Tate g und Butzbach . Fehr. 1848 e 1 1818 14 — — 1 18 2 —— U Intelligenz Blatt fur die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, den Kreis Friedberg und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. „ M10. Mittwoch, den 2. Februar 1848. -...— — Ar.....—— Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Buͤrgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Die Ausführung des Wieſenkulturgeſetzes vom 7. October 1830 insbeſondere das Inſtitut der 2 ieſenvorſtände und deren Wirkſamkeit— jetzt— Einſendung der Rechen⸗ ſchaftsberichte. Sie wollen die nach Art. 7 der Wieſen-⸗Polizei-Ord⸗ nung einzuſendenden Rechenſchaftsberichte, ſoweit dies noch nicht geſchehen iſt, baldigſt einſenden und darin ausdrück⸗ lich angeben, ob die Wieſenvorſtände noch vollſtandig ſind, oder ob und aus welchen Gründen einzelne Mitglieder der—⸗ ſelben ausgetreten ſind. Friedberg den 27. Januar 1848. Küchler. Volk gſchriften. 1 Die Spinnſtube, ein Volksbuch für das Jahr 1348. Herausgegeben von W. O. von Horn. Dritter Jahrgang. Mit einem Stahlſtich und vielen Holz— ſchnitten. Frankfurt am Main. J. D. Sauer⸗ länders Verlag. 2) Der Gevattersmann. Volksbuch für 1848. Vierter Jahrgang. Von Berthold Auerbach. Mit 33 in den Text eingedruckten Holzſchnitten. Braun⸗ ſchweig. Druck und Verlag von Georg Weſtermann. Beide ſo eben angezeigte Bücher, welche in der Buch⸗ handlung von C. Bindernagel, das erſte für 45 kr., das andere für 14 kr., zu haben ſind, verfolgen einen und denſelben Zweck, wie auch ihr Titel ſagt: ſie wollen näm— lich, nächſt dem, daß ſie die Abſicht haben, ihren Leſern— „dem Volke,— eine anſprechende Unterhaltung in den langen Winterabenden zu gewähren, zugleich und hauptſäch— lich den Sinn für das Wahre und Gute im Volke verbrei⸗ ten und beſtärken und demſelben gleichſam ſpielend zu allerlei nützlicher Kenntniß und Erkenntniß verhelfen, bis ihm ſtatt der Milch ſpäter auch härtere Koſt geboten werden kann; ihr Zweck iſt alſo kein anderer, als der, den jeder Menſch vor Augen haben ſollte, der ſeinen Nächſten liebt, wie ſich ſelbſt— der Nächſten Bildung und Sittigung. Sind beide Bücher ſchon um dieſes ihres Zweckes willen eine in hohem Grade er⸗ freuliche Erſcheinung auf dem großen Markte der Bücher, ſo ſind ſie dieß zwiefach wegen der ausgezeichneten Weiſe, in welcher ſie das vorgeſteckte Ziel zu erreichen ſuchen und wird gewiß kein Leſer eines derſelben aus der Hand legen, ohne im höchſten Grade ebenſowohl mit dem Inhalte, wie mit der Form, in welcher der Inhalt erſcheint, zufrieden zu ſein, weshalb wir ſie denn auch mit voller Ueberzeugung Jedem, beſonders aber dem Bürger und Landmanne, zur Anſchaffung empfehlen konnen. Wenn man zwei Bücher vor ſich hat, von deuen jedes in ſeiner Art vortrefflich iſt, ſo ſollte man eigentlich nicht vergleichen, doch kann Einſen⸗ der die Bemerkung nicht unterdruͤcken, daß ihm Auerbach's Gevattersmann zu politiſch und in ſeinem politiſchen Streben zu einſeitig iſt,— es gibt ja doch noch andere Dinge, die dem Volke muͤſſen am Herzen liegen, als ſeine politiſchen und bürgerlichen Einrichtungen!— und daß die Spinnſtube viel harmloſer(was aber ihrer Entſchiedenheit gar keinen Abtrag thut) zu Werke geht und darum auch einen viel angenehmeren Eindruck zurücklaßt, als die ſo oft wieder⸗ kehrenden Sticheleien des Gevattermanns. Wer ſich darum nur eines der genannten Bücher anſchaffen kaun oder will, dem rathen wir zu der Spinnſtube, wer aber die Mittel hat, beide an ſich zu bringen, der wird die wenigen Batzen, die er für ſie ausgegeben hat, gewiß nicht bereuen.— Der Inhalt der Bücher iſt ein ſehr mannigfaltiger; die Spinn⸗ ſtube bringt auf 194 Seiten ohne das Vorwort 37 Num- mern, die theils lehrreiche Mittheilungen, theils Erzählungen, theils Räthſel, theils Sprüchwörter mit Anmerkungen dc. enthalten; der Gevattersmann hat 80 Seiten und wie ſchon geſagt, haben die meiſten Nummern deſſelben eine poli— tiſch, nicht allemal gerade für Jeden ſehr leicht aufzufindende Spitze. Der Raumd. Bl. geſtattet es nicht, auf eine auffaſſendere Betrachtung des Einzelnen einzugehen und wir wollen darum aus jedem Buche ein kleineres Ganze abdrucken laſſen, um unſere Leſer auch dadurch zu beſtimmen, eine nähere Be— — . 38. b 10 1 1 1 1 Aus 95 nt ee als Lug), nehmen die Hand, blicken gar ernſt hinein und ſagen 1 deren Verfaſſer der Einſender d. mit Beſtimmtheit den k. dann, wenn es z. B. die N z; 12 5 5 4 N 8** a 5 preuß. Superintendent Wilhelm Oertel zu Sobernheim bei 5 a i 5 N ee Mädchens iſt: Fra Kreuznach, gebürtig zu Horn(weshalb er ſich W O. von Horn„Du haſt einen ſchönen(das meint Jede!) und treuen bh nennt) bezeichnen kann, entnehmen wir gleich die erſte Er-(was könnte ihr lieber ſein 2) Schatz: Du wirſt bald Hoch⸗ zahlung, die darum für uns noch von beſonderem Intereſſe zeit haben! dalle Blitz, das ſchlägt ein!)“ Des Dinges 75 iſt, weil in ihr von einem Ahnen unſeres edelen Regenten— ſagen ſie nun noch mehr, was die Mädchen gerne hören 15 es di i;. 5 0 hauſes die Rede iſt. Wird das Geſicht fröhlich, ſo kommt noch Reichthum, Gluck 0 2 8 b 6 So war's recht. u. 0 w. Wird aber das Geſicht traurig, ſo heißt's: Es 100 8 i l i iſt Jemand dagegen; aber ſei nur ſtille. Er beſinnt ſich m0 i Ob Ihr, liebe Leſer, ſchon Zigeuner geſehen habet, und gibt's doch noch zu, und dergleichen. Bet andern 1 weiß ich nicht. Es ſind ſo braungelbe Geſichter mit ſchwar⸗ ſchwatzen ſie von Erbſchaften und Gott weiß, was noch, 0 zen, brennenden Augen. Sie ziehen ſeit vielen Jahrhun— halten ſich aber dabei ſo, daß es immer noch möglich iſt. 7 ; 8 i ö;.. derten in der Welt herum, haben keine Heimath, reden ein Dann gibt's Geld, etwas aus der Haushaltung dazu, und 9 Kauderwelſch unter ſich, das kein Chriſtenmenſch verſteht, liegt etwas da, was Niemand verloren hat, ſo findet's die betteln, mauſen(ins Deutſche überſetzt heißt's: ſtehlen) und Wahrſagerin ſicher. Ich frage Euch: iſt das nicht eine erheben die Narrenſteuer. Was? Narrenſteuer? Narrenſteuer, die ſie erheben? Aber die Zigeuner i 8 1. 2 8 3 em ⸗ Was iſt denn das? fragt Ihr. Will's Euch ſagen! Jeder ſind die Narren nicht! Wenn ihr aber ſaget: wer 115 gute Ehriſt weiß, daß der liebe Gott aus guten, heiligen wird dann ſo dumm— und ich ſetze hinzu— ſo gottlos ſein? berg, Abſichten uns Menſchen die Geſchicke der Zukunft verborgen ſo antworte ich Euch drauf: wenn's keine ſolche Narren 25 8 01 5 5 5 8„ 1 5 5 5 5 in de hat. Nun gibt's aber der Narren unendlich Viele, die und Gottloſe im Lande gäbe, ſo müßten die Zigeuner und die ud gerne eben das wuͤßten, was ihnen Gott zu wiſſen unmoeg, Kartenſchlägerinnen— verhungern oder arbeiten; aber die 1 5 lich gemacht hat. Darauf ſpekuliren(die Kartenſchlägerinen leben in floribus und thun nichts. Alſo wo ſich ein Trupp* thun's auch) die Zigeuner. Weil ſie ein fremdes abenteuer— Zigeunergeſindel aufhält, bettelt und wahrſagt, da gibt's 1 liches Volk ſind, und gar unheimlich ausſehen, meinen jene immer hintennach etliches Wehklagen; denn ſie laſſen nichts 1 Narren, ſie wüßten mehr, als andere ehrliche Menſchenkinder. liegen, als glühendes Eiſen und Mühlſteine.— ll 0. g 28 Da kommen ſie denn mit wichtiger Miene und ſagen Cortſezung folgt) 12 wahr(ſo nennen's die Narren, und iſt doch eitel Trug und 5 10 a 9*0 i Aue 5 1„Beſitz und Genuß, und ſoll nunmehr Auslie⸗ Edictalladuug. 2203 Bekanntmachungen von Be ferung des Vermögens erfolgen.(77) Aus dem Nachlaſſe der im Jahr 1813 525 hörd en„Es werden daber alle Dieſenigen, welche aus verſſorbenen Margaretha, Johann Hoffmann 8 9gend einem Nechtsgrunde an den gedachten. Ehefrau, geborene Welter, zu Rodheim, wurden 2 l Nachlaß Erb, oder ſonfige Anſprüche zu haben] am 28. Auguft d. J. die in Nr. 6. des Intel⸗ vermeinen, pierdurch aufgefordert, ſolche um ſo ligenz lattes von dieſem Jahre näher bezeichneten 9 Edietalladung. gewiſſer e e Won Immobilien verſteigert. f b (89) Der ehemalige Gerichtsſchöffe Karl Hof⸗ bei unterzeichnetem Gerichte geltend zu mochen, e ee 7 mann von Schwalheim(geboren am 24. Febr. als anſonſten der Nachlaß an Johannes Henſels[ nicht vorgelegt werden können, ſo werden alle 2 1761) iſt ſeit dem Jabre 1827 abweſend, ohne Frau und resp. diejenigen Personen, ohne Diejenigen, welche Eigenthuns- oder ſonftige 970 daß bis jetzt über ſein Leben oder ſeinen Auf⸗ Caution, verabfolgt werden würde, welche ſich Anſprüche an dieſe Immobilien zu haben ver⸗ 50 N enthalt Nachricht eingegangen wäre.. bereits als die Rechtsnachfolger der im Teſta-] meinen hiermit aufgefordert, ſolche binnen vier müſfe „Bei dem ſonach überſchrittenen 76ſten Lebens⸗ mente bezeichneten nächſten Anverwandten Wochen ſogewiß dahier geltend zu machen, als d jahre wird derſelbe oder deſſen Erben hierdurch ausgewieſen haben. ſonſt die Betätigung der Kaufbriefe ertheilt edictaliter aufgefordert, binnen 3 Monaten und 7. Dezember 1847. d ürde gung 0 ſpäteſtens bis zum 1. Mai d. J. ſich vor hie⸗ Großkarben am 12. Januar 1848 W 7. Dezember 1847 ſiger Gerichtsſtelle zu melden und ihr Vermögen Großh. Heſſ. Landgericht daſ Großkarben am 5—— in Empfang zu nehmen, widrigenfalls Erſterer Jäger Sarkor ine 12 Nanuar 1848. 6 für todt erklärt und deſſen Verlaſſenſchaft ohne 5 5 i Großh. Heſſ. Landgericht daſ. 0 Caution den Aufgetretenen ausgehändigt werden Edictalladung. r N 9 55(87) Ueber das Vermögen de i Bekanntmachung.*. 5 5 gen des Valentin 9 Verfügt 3 am 13. Januar 1848. Schmidt in Rockenberg hat Großh. Hofgericht 113) Donnerſtag den 3. Februar d. 3, 5 urfürſtlich 1 Juſtizamt daſ formellen Eoncurs erkannt, und es iſt demge⸗ des Morgens um 9 Uhr, ſoll in dem Pohlgön⸗ fabi v. a u. mäß zum Verſuch der Güte, wie zur Liquida⸗ ſer Gemeindewald nachſtehendes Gehölz oͤffent⸗ lang Aufforderung. tion aller und jeder Anſprüche Termin auf lich meiſtbietend verſteigert werden, als: 5 5 Montag den 6. März l. J., 15 4½ Stecken buchen Scheit⸗ u Prügelholz, bier (78) Margaretha, Johannes Hofmann I. Morgens 10 Uhr, 2) 14½ Stecken buchen Stockholz, sc erſte Ehefrau, geborene Welter, iſt am 30. Juli anberaumt worden. Bekannte wie unbe⸗ 3) 2040 Stück buchen, eichen, birken u. aspen f 1813 zu Rodheim mit Hinterlaſſung eines Teſta⸗[kannte Gläubiger haben ſich daher zu dieſem Wellen, 0 ments, worin ſie, außer der Margaretha Philipp] Termin einzufinden und zugleich wegen Beſtel-⸗] 4) 4 Stück buchen Werkholzſtämme, Wiens Tochter, jetzt Johannes Henſels Frau, lung eines Gläubiger⸗Ausſchuſſes u. ſ. w ſoge⸗ 5) 14 Stück eichen Bau⸗ u. Werkholzſtämme ihre übrigen nächſten Verwandten zu wifß zu erklären, als ſonſt Zuſtimmung zu den Be⸗ 6) 2 Stecken eichen Schichtenholz, Erben eingeſetzt hat, geſtorben. und erſcheinen ſchlüſſen der Mehrheit underſtellt wird, alle nicht 7) 32 Stück birken Nutzholzſtangen. 05 als ſolche, zur Zeit des Ablebens der Erblaſ⸗ angemeldeten Anſprüche aber ganz unberückſich⸗ Die Zuſammenkunft iſt am Heidelberg, am 1 I ſerin, bier Kinder von ihren Halbgeſchwiſtern tigt bleiben. Gießer Weg, bei dem Holz. ir ern dh 10 Wan l Butz bach den 6. Januar 1848. Pohlgöns am 25. Januar 1848. 00 „ zu dem, am 12. Febr. oßh. Heſſ. Landgeri Der Großh.. Bürgermei 5 d. J. erfolgten Ableben ihres Mannes, in deſſen e 9 belle e ö 2 5 f 25 i 5 el 8 didi en N 4 1 und ſagen er deſunt ſich 7 11. * N, Del andern was noch, loch moglich iſt. dung dazu, und Je findes die das nic eme die Zigeuner er r ſaget: wer s gottlos ſein e ſelche Narren geuner und die ten; ich aber die d NNupp ag, N gibt's r laſſen nichts Jr 1613 1 Hoffmann en chens i,(121) Dienſtg Bekanntmachung. den 8. und Mittwoch den 9. Februar d. J. ormittags 10 Uhr anfangend, läßt Herr Pachter Ppilipp Schudt dahier durch Unterzeichneten verſteigern: 6 Pferde, 5 Bullen von 1 Jahr, 3 Rinder, 12 Kühe, 2 12 Hühner, etwa 30 Malter Korn, 30 Malter Gerſte, 70 Malter Hafer, 8 Malter Wicken, 100 Malter Kartoffeln, 8 5 4 vollſtändige Wagen, 1 Chaiſe, 1 Milch⸗ wagen, 6 Pflüge, 3 Eggen, 1 Ackerwalze, 2 Fruchtfegemühlen, Pferdegeſchirr, Ketten, und ſonſtige Oekonomie⸗ und Hausgeräth⸗ ſchaften. ö g Die Verſteigerung beginnt mit dem Vieh und wird mit den Pferden der Anfang gemacht. Obererlenbach am 27. Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ohmeis. Bekanntmachung. Brenn- und Bau-, Werk⸗ und Nutzholz⸗Verſtei⸗ gerung im Revier Oberrosbach, Forſt's Fried⸗ berg, betreffend. (425) Montag den 7. Februar d. J. ſoll in dem Gr. Domanialwald, Weſterfeld'ſcher Wald bei Oberrosbach, nachbemerktes Holz an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert werden, ungefähr: Brennholz: 6% Stecken buchen Scheitholz, 1% biken„ 10„ eichen 1 11%„ buchen Prügelholz, 28/„ birken und eichen Prügelholz, 12½„ aspen und weiden„ 5„buchen Stockholz, „„ Neichen„ Wellen buchen Reiſerholz, 2213„ birken und eichen Reiſerholz, 62⁵„ aspen und weiden„ Bau-, Werk- und Nutzholz: 12 eichen Klötze von 14— 26% Durchmeſſer, Stammholz, 9 Stämme buchen von 6¼ 10% Durchm., 1 birken Stange. Erſt kommt das Brennholz und ſodann das Bau⸗, Werk⸗ und Nutzholz zum Ausgebot. Der Anfang der Verſteigerung iſt Morgens präcis 9% Uhr.— Die Steigerer, welchen der Schlag, wo das Holz verſteigert wird, unbekannt iſt, müſſen ſich um 9 Uhr in Oberrosbach einfinden. Oberrosbach am 27. Januar 1848. Der Großh. Heſſ Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bing mann. Lieferung von eichen Küferholz. (1260 Die Lieferung von 25 Stecken eichen Scheitholz zu Küferholz für das Werkfach hie⸗ figer Anſtalt ſoll im Soumiſſionswege an den Wenigſtfordernden vergeben werden. Lieferungs⸗ fähige Bewerber wollen daher ihre Soumiſſionen längſtens bis zum 28 Februar l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, auf dem Directorial⸗Bureau da⸗ hier verſiegelt und mit der erforderlichen Auf⸗ ſchrift verſehen, portofrei einreichen. Marienſchloß am 26. 9 1848. A. Der Verwalter B auer. Verpachtung. (127) Montag den 21. l M., Morgens um 1 Uhr anfangend, werden in hieſigem Rathhauſe circa 100 Morgen, dem Hoſpital zum heiligen Geiſte dahier gehörende, in den Gemarkungen Friedberg, Fauerbach II., Ockſtadt und Nauheim liegende Güterſtücke, erſt parzellenweiſe, dann „ 39. im Ganzen auf zwölf nach einander folgenden Jahren meiſtbietend verpachtet. Oie Flurſchützen der obenbenannten Gemar⸗ kungen ſind angewieſen, den pachtliebhabern auf Verlangen die Grundſtücke zu zeigen. Friedberg am 31. Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben Anſuchen. Betreffend: Einen auf der Bergermühle bei Lich verübten Kleiderdiebſtahl. (128) Der Aufenthalt des, des rubricirten Kleiderdiebſtahls dringend verdächtigen Georg Hartung aus Biſſes, Kreiſes Nidda, hat bis jetzt trotz aller Nachforſchung nicht ermittelt werden können Es ergeht daher an alle Poli⸗ zeibehörden das Erſuchen, den Georg Hartung im Betretungsfalle arretiren und gefänglich an das unterzeichnete Gericht abliefern zu laſſen. Laubach am 23. Januar 1848. Großh. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhard. Holz⸗Verſteigerung. (129) Freitag den 11 künftigen Monats, Nachmittags um 2 Uhr, kommt auf dahieſigem Burgwalle das nachgenannte Gehölze zur öffent⸗ lichen Verſteigerung: 3½ Stecken gemiſchtes Prügel holz, 350 Stück Wellen gemiſchtes Reisholz, in Parthieen von je/ Hundert, 37 Stämme Werkholz, in Eſchen, Ahorn, Ulmen ꝛc. beſtehend, 2 Haufen Leſeholz. Friedberg den 29 Januar 1848. Der Gr Rentamtmann des Rentamts Friedberg Domänenrath Bu ß. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (130) Mittwoch den 9. Februar l IJ, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen Erdarbeiten auf provi⸗ ſoriſcher Schien nbahn zur Herſtellung des Dam⸗ mes über die Gänsbach bei Niederwöllſtadt, ver⸗ anſchlagt zu 5509 fl. 7 kr. an Ort und Stelle unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich an den Wenigſt⸗ nehmenden verſteigert werden. Friedberg am 27. Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Bekanntmachung. (137) Die Lieferung von 200 Ruthen Steinen zum Geſtück der Maln⸗Weſer⸗Eiſenbahn ſoll Donnerſtag den 3. Februar, Vormittags 11 Uhr, auf dem Dortelweiler Chauſſeehaus in öffentlicher Verſteigerung vergeben werden. Frankfurt a. M. den 28. Januar 1848. Bau-Amt-⸗Eiſenbahn-Commiſſion der freien Stadt Frankfurt. Holz-Verſteigerung. (132) Künftigen Freitag den 4. Februar l. J., Vormittags 9 Uhr, werden in dem hieſigen Ge— meindewald, Diſtrict Nächſtewald, 26 Stecken eichen Prügelholz, 55 77 1 Stockholz und 1275 eichen Wellen öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert werden, was ich hiermit öffentlich bekannt mache. Niederwöllſtadt den 28 Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Ko ſt. Verſteigerung auf den Abbruch. (133 Montag den 28 k. M, Morgens um 9 Uhr anfangend, werden an Ort und Stelle in dem Hoſpikalhofe zum heiligen Geiſte, nach— ſtehende, dort befindliche Gebäude auf den Ab⸗ bruch meiſtbietend verſteigert, als: 1) Ein zweiſtöckiges Wohnhaus mit maſſivem Unterbau und hölzernem Ueberbau nebſt Ziegeldach, 75 Fuß lang und 43 Fuß breit. 2) Ein maſſiver Pferdeſtall mit hölzernem Stock und Ziegeldach, 37 Fuß lang und 33 Fuß breit. 3) Ein daranſtehender niedriger Stallbau von Holzwerk mit Ziegeldach, 80 Fuß lang und 20 Fuß breit. 4) Eine Scheuer mit Schafſtall von Holz und Ziegeldach, 67 Fuß lang und 20 Fuß brcit. 5) Eine größere Scheuer mit zwei eingebauten Ställen von Holz und Ziegeldach, 86 Fuß lang und 35 Fuß breit. 6) Ein angelehnter Schweinſtall von Holz und Dielwänden nebſt Ziegeldach, 35 Fuß lang und 17 Fuß breit. i 7) Ein maſſives Brennhaus mit Ziegeldach, 36 Fuß lang und 35 Fuß breit. Die Gr. Bürgermeiſter werden erſucht, vor⸗ ſtehende Bekanntmachung in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weiſe zur Oeffentlichkeit bringen zu laſſen. Januar 1848. Friedberg am 31. 8 ö Der Großh Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Holzverſteigerung. (1310) Freitag den 4. Februar, Morgens 10 Uhr anfangend, ſoll in dem Gemeindewald Lan⸗ genhain, Diſtrict Eichkopf. Reviers Hochweiſel, nachſtehendes Gehölz einer öffentlichen Verſtei⸗ gerung ausgeſetzt werden, als 1) 40 eichen Bauſtämme, 1900 Cbkf. haltend, 3 Stecken eichen Scheitholz, 3 8„„ Prügelholz, 4) 1025 Stück„ Wellen. Der Zuſammenkunftsort iſt auf der Provin- zialſtraße an der neuen Brücke und wird hierbei noch bemerkt, das den Steigerern eine Zahlungs; ſriſt bis den 1. Auguſt l. J geſtattet wird. Langenhain den 25 Januar 1848. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Huth. Privat ⸗ Bekanntmachungen. — Anzeige. (108) Den Herrn Baruch Hecht in Fried⸗ berg habe ich während meiner Abweſenheit von bier als meinen Adminiſtrator beſtellt, ihm eine General-Vollmacht gegeben, weshalb ſich nur an ihn in allen meinen Angelegenheiten zu wen⸗ den iſt. Bönſtadt im Januar 1848. Salomon Lion. Zum Verkaufen. (1160 In dem Hotel Trapp dahier iſt ein Pferd nebſt Chaiſe billig zu verkaufen. Friedberg den 26. Januar 1848. An; (123) 1000 fl. können bei dem iſrl. Kranken⸗ Verpflegungs-Verein für Frauen zu 5 prCt. gegen doppeltes Unterpfand, ganz oder getheilt, ausgeliehen werden, was hierdurch mit dem An⸗ fügen zur allgemeinen Anzeige gebracht wird, daß hierauf Reflectirende ſich an die unterzeich⸗ nete Commiſſion wenden mogen. Friedberg den 24. Januar 1848. Die Verwaltungs-Commiſſion des iſrl. Frauen-Vereins S. G. Katzenſtein. Seligm. Hirſchborn. * 40 8 1 7 e. Reiſe- Gelegenheit fuͤr Auswanderer nach Nordamerika. Londbung grlegenee Wirthſchaftolocal unn Dero⸗ (185) Bei offener Schifffahrt wi 5 5 g f nomiegebäude, beſtehend in einem zweiſtöckigen für Paſſagiere Meder e age Se Bremen nach Newpork expedirt, das gelen 65nn ſch 1 1 Wih⸗ 8 5„ worin ſchon mehrere ahre die Johannes: Kapitain Klockgeter, Gaſtwirthſchaft mit dem beſten Erfolge betrieben nach Neworleans, am 15. März das dreimaſtige Schiff Pfeweal, Aubell, 1 8 ee 4. all, inſta 8 Amerika: Capitain Gätjen. 0 1 0 Waſchliche 1 e ü i er Andrang von Reiſenden in dieſem Frühjahr ſehr groß werden wird, ſo iſt mit Si en, ſowie auch einem guten Brannen mit ff 1. and zu verkaufen. Nähere Auskunft ertheilt auf frankirte Briefe Auf Verlangen können auc 45 f Morgen Mainz den 29. Januar 1848 ˖ Aecker und Wieſen mit in Pacht die General⸗ Agentur werden. Darauf Reflectirende wolle 955 1 C. Preller: fle an 11 wenden. be . N onzenheim den 24. Janu 1 de Jac ob Ma, 9 e drei Stück trächtig find. Ser 1 1 ette Kühe. F und Mehlhändler, 5) Zwei Paar fette Ochſen. Ein Frauenzimmer, 10 empfiehlt ſein Lager in Branntwei 60 Zwei Paar Stiere.(139) welches mit f ſowohl im Ein⸗, wie im Verkauf in 1 7) Ein Faſelſchwein. iſt, kann ſogleic pen alf pet ag m l 1 ln fleinen Quantitäten. 8) Zwei Erſtlingsmutterſchweine. haltung übernehmen. e 0 n Friedberg im Januar 1848. 90 Acht Ferkel. 5 Friedberg im Januar 1848. S chi f ſt g 5 e Malter Kartoffeln. Stein, gt, 3yi ehrere hundert Körbe voll Dickwurz. i N efer eine und Griffel. 12) Mehrere Meſten Hanfſamen. 5 e 100 98650 Durch billige Einkäufe bin ich in den] 13) Zwanzig Gebund Flachs und neunzehn ü. 5 tand geſetzt beides zu auffallend billigen Prei⸗ Gebund Hanf. Literariſche Anzeige li Sch 1 ablaſſen zu können Die 14) Mehrere a verſchiedener Art, 9 Or e per Dutzend von 28 kr. bi worunter ſich mehrere Oekonomiegerä Bei C i i in⸗ 1 fl. 40 fr., Griffel per 100 3 kr. 6 e eee 1 Bindernagel iſt ſo eben ein⸗ 10 1 feen Weis, jun., 1 7 5 Bohnenſtangen. Di G b. aft neben Hrn. Kaufmann Hahn. Mehrere Gebund Lieſch. le 8 pah Die Bedingungen werden bei der Verſteige— eſetzge ung N Verſteigerung. 0 555 f ö des uf dem Hof Haſſeleck ſollen Mon⸗ of Haſſeleck den 26. Januar 1848. zroß tag den 7. Februar d. 355 ade e Wilhelm Carl. Gr oßherzogthums Heſſen ſtände meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung von verſteigert werden. Zum Berg fe n. J. G. K. E. Küchler 3 12 55 in Sieh A Farren.(138) unterzeichneter beabſichtigt ſein in Gon⸗ penfionirter großh. heſſ. Kreisſecretar. M 5 ück Kühe, mehrentheils trächtig.] zenheim an der Landſtraße von Frankfurt nach Preis: 2 fl. 42 kr. Un fen e Ueberſicht der Victualienpreiſe von 10 eld,— Butzbach, 29. In.—4. Feb. Büdingen, 29. In.—5. Feb. Darmſtadt, 31. In.—6. Feb f 5 8 1 Gießen, 29. Jan.. 8 29. Ill.— 9. Feb.„31. In.—6. Feb. Friedberg, 29. In.—4. Feb. f ßen, Jan. Grünberg 15. Jan. e 5 1 8. Jan. Mainz,— Jan. Nidda, 27. Jan. ö 5 — ͥͤ FIle i reiſe: Namen. 5—————— N 5 Waun e ee: 0 5 Friepberg] Gießen beig Hungen un Mainz Nidda a Bet ua ien kr. I pf. kt. pf. kr. pf. kr. pf kr. pf. kr. I pf. kr 125 kr. pf. kr 3 l f fene 8—— 5 1 Kuh flei ß„ 10 75— 12— 10———— 1 12— 9 Nidfteiſeef„„ 10 8 8———— 10— 9—u—— 10— 5 Sn 5 8 1„ 2—.2 6 8 8 5 7 7„5 5* 5 n 8— 1 chweinenfleiſch hg. 0 R g 7 5————. 8 Hanmelſeſſch. e 1 35 5 16 2 15 8 19 2 19——-— 14— 12—— 14— 0 Leberwurſt 5 5 a 5 ie 16 28 16 85 1———— 9—u— 8—y—ę H—— 10— f Blutwurſt. 5 5 5 i 16 6——'— 16— 18———— 12—ͤ— 0 Bigttourſ t! 1 16 ͤ:- 16 11141 ͤ— 12 Gemiſchte Wurſt 5 3„ 2 11 5 12 Ii t 9 Schwartenmagen 5 5 5 n 18 2 15 B 11; N Geräucherter Speck. 5 Ez 77 28 8——— 18— 16——— 14— Schinken 8„ o 5 E 85——— 28— 28—— 241— Doörrffe e , 28— 2 Vù'7 e Sammels fett.„ is„ 15 5 20— 1— 20— 15— 1418— ü 9 Schweinenſchmalz, ausgelaſſ. 1— s 2 3 0 n 28 135 117 1 unausgelaſſ.J PF 2 24— 22. 24 2 N N 5 ö 27— ö 25 B. Brodyprei: 0 Ein Leib Roggenbrod. 1„ 5 5 4 1 2 VVV ö ene 2% e er: 0 5 VVV Ein Milchbrod. 1 20 55 145 55 Loth. Loth. Leih. Loth. Loth. Loth. Leih. „Waſſerweck. 1 2 18165 55 15 4 ˙— 477 5 477 459— 4 ee 5% e e Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. ——————— 10 gegeden ich ge⸗ 6 Nor — Morgen Irres 1 1 1 — 5 1 — 1 PT S1 888 ei 8* * zur Nummer 10. des Intelligenzblattes von 1848, amtlicher Theil. f 2* 3 Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg an die Großh. Bürgermeiſter des Kreiſes. Betreffend: Das Polizeiſtrafgeſetz, insbeſondere Localpolizeiverordnungen über in jenem Geſetze nicht behandelte Gegenſtände. In Folge des Art. 2. des Geſetzes vom 2. Nov. v. J. und Miniſterialerlaſſes vom 5. d. M. fordere ich Sie auf, nun durch berichtliche Vorträge binnen 4 Wochen diejenigen Vorſchriften, deren fortwährende Wirkſamkeit neben dem Polizei⸗Strafgeſetz als nothwendig oder beſonders wünſchenswerth erſcheint, näher anzugeben und zu begründen, damit das zu der Aufrechterhaltung Dienliche von mir angeordnet werden könne. Hierunter ſind übrigens diejenigen Local-Polizeireglements nicht verſtanden, auf welche die Artikel 81, 83, 84, 88, 94, 95, 97, 110, 114, 123, 125, 127, 130, 132, 141, 145, 158, 163, 172, 178, 179, 180, 182, 183, 184, 185, 187, 188, 192, 193, 198, 205, 247, 252, 253, 258, 261, 271, 276, 278, 282, 291, 294, 307, 321, 343, 344, 349, 359, 361— verweiſen, ſondern nur diejenigen, welche das Poli⸗ zei⸗Strafgeſetz ganz mit Stillſchweigen übergeht, wie die Verordnung gegen den Fliegewedelhandel für die Orte des Landgerichtsbezirks Butzbach, die Benutzung der Brunnen in einzelnen Orten u. ſ. w. und welche als durch den Art. 2. des Einführungsgeſetzes, wenn nicht beſondere Erneuerung erfolgt, als aufgehoben betrachtet werden müſſen. 0 Friedberg am 26. Januar 1848. b Küchler. Derſelbe an dieſelben. Indem ich Sie auffordere, mit Rückſicht auf das hierunten abgedruckte Ausſchreiben des Großh. Miniſteriums des Innern und der Juſtiz die gefoderte Erklärung des Gemeinderaths einzuholen und binnen 14 Tagen an mich einzuſenden, eröffne ich ihnen hierüber das Folgende: Bekanntlich wurde die Einrichtung der Bezirkswegwärter im Kreiſe Friedberg bereits im Jahr 1837 mit Einſtimmung der Gemeinderäthe der Bezirksgemeinden in's Leben gerufen. Dieſelbe beſteht nun ſchon über 11 Jahre, und die Erfahrung läßt im Urtheil über ihre Guͤte oder Unzweckmäßigkeit zu. Wer unpartheiiſch die Zuſtände der Gegenwart und der Vergangenheit beobachtet, der kann nicht verabreden, daß die ſtändige Aufſicht und die regelmäßige Vorausſicht für die nothwendige Unterhaltung, wie ſie nur durch beſondere Aufſeher ermöglicht iſt, für die Güte unſerer Vicinalwege von den wohl⸗ thätigſten Folgen geweſen iſt. Der jetzige gute Zuſtand der Wege im Kreiſe Friedberg bildet ein auf⸗ fallendes Gegenbild gegen den früher meiſt ſo ſehr vernachläſſigten Zuſtand derſelben. Ich verkenne nicht den Antheil an dieſem Ruhme, welcher der Freigebigkeit der Gemeinderäthe in Verwilligung der Mittel dafür gebührt. Aber ich bekenne mich zugleich zu der Meinung, daß wenn es an gehöriger regelmäßiger Controle und Aufſicht gefehlt hätte, ſie ihr Ziel verfehlt haben müßte.— Es beſteht hin und wieder die Anſicht, es könne dies eben ſo wohl durch eigene Wegwärter für jede einzelne Gemeinde geſchehen. Ich gebe es zu, allein nicht überall finden ſich dazu befähigte Subjecte und dann iſt es klar, daß den Gemeinden dadurch ungleich größere Koſten entſtehen würden. Wollte man dies aber etwa dadurch ausgleichen, daß man den Gemeindewegwärtern zugleich die Unterhaltungs arbeiten ſelbſt über— ließe, ſo würde dies den Geſetzen nicht genügen. Denn nach Art. 71. der Gemeinde-Ordnung ſind fur jede Gemeindearbeit und Lieferung Ueberſchläge verpflichteter Perſonen und demnächſt gleiche Beſcheinig— ung der geleiſteten Arbeiten erforderlich. Dieſe könnte der Arbeiter ſelbſt weder fertigen noch geben, und würden deshalb wieder beſondere Koſten für Zuziehung des fallſiger Kunſtverſtändigen nothwendig werden. Die Bezirkswegwärter befriedigen beiderlei Bedürfniſſe und gewähren zugleich den Ortsvor— ſtänden auch in vielfacher anderer Beziehung eine nützliche kaum entbehrliche techniſche Hülfe. Meines Ermeſſens ſollten daher die Gemeinden des Kreiſes dieſe Einrichtung erhalten, dagegen aber auch durch eine ſtrenge Controle von Seiten der Großh. Bürgermeiſter darnach getrachtet werden, daß die Bezirkswegwärter ihren inſtructionsgemäßen Verpflichtungen ſtets nachkommen, alle Vernach— läſſigungen aber zur Rüge angezeigt werden.— Ich meinerſeits habe es an einer ſtrengen Beaufſich— tigung der Bezirkswegwärter nie fehlen laſſen. Bekanntlich wurden auf erhobene Klagen früher ſelbſt 5 757 5 4.. 8 N 75 15 7 2 Mehrere ihres Dienſtes von mir entlaſſen. Sollten ſich Einer oder der Andere der gehenwärtig Ange ⸗ ſtellten des Vertrauens der Gemeinden unwürdig gemacht haben, ſo werde ich ihn ebenfalls vom Dienſt zu entfernen nicht ſäumen. Friedberg den 27. Januar 1848. Küchler. Das Großh. Heſſ. Miniſterium des Innern und der Juſtiz an die Großh. Provinzial⸗Commiſſariate dahier und zu Gießen und ſämmtliche Großh. Kreisräthe. f Betreffend: Den Vieinalwegbau, insbeſondere die Bezirkswegwärter. Auf die in Folge unſeres Ausſchreibens vom 20. Okt. v. J. ad Nr. D. 20,483 von Ihnen er⸗ ſtatteten Berichte eröffnen wir Ihnen Folgendes: 4 Wie Ihnen bekannt, wurde die Anſtellung von Wegwärtern durch unſer Ausſchreiben vom 16. Auguſt 1837 ad Nr. D. 9808. veranlaßt. Der Vicinalwegbau hatte vorzugsweiſe in Folge des Eifers, 2 den größtentheils die Gemeinden ſelbſt hierbei bethätigten, eine größere Ausdehnung gewonnen und man ſah wohl ein, daß ohne eine techniſche Leitung der Wegbau nicht in zweckmäßiger Art betrieben werden N. könne und daß ohne eine ſolche Leitung den Gemeinden häufig nur nutzloſe Ausgaben entſtehen würden.— Da aber den Kreisbaumeiſtern es nicht möglich war, mit den ihnen zur Dispoſition ſtehenden Bauauf⸗* ſehern, neben den ihnen obliegenden Arbeiten für den Staats- und Provinzialſtraßenbau, auch der tech— niſchen Leitung des Vieinalwegbaues im Detail ſich zu unterziehen, ſo betrachtete man es als das zweck⸗ mäßigſte, hierfür beſondere Organe in den Wegwärtern zu ſchaffen, nachdem wegen deren Salarirung die Ortsvorſtände vernommen worden waren. Das Inſtitut der Wegwärter hat auch im Allgemeinen den Erwartungen, die man davon hatte, entſprochen, es hat ſich als eine nützliche Maßregel bewährt und die unbedeutenden Ausgaben, welche den Gemeinden durch Beiträge zur Remunerirung der Weg⸗ W wärter entſtanden, können im Vergleich mit den Vortheilen, die ihnen durch Mitwirkung der Wegwärter 760 bei dem Neubau ſowohl, als der Unterhaltung der Vicinalwege erwachſen ſind nicht in Betracht kommen. Indeſſen haben Gemeinden in einigen Verwaltungsbezirken die wohlthätigen Abſichten, welche man 7. bei Einführung jenes Inſtituts hatte, verkannt und glauben, daß der Zweck in anderer und wohlfeiler lic 5 Weiſe erreicht werden kann.. ſchoner Wenn wir auch nicht bezweifeln, daß den Gemeinden, fuͤr welche bisher Wegwärter in Function Zirſ, waren, deren Entfernung auf keiue Weiſe zum Nutzen gereichen wird und wenn auch genügende Gründe Heſſn zu der Beſorgniß vorliegen, daß ſobald Wegwärter den Ortsvorſtänden nicht mehr zur Dispoſition 1 0 ſtehen, durch Zuziehung anderer Sachverſtändiger zur techniſchen Leitung der Wegbauarbeiten, ſowie zu 95 deren Vorbereitung(Fertigung von Ueberſchlägen ꝛc.) weit größere Koſten entſtehen, und die Unterhal⸗ die he tung der bereits gebauten Vicinalwege bei dem Mangel einer beſtändigen techniſchen Aufſicht wird ver⸗ als je nachläſſigt werden, was zur Folge haben wird, daß die Wiederherſtellung unfahrbar gewordener Wege Mbeit einen weit bedeutenderen Koſtenaufwand veranlaſſen wird, als bei gehöriger fortwährender Unterhaltung dan und alsbaldiger Wiederherſtellung kleinerer Beſchädigungen entſtanden wäre,— ſo iſt es doch unſere 5 Abſicht nicht, Gemeinden zur Beibehaltung jener von uns als wohlthätig erkannten, von ihnen aber Nad zum Theil als entbehrlich betrachteten Einrichtung zu nöthigen. ſtraß Wir haben vielmehr beſchloſſen, jene Einrichtung nur für diejenigen Gemeinden fortbeſtehen zu Hane laſſen, deren Orts vorſtände Dies ſelbſt wünſchen und wir beauftragen Sie daher, Vorſtehendes in den⸗ ſe, jenigen Bezirken, wo Wegwärter angeſtellt ſind, den Ortsvorſtänden zu eröffnen, ſie zur Erklärung da⸗ De rüber aufzufordern, ob und in welcher Weiſe und mit welchen Gehalten, beziehungsweiſe Beiträgen dazu, a5 ſie die Beibehaltung der Wegwärter wünſchen, und das Reſultat mit einer Ueberſicht der Erklarungen das der Gemeinderäthe binnen vier Wochen einzuberichten. word Von dieſen Erklärungen wird es abhängen, ob und welche Zahl von Wegwärtern in den einzelnen Maß Verwaltungsbezirken fortbeſtehen ſoll, und bemerken wir ſchon jetzt, daß, inſoweit einzelne Wegwärter d zu entlaſſen ſein werden, denſelben in Zeiten ihre Stelle aufzukündigen iſt, ſo daß ſie zu Ende dieſes 6 Jahres von ihrem Dienſte entbunden und ihr Gehalt eingezogen werden kann. N Darmſtadt am 19. Januar 1848. 1 eine du Thi l. f 42 Folg , v. Stein. ſch einig derg und ai eee per * 5 8 Fin r 5 Gel gin,