Erun. dcrnchrit Aufſage. . ruf s lender * Pausſchatz für Dewi. e Sedern. ANibee 5 22 Kerri eee 1 ae 1 Intelligenz-Blatt fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M15. Sonnabend, den 19. Februar 1848. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Ein furchtbarer Nothſtand, und ein menſchliches Elend, wie es in der Geſchichte der neueren Zeit kaum ſeines Glei—⸗ chen findet, iſt über einen großen Theil der Bewohner Schleſiens hereingebrochen. Wo der Deutſche die deutſchen Brüder im Unglücke ſchmachten ſieht, da eilt er in brüder⸗ lichem Mitgefuͤhle zu Hülfe. Zahlreiche Sammlungen zur Linderung des grenzenloſen Jammers ſind überallhin im Gang. Wenn auch wohlſtehendere Gemeinden etwas dazu beitragen wollen, ſo werde ich es gerne genehmigen. Friedberg den 16. Februar 1848. Küchler. Mitbürger! Freunde! Brüder! „Wir haben ein einiges Deutſchland.“ Erzherzog Karl von Oeſterreich. So lange der Herr nicht verzieht, die Menſchen heim⸗ zuſuchen mit allerlei Trübſal, Noth und Gefahr, ſo lange muſſen wir offen halten Herzen und Hände, damit uns des Elendes Anderer jammern könne und damit wir herzutreten und williglich helfen und retten, wo immer und ſo weit wir's vermögen. Verſchließen wir Herzen und Hände,— ſelbſtſuͤchtig uns beſchränkend auf die Förderung eigenen Wohles, auf die Linderung eigenen Leides,— eitelen Sinnes voll nur das, was unſern Beſitz mehrt, für Gewinn, Alles, was ihn mindert, für Verluſt haltend, wie iſt da die Liebe in uns— des echten Glaubens Frucht, an der wir als Ehriſti Jünger erkannt werden ſollen? wo iſt da der himm⸗ liſche Sinn, der dahinten läſſet, was von dieſer Erde iſt und ſtets nach Oben trachtet? wo iſt da das Streben, ähnlich zu werden dem, nach deſſen Bilde wir geſchaffen ſind und der da will, daß Allen geholfen werde,— ähnlich zu werden dem, der uns als leuchtendes Muſter vorange— gangen iſt und die größte Liebe ſeinen Mitmenſchen bewieſen hat, die, daß er ſein Leben für ſie ließ am Holze, auf dem der Fluch lag? Freunde! Brüder! Dem, von dem Gluck und Un⸗ glück kommt, Armuth und Reichthum, Leben und Tod,— der die Menſchen hoch macht und niedrig nach ſeinem Wohl— gefallen,— deſſen Rath wir nicht verſtehen und iſt wunder⸗ barlich, wie er regieret,— dem Ewigen und in Ewigkeit Hochgelobten hat es gefallen, einen Theil ſeiner Menſchen⸗ kinder mit einer Trübſal heimzuſuchen, wie ſie in unſerm civiliſtrten und kultivirten Europa ſchon ſeit Jahrhunderten ihres Gleichen nicht hat und wie ſie faſt das Maas des Glaubens überſteigt— und dieſe armen Geſchlagenen ſind die Bewohner der ſüdöſtlichen Kreiſe Schleſiens. Wohl habt Ihr, meine Brüder, ſchon Schilderungen der Noth in Schleſien in öffentlichen Blattern geleſen,— doch muß ich das Bild des Schreckens auch hier Euch vor Augen halten.— Arme Spinner und Weber ſind die Be⸗ wohner der oben genannten ſchleſiſchen Kreiſe ſchon ſeit vielen Jahren durch das Umſichgreifen des Maſchinen⸗ und Fabrik⸗ weſens ſo ziemlich um ihren ärmlichen Verdienſt gebracht und es iſt oͤfter geſchehen, daß ein Mann, der den ganzen Tag arbeitete, nur einen Silbergroſchen verdiente; dazu iſt der Boden nur von geringer Ertragsfähigkeit und bringt wenig mehr als Kartoffeln, Haidekorn, Hafer und Gras hervor; aber die Leute, von Jugend auf an's Darben ge— wöhnt, auch von ihrem Könige großmüthig unterſtützt, be— halfen ſich ſo gut ſie konnten und lebten, mit dem Noth⸗ wendigſten zufrieden, ruhig dahin. Da mißriethen im Jahre 1845 die Kartoffeln und die Noth wuchs; im Jahre 1846 mißriethen die Kartoffeln gleichfalls und zu dem Hunger geſellte ſich verderbend die Ruhr; im Jahre 1847 mißriethen die Kartoffeln gänzlich und nun iſt das Elend ein allge— meines,— regelmäßige Nahrung vieler Menſchen ſind Gras, Haͤckſel, Kleien,— Viele haben nicht einmal dieſes und verfallen dem Hungertode— die, welche es haben, konnen doch die Koſt auf die Dauer nicht ertragen,— an die Stelle der Ruhr iſt das peſtartige Hungerfieber getreten,— 60,000 Menſchen ſind in täglicher Gefahr entſetzlichen Todes,— ganze Familien ſind ſchon ausgeſtorben,— über 3000 Kin— der ſind bereits elterulos und ſchutzlos überhaupt, denn alle Bande der Freundſchaft und Licbe hat die Noth gelöſt, Jeder denkt nur an ſich und ſeine Rettung, Keiner an den Andern,— und bei dem Allem fehlt ärztlicher Beiſtand und geiſtlicher Zuſpruch, denn auch viele von den Aerzten und Geiſtlichen, deren es in dortiger Gegend überhaupt nur „„ 58. wenige gibt, ſind dem Hungertyphus ein Opfer gefallen.— Wahrlich, als ich dieſe Zuſtände, die ich hier nur— um an ſie zu erinnern— andeutete, ſchildern horte und wieder⸗ um hörte, da iſt's mir geweſen, als dürfte ich mich meiner warmen Suppe und meines Stückchens Fleiſch nicht mehr freuen und da hab' ich mir gelobt: Du willſt hintreten vor dein Volk und willſt ihm, ſo weit es dich hören kann, mit lauter Stimme zurufen: Bürgerhülfe! Bürgerhülfe! Und dieſem Gelöbniß getreu, nicht fürchtend und auch nicht für möglich haltend irgend eine Mißdeutung deſſen, was ich thue, komme ich in dieſen Zeilen zu Euch, meine Brüder, und flehe Euch um Gottes Barmherzigkeit willen an: helfet helfen, wenn ihr könnt; Ihr Behörden ſeid der Mund derer, die im Elend verſtummen und vermahnet euere Gemeinden zu der Hülfeleiſtung, um welche ich bitte— und eure Ermahnung wird gewiß auf guten Boden fallen; Ihr Geiſtlichen, Lehrer, Gemeindevorſteher, macht das Liebeswerk, zu dem ich aufrufe, zu einem Werk eurer Sorge — und es wird ein Werk des Segens werden für Euch und für Viele;— Ihr Reichen laſſet herniederfallen von eueren Tiſchen ein Broſamlein, damit die Aermſten ſich daran laben;— Ihr Armen denkt an die Gottesgabe der Wittwe im Evangelio und wiſſet, daß auch die kleinſte Steuer, in herzlichem Erbarmen und brüderlicher Liebe ge⸗ geben, ein ſchöner Ehrenſchmuck für Euch ſein wird am Tage der Vergeltung;— Ihr Alle, die Ihr dies leſet, ſagte nicht:„es kommt zu oft!“— was können die Armen in Schleſien dafür, daß vor ihnen ſchon andere Armen bei uns waren? wir haben den Hamburgern, den Felsbergern, den Wimpfenern und wie ſie Alle heißen mögen, unſere Theilnahme nicht verſagt, wollen wir mit denen, deren Noth die größeſte iſt, den Anfang machen?— laſſet euch nicht abhalten zu geben darum, weil ich und ich allein“) Euch bitte— ich wollte die koſtbare Zeit nicht mit viel Hin- und Herreden verderben,'s iſt ja gleichgültig, wer bittet und wie viele bitten, wenn Ihr nur gebet;— nehmt keinen Anſtoß daran, daß ich evangeliſcher Pfarrer bin— ich denke jetzt nicht an evangeliſch und katholiſch und juͤdiſch, die Dinge gehören auf ein anderes Gebiet; eben laßt uns an die Armen in Schleſien denken, die meiſtentheils katholiſch ſind, und kommet eilig, damit Ihr nicht zu ſpät kommet, und bringet gerne eure Gaben, denn den fröhlichen Geber hat Gott *) Es können übrigens auch Beiträge abgegeben werden bei der Redak⸗ tion d. Bl., und bei den Herren: Gemeinderath J. Falk, Kaufmann W. Fertſch, Kaufmann Mayer Hirſch, Sectionsingenieur Hoch⸗ geſand, Oberlieutenant Hoffmann, Candidat Landmann, Hof⸗ gerichtsadvocat Trapp II. und III., Apotheker Wahl. lieb,— ich will ſie gewiß bewahren und, indem ich ſie einem ſchleſiſchen Hülfsverein zu Breslau zuſchicke, verwenden, daß Ihr keine Klage wider mich habet, wenn ich Euch Rechnung thue. Gott der Herr, der die Herzen der Menſchen lenket wie die Waſſerbäche, der lenke die Eurigen zum Wohlthun und laſſe es euch gefallen, daß ich, was ich nicht laſſen konnte, gethan und mich zu euerm Diener bei einem heiligen Liebeswerke auch hier wieder erboten habe. Fauerbach II. den 12. Februar 1848. Dr. L. Chr. Matthias, Pfarrer, in Friedberg jeden Tag von 8—12 u. v. 2—4 Uhr im Taubſtummen⸗ Inſtitut zu finden. Für die armen Schleſier find bei dem Unterzeichneten eingegangen: von Kfm. Katzenſtein 6 fl., Ap.] Werner 1 fl., Fr. R. 30 kr., E. P. und Fr. Sch. 30 kr., Fr. Sellin 1 fl., Director Roller 2 fl. 42 kr., Pf. M. 1 fl. 45, durch Hrn. Ober. lieutenant Hoffmann von Hochl. Gr. Heſſ. Offizierkorvs des II. B. IV. J.⸗R. 15 fl., Kech 1 fl, MW.... 1 fl., Fr. S. 1 fl.; Weiter find bei der Expedition d. Bl. eingegangen: von einer Unbekannten 1 fl., von B. in N. 1 fl., von einer Ungenannten 2 fl. 24, von D. B. 1 fl. 45 kr., von K. 17½ kr.; im Ganzen 37 fl. 53 ½ kr. Aufrichtigen Dank und Gotteslohn den edelen Gebern!— Bedenke theurer Leſer, was die Schrift ſagt, Sir. 5, 8:„verziehe nicht und ſchiebe es nicht von einem Tage auf den andern,“ denn wenn irgendwo, ſo iſt in dem vorliegenden Falle das Wort wahr: doppelt gibt, wer ſchnell gibt. Zugleich bemerke ich, daß Briefe und Geld an mich nach Fried⸗ berg zu adreſſiren find und daß Beides, in meiner Abweſenheit, in der Wohnung des Herrn Director Roller in Empfang genommen wird. Friedberg den 16. Februar 1848. 5 Dr. Matthias. der Schluß des Regierungsblatt⸗Auszugs Nr. 3 folgt in der nächſten Nummer d. Bl. Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 16. Februar 1848. Aufgefahren Verkauft Gattung wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) f. Walden 70.7 7 7 3 Korn 60 ¼ 30 7 17 Gerſte 45 16 22 7 Hafen 31 16 ½ 4 42 Kartoffeln 4 2 2 15 Erben———— NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, Hafer 120 und Kartoffeln zu 240 Pfund gerechnet. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. i ιιιε I Verſteigerung auf den Abbruch. (133 Montag den 28. k. M, Morgens um 9 Uhr anfangend, werden an Ort und Stelle in dem Hoſpitalhofe zum heiligen Geiſte, nach⸗ ſtehende, dort befindliche Gebäude auf den Ab⸗ bruch meiſtbietend verſteigert, als: 1) Ein zweiſtöckiges Wohnhaus mit maſſivem Unterbau und hölzernem Ueberbau nebſt Ziegeldach, 75 Fuß lang und 43 Fuß breit. 2) Ein maſſiver Pferdeſtall mit hölzernem Stock e gens, 37 Fuß lang und 33 Fuß reit. 3) Ein daranftehender niedriger Stallbau von Holzwerk mit Ziegeldach, 80 Fuß lang und 20 Fuß breit. 4) Eine Scheuer mit Schafſtall von Holz und Ziegeldach, 67 Fuß lang und 20 Fuß breit. 5) Eine größere Scheuer mit zwei eingebauten Ställen von Holz und Ziegeldach, 86 Fuß lang und 35 Fuß breit. 6) Ein angelehnter Schweinſtall von Holz und Dielwänden nebſt Ziegeldach, 35 Fuß lang und 17 Fuß breit. 7) Ein maſſives Brennhaus mit Ziegeldach, 36 Fuß lang und 35 Fuß breit. Die Gr. Bürgermeiſter werden erſucht, vor⸗ ſtehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weiſe zur Oeffentlichkeit bringen zu laſſen. Friedberg am 31. Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verpachtung. (127) Montag den 21. k. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, werden in hiefigem Rathhauſe cirea 100 Morgen, dem Hoſpital zum heiligen Geiſte dahier gehörende, in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II., Ockſtadt und Nauheim liegende Güterſtücke, erſt parzellenweiſe, dann im Ganzen auf zwölf nach einander folgende Jahre meiſtbietend verpachtet. Die Flurſchützen der obenbenannten Gemar⸗ kungen ſind angewieſen, den Pachtliebhabern auf Verlangen die Grundſtücke zu zeigen. Friedberg am 31. Januar 1848. 8 Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Aufforderung. (183) Nach gemachter Anzeige ſoll der Pfand⸗ ſchein Nr. 16,518 verloren gegangen ſein, es wird deßhalb derjenige, welcher denſelben in Händen hat, oder an denſelben Anſprüche zu machen glaubt, aufgefordert, denſelben binnen ſechs Wochen bei den Unterzeichneten vorzulegen und ſein Recht darauf begründen zu wollen, 1 we, ſo if in er ſchnell gibt. n red Wen, enn Din C. 114. datt- Aus zug dummer d. Bl. * — Autelpteiſ⸗ 1 00 10, 2 ite 452 2 binnen ee eee, — u volit len Montag den 21. als ſonſt nach Ablauf dieſer Frist das Unterpfand an denjenigen, welcher dieſe Anzeige gemacht bat, ausgehändigt werden wird. Friedberg am 8. Februar 1848. Für die Pfandhausverwaltung: Faatz. Karl Klein. Scheuer ⸗Verſteigerung. (1490 Die A. Rauſch'ſchen Eheleute J. wol⸗ ebruar, Vormittags 8 ½ Uhr, ihre neben J. Wien und G. Philippi ge⸗ legene, mit dem ſich zu einem 3 eignen. den Vorplatz verſehene 3 2751 auf hieſigem Rathhaufe, meiftbietend verſteigern laſſen. Friedberg den 4. Februar 1848. f Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Strohlieferung. (198) Dienſtag den 22. d. M., Vormittags um 10 Uhr, wird die Lieferung von 300 Gebund Kornſtroh in die Betten der ledig caſernirten Mannſchaft dahier, in dem Büxeau des Bataillons. Verwaltungsraths auf dem Soumiſſionsweg an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben und die Leferungsbedingungen können von heute an, in oben gedachtem Bureau eingeſehen werden. Die Gr. Herren Bürgermeiſter der Umgegend werden erfucht, daſſelbe im Intereſſe ihrer Ge⸗ meinden gefälligſt bekannt machen laſſen zu wollen. Friedberg den 14. Februar 1848. In Auftrag: Ramſpeck, Oberquartiermeiſter. Holz⸗Verſteigerung in dem Graͤflich Solms⸗Rödelheimiſchen Revier Bainhards. (202) Dienſtag den 22. d. M., von Mor⸗ gens 10 Uhr an, ſollen in dem Diſtrict Unter⸗ wald nachſtehende Holzquantitäten, als 50 Stecken eichen Durchforſtungs⸗Prügelholz, 19 1 1 5 Stockholz, 60 1 1 5 Reisholz, 975 Wellen kiefern 7* u. 20 Stück eichen Stangen, zu Leiterbäumen ꝛc. tauglich 7 unter den bei der Verſteigerung bekannt e werdenden Bedingungen, öffentlich dem Meiſtge⸗ bot ausgeſetzt werden. Forſthaus Bainhards am 10. Feb. 1848. Der Grßh. Solms⸗Rödelheimiſche Revierförster Hartmann. Bekanntmachung. (212) Dienſtag den 22. d. M., Morgens um 10 Uhr, wird ein Faſelochs von 4 Jahren meiſt⸗ bietend verſteigert. Ockſtadt den 15. Februar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Klein. Oeffentliche Ladung. (213) Die Ehegattin des Kaufmanns C. ten Brink zu Vilbel, der zuletzt in Newpork in den nordamerikaniſchen Freiſtaaten gelebt hat und dort am 13. Oktober v. J. geſtorben ſein ſoll, hat für ſich und Namens ihrer minderjährigen Kin⸗ der auf alle Rechte an dem Vermögen ihres Mannes verzichtet, die ſolchen— die Illaten⸗ forderung ausgenommen—. daran zuſtehen und namentlich für den Fall, daß der Gatte reſp. Vater wirklich todt iſt, auf die Erbſchaft ver⸗ et. Da alen, die Vermuthung ausgedrückt worden iſt, daß das Vermögen des C. ten Brink überſchuldet ſei, die etwaigen Gläubiger aber hier unbekannt ſind, ſo fordert man ſolche hiermit auf, ihre Ansprüche ſogewiß im Termin Dienſtag den 21. März, Vormitt. 10 Uhr, dahier anzumelden, als ſonſt angenommen wird, „ 59. ſie wollten aus dem Vermögen des Schuldners keine Befriedigung und dieſes ausſchließend zur Tilgung der angemeldeten Schulden verwendet werden wird. Groß karben am 12. Februar 1848. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Jäger. Schmidt. Holz-Verſteigerung. (210 Montag den 6. März d. J,—4 Ii Uhr anfangend, und etwa den folgenden Tag werden in dem Brandoberndorfer Gemeindewald: 15 W 1 e eichen Bauholzſtämme, 4„ Werkholzſtämme, 1000 Cubf., 4 buchen Werkholzſtämme von 108 Cubf., 26 Klafter Erdſtöcke, %„ Lagerholz, 60 Stück 190 955 Wellen, 50„ ünſtern⸗Wellen, 1 Klafter buchen Scheitholz, 11„„ Prügelholz, 1„ eichen Scheitholz, 5 Stück buchen Achſen; Diſtrikt Da 815 Stück gemiſchte Wellen, 9220„ inſtern⸗Wellen; Diſtriet Gemeindemark: 110 Stück gemiſchte Wellen, 880„ Ginſtern⸗Wellen, Diſtriet rn 600 Stück Ginſtern⸗Wellen, Diſtriet Rothlauf: 195 Stück gemiſchte Wellen, 35„ Ginſtern⸗Wellenz Diſtriet Weidenhain: 860 Stück gemiſchte Wellen, 180„ Ginſtern⸗Wellen; Diſtriet Neſſelborn: 360 Stück gemiſchte Wellen; Diſtriet Gehenſtoß: 185 Stück gemiſchte Wellen, 190„ Ginſtern⸗Wellenz Diſtrict Sollheck: 125 Stück gemiſchte Wellen verſteigert. Uſingen den 9. Februar 1848. Herzogl. Nafſ. Landoberſchultheißerei Schapper. Frucht⸗Verſteigerung. (215) Die Verſteigerung der Fruchtvorräthe von dem Kugelhaus und Armenſpelcher findet an nach bemerkten Tagen, auf dem Bürgermei⸗ ſterei⸗Büreau zu Butzbach ſtatt: 1) Freitag den 25. Feb. d J., Vorm. 11 Uhr, 2 7„ 24. März„ 17 3 3)„„ 14. April„ 1„„u 4)„„ 12. Mai* 1„* 5). 1„ 2. Juni 8 60„ 3 1 1* und zwar jedesmal 22 Malter Korn und 22 Malter Gerſte. Butz bach den 16. Februar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Seippel. Mobilien-Verſteigerung. (2160 Montag den 21. Februar l. J, Vor⸗ mittags 9 Uhr, will Georg Stock 1. zu Ober⸗ rosbach nachſtehende Gegenſtände, als: 1 Pferd, 1 trächtige Kuh, 1 Parthie Grum⸗ mek, 1 Parthie Spreu, 6 8 Malter Kar⸗ toffeln, 4—5 Wagen voll Kohlraben, 18 Ge⸗ bund Flachs und eine einſpännige Chaiſe, in ſeiner Behauſung öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigern laſſen. Oberrosbach den 15. Februar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Blecher. Kapital ⸗ Aufnahme. (217) Für die Gemeinde Wiſſelsheim ſoll ein Kapital von 1300 fl. zu 4 prCt. aufgenommen werden. Diejenigen, welche das Darlehen zu übernehmen geneigt ſind, wollen dem Unterzeich⸗ neten innerhalb 14 Tagen Anzeige davon machen. Wiſſelsheim den 15. Februar 1848. Der Großh. Heſſ. Beigeordnete Nürnberger. Bekanntmachung. (218) Montag den 21. Februar, Vormittags 10 Uhr, werden bei dem fürſtlichen Rentamte zu Griedel 500 Malter Korn und 300 Malter Gerſte in Parthiee n einer öffentlichen Verſteigerung aus⸗ geſetzt. Griedel den 12. Februar 1848. Der Rentamtmann Friedrich. Verſteigerung. (219) Montag den 20. März, Morgens 9 Uhr, werden in hieſigem Natßhauſe die der Adam Ruppels Wittwe dahier gehörenden in der Gemarkung Friedberg liegenden Güterſtücke öffentlich meiſtbietend verſteigert. Die Flurſchützen hiefiger Gemarkung find angewieſen, den Steig⸗ liebhabern die Grundſtücke zu zeigen. Friedberg am 17. Februar 1848. In Auftrag Groß h. Landgerichts Friedberg der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Zum Ausleihen. (220) In der bieſigen Kirchenkaſſe liegen 1000 fl. zum Ausleihen, im Ganzen oder auch getrennt, gegen hypothekariſche Verficherung bereit. Södel den 12. Februar 1848. Raab, Kirchenrechner. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ne (193) Einem geehrten Publikum mache ich hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mich mit Kleidermachen beſchäftige und verbinde hiermit, indem ich um gütiges Zutrauen bitte, die Zu⸗ ſicherung einer prompten und reellen Bedienung. Butzbach. Barbara Heil, wohnhaft bei Hrn. Metzgermeiſter Spamer. Anzeige. (221) Für die Pferde⸗ und Rindvieh⸗Direc⸗ tion zu Homburg v. d. Höhe habe ich ſeit dem 1. Januar d. J. nichts mehr zu beſorgen. Friedberg im Februar 1848. B. Hecht. Annonce. (222) In eine renommirte Eiſen⸗ und Colo⸗ nialwaarenhandlung auf dem Lande wird ein mit den nöthigen Vorkenntniſſen verſehener Lehr⸗ ling moſaiſcher Religion geſucht. Näheres er⸗ theilt die Expedition d. Bl. Bekanntmachung. (206) Die Verwaltung der Induſtriehalle in Mainz beehrt ſich den zahlreichen Freunden und Gönnern dieſer Anſtalt ergebenſt anzuzeigen, daß ihre bisherigen Geſchäftsführer und Aufſeher ausgetreten ſind und erſucht da⸗ bei in der Folge alle dem Geſchäfte gewidmeten Aufträge und Anfragen gefälligſt unter der Adreſſe:„An die Verwaltung der In⸗ W Mainz“ zu machen. Bei dieſer Veranlaſſung empfiehlt die Ver⸗ waltung ihr auf's neue reich aſſortirtes Lager ſowohl in Schreiner- und Tapezierarbeiten, als auch in allen andern Zweigen des hieſigen Ge⸗ werbbetriebs unter Garantie beſter Arbeit zu möglichſt billigen feſten Preiſen. Aufträge, welche das Lager nicht ſofort effek⸗ tuiren kann, werden unter Garantie durch die Anſtalt in kürzeſter Zeit ausgeführt, wozu die⸗ ſelbe ſich auch für die Folge empfohlen hält. Mainz den 1. Februar 1848. Die Verwaltung der Induſtriehalle. Einige Hundert Aepfelbäumchen (223) hat zu verkaufen 5 H. Sang in Fauerbach II. Schlußerklärung. (22 Eine Erwiederung in Nr. 12. d. Bl. die, wie aus dem erſten Satze derſelben zu ent⸗ nehmen, vom Vorſtande des Steinfurther Ge⸗ ſangvereins ausgegangen iſt, veranlaßt mich zu der nachfolgenden Schlußerklärung: In Nr. 1. dieſer Blätter erklärt der Vorſtand des Geſangvereins unter Berufung auf Diejenigen, die die Mitglieder jener Geſellſchaft näher ken⸗ nen,(damit ſoll wahrſcheinlich geſagt ſein, die⸗ jenigen, die die Mitglieder genauer kennen, ſind auch von der großen Sittlichkeit jedes Einzelnen durchdrungen)„daß das ſich über die Feier des Stiftungsfeſtes verbreitete Gerücht Lüge und Verläumdung ſei, gegen deſſen Urheber und Ver⸗ breiter geſetzliche Hülfe in Anſpruch genom⸗ men werden ſoll“. Nachdem ich nun vom Tage des Erſcheinens dieſer Erklärung vom 1. Januar an bis zum 19. deſſelben Monats vergebens ge⸗ wartet habe, daß der Vorſtand des Geſangver⸗ eins ein Verſprechen erfüllen und gerichtliche Anzeige zur Ermittelung des oder der Verbreiter jenes Gerüchts machen würde, das dem Vereine ein ſolch abſurdes Vergehen zur Laſt legt und von dem man ſich nicht nur in Steinfurth, ſon⸗ dern auch in der ganzen Umgegend unterhielt, glaubte ich es um ſo weniger nſte kaſſen zu müſſen, als die Unterhaltung hierüber täglich eine größere Ausdehnung gewann, in einer Erwiederung, welche in Nr. 6. d. Bl. er⸗ ſchien, daran erinnern zu müſſen, daß der Vor⸗ ſtand nicht ſo lange mit der Betretung des Ge⸗ richtswegs zögern; ſein Verſprechen endlich er⸗ füllen und die Schande, die ſeit dem 11. Nov. v. J. auf dem Vereine unverdient laſten ſoll, möglichſt ſchnell abzuwälzen. Seit dieſer Zeit ſind ſchon wieder drei Wochen verfloſſen und noch hat der Vorſtand des ſo ſehr compromit⸗ tirten Geſangvereins keine Schritte gethan, die ſeine erſte Erklärung bewahrheiten. Statt deſſen aber leſe ich in Nr. 12. d Bl. die Eingangs bewährte Erwiederung, in welcher von längſt Geſchehenem, was des Vorſtandes Amtes ge⸗ weſen, die Rede iſt, in welcher abermals von Verläumdung geſprochen und ferner Derjenige als ſchlechter, niederträchtiger Verläumder be⸗ zeichnet wird, der die den Verein befleckende That als Wahrheit behaupten will. Sonderbar bei dieſer Erklärung iſt es vorerſt, daß dem Publikum nicht geſagt wird, durch welche Amtsthätigkeiten der Vorſtand die Ehre des Vereins zu retten ſich bemüht hat; das Sonderbarſte aber liegt in dem Schlußſatze, worin der anonyme Einſender der Erwiederung in Nr. 6. d. Bl.(alſo ich) aufgefordert wird, ſeinen Namen zu ſpendiren unter Angabe, wer den gedachten Verein mit dieſer Schande be⸗ laſten will. Hierauf it dem zu großem Renommee gelangten Geſangvereine und deſſen Vertreter, dem ſehr ehrenhaften Vorſtande deſſelben, ganz länger anſtehen * 60 zu erwiedern: daß ich dieſes Anſinnen nur als eine leere Ausflucht und ganz im Widerſpruche mit der von ihm in Nr. 1. d. Bl. abgegebenen Erklärung finde, da er ſelbſt auf einen Ver⸗ breiter jenes Gerüchtes darin hinweiſet, demnach ein ſolcher ſchon zur Kenntniß des Vorſtandes gelangt, die Grundlage zur Einleitung gericht⸗ licher Schritte vorhanden war. Wie konnte es auch dem Vorſtande an der bei Gericht vorzu⸗ bringenden Angabe von Perſonen, die ſich von dieſer„ſauberen Geſchichte/ erzählten, fehlen, da ſo che in der ganzen Gegend in Umlauf iſt? Nicht an der Spendirung meines Namens liegt die Ehrenrettung des Steinfurther Geſang⸗ vereins, der hat vor Allem, um ſich rein zu waſchen, die Aufgabe, ſein in der erſten Er⸗ klärung enthaltenes Verſprechen zu erfüllen, ſo ſchnell als möglich Anzeige bei Gericht zu machen, wenn er ſich nicht noch obendrein der öffentlichen Lüge ſtrafen will. Noch weniger werden die in den veröffentlichen Erwiederungen des Vorſtands des Geſangvereins enthaltenen gemeinen Be⸗ zeichnungen geeignet ſein, denſelben zu rechtfer⸗ tigen. Nur eine gewichtige Freiſprechung halte ich und, wie ich voraus zu ſetzen glaube, auch das um die Sache wiſſende Publikum, als das einzige Mittel, von ſo graver Beſchuldigung ent⸗ bunden zu werden. Dieſes meine Abſicht und meine Schlußer⸗ klärung. — den 14. Februar 1848. Der Einſender der Erwiederung in Nr. 6. d. Bl. Eine gute Säugamme (225) wird bei einer Familie auf dem Lande dis Mitte März d. J. geſucht. Das Nähere ertheilt die Expedition d. Bl. Z u m Verkaufen. (226) Eine moderne, ein⸗ auch zweiſpännige Chaſſe, in welcher 3 bis 4 Perſonen Platz haben, ferner ein einſpänniger, alter Wagen, welcher noch in gutem Zuſtande iſt, ſind zu billigen Preiſen zu haben bei Sal. Schwaab. Friedberg. Das Kuhfleiſch (227) per Pfd. zu 9 kr., bei Abnahme eines ganzen Viertels zu 8 kr., verkauft Friedberg. Heinrich Heddrich. Ein Branntweinbrenner, (228) welcher mit der Behandlung des Schwarz'ſchen Apparats bekannt iſt, ſucht bal⸗ digſt eine Stelle. Anzeige. (229) Sonntag den 20. Februar d. J fin⸗ det die 3. Abendunterhaltung in Beienheim ſtatt. Der Vorſtand. Ein noch ſehr brauchbares Wallachpferd (230) iſt nebſt Geſchirr, Wagen, Pflug und Egge in Petterweil aus freier Hand zu ver⸗ kaufen. Näheres bei Ortsdiener Weifert daſelbſt. . einfach Frankfurter Gold-Cours vom 18. Februar. r 2 — SSR Neue Louisd'or Friedrichsd'or Holländiſche 10 fl. Stücke Rand⸗Ducaten 20 Frankſtücke Engliſche Souverains — 8 2 AA O — Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Septuag. den 20. Feb. 1848. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. (Abendmahl.) Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Baur. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schaffnit. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Köhler. Fruchtpreiſe. 16. Febr. H1. Febr. O. Febr. Gattung. Fried⸗ f Die⸗ berg Mainz burg i fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter 10 31018 950 Korn 1 7 171 740 6145 Gerſte„ 75 547 6 421 530 C Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 19. bis 25. Febr. 1848. Pfund. l Fried⸗ Butz⸗ Brod-Preiſe. berg. bach. kr. pf.] kr. pf. Leib⸗Roggenbrod 231 213 7, 5 1 5 1 „ 7 10 1 10 13 f th. eth. Milchbrod 144% 14 Waſſerweck 1* 0. Gemiſchtes(Tafel⸗/ Brod 15 15 ¼ Fleiſch-Preiſe. pf. pf. Ochſenfleiſch les 770— 12— 1 gemäſtete—. Kühfleiſch e 9— 25— Hindgeiſch! gemäſtetes 8— 19— Rindfteich ungemäſtetes 1218 Kalbfleiſch 6116 Schweinenfleiſch 14— 14— Hammelfleiſch 94— 124— Schaaffleiſch 7— 17— Wurſtvon blos Schweinen 16— 16— Gemiſchte Wurſt 10— 4— Bratwurſt 19— 19— Schwartenmagen 18— 18— Geräucherter Speck 28— 28— Schinken 20— 2— Dörrfleiſch 21— 21— Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 28— 28— unausgelaſſen 24— 24— Nierenfett 24— 24— 10 Hammelsfett 181— 181— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d Küchler. 2 . Friedberg Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Car! Bindernagel in Friedberg. 82 Poli macht zu br