. Intelligenz-Blatt drüſchrſft 5 fuͤr die 4 Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, 5— den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. ——.— M338. Sonnabend, den 13. Mai 1848. —— Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 21 von 1848. 1) Bekanntmachung, die Beſtellung der Wahlcommiſſäre für die Wahlen zur conſtituirenden Nationalverſammlung betr. An die Stelle des auf ſein Nachſuchen und wegen Krankheit von den Functionen eines Wablcommiſſärs entbundenen Hrn. Bürgermeiſters Dehn zu Reinheim 7) Verſetzungen in den Ruheſtand: am 12. April der Obereln⸗ nehmer Friedr. Chriſt. Freund zu Nidda, auf ſein Nachſuchen; am 17. April der Schullehrer Adan Schuler zu Köngernheim, L. Kr. Mainz. 8) Sterbfälle: am 13. März der penſ, Schullehrer Joh. Nikolaus Weicker zu Züttelborn, Kr. Groß gerau; am 16. März der kath. Pfar⸗ rer und außerord. Prof. Dr. Franz Joſ. Hartnagel zu Gießen; am 11. April der penſ. Major Becker zu Darmſtadt; am 14. April der penſ. Major Damb mann daſelbſt. .— iſt Hr. 80 Aſſeſſor Schaum zu Umſtadt zum Commiſſär für ſircttigaiſſe wer⸗ die Leitung der Wahlen im 2. Wahlbezirke, und an die Stelle des wegen 5 i 4 von 1848. und Wett tren dienſtlicher Verhinderung von jenen Functionen entbundenen Hrn Hofger. Auszug N 4 ee Nr 1 8 „ Erzählungen u. Raths Schulz zu Biedenkopf Hr. Kreisrath Ouvrier zu Grünberg zum 1) Bekanntmachung, die Beſtätigung von Stiftungen und Ver⸗ Commiſſar für die Leitung der Wahlen im 8. Wahlbezirke beſtellt worden. 2) Umlagen zur Beſtreitung von Communalbedürfniſſen in den Gemeinden des Kreiſes Großgerau für 1848. 3) Desgl. in den Gemeinden des Landraths⸗Bezirks Lauterbach für 1848 betr. 4) Bekanntmachung, die Nichterhebung eines Theils der Umlagen 2. und 3. Klaſſe der Gemeinde Nack, im Kreiſe Alzey für 1848 betr. 5) Namensveränderungen. Erlaubniß für Adam Guldan von Oberroden, dermalen zu Offenbach, künftig den Familiennamen mächtniſſen im Laufe des erſten Quartals 1848 betreffend: 1) Ver⸗ mächtniß der Wittwe des Geh. R. v. Harnier zu Gunſten des Armenfonds der Stadt Darmſtadt per 500 fl; 2) die Schenkung der Speeereihändler zu Mainz per 1020 fl für die daſigen Armen; 3) das Vermächtniß des Martin Lemb zu Hechtsheim, L. Kr. Mainz, per 100 fl. zu Gunſten der kath. Kirche daſelbſt für Stiftung von 2 Jahrgedächtniſſen; 4) das Ver⸗ mächtniß der Wittwe Leidemer zu Abenbeim, Kr. Worms, von 200 fl. zu Gunſten der kath. Kirche daſelbſt für Abhaltung von 2 Jahrgedächt⸗ niſſen und zu Gunſten der daſigen Armen; 5) die Schenkung eines Mai. Gießes„Berker“, und für Aron Vogel zu Sprendlingen, im Kr. Bingen, Grundſtücks im Werthe von 506 fl. 40 kr. von Seiten des penſ. Diſtriets⸗ 6. Mai. künftig den Vornamen Adolph zu führen. ſteuereinnehmers Jacob Metz 1. zu Eppelsheim an die daſige Gemeinde 2 6) Dienſtnachrichten: am 27. März wurde der von den Frhrn. v. zum Behufe der Anlegung eines Friedhofs; 6) die Stiftung des Sebaſtian Riedeſel auf die evangel. Schullebrerſtelle zu Heiſters, Landr.⸗Bez. Lauter⸗ Keim zu Hechtsheim per 100 fl. zu Gunſten der kath. Kirche daſelbſt zur —— bach, präſentirte Schulvicar Friedr. Leichthäuſer das. für dieſe Stelle Abhaltung 2 Jahresämter; 7) das Vermächtniß der Wittwe des Geh. 2 Ade beſtätigt; am 29. März der Richter am Kreisgerichte zu Mainz, Johann R. von Harnier per 500 fl. zu Gunſten der Armen der kath. Pfarrge⸗ Nauj 0 Baptiſt Merkel, zum Mitglied und Rath bei dem Oberappellations⸗ meinde zu Darmſtadt; 8) die Stiftung des Nicolaus Ewald zu Ockſtadt „pf. k. K und Caſſationsgerichte ernannt; am 1. April dem Hofg.⸗Secr⸗Acceſſiſten zu Gunſten der kath. Kirche daſelbſt per 100 fl. I Carl Hermanni zu Gießen die erledigte Stelle eines Actuars bei dem 2) Bekanntmachung, die Anſtellung und Entlaſſung der Feld⸗ 5 1— 4 peinl. Gerichte zu Darmſtadt übertragen; am 5. April dem Schullehrer ſchützen betr; 9— 8 Peter Ignaz Seibert zu Großzimmern die erled. 4 Mädchenſchulſtelle 3) Zuſammenſtellung der Ergebniſſe der Staatsſchulden-Tilgungs⸗ — 19 8(3 Muſterſchule) zu Bensheim übertragen; an demſ Tage der Landrichter kaſſe Rechnung für 18453 1— Dr. Carl Ferd. Schulz zu Biedenkopf zum Mitglied und Rath bei dem 4) Umlagen zur Beſtreitung der Communalbevürfniſſe in den 218 Hofgerichte dahter ernanntz an demſ. Tage dem Schulvicar Joh. Gabel Gemeinden des Kreiſes Offenbach für 1848; — 101— zu Kleinwinternheim, Landkr. Mainz, die kath. Schullehrerſtelle daſelbſt 5) Oesgl. der iſraelitiſchen Religionsgemeinden des Kreiſes Nidda 8 übertragen; am 7. April Adolph Spieß aus Offenbach, dermalen zu für 1848. * 2 Baſel, als Turnlehrer zunächſt an den beiden höheren Lehranſtalten zu 6) Militärdienſt nachrichten: Am 24. März Ober ⸗ St., 1 Darmſtadt, an dem Gomnaſium und an der höheren Gewerb⸗ und Real⸗ Quart. Mr. Kuhlmann im 1. Inf.⸗Reg. auf ſein Nachſ. in den Ruhe⸗ 12 ſchule, unter dem Vorbehalt ſeiner Verwendung für Einrichtung, Leitung ſtand verſetzt.— Der St.-⸗Quart.⸗Mr. Gölz vom 2. zum 1., der 2. und Beaufſichtigung anderer Turnanſtalten in dem Großherzogthume an⸗ St. Quart.⸗Mr. Liehr vom 3. zum 2. Inf-Reg. und der Ober⸗Quart.⸗Mr. * geſtellt; am 10. April dem Schullehrer Heinr. Daniel Lutz zu Grebenau Kreſſel vom 1. zum 3. Inf.⸗Reg. verſetzt,— der Ober⸗Quart.⸗Mr. 7 die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Lollar, Kreiſes Gießen, dem Schulvicar Bauer im 3 Inf. ⸗Reg. zum St.⸗Quart.⸗Mr. in dieſem Regiment und n Heinr. Schmidt zu Eifa die evangel. Schullehrerſtelle zu Laiſa, Kr. der Unter⸗Quart.⸗Mr. Nicola im 4. Inf.⸗Reg. zum Ober⸗Quart.⸗Mr. 4197 Biedenkopf, und dem Schulvicar Joh. Hoffmann zu Dornberg, Kr. dabei ernannt.— Am 26. März der Generalmajor Freih. v. Sto ſch, . 1 Grobgerau, die evangel. Schullehrerſtele daſelbſt übertragen; am 12. Command. der 1. Infanteriebrig., auf ſein Nachſuchen, in den Ruheſtand e April dem P' rrer Friedr. Arnoldi zu Gonterskirchen die evang. Pfarr⸗ verſetzt.— Am 30. März der Oberſtlieut. Frey, im Kriegsminiſterium n ſtelle zu Eichen orf, Kr. Nidda, übertragen; am 13. April der von den rückſichtlich ſeines Augenübels temporär in den Ruheſtand verſetzt, und Irhrn. v. Riedeſel auf die erledigte Phyſicatsarztſtelle zu Lauterbach ihm dabei die Erlaubniß zum Forttragen ſeiner bisherigen Uniform er⸗ 7 präſentirte ſeitherige Phyſteatschtrurg Pr. med. Albr. Hoffmann daf. theilt. Am 31. März der bisherige Commandeur der 2. Inf. ⸗Brig., 2131412 für dieſe Stelle beſtätigt; am 17. April dem Schulvicar Caſpar Zinßer Generalmajor Pfaff, zum Command. der 1. Inf. ⸗Brig., der Oberſt 11 42 zu Wettſaaſen die evangel. Schullehrerſtelle zu Elbenrod, Kr. Alsfeld, Wachter, Command. des 2. Inf.⸗Reg,, zum Generalm. und Command. 212 990 dem Schullehrer Joh. Georg Schmidt zu Walt michelbach die 1. evang. der 2. Inf ⸗Brig., der Oberſtlieut, Zeitz vom 4. Inf ⸗Reg. zum Oberſt „ Schullehrerſtelle zu Grebenau, Kr. Alsfeld, und dem Schulvicar Jakob und Commond. des 2. Juf.⸗Reg., der Major Haneſſe vom 2. zum .* Gupot zu Brandau, Kr, Dieburg, die erledigte Schullehrerſtelle daſelbſt Oberſtlieut im 4. Inf.⸗Reg., der Hauptmann Meyer im 2. Inf.⸗Reg. übertragen. zum Major und Command. des 1. Bat. dieſes Reg., der Ober Lieu — 5 — — rr 5 1 2154. Bickel vom 3. zum Hauptmann im 2. Inf ⸗Reg., der Lieut. Schober vom 4. zum Oberlieut. im 3. Inf.⸗Reg, ernannt.— Mit Patenten vom 5. und reſp. 6. April ſind die Oberfeldwebel Ahl und Kohler vom 1. Inf. ⸗Reg. zu Unterquartiermeiſtern, und zwar der Erſtere im 2, und der Letztere im 1. Inf-Reg. ernannt worden.— Am 8. April iſt der Hauptmann v. Zangen im 3 Inf ⸗Reg. auf ſein Nachſuchen in den Ruheſtand verſetzt mit dem Charakter als Major,— ferner der Haupt⸗ mann von Muralt J. im 3. Inf.⸗Reg. wegen ſeiner körperlichen Dienſt⸗ untauglichkeit in den Ruheſtand verſetzt worden.— Es wurden ſodann befor⸗ dert: der Oberlieut. Kehrer J. im 3. Inf-Reg, zum Hauptmann in dieſem Reg.(Pat. v. 8. April), der Oberlieut. Langsdorff vom 4. zum Hauptmann im 3. Inf⸗Reg.(Pat. v. 10 April), der Lieutenant von Rieffel vom 1. zum Oberlieut. im 3. Inf.⸗Reg.(Pat. v. 8. April), der Lieut. Wachter vom 2. zum Oberlieut. im 4. Inf. Reg.(Pat. b. 10 April). Am 12. April wurde der Generallieutenant v. Carlſen, Commandant der Reſidenz, auf ſein Nachſuchen und unter Bezeigung der allerhöchſten Zufriedenheit mit ſeinen langjährigen und treuen Dienſten, in den Ruheſtand verſetzt,— ferner der penſton. Generalmajor von Marquard, auf deſſen Nachſuchen, von dem ihm bisher übertragen geweſenen Commando der Garde du Corps entbunden und der Major v. Grancy zum Commandeur der Garde du Corps ernannt, am 13. April dem Oberzeugwart Vol mar der Character als Unterquartiermeiſter ertheilt, am 19. April iſt der Oberfeldwebel Lauckard im Gr. Artillerie— corps zum Acceſſiſten bei dem Kriegsrechnungsbüreau ernannt. Auch ein deutſches Rechenexempel. Es hat ein republikaniſcher Rechenkünſtler ſich die Mühe genommen, dem deutſchen Volke vorzurechnen, daß 449 männliche und weibliche, erwachſene und unerwachſene Glieder furſtlicher Familien in Deutſchland leben. Derſelbe Rechenkünſtler, welchem es übrigens auf Richtigkeit ſeiner Zählung wenig ankommt, fügt nun noch 827 Perſonen ſtandesherrlicher Abkunft hinzu und behauptet, dieſe 1353 Individuen mit ihrem Anhange verſchlängen jährlich eine Summe von 57 Millionen Thalern zum Nachtheile des Volks. Sodann erhöht er ohne weitere Rechnung dieſe ungeheure Summe von 57 Millionen auf die noch unge⸗ heurere von 70 Millionen Thalern. Endlich fragt er, ob es denn kein Mittel gebe, ſich von dieſem unheilbaren Uebel zu befreien und antwortet: Ja eins,— dies ſei aber von Eiſen. Auf Wen dieſes Eiſen fallen wird, ob auf die Fuͤrſten oder das Volk, das hat uns jener treuloſe Rechenmeiſter nicht geſagt. Wer aber ehrlich rechnen will und kann, der wird ſagen: Das Eiſen, welches Jener gegen die Fürſten ge— richtet haben will, fällt am Ende auf das deutſche Volk und vernichtet deſſen Wohlfahrt. Gerade ſo wie er rechnete einſt der Satan einem armen Taglöhner, dem er Verdopp⸗ lung ſeiner Baarſchaft verſprach, ſein Geld aus der Taſche und lachte hintennach als der Arme ſich vor Verzweiflung in's Waſſer ſtürzte, in die Fauſt. Iſt der republikanische Rechenmeiſter ehrlich, warum verſchweigt er denn, woher eigentlich die Einkünfte der Fürſten ſtammen und wohin ſie fließen. Wir wiſſen es urkundlich, daß das Vermögen der Fürſten größtentheils von ihren Vorfahren ebenſo rechtmäßig ererbt iſt, als die Bauern ihre Hofraithen und Felder er⸗ erbt haben. Und ſo wenig es Jemand fuͤr recht erkennen kann, daß einem Bauer ſein Gut von 60 Morgen oder ſein Wald von 200 Morgen geraubt werde, ſo wenig darf er es recht finden, daß dem Fürſten ſein Gut von 600 Morgen und ſein Wald von 1000 Morgen gewaltſam entriſſen werde. Soll einmal Geſetz und Recht gelten, ſo bleibt ſich das gleich. Aber ſagt man die Fürſten erhalten ja eine Civilliſte aus der Staatskaſſe, aus der Kaſſe, wohin auch die Steuern des Volkes fließen. Wo dies geſchieht, da iſt es durch einen Vertrag ſo geordnet worden. Der Fürſt hat ſeine Güter, ſeine Waldungen, ſeine Gefälle dem Staat überlaſſen und bezieht dafür eine beſtimmte Summe als Eutſchädigung,. Viele Fürſten haben ſich dabei ſehr billig finden laſſen und erhalten weit weniger baar als ihre Einkünfte werth waren Andere ſind zwar früher nicht ſo billig geweſen, haben ſich aber jetzt, wo ihre übelen Rathgeber entfernt ſind, eines Beſſeren beſonnen und begnügen ſich in dieſer Zeit, wo Jeder Opfer bringen muß, gern mit Wenigerem. Daß künftig keine Unbilligkeiten mehr vorkommen, dafür ſorgt ſchon das vom Volke gewählte Parlament und die ebenſo gewählten Kammern. Aber geſetzt, auch die Fürſten hätten mehr Einkünfte als gerade nöthig wäre, iſt dies Unglück ſo groß, daß man ſogleich eine Republik einführen muß? Die Fürſten ver⸗ graben ja nicht ihre Schätze, verzehren ſie auch nicht in Amerika, ſondern in Deutſchland mitten unter dem Volke. Neun und neunzig Thaler von hundert, die ſie ausgeben, fließen in den deutſchen Verkehr zurück und der geringſte Gewerbsmann, der Tagloöhner und Handlanger, bezieht ſeinen Theil daran. Und denkt ihr gar nicht an die vielen Unterſtützungen, welche aus den Händen der Fürſten an Wittwen, Waiſen, Gebrechliche, Invaliden u. ſ. w. fließen? Das ſind keine Kleinigkeiten, die man wie Unkraut mit der Wurzel ausreißen kann. Ein großer Baum würft freilich großen Schatten, aber er bringt auch Säcke voll Früchte, und iſt er einmal umgehauen, ſo erlebt es Einer nicht, bis ein neuer Baum groß gezogen iſt. Eine Stadt iſt vielleicht übel gebaut, man möchte vieles anders haben, aber man brennt ſie doch nicht von Grund aus ab, um geradere Straßen zu bauen. Wer aber eine deutſche Republik ſtatt der conſtitutionellen Monarchie einführen wollte, der würde ſein Unternehmen noch härter büßen müſſen. Laßt es uns einmal ruhig in einem ehrlichen Exempel berechnen. Koſten der Einführung der deutſchen Republik. Um zu einer deutſchen Republik zu gelangen giebt es, ſoviel wir ſehen, drei Wege: entweder die Fürſten danken freiwillig ab, behalten aber ihre rechtmäßigen Einkünfte; oder zweitens ſie werden vertrieben und leben im Auslande; oder drittens ſie vertheidigen ſich, ſo lange ſie können und unterliegen zuletzt der Uebermacht. I. Der erſte Fall iſt gar nicht wohl denkbar und nur von Volksverführern vorgeſpiegelt worden. Wie ſollen die Fürſten auf einmal Alles, was das bisherige Recht und Geſetz ihnen zuſprach, wobei ihre Unterthanen keinen Anſtoß fanden, plötzlich aufgeben? Etwa der Volksredner wegen und aus Furcht vor dem oben angeführten Rechenmeiſter? Und werden ihnen die friedlichen, arbeitſamen Burger, welche die Freiheit lieben, aber doch daneben auch das Geſetz und die Ordnung dazu rathen? Werden etwa die Leute, welche von dem Hofe gelebt haben und ohne denſelben an dem Hungertuche nagen müſſen, die Fuͤrſten bitten, bloße Stan— desherrn und Gutsbeſitzer zu werden? Werden endlich ſelbſt die beſten Fürſten, welche es durchaus redlich mit ihren Unterthanen gemeint haben, nicht ſobald als möglich Deutſch⸗ land verlaſſen und mit dem Reſte ihres Vermögens ein billiger geſinntes Vaterland aufſuchen? Kann das deutſche Volk bei einer ſolchen Auswanderung gewinnen? Nein, das Volk verliert, nur die Unruheſtifter, die Hungerleider ge⸗ winnen; die Deutſchen bezahlen wie immer ſchon ſeit 300 Jahren die Zeche.. b. Doch der Fall iſt gar zu unwahrſcheinlich, wir wollen zu dem zweiten übergehen. 5 g II. Die Fürſten weichen ohne Widerſtand der Gewalt, aber ſie flüchten ſich aus der Republik in das Ausland, weil ihre bisherigen Unterthanen ihnen nicht länger Sicherheit des Eigenthums und der Perſon gewähren. Das Beiſpiel haben wir vor Kurzem in Frankreich geſehen. Man wird dann die fürſtlichen Güter vielleicht mit Beſchlag belegen, ſie für National⸗Eigenthum erklären ganz nach dem 1 Eufluſte ech, da man * Hurſten pn, auch nich iy der dem Volk de ausgeben, der geringſte Auger, bezieht an die vielen der Fürſten an 2 w. fließen? Akraut mit der r wuft ſteilich e voll Fruͤchte, Anger nicht, bis dart iſt vielleicht en, aber man „ um geradere e Republik ſtan ollte, der mine H e uns ahnen. u Republik. agen giebt es, Furſun danfen zen Cinkunſte; u im Auslande; ſie kunnen und enkdar und nur Wie ſollen die crige Recht und n keinen Anſtoß ſerrdner wegen Nechenmeiſter? Burger, welche das Glſetz und e Leute, welche ſelben an dem „ bleße Stan- n endlich ſtlbſt cdlich mit ihren nodlich Deulſch Vermögens mn n das Nuit zen? Vu, das unider ge⸗ „ 155 Muſter von Paris. Der deutſchen Nation aber wird ſo wenig davon zu gute kommen als der franzöſiſchen davon zu gute gekommen iſt. Die übermüthigen Tagediebe in Paris haben die Millionen Louis Philipps verzecht oder verſchleudert. Sie fahren achtſpännig in die koͤniglichen Luſtſchlöͤſſer und laſſen es ſich wohl ſein. An ſolchen Gaſſen— republikanern würde es auch in Deutſchland nicht fehlen. Sie würden dem Bürger und Bauer jeden Vortheil vor dem Munde wegnehmen. Aber damit iſt die Gründung der Republik noch lange nicht bezahlt, es kommt noch weiter hinzu: a. Die von deutſchen Königen, Herzogen, Fürſten und Grafen, Prinzen und Freiherrn gemachten Aulehen, die 3½ prozentigen ſo gut als die 4prozentigen werden von dem Tage der Ausrufung der Republik an nicht mehr verzinst, noch viel weniger zurückbezahlt. Selbſt die Staatsanlehen und die Eiſenbahnaktien ſinken ſo tief im Werthe, daß Nie- mand mehr baares Geld dafür zu geben getraut. Unſer Muſter, die franzöſiſche Republik hat bereits auf dieſem Wege 800 Millionen Thaler eingebüßt. Wieviel mehr wird alſo ſchou in den Flitterwochen der deutſchen Republik ein ungeheurer Bankrott ausbrechen. Daran verlieren aber nicht etwa blos die Banquiers und die vornehmen Kapita⸗ liſten ihr Vermögen, ſondern auch ſämmtliche bisher Wohl- habende aus dem Mittelſtande; Bürger, Bauern, Kaufleute, Beamte, alle büßen ihr Erbtheil, ihr mit ſaurem Schweiße und Fleiße Erworbenes mit einem Schlage ein. Das Nämliche trifft die milden Stiftungen, die Vermächtniſſe unſerer Vorfahren und damit auch Manchen, der von Al⸗ moſen lebt. Ein Verluſt für ganz Deutſchland von min⸗ deſtens 300 Millionen Thalern. b. Mancher denkt: das trifft mich nicht. Aber es trifft ihn wohl. Wenn alle bisher vermögenden Leute nicht mehr bezahlen, ſo hängt ſich daran der Bankrott von zahl⸗ loſen Gewerbtreibenden, welche Forderungen an jene un— glücklichen Kapitaliſten hatten, oder bei ihnen Abnahme und Verdienſt fanden. Da hilft kein Gericht, da hilft keine Republik, der kleine Gewerbsmann geht mit dem großen zugleich zu Grunde, auch der geringſte Handwerker entgeht dem nicht. Alſo abermals ein Verluſt an Vermögen der Nation von mindeſteuns—— 100 Millionen Thaler. c. Nach einem großen Bankrott aber ſchwindet natür— lich alles Vertrauen, aller Kredit, Handel wie Gewerbe liegen darnieder. Alle Preiſe ſinken, Früchte, Häuſer, Güter— ſtücke— das Beſte hat keinen Werth. Jeder hält ſein Geld in der Kiſte, Jeder kauft nur das Nothwendigſte, Keiner giebt für Arbeit oder Vergnügen Etwas cus, ſelbſt der Taglöhner findet keinen Verdienſt mehr, auch der Staat ſchränkt die öffeutlichen Arbeiten ein. Der Anfang dieſes Zuſtandes liegt ſchon in Deutſchland vor Augen. In Frank⸗ reich in der freien, einigen Republik iſt es jedoch weit ärger. Dort beſteuert man Alles drei- und vierfach, ſelbſt das Bett, welches das Kind von ſeinen Eltern erbt, muß mit 10 Procent an die Republik verſteuert werden. Daher kam es, daß die ungerechter Weiſe aus Paris vertriebenen deut— ſchen Arbeiter nicht einmal Käufer für ihre kleinen Habſelig— keiten fanden und ſie unverkauft zurücklaſſen mußten. In Zahlen läßt ſich dieſes Elend, dieſe Trübſal nicht anſchlagen. Allein es bedarf keiner Prophetengabe, um auszuſprechen: Ein vollſtändiger Ruin alles Wohlſtandes, eine Verarmung, wie noch keine erlebt worden iſt, Das wird das Denkmal einer gewaltſamen Ein— führung der Republik in Deutſchland ſein. (Schluß folgt.) Rendel den 9. Mai 1848. Von einem Theil der wetterauer Wahlmänner des 5. Wahlbezirks wird in dieſen Tagen eine Proklamation an ihre Herrn Collegen, vornehmlich jenſeits des Mains, im Druck erſcheinen, welche in Nachſtehendem vorläufig hier mitgetheilt wird: An die Wähler des 5. Wahlbezirks im Großher— zogthum Heſſen: Deutſche Bruͤder und Landsleute! Der ernſte Tag der Wahl unſeres Vertreters in die conſtituirende National- verſammlung rückt mit jeder Stunde näher. Schon ſind die Wahlen in Stadt und Land zu Ende, ſchon nennt das Gerücht den Ort und die Zeit der Entſcheidung. Jetzt gilt es zu zeigen, daß wir es mit dem deutſchen Vaterland wohl meinen, jetzt gilt es zu zeigen, daß uns ein Herz für die Freiheit und die Größe unſeres Volkes ſchlägt. Mancher wackere Mann hat ſich in Wort und Schrift um das Ehrenamt eines Vertreters unſeres Bezirks beworben, hat offen und frei in der Volksverſammlung ſein politiſches Glanbensbekenntniß abgelegt, hat in kurzem Umriß eine Schilderung ſeines früheren Lebens gegeben.— Die öffent⸗ liche Meinung entſchied ſich hier für dieſen, dort fur jenen Bewerber; die Anſichten ſonderten ſich und dem ſtillen Be— obachter konnte es nicht entgehen, daß in den Verſamm— lungen zu Offenbach und Vilbel die Mehrheit der Stimmen ſich auf die Wahl des Advocaten Reh hinneigte. Otto aus Offenbach und Rieſſer aus Hamburg hatten fuͤr ihre Wahl wenig Ausſicht; einige Stimmen hörte man für Thudichum aus Rödelheim, einige für Pfarrer Flick aus Petterweil. Die Wahl Rehs ſchien geſichert. Man gab ſich ſogar unbeſorgt dem Gedanken hin, daß Reh vielleicht einſtimmig als unſer Vertreter aus der Wahlurne her⸗ vorgehen werde. Doch während wir ſchliefen ſäͤete der Feind Unkraut. Eine gewiſſe Partei ſchlich im Finſtern einher und ſuchte unſere Brüder jenſeits des Mains für ihre geheimen Plane zu gewinnen. Sie ſpiegelte den ſchlichten Landleuten die Gefahr ihrer Religion vor, um deren Stimmen für einen Mann der Unduldſamkeit und der Verdummung zu gewinnen. Miffel Gört! hort!) aus Mainz, ehemaliger Profeſſor in Gieſſen, gegen welchen die Regierung einſchreiten und ihn aus ſeinem fruheren Wirkungskreiſe entfernen mußte, und den das Gerücht, vielleicht nicht mit Unrecht, als ein dem Orden der Jeſuiten angehöriges Individuum bezeichnet, — RNiffel aus Mainz entblödet ſich nicht als Candidat für's deutſche Parlament aufzutreten! Er iſt ein Mann des Rückſchritts und würde in Verbindung mit einem Hoff— mann aus Ludwigsburg und einigen Herrn aus Bayern und Weſtphalen„unſere kaum geborne Freiheit untergraben helfen und unſer ſchönes deutſches Vaterland einem Bürger⸗ klieg entgegenfuͤhren. Alle Mittel ſind ſolchem Manne recht, um ſeine Plane zu verwirklichen. Er meint es mit dem deutſchen Volke nicht wohl, ſonſt wäre er offen und ehrlich als Bewerber aufgetreten und hätte nicht im Finſtern gewirkt, nicht im Geheimen ſeine Ränke geſchmiedet. So ſteht es, ihr Männer des 5. Wahlbezirks um unſre Wahl, Schmach und Verachtung des ganzen Deutſch— lands würde uns treffen, wenn wir einen Riffel zu un— ſerem Vertreter wählten. Euch daher, Ihr Brüder jenſeits des Mains! reichen Eure oberheſſiſchen Mitwähler die Bruderhand, Euch bittend, abzulaſſen von ſolchem Vorhaben. Eure Religion iſt nicht in Gefahr, denn um dieſe handelt es ſich nicht auf dem deutſchen Reichstage. Um ein großes freies Staatsgebäude handelt es ſich dort, an welchem nur Männer, die die Freiheit lieben und ſie wollen, an welchem nur Männer, die Niemand außer ihrem Gewiſſen und Gott * 156 Gehorſam ſchuldig ſind, als Baumeiſter mitarbeiten können. Und dieſe Freiheit untergräbt die Religion nimmer. Blicket hin nach Rom, wo Pius IX. vor allen Fürſten Europas, das Banner der Freiheit zuerſt ergriff, und folget ſeinem Beiſpiel nach! Euch, ihr oberheſſiſchen Mitwöhler gilt unſer zweiter Gruß! Laßt die Zerſplitterung fahren, damit wir nicht Schmach ernten! Schließt euch eng an einander an, einigt Eure Stimmen für Einen Mann,— für den Mann, dem die Mehrheit ihr Vertrauen ſchenkt. Denn es gilt hier die Wahl eines Riffel oder Reh, die Wahl eines Mannes des Rückſchritts, oder eines Mannes, der durch ſein ganzes Leben gezeigt hat, daß er es mit der deutſchen Freiheit, mit dem Volke ehrlich meint. Euch, Ihr Mitbewerber um dieſen Ehrenpoſten, Euch Ihr wackeren Männer gilt unſer dritter Gruß! Ueberzeugt Euch vor der Wahl, ob Ihr für Euch auf eine kleine Minderheit oder die große Mehrheit der Stimmen rechnen könnt, und tretet dann im erſten Falle zu Gunſten des Fortſchrittscandidaten von Eurer Bewerbung zurück. Wir beſchwören Euch bei Eurem Patriotismus, rettet unſern Bezirk von einer großen Schmach, da nur durch Euren Rücktritt aus der Zerſplitterung eine Einheit ermöglicht wird. Für Schleswig-Holſtein ſind ferner eingegangen: durch Landrichter Hofmann, Ertrag fl. kr. einer Sammlung zu Bönſtadt durch Carl Wahl: von Bürgermeiſter Fink in der Gemeinde Beienheim geſammelt 3 o Ingenieur Hochge ſand a eee g 5 19 20 Hierzu die in Nr. 34 eingegangenen. 2185 28 Ertrag der Sammlung bis heute. 5 48 Nach Abzug der am 13. v. M. an die proviſoriſche Regierung für Schleswig⸗Holſtein abgeſendeten — bleiben 87 48, welche unterm heutigen ebenfalls von hier abgeſchickt werden.— Indem wir ſämmtlichen Gebern nochmals freundlichſt danken, namentlich auch bemerken, daß die Carl Bindernagel'ſche Buchdruckerei alle den Gegenſtand betreffenden Inſerate koſtenfrei beſorgt hat, erklären wir hiermit, in Hin⸗ ſicht auf die günſtige Wendung, welche die Sache Schleswig⸗Holſteins nunmehr gewonnen hat, die Sammlung für geſchloſſen. Friedberg am 10. Mai 1848. Das Volkscomité daſelbſt und in d. A. Textor, Schriftführer. Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 10. Mai 1848. Einig! Kräftig! der bevorſtehenden Wahl! Wahlmänner des fünften Wahlbezirks. (Folgen die Unterſchriften.) Beharrlich!— Worte des greiſen Itzſtein— ſie ſeien unſer Aller Loſungswort bei Aufgefahrenſ Verkauft! 7 3 Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (Mltr)](Mtr.) d ah kr. Waizen 22 13% 9 90 Korn 25 25 6 35 Gerſte 15 3 5 20 Hafer.— 3— 2 Kartoffeln—— 2 2 Roggenmehl.—. NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, und Gerſte 170 Pfund gerechnet. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. Bekanntmachung. Holzverſteigerung im Domanialwald Burgwald, Reviers Oberrosbach betreffend. (631) Mittwoch den 17. d. M., wird in dem oben bemerkten Walddiſtrict das nachverzeichnete Holz an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 1 ½ Stecken eichen und 1 Stecken nadel Scheitholz, 8% Stecken birken und ½ Stecken aspen Prügelholz, 12 Stecken eichen und nadel Stockholz, 3125 Wellen buchen-, 8512 birken⸗, 800 Wellen aspen ꝛc. Reiſerholz, 6 Stämme eichen Werkholz und 5 Stämme nadel Bauholz, 3 Stück Nadelholzſtangen. Der Holzſchlag liegt an der von Ockſtadt nach dem Forſthaus Winterſtein führenden Straße und wird daſelbſt präcis 8 Uhr mit der Verſtei⸗ gerung begonnen. g Oberrosbach den 4. Mai 1848 Der Gr. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Frucht ⸗Verſteigerung. (612) Dienſtag des 16. l. M., Nachmittags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe von dem Fruchtvorrath des Auguſtiner Schulfonds, ohngefähr 50 Malter Korn, zwei Malterweis meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 11. Mai 1848. 5 a Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Arbeits ⸗Verſteigerung. (63) Olenſtag den 16. l. M., Morgens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das Pla⸗ niren einer Strecke Weges an den Straßheimer Wieſen wenigſinehmend verſteigert. Friedberg den 11. Mai 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Mobiliar⸗Verſteigerung. (6110 Montag den 22. l. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, wird der Nachlaß der Ernſt Philipp Vogts Wittwe, in dem Sterbehaus, beſtehend in Silber(worunter verſchiedene Mün⸗ zen), Kupfer, Zinn, Holzwerk, Weißgeräth, Bettwerk u. dergl., öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg den 11. Mai 1848. In Auftrag: Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Arbeits ⸗Verſteigerung. 6615) Künftigen Dienſtag den 16. Mai l. J., Vormittags um 10 uhr, ſollen in der Wohnung des Herrn Gaſtwirths Hieronimus dahier fol⸗ gende Arbeſten öffentlich an den Wenigſtneh⸗ menden verſteigert werden: 1) die bei der Aufführung einer Stützmauer am Burgberg dahier vorkommende Maurer⸗ arbeit, im ganzen zu 392 fl. 34 kr. ver⸗ anſchlagt; 2) die Anlieferung von 8 Cubikklafter Mauer⸗ ſteine, von 110 Bütten Kalk und 4 Cubik⸗ klafter Sand. Frledberg den 10. Mai 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Gras⸗Verſteigerungen. (616) In Folge des von den Landffänden bei der Gr. Heſſ. Sfaatsregierung geſtellten An⸗ trags(Regierungsblatt Nr. 26 S. 200 F. 58 von 1847) iſt verfügt worden, daß die Gras⸗ nutzung an den Chauſſcen öffentlich an die Meiſt⸗ bietenden verſteigert werden ſoll. In Auftrag Gr. Heſſ. Ober⸗Baudirection werden zu den Grasverſteigerungen an den Chauſſeen im Bau⸗ bezirk Friedberg, folgende Termine anberaumt: 1) In Niedermörlen im Gaſthaus zum Löwen Dienſtag den 16. Mai l. J., Vormittags um 10 Uhr, von der Chauſſee von Butzbach bis zur kurheſſiſchen Grenze bei Nauheim, und don der Chauſſee von Niedermörlen bis Ziegenberg. a 2) In Friedberg bei Herrn Gaſtwirth Hiero⸗ nimus Mittwoch den 17. Mai l. F., Vor⸗ mittags um 9 Ühr, von der Chauſſee von der kurheſſiſchen Grenze über Friedberg und Oberrosbach, bis zur Heſſ. Homburgiſchen Grenze. a 3) In Oberwöllſtadt bei Herrn Gaſtwirth Brauburger Mittwoch den 17. Mai l. J., Nachmittags um 2 Uhr, von der Chauſſee von Friedberg bis Okarben. 4) In Kloppenheim bei Herrn, Gaſtwirth Scheuerich Donnerſtag den 18. Mai l. J., Vormittags um 10 Uhr, von der Chauſſee von Okarben bis zur Dortelweiler Grenze. 5) In Vilbel auf dem Rathhaus Donnerſtag den 18. Mai l. JI, Nachmittags um 2 Uhr, von den Chauſſeen in der Gemarkung Vilbel. 6 In Obereſchbach bei Herrn Gaſtwirth Fritzel Freitag den 19. Mai 1. J, Vormittags um 11 Uhr, von der Chauſſee von der Frank⸗ furter Grenze bis zur Homburger Grenze. 7) Auf dem Ilbenftädter Chauſſeehaus Freitag den 19. Mai 1. J., Vormittags 10 Uhr, von der Chauſſee von Niederwoͤllſtadt über Aſſenheim, in der Richtung nach Dorn⸗ aſſenheim, und von der Chauſſee von Ilben⸗ ſtadt über Kaichen und Heldenbergen bis zur kurheſſiſchen Grenze. 8) In Niedermoxſtadt auf dem Rathhaus Sam⸗ ſtag den 20. Mai l. J., Vormittags um 11 Uhr, von der Chauſſee von Ranſtadt 15 nich a. 8 n iges Gnen z hir 0 Polſring m in d. 4 Scratführcr. 7—— 1 —— Aittelpreiſt An 9 J 35 00, Kom 190, ig an die Meift⸗ 1 J Auftrag UD M aufen im Bau⸗ unt anbtraumt: chaus zum Löwen J, Jomittags tt ven Bußbach unt dei Nußtim, Nirdcmörlen bis über Niederm oxſtadt und Stammheim bis zu den Nonnenſtümpfen. 9) In Altenſtadt bei Herrn Gaſtwirth Holz⸗ apfel Montag den 22. Mai l. J, Vormit⸗ tags um 11 Uhr, von der Chauſſee von Ildenſtadt bis Altenſtadt. 5 10) In Lindheim bei Herrn Gaſtwirth Koch an demſelben Tag, Nachmittags um 3 Uhr, von der Chauſſee von Selters über Glau⸗ berg, Lindheim und Langenbergheim, bis zur kurheſſiſchen Grenze, und von der Chauſſee von Altenſtadt über Düdelsheim bis Büches. 11) In Büdingen bei Herrn Gaſtwirth Walz Dienſtag den 23. Mai l J., Vormittags um 10 Uhr, von der Chauſſee von Büches bis zur kurheſſi chen Grenze, in der Richtung nach Geluhauſen. 5 Friedberg den 10. Mai 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Obligations⸗Verlooſung. (647) Bei der unterm 15. April vorgenom⸗ menen Verlooſung hieſiger Gemeinde-Partial⸗ Obligationen, wurden die Nro. 72 88 5. 19. 73. 76 2. 99. 119. 165 156. 116. 130 118. 141. 143., im ganzen alſo 2400 fl. rückzaplbar. Den Inhabern der gedachten Parnal⸗ Obligationen wird dieſes unter dem Bemerken eröffnet, daß die Empfanguahme jener Kapitalien bei der hie⸗ ſigen Gemeindekaſſe, oder bei den Handlungs⸗ bäuſern Lindheimer zu Friedberg bis zum 30. Juni d. J. um ſo gewiſſer erfolgen muß, als von da an die Verzinſung derſelben aufhört. Okarben den 2. Mai 1848 Der Großh. Heſſ Bürgermeiſter Jän g Bekanntmachung. (648) Mittwoch den 17. Mai, von Vormitk⸗ tags 8 Uhr an, ſoll in der Wohnung des dahier verſtorbenen Conrad Schäfer deſſen ſämmlicher Mobiliarnachlaß, als: 1) ein nech ganz guter Wagen mit eiſernen Axen, 2) ein vollſtändiger Pflug mit Egge, 3) drei ſich in gutem Stand befindliche Kühe, 4) zwei Schweine, zwei Schaafe mit Lämmer, 5) eine Kelter, Fruchtfegemühle, ſowie noch mehrere Oekonomiegerathſchaften; ferner Heu, Stroh und Früchte, Bettwerk, Weißzeug, Klei⸗ dungsſtiicke, Möbel und ſonſtige Hausgeräth⸗ ſchaften, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Nauheim den 9. Mai 1848. In Auflrag: Der Kurfürſtl. Heſſ. Bürgermeiſter Hartmann. N N n⁰ Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zwei Stück Aepfelwein, (69) vorzüglichſter Qualität, ſind wegen Wohnungsveranderung zu verkaufen. Bei wem? ſagt die Expedition dieſes Blattes. An die Wahlmaͤnner des 8. Wahlbezirks. 660) Die Wahl des Abgeordneten fuͤr den 8. Wahlbezirk wird Montag den 15. d. M., Vormittags halb zehn Uhr, hier in Friedberg vorgenommen werden. Zum Behuf moͤglichſter Verſtändig⸗ ung und freundſchaftlicher Beſprechung über die vorzunehmende Wahl, dürfte * 157* eine Vorverſammlung der Wahl⸗ männer, vor der eigentlichen Wahl- handlung, von unbeſtreitbarem Nutzen ſein. Im Intereſſe der hochwichtigen An⸗ gelegenheit, ſowie in Folge bereits mehrfach deshalb an uns ergangenen Aufforderungen, richten wir hiermit an ſämmtliche Wahlmänner des 8. Wahl— bezirks die eben ſo dringende, als freund— liche Einladung, ſich zu dieſer Vor— verſammlung, an dem Wahltage ſelbſt, Morgens um 7 Uhr, in dem Saale des hieſigen Bürgers Gaſtwirth Gerlach einfinden zu wollen. Friedberg den 10. Mai 1848. Das Volkscomité daſelbſt und in deſſen Auftrag der Schriftführer: Te tie n An meine Mitbürger! (6510 Es iſt mir mehrſeitig das Gerücht zu Ohren gekommen, daß mich viele meiner Mit— bürger beſchuldigen, durch eine ſchon vor längerer Zeit an Gr Kreisrath eingereichte Beſchwerde— vorſtellung über die ungleichmäsige Vertheilung der Einquartierung in hieſiger Stadt für die minder bemittelten Quartierträger eine drücken⸗ dere Beläſtigung hervorgerufen zu haben. Wenn dieſes wirklich der Fall ſein ſollte, ſo wäre gerade der gegentheilige Erfolg meiner Beſchwerdevor— ſtellung von 1846 erzweckt worden. Die Schuld läge aber keineswegs an mir, ſondern nach ein— gezogener Erkundigung, ſoll die jetzige Verthei⸗ lung der Einquartierung auf eine von früher her üblichen Norm beruben. Dieſe wahrſchein⸗ lich ſehr mangelhafte Ordnung. aus einer alten Zeit herrührend wäre dann die Urſache von dieſer Eintbeilung auf die mehrere Kochherde beſitzende Klaſſe in unſerer Stadt, wogegen ich auch pro⸗ teſtirt habe. Ich bitte meine Mitbürger, meine wohlgemeinte Ab ſicht keine böswillige oder gar eigennüßige zu nennen, da, was mich ſelbſt be⸗ trifft, ich mich durchaus keiner Erleichterung der Einquartierungslaſt zu erfreuen habe. G Fr. Schweitzer. Schwalheimer Brunnen. (632) Sonntag den 1. Mai l. J., wird das Nachkirchweihfeſt dahier gefeiert, wozu höflichſt einladet enkel. Schießwaffen. (653) Bei Unterzeichnetem ſind eine Büchſe und Doppelflinte, beide mit Feuerſchlöſſern, zu verkaufen. Ockſtadt am 10. Mai 1848. Alt, Forſtrechner. Ein Wetterauer (64) denkt gar nicht daran, daß der Be⸗ rathung in Frankfurt Vieles überlaſſen bleiben muß, und daß ich die Gründe und Anſichten aus Süd und Nord hören will, um für eine Verfaſſung ſtimmen zu können, welche ganz Deutſchland befriedigen ſoll. Ueber die Ver⸗ tretung der Einzelſtaaten und Regierungen ent⸗ halten andre Wahlbriefe gar nichts, und mir ſoll es verargt werden, daß ich beſcheiden angebe was mir das Geeignetſte ſcheint! Mein offnes und ehrliches Wort iſt mündlich und ſchriftlich kund geworden, und der Zweifel, ob ich ihm treu bleiben werde, iſt eine Verdächtigung, deren ein deutſcher Mann ſich ſchämen ſollte. Moriz Carriere. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Jubilate den 14. Mai 1848. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. (Abendmahl.) Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Conrector Kromm. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Crößmann. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Fruchtpreiſe. 10. Mal. 5. Mai. 3 Mal. Gattung. Fried⸗; Die⸗ berg Mainz burg fl. J kr. fl. kx. fl. K. Waizen pr. Malter 9 30919 910 Korn„ 755 6 35 6 10 620 Gere„un 5 20 9126 515 Hafer„ 75 41301 311 3130 Polizei ⸗ Taxe fuͤr die Städte Friedberg und Butzbach vom 13. bis 19. Mai 1848. 2 b Fried- Butz⸗ S Brod⸗Preiſe. berg. bach. 852 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 21 21 212 2 7. 11 4* 4 3 4„, 7 82192 Lth. Lth. — Milchbrod 15 15 —Waſſerweck 1415 ¼ —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15¼ 15¼ Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch te 5— 121— 45 95 gemäſtete 10— Kühfleiſch l 9——— ; 14% gemaſtetes 8— 181— 5 Rindffeiſch ungemaſtetes 1 „ Kalbfleiſch. 6 „ Schweinenfleiſch 134— 113— „Hammellleiſch. „ Schaaflleiſch 5— 5— „Wurſt von blos Schweinen 16— 16— „Gemiſchte Wurſt n „ Bratwurſt 18— 18— „Schwartenmagen 18— 18— „Geräucherter Speck 28— 28— „Schinken 20— 20— 17 eee 211— 1211— Schweinenſchmalz, 8 e 27— 27— unausgelaſſen 24— 24— „ Nierenfett 24— 24— „ Hammelsfett 1181— 1181— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d K. Friedberg Küchler. Gedruckt und verlegt unter Ver antwortlichkeit von Car! Binder nagel in Frledberg. Zur Aufklärung. .„ Da ſich viele Friedberger Bürger, ohne Zweifel in Gefolge ihrer Unkenntniß der Verhältniſſe, der ſ. g. Märkereiberechtigten bei ihren gewaltſamen Eingriffen in das Eigenthum der Gemeinde Fauerbach II. auf ſehr thätige Weiſe annehmen, ſo daß nicht nur eine Alarmirung der Bürgerwehr zu Friedberg, ſondern auch perſönliche Mißhandlungen und Angriffe auf die öffentlichen Diener ſtattge⸗ funden haben, ſo halten wir uns zur Aufrechthaltung des Friedens mit unſerer Nachbargemeinde, der bisher ſo ungetrübt beſtand, verpflichtet, folgende Darſtellung des Sachverhältniſſes zu veröffentlichen. Den altbürgerlichen Märkere, berechtigten zu Friedberg, d. h. dem Beſitzer eines gewiſſen Acker⸗ feldes,„im Holz/ genannt und in ber Fauerbacher Gemarkun ggelegen, ſteht das Recht der Hut auf einem Theil der Fauerbacher Gemeindswieſe, von der Hockenmühle an, zu, welches bisher ganz den recht⸗ lichen Grundſätzen über dergleichen Gerechtigkeiten entſprechend in der Weiſe aus geübt wurde, daß der größere Theil dieſer Wieſe eingeheegt und das Gras zum Vortheil der Gemeinde verkauft wurde, während ein anderer Theil etwa 3— 4 Morgen für die Märkereiberechtigten zur ſtändigen Behüͤtung freigelaſſen blieb, und die Hut erſt nach der Heuerndte auf der ganzen dem Hutrecht unterworfenen Fläche aus geübt wurde. 8 Schon ſeit mehreren Jahren mißbraucht aber ein einzelner der Berechtigten dieſes Hutrecht auf höchſt ſtraͤfliche Weiſe; er treibt, was die Berechtigung nicht geſtattet, ſein Vieh früh Morgens oder Abends ohne Hirten auf die Weide, weßhalb er auch bereits mehrmals Strafe erlitten hat; er treibt auch mehrere Stücke zur Heerde, als ihm die Berechtigung geſtattet; er hat ſchon im vorigen Jahre, gegen den Willen des Hirten, die Heerde in die eingeheegten Diſtricte getrieben, und in dieſem Jahre auch die übrigen Märkereiberechtigten angereizt, die Heege nicht mehr zu beachten und ihre Heerde in das Eingeheegte eintreiben zu laſſen: wogegen die Gemeinde ſich in ihrem Beſitze zu ſchützen genöthigt iſt, was denn die Veranlaſſung zu den bisherigen Auftritten gegeben hat, die wir zwar beklagen, aber wenn fernere gewaltſame Eingriffe verſucht werden, zu verhindern außer Stande ſind, da ſich die Gemeinde Fauerbach in dem bisherigen Beſitzſtande ſchützen muß, und denſelben in keiner Weiſe verändert, namentlich die Heege nicht, wie ausgeſprengt wurde, vermehrt hat, und keinen Falls das Hutrecht ſo weit ausdehnen laſſen kann, daß ſie von ihrem Eigenthum nichts mehr übrig behält, wobei ihr auch die Geſetze zur Seite ſtehen, die eine ſolche Ausdehnung bloſer Berechtigungen nicht zulaſſen. Hiernach können wir nur noch den Wunſch äußern, daß die Berechtigten von gewaltſamen Eingriffen abſtehen, und Unbetheiligte ſich aller Einmiſchung enthalten möchten. Fauerbach II. den 10. Mai 1848. Für den Orts vor ſt and: Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi. reh. hab ſch Am Aw Ar Am tulay ſuts ihres endig Dee