„ ſich dem (Nontags⸗ Weigveteins inſtiger Wit, Arſzweck der ſchafts⸗Ord⸗ icgenben Ge⸗ er. Derſannlun/ teßderzogton it Petition x ud die Nati u Heſſen aug den 17. „ eaguladen. en wir, diz Pee — 1 Intelligenz- Glatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 55. Sonnabend, den 15. Juli 1848. Erzherzog Johann in Frankfurt. Der Reichsverweſer weilt in Frankfurt.— Unterm Donner der Geſchütze, unter Glockengeläute und Jubelruf zahlloſen Volkes fuhr Erzherzog Johann in heiterer Abend— ſtunde(zwiſchen 6 und 7 Uhr) durch die mit deutſchen Fahnen geſchmückten Straßen der freien Stadt;— nur noch drei Tage fehlten, dann war das 56. Jahr vollendet, fſeit der letzte deutſche Kaiſer die Krone Karls des Großen erhalten hatte! Nicht mit dieſer Krone auf dem Haupte, nicht mit dem Kaiſermantel bekleidet, nicht das Scepter in der Hand, nicht im glänzenden Gefolge geiſtlicher und weltlicher Kurfürſten, ſtolzer Reichsgrafen, Reichsfreiherrn, Reichsritter, zieht der Bruder des letzten Kaiſers in die Wahlſtadt ein; das ganze Volk hat ſein Wahlrecht geübt, kraft ſeiner eigenen Majeſtät und Selbſtherrlichkeit; es hat den Mann gewählt, dem es am Auferſtehungsmorgen des Vaterlandes, da die Stürme noch gewaltig am deut— ſchen Himmel herfahren, da die Blitze des Zornes noch zucken und die Donner aus der Ferne grollen, die Macht vertraut, um dem Werke des ganzen Volks, der Verfaſ⸗ ſung eines neuen deutſchen Reiches, der Freiheit, welche deſſen Grundlage, den Geſetzen, welche der Ausdruck und die Bürgſchaft der Freiheit und Ordnung ſind, der Einigkeit zwiſchen den verſchiedenen Bruderſtämmen durch Gleichberechtigung aller— inneren und äußeren Fein— den zum Trotz— Geltung zu ſchaffen. Ein hoher Be— ruf und wahrlich: der rechte Mann dafür! Die Jahre und Geſchicke, die über ſeine hohe freie Stimme dahinge— rauſcht, haben ſeine Kraft nicht gebeugt; klar und friſch wie das eines Jünglings blickt ſein Auge in die große Aufgabe der Gegenwart, und ſein Antlitz verjüngt der Ausdruck der Freude beim Gedanken an Deutſchlands Wie— dergeburt, Macht, Ehre und Herrlichkeit, beim Gedanken, mit„ſeiner deutſchen Treue und Redlichkeit“ dafür wirken zu können! Seht, wie er, in ſeiner ſchlichten Treue, in ſeiner inmitten der Männer des Reichstags, an Gagerns Seite auf hohem Balkon ſteht! Auf ein Zeichen, daß er ſprechen will, verſtummt plötzlich das Brauſen des Volks, verſtummt der Jubelruf, welche den Kanonendonner, das Glockengeläut überſchallen; entblößten Haupts tritt er vor und begrüßt im Namen Oeſterreichs die Stadt Frankfurt, die Nationalverſammlung.„Auf den Ruf der National⸗ verſammlung, ſo ſpricht er weiter,„bin ich hierher ge— kommen, um mit ihrem Rath und unter ihrem Beiſtand kräftig für Deutſchlands Heil zu wirken.“„Heil Deutſch⸗ land!“ ſo ruft er zum Schluß, und aus Tauſend Herzen ſchallt derſelbe Wunſch! Ja, wem die Worte: Ein freies, einiges, ſtarkes Vaterland kein leerer Schall, den ergreift die Bedeutung dieſes Augenblicks, der gelobt ſich's in tief— ſter Seele:„Deutſche Treue und Redlichkeit dem Vater— lande zu weih'n!“ Sinnend ruht des Erzherzogs Auge, wie er vom Reichstage ſpricht, auf Gagern; weſſen Blick müßte nicht auf Dieſem haften! Wie der Gedanke an den Sieg der ſittlichen Idee Gagerns ganze Geſtalt höher erſcheinen läßt, ſein ernſtes Antlitz im Schimmer der Freude verklärt! Sagt alles in Einem: er iſt ein Mann! Feſt wie ein Fels in der Brandung, unerſchuͤttert von allen Drohzeichen der Gefahren, als Mancher für des Vater— lands Rettung gezittert und Deutſchland ſchon aufgegeben, als die Halbheit ſich feig verkroch, als die Zweideutigkeit frech hervortrat, beharrte Gagern in der Zuverſicht auf die Kraft der ewigen Ideen, die ihm wie Sterne aufge— gangen in der dunkelſten Nacht; da ſtand er, ein ganzer Mann, in der vollen Kraft der Wahrheit, mit dem ſichern Blick auf das große Ziel, Deutſchland zu Einem großen Ganzen, die Freiheit zur Wahrheit zu machen! Wie nun die Bürger Frankfurts vorüberzogen mit den Fahnen und Zeichen des Bürgerthums, die eichenzweig-geſchmückten Hͤte ſchwingend,— die Künſtler, die Sangesbrüder, die ruͤſtige Turnerſchaft, die wehrhaften Männer von Stadt und Land,— da leuchteten beider Männer Augen, des Reich— 1 228. verweſers und des Reichstags-Präſidenten, ſie gedachten des edlen Kerns des deutſchen Volksthums, des tüchtigen Buͤrgerthums, eines Kerns, der ſich unverwüſtlich erhalten in den Tagen der Unfreiheit, Noth und Schmach; ſie ge— dachten der Tage, da das ganze deutſche Volk im edlen Stolz auf ſeine ſchaffende Kraft das Gebäude ſeiner Ver— faſſung vollendet und den Eichenkranz auf dem Giebel ſchauen wird, der Tage, da es ein Feſt wird:„Deutſcher mit Deutſchen zu ſein!“ Glückauf dem einträchtigen, kraftvollen, ſegenbringenden Wirken beider Männer, deren einer den Werth des anderen erkannt hat, deren jeder den Werth des Daſeins darin findet, Deutſchlands Würde herrlich vor aller Welt zu erhöhn! Wie Erzherzog Johann laut, Heinrich v. Gagern in tiefſten Grunde des Herzens: „Heil Deutſchland rief, ſo ruft Deutſchland, mit gerechtem Stolz auf ſolche Männer, dem edlen Paare: Heill- (Darmſtdt. Ztg.) Republikaniſcher Spiegel. Unter den Mitgliedern des demokratiſchen Vereins zu Friedberg ſind auch einige Candidaten des Predigtamts, von denen wenigſtens Einer dem größeren Publikum durch die Herausgabe des Wetterauer Velksblattes, inbeſondere durch ſeine Mittheilung uber Herrn Hofgerichtsadvocaten Trapp III. und die Entgegnung des letzteren, ſowie auch durch das Inſerat des Hrn. Dr. Ritzel namentlich bekannt gewor— den iſt.— Es iſt nicht die Abſicht des Schreibers dieſer Zeilen, weder ſich in perſönliche Angelegenheiten zu miſchen und Partei zu ergreifen, noch auch irgendwie ein Urtheil über die Art und Weiſe der politiſchen Wirkſamkeit der oben bezeichneten Herrn Candidaten abzugeben, ſie mögen thun, was ſie wollen, denn„ſelbſt iſt der Mann“— aber weil ſie die Republik wollen und ſich Republikaner nennen und weil ſie daneben Theologen ſind, von denen man doch wohl vorausſetzen darf, daß ſie gegen die Worte eines nicht blos in der ganzen theologiſchen, ſondern in der ganzen chriſtlichen Welt hochgeachteten, unſterblichen Man— nes nicht gleichgültig ſein werden, ſo drängt es ihn, die— jenigen Worte ihnen als Spiegel vorzuhalten, welche Oberlin, der Republikaner, im Jahre 1794 an die jün⸗ geren Mitglieder ſeiner Heerde im Steinthale richtete, um ihnen darzuthun, was wahre Republikaner ſein ſollen. „Die aufblühende Jugend— ſo ſchreibt der Gottes— mann— iſt hochgeachtet und theuer in den Augen Gottes und guter Menſchen, wenn ſie wahrhaft ſo iſt, wie ſie ſein ſoll: edelgeſinnt, muthig, fleißig, beſcheiden, fromm, gelehrig, bereit zum wahren Beſten der Ihrigen Alles zu thun und zu opfern, voll Ach— tung gegen ihre Vorgeſetzten, gehorſam der Er— mah nung. „Ich wünſche von Herzen, daß alle Mitglieder der franzöſiſchen Republik von wahrhaft republikaniſcher Geſinnung ſein möchten. Ja möchten ſie vorerſt erkennen, wie das Wohl des Einzelnen nur begründet werden könne auf das Wohl Aller und des Ganzen und daß deßhalb jeder Einzelne zunächſt nur das allgemeine Wohl bedenken und beachten müſſe. Gott ſiehet hierbei unſern Willen an. „Wir ſind wahre Republikaner, wenn wir nur und lediglich leben, wirken, ringen und ſtreben für das Wohl, das Aller iſt; wenn wir durch Beiſpiel und Lehren unſere Kinder dahin bringen, daß ſie Wohlwollen üben gegen Jedermann, daß ſie das Heil aller Menſchenſeelen ſuchen; begierig lernen alles das, wodurch ſie einſt den Brüdern nutzen können, vor allem aber in Kraft und That das Gebot: Du ſollſt deinen Nächſten lieben, als Dich ſelbſt. „Endlich ſind wir Republikaner, wenn wir unſere Kinder aus allen Kräften vor jenem ſelbſtſüͤchtigen Geiſte zu bewahren ſuchen, der in unſern Tagen mehr als jemals eine Nation beherrſcht, welche unaufhörlich das Wort„Bru— derliebe T im Munde fuhrt, während jeder Einzelne immer nur fur ſich ſelber ſorgt, an das allgemeine Wohl aber nur dann denkt, wenn er muß. Ferne ſei von uns dieſer Geiſt des Abgrundes, welcher zugleich antirepublikaniſch und an— tichriſtlich iſt. „O möchtet ihr doch, meine jungen Freunde, von nun an wahrhafte Wohlthäter eures Vaterlandes werden, da— durch, daß ihr dem allgemeinen Heil alle eure Kräfte und Fähigkeiten, eure Zeit und Kenntniſſe widmet. Dann wer— det ihr theuer erachtet ſein in den Augen aller guten Men⸗ ſchen, Gott wird Euch ſchuͤtzen, euch lieben, eurem Thun guten Fortgang ſchenken und dereinſt wird er euch eure Treue vergelten, euch Ehre, Ruhm, Macht und Seligkeit ſchenken, wenn er vor allen Schaaren der verſammelten Geiſter 8 euch ſagen wird(Matth. 25, 28): Ei du frommer und getreuer Knecht, du biſt über Wenigem getreu geweſen, ich will dich über Viel ſetzen; gehe ein zu deines Herrn Freude.“ Der Spiegel iſt gebildeten jungen Männern vor— gehalten und darum jede weitere Bemerkung überflüſſig, ins— beſondere wird man auch die Vergleichung des Spiegel⸗ bildes mit einzelnen Lebens bildern dem geneigten Leſer überlaſſen können. Markt Ber ich ei Friedberg, am 12. Juli 1848. Aufgefahrenſ Verkauft a g Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) e Waizen 0 39 30 9 Korn 19 19 5 6 Gerste, 4 47 4 30 SH 4 4 4 2 Kartoffeln———— Roggenmehl.———— NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, und Hafer 120 Pfund gerechnet. 8 beſter Vadem kinn: V deßhalt 2 bedenken 1 Willen an Wir nur und das Wohl Lebren unſere Ven gegen eelen ſuchen; en Brüdern dat das ſelbſſ 5. 8 Air unſert u un rden, da⸗ Krafte und Dann wer⸗ zuten Men tuem The ch eure Treue eit ſchenken, 1 Geiſter zu temmer und teu geweſen, Henn innern vor⸗ Kuſſig, ins⸗ Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Verſteigerung von Bauarbeiten. (986) Freitag den 21. Juli, Vormittags um 9 Ubr, ſollen in dem Wirthſchaftslocale des Gaſtwirths Nikolaus Müller zur Sonne in Friedberg, die bei Erbauung einer Pachterwoh— nung auf dem Hof Haſſeleck erforderlichen Ar- beiten und Materialien, an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. Nach dem Voranſchlag betragen dieſe Ar— beiten: I kr. 1) Maurerarbeitslohn 1190 22 2) Steinhauerarbeit 656 20 3) Zimmerarbeit 1708 2 4) Dachdeckerarbeit 8 5) Schreinerarbeit 983 54 6) Schloſſerarbeit 840 5 7) Glaſerarbeit 220 28 8) Weißbinderarbeit 481 8 9) Spenglerarbeit 73 29 Ferner die Lieferung von 119,400 Stück Back⸗ ſteinen und 445 Bütten Kalk. Die Zeichnungen, Voranſchläge und Bedin⸗ gungen liegen bis zum Termin in der Wohnung des Gr. Bauaufſehers I. Claſſe Hechler zu Friedberg offen. Rüdesheim den 7. Juli 1848. Die Freiherrlich v. Ritter'ſche Verwaltung Bene dick. Mobilien-Verſteigerung. (990) Montag den 24. Juli l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr anfangend, wird in der Wohnung des Schloſſermeiſters Friedrich Rumpf in der Vorſtadt zum Garten, der Mobiliarnachlaß der Kreisrathsdiener Bop p's Wittwe dahier, be⸗ ſtehend in Holzwerk, Zinn, Eiſen, Bettwerk, Kleidungsſtücke u. dergl., öffentlich meiſtbietend verſteigert. ö Friedberg den 13. Juli 1848. In Auftrag: Eroßh. Heſſ. Landgericht daſ. der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Gras ⸗Verſteigerung. (991) Dienſtag den 18. d. M., Vormittags um 9 Uhr, ſoll das Heugras auf der ſogenann— ten Pfingſtweide, Bleiche, Placken und der Weinbach dahier, ungefähr 58 Morgen haltend, in einzelnen Abtheilungen, öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden. Niederwöllſtadt den 11. Juli 1848. Der Großh. e b ff Backholz⸗Verſteigerung. (992) Montag den 17. Juli l. J., Vormit⸗ tags um halb 8 Uhr, ſollen in dem Oberros⸗ bacher Gemeindewald, in verſchiedenen Diſtricten, circa 4000 Gebund Heiden und Ginſtern, zu Back⸗ holz, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Oberrosbach den 8. Juli 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Blecher. Arbeits ⸗ Verſteigerung. (993) Donnerſtag den 20. Juli, Morgens um 9 Uhr, werden in dem Büreau des Unter⸗ zeichneten nachfolgende Bauarbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert: A. Unterhaltung des Rathhauſes: 4205 Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 16 50 Glaſerarbelt, 2 30 Schloſſerarbeit, 1 48 Welßbinderarbeit 5 18 * 229 K. B. Vollendung des neuen Schulhauſes: I kr. Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 99 48 Schloſſer arbeit 10— Weißbinderarbeit 54 22 Unterhaltung der Vieinalwege nach Rodheim und Bruchenbrücken Für Gräbenaufwerfen an der Pet⸗ terweiler Straße 5— Oberwöllſtadt den 11. Juli 1848. Der Pe i Burgermeiſter 18 nz macher Ar bein (9940 Das Kleinmachen des Brennholzes für die hieſige Lazarethanſtalt, ſoll auf 1 Jahr in Accord gegeben werden. Luſttragende zu dieſer Arbeit können auf dem Lazarethbüreau Montag den 17. d. M., Morgens, zu jeder Stunde die Accordsbedingungen erfahren und ihre Forderungen zu Protocoll geben. Friedberg den 11. Juli 1848. In Auftrag: Fuhr, Hauptmann. Holz ⸗Verſteigerung. (995) Freitag den 28. d. M., Morgens um 9 Uhr, ſollen in dem Freiherrlich v. Died'⸗ ſchen Kirchwalde dahier: 1) 5 Stecken Buchenprügelholz, 2) circa 5000 Buchenprugelwellen und 3) circa 3000 Buchenaſtholzwellen, öffentlich an den Meiſtbietenden an Ort und Stelle, in der Nähe der kleinen Wiſchwieſe, verſteigert werden. Ziegenberg den 10. Juli 1848. ir ch ner. Frucht ⸗Verſteigerung. (996) Dienſtag den 18. Juli, Vormittags um 11 Uhr, ſollen in der Bürgermeiſterei da— hier nachſtehende 1847 r Früchte, vom Mollen⸗ beckſchen Speicher, freiwillig meiſtbietend ver⸗ ſteigert werden: 1) 24 Malter Waizen, 10 32 2) 44„ Korn, 3) 38„ Gerſte, 49 24„ Hafer. Berſtadt den 11. Juli 1848. Der Mollenveck'ſche Verwalter Ellenberger. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ei avgde Magd, (971) mit guten Zeugniſſen verſehen, welche Hausarbeit und bürgerlich zu kochen verſteht, kann gegen angemeſſenen Lohn ſogleich oder bald eintreten. Bei wem? ſagt die Expedition dieſes Blatts. Warnung. (997) Conrad Heß aus Nauheim ſtehet ſeit dem 29. Mai l. J. nicht mehr in meinen Dienſten, und da derſelbe während dieſer Zeit ſich noch im hieſigen Kreis herumtreibt, ſo warne ich hiermit Jedermann, wer mit mir in Ver— bindung ſtehet, an denſelben für mich keine Zahlung zu leiſten, indem ich ſolche nicht an— erkennen werde. Friedberg den 13. Juli 1848. Heinrich Mack. Bekanntmachung. (998) Nächſten Sonntag, den 16. d. M., nehmen die, in Folge der Landestrauer, unter brochenen Tanzbeluffigungen wieder ihren Fort- gang, wozu ergebenſt einladet Salzhauſen den 10. Juli 1848. H. W. Seum's Wittwe. Betheiligungs⸗Geſuch— (999) Es wünſcht ſich ein ſunger Mann an einem Geſchäfte, am liebſten Wirthſchafts- oder Spezereigeſchäft auf dem Lande, mit einem mäßigen Capital, zu betheiligen. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. An ein irregeleitetes Herzchen. (Mit Beziehung auf Nr 17. des fr. St⸗ und L. ⸗ Boten.) (1000) Herzchen, Du ſcheinſt auf einem Irrwege zu ſein. Dein feines Spürnäschen hätte an der Schonung des Ingelheimers etwas mehr herumſchnobbern ſollen, dann hätte Dir können ein Lichtchen aufgehen:„ſollte wohl nicht der neue Gegenſchwir——„ Du ſiehſt, Herzchen,— biſt Du auch ſchon etwas ätlich— ſo bedarfſt Du doch noch der Zurecht⸗ weiſung. 1 76 1 18 Selſerbrunnen bei Okarben. (1001) Sonntag den 16. Juli d. J. iſt bei mir gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet Havenecker. Oſſenheimer Waͤldchen. (1002) Auf das Kirſchenfeſt, Sonntag den 16. Juli, Harmonie⸗ und Tanzmuſik im Wäld⸗ chen, wozu höflichſt einladet Ae hl e. Kirchweihfeſt. (1003) Nächſten Sonntag den 16. und Mon⸗ tag den 17. d. M. iſt bei mir gut beſetzte Tanzmuſik anzutreffen, wozu ich alle gute Freunde hiermit einlade. Obermörlen den 12. Juli 1848. Jofeph Jeckel J. Gaſtwirth zum goldenen Hirſch. Nicht zu überſehen! (100) In der Nähe bei Butzbach, in dem Dorfe R. B. dient ein Mädchen von 16 bis 17 Jahren bei At. W. aus Op. S., die ſich einen Ausdruck gegen eine Frau von 60 bis 65 Jahren mit den Worten bediente: Ihr auf das Maul zu ſchlagen und meine Mutter eine Säu⸗ ferin zu heißen. Darauf muß ich mich dieſes Ausdrucks be⸗ dienen: „Wie die Alt pfeift ſo zwitzert die Jung.“ Wer—. Jakob W. Annonce. (1005) In unſerer Gemeinde wurde zur Auf— rechthaltung der Ordnung und Befolgung der im Mittel liegenden noch jetzt beſtehenden Ge— ſetze, ein ortsbürgerlicher Verein gebildet, wo— gegen von Seiten Derjenigen, welche ſich dabei vermöge ihres Standpunktes, den ſie einneh⸗ men, an die Spitze zu ſtellen hatten, eifrigſt proteſtirt. Jetzt ſuchen ſie aber denſelben, weil er in Ordnung beſteht, durch allerlei Verunglimpfun— gen auzutaſten und bemühen ſich um die Mit- glieder, welche meiſtens unbemittelt ſind, an ſich zu bringen, einen vaterländiſchen Verein zu ründen. Dieſe Tendenz gehet aber dahin, ihrem unedlen Princip, das ſie verſteckt halten, zu fröhnen und uns dabei in's Netz zu bringen ſuchen, dem wir aber nicht huldigen. Wir theilen dieſes Factum unſern deutſchen, armen Brüdern um deßwillen öffentlich mit, ſich in ähnlichen Fällen, bei Anwerbern in den vater— ländiſchen Verein, doch vorzuſehen, wem ſie ſich anvertrauen; denn in's Geſicht verkündigen ſie Ordnung und im Rücken haben ſie, zu ihrem ö 0 N N ö Eigennutze und ſich gebende Autorität, was Anderes in petto.. Georg Jacob Heep in Büdesheim. Erwie derung. (1006) Vor einigen Tagen wurde ich auf einen Artikel in Nro. 50 des Friedberger In⸗ telligenzblattes, unter der Ueberſchrift:„Theurer Rath“(928) aufmerkſam gemacht, worin ein gewiſſer Mühlknecht Haſſelbach vorbringt, er habe mir für gekauften und bei mir gefaßten Waizen 10 fl. zuviel bezahlt, welche ich ihm, auf ſeine Reklamation, nicht zurück, wohl aber den Rath gegeben habe, beſſer aufzupaſſen u. ſ w. Dieſe Irrthumsklage iſt dahin zu berichtigen, daß Haſſelbach, gegen Oſtern l. J., allerdings bei mir Waizen gefaßt und bezahlt, das Geld auf den Tiſch gezählt, nochmals überzählt und richtig gefunden hat, und daß auch ich die Summe richtig gefunden und das Geld zu mei⸗ ner Kaſſe gethan habe. Aber erſt nach Ver⸗ lauf von acht Tagen reklamirte Haſſelbach den erwähnten, angeblich zu viel bezahlten Be⸗ trag und ich konnte demſelben— da mir von einem Zuvielempfang durchaus nichts bekannt war, keinen anderen Rath geben als den, daß er bei ſeinen Zahlungen aufpaſſen möge. Daß ich zu dem Mackler Grill geſagt haben ſoll: „es ſey mir wie ein Traum, als hätte ich 10 fl. „ 230. zu viel empfangen, iſt eine freche Lüge. Wenn man indeſſen berückſichtigt, daß Haſſelbach noch an demſelben Tage, wo er doch wohl mit ſeinem Dienſtherrn abgerechnet hatte, den angeblichen Verluſt entdecken und alſo gleich Nachforſchungen anſtellen mußte, was er aber nicht gethan hat, ſo wird es einleuchten, daß der Grund oder die Urſache des Deficits anderswo zu ſuchen und zu finden ſein wird. Ich will deßhalb auch dem Hrn. Haſſelbach einen wohlfeilen Rath geben, nämlich den: künftige Deficite in der ihm an⸗ vertrauten Kaſſe, von minder großem Belang, nicht mit Hülfe der Preſſe zu beſchönigen, indem mit den Druckkoſten ſchon ein ziemlich bedeu⸗ tender Theil eines ſolchen Defieits gedeckt wer⸗ den könnte. Bauernheim den 11. Juli 1848. Conrad Solz. Frankfurter Gold- Cours vom 13. Juli. 5 fl. 2 Neue Louisd'or 1115 Friedrichsd'or 9 55 Holländiſche 10 fl. Stücke 10 5 Rand⸗Ducaten 5 36 20 Frankſtücke 9 40 Engliſche Souverains 12 2 Elfter Rechenſchafts⸗Bericht Verliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaſt. (1007) In der am 24ſten dieſes Monats abgehaltenen General⸗Verſammlung der Actionairs der Berliniſchen Lebens⸗Verſicherungs-Geſellſchaft wurde der Rechnungs⸗Abſchluß des Jahres 1847, nachdem er ſtatutenmäßig revidirt worden, vorgelegt. Durch ihn wird für das Jahr 1852 eine eben ſo günſtige Dividende in Ausſicht geſtellt, wie in den vergangenen Jahren hat vertheilt werden können. In dieſer Zeit des Mißmuths freut es uns um ſo mehr, obiger Erklärung die Bemerkung beifügen zu können, daß die Geſellſchaft ſeit ihrem Beſtehen durch außer gewöhnliche Un⸗ fälle(bei Hypotheken, Depots oder Wechſeln) bis auf die neuſte Zeit, nicht allein keine Ein⸗ buß(mit Ausſchluß von einigen Hundert Thalern) erlitten hat, ſondern ſich auch für die Zu⸗ kunft dagegen für geſchützt halten darf. Im Jahr 1847 liefen 797 Anträge mit zu verſichernden 942,600 Thaler ein. Werden die zurückgewieſenen, ausgeſchiedenen und verſtorbenen Verſicherten davon abgezogen, ſo bleibt ein reiner Zuwachs von 339 Verſicherten mit 330,000 Thalern. Todesfälle betrafen 136 Perſonen mit 173,400 Thalern. Am Schluſſe des Jahres 1847 war der Beſtand der Verſicherten 6413 Perſonen mit Sieben Millionen 393,700 Thalern. Der aus dem Jahr 1843 entſpringende Ueberſchuß gewährt den, aus demſelben bei der Ge⸗ ſellſchaft auf Lebenszeit verſichert geweſenen Perſonen eine Dividende von 144% pCt. des Betrags der innerhalb jenes Zeitraums von ihnen bezahlten Prämien. Dieſe Dividende wird, den Statuten gemäß, auf die von jetzt ab ferner von ihnen zu zahlenden Prämien in Abrechnung gebracht, resp. baar gezahlt. Das Verſicherungs⸗Geſchäft hat in den erſten drei Monaten dieſes Jahres ſeinen gewohnten, wachſenden Fortſchritt behauptet; ſeitdem aber durch die eingetretenen politiſchen und bürgerlichen Verhältniſſe eine weſentliche Störung und Hemmung erfahren. Wir müſſen uns der Hoffnung hingeben, der noch übrige Theil des Jahres werde bei wie⸗ derkehrender Ruhe und Ordnung, eine erneuerte, vermehrte Belebung herbeiführen. Berlin den 27. Mai 1848. Direction der Berliniſchen Lebens-Verſicherungs-Geſellſchaſt C. W. Broſe. C. G. Brüſtlein. M. Magnus. F. Lütke. Directoren. Lobeck. General⸗Agent. Vorſtehenden 1 W bringen wir hierdurch zur öffentlichen Kenntniß, mit dem ergebenen Bemerken, daß Geſchäfts⸗-Programme bei uns unentgeltlich ausgegeben werden. Friedberg und Jaubach den 12. Juli 1848. Na u, Zöckler, Agenten der Berliniſchen Lebens-Verſicherungs⸗Geſellſchaft. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 4. Sonntag n. Trinit. den 16. Juli. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Gedächtnißfeier des verewigten Groß⸗ herzogs Ludwig II. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat Steinmetz. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Diaconus Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schaub. Fruchtpreiſe. 12. Juli. 7. Juli. 5. Juli. Gattung. Frted⸗ Die⸗ berg Mainz burg fl. Tr. ff. r. ie Waizen pr. Malter 9— 9 349/ . 5 65% 2 5 30 Gerste, 4130 4 42 435 Hafer„, 7. 41 21 4 21 3 20 „Polizei Fare für die Städte Friedberg und Butzbach vom 15. bis 21. Juli 1848. . 8 4 5 Fried⸗ Butz⸗ S Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2— 121— 2 7. 9. 4 5 5 N 44, 1 8. 8— Lth. Lth. — Milchbrod 15 15 — Waſſerweck 1 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15% 1 5% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 50 4 12 2 8 gemäſtete 10— 10— „ Kühfleiſch ungemäſtetes 9——— 9 10% gemäſtetes 8— 18— „Rindſleiſch ungemäſtetes 7——— „ Kalbfleiſch 61 116— „ Schweinenfleiſch 12 112— „Hammelfleiſch 9— 9— „ Schaaffleiſch 7167 „ Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8——1— „ Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 164— 16— „ Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 18 112— „ Doörrſleiſch 18— 18— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 21— 120— unausgelaſſen 19— 18— „ Nierenfett 24— 24— „ Hammelsfett 181— 1181— Der Gr. Heſſ. ee 15 K. Friedberg Dr. Dieffenbach. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkelt von Carl Bindernagel in Friedberg.