Intelligenz- Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — ——— M32. Mittwoch, den 19. April 1848. Amtlicher Theil. Einladung. Zu der ſtatutenmäßig Samſtag den 29. d. M., Vor⸗ mittags 10 Uhr, auf dahieſigem Rathhauſe ſtattfindenden General⸗Verſammlung des Mathildenſtifts lade ich die Ver— einsmitglieder hierdurch ein. Friedberg den 15. April 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisrath als Präſident des Mathildenſtifts Küchler. Zuruf eines Vaterlandsfreundes an ſeine Mitbürger in Oberheſſen. Wir leben in Tagen der Freude um den vollſtändigen Sieg der Freiheit über die Knechtſchaft, in einer Zeit, wo halb Europa in wenigen Wochen ſeine Freiheit errungen hat, und wo insbeſondere dem ganzen, ſo Gott will, nun bald innig vereinten und dann mächtigen Deutſchland Gleichheit der politiſchen Rechte, freies Wort und Freiheit der Preſſe, Volksbewaffnung, das Recht der Volks verſammlungen, freie Aus⸗ übung aller religiöſen Culten, völlige Gleichheit aller Bürger vor dem Geſetz, Volksparlament u. ſ. w., nicht allein zugeſichert, nein, liebe Mitbür⸗ ger, feſt garantirt ſind. Keine Macht der Erde wird uns dieſe Güter wieder entreißen können, wenn wir ſelbſt uns würdig der frohen Verhei⸗ nungen zeigen, wenn wir nich durch Störung des in⸗ nern Friedens, durch Ungeſetzlichkeiten, durch Ehrſucht und Eigennutz den guten Fortgang in feſter Begründung all die⸗ ſer Rechte ſtören und hemmen. Wenn aber, was Gott verhüten wolle, durch Parteiwuth, Eigennutz und Ehrſucht das ſchöne Gebäude, das jetzt errichtet werden ſoll, über'n Haufen geworfen wird, dann zeigen wir, daß wir nicht reif und nicht würdig ſind, ein freies Volk zu heißen. Dann würden Anarchie und Bürgerkrieg das erſehnte große Deutſchland im Innern zerfleiſchen, und zur Beute der an allen Grenzen lauernden Feinde machen. In dieſer frohbewegten, aber ſehr eruſten Zeit erlaubt es mir, liebe Mitbürger, zu Euch ein ernſtes, wohlgemein— tes Wort zu reden. Einem großen Theile von Euch bin ich durch beinahe vierzigjährige Verwaltung meines Amts als öffentlicher An⸗ walt bekannt geworden, und ich darf ſtolz darauf ſein, mir ſagen zu können, ich habe mir in meinem Wirkungskreiſe durch unausgeſetzte Thätigkeit und durch ſtrenge Rechtlich⸗ keit das Zutrauen vieler meiner Mitbürger, und durch Freimuth und Pflichtbefliſſenheit im ſtrengſten Sinne die Achtung der höchſten Behörden erworben. Euer mir bisher geſchenktes Vertrauen, ſowie die Achtung der Behörden ſtützt ſich aber vorzüglich darauf, daß ich in allen mir anver— trauten Rechts- und andern Sachen, ohne Scheu, auch vor höherer Mißbilligung, ſtets mit der Wahrheit hervortrat, wo manch Anderer ſie verſchwiegen hätte, daß ich, ſo weit mein Wirken nur reichen konnte, ſtets gegen den Druck des Volkes, gegen Beengung der Volksrechte anſtrebte. Im Jahre 1819 beehrten mich meine oberheſſiſchen Mitbür⸗ ger mit großem Vertrauen; ich hatte damals eine Volks- verſammlung durch Deputirte aller Orte zu Grünberg ver— anlaßt, wurde von den damals gewählten ſieben Bevoll— mächtigten der Provinz zu deren Vertreter beſtellt und ſpeciell bevollmächtigt, der am 7. Marz 1819 und an den folgenden Tagen zu Zwingenberg abgehaltenen großen Volks— verſammlung beizuwohnen, welche unzweifelhaft die nächſte Veranlaſſung der bald darauf von unſerm edelſten Fürſten, dem Großherzoge Ludewig dem Erſten uns verliehenen Landesverfaſſung geweſen iſt. Meine Geſinnungen, mein Streben iſt unwandelbar daſſelbe geblieben, und darum er— laubt mir dieſe Anſprache an Euch. Wer meine Anſichten nicht theilen kann, der halte ſich dennoch uͤberzeugt, daß meine Worte aus treuem, deutſchem Herzen fließen und achte ſie, ſo wie auch ich ſeine Anſichten ſtets ehren und achten werde, wenn ſie nur aus gleich reiner Quelle kommen. Das ſchnell mit 2000 Unterſchriften bedeckte Manifeſt unſerer deutſchen Brüder zu Wiesbaden am 8. April an die Naſſauiſchen Mitbürger(abgedruckt in der zwei— ten Beilage zum Frankfurter Journal vom 9. April) iſt mir aus der Seele geſchrieben. Viele von Euch haben dieſes Manifeſt au Naſſau's Bürger ſchon geleſen; weil jedoch den Wenigſten von Euch die Frankfurter Zeitung zur Hand kommt, ſo will ich daſſelbe hier wörtlich einrücken. Es lautet: An unſere naſſauiſchen Mitbürger! „1) Wir halten diejenige Staatsform für die beſte, welche ſich „ohne gewaltſame Zerſtörung der gegenwärtigen Verhältniſſe aus⸗ „führen läßt, die Nechte des Volkes ſſchert, Laſten und Steuern „ſo leicht als möglich macht, Jedem das reichſte Maß der Frei⸗ * 130. „heit gewährt, Perſon und Eigenthum kräftig ſchützt. 2) Wir find „überzeugt, daß in einer Monarchie, das Volk durch ſeine Abge⸗ vordneten unmittelbar an der Regierung Theil nimmt, wo die „Gemeinden ſelbſtſtändig ſind und ſich ſelber verwalten, wo die „freie Preſſe der niemals ſchweigende Vertheidiger der Volks⸗ „rechte iſt,— Summa, daß in einer durchaus freiſinnigen und „volksthümlichen Monarchie dieſe für den gegenwärtigen Zeitpunkt „unter den gegebenen Verhältniſſen beſte Staatsform erreicht iſt. „Der Fürſt iſt nicht der Herr des Volkes im alten Sinne, er iſt „nur der oberſte Vertreter des ſelbſtherrſchenden Volkes, das leib⸗ „haftige Sinnbild der Volksherrſchaft. Dies nennt man einen „wahrhaft conſtitutionellen Fürſten. 3) Wir wollen die gewährten „Forderungen der Naſſauer vom 4. März verwirklichen, auf's „weiteſte ausbeuten und in ihnen die breite Grundlage von noch „vielen anderen volksthümlichen Entwicklungen, überhaupt die Grund⸗ „lagen unſeres Bekenntniſſes ſuchen. Der Herzog hat uns Wort „gehalten, wir haben uns auf ihn verlaſſen; ſo ſoll er ſich denn „auch auf uns verlaſſen können. Wenn wir verlangen, daß der „Herzog uns Wort hält, ihm aber unſer Wort nicht halten wollen, »das iſt kein ehrlich Spiel. Ein gegenſeitiges Vertrauen muß n endlich wiederkehren, wenn ſich das Land nicht in ſich ſelbſt auf⸗ „reiben und zerſtören ſoll. 4) Wir wollen den gründlichſten, aber „auch den friedlichſten Fortſchritt, keine Hetzereien, die Land und „Leute aufwiegeln. Dieſe Hetzereien bedrücken das Land ſchier ſo „arg, als der alte Polizeiſtaat, denn ſie ruiniren den Erwerb, und „laſſen den Arbeiter ſeines Fleißes nicht mehr froh werden. Der „fieberhaft bewegte Zuſtand muß endlich aufhören, damit Handel „und Gewerbe wieder zu Kraft und Gedeihen kommen. 5) Wir „wollen uns der Armen annehmen. Den Arbeitsloſen ſoll zur „Arbeit verholfen werden. Weil ſie jetzt in der Monarchie hun⸗ „gern müſſen, darum glauben Viele, daß es in der Republik beſ⸗ „ſer ſei; aber der Hunger wird auch in der Republik bleiben. „Wir wollen Alle zuſammentreten, daß ſchon augenblicklich nach „unſern Kräften zur Abhülfe der nächſten Noth geſorgt wird; wir „wollen Opfer bringen, wir wollen zeigen, daß kein Republikaner „ein größeres Herz für Noth und Elend haben kann, als wir. „6) Freiheit für Alle, alſo auch Ehre jeder redlichen Ueberzeugung „jeglichem Parteibekenntniß. Kampf nur mit geiſtigen Waffen!“ Wiesbaden den 7. April 1848. 0(Folgen über 2000 Namen.) So lautet dieſes Wiesbader Manifeſt. Auch ich bin der Anſicht, daß es eines Deutſchen, beſonders eines Heſſen unwürdiger Verrath und Treubruch wäre, wollten wir unſern hoch⸗ herzigen Fürſten, der freiwillig Alles bewilligt hat, was nur die kühnſten Wünſche erſtreben mochten, treulos verlaſſen.— Wir umarmten uns freudetrunken, als das hochherzige Edikt vom 6. März verkündigt wurde, von Hoch und abermals Hoch, von Jubel und Büchſenknall ertönten die Lüfte; wir haben in Dankadreſſen uns aus⸗ geſprochen, haben die großartigen Verheißungen mit innigſtem Dankgefühl angenommen, haben dadurch gleichſam ein neues Bündniß mit unſerm zu allen Zeiten geliebten Fürſtenhauſe abgeſchloſſen— und wir wollten nun, noch ehe irgend ein Zeichen von Rückſchritt nur zu ahnen iſt, wo unfer volksfreundlicher Mit⸗ regent und mit ihm ein das Volksvertrauen verdienendes, ja man kann ſagen, ein aus dem Volkswillen hervorge— gangenes Miniſterium mit aufopfernder Anſtrengung Tag und Nacht daran arbeiten, die dem deutſchen Vater— lande und beſonders die dem Heſſenvolk gemachten Ver⸗ heißungen auf geſetzlichem, einzig heilbringendem Wege zur Verwirklichung zu bringen— in einem ſolchen Moment ſollten wir Heſſen wort- und treu⸗ brüchich unſeren Fürſten verlaſſen und uns in den Strudel einer Republik ſtürzen? Ueberlegt, theure Bürger und Brüder aus Oberheſſen, was ihr thun werdet, prüfet ruhig! und ich bin überzeugt von Euerem geſunden Verſtand, von Euerer Treue und Biederkeit: es können nur Wenige zweifelhaft in ihrer Wahl ſeyn. Es giebt Männer, hoch achtbare Männer, deren wirk— liche Ueberzeugung es iſt, eine Republik ſey für Deutſch— land die beſte Regierungsform— allein ſie irren, ſie täuſchen ſich ſelbſt. Wir wollen ſie, die aus Ueberzeugung anderer Anſicht, als wir ſind, nicht haſſen, nein! wir wollen ſie achten und ſchätzen ſo lange ſie uns nicht feindlich entgegentreten und ihre Anſichten uns nicht ge⸗ waltſam aufdrängen wollen. Denn jeder Deutſche hat das Recht der freien Preſſe, der freien Rede, das Recht der freien Anſicht. Es giebt aber auch Leute, die aus un lau⸗ teren, eigennützigen Abſichten Republik pre⸗ digen, um Zwiſt im inneren Lande, Anarchie und Bürgerkrieg hervorzurufen und dann ſelbſt im Trüben zu fiſchen. Noch andere aber ſind es, und deren Zahl iſt vielleicht noch größer, die gar keine ſelbſtſtändige politiſche Anſicht haben, die nicht wiſſen, was ſie wollen, die jedem Schreier, jedem verblendeten Freiheitsapoſtel ein offenes Ohr ſchenken und nun Republik proklamiren möchten, weil es etwas Neues, etwas Großlautendes iſt, ohne zu wiſſen oder zu bedenken, welches unſägliche Unglück ſie ihrem Vaterlande bereiten könnten. In den geſunden Sinn und Verſtand meiner ober— heſſiſchen Mitbürger ſetze ich aber das feſte Vertrauen, daß nur Wenige es ſeyn können, die eine Republik— die alſo ihr angeſtammtes Fürſtenhaus und den hochherzigen Mit— regenten vom Thron ſtoßen und ſich dem ſchwankenden Rohr einer Republik, das heißt, einer Regierung anver— trauen wollen, die aus Männern beſtehen ſoll, die zwar aus dem Volke gewählt ſind, von denen aber Jeder ſeinen eignen Kopf und Jeder ſeine eignen Anſichten hat und von denen gewiß gar Mancher blos ſeinem Ehr⸗ geize folgen und die Macht der Parteien blos zu ſeinen eigenen Intereſſen mißbrauchen würde. Jetzt ſtehen die Wahlen zum deutſchen Parlament bevor, in deſſen Hand das Schickſal unſers Vaterlandes ruhen wird. Seyd auf Euerer Hut, biedere Ober—⸗ heſſen, prüfet nach Euerer Ueberzeugung, laßt Euch nicht irre fuͤhren, denn es wird nicht fehlen an Sol⸗ chen, die Euch zu bethören und zu überliſten ſuchen. Ueberlegt ſchon jetzt, ehe der Wahlakt vor der Thüre iſt, was Ihr wollt:— Republik oder Eueren Erbgroßherzog und laßt Euch nach redlich gefaßtem Beſchluß durch keine Vorſpiegelungen irre machen. Verlangt von Demjenigen, der ſich Euch als Wahlcandidat vorſtellt oder antragen läßt, von vorneherein ein offenes, un⸗ verſchleiertes Glaubensbekenntniß. Er muß offen erklären, was er als Parlamentsglied erſtreben will, ob er Republik will, das heißt, Abſetzung Eueres Fürſten und Regierung durch gewählte Männer, oder ob er Regierung durch Eueren angeſtammten Fürſten unter Verwirkli⸗ chung der im Edikt vom 6. März 1848 gemachten Verheißungen erſtreben wolle. Wer ſich hierüber nicht klar und beſtimmt aus⸗ ſpricht, den wählt nicht! denn Euere Wahl muß eine freie ſeyn, Ihr müßt wiſſen, Wem Ihr Euer Wohl und Wehe, Wem Ihr das Wohl und Wehe Es e rer Mitbürger in die Hände geben wollt. Männer von Oberheſſen, treue Mitbürger und Freunde! wenn Ihr ruhig geprüft und Euer Inneres gewiſſenhaft zu Rathe gezogen habt, wenn dann gefragt wird: Wer iſt der Erſte von Euch, der ſeinen Fuͤrſten verrathen will? Dann hoffe ich Keinen hervortreten zu ſehen. Es lebe die Freiheit! Es lebe unſer hoch⸗ herziger Fürſt! Es leben die Heſſen! Es lebe Deutſchland! 4 Gruß an meine Mitbürger. Cndwig Welcher, Hofgerichts-Advocat, Gießen den 10. April 1848. Deu Abe den A Sudhei kannter hiermit gemen ethebe Berglei welen, Wash den Be treten Or! de politische , die jeden ein offenes chten, weil A inſägliche könnten. Weiner ober⸗ Trauen, daß — die alſo nigen Mit⸗ wankenden nung auver⸗ , die zwar der ſeinen ten dat und nem Gir. e blos n würde. Parlament Baterlandes dere Ober⸗ laßt Euch u au Sol überliſten lalt vor der et Eueren ch geſaßtem l. Verlangt idat vorſtellt ſenes, An r guß offen will, ob er zürſten und Regierung rwirkli⸗ chten L gema immt aus- A nuß eine net Wel“ Bebe ge unde! Anhaft zu 1 Wer iſt Deutſchen Wehrmanns Lied. Zunächſt für Heſſen. Mel.: Freudenſänge, deutſche Brüder ze. Deutſche Männer, deutſche Brüder, Auf, zum Schutz fürs Vaterland! Feſt, wie Eichen, unſre Glieder! Unſre Herzen muthentbrannt. Deutſche Freiheit zu beſchützen Iſt vor Allem unſre Pflicht. Mögen tauſend Donn'rer blitzen, Deutſche Männer wanken nicht. Schwarz-Roth-Gold uns All' vereinet Unterm deutſchen Firmament, Eine helle Sonne ſcheinet Uns im deutſchen Parlament. * 131. Edlen Fürſten treu ergeben Bis zum letzten Tropfen Blut, Sei uns Allen höchſtes Streben, Heil dem Fürſt, der treu und gut. Ludwig, Sproſſe großer Ahnen, Seinen Heſſen treu und gut, Half den Weg zur Freiheit bahnen, Heil ihm! Für ihn Gut und Blut! Deutſche Manner, deutſche Brüder, Auf, zum Schutz fürs Vaterland! Wer der Ordnung iſt zuwider, Dem entſagt die Bruderhand! Friedberg. Von einem deutſchen Wehrmanne. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. N εοι Immobilien ⸗ Verſteigerung. (63) Donnerſtag den 4. Mai l. J., Mor⸗ Klan um 10 Uhr, werden folgende dem Adam auſch I. dahier gehörende Immobilien in hie⸗ ſigem Rathhauſe meiſtbietend verſteigert, als: 1) eine Hofraithe an Adam Ruppel, beſtehend aus Wohn⸗ und Backhaus, nebſt Stallung, 2) drei Viertel von einer halben Scheuer nebſt Hofraithe in der Engelsgaſſe, getheilt mit Jakob Wien, 3) Leine halbe Scheuer in der Engelsgaſſe an Heinrich Hanſtein III. Friedberg den 3. April 1848 In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Friedberg: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Edietalladung. (447) Der ſehr unbedeutende Nachlaß des am 27. Juni v. J in Flenſungen verſtorbenen Konrad Schnabel von hier iſt überſchuldet. Zur Abwendung des Concursverfahrens werden auf den Antrag des beſtellten Curators, Chriſtoph Sudheimer von hier, die bekannten und unbe⸗ kannten Gläubiger des genannten Konrad Schnabel hiermit aufgefordert, zum Verſuch eines Arran⸗ gements im Termine Donnerſtag den 4. Mai d. J, Morgens 9 Uhr, entweder in Selbſtperſon, oder durch zu einem Vergleichsabſchluſſe gehörig Bevollmächtigte ver⸗ treten, dahier zu erſcheinen, wobei von dem Ausbleibenden angenommen werden ſoll, daß er den Beſchlüſſen der Mehrheit der Gläubiger bei⸗ treten werde. Grünberg den 16 März 1848. Großh. Heſſ. Landgericht das. Vie lk e Gras⸗Verſteigerung. (521) Samſtag den 22 d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird die diesjährige Grasbenutzung in dem vorderen und hinteren Hirſchgraben, auf dem alten Todtenhofe hinter der Burg und am Burgberg dahier, an Ort und Stelle verſteigert und der Anfang im hinteren Hirſchgraben ge⸗ macht. Friedberg den 11. April 1848. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. Wirthſchafts⸗Verpachtung. (625) Mittwoch den 26. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die Wirthſchaft bei der hieſigen Soolbade⸗Anſtalt für dieſes Jahr unter den im Termine bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich verpachtet werden, was Luſttragenden mit dem Anfügen hierdurch bekannt gemacht wird, daß unbekannte Pachtliebhaber ſich wegen ihrer Qualification auszuweiſen ha⸗ ben. Auch können bei unterzeichneter Stelle ſchon vor obigem Termine die Pachtbedingungen jederzeit eingeſehen werden. Nauheim in der Wetterau den 10. April 1848. Kurfürſtl. Heſſ. Salzamt Schäfer. Schmincke. F. Schreiber. Hansmann. Bekanntmachung. (526) Den 26. und 27. April d. M., ſowie den 2. und 3. Auguſt d. J.,, ſoll zu Ulfa die der hieſigen Gemeinde höchſtens Orts geſtatteten zwei Jahrmärkte, beſtehend jedesmal der erſte Tag für den Viehmarkt, der zweite für den Krämermarkt, dahier abgehalten werden, weß⸗ halb man dieß zur öffentlichen Kenntniß des Publikums bringt; bemerkt wird noch, daß dieſe zwei Märkte voriges Jahr gut ausgefallen find. Ulfa den 10. April 1848 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter 1 Frucht ⸗Verſteigerung. (836) Donnerſtag den 20. 1 M., Nachmit⸗ tags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des vereinigten Armen⸗ fonds 50-60 Malter Korn und 15-16 Malter Gerſte öffentlich meiſtbietend zwei mallerweis verſteigert Friedberg am 17. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender 8 Frucht⸗Verſteigerung. (537) Donnerſtag den 27. April l. J., Nach⸗ mittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe von dem Fruchtvorrath der milden Stif⸗ tungen 50—60 Malter Korn, 16 Malter Gerſte und ½ Malter Hafer zwei malterweis öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 17. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Fruchtverſteigerung im Rentamte Friedberg. 5 (538) Der Reſt der 184 7r fiskaliſchen Fruchtvor⸗ räthe des hieſigen Rentamts kommt folgender- maßen zur Verſteigerung: 1) Mittwoch den 26. d. M., Vormittags 10 Uhr, zu Butzbach in dem Gaſthauſe zum Heſſiſchen Hofe, von dem daſigen Speicher ungefähr 1 Malter Waizen, 60 Malter Korn und 24 Malter cherſte; 2) Freitag den 28. d. M., Vormittags 10 Uhr, hier zu Friedberg in der Behauſung des Herrn Gaſthalters Hieronimus vor dem ehemaligen Mainzerthore, von dem hieſigen Speicher ungefähr 4 Malter Waizen, 86 Malter Korn und 24 Malter Gerſſe. Friedberg den 10. April 1848. Der Großh. Heſſ Rentamtmann des Rentamts Friedberg, Domänenrath Bu ß. Aufforderung. (539) Ich fordere hiermit diejenigen auf, welche eine Klageſchrift gegen mich und meine Amtsführung an Gr. Miniſter Herrn Gagern vom 14. v. M. eingeſendet, doch ihre Namen öffentlich anzugeben, anſonſt ich ſie für ſchlechte und pflichtvergeſſene Subjekte halte. Nieder mörlen den 15. April 1848. Der Großh. Se. Bürgermeiſter 2 Bekanntmachung, Brennholz⸗Verſteigerung im Domanialwald Frauenwald, Reviers Oberrosbach, Forſts Fried⸗ berg betreffend. (540) Donnerſtag den 27. d. M., Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in obigem, bei Nieder⸗ mörlen gelegenen Walddiſtrict an die Meiſtbie⸗ tenden öffentlich verſteigert: 2650 Wellen eichen und 1675„ weiden Reiſerholz. Oberrosbach den 14. April 1848. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Bekanntmachung. (541) Donnerſtag den 20. d. M., Mittags 12 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald dahier, Diſtriet Langenbuchen, 14 eichen Bauſtämme 1231 Cubikfuß haltend, öffentlich verſteigert werden. Kleinkarben den 14. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Stork. Holz-Verſteigerung. (642) Dienſtag den 25. d. M., Morgens 9 Uhr, ſoll in dem Rodheimer Gemeindewald, Diſtrict Vorderwald, nachſtehendes Gehölz öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden: 33 Stämmchen eichen Werkholz, 338 Cbkfß., 278 Stämme kilefern Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz, 3556 Cubikfuß haltend. Bemerkt wird, daß alles Holz gegen vor⸗ ſchriftsmäßige Bürgſcheine bis 1. Novbr d.* geſtattet wird. Rodheim den 15. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi. Holz⸗Verſteigerung. (6490 Donnerſtag den 27. d. M., Mittags 12 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald Langenhain, Diſtricte Eichkopf, folgende Holzſortimente öffent⸗ lich an die Meiſtbietenden verſteigert werden: a. Bau-, Werk. und Nutzholz: 19) 75 Eichenbauſtämme, welche ſich meiſtentheils zu Wagnerholz eignen. b. Brennholz: 10 2 eichen Scheit⸗ 23 3„ Prügelſtecken, 3) 775 Stück eichene Wellen, 4) 2000„ Ginſterwellen. Langenhain den 15. April 1848. Der e Bürgermeiſter ut h. . NN Privat⸗ Bekanntmachungen. Anzeige. (833) Vom Sonntag den 16. an fährt jeden Tag ein Omnibus Morgens um 6 Uhr nach Friedberg und von da Nachmittags 4 Uhr nach Grünberg zurück. Grünberg den 10. April 1848. B. Flick. Friſch angekommene Meß⸗ waaren, (531) beſtehend in großen und kleinen Krä⸗ gen franzöſiſchen Stickereien, Blumen, Spitzen, Bänder,(auch ſchwarz⸗roth⸗ gold Band) und ſonſt viele in dieſes Fach einſchlagende Artikeln, find in großer Auswahl und zu billigen Preiſen zu haben bei Friedberg den 1. April 1848. a S. G. Simon jun., breite Straße dem Trapp'ſchen Gaſthaus gegenüber. Ein Contrebaß (8110) ſteht zu verkaufen bei Friedberg. Michael Bauer, in der Kirchgaſſe. Friedberg am 14. April 1848. (513) Unſerm, in neueſter Zeit mehrfach, be⸗ ſonders aber im„ jüngſten Tage,“ auf eine ſehr heftige Weiſe angegriffenen Stadtvorſtand hat der geſunde Sinn der Bürgerſchaft eine glänzende Genugthuung verſchafft. Nachdem ſich am 11. d. M. die Kunde in der Stadt verbreitet hatte, daß Bürgermeiſter und Gemeinderath ihre Ent⸗ laſſung gefordert hätten, wurde alsbald eine all⸗ gemeine Bürgerverſammlung zuſammenberufen und dieſer die Frage vorgelegt: Ob der Stadt⸗ vorſtand noch dasjenige Vertrauen in der Bür⸗ gerſchaft beſitze, welches zu einer wirkſamen Amtsführung erforderlich ſei oder nicht? Dieſe Frage wurde durch ein faſt einſtimmiges Ver⸗ trauensvotum beantwortet, und die Verſamm⸗ lung begab ſich hierauf in geordnetem Zuge, des vom Himmel ſtrömenden Platzregens nicht achtend, vor die Wohnung des Bürgermeiſters, um den⸗ ſelben von dieſem Beſchluſſe in Kenntniß 3 ſetzen und ihn zu erſuchen, daß er nebſt dem emein⸗ derath im Amt verbleiben möge. Nachdem der Bürgermeiſter, von ſichtbarer Rührung ergriffen, die Gefühle ſeines Dankes ausgeſprochen und die Erklärung abgegeben hatte, daß er auf dieſen ehrenvollen Beweis des öffent⸗ lichen Vertrauens geſtützt, auch fernerhin ſein Amt zum Nutzen der Gemeinde führen zu können hoffen dürfte, brachte ihm die Verſammlung ein dreimaliges weithin ſchallendes Lebehoch und ging dann friedlich auseinander. Möge hiermit der ſo unzeitig angefachte Zwiſt vergeſſen und die gerade jetzt doppelt nöthige Eintracht unter der Bürgerſchaft dauernd wieder hergeſtellt ſein!“ Mehrere Bürger Friedbergs. Oeffentliche Bekanntmachung. (846) Wie an Großh. Landgericht Großkarben vom Landgerichts⸗Aſſeſſor Schmidt die Juſtiz verzapft wird, davon gebe ich hier ein Pröbchen. Ich habe eine aus dem Boeiſchen Gutsver⸗ kaufe zu Altenſtadt herrührende Reſtforderung von über 10000 fl. an Rentmeiſter Müller in Florſtadt. Vielfache außergerichtliche Schritte, welche ich ſeither gethan, um zu meiner Befrie⸗ digung zu gelangen, waren erfolglos. Ich habe daher den Hofgerichtsadvokaten Briel in Gießen bevollmächtigt, meine Forderung einzuklagen. Dieſer hat auch bereits vor 15 Monaten() um Einſicht der über den Boe'ſchen Gutsverkauf erwachſenen Acten bei Gr. Landgericht Großkarben nachgeſucht. Trotz vielfacher Beförderungsge⸗ ſuche und Beſchwerdeführungen iſt es ihm aber „ bis jetzt noch nicht gelungen, den Aſſeſſor Schmidt, der Recipient in der Sache iſt und der als Schiedsrichter in der Boe'ſchen Nachlaßſache dieſe viele Jahre lang verſchleift hatte, zu bewegen, ihm die Einſicht der Acten zu geſtatten. Dies iſt die Urſache, daß mein Anwalt die Klage egen Rentmeiſter Müller nicht erhoben hat. Durch die Nachläſſigkeit des Aſſeſſors Schmidt bei Behandlung der Boe'ſchen Nachlaßſache habe ich ſchon bedeutenden Schaden gelitten und jetzt muß ich ruhig zuſehen, wie Rentmeiſter Müller von dem Gute, wofür er mir noch über 11000 fl. verſchuldet, einen Acker nach dem andern ver⸗ kauft und kann nicht einmal Klage erheben, weil Aſſeſſor Schmidt meinem Anwalt die Akten verweigert, die er zur Anſtellung der Klage nöthig hat. Iſt das Juſtiz? Wilhelm Carl, geweſener Pachter von der Haſelhecke. Wohnungs-Veränderung. (847) Ich mache hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Herrn 50 P. Rappolt verlaſſen habe und daß ich jetzt bei Herrn Adam Kehr im goldenen Anker wohne. Indem ich mein Geſchäft einem geehrten Publikum in gütige Erinnerung bringe, erlaube ich noch zu bemerken, daß ich Jede Art von Clavier⸗Inſtrumenten auf Beſtellungen verfertige und zur größten Zufriedenheit ausführen werde. Auch habe ich wieder mehrere gebrauchte Flügel und Claviere, die ich billig verkaufe oder ver⸗ miethe. Friedberg den 12. April 1848. 2E. L. Glück, Clavier⸗Inſtrumentmacher. Empfehlung. (818) Ich beehre mich hiermit den Städten und Dörfern, wo Bürgergarden errichtet werden, ergebenſt anzuzeigen, daß ich Beſtellungen auf Trommeln und Pauken aller Art annehme, und dieſelben beſtens und billig anfertigen laſſe, ſo⸗ wie Reperaturen derſelben übernehme. Gleichzeitig bringe ich mein wohl aſſortirtes Lager von muſikaliſchen Inſtrumenten in gefällige Erinnerung. Butzbach im April 1848. Val. Wießler. Holz⸗Verſteigerung. (5449) Dienſtag den 25, April d. J., werden in dem Herrn v. Rothſchild'ſchen Walddiſtrikt Altenberg bei Rodheim; 1) 3750 birken Reisholzwellen, 2) 700 eichen 1 öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert, wozu die Kaufliebhaber hiermit eingeladen werden. Die Zuſammenkunft iſt Morgens 9 Uhr im Altenberg am Weg, von Rodheim nach Okarben. Okarben den 15. April 1848. Hilgenreiner. Zu verkaufen. (530) 10 Centner guten Kleeſamen hat zu verkaufen Oeconom Hammel zu Staden. Ein Nußbaumſtamm, (880 130 Cubikfuß haltend, und trockene Bohlen von 12 bis 16“ lang, 14 bis 26“ breit und 3 bis 5“ ſtark, ſind bei Unterzeichnetem zu verkaufen. 5 Bingenheim den 13. April 1848. Wilhelm Winter IV. Empfehlung. (852) Mehrere recht gute Clarinetten, Flöten, Kappporn, Waldhorn, Trompeten und Poſaunen ſind billig zu verkaufen bei Inſtrumentenmacher C. L. Glück in Friedberg. Nauheimer Teichhaus. (883) Den zweiten Oſterfeiertag iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe Harmonie und Tanzmuſfik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Ni enkel. Bekanntmachung. (8810) Es wird hier zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß im Intelligenzblatt Nro. 31 über die Volksverſammlung und Wahlangelegenheiten, was in Friedberg vorgenommen werden ſoll, mir ſehr gefällt, und die vorgeſchlagenen Männer auch küchtige Männer ihres Amts und Dienftes ſind, jedoch bemerke ich, ſoll man dem Volk keine Männer vorſchlagen, ſondern nach ihrer eigenen Anſicht handeln, ſonſt würde ich noch einen vorſchlagen können, der gewiß ein tüchtiger Volksmann iſt und für uns auch ſchon hat leiden müſſen, und das, was wir jetzt wünſchen, das iſt Hr. Dr. Fritzel aus Niedereſchbach. Mobiliar⸗Verſteigerung. (855) Dienſtag den 25. April l. J., von Morgens 9 Uhr an, ſollen in dem Freiherrlich v. Löw'ſchen Hofhauſe zu Ziegenberg die noch vorhandenen, den Erben der verſtorbenen Anton Kopp'ſchen Eheleute zugehörigen Mobilien, be⸗ ſtehend in einer Komode mit Schreibpult, einer Bettſtelle, einem runden Tiſche, ſechs Stühlen von kirſchbaumenem Holze und in noch ganz gutem Zuſtande; ferner einen großen Spiegel, Bettung, Kleidungsſtücken, Weißzeug, etwas Blechwaaren, Silber u. ſ. w. öffentlich an den Meiſtbietenden gegen gleich baare Zahlung ver⸗ ſteigert werden. Langenhain den 15. April 1848. In Auftrag Kitz, Lehrer Dankſagung. (556) Meinem freundlichen Reiſegefährten auf der Eiſenbahn von Darmſtadt nach Frankfurt, unterm 11. v. M., ſage ich hierdurch für die mir zugeſandten ſo ſehr intereſſanten Tagesblätter u. ſ. w. recht herzlichen Dank. Dieſelben gewährten meinen Bekannten und mir großes Vergnügen. Jede weitere Mitthei⸗ lung wird uns eben ſo willkommen ſeyn, als zum ſtillen Dank verpflichten. Niederrosbach den 17. April 1848. 5 Anton Kitz I. Lai terer i ſ che Anzeige- (3577) Bei Heinrich Hoff in Mannheim iſt erſchienen und durch die Buchhandlung von C. Bindernagel in Friedberg zu beziehen: Monarchie oder Republik? Ein Urtheil, von Julius Froͤbel. Aus der Deutſchen„Volkszeitung“ beſonders abgedruckt. Preis: 3 kr. it von Carl Bindernagel in Friedberg.