enz-Blatt flüür die 1 1 ee Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, n fz den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke Krit 1 im Beſonderen. *— 8 r ññññ:˙̃ñ̃ n M29. Sonnabend, den 8. April 1848. kuden ä gehörig ihren. Sind die Kartoffelſtücke weiß, ſo hat das Saflerwaſſer eine braungelbe Farbe und einen übeln „„ bocalſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins fuͤr Friedberg und die Umgegend. Da viele Schüler der hieſigen Gewerbſchule, insbe⸗ ondere die Bauhandwerker für den Sommer ſo ſehr be⸗ chäftigt ſind, daß ſie dem Unterrichte nicht regelmäßig zeiwohnen können, ſo iſt derſelbe vom 1. d. M. an bis nach Oſtern, vorerſt ausgeſetzt worden. Dagegen wird der Anterricht im Zeichnen nach dieſer Zeit an den Sonntagen wieder ſtattfinden und erſuche ich daher diejenigen Schüler, welche an demſelben Theil zu nehmen wünſchen, ſich vorher ei mir zu melden. Friedberg den 6. April 1848. F. d. Vorſtand Wahl. Kartoffelmehl oder Stärke mittelſt Schwefelſäure aus Kartoffeln zu gewinnen. Sehr wichtig iſt die Erfindung des Chemikers Haſſen— dein, Oberlehrers am Gymnaſium zu Gotha, aus den Nartoffeln mittelſt Schwefelſäure Kartoffelmehl oder Stärke mit Leichtigkeit und geringen Koſten zu gewinnen. Die Sachſen⸗Meiningen'ſche Regierung hielt den Gegenſtand Für werth, ihn im Regierungs- Amtsblatt zur allgemeinen Renntniß zu bringen. Um Kartoffelmehl oder Stärke zu Sereiten, wurden ſonſt die Kartoffeln auf gewöhnliche Art zu Brei gerieben und dann ab- und ausgewäſſert, wodurch man im Durchſchnitt 10—15 Procent zwar ſehr feines aber dadurch auch theures Mehl gewann. Nach Haſſenſteins Methode werden aber die Kartoffeln, um die eben ſo un⸗ angenehm riechende als der Geſundheit des Menſchen weniger zuſagende narcotiſche Feuchtigkeit, welche bei dem Brannt⸗ weinbrennen das Fuſelöl veranlaßt, wegzuſchaffen und durch Mehrgewinn an Mehl eine größere Wohlfeilheit deſſelben zu bezwecken, wenn ſie gehörig gewaſchen, in 4—6 Stücke ſcheibenförmig geſchnitten. Auf 100 Pfund reines Waſſer wird nur 1 Pfund engliſche Schwefelſäure zugeſetzt, und in dieſes geſäuerte Waſſer werden die geſchnittenen Kartoffeln in ein verhältnißmäßig größeres Gefäß eingeſchüttet, wo ſie 24—48 Stunden, oder ſo lange ſtehen bleiben, bis ſie tatt des glaſigen Anſehens und der gelbbraunen Farbe eine weiße angenommen haben, d. h. das narkotiſche Fuſelwaſſer usgezogen iſt. Alle 6— 8 Stunden muß man die Maſſe Geruch angenommen; es wird nun abgegoſſen und die Kar⸗ toffelſcheiben werden ſo lange mit reinem Waſſer abgewäſſert, als daſſelbe keinen ſauren Geſchmack mehr beſitzt. Man kann dies auch durch Lakmuspapier unterſuchen: färbt daſſelbe nur wenig roth, ſo ſind die Kartoffeln genug gewaͤſſert. Um die Kartoffelſcheiben nun zu trocknen, breitet man ſie frei auf Leinwand oder Horden aus und bringt ſie in die Luft oder an die Ofenwärme. An Gewicht erhält man 25 Procent trockener roh ungeſäuerter Kartoffelſtücke von ſchönem, weißem kreideartigem Anſehen, die auf der Getreidemühle gemahlen, ein feines, ſehr weißes Mehl und nur wenig Kleie geben. Grob geſtoßen und durch Siebe geſchlagen, bekommt man einen dem Sago ähnlichen Gries. Das gewonnene Mehl iſt wenigſtens zu dem Durchſchnittswerthe von Weizen- und Roggenmehl anzunehmen, das Pfund davon kommt auf 10 ¼ Pf. zu ſtehen, und der Dresdner Scheffel Kartoffeln läßt ſich hierdurch zu 21 Ngr. 6 Pf. verſilbern. Die beſten Kartoffeln zur Mehlbereitung ſind die Lerchenkartoffeln. Das Mehl läßt ſich ſehr gut zu Semmeln und Brod ver— backen, und zwar nimmt man zu Semmelu drei Viertel Weizen- und ein Viertel Kartoffelmehl. Dieſes Gebäck hat ein beſſeres Anſehen und ein beſſern Geſchmack als das aus reinem Weizen- und Roggenmehl dargeſtellte. Die Vortheile des Verbackens des Kartoffelmehls mit Roggen— und Weizenmehl beſtehen aber hauptſächlich darin, daß erſteres faſt doppelt ſo viel Waſſer annimmt als letztere beide Sorten, mithin im Gewicht mehr Brod liefert, und dies beſonders ſehr ſättigend und nachhaltend iſt. Man kann dieſes Mehl auch zu Kuchen und allerhand Speiſen, zu Bier, Stärke, Syrup und Zucker verwenden, zu welchem letztern Zwecke man die Kartoffelſtuͤcke nach dem Auswaſchen ſogleich zu Brei verarbeitet und mit Waſſer von 70 Gr. Wärme mit Gerſtenmalzſchroth in Stärkeſyrup umwandelt. Mannigfaltiges. Streichriemen aus Lindenholz.— Wenn ein Raſirmeſſer auf Leder gedrückt wird, ſo gibt dieſes dem Drucke der Hand nach, erhebt ſich aber ſchnell wieder, ſo— bald die Schneide entfernt iſt, und durch tägliche Wieder- holung dieſer Operation wird die Schneide ſehr bald abge⸗ * % 116. rundet und abgeſtumpft. Dieſe Betrachtung führte einen Engländer darauf, die Anwendung von Leder aufzugeben und nur ein weiches Stuͤck Lindenholz von ſolcher Stärke, daß es ſich nicht bog, anzuwenden. Er beſchmierte beide Seiten dünn mit Talg und rieb es, auf der einen Seite Reißblei, auf der andern Polirroth, beide natürlich in ge⸗ ſchlemmtem Zuſtande, ein; eine 3— 4 malige Wiederholung reichte hin, um eine gute Fläche herzuſtellen. Ein Meſſer von gewöhnlicher Qualität wurde 13 Jahre hindurch täg⸗ lich gebraucht und nur auf einem Streichriemen gedachter Art abgezogen; es zeigte nach dieſer Zeit noch eine ſo voll⸗ kommene Schneide, als wenn es eben aus des Fabrikanten Hand gekommen wäre. (Polytechn. Centralblatt. 1847. S. 457). Für die armen Schleſier ſind ferner noch eingegangen: von der Gemeinde Großkarben 25 fl., von einem armen Dienſtboken durch Pfr. Buch hold 12 kr., zuſammen 25 fl. 12, deren richtigen Empfang ich mit aufrichtigem Danke gegen die edelen Geber beſcheinige. Die ganze Einnahme beträgt nunmehr 1385 fl. 25 kr. Ueber 495 fl. 15 kr. iſt mir Quittung des Breslauer Comités zur Milderung des Nothſtandes in Oberſchleſien vom 23. März, unterzeichnet vom Grafen von Burghauß und„tief gefühlteſten Dank im en der Un⸗ glücklichen ausſprechend“ zugekommen; ebenſo habe ich Quittung über 227 fl. 30 kr. und 432 fl. d.d. Breslau 28. März erhalten und beide liegen ſtets zu eines Jeden Einſicht bei mir bereit. Heute habe ich noch 230 fl. 40 kr., den Reſt meiner Einnahme, nach Breslau abgeſendet nnd weil nunmehr wahrſcheinlich meine Beziehungen zu dem Publikum, in meiner Eigenſchaft als Anwalt der unglütklichen Schleſier, zu Ende find, ſo drängt mich meln Herz, Allen, die auf meinen Ruf gehört und mir vertrauensvoll ihre milden Gaben zur Weiterbeförderung überliefert haben, für dieſe ihre Bereitwilligkeit zu helfen und für dieſes mir bewieſene Ver⸗ trauen, nicht blos im Namen der Unglücklichen, denen die Hülfe wurde, ſondern auch in meinem eigenen Namen den herzlichſten Dank abzuſtatten. — Ich rede Euch nicht von dem Anſpruch auf den Lohn bes Himmels, den ihr durch euere Liebesopfer Euch erworben,— ich rede Euch nicht von der Ehre, die Ihr durch eure reichlichen Spenden unter den Brüdern gewonnen habt,— wir haben nicht gegeben um des Lohnes willen, wir haben nicht gegeben um der Ehre willen, wir haben gegeben, weil wir nicht anders konnten, weil uns unſer Gefühl dazu nöthigte, wir haben gegeben, damit Jene nehmen könnten, wir haben gegeben, um zu geben—— ſo ſeid denn ſelig im Gefühl des Gebens und Gott der Herr erhalte es Euch für und für!! Friedberg am 6. April 1848. 5 Dr. L. Chr. Matthias. Markt ⸗ Bericht. Friedberg, am 5. April 1848. Aufgefahrenſ Verkauft 5 a Gattung.[ wurden] wurden Mittelpreiſe (Mltr.)(Mltr.) 1 Waizen 11 11 9 8 n 17 17 8 37 Gerſte 8 8 5 52 Hafe, 13 13 4 41 Kartoffeln 7 7 1 40 Roggenmehl.———— NB. In Friedberg wurde das Malter Waizen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, Hafer zu 120 und Kartoffeln zu 240 Pfund gerechnet. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N NN Arbeits- Verſteigerung. (601 Dienſtag den 11. April l. J, Vor⸗ mittags um 10 Ühr, werden in Ziegenberg in der Wohnung des Herrn Gaſtwirths Wick fol⸗ 10 gende Arbeiten öffentlich an die Wenigſtnehmen⸗ 1 den verſteigert. 1) Die Verfertigung der Chauſſirung der Straße 9 von Ziegenberg bis zur herz Naſſ. Grenze. 1600 2) Wegtransportirung der auf der planirten 10 Straße vorhandenen Steine und das Auf⸗ „ ſetzen derſelben. 1 3) Das Zerſchlagen von 45 Cbllftr. Steinen 100 aus dem Steinbruch bei Griedel und 21 0 Cbklftr. Steine aus dem Steinbruch am Galgenberg, welche auf den Bauaufſehers⸗ bezirk Nr. 1. verwendet werden ſollen Friedberg den 2, April 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg 60 Stockhauſen. N Bekanntmachung. e(467) Montag den 10. April d. J., werden 0 im Domanialwald Burgwald, Reviers Ober⸗ rosbach, an die Meiſtbietenden öffentlich ver⸗ ſteigert: 1 Stecken eichen Scheidholz, 29¼„ birken⸗ und 3 Stecken aspen Prü⸗ gelholz, 14„ eichen und birken Stockholz, 525 Wellen buchen⸗, 5943 Wellen birken⸗ und 3100 Wellen aspen Reiſerholz, 7% Wagen Leſeholz, 156 Cubikfuß Eichenſtammholz, ungefähr 1000 Gebund Heiden zu Backholz/ „ 50 Wagen Moos, Laub ꝛe. zu Streu. Zuſammenkunft und Anfang der Verſteige⸗ rung: Morgens 8 Uhr, auf dem von Ockſtadt nach dem Forſthaus Winterſtein führenden Weg. Oberrosbach den 29. März 1848. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach. Bingmann. 4 Steckbrief. (479) Magnus Herrmann von Mainzlar, Grßh. Landgerichts Gieſſen, iſt der Tödtung des Adam Bär von Bettenhauſen, Grßh. Land⸗ gerichts Hungen, dringend verdächtig. Beide ſtanden zu Anfang d. J. bei Müller Weiſenſee in Oſſenheim in Dienſt, von wo ſich jedoch Herrmann noch vor dem eingetretenen Tod des vulneraten Bär heimlich entfernt hat. Da an der Habhaftwerdung des gedachten Herrmann, deſſen dermaliger Aufenthalt hierorts unbekannt, viel gelegen iſt, ſo werden alle in⸗ und ausländiſche Gerichts⸗ und Polizeibehörden andurch erſucht, auf denſelben fahnden, ihn im Betretungsfalle arretiren und an uns abliefern zu laſſen. Friedberg den 1. April 1848. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Hofmann. Dr. Gilmer, Holz⸗Verſteigerung. (4800 Dienſtag den 11. April l. J., Morgens 8 Uhr, ſollen in dem Oberrosbacher Gemeinde⸗ wald in verſchiedenen Diſtricten nachſtehende Hozſortimente, als: 15% Stecken nadel Scheitholz, 1½„ birken Prügelholz, 3%„ nadel Prügelholz, 4„ eichen Stockholz, 27„ nadel Stockholz, 3562 Stück eichen Wellen, 1337½%„ nadel Wellen, 96 Stämme nadel Bauholz, 1039 Kubikfuß enthaltend, 191 Stangen Nadelholz, 123 ¼ Kubik⸗ fuß enthaltend und 1 Wagen, 6 Läſte allerlei Leſeholz öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Der Anfang wird im Salzberg gemacht Oberrosbach den 3 April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Bube cher Bekanntmachung. (481) Dienſtag den 18. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſoll der diesjährige Bedarf der hieſigen Saline an Nägeln im Geſchäfts locale der unterzeichneten Behörde an den Mindeſtfor⸗ dernden veraccordirt werden. Nauheim den 3. April 1848. Kurfürſtl. Heſſ. Salzamt. Schäffer. Schmincke. F. Schreiber. Hansmann. Holz⸗Verſteigerung. (482) Dienſtag den 11. d. M., Vormittags 9 Uhr, ſollen in dem Gemeindewald zu Roden⸗ bach, Diſtrict Lückenbüſch und Buchwald: 10 8 Stecken eichen Scheitholz, 20 2„ buchen Prügelholz, 30 87„ eichen u aspen Prügelholz, 49 24„ dergleiches Stockholz, 5) 3125 Wellen dergleiches Reisholz, 60 53 Kusel eichen Bau-, Werk⸗ und f ußholz, 79 1 Stamm kiefern Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz, 8) 15 Stuͤck aspen Stangen, 99 1500„ buchen Bohnenſtangen öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt im Lückenbuſch. Rodenbach den 4. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Hette rei ch. Bekanntmachung. (483) Dienſtag den 11. d. M., Vormittags 9 Ühr, ſollen in hieſiger Bürgermeiſterei eirea 250 Ctr. eichen Lohrinde 1848r Ernte öffent⸗ lich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Höchſt an der Nidder den 4. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Meininger. Eichenlohrinde-Verſteigerung. (A Montag den 10, April, Mittags 12 nor eh das dießjährige Ergebniß der Eichen⸗ lohrinde von eirca 200 Ctr. in dem Gemeinde⸗ wald Langenhain an den Meiſtbietenden verſtei⸗ gert werden. Langenhain den 3. April 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Huth. NN 453) 54 (185) gung des berg, drin, weilere dam merkungen Der Gen „Der W 0 1a ugetr dat „der bail Von die ingtie und Selbſt der weist jn wann dieſe ſoll? am Reg abo underſch jene An heſtet, Kreisbaun mein Hau lend mit. kreidbaun dut Bif weſen w. Sflind Gmande mir die fr Arn eo dach r. Nucl Saus ad Sie den dem Gen während de ma Borg zu wöl ger und Erben 0 Auf ung; lachen Vr. dat wir am fe wänd einem 0 0 Bur 1 große 3 119 f Die 9 90 eine Gch Wemeinde im JAhre — Ußpteiſe ua 12 ur(ichen a Gente“ vert N wat ⸗ Bekanntmachungen. Zwei bis drei Gymnaſiaſten, Real- oder Gewerbſchüler a(387) können Koſt und Logis erhalten bei Darmſtadt. Zinngießer Sack, Gaſtwirth zum Ochſen. Lehrlingsgeſuch. (388) Ein braver Junge kann in die Lehre treten bei 25 Darmſtadt. Chriſtian Sack, Zinngießermeiſter. Saatkuchen u billigen Preiſen bei 9 a Gebrüder Grödel. Abgedrungene Erklärung. (485) Die erſchienene ſogenannte Rechtfer⸗ tigung des Gemeindevorſtandes der Stadt Fried⸗ berg, dringt mir eine Erklärung und einige weitere damit im Zuſammenhange ſtehenden Be— merkungen ab. Der Gemeindevorſtand bringt vor: „Der Bürgermeiſter-Bericht vom 25. Mai „erläutert, daß der in der Nähe der Kirche „wohnende Schreinermeiſter Ruppel ſein „Haus unaufgefordert zum Pfarrhauſe an⸗ ygetragen habe— daß jedoch deſſen Offerte „darum unberückfichtigt geblieben ſeie, weil „der Gr. Kreisbaumeiſter ſolches als un⸗ „tauglich declarirt habe. Von dieſer Angabe weiß ich nicht das Ge⸗ ringſte und muß ſte für gänzlich unwahr erklären. Selbſt der angezogene Bürgermeiſterei-Bericht weist ja nicht einmal einen Jahrgang nach, wann dieſes Anerbieten von mir geſchehen ſeyn ſoll? am allerwenigſten wird ſich aber in der Regiſtratur der Bürgermeiſterei ein von mir unterſchriebenes Protocoll vorfinden, das jene Angabe des Gemeindevorſtands bewahr⸗ heitet. Noch unbegreiflicher iſt es mir, wie der Kreisbaumeiſter ohne vorgenommene Expertiſe mein Haus als untauglich erklären kann, wäh⸗ rend mir und meiner ganzen Familie von einem kreisbaumeiſterlichen Beſuche, der doch allerdings zur Beſichtigung meines Hauſes erforderlich ge— weſen wäre, nichts bekannt iſt. Stünde aber dieſe Thatſache auch ſo, wie der Gemeinderath ſolche niedergelegt, ſo erlaube ich mir die Frage an denſelben: Wo bleibt denn Ihre Conſequenz? Sie weiſen ja in Ihrer Rechtfertigung nicht nach, welches Gutachten der Gr. Kreiobaumeiſter in Bezug auf das Gros'ſche Haus abgegeben hat, woraus hervorgeht, daß Sie den Kauf ohne techniſches Gutachten mit dem Gemeinderath Gros zum Abſchluß gebracht, während Sie bei mir vor der Einlaſſung eine nachtheilige kreisbaumeiſterliche Declaration vorgeſchützt haben. Doch ich ſcheine vergeſſen zu wollen, daß mein Haus dem ſchlichten Bür⸗ ger und Schreiner Ruppel und nicht den reichen Erben eines Patriciers gehört. Auf die in Parentheſe angebrachte Bemer⸗ kung:(„Ruppel ſoll an der Spitze der frag⸗ lichen Proteſtation ſtehen) entgegne ich: Ruppel ſteht wirklich an der Spitze der Proteſtation, ſchämt ſich aber deßhalb gar nicht, da dieſelbe während ihrer Circulation im Laufe von nur einem Tage einen ſolchen Anklang gefunden hat, daß ſich über 100 Namen aus dem Kern der Bürgerſchaft von Friedberg dem meinigen an⸗ gereihet haben, zu welchen ſich ferner noch eine große Zahl angeſchloſſen, wenn man die Abgabe nicht et was übereilt hätte. Die Mißbilligung des fraglichen Hauskaufs war eine allgemeine, die zu verwiſchen die Rechtfertigung nicht geeignet iſt, obwohl der Gemeindevorſtand darin Zeugniß ablegt, daß er im Jahre 1848 thätiger war, als in vorher⸗ „ 117. gehenden Jahren; denn wenn man die Data vergleicht, ſo waren ſchon am 10. Auguſt 1846 mit dem Bürger Gerlach über einen Bauplatz zum Pfarrhauſe Unterhandlungen gepflogen, die am 7. Januar 1848 noch nicht ihre Erledi⸗ gung gefunden hatten. Da kömmt plötzlich das Gros'ſche Haus in Anregung, und die Herren Gemeindevorſteher werden von einem ſolchen Eifer angefacht, daß am 7., 10. und 20 Ja⸗ nuar 1848— alſo in 13 Tagen— Das abgewickelt wurde, was vorher einer 1½ jährigen Bemühung nicht möglich geweſen ſeyn ſollte!! Zu einer weiteren Beleuchtung der Rechtfer⸗ tigung laſſe ich Denjenigen, welche als„mehrere Bürger unterzeichnet„den offenen Brief an Bürgermeiſter und Gemeinderath der Stadt Friedberg“ im„jüngſten Tag abgefaßt haben, noch Stoff genug, und erlaube mir ſchließlich nur noch hinzuzufügen, daß der Glaube, den die Rechtfertigung von einer beſſern Anerkennung der Mehrzahl der Mitbürger vorausſetzt, in Bezug auf einen Theil der Unterſchrif⸗ ten, auf einer großen Täuſchung beruhen mag, die ſich bei der in Ausſicht geſtellten baldigen neuen Wahl in eine, keinen Zweifel mehr übrig laſſende Gewißheit auflöſen wird. Friedberg im April 1848. Franz Ruppel, Schreinermeiſter. Empfehlung. (486) Einem geehrten Publikum die An⸗ zeige, daß ich eine große Auswahl Regen⸗ und ruſſiſche Sonnenſchirme habe, ſowie, daß ich alle Sorten Stoffe beſitze, um jedes beliebige Muſter fertigen zu können. Sodann empfehle ich mich in allen Arten Reparaturen und werde meine Kunden prompt und billig bedienen. Friedberg den 6. April 1848. S. Garde, Schirmfabrikant in der Judengaſſe neben Herrn Specereihändler Goldmann. Ein Kindermädchen, (4877) von ſittlichem Charakter, kann ſogleich eintreten. Wo? ſagt die Expedition d. Bl. Güterverpachtung. (488) Montag den 9. April, Morgens 9 Uhr, will Unterzeichneter durch Herrn Bürgermeiſter Philippi, in der Wohnung des Gaſtwirths H. Sang II., nachverzeichnete Güter meiſtbietend verpachten laſſen. Im Holzfeld: Mrg. Vril. Ruth. 39½ am Markweg, daſelbſt, 1 4½ am Holzberg, 20% am Markweg, 12½ daſelbſt links, 36/ daſelbſt, am Bauernheimer Weg, 35½ am Hirſchenrain, 30½ daſelbſt, 33/ daſelbſt. Im Warthfeld: 6% in der dunkeln Gewann, 13 dafelbſt, 13 daſelbſt, daſelbſt, 35 zwiſchen den Hohlen, 36 an der Wüſtung, daſelbſt, 10 an der Steinbrückenhohl, 13½ daſelbſt,. N 82 S — 8 2 2 = 2 N —— —2 82 — 2 . ——— — 3 3 1 6¼ am Eyerträgerweg, 1 2 37 daſelbſt, 1 37% daſelbſt, 2 8% daſelbſt. erbach II. den 4. April 1848. Sang J. Fau Oeffentliche Bekanntmachung. (489) Das Reſultat der in der Bürgerver⸗ ſammlung am Samſtag den 1. d. M. beſchloſ⸗ ſenen und Montag den 3. beendigten Wahl zur Bildung eines Volkscomités, wird hiermit ver⸗ öffentlicht. g Zu Mitgliedern dieſes Comités find gewählt worden: 1) Landrichter Hofmann. 2) Hofgerichtsadvokat Trapp III. 3) Bergrentmeiſter Textor. 4) Beigeordnete Hecht. 5) Meßgermeiſter Hartmann Walz II. 6) Thierarzt Dr. Ritzel. 7) Apotheker Werner. 8) Bürgermeiſter Bender. 9) Buchbindermeiſter Nagel J. 10) Drehermeiſter Neiſel. 11) Poſtmeiſter Helmolt. 12) Dachdeckermeiſter Fiſcher. 13) Bäckermeiſter Carl Fritz. 14) Schreinermeiſter Pfeffer. 15) Apotheker Wahl Das Volkscomite wird es ſich zur Aufgabe machen, alle, ſowohl locale als politiſche eit fragen in den Kreis der öffentlichen Beſprechung und Berathung zu ziehen, überhaupt das voli⸗ tiſche Intereſſe rege zu halten und 10 kräftigen; auch Anträge an die Behörden, welche in Folge ſolcher Berathungen beſchloſſen werden ſollten, zu vermitteln. 5 Es wird ſich namentlich mit den in andern Städten des Landes gebildeten Comités in Re⸗ lation ſetzen, um dadurch den Weg zu gemein- ſamen Schritten anzubahnen. a Ohne beſtimmte Tage zu öffentlichen Be⸗ ſprechungen feſtzuſetzen, werden dieſelben ſo oft veranlaßt werden, als die Tagesereigniſſe den Stoff dazu liefern. Hiermit ſoll übrigens nicht geſagt werden, daß öffentliche Bürgerverſammlungen nur von dem Comité veranlaßt werden könnten; nur wird Jedermann, der irgend einen ihm wichtig dünkenden Gegenſtand in öffentlicher Verſamm⸗ lung berathen zu ſehen wünſcht, erſucht, ſolches einem Mitglied des Comités vorher mitzuthei⸗ len, oder Falls er die Vermittlung durch das Comité unigehen will, in dem Aufrufe zur Ver⸗ ſammlung ſeiner Namensbeifügung den Gegen⸗ ſtand der Beſprechung anzudeuten. 85 In Auftrag des Volkscomités der Secretär deſ. Textor. Ein Stalleimer (490) wurde am 28. März an dem dem Haagk gegenüber befindlichen Leierbrunnen ſtehen gelaſſen. Der redliche Finder wird gebeten, den⸗ ſelben bei Friedrich Netz in Friedberg ab⸗ zugeben. Kleeſamen (491) ganz vorzüglicher Qualität bei Gebrüder Grödel. Bekanntmachung. (492) Nachdem am 3. April d. J. der Bei⸗ geordnete Nürnberger in Wiſſelsheim durch die Schelle die Einwohner zu einer Verſamm⸗ lung in ſeine Wohnung(Nürnberger iſt Schenk⸗ wirkh) einladen ließ, verſammelte ſich die Bür- gerſchaft in der Hoffnung, daß geſeßliche Vor⸗ ſchriften zur Kenntniß derſelben vorgetragen werden ſollten. 5 Obgleich der Beigeordnete in ſelbſteigener Perſon dienſtgemäß die Bürger hätte anreden ſollen, ſo ließ er ſolches der Frau Beigeordnetin zukommen, und da dieſe ein außerordentliches Rednertalent be 8 Herr Beigeordneter deßhalb nicht recht zum Wort kommen konnte, ſo ging die Bürgerſchaft ohne etwas Intereſſantes ver⸗ nommen zu haben, in erwünſchtem Wohlſein friedlich nach Hauſe. Mehrere Bürget. 5 —.—— 5 10 . 9 % 118 Au nz e i ig e (495) In die Mathildenſtiftskaſſe zu Friedberg können wieder Gelder zu 4 pCt. verzinslich eingelegt werden. Naſſauer Eiſen (451 per Pfd. à 5% kr. bei s Mit Grünwagenſchmier (493) empfiehlt ſich 18 Sigmund Simon, Seifen⸗ und Lichter⸗Fabrikant. Illuminations⸗ Lämpchen (49 das Stück zu 2 Kreuzer ſind zu haben bei Simon Simon, Eck der Judenſtraße. 77 ͤ 0 ð²b ß Einladung. (496) Diejenigen Frauen und Jungfrauen dahier, welche bereits ſich an der Stiftung einer Fahne für die hieſige Bürgergarde betheiligt haben, ſowie auch diejenigen, welche dies noch beabſichtigen, werden erſucht, ſich Sonntag den 9. d. M., nach beendigtem Nachmittags-Gottesdienſte, auf dem Rath⸗ hauſe dahier zu einer Beſprechung des fraglichen Gegenſtandes einzufinden. C ↄo» A ã y df/ T Feuer⸗Verſicherungs⸗Geſellſchaft Colonia, ſanktionirt durch des Großherzogs von Heſſen und bei Rhein Koͤnigl. Hoheit, Grundkapital 3 Millionen Thaler(8,280,000) (42) Nachdem die Geſellſchaft, in Erfüllung der in der Allerhöchſter Verordnung vom 26. November v. J. als Bedingung für den Genuß der Rechte eines inländiſchen Inſtituts bezeichneten Verpflichtungen, eine entſprechende Anzahl Actien im Großherzogthum begeben und ein Garantie⸗ Kapital beim höchſtpreislichen Miniſterium des Innern und der Juſtiz hinterlegt hat, eröffnet ſie ihre Geſchäfte im Großherzogthum mittelſt der nachbezeichneten, von den hohen und höchſten Be⸗ hörden beſtätigten Agenten, nämlich: En dere Provinz des Herrn Bürgermeiſters L. „„„ Trumpel in Bensheim, „„. Jagemann in Fürth, Gemeindeeinnehmers F. C. Steingötter in Langen, Kaufmanns Bernhard Otto Röhrig in Offenbach, „„ Gedmeindeeinnehmers Müller in Neuſtadt, in der Provinz Oberheſſen: des Herrn Ludwig Gerhard Haſt in Gießen, „„ P. Preuſſer in Friedberg, „„ Chriſtoph Funk in Hungen, „„ Auguſt Reuning in Nidda, „„ Ernſt Ramſpeck in Alsfeld, in der Provinz Rhein heſſen: des Herrn Ludwig Philipp Abreſch in Worms, „„ Gemeindeeinnehmers Fiſcher in Oppenheim, „„ Joh. Baptiſt Soherr in Bingen, „„ Gutsbeſitzer Ma ſchmann in Alzey, der„ Gebrüder Städel in Mainz, ſo wie des unterzeichneten vom höchſtpreislichen Miniſterium beſtätigten General ⸗ Agenten. 2 Die Geſellſchaft verſichert bewegliche Gegenſtände jeder Art, als: Kirchengeräthe, Hausgeräthe, Geſchäftsgeräthe, Waaren, Vieh, Viehfutter, Erndten, Fabrikgeräthe und Maſchienen u. ſ. w. gegen mäßige feſte Prämien, ſo daß der Verſicherte unter keinen Umſtänden eine Nachzahlung zu leiſten hat. Die Erwirkung der geſetzlichen Verficherungs-Genehmigung beſorgen die Agenten, und iſt der Antragende jeder der desfallſigen Bemühung überhoben. N Eine Taxation der Verſicherungsgegenſtände findet in der Regel nicht ſtatt.. Die Vernehmung der Nachbarn fällt allgemein weg, die Erklärung des Hauseigenthümers hinfichtlich des Miethers gleichfalls, wenn der letztere zum Handelsſtande gehört, und für die übrigen Miether iſt die Friſt der Erklärung auf 3 Tage beſchränkt. i 1 5 Die Verſicherungs-Genehmigungen erfolgen direct von den Herrn Kreis⸗ resp. Landräthen. Das Viſa der Polizen geſchieht durch den Allerhöchſt ernannten Special⸗Director der Geſell⸗ ſchaft, Herrn Geheimer Rath von Kuder zu Darmſtadt. 5 Formulare zu Verſicherungs⸗Anträgen und Abdrücken der allgemeinen Verſicherungs⸗Beding⸗ ungen, des letztjährigen Rechnungsabſchluſſes, ſo wie der Statuten der Geſellſchaft werden bei den Agenten unentgeltlich verabreicht. J. G. Kahlert, Darmſtadt den 17. März 1848. f General- und Hauptagent der Colonia. Unter Bezugnahme auf die vorſtehende Bekanntmachung beehre ich mich anzuzeigen, daß mein Büreau der Agentur der Colonia in meiner Wohnung„Ludwigsſtraße Nro 91/ ſich befin⸗ det, und daß ich zur Ertheilung von Auskunft zu jeder Zeit bereit bin und wird Herr Gemeinde⸗ baumeiſter Ruths während metner Abweſenheit die Geſchäfte der Colonia zu Friedberg beſorgen. Friedberg den 20. März 1848. a P. Preuſſer. Gebrüder Grödel. N e SGN Starkenburg: Köhl in Gernsheim, Kirchliche Anzeige für Friedberg. a Sonntag Judica den 9. April 184 Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Diaconus Baur. Vormittags predigt in der Stadtkirche: Herr Candidat U rich. Nachmittags predigt in der Stadtkirche: Herr Stadtpfarrer Fer tſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Engel. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Cappeſſer. Fruchtpreiſe. 5. Apr. 51. Mrz. 20 Mrz. Gattung. Fried⸗ f Die⸗ berg Mainz burg fl. kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter 9 8 92510— Korn 7 6157 7 12J 655 Gerſte„ 75 5 521 6151 5/20 „„ 41411 4/571 3145 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 8. bis 14. April 1848. 2 5 Fried⸗Butz⸗ E Brod ⸗Preiſe. berg.] bach. 8 kr. pf.] kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2137 21 7.. 5 1151 „ 5 10 210 2 5 Lth. Lth. — Milchbrod 145 15 — Waſſerweck 1159 Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15/ 15% Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch aetes 15 5 15 5 1 8 gemäſtete.— „Kühfleiſch ca 9 a 30 gemäſtetes 8— 18— 1 Rindſteiſc ungemäſtetes 111 „ Kalbfleiſch 6— 16— „ Schweinenfleiſch 14— 14— „Hammelfleiſch 9— 19— „ Schaaffleiſch e „ Wurſtvon blos Schweinen 160— 16— „ Gemiſchte Wurſt r „ Bratwurſt 1 „ Schwartenmagen 18— 18— „ Geräucherter Speck 28— 28— „ Schinken 20— 20— 1 S 1 21— 21— „ Schweinenſchmals, 0 ausgelaſſen 27— 27— unausgelaſſen 24— 24— „ Nierenfett 22— 24— „ Hammelsfett 181— 1181— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d K. Friedberg 1 i Krach, Gr. Kr. Sectr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Weil de politiſc D Häuslic Abenddt werden aber vb Wort, wird de Nun f zünden Jeden ö die oft der Fin aſch m uf o MN Fab erhalt ig, ſic dem hehre d die noch 8 Cohn bar die Freuden mand re beiſamm, rau, di welch 6 denn ae