zu 3831 fl. 51 kr, öffentlich an den Wenigſtnehmenden in Akkord gegeben werden. Zeichnungen, Voranſchlag und Akkordsbedin⸗ gungen liegen zur Einſicht bereit. Friedberg den 17. Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Verſteigerung. (91) Nächſtkommenden Donnerſtag den 27. l. M., Vormittags um 10 Uhr, werden auf dem Gräfl. Solms-Rödelheim'ſchen Bergwerke bei Bauernheim, 30 Stecken gemiſchtes Brennholz und 9 Haufen Zimmerſpäbne u. Abfallholz, ſodann eine Quantität altes Eiſen und Guß, nebſt 8 Stück großen Ofenthüren von Eiſenblech de. meiſtbietend verkauft. Oſſenheim den 19 Januar 1848. Der Rentmeiſter Weis. Cdictal ladung. (89) Kaufmann Grödels Erden dabier wollen in ibrem Beſitze befindliche, dahier gelegene Hofraitbe 74/5 des Flurbuchs verkaufen, konnen aber ihr Eigenthumsrecht urkundlich nicht nachweiſen. Auf Antrag der genannten Erben werden alle, welche Cigentbums oder ſonſtige Anſpruche auf die bezeichnete Hofraithe machen wollen, zu deren Anzeige binnen 3 Monaten von heute an unter dem Röchtsnachtheile aufge⸗ fordert, daß ſonſt dem Kaufbriefe über jene Hofraitbe die gebetene richterliche Beſtätigung ertheilt wird. Friedberg den 31. Dez. 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Lo w. Holz⸗Verſteigerung. (92) Künftigen Mittwoch, als den 286. d. M., ſollen dahier in dem Gemeindewalde, Forſtreviers Naumburg, Diſtriets Haingerweg, 1800 Cubik⸗ fuß eichen Bau- und Werkbolz, welches ſich auch zu Eiſenbahnholz eignet, öffentlich an den Mein bietenden verkauft werden. Die Bedingungen werden vor dem Termin bekannt gemacht. Ich erſuche die Herren Bürgermeiſter, Dieſes in ihren Gemeinden bekannt zu machen. Eichen dein 6. Januar 1848. Der Kurheſſiſche Bürgermeiſter A d am. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Arac de Batavia! (81) Marinirte Häringe, gewäſſerter Lapper⸗ dan, Stockfiſche, Buckinge, holländiſche Voll⸗ häringe, Sardellen, ſüße Orangen und Citronen in ſchönſter Waare bei Wilhelm Fertſch. n; d eig e (810 Unterzeichnete beabſichtigt ihre ſämmtlichen Mobilien, wie namentlich 1 Commode, Bett, 1 Tiſch, Stühle ꝛc, aus der Hand zu verkaufen. Friedberg im Januar 1848. Louiſe Exner, wohnhaft bei Hrn. Wundarzt Schenk. 1200 Stück Hohlziegel (66) ſind zu verkaufen von Friedberg. Friedrich Müller. Zum Verkaufen. (93) Gaſtwirth J. G. Nicolah von Blo⸗ feld hat 50 bis 80 Centner Heu und eine noch junge Kuh mit einem Kalb aus freier Hand zu verkaufen. Mobilien-Verſteigerung. (91) Dienſtag den 25. d. M., Morgens 9 Uhr, ſollen in der Wohnung des Unterzeichneten nachfolgende Gegenſtände, als: 2 Ochſen, 6 Schaafe, 9 Hühner und 1 Hahn; 1 Wagen, Pflug und Egge; Heu, Stroh, eine Parthie Spreu, 1 Fruchtmühle, 1 Kelter, Bütten, Fäſſer und noch mehrere zur Oekonomie brauchbare Gegenſtände, freiwillig, meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden Niedermörlen am 18. Januar 1848. Johannes Rühl. Zahnärztliche Anzeige. (95) Der Zahnarzt A. Wei nart aus Mainz * 28. iſt Mittwoch den 26., Donnerſtag den 27. und Freitag den 28. d M bei Herrn Gaſtwirth Supp dahier anzutreffen. Diejenigen, die ſeine Hülfe nöthig haben, belieben ihre Be— ſtellungen daſelbſt abzugeben. a A. Weinart. Geſottene Faſtenbretzeln (96) bringe ich in empfehlende Erinnerung. F. W. Reuß, Bäckermeiſter. Anzeige (97) Unterzeichneter macht hiermit die Anzeige, daß er die Gebildweberei vollſtändig im Stande hat; daber Arbeiten nach den neueſten Muſtern, ſowohl im Gebild- wie im Glatt⸗Weben verfertige und dieſelben auch Jedermann auf Verlangen vorzeigen kann. Zu Glattwebe-Arbeiten als Bettzeugen, Taſchentüchern, feinſtem Wollen— und Baumwollen-Garn halte ich mich beßtens empfohlen und gebe die Verſicherung, die mir übertragen werdenden Arbeiten nach Zufrieden⸗ heit zu verfertigen. Friedberg. Friedrich Klein, Webermeiſter. Guts verkauf. (98) Unterzeichneter beabſichtigt ſeine zu Stein⸗ heim in der Wetterau, eine halbe Stunde von Hungen belegene, in einem geraumigen zwei⸗ ſtockigen Wohnhauſe, nebſt dabei befindlicher großer Scheuer mit zwei Tennen, einem Brenn⸗ hauſe und hinlänglichen Stallungen verſehene Hofraithe, nebſt ſeinem in dortiger Gemarkung gelegenen Oekonomiegute, beſtehend in 80 Morgen Ackerland und 15 Morgen Wieſen, Alles im beſten Zuſtande, aus freier Hand zu verkaufen. Es werden dazu Luſttragende mit dem Be⸗ merken eingeladen daß Hofraithe und Gut ſchon Petritag d J. bezogen werden können und der größere Theil des Kaufſchillings gegen hinläng— liche hypothekariſche Sicherheit auf Verlangen verzinslich ſtehen bleiben kann. Reichelsheim in der Wetterau den 16. Januar 1848. Wilhelm Bopp, Müller daſelbſt. Auf den Abbruch (99) ſteht ein zweiſtöckiges, in ſehr gutem Zuſtande befindliches, ganz von Eichenholz ge— bautes Haus, 1 Scheuer 47“ lang, 32“ breit, ebenfalls von Eichenholz, zu verkaufen. Näheres bei Bürgermeiſter Bingel in Enzheim, Kr. Nidda. Anzeige. (100) Füchſe, Marder, Haſen ꝛc. werden zu den höchſten Preiſen angekauft bei Friedberg. Carl Huppuch, der Poſt gegenüber. Frankfurter Gold-Cours vom 21. Januar. fl. kx. Neue Louisd'or 11 6 Friedrichsd'or 9 47 Holländiſche 10 fl. Stücke 10— Rand⸗Ducaten. 8 20 Frankſtücke 9 32 Engliſche Souverans 12 3 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 3. Sonntag n. Epiph. den 23. Jan. 1848. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Meier J. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Artz. (Abendmabl.) Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schlich. —— Fruchtpreiſe. 19. Jan. 14 Jan. 12. Jan. Gattung. Fried⸗: Die⸗ berg Mainz burg i ff irt. kr. Waizen pr. Malter 9 55 10 19 10 45 Ken 72 7 324722470 Gerſte„„ J 5 401 549 6(— Hafer„ 5 41501 420] 3 55 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 22. bis 28. Januar 1848. ö 2 5 Fried⸗ Butz⸗ S Brod⸗Preiſe. berg. bach. 8 kr. pf. kr. pf. 1Leib⸗Roggenbrod 2 ö 345273 . A A 11— 11— i Lth th. — Milchbrod 14% 1 4% Waſſerweck 5 15 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15 ũ⁵“kl 5¼ Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch ane 10— 12 2 5 gemäſtete 10 0 „Kühfleiſch angabe 9 1 0% gemaſtetes 8— 19— 1 Rindfſeiſch ungemäſſetes 819 „ Kalbfleiſch 66— 7— „ Schweinenfleiſch 142 15 „ Hammellleiſch 9— 9— „ Schaaflleiſch 7—1 7— „ Wurſtvon blos Schweinen 16— 16— „ Gemiſchte Wurſt 11——— „ Bratwurſt 19— 19— „ Schwartenmagen 18— 18— „ Geräucherter Speck 28— 28— „Schinken 20— 20— „ Dörrfleiſch 21— 21— „ Schweinenſchmalz, 1 ausgelaſſen 26— 28— unausgelaſſen 24— 24— „ Nierenfett 24— 24 1 Hammelsfett 20— 181— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d K. Friedberg Küchler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. len. Jur Rant Gelde genon Comn theili terleg Daum der kann zeig depor Com der Ter. ef fta zugt