age badge urzlirche ann. hurglrcht: urgkirche i ch ladtkirche In radtkircht: 0. durglirch⸗ S 1 255 1 ier r 3 — E Intelligenz- Glatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. r 4 M31. Sonnabend, den 15. April 1848. Wetterauer Volksverſammlung. Die Stunde der Entſcheidung naht! In wenigen Tagen ſollen in Frankfurt die Männer zuſammentreten, von deren Beſchlüſſen die Zukunft Deutſchlands abhängen wird. Bewohner der Wetterau! kann es gleichgültig fuͤr uns ſein, in welcher Weiſe dieſes geſchieht, oder wollen wir auch ein Wort dabei mitreden, unſere Anſichten ausſprechen?! Zur Beſprechung über dieſe hochwichtige Angelegenheit, vorzugsweiſe zur Verſtändigung über die Wahl der Männer, die uns würdig zu vertreten im Stande ſeien, laden wir ſämmtliche groß jährigen Bewohner der Wetterau und angrenzenden Bezirke zu einer Volksverſammlung hierher nach Friedberg ein, und hoffen mit Zuverſicht, daß dieſelbe zahlreich beſucht werden wird. Als Tag der Zuſammenkunft iſt Mittwoch den 19. d. M. und die Stunde zum Anfang der Verſawmlung um 10 Uhr Vormittags feſtgeſetzt worden. Friedberg den 12. April 1848. Das Volkscomité daſelbſt und in deſſen Auftrag der Schriftführer Textor. Der freie Bürgerverein in Friedberg. Schon ſeit längerer Zeit fühlte man hier von ver⸗— ſchiedenen Seiten das Bedürfniß ſich enger an einander anzuſchließen, um ſich über die politiſchen Fragen der Zeit durch freien Austauſch der Ideen zu verſtändigen. So kam in Folge eines Aufrufs am 4. April eine Verſammlung zu Stande, in welcher ein Bürgerverein gegründet wurde, deſſen Zweck es iſt, politiſches Leben und politiſche Bildung unter ſeinen Mitbürgern zu erhalten und immer mehr zu verbreiten, um für die erlangte Freiheit mit Bewußtſein thatkräftig wirken zu können, denn nur, wenn man ſich deſſen, was man will, klar bewußt iſt, kann man auf Er⸗ folg rechnen. Auch iſt es Zweck dieſes Vereins dahin zu wirken, daß an anderen Orten ähnliche Vereinigungen ſich bilden, mit denen in Gemeinſchaft in der ſo ſehr und viel⸗ fach bewegten Zeit erſt ein gedeihliches Wirken möglich iſt. Durch Vorträge, leſen von Flugſchriften und politiſchen Blättern, ſowie Beſprechungen über dieſelben wird der Verein ſeine Zwecke zu erreichen ſuchen. In dieſer erſten Verſammlung wurde ein Programm, welches gewiſſermaßen die Grundlage des Vereins bildet und deſſen Tendenz ſowie die Mittel zur Erreichung deſſelben angibt, berathen und angenommen, welches faſt allen Leſern dieſes Blattes bekannt ſein wird. An der Spitze des Ver— eins ſteht ein monatlich zu wählender Präſident und Aus- ſchuß von ſechs Mitgliedern, welchen zuſammen die Leitung des Vereins obliegt, doch können dieſe keine Beſchlüſſe faſſen, da blos der Wille des Vereins maßgebend iſt. Der Verein hält wöchentlich regelmäßige Verſammlungen, doch können auch außerordentliche von jedem Mitgliede durch den Prä— ſidenten berufen werden. In der Verſammlung vom 8. April kam namentlich ein Antrag vor, welcher von allge— meiner Wichtigkeit iſt, betreffend die Berufung zu einer Wetterauer Volksverſammlung dahier in Friedberg. Nach der Motivirung des Antragſtellers, welche mit großer Klar— heit und Energie durchgeführt und worin beſonders auf die Wichtigkeit einer ſolchen Verſammlung aufmerkſam gemacht wurde, da die Wahlen der Vertreter zum deutſchen Parla— ment bevorſtehen, und man ſich in einer ſolchen Verſammlung darüber beſprechen und verſtändigen könne, wird noch von verſchiedenen Seiten der Antrag näher beleuchtet. Der Verein entſchied ſich mit großer Mehrheit dahin, daß man das Volks⸗Comité der Stadt Friedberg erſuchen ſolle, ſobald als möglich eine Volksverſammlung der Wetterau in Fried— berg zu veranlaſſen. Es iſt dem Wunſche des Vereins von Seiten des Volks-Comités bereits entſprochen worden und eine ſolche Verſammlung auf Mittwoch den 19. April feſtgeſetzt; auch der Aufruf dazu erlaſſen. Es kann nicht oft genug auf die Wichtigkeit einer ſolchen Volksverſammlung aufmerkſam ge⸗ macht werden, um ſo mehr da eine Partei, welche in der „ 124 4. großen Verſammlung zu Frankfurt die Minorität(Minder⸗ zahl) bildete, auf energiſche Weiſe ihre Anſicht durchzuſetzen ſucht. Es haben ſich nämlich, um die Wahl in republi⸗ kaniſchem Sinne zu Stande zu bringen, verſchiedene Wahl— Comités gebildet. Schon dies muß uns veranlaſſen auch mit Energie aufzutreten, um zu verhüten, was nach unſerer Anſicht unſerem deutſchen Vaterlande nur unſägliches Ver— derben bereiten kann, nämlich die Einführung einer Repu⸗ blik. Es wird hier Gelegenheit gegeben ſein die Anhänger verſchiedener Anſichten und Parteien zu hören und der ge— ſunde Sinn wird ſich für das Beſſere entſcheiden. Darum auf ihr Landbewohner! denen das Wohl des Vaterlands am Herzen liegt; ſcheuet nicht die geringen Koſten, verläßt eure Arbeit auf eine kurze Zeit; denn es gilt hier eine Verſtändigung über eine Sache von der das Wohl und Wehe eurer Zukunft abhängt! Wir wollen hiermit blos darlegen, wie ſich unſer Ver ein gebildet und in welchem Sinne er ſich zu wirken vor⸗ genommen hat und geben uns der Hoffnung hin, daß unſer oben ausgeſprochener Wunſch für Gründung ähnlicher Geſellſchaften in unſerer Umgegend recht bald in Erfüllung gehe und ſo ein gemeinſames Wirken zu Stande kommen moge. Der Präſident Der Ausſchuß A. Groh. W. Baur. L. Friedrich. W. A. Simon. J. Steinhüußer. C. Wahl. W. Urich. Wahlen zur deutſchen Reichsverſammlung.) Offener Brief an alle großjährigen Männer des Kreiſes Friedberg. Die deutſchen Männer, welche vom 31. März bis zum 2. April d. J. in Frankfurt a. M. verſammelt geweſen ſind, um über die Gründung eines deutſchen Reichstages zu verhandeln, haben u. A. folgende Beſchlüſſe gefaßt: 10 Es ſoll ein deutſcher Reichstag zuſammentreten, der über die dem geſammten deutſchen Vaterlande zu gebende Staatsverfaſſung zu berathen und zu be— ſchließen hat; 2) auf je 50,000 Seelen ſoll aus ganz Deutſchland, ohne Rückſicht auf Stand, Vermögen, Religion ꝛc., ein Abgeordneter zur Reichsverſammlung geſendet werden; 3) die Abgeordneten werden frei vom Volke, d. h. von allen großjährigen Männern gewählt, direkt oder indirekt;““) 4) der Reichstag ſoll ſich bis zum erſten Mai in Frank— furt a. M. verſammeln. Da nun der Kreis Friedberg ungefähr 50,000 Seelen zählt, ſo werden die Städte, Flecken und Dörfer dieſes Kreiſes— vielleicht mit Ausnahme weniger, die einem andern Wahlbezirk zugetheilt werden— einen Ab— geordneten zur deutſchen Reichsverſammlung zu wählen haben und es iſt auf Mittwoch den 19. d. M. eine große Velksverſammlung zu Friedberg für alle Bewohner des Kreiſes Friedberg anberaumt, in welcher man ſich einſt— weilen, ehe die Wahl ſelbſt ſtattfindet, über die Perſon des zu Wählenden u. ſ. w. verſtändigen will. Ich werde dieſer Volksverſammlung hoffentlich auch beiwohnen können, weiß aber nicht, ob ich werde zu Wort kommen und wenn ) Auch mir gefällt das fremde Wort„Parlament“ für eine deutſche Sache nicht; ich ſetze alſo überall ſtatt ſeiner den hier gebrauchten Ausdruck, oder den früher gangbaren„deutſcher Reichstag.“ ) Direkt iſt die Wahl, wenn Alle ſogleich den Abgeordneten wählen; indirect iſt ſie, wenn Alle erſt Wahlmänner und dieſe dann den Abgeordneten wählen. Mir ſcheint die indirecte Wahl die am meiſten zu empfehlende zu ſein, ſchon darum, weil ſie bei unſern jetzigen Verhältniſſen gewiß die am leichteſten ausführbare und auch diejenige iſt, bei welcher am erſten vorausgeſetzt werden kann, daß wirklich Alle abgeſtimmt haben. ich zu Wort käme, dann könnte ich mich über das, was uns rückſichtlich der bevorſtehenden Wahl Noth thut, nicht ſo ausführlich, nicht ſo Allen vernehmlich ausſprechen, als ich dieß hier zu thun im Stande bin. Ihr werdet es darum, liebe Mitbürger, einem Manne, der es ſein Lebtage gut mit dem Volke gemeint, der auch immer auf Seiten der Freien, nie auf der der Knechte, nie auf der der Frechen geſtanden, Ihr werdet es ihm nicht verargen, vielleicht gar im Stillen danken, wenn er ſchon vor jenem Verſammlungstage Euch auf Mancherlei, was zu bedenken iſt, aufmerkſam macht und Euch einige Perſonen zur Wahl eines Abgeordneten nach Frankfurt in Vorſchlag bringt. Was ſoll der Reichstag in Frankfurt?— Er ſoll, wie oben ſchon geſagt, eine dem geſammten deutſchen Vaterlande zu gebende Staatsverfaſſung berathen und be— ſchließen, er ſoll— denn die republikaniſchen Beſtrebungen, die bei Vielen auf weiter nichts als auf einen Zuſtand der völligen Geſetzloſigkeit(Anarchie) hinauslaufen, werden hoffentlich mit keinem beſondern Gewichte in die Wagſchale fallen— er ſoll das Verhältniß der Fürſten zum Volke und des Volkes zum Fürſten ordnen und auf lange hin beſtimmen,— er ſoll um die einzelnen Staaten des Vater⸗ landes ein Band dauernder Eintracht, die ſtark macht nach innen und außen, ſchlingen,— er ſoll die Freiheit, nach der wir lange geſeufzt, die wir in unſerm Lande erhielten, ehe wir ſie nur erſt recht gefordert hatten, die man aber anderwärts z. B. in Wien und Berlin mit Blut erkaufte, die ſoll er ſo befeſtigen und beſiegeln, daß man ſie uns in Ewigkeit nimmer nehmen kann. Wahrlich, das iſt keine leichte Aufgabe in dieſer unſerer vielbewegten, nicht über⸗ all die Spuren der Selbſtbeherrſchung, des Gemeinſinns, des Rechts, des Geſetzes, der Ordnung, summa der wahren Freiheit aufzeigenden Zeit, wahrlich das iſt eine Aufgabe, die eines ganzen Mannes ganze Kraft und vollen Muth erfordert. Was für Männer müſſen darum nach Frank⸗ furt geſendet werden?— ſolche, die durch ihren ganzen Lebenswandel bewieſen haben und beweiſen, daß ſie eine höhere Ordnung der Dinge über ſich anerkennen— alſo rechtſchaffene, fromme, brave Männer,— ſolche, die ſich eine derartige allgemeine und insbeſondere politiſche Bildung erworben haben, daß ſie ein ſelbſtſtändiges Urtheil über die in Frankfurt zur Sprache kommenden Dinge fällen können und ſich weder durch glatte, noch durch grobe Reden von dem abbringen laſſen, davon ihnen ihr Ge— wiſſen bezeuget, daß es recht und dem Volke zuträglich iſt,— ſolche alſo, die den Muth haben zu widerſtehen auch im Drange eines allenfallſigen Sturmes und die Fähigkeit, ihre Anſicht redend geltend zu machen, wenn's der Rede bedarf,— ſolche, die der Fahne der Freiheit jetzt nicht darum folgen, weil der Wind der Freiheit weht, ſondern die Proben gegeben haben, daß die Freiheit“) das Kleinod war, das ſie ſtets wenigſtens im Herzen verehrten, wenn ſie's auch nicht immer ſagen durften,— Männer alſo, die mit der Unbeſcholtenheit des Wandels eine möglichſt umfaſſende Bildung verbinden und was ſie als Jünglinge beim ſchäu⸗ menden Becher geſungen, jetzt als Männer und im Ange⸗ ſicht einer ernſten, ſehr ernſten Zeit, von Herzensgrund zu wiederholen vermögen: „Ob Fels, ob Eiche ſplittern, Ich werde nicht erzittern, Es treibt mich fort mit Sturmestvehn Für Schwarz⸗roth⸗gold in Kampf und Tod zu gehn.“ *) Ich verwahre mich auch hier gegen jedes Mißverſtändniß dieſes vieldeutigen, vielgedeuteten Worts, ich kenne keine Freiheit ohne Achtung vor dem Geſetze. f es ihm wenn er ancherlei, D einge Fanfkfurt furt? deulſchen 5 und be⸗ rrbungen, Zuſtand werden Vagſchale Volke ge hin Ns Vater⸗ acht nach eit, nach erhielten, man aber traut r uns iſt keine dt über⸗ einſinns, wahren Aufgabe, ten Fran- ch ihren ſen, daß kennen— ſolche, die peliliſche AUrtheil Dinge ich grobe ihr Oe⸗ ich iſt,* auch im Jabihlnl, der Rede etzt nicht „ſondeyn 5 Klei er Ann eit mit aſſende u ſchau⸗ n Ange“ ent grund * 125 4 Ihr ſeht, meine lieben Mitbürger, ich verlange von einem Manne, dem ich meine Stimme nach Frankfurt gebe, nicht wenig, ſondern ſehr viel und Ihr fragt vielleicht Werden wir ſolche Männer unter uns haben? — Will's Gott, ſo haben wir deren recht viele, und wenn ich ihrer drei mit Namen nenne, ſo will ich keinem Andern zu nahe treten. Die drei aber, die ich nenne, ſind der Hofgerichtsadvocat Trapp III., der Landrichter Hof⸗ mann, beide zu Friedberg und der Decan Thudichum zu Rödelheim. Alle drei ſind gewiegte und gewägte Männer,— jung genug, um für die junge Freiheit be— geiſtert zu ſein, alt genug, um den Kopf nicht zu verlieren, wenn auch's Haus in Flammen ſteht,— als unter dem Volke wohnend und jeden Tag mit dem Volke verkehrend bekannt mit dem, was zu des Volkes wahrem Frieden dient, von einer ſo durchgreifenden politiſchen Bildung, wie man ſie nur immer von einem Manne, der einem beſtimm— ten Berufe nachzugehen hat, verlangen kann,— Männer des Vertrauens, ſtets an der Spitze gemeinnütziger Unter— nehmen, ſtets um Rath befragt,— keine Neulinge im Dienſte der Freiheit und des Geſetzes, ſondern in demſel⸗ ben ergraut,— in der Schule politiſcher Erfahrungen groß geworden,— Trapp III. insbeſondere ein Freige⸗ laſſener Georgi'ſcher Gerechtigkeitspflege, der Freund manches damals Geſcholtenen, der Bruder des Theodor Trapp, ſo lange er lebte des Lieblings Aller, die ihn kannten, als er ſtarb eines Märtyrers für die Freiheit, die wir jetzo haben, der Mann, der gewiß ſchon längſt zum Land⸗ tagsabgeordneten gewählt worden wäre, wenn man nicht aus Rückſicht für ſeine perſönlichen Wünſche ihn bis⸗ her verſchont hätte, eine Rückſicht übrigens(höret es!), die jetzt, wo das öffentliche Leben eine ganz andre Geſtalt gewonnen hat, gar nicht mehr gefordert und gar nicht mehr genommen werden darf,— Hofmann gleichfalls, wenn auch nicht für die eigene Perſon, ſo doch für Andere und wegen Anderer bei den demagogiſchen (volksthümlichen) Kämpfen vergangener Zeiten betheiligt, der Schwager Weidigs, des blutigen Opfers geheimer Juſtiz, der Vormund der Weidig'ſchen Kinder,— und Thudich— um nicht minder von jeher freiſinnig und freimüthig und für die Freiheit kämpfend mit beharrlichem Muthe, jüngſt zwar geſchmäht, aber geſchmäht von Leuten unter Fittigen, denen erſt neuerdings die Freiheitskeile geſtoßen haben, während ſie ſonſt— daß Gott erbarm'!— gar jämmer⸗ lich anzuſehen geweſen ſind, vor kurzen noch mit in der Wahl zum Landtags abgeordneten nach Darmſtadt, was er wohl ſicherlich geworden wäre, wenn— wenn— wenn — es nicht ein Anderer geworden wäre. Unter dieſen Dreien wählt Euch Einen, meine lieben Mitbürger und Freunde, und Ihr könnet verſichert ſein, daß Eure Wahl eine gute iſt. Ich meine aber nicht, daß Ihr von Oſt den Erſten, Ihr von Weſt den Zweiten, Ihr von Nord und Süd den Dritten wählen und ſo die Stim— men vertheilen ſollt, damit am Ende vielleicht gar ein Vierter, den die Mehrzahl nicht haben mag, die meiſten Stimmen bekommt und nach Frankfurt geht, ſondern ich meine, über Einen von dieſen Dreien ſucht Euch zu ver⸗ einigen, Einen von dieſen Dreien wählt mit möglichſt großer Stimmenmehrzahl und wenn Ihr, die Ihr den Erſten oder Zweiten oder Dritten wählen wolltet, ſehet, daß einer der beiden andern Candidaten mehr Stimmen ſchon hat oder gewiß bekommt, als der Eurige, ſo gebt ihm auch Eure Stimmen und helft ihm ſo zum Siege, hierdurch ſchon bei der erſten Wahl, die Ihr als freie Deutſche vornehmet, beweiſend, daß Ihr im Stande ſeid, auch— wenn nur der Grundſatz bleibt— eine perſonliche Meinung aufzugeben, um die Einheit zu bewahren. Möchten meine Worte Beifall bei Euch finden und Ihr nach denſelben Euer Verhalten bei der bevorſtehenden Wahl bemeſſen! Ich darf mit dieſem Wunſche um ſo eher ſchließen, als ich mir bewußt bin, daß ich's von Herzen mit dem Geſammtvaterlande und mit Jedem von Euch wohlmeine. Lebet wohl; rathet gut; wählet fein!— Kirchenbuchsauszug vom Maͤrz 1848. Friedberg. Getraute: 23. Ludwig Friedrich Wilhelm Trapp III., Großh. Hof⸗ gerichtsadvocat dahier, ein Wittwer, und Sophie Henriette Fertſch, des Großh. Profeſſors und Stadt— pfarrers Dr. Ferdinand Friedrich Fertſch hierſelbſt, ehelige ledige Tochter. Getaufte: Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Johann Hartmann Lang ein Sohn, Wilhelm, geb. den 12. Febr. Dem Ortsbürger zu Langgöns und Bedienten dahier Anton Ebel ein Sohn, Chriſtoph, geb. den 14. Febr. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Chriſtian Han⸗ ſtein ein Sohn, Ernſt Wolfgang, geb. den 21. Febr. Dem Großh. Oberlieutenant im 2ten Bataillon des Aten Infanterieregiments Karl Bichmann dahier ein Sohn, Karl, geb. den 16. Febr. 9. Dem hieſigen Bürger, Conditor und Bäckermeiſter Georg Martin Philippi ein Sohn, Ernſt Karl Philipp, geb. den 24. Febr. 9. Dem hieſigen Bürger und Gaſtwirth Johann Heinrich Salzman III. eine Tochter, Maria Suſanne, geb. den 12. Febr. 12. Dem hieſigen Bürger und Lohgerbermeiſter Ernſt Philipp Philippi, eine Tochter, Maria Eliſabetha, geb. den 14. Febr. 19. Dem hieſigen Bürger Heinrich Rauſch IV. ein Sohn, Jakob, geb. den 2. März. 19. Dem hieſigen Burger und Handarbeiter Konrad Kuh ein Sohn, Martin, geb. den 25. Febr. 19. Dem hieſigen Bürger und Schriftſetzer Johann Adam Reinhard eine Tochter, Eliſabetha Bertha, geb. den 29. Febr. 22. Dem Großh. Lehrer an hieſiger Muſterſchule Johannes Ramſpeck eine Tochter, Sophie Louiſe, geb. den 26. Febr. 22. Dem hieſigen Bürger und Gaſtwirth Heinrich Wind J. eine Tochter, Eliſabethe, geb. den 24. Febr. 29. Dem Großh. Lehrer an hieſiger Muſterſchule Auguſt Störger eine Tochter, Maria Louiſe Henriette Liſette Emma, geb. den 1. März. Beerdigte: 1. Karl Ferdinand Rückert, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Johannes Rückert ehelicher lediger Sohn, alt 26 Jahre, 7 Monate und 11 Tage, 1 den 28. Febr. 3. Johannes Geck, des hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Joſeph Geck eheliches Söhnlein, alt 2 Jahre, 4 Mo⸗ nate und 23 Tage, t den 29. Febr. 7. Johann Jakob Rauſch, des hieſigen Buͤrgers und Schreinermeiſters Konrad Chriſtoph Heinrich Rauſch eheliches Söhnlein, alt 9 Monate, 19 Tage, r den 5. März. 10. Clara Eliſabetha, geborne Engel, des weiland hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Johann Valentin Ebert nachgelaſſene Wittwe, alt 86 Jahre, 3 Monate und 20 Tage, 7 den 8. März. 29 11. Karl Wilhelm Löwenſtein, des. hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Georg Friedrich Löwenſtein eheliches Söhnlein, alt 1 Jahr, 2 Monate und 10 Tage, 1 den 10. März. 27. Des hieſigen Bürgers und Glaſermeiſters Nikolaus Milius eheliches todtgebornes Söhnlein. 27. Margarethe Juſtine Windsheimer, geborne Kareth, des Freiherrl. v. Frankenſtein'ſchen Unterförſters Georg. Leonhard Windsheimer, auf dem Löwenhofe, Ehefrau, alt 42 Jahre, 2 Monate, 8 Tage, 1 den 25. März. 29. Des hieſigen Bürgers und Fuhrmanns Chriſtoph Joſt eheliches todtgebornes Töchterlein. 30. Johannes Ludwig Chriſtoph Wörner, Bürger und % 126. H. Walz I. 4 fl. 6 kr., Bürgermeiſter Bender 8 fl. 15 kr., Poſtmeiſter elmolt 17 fl. 45 kr., N. Neiſel 7 fl. 52 kr., C. Textor 9 fl. 3 kr., hriſtoph Fiſcher 9 fl. 48 kr., vom Vorſtand des Turnvereins 7 fl. 39 kr., Summa 147 fl. 29 kr. Indem wir den Gebern aufrichtig für die Bereitwilligkeit danken, mit welcher ſie unſerem Anſpruche entgegengekommen ſind, laden wir nun⸗ mehr auch die Bewohner der Umgegend dringend ein, nicht zurückzublei⸗ ben und uns ihre Gaben möglichſt bald zur Beförderung zuzuſenden. Es iſt eine wahrhaft deutſche Sache, in der wir uns an den vaterländiſchen Sinn der Bewohner der Umgegend wenden. überall warme Theilnahme finden. f Die Liſte, worin die Namen der verehrlichen Geber aufgezeichnet ſind, liegen bei Unterzeichnetem zur Einſicht offen und ſind fernere Bei⸗ träge an denſelben zu adreſſiren. 570 Möge ſie Friedberg im April 1848. Das Volkscomité daſelbſt 1 5 in deſſen Auftrag der Schriftführer Maurermeiſter dahier, alt 61 Jahre, 6 Monate und extor. 25 Tage, 1 den 29. März. 8 31. Johann Adam Faß, Cigarrenmacher, des hieſigen Mig„ ien. Bürgers und Taglöhners Johannes Faß ehelicher ledi⸗ Friedberg, am 12. April 1848. ger Sohn, alt 21 Jahre und 6 Tage, k den 29. März. 5 ü n 3 Aufgefahrenſ Verkauft Mittelpreiſe Aufruf zur Unterſtützung für Schleswig⸗Holſtein. G tt e e eee eee. Wir haben vor wenigen Tagen erſt innerhalb unferer Stadt zu Ai 2. 5 werkthätiger Unterſtützung unſerer, von dem übermüthigen Dänen bedroh⸗ Waizen 32 21 8 14 ten Brüder in Schleswig⸗Holſtein aufgefordert, denen nicht kräftige Arme Korn 34 22 3 39 zur Vertheidigung ihrer gerechten Sache, wohl aber Kriegsbedürfniſſe Gerſte 18 5 5 39 jeder Art und die Mittel zu deren Beiſchaffung mangeln. In Folge Hafer 9 5 4 48 dieſer Aufforderung ſind bereits die nachſtehend verzeichnete Beiträge an Kartoffeln—** 1 uns abgegeben worden, die ſofort an den Ort ihrer Beſtimmung werden Roggenmehl.— abgeſendet werden: bei Carl Fritz 45 fl. 4 kr., Schreiner Pfeffer 12 fl., Dr. Ritzel 4 fl., Carl Wahl 4 fl. 15 kr., J. C. Nagel J. 17 fl. 42 kr., Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Steckbrief. (4179) Magnus Herrmann von Mainzlar, Grßh. Landgerichts Gieſſen, iſt der Tödtung des Adam Bär von Bettenhauſen, Grßh. Land⸗ cerichts Hungen, dringend verdächtig. Beide ſtanden zu Anfang d. J. bei Müller Weiſenſee in Oſſenheim in Dienſt, von wo ſich jedoch Herrmann noch vor dem eingetretenen Tod des vulneraten Bär heimlich entfernt hat. Da an der Habhaftwerdung des gedachten Herrmann, deſſen dermaliger Aufenthalt hierorts unbekannt, viel gelegen iſt, ſo werden alle in⸗ und ausländiſche Gerichts- und Polizeibehörden andurch erſucht, auf denſelben fahnden, ihn im Betretungsfalle arretiren und an uns abliefern zu laſſen. Friedberg den 1 April 1848. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Hofmann. Dr. Gilmer. Gras-Verſteigerung. (298) Montag den 17 l. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe die ſtädtiſchen Begraßungen meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 10. April 1848. 5 Der Großh Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Vorläufige Erwiederung. (519) In Bezug auf die ſogenannte abge⸗ drungene Erklärung des Schreinermeiſters Franz Ruppel dahier, sub. Nr. 485 des Intelligenz⸗ blatts erklärt der Unterzeichnete, wegen der in derſelben enthaltenden Verletzung ſeiner Dienſt⸗ ehre auf ein Urtheil der competenten Gerichts⸗ behörde provociren und dergeſtalt die dem Pfarr⸗ hauskauf betreffende Befehdung in öffentlichen Blättern ſchließen zu wollen. Mir vorbehaltend, das Publikum mit dem Reſultate des richterlichen Ausſpruchs hiernächſt vertraut zu machen, bitte ich, bis zu dieſem Zeitpunkte das Urtheil der fraglichen Angelegen⸗ heit zu ſuspendiren und bemerke nur noch ſchließ⸗ lich, wie es der Gemeinderath unter ſeiner NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190 Gerſte 170, Hafer zu 120 Pfund gerechnet. — ä— Würde hält, den ironiſchen Anſpielungen meines Angreifers auf ſein pflichtgemäßes Verhalten ſpeciell zu begegnen. Friedberg den 12. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Beu der. Marktverlegung. (520) Wegen der, Mittwoch den 19. April d. J. dahier ſtattfindenden, Volks⸗ verſammlung wird der auf dieſen Tag fallende Fruchtmarkt erſt Donnerſtag den 20. April abgehalten werden, was man hierdurch zur Kenntniß bringt. Friedberg den 13. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Gras⸗-Verſteigerung. (521) Samſtag den 22. d. M., Nachmittags 3 Uhr, wird die diesjährige Grasbenutzung in dem vorderen und hinteren Hirſchgraben, auf dem alten Todtenhofe hinter der Burg und am Burgberg dahier, an Ort und Stelle verſteigert und der Anfang im hinteren Hirſchgraben ge⸗ macht. Friedberg den 11. April 1848. Der Gr. Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Beau ß. Holz-Verſteigerung. (822 Dienſtag den 18. d. M., Morgens 8 Uhr anfangend, werden im Diſtrikte Dicker⸗ 19 Stecken birken⸗, eichen⸗ und nadel Prügelholz, 261½ Stecken dergl. Stockholz und 9262½ Stück dergl. Wellen, ſowie 3 Stämme Nadelbauholz, an den Meiſtbietenden verſteigert. Ockſtadt den 12. April 1848. Freiherrl. v. Franckenſtein'ſches Rentamt An ger eir. Lohrinden-Verſteigerung. 7 (823) Mittwoch den 19. d. M., Morgens um 9 Uhr, ſollen in dem Pohlgönſer Gemeinde⸗ wald, Diſtrikt Bodenhord, gegen 35 Cenkner Lohrinden öffentlich an Ort und Stelle verſtei⸗ gert werden. 6 Pohlgöns den 10. April 1848. Der Großh. Heſſ. Beigeordnete Go e be Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau 0 (82) wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. Der Badearzt Herr Doctor Bode dahier wird jede etwa gewünſchte Auskunft in ärztlicher Beziehung ertheilen. Logisbeſtellungen für das Kurhaus, ſind zeitig an die Inſpeetion der Soolbade-⸗Anſtalt zu richten. Nauheim den 10. April 1848. 5 Kurfürſtl. Heſſ. Salzamt Schäfer. Schmincke. F. Schreiber. Hansmann. Wirthſchafts⸗ Verpachtung. (825) Mittwoch den 26. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die Wirthſchaft bei der hieſigen Soolbade⸗Anſtalt für dieſes Jahr unter den im Termine bekannt gemacht werdenden Bedingungen öffentlich verpachtet werden, was Luſttragenden mit dem Anfügen hierdurch bekannt gemacht wird, daß unbekannte Pachtliebhaber ſich wegen ihrer Qualification auszuweiſen ha⸗ ben. Auch können bei unterzeichneter Stelle ſchon vor obigem Termine die Pachtbedingungen jederzeit eingeſehen werden.„ g Na uheim in der Wetterau den 10. April 1848. Kurfürſtl. Heſſ. Salzamt Schäfer. Schmincke. F. Schreiber. Hansmann. Bern e d. 35 803) Den 26. und 27. April d. M. ſowie 85 15 3. August d. J., ſoll zu Ulfa die der hieſigen Gemeinde höchſtens Orts geſtatteten zwei Jahrmärkte beſtehend jedesmal der erſte Tag für den Viehmarkt, der zweite für den Krämermarkt, dahier abgehalten werden, weß⸗ balb man dieß zur öffentlichen Kenntniß des Publikums bringt; bemerkt wird noch, daß dieſe zwei Märkte voriges Jahr gut ausgefallen ſind. Ulfa den 10, April 1848 5. Der Groß, f e SAN