* M N N., ſomn Aendern drag, Souifftfütrer. r. am Main. Iden. dcn don bog L cutcden CA d NMämi Ne, Nübl in Hung Nr rr mt bs che Ecleich⸗ Den dutagen G. Aypel. uri iris nner reer Intelligenz- Glatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. 91. Sonnabend, den 18. November Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Entweichung der Katharine Löffler von Gelnhaar nebſt Sonſorten aus dem Gefängniß zu Altenſtadt, insbeſondere Arietirung der Katharina Hild aus Ortenberg und der Margaretha Theiß aus Geinhaar. 25 Wir beauftragen Sie hiermit, nach der Katharina Hild aus Ortenberg und der Margarethe Theiß aus Geln⸗ haar genau fahnden und im Betretungsfalle arretiren und hierher abliefern zu laſſen. Friedberg den 13. November 1848. Ouvrier. Wie es einem ehrlichen Manne gehen kann! (Fortſetzung.) Georg war allein zu Hauſe. Die Arbeit, welche er im Haus und Garten zu verrichten vorfand, verſcheuchte bald alle trüben Gedanken aus ſeinem Kopfe und er trat mit einem großen duftenden Blumenſtrauße, den er im Garten abgeſchnitten, in's Haus, als ihn ein altes Weib mit einem Korbe am Arme anhielt und ihm Verſchiedenes zum Kaufe bot. „Nadelbüchschen— Krampfringe, Spielwaaren, was ihr wollt, alles billig.“ Auf eine verneinende Kopfbewegung Georgs fuhr ſie fort:„ich hab auch beſſere Sachen,“ und griff tief in den Korb, aus dem ſie eine ſchwere ſilberne Halskette her— vorzog;„das wär' ein ſchönes Präſent für euren Schatz,“ ſagte ſie ſchmunzelnd, und ließ die Kette in der Sonne ſpielen. „Wie theuer iſt die Kette?“ frug Georg. Hum acht Gulden ſollt Ihr ſie haben— wenn ich nicht nothwendig Geld brauchte, könnte ich ſie nicht ſo billig geben, denn ſie iſt unter Brüdern das doppelte werth!“ Georg kaufte die Kette und legte ſie in ſeinen Schrank. Er lächelte dabei ſtill vor ſich hin, als wollte er ſagen, ich weiß ſchon, was ich mit der Kette thun will! Hleich darauf traten der Vater, Anton und Anna in die Stube. * „Warſt du beim Richter?“ war Georgs erſte Frage. „Freilich bin ich dort geweſen,“ wrach Anton. „Er wird wohl recht grob geweſen ſein?“ „Das verſteht ſich! Kenn' ich ihn doch ſchon lange Zeit! Er hat mich, als ich mein Heirathsgeſuch eingab, dreimal auf's Gericht beſchieden und mich dann jedesmal einen halben Tag warten laſſen und mein Geſuch nicht aufgenommen! Jedesmal hatte er einen anderen Vorwand! — Als ich ihn heute fragte, ob der Georg Maier noch im Arreſt ſei, ſchnauzte er mich an:„Was hat er dar⸗ nach zu fragen? Wir werden ſchon wiſſen, was wir zu thun haben! Scher' er ſich weiter!“ f „Ja, ja,“ unterbrach ihn der Alte, man ſagt immer, wir Bauern ſeien grob, allein es gibt doch Leute, welche noch gröber ſind!“ Hier wurde die Unterredung durch die Ankunft des alten Feldwebels unterbrochen, der von Georgs Rückkehr Kunde erhalten hatte.„Nun,“ rief er,„haben dich die Ratten heut Nacht nicht gefreſſen?“ „Das nicht,“ entgegnete Georg, ihm die Hand drückend,„aber der Zorn hätte mich beinahe umgebracht!“ „Ah— Kleinigkeit!“ lachte jener,„ſo ein kleiner Arreſt ſchadet nicht. Man muß alles durchmachen! Ich bin als Soldat wohl hundertmal im Arreſt geſeſſen, da kann man ihn wohlfeil haben!“ „Ich hoffe, es ſoll der erſte und letzte Arreſt ſein, welcher in meiner Familie vorgekommen iſt!“ brummte der Maierbauer,„denn etwas bleibt doch immer am Namen davon hängen!“ „Sei kein Murrkopf, Alter,“ lachte der Feldwebel —„an geſchehenen Dingen läßt ſich nichts ändern und das ganze Dorf weiß ja, was an der Sache iſt!“ „Das iſt mein einziger Troſt,“ ſprach dieſer,„und deßhalb wollen wir auch die dumme Geſchichte auf ſich beruhen laſſen. Uebrigens glaube ich, daß es Zeit iſt zum Mittageſſen.“ Mehrere Tage waren verfloſſen und der unange⸗ nehme Vorfall war beinahe vergeſſen, als eines Morgens der Gerichtsbote eine Vorladung brachte, des Inhalts, daß Georg am nächſten Tage um 9 Uhr Vormittags auf dem Gerichte zu erſcheinen habe. Anna nahm den Zettel und wollte ihm dem Vater nach deſſen Rückkehr zeigen; allein ſie beſann ſich eines beſſern und zog Georg bei ſei— ner Heimkunft auf die Seite. „Was bedeutet die Vorladung?“ fragte ſie verwundert. 9 N 0 N 05 N N 0 372* „Ach! das iſt noch wegen der Geſchichte,“ ſprach dieſer gleichgültig,„man wird mir wohl den Beſchluß vor⸗ leſen!“ 8„Welche Schande!“ rief der Alte, als ihn Georg von der Vorladung in Kenntniß ſetzte;„welche Schande! Kommt mir wegen dieſer verdammten Geſchichte auch ſo— gar der Gerichtsbote noch in's Haus!— Man wird dich doch nicht obendrein noch ſtrafen wollen?“ „Ich weiß nicht,“ ſagte Georg,„aber der Richter hat mir damals ſchon geſagt, daß ich noch einmal würde vorgeladen werden.“ „Das iſt mir eine ſaubere Geſchichte,“ brummte der Maierbauer und war den ganzen Tag über in der übelſten Laune. 8 a III. * Am nächſten Morgen ſtand Georg über zwei Stun—⸗ den im Wartzimmer des Gerichtes. Die beiden Burſche, welche die Schuld allein hatten, waren gleichfalls gegen— wärt a Nach eilf Uhr wurden die drei vorgerufen und der Richter verlas folgenden Beſchluß: 0 7 1) Sowohl Georg Maier, als Michael Hack und Joſeph Lisp ſind als ſchuldig zu erachten. den 2) Erſterer wird mit vierundzwanzig, Letztere mit ſechs⸗ unddreißig Stunden Polizeiarreſt abgeſtraft. 3) Die Koſten der Unterſuchung tragen die Rubrikaten, da Georg Maier einiges Vermögen zu erwarten hat. Gründe.. Nummer 1 und 2 rechtfertigt ſich gemäß eigener Ausſage der Schuldigen, indem Georg Maier ſelbſt bekeunt, den Michael Hack am Arme gepackt zu haben, während durch Zeugen hergeſtellt iſt, daß Hack und Lisp zuſchlugen, woraus eine gegenſeitige Rauferei hervorging, und es werden Letztere mit zwoͤlf Stunden mehr, als Georg Maier beſtraft, da ſie dem Gerichte als erzeſſive Burſche bekannt ſind.“— „Ich ſoll nochmals vierundzwanzig Stunden einge— ſperrt werden?“ frug erſchrocken Georg. „Ja wohl, entgegnete der Richter;„iſt es dir nicht recht, ſo haſt du vierzehn Tage Zeit, zu appelliren. Die Regierung kann den Beſchluß zwar aufheben, aber auch beſtätigen und ſchärfen.“ „Ich unterſchreibe den Beſchluß nicht,“ ſprach Georg, „denn ich bin unſchuldig.“ „Du kannſt ſogleich angeben, warum dir der Beſchluß nicht recht iſt,“ ſagte der Richter,„wir ſchicken dann deine Beſchwerde an die Regierung.“ „Ich habe weiter nichts anzugeben,“ unterbrach ihn Georg,„als daß der Beſchluß, was mich betrifft, unge⸗ recht iſt. Sogleich ward Georgs Einrede zu Protokoll genom— men und Georg mit der Weiſung entlaſſen, binnen vier⸗ zehn Tagen wieder nachzufragen. Hack und Lisp hatten mit heuchleriſcher Unterwerfung unterſchrieben. Grenzenlos war der Zorn und der Jammer des alten Maierbauern, als Georg ihm den Beſchluß des Gerichtes mittheilte. Kein Troſt, keine Einrede ſeiner Kinder und des alten Feldwebels vermochten ihn zu beſchwichtigen. Mehrere Tage lang hörte man kein Wort von ihm Nur wenn er ſich unbemerkt glaubte, wiſchte er eine Thräne aus den grauen Wimpern und murmelte etwas Unver⸗ ſtändliches zwiſchen den Zähnen. Zuletzt aber beruhigte ihn der Gedanke, daß ja doch die Regierung die Ungerech— tigkeit des Beſchluſſes einſehen und Georg ſtraffrei aus- gehen müſſe. f Die vierzehn Tage vergingen ſo auf eine höchſt traurige Weiſe. * 2 l 5 Endlich machte ſich nach ihrem Ablauf Georg wieder auf den Weg in's Amt. Dort eröffnete man ihm die Regierungsentſchließung— es blieb beim Alten, nur die Koſten der Unterſuchung waren großer geworden. Binnen acht Tagen hatte Georg ſeine Strafe anzutreten. Dieſe Nachricht ſchien dem Alten das Herz zu brechen! „O Weib! Weib! wär' ich doch bei dir im Himmel droben!“ rief er laut weinend, und verſchloß ſich in ſeine Kammer „Man ſollte aber doch dem Richter ſagen, daß er dieſes Mal ganz gewiß Unrecht hat,“ meinte Anna. „Ich ſag' es ihm gewiß nicht,“ murrte Georg,„wenn ich gleich unſchuldig bin, ſo hab ich jetzt nimmer den Muth dazu.“ 0 „Wie wär' es denn,, ſprach Anna nach einer Pauſe, „wie wär' es denn, wenn wir dem Richter einen Brief ſchrieben? f ö „Hm, der Einfall wär' ſo ſchlecht nicht,“ meinte Georg, „aber wir könnten leicht etwas ſchreiben, was nicht recht wäre und dann wäre gar der Teufel los!“ „Geh doch, Schwager,“ rief Anna,„du wirſt mir's Schreiben lernen! Hab' ich nicht immer in der Schule die ſchönſten und beſten Briefe geſchrieben?“ „Nun denn in Gottes Namen!“ rief Georg,„wegen eines kleinen höflichen Briefes kann er mir auch nicht den Kopf abreißen!“ Nach vielen Entwürfen, Verbeſſerungen und Vor⸗ ſchriften kam endlich folgendes Schreiben zu Stande Gnädiger Herr Richter! Sie wollen mich vierundzwanzig Stunden lang ein⸗ ſperren. Allein ich bin ganz unſchuldig; der Beſchluß iſt alſo ungerecht und falſch. Daß die Regierung ihn be⸗ ſtätigt hat, daran ſind Sie alleinig Schuld, weil Sie nicht alle Zeugen, z. B. meinen Vater und meinen Bruder ver⸗ nommen haben. Wenn Sie wüßten, wie die Strafe meinem Vater zu Herzen geht, ſo würden Sie mich nicht einſperren. Denn unſer guter Name geht dadurch ver⸗ loren. Sperren Sie mich alſo nicht ein, oder doch nicht ſo lange, denn ich kann ja während der Zeit nichts ver⸗ dienen. Viele Grüße von meinem Vater und Bruder. Georg Maier, Maurergeſelle. (Fortſetzung folgt.) Eingegangene Beiträge für die Wiener. Bei C. C. Nagel 1.: fl. kr. Von H. K. in Södel 30 „ Verwalter Bauer zu Marienſchloß— 30 „ einem Ungenannten 3 Bei Ph. Vogt: Von den Demokraten Steinfurths 8 12 „ Fuhrmann Muth hier „ Mart. Philippi Dazu die in Nr. 89 d. Blts. angezeigten Beiträge 8 46 18 43 Namens des deutſchen Volksvereins: Vogt, Schriftführer. Markt. Bericht. Friedberg, am 15. November 1848. Aufgefahrenſ Verkauft J Mittelpreiſe Gattung. wurden wurden. (Mtr.)(Mltr⸗) 1. Wilen 40 28 8 47 Korn 14 8 5 44 Gerſte 32 26 4 59 Doofen 13 0 3 15 Kartoffeln 28 22 22 9 Erbſen 5 5 5 U — ü n kach ei Mir ue Nei Was ner Pauft nen Ir te Geon nicht rech a, u wirſt mir r der Schule Stunden ung bi j ker Rau it Tae ihn de⸗ , wen S tien Bru un de ze nicht der ve Straft en Sit wic W et dadurch vn oder doch nich f. fr Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN Bekanntmachung. Holzverſteigerung in dem Gr. Domanialwald Zurgwald, Forſtreviers Oberrosbach, betreffend. 11597) Freitag den 24. d. M. ſollen an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden: 1) in den Schlägen Nr. 1 und 1, 13¼ Stecken Scheit⸗, 2½ Stecken Prügel⸗, 9 Stecken Stock-, 1575 Wellen Raißer⸗ holz, ſämmtlich Eichen, und 13 Eichenſtämme in 278 Kubikfuß, zu Wagnerholz und ge— ringem Bauholz brauchbar; ſodann 2) aus der vorjährigen Holzernte herrührende 10% Wagen Leſeholz, welches theils auf der Hauptſchneiße, theils auf der Grenze zwiſchen dem Gemeindewald Ockſtadt ſteht. Oie Zuſammenkunft iſt Morgens um 9 Uhr auf der Haſſeleckerſtraße, am Wald der Burg⸗ worſtadt Friedberg Oberxosbach den 10. November 1848. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Bekanntmachung. 61606) Da auf den Grund der höchſten Ver⸗ ſordnung vom 2. November d. J., Reg.⸗-Blatt Nro. 63., der Gemeinderath der Stadt Fried- iberg beſchloſſen, daß dahier eine Bürgerwehr iorganiſirt, resp. die ſeither dahier beſtandene kreorganiſirt werden ſolle, ſo werden alle hieſigen (großjährige Einwohner aufgefordert, ihren Bei⸗ tritt durch perſönliche Erklärung und Unterſchrift einer zu dieſem Zwecke in hieſigem Rathhauſe mit dem Erſcheinen dieſer Bekanntmachung acht Tage lang offen liegenden Liſte, erkennen zu eben. Die Stunden der Offenlegung fraglicher iſten erfolgen von Morgens 10— 12, Nachmit⸗ tags von 2— 4 Uhr. Friedberg den 15. November 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verpachtung. (1607) Dienſtag den 5. December l. J., Vormittags um 10 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe nachſtehende, dem Auguſtiner Schul⸗ fonds dahier gehörende Güter auf 12 Jahre, leihfällig den 22. Februar 1849, meiſtbietend verpachtet: 10 21 Morgen, 81 Klafter in der Gemarkung Niederrosbach. 2) 73 Morgen, 43 ½ Klafter in der Gemar⸗ kung Rockenberg. Friedberg den 16. November 1848. Der Großh. Heſſ Bürgermeiſter Bender. Guter ⸗ Werfer ung. (1608) Montag den 27. l. M., Morgens um 9 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe ohn— gefähr 40— 50 Centner altes Eiſen, mehrere brauchbare Oefen, verſchiedene Thüren und dergl. öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 16. November 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben der. Frucht ⸗Verſteigerung. (1609) Montag den 20. November de Vormiuags um 11 Uhr, ſollen dahier in bei Wirth Jacob Fourier, 9 Malter, 3 Sim Kirchenkorn meiſtbietend verſteigert werden. a Raa a b, Kirchenrechner: Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1610) Dienſtag den 21. d. M. Nachmit⸗ tags 3 Uhr, ſollen Erdarbeiten zur Herſtellung des Wegs nach dem Bahnhof bei Niederwöll⸗ ſtadt, veranſchlagt zu 398 fl. 21 kr., öffentlich * 373* an die Wenigſtnehmenden an Ort und Stelle verſteigert werden. Friedberg den 13. November 1848. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main ⸗Weſer-Eiſenbahn. (1611) Donnerſtag den 23. November d. J. Vormittags 10 Uhr wird in dem Hauſe des Gr. Bürgermeiſters Emmerich zu Selters das Fahren von 10 Kubikklafter Schichtenmauerſteinen aus dem Steinbruche bei Bleichenbach in das Roſenthal bei Friedberg, veranſchlagt zu 70 Gul. den für jede Kubikklafter, an die Wenigſtbietenden öffentlich in Akkord gegeben werden, Friedberg am 13 November 1848. Der Großh. Heſſ. Sections- Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Holz ⸗ Lieferung. (1812) Die Lieferung von 355 Stecken Bu⸗ chenſcheitholz— Bedarf der hieſigen Garniſon für das Jahr 1849— ſoll auf dem Wege der Soumiſſion in Accord gegeben werden. Luſt⸗ tragende zu dieſer Lieferung haben ihre Soumiſ⸗ ſionen in der vor dem Lazareth-Büreau ange⸗ brachten Kapſel niederzulegen. Den 27. Novemver, Vormittags um 11 Uhr, geſchieht die Protocol⸗ lirung der eingegangenen Forderungen, bis zu welcher Zeit die Lieferungsbedingungen zur Durch⸗ ſicht bei mir offen liegen. Friedberg den 15. November 1848. In Auftrag; Fu her, Hauptmann. (Butzbach.) Brennholz-Lieferung. (1613) Dienſtag den 28. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll die Lieferung des in 36 Stecken Buchen- und 188 Stecken Eichenſcheitholz be⸗ ſtehenden Brennholz-Bedarfs der Garniſon Butz⸗ bach auf das Jahr 1849 auf dem bekannten Soumiſſtonswege in Accord gegeben werden. Man bringt dies hierdurch mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß die Lieferungsbe⸗ dingungen von heute an jeden Tag auf dem Verwallungs⸗Büreau beſagter Garniſon einge⸗ ſehen werden können, woſelbſt auch die Soumiſ⸗ ſions⸗Formulare in Empfang zu nehmen ſind. Bußbach den 13. November 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. (Butzbach,) Lieferungen an Brod, Gerſten⸗ ſtroh, Waizenkleie, Leinkuchen, Oel, Stearin⸗ lichter und Thran, ſodann Stroh zum Füllen einzelner Betten. (1614) Vorgenannte Bedürfniſſe der Garniſon Butzbach, auf das erſte Halbjahr 1849, ſollen Miktwoch den 29. d. M., Vormittags um 10 Uhr, auf dem Wege der Soumiſſion in Lieferung vergeben werden. Dies den Intereſſenten mit dem Bemerken zur Nachricht, daß die resp. Lieferungs-Bedingungen von heute an in dem Verwaltungs⸗Büreau beſagter Garnlſon zur Ein⸗ ſicht aufgelegt ſind. Butzbach den 14. November 1848. In Auftrag: Cellarius, Oberquartiermeiſter. Braunkohlen⸗ Verkauf. (1615) Unter Bezugnahme auf das Inſerat Nro. 1548 in Nro. 86 dieſer Blätter werden die Braunkohlenconſumenten der Umgegend davon in Kenntniß geſetzt, daß der bereits früher a uf 10 Kreuzer per Centner herabgeſetzte Preis der Klötze auf hieſigem Werk, in Be⸗ tracht der niedrigen Holzpreiſe, einſtweilen fort⸗ beſtehen bleibt. Wilhelmshoffnung Braunkohlengrube bei Dornaſſenheim den 14. November 1848. r. Schmid, Bergverwalter. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Clavier, (1898) von angenehmem Ton, iſt billig zu verkaufen bei Katharina Hanſtein, gegenüber der Wilhelminenſtraße. Local-Veraͤnderung. (1601) Allen Intereſſenten mache ich die er⸗ gebenſte Anzeige, daß ich meine ſeitherige Woh⸗ nung auf dem Haagk verlaſſen und fetzt bei Herrn Spengler Heidt, der Poſt gegenüber, wohne. F. A. K- en%. Schreinermeiſter. Anzeige. (4862) Guter reingehaltener Pfäl⸗ zer Wein wird zu 16, 13, 20 und 24 fl. die Ohm, ſowie alle anderen Sorten billigſt abgege⸗ ben: Döngesgaſſe Nro. 6 neu(alt II Nro. 165) im Hofe in Frank⸗ furt am Main. 200 Stück ſchöne Hämme! (4002) ſtehen auf hieſigem Hofgut billig zu verkaufen. 1 Ütpbe den 9. November 1848. Krick. Nr. 66 N f (1610) bat die„geſtrickte Bettdecke gewonnen. Obereſchbach den 12. November 1848. K Liſette Pier. Ein Hausknecht, (1617) weſcher ſchon gedient hat, mit Pfer⸗ den umzugehen weiß und genügende Zeugniſſe beibringen kann, wird in ein hieſiges Gasthaus geſucht. Näheres bei der Expedition d. Bl. Anzeige. (161890 Einfache⸗ und Doppelflinten in beſter Qualität, ſowie Büchſen mit Hirſch⸗ fänger zum Aufſtecken ſind be. Unterzeich⸗ neten zu angemeſſenen Preiſen zu haben. Butzbach den 15 November 1848. Hirſch Mayer Söhne. An z e i 8e. (16190 Neue und alte Pferde- und Bett⸗ teppiche, Tuchmäntel und ſonſtige Kleidungsſtücke werden ge- und verkauft von Meier Schwarz, Judengaſſe in Friedberg. Gewäſſerter Lapperdan! (4620) Marinirte Häringe, holländiſche Voll⸗ bückenge, holländiſche Vollhäringe und Sardellen, Stockfiſche, Salzlapperdan, rheinbaieriſche Kaſta⸗ nien, Pfälzer Nüſſe, Malaga⸗Citronen, Rum de Jamaica, Arge de Batavia, Orange- und Ananas⸗Punſch-Eſſenzen, beſten Limburger und Emmenthaler Schweizerkäs, inländiſche, auslän⸗ diſche und importirte Tabake und Cigarren bei Friedberg. Wilhelm Fertſch, Fruchtmark Nr. 209. Beſter Braunſchweiger Flachs, aͤchter hollaͤndiſcher Syrup (1621) zu. billigen reiſen bei i„L. Goldmann in Friedberg in der Judenſtraße Nr. 224. Deutſcher Volksverein in Friedberg. (1622) Oeffentliche Verſammlung Sonntag den 19. d. M., Mittags um 4 Uhr, im Ger⸗ lach'ſchen Saale. Bekanntmachung. 1623) Alle Sorten gute Lebkuchen, das fund zu 18 kr., hat zu verkaufen Friedberg. Bäcker Ste lz in der Uſagaſſe. 20 Jährlings⸗ und 15 vierzähnige Hämmel, (162 größtentheils ſchlachtbar, hat zu ver⸗ kaufen Ph. Väth in Södel. Garantirt und vortheilhaft! Das große Badiſche Staats⸗ Eiſenbahnanlehen von 141 Million Gulden, (1623) bietet Gewinne von 14 mal 50,000, 54A mal 40,000, 12mal 35,000, 23mal 15,000, 2 mal 12,000, 55 mal 10,000, bis abwärts 42 fl. Die nächſte Verlooſung findet am 30. November 1848 ſtatt, und ſind hiezu bei unterzeichnetem Handlungshauſe Original⸗ looſe für alle Ziehungen gültig à fl. 31. 30 kr. ſo wie für die bevorſtehende Ziehung allein à fl. 1. 30 kr. zu beziehen. Jede Auskunft gratis. Plan liegt auf dem Comptoir dieſer Blätter zur Ein⸗ ſicht offen. 5 852 Julius Stiebel junior, Banquier in Frankfurt a. M. N. S. Solide Männer, die ſich mit dem Debit befaſſen wollen, erhalten einen annehmbaren Rabatt.— Firma bitte genau zu achten. Bürger von Friedberg! Auf meine ** 374. die Wohnungen der Seminariſten dringen und obne Beiſein der letzteren Hausſuchung halten, weil ſie in der Nähe einen Schuß zu hören glaubten? Wie werden wir uns verhalten, wenn Beamte in das Gebäude treten, wo wir gemdein⸗ ſchaftlich wohnen und hier eine Zimmerthüre mit einer Firma beſudeln, die eine Verachtung gegen uns ausſpricht? Was werden wir thun, wenn einer dieſer Herren mit dem alten Beamtenton einen Seminariſten anfährt, gebieteriſch die An⸗ gabe des Namens fordert und bei der Weigerung mit Strafe droht, weil dieſer Jemand eben— einen guten Rath gab. Bürger von Friedberg! Wir müßten kein deutſches Herz haben, wir müßten keine Jünglinge ſein, deren Adern heißes Blut durchrollt, wenn wir kalt bei ſolchen Scenen bleiben ſollen. Electriſch durchzuckte es das ganze Seminar, die Bruſt eines Jeden ward entzün⸗ det, ob dieſer Beleidigung, Alle ſtrömten herzu und— was konnte gelinder ſein, als daß unſern Beleidigern, die ſich bald entfernten, ein Pfeifen und Schreien nachfolgte, wie man es ſeit einem halben Jahre in jedem Städtchen ſchon hundert⸗ mal hören konnte? Daß nun jene Herren als Executanten gekommen waren, das wußten die Wenigſten von uns. Wir wollten alſo nicht, wie es ſcheinen könnte, einen Seminariſten vor Pfändung ſchützen; Bürger! Das war keines⸗ wegs unſere Abſicht. Sehr beklagen wir, daß Einer unter uns die moraliſche Kraft nicht be⸗ ſitzt, ſich nach ſeiner Decke ſtrecken zu können. Aber erklären Sie nicht hundert der Moralität für verluſtig, wenn Einer ſie entbehrt; und glauben Sie nicht, wir verſtünden die deutſche Freiheit falſch, wenn es ſche int, wir wollten einen ſchlechten Charakter in Schutz nehmen. Bürger, wir vertrauen Ihrem geſunden Urtheile und Ihrem guten Sinn! Verläugnen Sie nicht unſer Ehrgefühl! (1626) Mit der Revolution der Märztage wurde der Büreaukratie, der Cenſur, und wie die Kobolte der Vergangenheit ſonſt noch hei⸗ ßen— der Staab gebrochen. Mit Macht ſchüt⸗ telte das gedrückte deutſche Volk ſeine Bürde ab, und das ſüße Gefühl der Rache ſuchte Jeder zu koſten, der unter dem abgeworfenen Joche ſchmachtete. So geſchah es denn, daß ſich die Träger jener unheilvollen Inſtitutionen, die Cen⸗ ſoren, Beamten ꝛc. dem Abſcheu, dem Haß, der Verfolgung, ja der Unſicherheit ihres Lebens ausgeſetzt ſahen und froh waren, wenn ihnen das Volk mit einem„muſikaliſchen Mißtrauens⸗ Votum, mit„Fenſtereinwerfen,“ mit„Aus⸗ pfeifen! genug gethan zu haben glaubte. Ob⸗ gleich nun dieſes ſeit dem März allenthalben geſchah, ſo hört doch der Abſcheu, der Haß, gegen jene Perſonen keineswegs auf, er dauert fort; und kein Recht- und Billigdenkender wird er⸗ grimmen, wenn er ſieht, daß die herangewach⸗ ſene Jugend jenen Haß in ſich aufnimmt, um dadurch immer mehr das alte Syſtem zu ver⸗ drängen und in ſich eine Generation zu erleben, die glücklicher iſt, als die vorige. Wir fragen nun: Werden die Schullehrerſeminariſten zu Friedberg, Leute von 19 bis 24 Jahren,— werden dieſe zu allem kalt ſein, was in der jetzigen bewegten Zeit vorgeht? Werden dieſe, Söhne von freien Bürgern, Söhne von Män⸗ nern, die ihren Kindern erzählen, wie ſie in der Vergangenheit geſchmachtet haben,— werden wir Seminariſten wünſchen, die alte Zeit möchte wieder kommen? Gewiß nicht! Auch in unſerer Bruſt ſchlägt ein deutſches Herz, auch wir er⸗ kennen und fühlen, daß es beſſer werden muß. Wie werden wir alſo überhaupt gegen die Bü⸗ reaukratie, gegen das Polizeiſyſtem geſtimmt ſein? In welchem Verhältniß werden wir insbeſondere mit den Friedberger Polizei⸗Officianten leben, da ſie, obgleich der Polizeiſtaat nicht mehr exi⸗ ſtiren ſoll, dennoch mit der alten Autorität in Friedberg den 14. November 1848. Die Schullehrer⸗Seminariſten. Literariſche Anzeige. (1627) In J. D. Sauerländer's Verlag in Frankfurt iſt ſo eben erſchienen: Die Spinnſtube ein Volksbuch fuͤr das Jahr 1849. Herausgegeben von W. O. von Horn. Vierter Jahrgang. Mit 1 Stahlſtiche u. vielen Holzſchnitten. Preis 45 kr. Vorräthig bei Carl Bindernagel in Friedberg. Frankfurter Gold⸗Cours vom 16. November. ————— 5 — N Neue Louisd'or 1 Friedrichsd'or 9 Holländiſche 10 fl. Stücke 10 Rand⸗Ducaten 5 20 Frankſtücke 5 9 Engliſche Souverains 12 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 22. Sonntag n. Trinit. den 19. Nvbr. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Nachmittags predigt in der Stadtkirche Herr Candidat Diehl. (Der Gottesdienſt in der Burgkirche bleibt noch ausgeſetzt.) Frucht prei fe. 15. Nbr. 10. Nbr. 28. Aug Gattung. Frieo⸗; berg Mainz ö ff. tr. ff. ft Waizen pr. Malter 8 47 58 Eee e 5 44 61 1 Gerſte„— 4159 457 Hafer„ 7. 3115 31381 Polizei ⸗ Taxe fur die Städte Friedberg und Butzbach vom 18. bis 24. Novbr. 1848. Fried⸗ — 3 Butz⸗ S Brod⸗Preiſe. berg. dach. 9 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 21 1 2„ 4 24 2 4 7, 7 8 3 8 3 th. th. — Milchbrod 16515 — Waſſerweck 115 ½ e — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15% 15% Fleiſch-Preiſe. pl. pf. 1 Och ſenfleiſch 1 5 5— 15— e gemäſtete— 2 „Kühfleiſch angemäfetes 5 N g ze gemäaſtetes—— 1 Rindſteiſch ungemäſtetes 5 „ Kalbfleiſch Sf „ Schweinenfleiſch 13— 13— „ Hanmmellleiſch 8— 8— „ Schaaflfleiſch F „ Wurſtvon blos Schweinen 14— 14— „ Gemiſchte Wurſt 10——— „ Bratwurſt 9 17— „ Schwartenmagen 17— 17 „ Geräucherter Speck 24— 27 2 „ Schinken 19— 19 75 „ Dörrfleiſch 19* 5 „ Schweinenſchmalz, 91 1 ausgelaffen 285 20— unausgelaſſen 5 7 24 2 „ Nierenfett 25 16 7 „ Hammelsfett 1 f Die Großh. Heſſ. Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Friedberg. Ouvri er. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg.