eigen Fette 3* 1 en 15. Dich onen verrichtet. . 5 Dat. ein * 1 Fart und Butzbat b S. r Stadtlirche i der Sia et Stadtkirche: Intelligenz Olatt fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M 382. Mittwoch, den 18. Oktober 1848. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſche Regierungscommiſſion des Regierungsbezirks Triedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Regierungsbezirks. Betreffend: Die Wahlen der Mitglieder der Bezirksräthe. Unter Bezugnahme auf das Geſetz vom 31. Juli 1848 Art. 21— 24 und die Bekanntmachung vom 5. Oktober 1848, Regierungsblatt Nr. 58, woraus Sie erſehen, welche Ge⸗ meinden des Regierungsbezirks zu einem Wahlbezirke zu Erwählung eines Mitgliedes des Bezirksrathes verbunden iind, benachrichtigen wir Sie, daß jedem von Ihnen unter Touvert ein Exemplar der Anleitung für das Verfahren bei den Wahlen der Mitglieder des Bezirksraths zugeht, und fordern Sie auf, gleich nach deſſen Empfang, die Einleitung zur Vornahme dieſer Wahl zu treffen, ſolche genau nach den in der Anleitung gegebenen Vorſchriften vollziehen zu ſgaſſen und ſofort die Acten an uns einzuſenden. Friedberg den 14. Oktober 1848. Ouvrier. Stimmzettel zur Wahl des Bezirksraths ſind vor⸗ räthig bei C. Bindernagel in Friedberg. Auszüge aus dem Reglerungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 50 von 1848. i 1) Nachtrag zu dem Regulativ vom 18. Auguſt 1837, betreffend: die Reinfgung der Schornſteine und die Verrichtungen der Kaminfeger. — 2) Verzeichniß der Vorleſungen, welche auf der Großherzoglich Heſſiſchen Sudewigs⸗Univerſität zu Gießen im Winterhalbjahre 18, gehalten und am 23. Oktober beſtimmt und allgemein ihren Anfang nehmen werden. 3) Anerkennung geleiſteter Dienſte. Seine K. H. der Großherzog Haben Sich bewogen geſehen, die langjährigen treuen Dienſte des erſten Heiſtlichen und Mitglieds der Bezirks⸗Schulcommiſſion, Inſpectors Ebel zu Grünberg bei deſſen am 10. September eingetretene fünfzigfährigen Dienſtiubilaum anzuerkennen.— 4) Dienſtnachrichten. Am 29. Auguſt wurde der ſeitherige 2. Buchhalter bei der Staatsſchulden⸗Til⸗ Zungskaſſe Julius Pet ſch daher, zum erſten Buchhalter und ver ſeitherige Acreſſiſt bei der Staatsſchulden⸗Tilgungskaſſe, C. V. Bader dahler, zum Calculator bei dieſer Kaſſe ernannt; am 14. September wurde das dem Beometer F. Scherer aus Bechtheim unter dem 13. Oktober 1845 für ven Kreis Worms ertheilte Patent als Geometer der 3. Klaſſe für un⸗ gültig erklärt.— 5) Dienſtentbindung. Am 1. Sept. haben S. K. H. der Großherzog den Miniſtertalrath R. C. Th. Eigenbrodt auf ein Nachſuchen aus dem Miniſterlum des Innern zu entlaſſen geruht.— 6) In den Ruheſtand ſind verſetzt worden: am 15. Auguſt der Schullehrer J. P. Becker zu Climbach; am 29. der Director des Ober ⸗ ſchulraths Chriſtian Knorr zu Darmſtadt, auf Nachſuchen, in Rückſicht auf ſeine geſchwächte Geſundheit. Der Sophien dukaten. (Fortſetzung.) Herward war von ſeiner Promenade nach dem Bade⸗ ort zurückgekehrt; wieder wandelte er die mit bunten Lam⸗ pen erheliten Lindenalleen des Kurgartens auf und ab, fertwährend mit ſich ſeilbſt kämpfend, ob er das Spiel verſuchen ſolle oder nicht; da trat plötzlich der Tabuletten⸗ krämer aus einer dunkeln Laube, und die goldene Uhr, welche von einem in der Nähe befindlichen Gaskandelaber zauberhaft beleuchtet wurde, Herwarden hinhaltend, ſprach er wieder:„Fünf Louisd'or, ein Pappenſtiel.“ „Hinweg, Verſucher!“ rief Herward, dem die Geſtalt des Tabulettenkrämers immer unheimlicher vorkam, und eilte nach den belebteren Salons, wo er ſich durch ein Glas Punſch auf andere Gedanken zu bringen und die Verſuchung zu unterdrücken hoffte. Er genoß ein, zwei, drei Gläſer; aber dieſer Trank wirkte nicht beruhigend, im Gegentheil verurſachte er, daß endlich, nach langem, hartem Kampfe die Leidenſchaft den Sieg davon trug und Herward mit den Worten:„Es geſchieht ja nur einzig Dir zu Liebe, meine theure Emilie; Dir eine unſchuldige Freude zu machen, kann ja gewiß nichts Unrechtes ſein!“ mit klopfendem Herzen nach dem Spielzimmer ſchlich. Herward ſtand lange klopfenden Herzens hinter dem einen der Pointeure, bevor er einen Satz wagte. Da er nicht den Muth hatte, ein Livret zu verlangen, ſo bat er endlich ſeinen Vordermann, ob er ihm wohl erlauben wolle, einen Thaler auf ſeine Karte mit zu ſetzen. Der Pointeur hatte Nichts dawider, und Herward ſchob mit etwas zit⸗ ternder Hand ſein Geldſtück auf die Karte. Gleich bei'm nächſten Abzug ſchlug dieſe für den Bankier. Herward erblaßte. 5 1 „Das iſt ein gutes Zeichen,“— fluͤſterte der Neben⸗ mann Herward in's Ohr,— wenn man gleich das erſte Mal verliert; ſetzen Sie eine neue Karte, ich wette, Sie haben Glück, aber Sie müſſen auf ſelbſt gezogene Blätter ſetzen; darf ich Ihnen mein Buch anbieten? ich ſpiele nicht mehr.“ .———j—ç——— . N % 336* Mit dieſen Worten ſchob er dem Neulinge im Pha⸗ rao, der ſich über ſeinen urplötzlichen Verluſt noch immer nicht zu tröſten vermochte, die dreizehn Karten in die Hand. Herward ließ ſich endlich verleiten, zog ſelbſt eine Karte und wagte einen zweiten Thaler. Dießmal wollte ihm das Glück wohler; der Piquekönig, welchen er beſetzt hatte, gewann. „Laſſen Sie ſich den Gewinn nicht auszahlen,“ flüſterte der Nebenmann von Neuem, drücken Sie ein Ohr, dann erhalten Sie den Satz dreifach ausgezahlt. Herward hätte für ſein Leben gern den zurückgewon⸗ nenen Thaler eingeſtrichen, und nur mit Widerſtreben be⸗ folgte er den Rath des Nebenmannes. 8 Die Karte gewann abermals. „Immer fortgebogen,“ flüſterte der Verſucher,— „die Coeur Zehn muß noch einmal fuͤr Sie ſchlagen.“ Der Prophet hatte wahr geſprochen. Noch war die Taille nicht zu Ende, und Herward hatte ſechs Thaler gewonnen. Wer war glücklicher! Dieſelbe Karte aber, die ihm den ſechsfachen Satz eingetragen, hatte dem vor ihm ſitzenden Pointeur den letzten Louisd'or geraubt. Mit einem leiſen Fluche erhob ſich dieſer und verließ das Spiel⸗ zimmer. Herward, von ſeinem Nebenmanne gedrängt, nahm den leergewordenen Stuhl ein. Er ſpielte jetzt ſchon mit größerer Zuverſicht; die ihm zeither unbekannte Lei⸗ denſchaft des Spiels umkrallte ihn leiſe und leiſer unbe⸗ merkt mit ihren Harpienarmen,— nach Verlauf einer Stunde, die ihm wie ein paar Minuten entflohen waren, hatte er bereits mehrere Louisd'or gewonnen. Er wollte ſchon mehrere Male aufhören und ſich mit dem fuͤr ihn außerordentlichen Gewinne hinwegbegeben; aber immer ſtand der unbekannte Rathgeber hinter ihm, der es ver⸗ hinderte. „Sie ſind im Glück,“,— fluͤſterte er unaufhörlich, —„es wäre unklug, aufhören zu wollen; Sie können die bedeutendſten Summen gewinnen.“ Herward ſpielte weiter, gewann, verlor, verlor aber⸗ mals, ward hitziger, den Verluſt wieder beizukommen, ſeine Augen begannen endlich zu ſtarren, ſeine Züge ver⸗ zerrten ſich.— Gegen Mitternacht erhob ſich der Unglück⸗ liche geiſterbleich; er hatte nicht nur ſeinen ſämmtlichen Gewinn, ſondern auch ſeine ganze Baarſchaft und ſelbſt den Louisd'or, den er von ſeiner Gattin erhalten und den er ſtets bei ſich trug, verloren. Als er aufſtand und ſich umblickte, war der unbekannte Rathgeber, der ihn in's Verderben gelockt hatte, verſchwunden. Wer vermöchte Herward's Zuſtand zu beſchreiben! Halb bewußtlos ſchwankte er aus dem Spielzimmer, wie von Furien gepeitſcht eilte er nach Hauſe, wo er ſich in höchſter Verzweiflung auf das Sopha warf. Von ſeinem ganzen Reiſegelde war ihm kaum ein Louisd'or verblieben, der zur Bezahlung der Zimmermiethe nicht einmal aus⸗ reichte. Wüſte Fieberphantaſien durchzuckten ſein Gehirn, böſe, unheimliche Gedanken umſchwirrten ſein glühendes Haupt. Einen ſolchen höllenvollen Zuſtand hatte er noch nie gekannt. Plötzlich ſprang er auf, griff wie wahnſinnig nach ſeinen letzten paar Thalern und rannte damit nach dem Spielhauſe. In wenig Minuten war auch dieſe letzte kleine Summe von der golddürſtenden Bank verſchlungen, und Herward hatte Alles verloren. Wir erſparen uns dem Leſer die Tortur auszumalen, auf welche der unglückliche Herward von ſeinem Gewiſſen geſpannt wurde: wir erwähnen nur, wie er durch die dunkle, ſtürmiſche, regenſchwangere Nacht von böſen Geiſtern gepeitſcht wurde; wie er erſt gegen Morgen ſeine Wohnung wieder erreichte, wo er vernichtet niederſank und in einen dumpfen, ſchlafähnlichen Zuſtaud verfiel. 2 48 Welch' ein Erwachen, als die Morgenſonne nach der ſturmreichen Nacht freundlich durch die Fenſter leuchtete. Es war der ſchrecklichſte Tag in Herward's Leben; als aber der Abend nahte, da zog es ihn wieder mit tauſend Armen zur Spielbank. Hatte er nicht über fünfhundert Thaler zu gebieten? Konnte er durch einige glückliche Sätze nicht ſeinem ganzen Verluſte wieder beikommen? Aber anvertraute Gelder angreifen! Herward ſchauderte bei dem Gedanken. Es entſtand ein neuer furchtbarer Kampf ſeines guten und ſeines böſen Engels. Gewinne nur ſo viel, fluͤſterte letzterer, um die Wirthshausrechnung zu bezahlen und nothdürftig die Heimath erreichen zu können; wie willſt du außerdem von hier fortkommen? Das böſe Princip behielt die Oberhand— kaum hatte das Spiel begonnen, ſaß auch Herward ſchon vor den unglückſeligen Karten. Aber das einmal treulos ge⸗ wordene Glück wollte nicht wiederkehren, und je leiden⸗ ſchaftlicher der Unglückliche pointirte, deſto ſchadenfroher zog ſich die launenhafte Fortuna zurück. Mehrmals mußte Herward nach Hauſe, um neues Spielgeld von den fünf⸗ hundert Thalern zu holen. Der bis zum geſtrigen Tage auf dem Wege der Pflicht und Tugend wandelnde Mann, deſſen Ruf und Rechtſchaffenheit zeither makellos dage⸗ ſtanden, war gänzlich den Mächten der Unterwelt anheim⸗ gefallen. Herward ſpielte die ganze Nacht, verlor ununter⸗ brochen und pointirte immer leidenſchaftlicher. Als der Morgen kam— war von den fünfhundert Thalern kein Groſchen mehr ſein. 2 8 Wir erblicken den unglücklichen Spieler auf ſeinem Zimmer wieder, wo er kaum mehr kenntlich auf ſeinem Sopha liegt. Er kann ſein Unglück, ſeine Schande nicht ertragen— der Selbſtmord iſt bei ihm feſt beſchloſſen. Er kaͤmpft mit ſich nur darüber noch, ob er ſeine Gattin mit der Urſache ſeines* ergangs bekannt machen ſoll oder nicht. Eine geraume Zeit währt dieſer todtenähnliche Zu⸗ ſtand, während alle Furien der Hölle ſein Innerſtes durch⸗ wüthen— da klopft es an die Thür. Herward iſt nicht im Stande, das Herein zu rufen— die Thür öffnet ſich, ein Briefträger erſcheint und bringt einen Brief von Emilien. Die liebende Gattin ſchreibt in den zärtlichſten Ausdrücken, ſie wünſcht dem Gatten die froheſten Tage, doch verhehlt * ſie auch nicht, mit welcher Sehnſucht er in der Heimath erwartet werde. Doch ſoll er ſich deßhalb nicht beeilen, wenn es ihm im Bade gefalle. In dem Briefe der Mutter iſt noch ein zweites Brieflein Mariens eingeſchloſſen, wo— rin die gute Tochter dem Vater einen Sophienducaten mit der Bitte ſchenkt, ſich damit ein paar vergnügte Stun⸗ den im Badeorte zu verſchaffen. Sie wüßte wohl, ſchreibt das Madchen mit kindlicher Naivetät, daß Reiſen viel Geld koſte und daß ſich der gute Vater ja Nichts abgehen laſſen ſolle. Zwei volle Monden hatte Marie mit kunſt⸗ reicher Hand für fremde Leute gearbeitet, um dieſen Schatz zu erringen. Endlich war es auch gelungen, und mit himmliſcher Freude bot ſie dem Vater die Liebesgabe dar. War Herward's Zuſtand zeither ſchon ein verzweif⸗, lungsvoller geweſen, ſo füllten die beiden Briefe der Liebe den Giftbecher bis zum Ueberlaufen. Mit Haſt riß er Mariens Brief auf, da entgleitete ihm der Sophiendukaten und rollte das Zimmer entlang. Herward ſprang auf um denſelben zu ſuchen; aber ſeine ſtieren Blicke vermochten das Goldſtück nicht wieder zu entdecken; wie ſehr er auch ſich anſtrengte und ſorgſam alle Winkel durchſuchte— der Dukaten war und blieb verſchwunden. (Schluß folgt.) P 3— —————— e ſchabenfrohe Netrmals mußt ld von den für n geſtrigen Te wandelnde Man t makellos ba Untervelt art „ perlor m, licher. Ad In dert Talem lain ear auf deinem lich du deinen u Sande nicht feſt echo. Den ſtim Wien ſeunt nachtn gil tebttnähnliche 3 1 Junerſtes dur Oerwerd iſt nich Tbür öffnet sch Brief von Emilie achten Ausdrücken, aa, boch verhetl i ber Heimat! 1 nicht beeilen, Steuergeſchichten. J. 5 Wie eine Steuer nicht von oben herab, ſondern von unten herauf dictirt wird. Im Canton Bern in der Schweiz ruht, wie auch wohl anderwärts, die Armenlaſt auf den Gemeinden. Aber bis vor zwei Jahren war es dort Brauch, daß die, welche von der Gemeinde unterſtützt wurden, an den Gemeinds⸗ verſammlungen kein Stimmrecht hatten. Als nun die Ra⸗ dicalen, die ſich allein für die rechten Volksmänner und Volksbeglücker halten und anpreiſen, an's Ruder kamen und ſich der Regierung bemächtigten, wurde, weil alles gleich gemacht werden ſollte, auch jener mit Vorſicht feſtgeſetzte Brauch aufgehoben, und alſo wurden auch alle die, welche nus Unterſtützung der Gemeinde lebten, in Gemeindsſachen ſtimmfähig gemacht und beſuchten die Gemeindsverſamm⸗ lungen. In einem Orte aber, der dem Einſender dieſes von einem im Canton Bern ſehr kundigen Manne mit Namen genannt wurde, brachten ſie es durch ihr abſichtliches Schreien, Toben und Drohen dahin, daß ſich die Wohlhabenderen zum Theil von den Gemeindsverſammlungen zurückzogen und gar wegblieben. Das war es, was die von Gemeinds— kinterſtützung Lebenden gerade wollten, denn da ſie ſich nun an den Gemeindsverſammlungen in der Mehrzahl ſahen, ſo ſſetzten ſie durch, daß jedermann vom Tauſend Capitalwerth, das er habe, 2½ als Gemeindsabgabe jährlich bezahlen müſſe, und dabei war es, wenn der Capitalwerth in Gütern beſtand, gleichviel, ob dieſe mit Schulden belaſtet waren oder nicht. Dieſe neue, von den Proletariern oder den aus der Gemeindskaſſe Unterſtützten dictirte Steuer machte eine polle Armenkaſſe, und ſo fielen denn die Unterſtützungen, die ſie bis jetzt bezogen, reich genug aus. Das heißt, Steuer von unten herauf dictirt. Merke! Daraus können wir lernen, wie wir es micht machen ſollen, nämlich: Wir ſollen es nicht ſo machen, daß uns Steuer von unten herauf dictirt werden kann, über die ſich gar mancher hintendrein hinter den Ohren kratzt. Darum ſollen wir aber auch nicht jedem jungen Manne glauben, was er in den Volksverſammlungen ſagt und in ſeinem Kopfe hübſch ausgedacht hat. Das klingt alles gar ſchön und fällt gut in die Ohren; aber ob es ſich in der Welt ausführen läßt, das iſt nur zu oft ſehr die Frage, und unſer Geldbeutel hat es ſchwer zu büßen, wenn wir den Reden nachfolgen wollten. Viele dieſer jungen Redner haben zwar was in Büchern, aber noch blutwenig in der Welt gelernt, und die anſcheinende Ge— rechtigkeit, welche ſie uns gegen unſre armen Mitbürger predigen, kann, wie in der oben erwähnten Berner Ge— „ 337. meinde, zu einer ſchreienden Ungerechtigkeit fuhren. Ueber⸗ dieß können die jungen Redner, die noch keine Steuer zahlen, nichts von Steuer reden; ſie reden manchmal gerade davon, wie der Blinde von der Farbe. Nai ig faltig. Gute Ausſicht für deutſche Frauen. In der Berliner Voſſ. Zeitung findet ſich folgendes Curioſum: Die Kronen von England, Portugal und Spanien werden derzeit von Frauen getragen— eine würdige Anerkennung der Frauenrechte. Da nun auch das Scepter von Oeſtreich und Rußland ſchon von Frauen mit kräftiger Hand geführt worden iſt, ſo kann Deutſchland ohne Vorwurf bei der erſten nothwendigen Neu⸗Wahl eines unverantwortlichen Oberhauptes eine deutſche Frau oder Jungfrau als ſolches hinſtellen. Iſt nun dieſes weibliche Oberhaupt ſchön, gut und geiſtreich, folglich liebenswürdig, ſo wird kein deutſcher Mann, von welcher Farbe er auch ſei, einer ſchönen Reichs verweſerin die Huldigung verſagen. Schauſpielerleben. Ein gemüthliches Landleben führt die Cruſius'ſche Schauſpielergeſellſchaft auf dem Schießgraben zwiſchen Leipzig und Borna. Ihr Loos iſt in vieler Hinſicht ſorgenfreier als das mancher Stadttheater mitglieder in jetziger Zeit, denn ihre Vorſtellungen werden wenigſtens von 20 umliegenden Dörfern beſucht. Fur den Saal zahlt der Director wöchentlich 1 Thlr. und für ſeine Wohnung(2 Zimmer) 6 Sgr. pro Woche. Die Schau⸗ ſpieler ſind von dem Ortsvorſtand in die nahe liegenden Dörfer förmlich einquartirt und leben bei den Bauern fabel⸗ haft billig; dieſe aber freuen ſich über ihre ſeltſame Ein⸗ quartirung und ſpendiren den Mimen und Miminnen manches Ei und manche Wurſt gratis. Da nun jedes Mitglied der Geſollſchaft ein Billet zu ſeiner Dispoſition erhält, ſo revan⸗ girt es ſich für die Naturalienſpenden mit dem Billet, deſſen Empfänger es an kräftigem Applaus nicht fehlen läßt. (Neue illuſtr. Ztſchrft.) Für die hülfsbedürftigen Angehörigen der bei dem Kampf am 18. v. M. zu Frankfurt verwundeten und gefal⸗ lenen Krieger, ſind bis jetzt bei dem Unterzeichneten eingegangen: Von X— k. 3 fl. 54 kr „ Ausſchußmitgliedern des Bürgervereins 12 fl. 30 kr. „D. R. B. 1 fl.— kr. „ G. H. 5 fl. 24 kr E F. 4 fl.— kr. „ G. Diefenbach 1 fl.— kr. Zuſammen 2 fl. 48 kr. Friedberg am 15. October 1848. Textor. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. S Edictalla dung. 1422) Nachdem Gr. Hofgericht zu Gießen über das überſchuldete Vermögen des Johannes Zaminer zu Bellmuth den förmlichen Toncurs⸗ proceß erkannt hat, ſo werden hiermit ſämmt⸗ liche, ſowohl bekannte als unbekannte Gläubiger weſſelben, zur Geltendmachung ihrer Forderungen und ſonſtiger Rechts anſprüche, bei Vermeidung des ohne beſonders zu erlaſſendes Präcluſivdecret erfol⸗ Zenden Ausſchluſſes von der Maſſe, auf den auf Dienſtag den 21. November l. J., Morgens um 4 Uhr, a Liquidationstermin anher vorge⸗ Aden. Zugleich ſoll in dieſem Termin ein Verglei verſucht, ein Maſſecurator beſtellt, ein Gläu⸗ bigerausſchuß gewählt und wegen Verſfilberung des Vermögens verhandelt werden, und werden die desfalls von der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger gefaßt werdenden Beſchlüſſe, auch für die nicht perſönlich erſchienenen oder durch nicht gehörig Bevollmächtigte vertretenen Cre⸗ ditoren hiermit für bindend erklärt. Nidda den 25. September 1848. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Haftre in. Güter ⸗ Verpachtung. (1456) Donnerſtag den 19. Oktober d. J., Vormittags um 9 Uhr, werden auf hieſigem Rathhauſe die den Ludwig Keimiſchen Eheleuten dahier zuſtehenden Güterſtücke, circa 20 Morgen haltend, auf 3 resp. 6 Jahre öffentlich meiſt⸗ bietend verpachtet. Friedberg den 11. Oktober 1848. In Auftrag: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. 4800 Gulden (1464) ſind in einzelnen größeren Capitalien gegen in liegenden Gütern beſtehende gerichtliche Sicherheit bei hieſiger Kirche zu leihen. Höchſt an der Nidder den 10. October 1848. Bing mann, Pfarrvicar. Edictalla dung. (14706) Der hieſige Bürger und Steinhauer⸗ meiſter Johannes Knaut hat mit ſeinen bekann⸗ ten, mit Vorzugsrechten nicht verſehenen Gläu⸗ bigern eine Uebereinkunft dahin getroffen, daß er deren Forderungen in zehnjährigen Raten und zwar die erſte ſogleich, berichtigen, zur Sicher⸗ heit derſelben aber ſein und ſeiner Ehefrau Ver⸗ mögen generell verpfändet werden ſolle.— Es werden daher nun alle weiteren mit Vorzugs⸗ rechten nicht verſehenen Gläubiger deſſelben hier⸗ mit vorgeladen, in dem Termin D — D 5 . Mittwoch den 4. November d. J., Vormittags 10 Uh *. dahier ſo gewiſſer zu erſcheinen und ſich darüber zu erklären, ob ſie dieſer Uebereinkunft beitreten wollen, widrigenfalls ſie als dazu einwilligend angeſehen werden. Weitere richterliche Verfü⸗ gungen werden nur auf der Amtsſtube bekannt gemacht. Homburg den 3. Oktober 1848. Landgräfl. Heſſ. Juſtiz⸗Amt Dr. v. Haupt. Edietalladung. (11717) Die dem Herrn vom Joſſa modo dem Herzogl. Naſſ. Oberforſtrath Dern zu Wies⸗ baden zuſtehenden Grundrenten und zwar 1) in der Gemarkung Oppershofen: Mltr. Sr. Kpf. Geſchd. Mßch. —— 3 2 3 Waizen, 1— 1 Korn, — 3 2 3 1 Gerſte, — 1— 2 Hafer 3 und 4 fl. 55 ½ kr. Geld, 2) in der Gemarkung Rockenberg: Mltr. Sr. Kpf. Gſchd. Mßch. — 1 1— 3 Waizen, 1 3 1 1 3 Korn, 1 1— 3 1 Gerſte, 75 2—— Hafer 2 und 4 fl. 35 kr. Geld, ſollen abgelöſt werden. Es werden daher nach Maßgabe des Geſetzes vom 27. Juni 1836 alle diejenigen, welche et⸗ waige Rechtsanſprüche auf dieſe Grundrenten zu haben glauben, aufgefordert, ſolche um ſo ge⸗ wiſſer binnen 2 Monaten a dato bei der unter⸗ zeichneten Behörde anzuzeigen, als gegenfalls die Auszahlung der Ablöſungskapitalien, und zwar wegen Nr. 1 mit 351 fl. 49% kr., wegen Nr. 2 mit 451 fl. 21 kr., an den genannten Herrn Berechtigten gegen Ausſtellung der Ab⸗ iöſungsurkunden geſtattet werden wird. Butzbach den 10. October 1848. Großh. Heſſ. Landgericht Ebel. - „ 338 Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zum Verkaufen. (1472) Eine Chaiſe, Droſchke, Heckſelbank und ein Pferdegeſchirr ſind zu verkaufen. Aus⸗ geber dieſes Blattes ſagt wo? Anzeige. du2z7) Guter reingehaltener Pfäl⸗ zer Wein wird zu 16, 18, 20 und 24 fl. per Ohm, billig abge⸗ geben: Döngesgaſſe Nro. 6 neu (alt H Nro. 165) im Hofe in Frankfurt am Main. - Anzeige. (1478) Schönen Braunſchweiger und Oelzner oder Steinflachs von vorzüglicher Güte zu dem billigſten Preis, iſt zu haben bei Friedrich Hilbrecht. Ein Logis, (1479) welches auch für einen einzelnen Herrn abgegeben werden kann, hat zu vermiethen o h. Hanſtein III. neben der Poſt. Local⸗Veraͤnderung. (44800 Einem hieſigen und auswär⸗ tigen Publikum, ſowie allen meinen Freunden und Bekannten widme hier⸗ mit die ergebene Anzeige, daß ich ſeit dem 15. Oktober mein ſeitheriges Geſchafts⸗ local vis-à-vis dem Hotel Trapp verlaſſen und nun auf den Fruchtmarkt Nro. 209 verlegt habe.— Indem ich hiermit für das mir bis⸗ her als jungen Anfänger ſo vielſeitig verbindlichſt danke, Locale zu Theil werden zu laſſen, und empfehle demzufolge meine Colonial⸗ waaren, Tabacke und Cigarren auf's Beſte. Friedberg. Wilhelm Fertſch. Ein braves Frauenzimmer (IS) zur Beſorgung meiner häuslichen Arbeiten wird geſucht und kann ſogleich ein⸗ treten bei Briefträger Hanſtein. Ein Mädchen (14182) zum Laufdienſt ſucht Seminarlehrer Wahl. Bürgerverein zu Friedberg. (183) Tagesordnung für die Sitzung Frei⸗ tag den 20. Oktober 1848: 1) Fortſetzung der Besprechung über die Be⸗ zirksräthe, deren Befugniſſe u. ſ. w. 2) Begründung des in voriger Sitzung ge⸗ ſtellten Antrags des§. 12 der Satzungen des Vereins betreffend. 7 5 3) Antrag bezüglich der inneren Verhältniſſe des Vereins. 5 Friedberg am 14. Oktober 1848. W. A. Simon, zweiter Schriftführer. 1 Literariſche Anzeige. (A481) So eben iſt erſchienen und bei E- Bindernagel in Friedberg zu 72 5 ö Oſchwald, A., Pfarrer, Blicke au Gegenwart und Zukunft, 5. Auflage. Preis 6 kr... N —— das tauſendjährige Reich. 5. Auf⸗ lage. Preis 6 kr. Statt aller Empfehlung bemerken wir nur, daß trotz der Fluth ahnlicher Schriften, welche in letzterer Zeit erſchienen ſind von vorſtehenden Werkchen in kurzer Zeit 5 Auflagen nöthig bewieſene Vertrauen ven f wurden. N bitte mir daſſelbe auch in meinem neuen Raſtadt. W. Hanemann. Ueberſicht der Victualienpreiſe von 14. Octbr. Gießen Alsfeld, 7. Octbr. Butzbach, 14. Octbr. Büdingen, 14. Oktb. Darmſtadt, 14. Oktbr. Friedberg, 14. 7. Octbr. Grünberg, 6. Octbr. Hungen, 7. Oetbr. Lauterbach, 14. Octbr. Mainz, 22. Sept. Nidda, 14. Octbr. A. Fleiſchpreiſe: 3 5 2 ü* L t 2 2 20 3 8 Pfund Alsfeld Butzbach Büdingen 1 1 1 Gießen 205 Hungen 3 Mainz Nidda Vietualien. kr. pf. kr. pf. kr. I pf. I kr. I El. LK. U. kr. J pf.] kr. pf. kr. pf. k. bl. kr. pf. kr. I pf. Ochſenfleiſgc r e e ee eee een Füße„ 8 10 l t 10— o /c ee eee ee, Schweinenfleiſch 00h...„ e. ,. 13 12 14 13. Hammelfleiſc h„ e e e eee 9— 94—10— 9 Leberwurſt 55„ eee Dlützeür ff JTTTTTTTVTTTTCTVTCTTTTT 46— 11414 Brain FFFFPFECCCCCCUCCCTTCEUUVCTCCV/VCCCCCCCUTTTTCTCłC(((C 1 S Gemiſchte Wurſt 5 4„ n er E Schwartenmagen 8 1 I 18. 1 d— Geräucherter Speck„eee 28——-— 18— Sinken„— 215 18% e Dörrſleiſ hh„% r 19— 20——— 1 25 Rinds fete. r. Se 1 5 lf„ l 21 2 4 5 20 N 20— 15— 214416— Schweinenſchmalz, ausgelaſſ. 1—— 24— 20— 24— 5„„ F „„ nage„—— 20—(—(-( 20—„ 222——— 20 B. Brodpreiſe Ein Leib Roggenbrod.. 1 2 e e 21 ie 2 7 „„ 1 5 f 2 4 4* 2 2* 2 41 2 4 2 4 3 2 41. 2 492 44— 5 1 4 1 1 1„ 4 9 2 e a ke Loth. Loth. Loth Loth Loth. Loth. Loth. Loth. Loth. Loth. Loth. Ein Milchbrod 1 57 5 5 47 5 5 5 5 3 ů7 5 15 Waſſerweck 15„ 5„ 1 64 57 574 574 6 N 6 5 72 7 60 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. e ———B———