ſeigen tg n 30. Jul n vernichttt: 118 „ N Sta dtkirche: 11 * Stadtfirche: 1718 1 r Surgkirche: Jet. er Burgfirche; in n Intelligenz- Blatt fuͤr die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 60. * 3— 2 Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: die Ausübung der Jagd. In Gemäßheit des Geſetzes vom 26. Juli d. J. wer⸗ ſen Sie angewieſen, die an die Gemeinde übergehenden Fagden innerhalb der Gemarkung binnen 14 Tagen mit Vorbehalt dieſſeitiger Genehmigung öffentlich zu verpachten und über den Erſolg Vorlage zu machen. Sollte ſich die Berechtigung der Gemeinde nicht auf die ganze Gemarkung er— frecken, weil Grundeigenthümer eine zuſammenhängende Grundfläche von 300 Morgen darin haben(Art. 4 des Geſetzes) beziehungsweiſe der Fall des Art. 5 eintritt, ſo ſind die Jagden vorerſt nach Ihren beſonderen Grenzen aufzunehmen. Sie werden bei der Verpachtung beziehungsweiſe die Pacht— ledingungen der früheren fiskaliſchen Jagden, inſoweit ſie richt nach dem neuen Geſetze zu verändern ſind, zu Grunde legen und insbeſondere die Art. 9— 13 zu beachten nicht iberſehen. Friedberg am 30. Juli 1848. Koch leer Au fr uf zur Bildung einer deutſch-evangeliſchen Nationalkirche. Wir haben in vielen Blättern in der jüngſten Zeit riel über religiöſe Freiheit in der evangeliſchen Kirche reden hören und nichts iſt natürlicher, als daß unſere Zeit der Bewegung auch auf das kirchliche Gebiet ihre Blicke richtet. Unter dem ancien régime war auch die religiöſe und kirch— lche Freiheit in ſchmachvolle Feſſeln geſchlagen, die beſte— lenden Kirchen waren durch den Einfluß der Staaten in Keſelbe Bureaukratie, welche in dieſen herrſchte, hinabge— ſunken, welche aber in der Kirche um ſo gefährlicher ſich außerte, weil unter dem hierdurch herbeigeführten ſtarren ſormendienſte alles geiſtige und religibſe Leben erlahmte und dahin ſtarb. So ſtand es namentlich in der evange— ſſſch⸗yroteſtantiſchen Kirche Nur hieraus läßt ſich erklären, daß es tauſende von Kirchendienern geben konnte, welche ihren Beruf ſchon dann erfüllt zu haben glaubten, wenn ſe dem Verwaltungsweſen der Kirche wohl vorſtanden, Mittwoch, den 2. Auguſt 1848. ja, daß man Geiſtlichen zu den höchſten und einträglichſten Stellen von Seiten der kirchlich-bureaukratiſchen Oberbe— hörden nicht nach ihrem ſittlichen und religiöſen Wirken in den ihnen anvertrauten Gemeinden, ſondern nach der guten Geſchäftskenntuiß, die ſie beſaßen, beförderte. Die Geiſtlichen waren nicht mehr Diener der Kirche, ſie waren eine beſondere Klaſſe von Beamten des Staates geworden. Und was hatten ſie, was war ihren Gemeinden, ja, was der ganzen Kirche zu ihrem Schutze gegen ſolche Unbilde von Seiten der übermüthigen Bureaukratie gegeben? Ach! nur— ſtille und ohnmächtige Seufzer! Um ſolchen Preis hatte die proteſtantiſche Kirche das Glück ihrer Bevorzu— gung als einer ſtaatlich anerkannten Kirche. Wahrlich, ein wenig beneidenswerthes Glück! Der Geiſt wahrer religiö— ſer Freiheit mußte unter ſolchem Druck geiſtloſer weltlicher Bevormundung ſchon längſt aus ihr entflohen ſein und, wunderbar genug! hatte ſich jener nur noch in den tole— rirten Sekten unverkümmert erhalten. Wahrlich, die Prote— ſtanten hätten bisher Urſache gehabt, ihre deutſch-katholiſchen Brüder zu beneiden wegen ihrer freien Kirchenverfaſſung. Man würde daher Unrecht thun, wenn man das bisherige ungenügende Wirken der proteſtantiſchen Geiſt— lichen dieſen zuſchreiben wollte, alle Beſſeren unter ihnen fühlten wohl das Ungenügende dieſer Zuſtände; allein ihre Hände waren gelähmt, ſie hatten nur Klagen und Thrä— nen. Den Laien war alle Mitwirkung an dem Fortbau der Kirche abgeſprochen, dadurch mußte dieſe zu einer todten Maſchine herabſinken, welche in dem Polizeiſtaate ihr treues Abbild hatte. Endlich iſt das vereinte Verlangen aller Confeſſionen Deutſchlands erfüllt worden: Freiheit des Cultus iſt jedem Deutſchen zugeſichert. Es wäre aber nur eine geſuchte Deutelei der Worte, wenn man behaup— ten wollte, damit ſei nur geſagt, daß die bisher gedulde— ten Religionsparteien nunmehr auch in die Reihen der anerkannten eintreten ſollten; nein, freie Geſtaltung der Kirche in ihren Verfaſſungen und ihren Bekenntniſſen iſt hiermit, richtig verſtanden, ausge— ſprochen. Doch bis jetzt ſteht dieſe Zuſicherung nur auf dem ſo geduldigen Papiere, und von mancher Seite her würde man es gerne ſehen, wenn ſie nur hier ſtehen bliebe. Nament— lich iſt dies in der evangeliſchen Kirche der Fall, wo manche der bisherigen Kirchengewalten ſich alle Mühe geben, das Verlangen derſelben in ungewiſſe Zukunft, um ihre Macht nicht zu verlieren, zu verſchieben. Auch im Groß— herzogthum Heſſen ſprach ſich dieſes Verlangen nach „ 248. J Neugeſtaltung der Kirche ſchon auf einer großen von Geiſt⸗ lichen und Nichtgeiſtlichen am 21. März d. J. zu Darm⸗ ſtadt zuſammengetretenen Verſammlung aus, auf welcher der Antrag auf freie Synodal- und Presbyterial⸗ Verfaſſung geſtellt und von Seiten eines hohen Kirchen— beamten die Zuſage einer alsbaldigen Ausarbeitung eines dieſem Antrag entſprechenden Entwurfs gegeben wurde. Leider ſcheint die Sache bei dem Verſprechen ihr Bewenden behalten zu ſollen, wenigſtens ruht ein magi— ſches Dunkel über der ganzen Angelegenheit.. Doch wir glauben, daß, wenn auch eine freie Kir⸗ chenverfaſſung im Großh. Heſſen ſchon eingeführt wäre, damit doch den in der Jetztzeit auftauchenden Verlangen, die weſentlich andere, als ſie am 21. März waren, ge— worden ſind, nur theilweiſe abgeholfen ſein würde. Wie unſere Zeit im politiſchen Leben ſich ſeit dem über die früher ſo engherzigen partikulariſtiſchen Intereſſen der ein— zelnen Staaten und Stätlein Deutſchlands zur erhabenen Idee Eines großen einzigen im Innern ſtarken, nach Außen mächtigen und achtunggebietenden Vaterlands erhoben hat, ſo kann auch die evangeliſche Kirche nur dann die ihr gebührende Stelle und Miſſion in dieſem ſich neu geſtaltenden Deutſchland würdig erfüllen, wenn ſie ſich zur Idee Einer deutſchen evangeliſchen Nationalkirche erhebt. Es gab bisher keine evangeliſche Kirche mehr; denn ſo viele Länder in Deutſchland ſo viele Kirchen gab es auch; man hörte, o Wunder! von einer heſſiſchen, preußiſchen ꝛc. Landeskirche reden! Die Kirche war ja in den Augen mancher Staatsmänner nur eine Polizeianſtalt, welche wohlfeiler, als es durch ganze Re— gimenter öffentlicher und geheimer Polizeichergen geſchehen konnte, das Volk im Zaume halten ſollte, damit es ja nicht an der künſtlichen Staatsmaſchiene rüttle! Aus dieſer unwürdigen und entehrenden Stellung muß unſere evangeliſche Kirche heraustreten, es muß, damit ſie künf⸗ tighin kräftig nach Innen und angeſehen nach Außen werde, Eine deutſche Kirche, frei von allen Sonder— intereſſen, wie oben bemerkt, raſch ins Leben gerufen wer— den. Dazu bedarf es der Einberufung einer deutſchen evange— liſchen Synode, welche einen aus ihrer Mitte erwählten ſtändigen Ausſchuß zur Leitung der allgemeinen Angelegen— heiten als kirchliche Oberbehörde einſetzt. Es möge alsdann nach zu ſchaffenden Kirchenprovinzen, oder auch nach den einzelnen Staaten ſich kirchliche Unterbehörden mit provin— ziellen Synoden bilden, um die Beſchlüſſe der allgemeinen Synode auf ihre Bezirke anwendbar und in ihnen durch— führbar zu machen, das wird die erſehnte Einheit und Macht der Kirche nicht ſtören, vielmehr nur ſegensreich fördern. Evangeliſche Brüder Deutſchlands! Die Zeit iſt gekommen, wo auch unſere Kirche eine Neugeſtaltung er— halten kann und muß, wenn ſie nicht gleich einem morſchen Gebäude in Schutt und Staub dahin ſinken ſoll! Jetzt, wo freie Kirchenbildung geſtattet iſt, wo ſich die übrigen religibſen Vereine enger an einanderſchließen, jetzt wollten wir in unſerer alten Zerſplitterung beharren? O, wir würden uns ſelbſt unſer Grab graben! Das alte Knech— tungsſyſtem iſt in der politiſchen Welt dahingeſunken, ſoll es denn auf dem Gebiete unſerer evangeliſchen Kirche fortbeſtehen und der Riß immer größer, die Spaltung immer breiter werden, da der im bürgerlichen Leben freie Geiſt auch in dem kirchlichen keine Bevormundung mehr ertragen kann? Nur jetzt, wo es gilt Hand anzulegen, nur jetzt, meine Brüder, kein Indifferentismus gegen unſere Kirche! Alle unter dem bisherigen Glaubens- und Ge— wiſſenszwang, der in manchen Staaten ſo hart geübt wurde, nicht von der evangeliſchen Kirche, nein, von der Kirche des Staats Abgefallenen wollen wir verſöhnen und Einen ſtarken Bau mit ihnen gründen. Die Zeit iſt günſtig! Die bisher verſchloſſenen bayeriſchen und öſterreichiſchen Lande, ſie ſtehen jetzt offen, auch unſern Brüdern in ihnen können wir zurufen: Kommt, helfet uns bauen! Nicht dem Reichstage zu Frankfurt können wir unſere heilige Angelegenheit überlaſſen, es hat ſich mit der poli— tiſchen Neugeſtaltung unſeres theuren Vaterlandes zu be— faſſen, auch kann er dieſe Leitung darum nicht in ſeine Hand nehmen, weil er ſich ſonſt einſeitig auf einen con— feſſionellen Standpunkt ſtellen würde, er aber allen reli— giöſen Elementen gleiche Anerkennung muß zu Theil wer— den laſſen; aber unter ſeinen Schutz wollen wir unſere, Arbeit gegen die zu befürchtenden Eingriffe der ſeitherigen Kirchengewalten ſtellen, von ihm lernen wollen wir, daß bei einem ausdauernden Verfolgen unſeres Plans auch die bis jetzt demſelben noch entgegenſtehenden großen Hin— derniſſe, welche wohl manches ängſtliche und kleingläubige Gemüth von der Unterſtützung deſſelben abgehalten, ſinken müſſen. Was deutſche Kraft, verbunden mit deutſcher Vaterlandsliebe nach langem Kampfe im politiſchen Leben errungen hat, ſollte das der deutſchen Beharrlichkeit und der religibſen Begeiſterung auf dem Gebiete der Religion zu erreichen unmoglich ſein? O, gewiß nicht! Deutſchlands Vertreter ſind zu Frankfurt zuſammen— gekommen, der an Deutſchland frühere Größe und Blüthe ſo lebhaft erinnernden Stadt, um dort das einige Deutſchland zu gründen, laſſet uns eine an Erinne— rungen für unſere evangeliſche Kirche aus der Zeit ihres Glanzes reichen Ort erwählen, wo auch wir bald aus allen deutſchen Gauen zur vorberathenden Verſamm⸗ lung über die unſerer evangeliſchen Kirche zu verleihen⸗ den neuen Geſtaltung zuſammen kommen! wegen ſeiner geſchichtlichen Erinnerungen möchte ich Marburg dazu vorſchlagen, Marburg mit ſeiner Eliſabethenkirche, wo einſt Luther und Zwingli zuſammen traten, um die Ver⸗ ſtändigung und Einigung ihrer Meinungen herbeizuführen. Was ihnen damals nicht gelang, möge es uns nach 300 Jahren gelingen! Möge unſere evangeliſche Kirche bald Ein Bau werden, frei, ſtark und wahrhaft beglückend! R. Möbius, Pfarrer. Zwei Feinde in einer Falle. Krieg war im Lande, eine geringfügige Fehde nur, doch für die Heimburger juſt ſo ſchlimm, als ob die ganze Welt in Flammen ſtünde. Die Leute wandten ſich ſchier an keinen Heiligen mehr, als an den Bartholomaͤus, der da weiß, wie's thut, ſo einer geſchunden wird. Es iſt ſchon lange her, das merkt ihr daraus, daß vom Beten die Rede. Unſere Vorfahren waren frömmer wie wir; im übrigen trugen die Menſchen damals noch Affenſchwänze, die grad nur ein Bischen höher hingen als bei den Affen, und die Länder ſchienen blos um der Fürſten willen da. Der Fürſt war die Urquelle aller Weisheit und Gerechtigkeit, und das deutſche Vaterland beſaß einen größeren Vorrath un ſolchen Urquellen, als von Geſundbrunnen. Heutzutag iſt's umgekehrt, und ſchon darum gut, weil die Heilquellen miteinander keinen Krieg führen können, als höchſtens in den Zeitungen. Links brannte ein Dorf, rechts flackerte ein Schloß, vorn lag ein Weiler in Schutt und Aſche, hinten dampfte noch ein Meierhof. Roſſeshufen zerſtampf⸗ ten Wieſe und Ackerfeld. Fußvolk, Reiterei und Stück geſchwader waren hart aneinander. Die Karrenbüchſen brüllten, das kleine Gewehr knallte und knatterte, das blanke Eiſen klirrte. Am tollſten ging es in einem kleinen Gehölz auf dem Flügel zu; um zu ſagen ob's der rechte oder linke Flügel war, müßte ich Partei nehmen. Weiß⸗ Auf einen cot det allen rel 10 Theil Wer wir unſer der ſeitderige U ir, da en großen Hin d fleozys . Men, fiken mit deutſch⸗ litiſchen e arrlichketg Olli Jerſamm⸗ zu verleihen; wegen ſeiner ardurg dazu Nd, 1 „ un da W. derdeizufühler uns nach 30 che Kirche bal beglückend Pfarrer. Falle. obe nur, doch de ganze Welt cier an keinen der da weiß ſt ſchon lange en die Rebe * 249 rockige Grenadiere und Fuͤſiliere in blauen Röcken machten ſich dort die ausgeſuchteſten Grobheiten mit Schießen, Hauen und Stechen. Wenn ſie ſich in Güte hätten vertragen wollen, wäre für beide Parteien Platz genug dageweſen, doch jede wollte eben das Gehölz für ſich allein haben. Mitten drin im Forſt, auf der Höhe eines Abhanges, kamen ihrer zwei beſonders in's Handgemenge, rüſtige junge Kerls, beide gleich ſtark und gewandt. Sie gingen ſo hitzig auf— einander los, daß ſie ſich gegenſeitig unterliefen, um den Leib packten und mitſammen den Abhaug hinunter kollerten. Drunten aber kam's ihnen mit einemmal vor, als ob der Boden ſie verſchlänge, und es war auch ſo etwas derglei— chen. Durch die Decke von Reißig fielen ſie in eine tiefe Wolfsgrube, und da ſie im erſten Schrecken ſich losgelaſ— ſen hatten und von einander gefahren waren, ſtanden ſie ſich gegenüber, und zückten die Seitenwehr, um den Kampf zu erneuern.„Kerl, du mußt ſterben,“ ſchrie der eine.„Kerl, es iſt dein Letztes,, drohte der andere. Es muß ſchauerlich ausgeſehen haben, wie die zwei in der engen Grube ſich gegenüber ſtanden, den Säbel in der Fauſt, das ſchnurrbärtige Angeſicht grimmig ver— zerrt, die Augen roth vor Wuth. Jeder wartete, daß der andre den erſten Hieb führe, und je länger es dauerte, um ſo weniger konnte ſich einer entſchließen, aus der Ver— theidigungsſtellung zum Angriff überzugehen. Dennoch ſtei— gerte jeder Augenblick die Peinlichkeit der Lage, bis end— lich der Weißrock ausrief:„Kerl, fall aus.“„Dem Gre— nadier die Ehre,“ antwortete der. „Wir müſſen alſo drum loſen,“ begann der erſte wieder.„Meinetwegen, antwortete der andere:„ſag nur wie?, Der Grenadier beſann ſich.„Ich habe Würfel im Sack,“ ſagte er.„Richtige?“„Verſteht ſich. Du kannſt nach Belieben halten oder werfen.“ Die Antwort befrie— digte den Blauen, weil der Feind mit ſogenannten Glücks— knochen kein ſolches Anerbieten hätte machen können; darum ſprach er„Waffenſtillſtand.,„Auf Soldatenwort, eine Viertelſtunde lang,“ entgegnete der Weiße, und fügte mit erhöhter Stimme hinzu:„ſteck ein d' Weeehr! Eins, zwei, drei! klirrten die Säbel in die Scheiden, die Sol— daten reichten ſich die Hände, um den Waffenſtillſtand zu beſiegeln, und der Weiße fragte:„Kamrad, wo biſt du her?“ „Von Ehingen. Und du?“„Ich bin von Ulm,“ beſchied der Grenadier:„und ſchreibe mich zum Geſchlecht Oechsle.“ Der Ehinger hieß Löffler, und war ein Vetter zum Oechsle. Es iſt nämlich zu wiſſen: wenn zwei Schwaben in der Fremde zuſammentreffen, ſo fragen ſie ſo lange an einander herum, bis ſie die ganze Freundſchaft wiſſen, und da fügt ſich's denn gewöhnlich, daß ſie ein jeder zu des andern Freundſchaft gehören; wer ein rechter Schwab iſt, hat wenigſtens einen weitloſen Vetter zu Kirchheim unter Teck ſitzen, wenn er nirgends ſonſt einen Verwandten weiß, und die Kirchheimer ſind alleſammt Gevattersleute. Der Weiße und der Blaue waren übrigens viel näher befreun— det; ihre Großväter, ein mütterlicher und ein väterlicher, ſtammten von einem gemeinſchaftlichen Großvater aus Bopfingen her.„Da ſind wir ja ganz nahe Freunde,“ rief Oechsle.„So zu ſagen Geſchwiſtrigkind,“ beſtätigte Löffler, und fügte hinzu:„wie Schade, daß wir uns die Hälſe brechen müſſen.“„So ſag' ich auch,“ ſeufzte der Grenadier, um gleich darauf mit trutzigem Geſicht auszu— rufen:„doch Eid und Pflicht vor allem“.„Ja, vor allem Eid und Pflicht, einer von uns muß auf dem Platze bleiben.“ „Nur Einer? fragte der Grenadier:„ich denke alle zwei, der eine todt, der andere lebendig, vielleicht verwun— det und langſam dahinſchmachtend. Horch, Vetter, wenn der Fahneneid nicht wäre, ſo moͤcht' ich ſagen: ſchlag' mich in Gottes Namen todt, denn wenn du als Leichnam neben mir liegſt in dem verdammten Loch, ſo bringt mich das Grauſen um., Der Füſilier wurde nachdenklich. Langſam ſprach er vor ſſch hin:„Vor einem friſchen Leichnam hätt' ich eigent— lich keine Scheu, doch wer weiß, wie lang es dauert, bis ich erlöſt werde? Das Wetter iſt heiß; bevor zwölf Stun— den vergehen, fängt der Todte übel zu riechen an, und ich erſticke im Moderduft. Ja, und kämen Leute, mich zu erretten, ſo könnten das juſt des Weißen Kameraden ſein; den Todten ſehen und mir den Garaus machen, das wäre dann Eins und Zwei.. „Ich hab's, ſchrie der Grenadier, den andern unter— brechend:„was dir gilt, gilt auch mir. Weißt du, wie wir's machen? Kommen die Blauen, ſo geh' ich zu den Blauen über; kommen die Weißen, ſo wirſt du mein Kamerad. Wir ſind Blutsfreunde und wollen zuſammen— halten in Noth und Tod. Schlag' ein Bruderherz.„Topp, es gilt,“ antwortete der Vetter aus Ehingen.—— Unſer Herrgott wird ein Einſehen thun, und die deutſchen Brüder auch ſo in eine Wolfsfalle werfen, damit ſie in gemeinſamem Ungemach einig werden. Wenn wir als treue Kameraden nur einer Fahne folgen, ſo wird es etwa einerlei ſein, ob der deutſche Adler über den Häup— tern die Krone oder die rothe Mütze trägt, und auf der Bruſt ein Schildlein, roth mit weißem Querſtreifen, oder mit den bayriſchen Wecken, oder ſchwarz und weiß geviert, oder auch ohne beſonderes Wappen. Die Hauptſache iſt, daß es unter dem Schilde heiße:„Alle Herzen und ein Schlag!-(Fl. Bl.) 7— Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Edictalladung. (1040) Die Heinrich Briels Wittwe von hier hat um Zuſammenberufung ihrer Gläu⸗ biger zum Verſuche eines Arrangements gebeten, weßhalb bekannte wie unbekannte Gläubiger derſelben hiermit aufgefordert werden, Freitag den 11. Auguſt, Morgens 10 Uhr, zu erſcheinen und etwaige Anſprüche anzumelden und rechtlich zu begründen, auch Vorſchläge wegen des Güteverſuchs anzuhören, als von den Ausbleibenden angenommen wird, daß ſie gegen Ausführung eines zu Stande kommenden Arrangements nichts einzuwenden hätten. Friedberg den 13. Juli 1848. Großh, Heſſ. Landgericht Gilmer. Zeitz. Edfetal ladung. (1075) Nachdem der Bäckermeiſter Friedrich Pauli von Friedrichsdorf bei der unterfertigten Stelle ſeine Juſolvenz angezeigt hat, werden andurch deſſen Gläubiger vorgeladen, in dem zur Liquidation der Forderungen auf Freitag den 25. Auguſt d. J., Vormittags um 10 Uhr, anberaumten Termin um ſo gewiſſer zu erſchei⸗ nen und ihre Forderungen zu liquidiren, als ſie anſonſten mit ihren Anſprüchen von der vorhandenen Maſſe ausgeſchloſſen werden ſollen. Der Präcluſivbeſcheid wird nur auf der Amts— ſtube eröffnet. Homburg den 15. Juli 1848. Landgräfl. Heſſ. Juſtiz-Amt Dre v. Haupt. Arbeits ⸗Verſtelgerung. (1076) Künftigen Donnerſtag den 3. Auguſt J. J., Vormittags um 11 Uhr, ſoll die bei Herſtellung eines Ableitungsgrabens am Vil⸗ beler Mühlenwehr vorkommende Erdarbeit an Ort und Stelle öffentlich an die Wenigſtneh— menden verſteigert werden. Friedberg den 30. Juli 1848. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Holz-Verſteigerung. (1077) Montag den 7. Auguſt l. J., Vor⸗ mittags um 9 Uhr, werden in dem Pfaffen⸗ wiesbacher Gemeindewald: Diſtriet eigene Hecken: 3 eichene Bauſtämme von 62 Cubikfuß, 3 Klafter eichen Prügelholz, 275 eichene Wellen, Diſtriet Triebberg: 4 eichene Stämme von 200 Cubikfuß. Unterkolbenroth: 88 Stück birken Wellen und im Ort ſelbſt 1 eichener Stamm von 106 Cubikfuß, —* öffentlich meiſtbietend verſteigert. Steigerer kön⸗ nen ſich in hieſigem Orte einfinden. Pfaffenwiesbach den 29. Juli 1848. Erker, Schultheiß. Arbeits ⸗Verſteigerung. (1078) Samſtag den 5. Auguſt d. J., Vor⸗ mittags um 10 Uhr, werden in dem Büreau des Unterzeichneten, zur Einfriedigung des hie⸗ ſigen Friedhofs, nachfolgende Maurerarbeit und Lieferungen öffentlich an die Wee den 5 verſteigert: H 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 37 6 2) die Lieferung von Mauerſteinen 41 24 3) die Lieferung von Kalk 23 20 Maibach den 26. Juli 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi. rr Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Logis, (10610 welches ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen Joh. Hanſtein III. neben der Poſt. Zum vermiethen. (1068) Ein vollſtändiges Logis iſt zu ver⸗ miethen und kann bis anfangs Oktober d. J. bezogen werden. Friedberg im Juli 1848. Ph. W. Sieck. Ein Stuhlwagen, (1069) zum Ein⸗ und Zweiſpännigfahren eingerichtet, mit Verdeck, ſteht zu verkaufen bei J. B. Bermanns Wittwe in Vilbel. Gut Verkauf. (1072) Der Unterzeichnete beabſichtigt ſein in der Gemarkung Niederſeemen, im Kreiſe Nidda gelegenes Gut aus freier Hand zu verkaufen. 4 250 K. Daſſelbe beſteht aus einer dicht am Ort gele⸗ genen Hofraithe, aus 50 Morgen Ackerland und 20 Morgen Wieſen, von welchem Gelände ſich 20 Morgen unmittelbar an die Hofraithe an⸗ ſchließen, und einem jährlichen Holzbezug von 4 Stecken buchen Scheitholz und Antheil an den Gemeindenutzungen. Die Einſicht dieſes Gutes iſt jeden Tag bis September d. J., zu welcher Zeit der jetzige Befitzer ſeinen Wohnort verändern wird, geſtattet. 6 Niederſeemen den 24. Juli 1848. Friedrich Koch. Bürgerverein zu Friedberg. (1079) Die in unſerm Aufruf vom 27. v. M. ausgeſprochenen Grundſätze, haben einen ſo erfreulichen Anklang gefunden, daß bis zur erſten Verſammlung des Bürgervereins über 100 hieſige Einwohner ihren Beitritt zu demſelben er— klaͤrt haben. 5 Die nächſte Verſammlung iſt auf Donnerſtag den 3. d. M., Abends 8 Uhr, in dem bekannten Local anberaumt und ſoll in derſelben: 1) Die Wahl des Vorſtandes, welche wegen des, am Samſtag Abend ent—⸗ ſtandenen, Feuerlärmes aufgeſchoben werden mußte, vorgenommen werden. 2) Eine Beſprechung über die Frage: Iſt die Auflöſung unſers gegenwärtigen Landtags und Einberufung einer conſtituirenden Kammer wünſchenswerth? ſtattfinden.— Fernere Beitrittserklärungen können bei Einem der Unterzeichneten abge⸗ geben werden, und laden wir namentlich unſere Mitbürger aus der benachbarten Umgegend zum Anſchluß an unſern Verein, und Förderung ſeiner Zwecke hier— mit ein. Friedberg am 1. Auguſt 1848. Der proviſoriſche Vorſtand des Buͤrgervereins: Groh. Hauß. Krach. Steinhäußer. Textor. Trapp II. Aufruf.. (1080) Alle Schneidermeiſter, welche Frauenkleider machen, werden aufgefordert, wegen baldigſter Abhülfe der Pfuſcherei den 6. Auguſt d. J., Nachmittags 3 Uhr, ſich bei Bierbrauer und Wirth Herrn Anton Burk dahier einzufinden. Friedberg den 29. Juli 1848. a — KK ⁵⁵(——8 ͤ Ä—...—— Lauterbach, 26. Juli. A. Fleiſchpreiſe: Mainz, 29. Juli. Nidda, 29. Juli. 8 i* 7 8 83 Pfund Alsfeld Butzbach Büdingen 1 Friedberg Gießen 1 Hungen 1110 10 5 ö Nidda Vietu ale n. kr. I pf. kr. pf. kr.! pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. kr.] pf. kr. I pf. kr. pf. kr. pf. kr. pf. ent 1 Fr 12% 22= 12% 2% 7 2 11 412 e ee e e e, lee rr, e e nee,, een eee ,,, Kalbfleiſc he. e ,, e ef Schweinenfleiſ 00h). eee, Hammelfleiſ h;. d e ee d e ß Leberwurſt 5—— 12— 14— 14- 12-12 12- 18 14 Def e e e, e er eee, te 1— 14— Braff;„„5„—— 16— 16— 18— 16— 18— 18— 188—- Gemiſchte Wurſt 32„ hh, ß Schwartenmagen 4 5 1s, i, ie ie Geräucherter Speck 0„—— 24— 24— 28— 24— 27— ͤ—ꝛ— w 27— 28—ͤ— 241— CCC„—x— 19— 18— 20— 18— 19——— 19— 20— DW— 18— fei;,„— 18— 18— 20— 18— 19——— 19— 20——— 18— ,,,„—— 24— 18— 28— 24— 20——— 20— 15——-— 18— Hammels fett„—— 18— 18— 24— 18— 20——— 20— 15——-— 18— Schweinenſchmalz, ausgelaſſ. 2—— 120— 24— 24— 21— 24—— x— 26—— p—ꝛ—.— „ unausgelaſſ.„(— 18— 20— 22— 79— 20——[— 24 22— 1420 B. Brodpreiſe: 5 Ein Leib Roggenbrod. 8 1 2 2%, 2%%%%] ß 2 75„ 3 2(///(65 4.— „5„„ 33 5 5% E e eee 8— 5 0 0 oth. Loth. Loth. Loth. Loth. Loth. oth. oth. Loth. Loth. Ein Milchbrod. 1 579 5 ¼½ 395 95 15 5 995 3 47 5 5 f Waſſerweck„ 1 675— 6 57 5 6% 75 6% 5%— 5. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Car! Bindernagel in Friedberg. u