8 Sladtkirche: iin dr ug dlabt noch — tie. —— . Ur, A Ag. ert und Baßbach N. W. Ol * F — * — 5 Intelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Regierungsbezirk Friedberg im Beſonderen. M93. Mittwoch, den 12. Dezember 1848. Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 60 von 1848. 1) Bekanntmachung des Großh. Staatsminiſteriums, den Miß⸗ brauch der Preſſe und der Volksverſammlungen betr. Die Groß⸗ herzogliche Regierung hat mit Schmerz und Beſorgniß wahrgenommen, wie immer kühner und verderblicher der Mißbrauch ſich der Preſſe und der Volksverſammlungen für verbrecheriſche Zwecke, zum gewaltſamen Umſturze der beſtehenden Verhältniſſe bemächtigt. Wenn Feſſeln gelöſt worden ſind, welche die freie Aeußerung der Gedanken unterdrückten, ſo darf darum die Preſſe nicht das Werkzeug werden, deſſen ſich der Frevel ungeſcheut bedienen könnte; wenn Volks verſammlungen der Aufklärung und Verſtändigung über öffentliche Angelegenheiten und daraus ſich ent⸗ wickelnde Wünſche freigelaſſen ſind, ſo dürfen ſie nicht auch Veranſtal⸗ tungen zur Verhöhnung und zu Angriffen gegen alle geſetzliche Autorität, ja zur Vorbereitung und Anſtiftung des Aufruhrs werden. Was zur Gewähr der Freiheit gegeben iſt, verkehrt aber der Mißbrauch, der durch Vermeſſenheit ſich Strafloſigkeit zu fichern wähnt, zu Mitteln einer Schreckensherrſchaft, welche die Erfolge einer geſetzlichen und friedlichen Umgeſtaltung öffentlicher Verhältniſſe zu vereitlen droht. Solchem Wahn, ſolcher Verkehrtheit zu begegnen, iſt die Pflicht der Großh. Regierung, die warnend ihre Stimme dagegen ſchon erhoben hat. In Erfüllung dieſer Pflicht und ausdrücklich dazu veranlaßt durch die proviſoriſche Cen⸗ tralgewalt für Deutſchland, an welche ſie ſich aufrichtig in Bezug auf alle gemeinſame Angelegenheiten des Vaterlandes anſchließt, befiehlt die Regierung allen Behörden und Beamten des Großherzogthums hiermit nachdrücklich an, gegen Verbrechen, welche durch die Preſſe und bei Volks⸗ verſammlungen verübt werden, die geſetzliche Verfolgung ungeſäumt ein⸗ treten zu laſſen. Wie ſie hierin den Abſichten der Centralgewalt ent⸗ ſpricht, die verlangte Mitwirkung eintreten läßt, iſt ſie auch deren kräftiger Unterſtützung gewiß. Es möge den Frevlern fühlbar werden, es möge die Freunde der Ordnung beruhigen und im treuen Zuſammenhalten kräftigen, daß ein Organ deutſcher Einheit, ſtark im Rechte, ſtark durch Macht, mit den Regierungen wahre Freiheit Allen zu ſichern, bemüht iſt. 2) Bekanntmachung des Großh. Staatsminiſteriums, die Ver⸗ kündigung der Reichsgeſetze und der Verfügungen der proviſo⸗ riſchen Centralgewalt betr. In Bezug auf das nachſtehende Reichs⸗ geſez vom 27. v. Mts. wird hierdurch zur allgemeinen Kenntniß gebracht, daß in Folge des Art. 2 deſſelben die nöthigen Anordnungen zur Ver⸗ breitung des Reichsgeſetzblattes bei den Behörden und Gemeinden des Großherzogthums getroffen worden ſind und daß die Verbreitung in ähnlicher Weiſe wie diejenige des Großherzoglichen Regierungsblattes er⸗ folgen wird. Die für die Gemeinden beſtimmten Exemplare des Reichs⸗ geſeßblattes werden demgemäß an die Großh. Regierungs-Commiſſionen verſendet und von dieſen den Großh. Bürgermeiſtern zugeſchickt werden. Die Bürgermeiſter und beziehungsweiſe Beigeordneten haben hierauf, ſo⸗ bald ihnen eine Nummer des Reichsgeſetzblattes zukommt, die in derſelben enthaltenen Reichsgeſetze und Verfügungen der proviſoriſchen Centralge⸗ walt in den Gemeinden auf die für das Regierungsblatt übliche und vor⸗ geſchriebene Weiſe beſonders zu verkünden, und dafür Sorge zu tragen, daß die Reichsgeſetzblätter gehörig geſammelt und jährlich oder in mehreren Jahrgängen eingebunden in den Gemeinden aufbewahrt werden. Die Großherzoglichen Regierungs⸗Commiſſtonen werden ſich darüber verläſſigen, daß dieſe Beſtimmungen zur Ausführung kommen, überhaupt die hinſicht⸗ lich der Verkündigung der Geſetze und Verordnungen, deren Veröffent⸗ lichung durch das Regierungsblatt ſtattfindet, beſtehenden Vorſchriften auch bei den in dem Reichsgeſetzblatte erſcheinenden Reichsgeſetzen und Verfügungen der proviſoriſchen Centralgewalt in Anwendung gebracht werden. Geſetz, betr. die Verkündigung der Reichsgeſetze und der Verfügungen der proviſoriſchen Centralgewalt. Der Reichsver⸗ weſer, in Ausführung des Beſchluſſes der Reichsverſammlung vom 23. September 1848, verkündet als Geſetz: Art. 1. Die Verkündigung der Reichsgeſetze geſchieht durch den Reichsverweſer. Er vollzieht dieſelbe durch die Reichsminiſter.— Art. 2. Der betreffende Miniſter macht das Ge⸗ ſetz durch Abdruck in dem Reichsgeſetzblatte bekannt, und theilt es zugleich den Einzelregierungen zum Zwecke der örtlichen Veröffentlichung mik.— Art. 3. Die verbindende Kraft eines Geſetzes beginnt— falls es nicht ſelbſt einen andern Zeitpunkt feſtſtellt— für ganz Deutſchland mit dem 3 igſten Tage nach dem Ablaufe desjenigen Tages, an welchem das etreffende Stück des Neichsgeſetzblattes in Frankfurt ausgegeben wird. Der Tag der Herausgabe in Frankfurt wird auf dem Blatte angegeben. — Art. 4. Das Reichsgeſetzblatt iſt auch das amtliche Organ zur ue der Vollziehungsverordnungen der proviſoriſchen Central⸗ gewalt. Frankfurt den 27. September 1848. Der Reichsverweſer Erzherzog Johann. Die Reichsminiſter: Schmerling. Peucker. v. Beckerath. Duckwitz. R. Mohl. 6) Concurrenz für: die evang. Pfarrſtelle zu Eſchenrod, im Reg.⸗Bez. Nidda, mit jährlich 753 fl. Gehalt, wovon jedoch auf die Dauer von 4 Jahren jährlich 150 fl. von dem künftigen Geiſtlichen ab⸗ zugeben ſind;— die erſte evang. Schullehrerſtelle zu Berſtadt, im Reg.⸗ Bez. Nidda, mit jährl. 529 fl. Gehalt, einſchließlich der Entſchädigung für Heizung des Schullocals. Man nig faltig es. Der zerſtreute Dichter. Als mit Mitte Juli in Paris die böſe Verfallzeit der Miethe herangerückt war, ſaß ein Dichter, ein überaus liebenswürdiger Mann, den wir, um ſeinen wahren Namen nicht bekannt zu machen, Ray— mond nennen wollen, in ſeinem Zimmer, als angeklopft wurde. Auf den Ruf„Herein!“ erſchien der Portier im Auftrage des Hausherrn und überreichte die Quittung für die abgelaufene Miethe.— Der Poet, ſehr rangirt in ſeinen Angelegenheiten, erſchloß einen Schrank, zählte ihm die ſchul— dige Summe hin und Alles ſchien abgethan. Nichts deſto weniger blieb der Portier, nachdem er das Geld ſchon zu ſich geſteckt hatte, noch ſtehen und blickte befremdet im Zim⸗ mer umher.„Wollen Sie noch etwas von mir?“ fragte endlich Raymond. „Entſchuldigen Sie, mein Herr,“ erwiederte der Bote des Wirths,„ich wundere mich, daß Sie noch gar keine Anſtalten getroffen haben, Ihr Mobiliar zu packen, um es hinwegſchaffen zu laſſen, da die Schweſter meines Herrn 10 1 1 9 100 400 dieſes Zimmer hier gemiethet hat. Ich weiß auch, daß man Sie zur rechten Zeit davon benachrichtigte. Es iſt eilf Uhr und um Zwölf kommt die Dame mit ihren Effecten.“ Der Dichter ſchlug ſich mit der Hand vor die Stirn; in ſeiner ihm eigenthümlichen Zerſtreutheit hatte er die Kün⸗ digung vergeſſen und ſich keine andere Wohnung geſucht. Er warf den Hut auf den Kopf und ſtürzte zum Zimmer hinaus. Kaum aber hatte er eine kleine Strecke in der Straße zurückgelegt, als er bedachte, daß es ganz unmöglich ſei, bis Mittag etwas Paſſendes zu finden, und die alte Wohnung zu räumen; er beſchloß alſo umzukehren, die Sachen zu packen und ein anderes Local zu ſuchen. Ein günſtiger Zufall, oft den Sorgloſen hold, führte ihm einen leeren Wagen entgegen, wie man ſie gewöhnlich zum Um⸗ ziehen gebraucht; das war Zeiterſparniß; er miethete den— ſelben und fuhr mit ihm vor ſeine Wohnung; um den Preis zu beſtimmen, fragte der Fuhrmann, wohin er die Sachen ſchaffen ſolle.„Das weiß ich ſelbſt noch nicht,“ ſprach Raymoud,„wir rechnen ſtundenweiſe, ich behalte den Wagen bis heute Abend.“— Der Kutſcher war damit zufrieden und lud die Sachen auf, was eben nicht ſehr lange währte. Als dieß Geſchäft beendet war, ſetzte ſich der Wagen in Bewegung. Der Dichter ging einige Schritte vor dem— ſelben her; den Kopf emporgehoben ſtarrte er jedes Haus an, verſchlang mit den Augen jeden Miethszettel. Nach ungefahr zehn Minuten ließ er den Wagen halten und be⸗ ſah Zimmer, die ihm aber nicht gefielen. Der Zug ſetzte ſich wieder in Bewegung, bald ward eine neue Localität in Augenſchein genommen, aber— mit gleich ungünſtigem Er⸗ folge wie das Erſtemal. So wurde die Wanderung fort⸗ geſetzt, von ſteten Hemmungen unterbrochen. Der Poet war aber auch ganz gewaltig ſchwierig. Bald war das Zimmer zu groß, bald zu klein, der Plafond zu niedrig, die Treppe zu hoch; oft auch die Gegend ſchlecht, der Preis zu theuer; nichts gefiel ihm, und der ganze Nachmittag ging mit dem vergeblichen Suchen hin. 1 Nachgerade wurde das Pferd müde und Raymond, der Tauſende von Stufen erſtiegen und Meilen in den Straßen zurückgelegt hatte, war über alle Maßen erſchöpft, er beſchloß dem Dinge ſchnell ein Ende zu machen und mie⸗ thete ein Zimmer, das viel ſchlechter war, als alle, welche er bisher geſehen hatte. Man einigte ſich bald um den Preis; die Mobilien wurden abgeladen, der Kutſcher bezahlt. Unſer Dichter, froh, endlich ein Unterkommen gefunden zu haben, von dem heftigſten Hunger gemartert, ließ Alles liegen und ſtehen, nahm ein Cabriolet und fuhr in's Palais royal, wo er ſich bei einem trefflichen Mahle und köſtlichen Glaſe Wein von allen gehabten Strapazen erholte. Mehrere ſeiner Be— kannten fanden ſich dort ein und im traulichen Geſpräch verging die Zeit ſo raſch, daß es bald eilf Uhr ſchlug und jeder an den Heimweg dachte. Sorglos ſchlenderte Ray— mond ſeiner alten Behauſung zu, als er aber eintreten wollte, fiel es ihm ein, daß er nicht mehr dort wohne. Wo aber wohnſt du denn jetzt? Dieſe an ſein Gedächt— niß gerichtete Frage blieb unbeantwortet. Er mochte noch ſo viel nachdenken, Alles war umſonſt, er hatte ſich den Namen der Straße nicht gemerkt; es blieb ihm nichts übrig, als bei einem Freunde ein Nachtlager zu ſuchen. Am andern Morgen machte er ſich frühzeitig auf den Weg, um zu verſuchen, ob ihn nichts auf die Spur leiten könne, wo ſeine Habſeligkeiten hingeſchafft worden waren; wieder vergebens, wie am vergangenen Abend. Wie aus dieſer Verlegenheit kommen? Den Dichtern kommt die Phan⸗ taſie zu Hülfe und er findet bald ein Mittel. Er verfügte ſich in die Polizei-Präfectur und wandte ſich an einen der Beamten:„Mein Herr,“ ſprach er,„ich komme hieher, um einen Mann zu denunciren, der, ich bin es überzeugt, großen Theil an der letzten Inſurrection genommen hat. Er iſt Dichter und nennt ſich Raymond. Auf dieſer 75 iſt ſeine letzte Wohnung bemerkt, er hat dieſe aber verlaſſen und es iſt unbekannt, wohin er ſich gewendet hat; er hat es nicht einmal ſeinen beſten Freunden mitgetheilt.— Nicht einmal ſich ſel bſt,“ fügte er leiſe für ſich hinzu. „Dieſe Geheimhaltung erregt Mißtrauen,“ entgegnete der Mann der Polizei,„und Sie glauben, daß man bei ihm verdächtige Sachen finden wird?“ „Ja wohl, die Hauptſache aber iſt, ſeine neue Wohnug aufzufinden.“ i ü „Das wird uns ein Leichtes ſein, in Zeit von zwei Tagen wiſſen wir ſie.“ Man wollte noch gern den Namen des Denuncianten erfahren, jedoch aus guten Gründen wich Raymond dieſer Frage aus.— Nach zwei in einem Hotel garni verbrachten Tagen, begab ſich unſer Poet wieder auf die Polizei-Präfectur. „Wie ſteht's mit dem Patron?“ fragte er. „Wir haben die Wohnung gefunden,“ lautete die Antwort,„Nachforſchung gehalten, durchaus aber nichts Verdächtiges entdeckt. Da ſehen Sie.“ Bei dieſen Worten zeigte der Beamte Raymond eine Karte, auf der die Wohnung bemerkt war. „Das iſt richtig, wo hatte ich nur den Kopf!“ rief der Dichter erfreut aus,„Gottlob, jetzt werde ich leicht dahin finden!“ „Sie? Was wollen Sie denn dort thun?“—„Ich ſelbſt bin dieſer Raymond! Hören Sie mich einige Momente an.“ Und er erzählte, wie er ſich auf dieſe Weiſe aus der Verlegenheit geriſſen. Er ſprach mit ſo gewinnender, liebenswürdiger Freundlichkeit, daß der Beamte, der Anfangs die Stirn in Falten zog, durch ſein Benehmen und das Originelle des Abenteuers völlig entwaffnet wurde und ihn freundlich entließ mit der Weiſung, ferner beſſer ſeine Wohnung im Gedächtniß zu behalten. Dz. D. Kirchenbuchsauszug vom Auguſt und Sep⸗ tember 1848. Butzbach. Getraute: 27. Johann Georg Kayſer, hieſiger Bürger und Schuh⸗ machermeiſter und Katharina Gertrude Wolper, des Johann Heinrich Wolper, Lehrers zu Loßhauſen, im Kurfürſtenthum Heſſen, eheliche Tochter. Getaufte: 3. Dem Bürger und Färbermeiſter Sebaſtian Joutz II. eine Tochter, Caroline Hedwig, geb. den 5. Juli. 8. Dem Johs. Schmiegel eine Tochter, Katharine Eliſa⸗ bethe Suſanna, geb. den 10. Juli. 10. Dem Förſter der Stadt, Reinhard Weber, eine Tochter, Caroline Helene Margaretha, geb. den 12. Juli. 13. Dem Bürger und Leinweber Michael Scheuer ein Sohn, Friedrich Wilhelm, geb. den 28. Juli. 20. Dem Bürger und Strumpfweber Johannes Hermann eine Tochter, Chriſtine Eliſabethe, geb. den 5. Auguſt. 22. Dem Bürger und Kaufmann Ernſt Christoph Vogt ein Sohn, Jacob, geb. den 24. Juli. 27. Dem Bürger und Lohgerbermeiſter Chriſtoph Conrad Küchel eine Tochter, Maria Eliſabetha, geb. den 7. Auguſt. a 0 31. Dem Bürger und Metzgermeiſter Jaces Kobelt eine Tochter, Eliſe, geb. den 8. Auguſt. f 5 daun hat. Auer Karte * derlaſſen ez er hat c da A gnete man bei deue Wohr — g 1 delt von zwei N. Denuncianten ymond dieſer achten Tagen, del, Prafectur. lautete die saber nichts dteſen Worten die Wohnung Kopfl“ rief de ich leicht 181 U. 1 1„Ich 1 ge Munnte „ Heiſe aus dewinnender, der Anfangs den und das purde und ihn eine Wohnung Dz. D. und Sep⸗ und Schuhh Welver, des hausen, im „hermann lberzeugt, 10. 15. 20. 2 8. * 401 Beerdigte: Eva Katharina Louiſe Seippel, nachgelaſſene eheliche Tochter des verſtorbenen Bürgers und Küfermeiſters Heinrich Seippel, alt 8 Jahre und 5 Monate, k den 8. Auguſt. f Andreas Steinhäuſer, hieſiger Bürger und Schuh- machermeiſter, des hieſigen Bürgers, Schuhmacher⸗ meiſters und Rathsdieners, Jacob Steinhäuſer Sohn, alt 29 Jahre und 4 Monate, 7 den 13. Auguſt. Dorothea Katharina Flach, eine geborene Ittmann aus Umſtadt, des hieſigen Bürgers und Kaufmanns Nicolaus Flach, zweite Ehefrau, alt 34 Jahre und 4 Monate, T den 19. Auguſt. Heinrich Philipp Seippel, des verſtorbenen hieſigen Bürgers und Küfermeiſters Heinrich Seippel, ehelicher Sohn, alt 7 Jahre und 3 Monate, 1 den 25. Auguſt. Getraute: Keine. Getaufte: Dem Buͤrger und Barbier Heinrich Oswald ein Sohn, 10. 10. 24. 28. 11. 28. N Dem Burger und Dachdeckermeiſter Daniel Sommer— lad eine Tochter, Marie Louiſe, geb. den 25. Auguſt. Dem Gr. Oberquartiermeiſter Georg Cellarius ein Sohn, Georg Theodor Jacob, geb. den 12. Auguſt. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Jacob Leyerzapf eine Tochter, Johanne Marie Sophie, geb. den 5. September. Dem Gr. Cataſter-Geometer Philipp Arth eine Tochter, Katharine Margaretha Auguſte, geb. den 6. September. Beerdig te: Georg Wilhelm Schember, ehelicher Sohn des hieſigen Bürgers und Seifenſieders Joh. Schember, 7 den 9. September. Gottlieb Ohlenſchläger, ehelicher Sohn des hieſigen Bürgers und Zimmermeiſters Gottlieb Ohlenſchläger, den 23. September. Marie Katharine Wendel, eheliche Tochter des hieſigen Bürgers und Bäckermeiſters Adam Wendel, 1 den 26. Theodor, geb. den 2. September. September. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. INN N ια⏑ An die Gr. Bürgermeiſter und Polizeicommiſſäre des Gerichtsbezirks. (1725) Conrad Erker von Pfaffenwiesbach, deſſen Signalement unten folgt, hat ſich durch Erſchleichung eines Paſſes der von Herzoglichem Amt Uſingen wegen eines bedeutenden Forſt⸗ diebſtahls über ihn verhängten Unterſuchung zu entziehen gewußt. Sie werden angewieſen, denſelben im Betre⸗ tungsfalle feſtnehmien und au uns abliefern zu laſſen. Friedberg den 2. Dezember 1848. Groß. Heſſ. Landgericht Dr. Gil mer. Signalement: Größe: circa 5 Schuh, Statur: unterſetzt, Alter: 50 Jahre, Gewerbe: Zimmermann, Haare: dunkel, Augen: dunkel, Bart: dunkel. Bekanntmachung. (17120) Nachſtehende Bedürfniſſe für die bie⸗ ſige Anſtalt auf das Jahr 1849, ſollen an die Wenigſtfordernden vergeben werden, und zwar: J. im Wege öffentlicher Verſteigerung: 1) die Lieferung von 150 Stecken buchen Scheit holz, ſowie der Bedarf an Sand und Lehm, Montag den 18. l. M., Vormittags 10 Uhr; 2) der Bedarf an Ochſen- und Schweinen— fleiſch ꝛc., Dienſtag den 19. l. M., Vormittags 10 Uhr. II. Im Soumiſſionswege: 3) der Bedarf an Brenn- und Leinöl, der Milch für die Menage, des Papiers und der übrigen Schreibmaterialien, ſowie der erforderlichen ein- und zweiperſonigen wol⸗ lenen Bett⸗Teppichen, ebenfalls Dienſtag den 19. l. M, Vormittags 10 Uhr; 0 ferner 20 Stecken eichen Küferholz, 1500 Stück Reiſerbeſen, der Bedarf an leinenen und baumwollenen, ſowohl farbigen als gebleichten und naturellgrauen Garnen, der Seilerwaaren, des Leims, der Soda und Potaſche, der verſchiedenen Glaswaaren in Tafeln, Flaſchen, Lampen u. ſ. w., und dem Canevas, Mittwoch den 20. l. M., Vormittags 10 Uhr; 5) Werkholz in Bohlen nach verſchiedenen Dicken, als: Weißbuchen, Apfel-, Birn⸗, Kirſch⸗, Zwetſchen- und Nußbaum, Eſchen, Birken und Erlen, Fourniere aller gewöhnlichen Holzgattungen, ſowie auch von Palliſander, Mahagoni, Citronen u. ſ. w., eichene Rähm⸗ linge und Bohlen zu verſchiedenen Dicken, Dielen und Latten, aus Tannen- oder Kie⸗ fernholz, nach verſchiedenen Gattungen und Dimenfionen, Donnerſtag den 21. l. M., Vormittags 10 Uhr; 6) Eiſen, Stahl, Eiſen- und Meſſingblech, Eiſen- und Meſſingdraht, Drahtſtiften, Schrauben, Nieten, Feilen aller Art, Stemm⸗ zeuge und Hobeleiſen, Nähnadeln und Fin⸗ gerhüte ꝛc., Zwirne und Nähſeide, Band, Schnur, Knöpfe ꝛc., Stuhlrohre, Farben— und Firnißſtoffe, gebleichte und ungebleichte Leinwand zu 1¼— 1% Ellen Breite, Seife und Talgichter, Freitag den 22. l. M., Vormittags 10 Uhr. Indem man die Intereſſenten hiervon in Kennt niß ſetzt, bemerkt man zugleich, daß die näheren Lieferungs-Bedingungen und etwaige Proben vor den bezeichneten Terminen auf dem Directorial⸗ Büreau dahier eingeſehen werden können, und daß die Soumiſſionen ſelbſt deutlich geſchrieben und unterzeichnet, beſiegelt und mit den erfor— derlichen Aufſchriften verſehen, zeitig in den vor dem Eingange genannten Büreaus befindlichen Soumiſſions-Kaſten eingelegt werden müſſen. Marienſchloß am 4. December 1848. In Auftrag: Der Verwalter Bauer. Holz-Verſteige rung. (1727) In dem Gräfl. Solms⸗Rödelheimi⸗ ſchen Beinhardswalde werden Montag den 18. d. M., Morgens um 10 Uhr, öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert: 1) 56 Stecken buchen Prügelholz, N„ Stockholz, Ne,„Reißholz, 4) 400 Wellen eichen 1 50 300. ginſtern Die Zuſammenkunft iſt auf dem Beinhards⸗ hofe. Forſthaus Beinhards den 10. Dezember 1848. Nun Der Gräfliche Revierförſter des Reviers Aſſenheim Hartmann. Holz ⸗Verſteigerung. (1728) Freitag den 15. d. M., Morgens 9 Uhr anfangend, ſoll in hieſigem Gemeindewald, Schlag XIX(19), ohnweit des Hofs Haſſeleck, nachſtehendes Holz, als: 1 Stecken birken Scheitholz, 1%„ nadel 0 44½%„ birken und eichen Prügelholz, 1%„ nadel Prügelholz, F„ „„ nadel Stockholz, 217 Wellen buchen Reiſerholz, 50„ birken„ 100„. aspen und erlen Reiſerholz, 425„„ nadel Reiſerholz, 5 Wagen, 2 Läſte Schlagabraum und 262 Gebund Ginſtern zu Backholz, öffentlich an Ort und Stelle meiſtbietend ver⸗ edge n ie Zuſammenkunft iſt am Eichelacker, nahe bei der Haſſeleck. n Niedermörlen den 9. Dezember 1848. Der Großh. J Bürgermeiſter Dey. Holz ⸗Verſteigerung. (1729) Montag den 18. d. M., Vormittags um 9 Uhr, ſollen in dem hieſigen Gemeinde— wald nachbenannte Holzarten, als: 141 eichen Bauſtämme, vorzüglich zu Bau⸗ und Werkholz geeignet, ſowie 66 Stecken eichen Scheitholz, beſter Qualität, ſodann den darauf folgenden Dienſtag, Morgens um 9 Uhr, 31 Stecken Prügelholz, 68„ Reißholz und 36 5 Stockholz, an den Meiſtbietenden, unter den bei Eröffnung der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, verſteigert werden. Aſſenheim den 10. Dezember 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Schmidt. Bekanntmachung. Holzverſteigerung in dem Gr. Domanialwald Burgwald, Forſtreviers Oberrosbach, betreffend. (1780) Die Genehmigung der obigen, am 24. v. M. abgehaltenen, Holzverſteigerung konnte wegen niedrigen Preiſen von Unterzeichnetem nicht ſogleich erthellt werden. Nunmehr iſt die Ge⸗ nehmigung durch höhere Behörde erfolgt und wird hiermit den Steigerern bekannt gemacht und weiter beſtimmt, daß von Montag den 18. d. M. an, Zahlung bei Gr. Rentamt Friedberg geleiſtet werden kannz diejenigen Steigerer aber, welche von der Zahlungsfriſtbewilligung Ge⸗ brauch machen wollen, ebenfalls an dem ge⸗ nannten Tage die Verabfolgungs⸗Anweiſungen gegen vorſchriftsmäßige Bürgſcheine bei Unter⸗ zeichnetem in Empfang zu nehmen haben. Die Abfuhr des Holzes beginnt Mittwoch den 20. d. M. und muß mit dem 12. Januar been⸗ digt ſeyn. Oberrosbach den 5. December 1848. Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bing mann. N ον⏑ Privat ⸗ Bekanntmachungen. Verpachtung. (1712) Unterzeichnete ſind willens Donnerſtag den 14. d„ihr neu eingerichtetes Haus nebſt einem neu erbauten Backofen(worin ſchon über 50 Jahre eine vorzügliche Bäckerei be⸗ trieben worden iſt), auf 6 Jahre zu verpachten. Bedingungen werden vor der Verpachtung be⸗ kannt gemacht, auch können ſie zu jeder Zeit bei den Erben eingeſehen werden, wir laden ſodann Pachtluſtige hiermit gefälligſt ein. Staden den 4. Dezember 1848. Die Johs. Junghenns Erben. Anzeige. (1562) Guter reingehaltener Pfäl⸗ zer Wein wird zu 16, 18, 20 und 24 fl. die Ohm, ſowie alle anderen Sorten billigſt abgege⸗ ben: Döngesgaſſe Nro. 6 neu(alt H Nro. 163) im Hofe in Frank⸗ furt am Main. . 402** Zu Vermiethen. (17160 Eine vollſtändige Wohnung nebſt allen Bequemlichkeiten, welche ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Friedberg den 5. Dezember 1848. Ph. Wilh. Sieck. Beſter hollaͤndiſcher Shrup!! 1717) zum billigſten Preiſe bei ke dg Wil bel Fertſch, Fruchtmarkt Nr. 209. Anzeige. (1719) Mit ſchöner und großer Auswahl von Kinderſpielſachen bin ich für dieſes Jahr wieder verſehen, welche ich zu den billigſten Preiſen abgebe. Friedberg den 6. Dezember 1848. Wilhelm Map, Uſergaſſe. Anzeige. (1721) Mit vorzüglich blauem türkiſchem, gebleichtem und ungebleichtem Zettel⸗ und Ein⸗ ſchlaggarn, 1 3 4 und 6dräthige Strickwolle, weißem und blauem Baumwollengarn, Spitzen⸗ garnur und% breitem Till, Moll, Shärting, alle Arten Schnur, Nähſeide, Eiſenzwirn, Be⸗ ſtechgarn, Lothband, kleine und große Watten, Rollenzwirn, Saſſinet und in dieſes Fach ein⸗ ſchlagende Artikeln empfiehlt ſich zu den mög⸗ lichſt billigſten Preiſen Friedberg im Dezember 1848. Nathan Hirſchhorn, Uſergaſſe Nr. 244. Geſchäfts⸗ Empfehlung. (17150 Ich beehre mich, ein geehrtes Publikum zu benachrichtigen, daß ich auf hieſigem Platze ein Geſchäft in Colonial- Waaren, Glas und Porcellain errichtet habe. Durch reelle Behandlung und wohlfeile Waare, werde ich mir das Vertrauen meiner geehrten Abnehmer zu ſichern ſuchen. Friedberg im December 1848. L. Goldmann, Junior, a Eck der Judengaſſe, ohnweit des neuen Prediger? Seminars. (1731) Für bevorſtehende Weihnachten bringe ich meine 5 4 Conditorei⸗Waaren in großer und geſchmackvoller Aus⸗ wahl in empfehlende Erinnerung. 1 Friedberg. Martin Philippi. Aus zuleihen. (1732) Mehrere Tauſend Gulden liegen zum Ausleihen bereit. Nähere Auskunft ertheilt P. Weigand zu Hungen. Zum Verkaufen. (1733) Ein weitſpuriger Wagen mit eiſernen Achſen, ſowie ein noch brauchbares Pferd, ſteht zu verkaufen bei Friedberg im Dezember 1848. Heinrich Müller II. Conditorei⸗Waaren 13) in ſchöner Auswahl, empfiehlt zu be⸗ 1 Weihnachtsfeſte Friedberg. Friedr. Noll. Bekanntmachung. (1735) Die Wahl einer neuen Verwaltungs⸗ Tommiffton bei dem iſraelitiſchen Kranken⸗Ver⸗ pflegungs⸗Verein findet Samſtag den 16. d. M. ſtatt, was man mit dem Bemerken zur Kenntniß der Mitglieder bringt, daß an beſagtem Tage die ſchriftliche Abſtimmung in dem Hauſe des Herrn M. Goldmann um 6 Uhr Abends beginnt und um 9 Uhr geſchloſſen wird. Friedberg den 11. Dezember 1848. Die Verwaltungs-Mitglieder als befugte Wahlcommiſſion. Antwort. (1736) Auf die wiederholte Anfrage des Heinrich Alles in Nro. 97 des Intelligenz⸗Blattes, Inſerat 1723, diene meinerſeits zur Antwort: daß ich das Wetterauer Volksblatt bis jetzt nicht als das Forum anerkenne, vor welchem ich mich zu verantworten habe, daß ich aber der zu ver⸗ anlaſſenden richterlichen Unterſuchung mit großer Gemüthsruhe entgegenſehe. Friedberg den 9. Dezember 1848. 5 Der Gr. Bergrentmeiſter eto: „Wenn der Herr das Wohl will, ſoll kein Diener dawider ſein.“ (1737) Als unſer guter Großherzog in die⸗ ſem Jahre das unentgeltliche Einſammeln des dürren Leſeholzes geſtattete, ſo wollte er doch gewiß, daß es den ärmeren Bewohnern des Großherzogthums zum Vortheile gereichen ſollte. „Ganz anders dachte aber der Gr. Revier⸗ förſter Bingmann, dieſer Mann glaubte wahr⸗ ſcheinlich, der Staat würde zu Grunde gehen, wenn man den armen Leuten das dürre Holz zukommen laſſe, und ordnete deßhalb an, daß, namentlich in den Diſtricten: Mainzerhecken, Katzenſtirn— dem bekannten Schießplatze— alles dürre Holz acht Tage vor der Eröffnung der Waldtage auf Staatskoſten eingeſammelt wurde, um es ſpäter zum Vortheile des Staates öffentlich zu verſteigern. Die ärmere Klaſſe, zu deren Vortheil das dürre Holz hätte gereichen können, erblickt in der Handlungsweiſe des Re⸗ vierförſters einen ſchneidenden Hohn gegen ſich und das Wohlwollen unſers guten Regenten; vielleicht läßt ſich aber die Sache ein anderes Mal beſſer beſprechen als jetzt. Oberrosbach den 10. Dezember 1848. Mehrere Orts bürger. Zur Nachricht. (1738) Beim Gemeindehaushalt der Ge⸗ meinde beider Florſtadt ſind die Weggebühren —(nach Friedberg, welcher Weg von Florſtadt aus bequem in einem Tag zweimal geſchehen kann, wird für einen Gang bekanntlich 1 fl. 30 kr. gut geheißen, während in Civilangelegenheit am dor⸗ tigen Gericht nur 20 kr. gebilligt werden)— ſo heimiſch geworden, daß über jedes geringfügige Anliegen in Gemeindeangelegenheit, ſtatt mit einigen Zeilen abgemacht, dieſerhalb, den ſchön bezahlten Weggebühren wegen, Gänge gemacht werden;— und nicht genug, daß eine Perſon vom Ortsvorſtand allein dieſer Art— oft zweck⸗ loſe— Gang beſorgt, ſondern 2, 3 und 4 Per⸗ ſonen paaren ſich auf einen Tag zuſammen und ſuchen ſich dieſe ſchöne Gebühren, nach Friedberg à Perſon 1 fl. 30 kr., zu eigen zu machen.— Sogar liegen bei dem diesjäßrigen Treiben, wo die Gemeinde Florſtadt auch nicht zurückgeblieben iſt, Fälle vor, daß Ortsbürger, nicht zum Orts⸗ vorſtand zu zählen, der Art Weggebühren— Verzeichniſſe beim ehehinigen Kreisräth eingereicht haben und auch zur Zahlung aus der Gemeinde⸗ kaſſe gut geheißen worden ſind.— An 180 bis 200 fl. dürfen dieſe Weggebühren für d. J. in Ausſicht kommen. Wie nützlich und ſchön aber wären jene— größtentheils zweckloſe— Aus⸗ gaben der Gemeinde nicht allein dadurch geweſen, wenn gedachte Summe zu der ſehr nothwen⸗ digen Unterhaltung der Vieinalwege und Wie⸗ ſenkultur, woran dieſes Jahr gar nichts geſchehen iſt, verwendet worden wäre, und welcher zu wün⸗ ſchende Verdienſt wäre doch der Handarbeiter⸗ Klaſſe, deren Florſtadt ſehr viele Ortsbürger der Art aufzuzählen hat, durch Verwendung dieſer Summe zu fraglichen Zwecken— in dekmals arbeitsloſen und aufgeregten Zeit— zugefloſſen. Florſtadt im Dezember 1848. Mehrere Orts bürger. Anzeige. (1739) Der geweſene Bürgermeiſter Brack von hier ſoll zum Bevoll⸗ maͤchtigten der Regierungs⸗Commiſſion ernannt werden. Vorausgeſetzt, daß zu dieſem Amte nur unbeſcholtene Männer angeſtellt werden können, fordert man den ꝛc. Brack hiermit auf, ſich wegen der ihm von den Gemeinderäthen Heß und Nahrung zur Laſt gelegten groben Vergehen zu rechtfertigen, widrigenfalls man genöthigt wäre, im allgemeinen Inte⸗ reſſe Einſprache gegen dieſe neue Anſtellung zu thun. 2 Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. an di Betre S Gagen