ruhm fried 5 — enham, ekrönt. 9 J D 0 2 N 9 . 1—ů— 1 ö 5 1 9. * e . oo zu den 5 Oberhessischen Muchrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Gießen, den 30. Dezember. 1 Die table d'hôte im ersten Hötel eines eleganten Schweizer [Bades hatte begonnen. Eben räumten die Kellner die Suppen⸗ teller fort, als noch ein Nachzügler erschien, ein Tourist. Er ließ sich am untern Ende eines Tisches nieder und nahm an der Mahlzeit Theil, ohne mit seinen Nachbarn mehr als einige HHöflichkeitsformeln auszutauschen. Er sah sich so wenig im Saale um, daß es ihm entging, wie eine alte Dame an der Nachbartafel hartnäckig ihr Augen⸗ glas auf ihn gerichtet hielt, um dann lebhaft auf ihre Tochter einzusprechen, eine hübsche junge Frau, die neben ihr saß. „Es ist ganz sicher Marloff,“ meinte sie,„Du kannst Dich darauf verlassen, Alice. Ich begreife nur nicht, daß er uns nicht bemerkt.“ g „Der Rehbraten auf seinem Teller wird ihn wohl mehr interessiren,“ erwiderte die Tochter lachend.„Ueberlaß ihn jetzt nur seinem Appetit, nachher kannst Du ihn Dir ja rufen lassen, wenn Du magst.“ 0 „O, und ob ich mag! Er war immer mein Protégé, ich Sin ganz sicher, daß er seine alte Freundin noch nicht vergessen hat.“ Und er hatte sie wirklich noch nicht vergessen, das bewies das Treudige Aufleuchten seiner Augen, als er sie nach beendeter Mahlzeit endlich gewahrte. „Gnädige Frau, Sie hier! Welch' glücklicher Zufall! „Schlimm genug, daß es ein Zufall sein muß, Sie Un⸗ zetreuer! Wissen Sie wohl, was die letzte Nachricht von Ihnen war? Ihre Vermählungsanzeige! Ich habe sie zwar mit großem Vergnügen gelesen, aber——“ ö Sie brach ab, so blaß war er plötzlich geworden. „Was haben Sie, lieber Marloff?“ ö„O nichts, nichts“— er zwang sich zu einem Lächeln— es war drinnen so heiß.“ 1„Ja, ja,“ bestätigte sie.„Kommen Sie, begleiten Sie mich iin wenig in den Garten. Seit wann sind Sie hier?“ f„„Seit einigen Stunden, und heut Abend geht es weiter.“ „Heut Abend schon? Davon kann nicht die Rede sein,“ wehrte stie.„Sie kennen die Schweiz ja auswendig, bleiben Sie n paar Tage. Oder haben Sie Verabredungen getroffen?“ „Das nicht, nur——“ „Nun also, abgemacht! Oder sollte Ihre Frau auf meine Ichszig Jahre eifersüchtig sein? Wo haben Sie sie übrigens? Darum ist sie nicht bei Ihnen? Schickt sich das für einen soliden Ehemann?“ Er biß sich heftig auf die Lippen. EWSie— sie— sie ist todt,“ stieß er endlich kurz heraus. 0 — Die alte Dame schwieg erschrocken, dann reichte sie ihm fast N Hüchtern die Hand. J Aebersehen. Novellette von G. Baumann. d „Vergeben Sie mir, ich habe Ihnen gewiß sehr wehe gethan.“ Er entgegnete nichts, und einige Minuten blieben Beide still. Dann begann sie wieder: „So habe ich keine Aussicht, Sie länger hier zu fesseln? Es war mir wirklich schmerzlich, so garnichts mehr von Ihnen zu hören.“ 5 „Wenn ich hoffen dürfte, gern gesehen bei Ihnen zu sein,“ meinte er zögernd. „O, Sie thörichter Mensch, soll ich Ihnen denn Schmei— cheleien sagen?“ „Aber Ihre Frau Tochter,“ wandte er ein. Zuwachs nicht genehm wäre!“ „Alice? Aber ich bitte Sie! Im Gegentheil! Sie wird Ihnen Dank wissen. Sie liebt die Geselligkeit und muß manches ent⸗ behren, um mich nicht allein zu lassen.“ „Nun denn, so bleibe ich ein paar Tage.“ Doch aus den Tagen waren nun schon zwei Wochen ge— worden, und noch immer war Hans Marloff der unzertrennliche Begleiter seiner alten Freundin. „Ich hoffe, Mama, Du lässest Dir nichts von Herrn Marloff in den Kopf setzen,“ hatte Alice lachend gesagt, als sie sich heut' verabschiedete, um einen Ausflug zu machen,„so ein ernster, junger Wittwer ist gefährlich! Da biegt er schon wieder um die Ecke, hüte Dich! Sonst kratzen Dir die jungen Mädchen die Augen aus.“ Die alte Dame hatte es ihm lebhaft wiedererzählt, aber sein Lächeln darüber war recht gezwungen. „Wollen Sie denn nicht wieder heirathen?“ fragte sie jetzt rasch.„Ich denke mir, Sie vermissen schmerzlich eine Häuslichkeit.“ Er hob abwehrend die Hand, doch sie war einmal im Zuge. „Jetzt denken Sie natürlich nur noch an Ihr erstes Glück. War sie schön, Ihre kleine Frau? Ich hätte gerne einmal ein Bild von ihr gesehen. Haben Sie keines?“ „O gewiß! wenn Sie wünschen——“ Er griff zögernd in die Brusttasche und reichte ihr ein ein— faches Medaillon. Doch sie hielt seine Hand zurück. „Wenn es Ihnen schwer wird, mein Freund, ich bin nicht neugierig.“ Er sah ihr ins Gesicht. „Ich weiß es lange, Sie hegen wirkliche Theilnahme für mich, darum nehmen Sie. Sie sehen wohl, was man schön nennt, war Grete nicht, aber—— sie liebte mich.“ Er sagte das Letzte kaum hörbar, und sie achtete auch nicht darauf, so eifrig betrachtete sie das Porträt, ein blasses Mädchen⸗ gesicht mit dunklen, braunen Augen. „Sie haben Recht,“ sagte sie endlich,„sie ist nicht schön, aber wenn ein oberflächlicher Beobachter auch wohl nicht viel heraus⸗ „Wenn ihr der — 9 C 5 418 ⏑⏑ lesen mag, mir entsprechen diese feinen Züge. Sie war klug, nicht wahr, und energisch?“ „Sie war klug und gut.“ Er hatte das Medaillon wieder in die Hand genommen, und in brennender Sehnsucht ruhte sein Blick darauf. „Meine Schuld, meine Schuld!“ flüsterte er, minutenlang unbeweglich niederstarrend auf den blonden Mädchenkopf. Da legte sich die Hand der Matrone sanft auf die seine. „Sie sagten mir oft genug, ich sei Ihnen wie eine Mutter, lieber Hans. Nun denn, vertrauen Sie mir ein wenia, erzählen Sie von ihr, es wird Ihnen besser sein, als diese finstere Ver⸗ schlossenbeit. Wie lernten Sie sich kennen?“ Er strich sich über die Augen, aber seine Finger krampften ch noch immer um das Bild. „Sie entsinnen sich noch unserer letzten Unterredung auf Ihrem Gute?“ fragte er nach einer Pause.„Es müssen nun vier Jahre sein.“ „Ich drängte Sie zu einer Heirath, meinen Sie das?“ „Ja, ich versprach, Ihrem Rathe zu folgen und mischte mich bei meiner Heimkehr denn auch sofort in eine lebhafte Geselligkeit. Ich lernte manches junge Mädchen kennen und fand überall freundliche Aufnahme; doch so sehr ich auch suchte, keine, die ich mir als Gattin hätte denken mögen. So war es Hochsommer geworden, als ich wieder einmal an einer Partie Theil nahm. Dann weiß ich nicht mehr, wie es kam, die unglücklichen Herren hatten ihre Damen irgendwie beleidigt und Heddy Norbert, die hübscheste und gefeiertste, aber auch die schnippischste unter ihnen, stiftete es an, daß man unser ganzes Geschlecht in den Bann that. Eine exemplarische Strafe sollte ausgesonnen werden, aber soviel sie auch flüsterten und berathschlagten, sie wurden nicht einig. Schon triumphirten die Schuldigen, da entstand plötzlich eine Bewegung unter den Mädchen und„Grete! Grete!“ schrie es im Chor. Grete Norbert war die Schwester der reizenden Heddy, aber ihr wenig ähnlich, und mir hatte sie bis dahin einzig den Eindruck gemacht, herzlich unbedeutend zu sein. Wie sie jetzt gemächlich zu den andern trat, fand ich meine Ansicht nur bestätiat. Aber ich hatte mich getäuscht, denn sie brachte wirklich Hülfe. Die ganze Schaar stob auf einmal auseinander und war im Nu ver⸗ schwunden. Wir folgten ihnen natürlich, aber es dauerte ein Weilchen, bis wir sie fanden, und als das endlich geschah, war ihre Stellung bereits uneinnebmbar. Sie hatten sich die beiden vorhandenen Boote gemiethet und hielten mitten auf dem Teiche, ohne sich um die Drohungen und Bitten ihrer Ritter auch nur einen Deut zu kümmern. „Wir schicken einen Parlamentär!“ schlug endlich jemand vor. Das fand Anklang, ein Taschentuch wurde an einen Spazier⸗ stock gebunden, und mit dieser improvisirten Flagge ausgerüstet, sandte man mich, den Aeltesten und Unschuldigsten, an's Ufer. Die jungen Damen besannen sich erst, ob sie uns überhaupt anhören sollten, schließlich stimmte die Mehrzahl dafür. Die Boote wurden näher gerudert, und in dem vorderen erhob sich Grete Norbert. „Darf ich Sie als bevollmächtigt ansehen?“ fragte ich feierlich. Sie nickte nur. „Was haben Sie zu sagen?“ „Ich überbringe Ihnen die Reue sämmtlicher Herren, ihr Gelübde, sich zu bessern und endlich die Bitte, ihnen verzeihen zu wollen.“ Sie verschränkte leicht die Arme, und wie sie mir auf dem „Ergeben sich die Herren auf Gnade und Ungnade?“ fragte sie aufs Neue. f 1 Ich bestätigte es. 43 ö „Erklären sie sich auch bereit, uns Kriegs⸗Entschädigung zu zahlen?“ Auch das wurde gewährt. 3 „Nun wohl, so geben Sie Acht!“ Einer der größten Hüte flog zu uns an's Ufer.* „Sobald Sie uns den voller Erdbeeren bringen, erhalten Sie Pardon.“ 1 Es war eine harte Forderung, aber alle Versuche, sie herab⸗ zustimmen, scheiterten, und so machten wir uns daran, im Schw a schwanken Boden so nachlässig sicher gegenüber lehnte, begann ich allmählich zu begreifen, warum gerade sie zur Wortführerin erwählt worden war. i Ihre Antwort war denn auch genau so wie die Haltung. „An die Reue jener Herren glauben wir nicht, für ihre Besse⸗ rung sorgen wir eben, und Verzeihung giebt's nicht.“ 8 Da hatte ich's, doch ließ ich mich nicht abschrecken. „Wenn wir es aber nun aufrichtig meinen? Fordern Sie Beweise dafür, wir liefern sie.“ „Wir liefern sie!“ brüllte der ganze Chorus, der sich hinter mir angesunden hatte. Sie wandte f eine lebhafte Berathung, die mit einem hellen Gelächter schloß. ich ihren Gefährtinnen zu, und es gab wieder unsres Angesichts die Kontribution aufzubringen. 2 i550 Wir schafften's schließlich, und einer der Kühne kam, die süße Au Steuer zu holen. Dann wurde getheilt, und vor unsern Augen Ve vertilgte die gottlose Schaar die Früchte, ohne auch nur eine übrig Get zu lassen. baß Das war das erste Mal, daß ich mit Grete Norbert mehr ig Worte wechselte, als einen Gruß, und ich begann, mich für f don zu interessiren. Nicht, daß ich geglaubt hätte, sie zu lieben; behüte, sie war ja weder hübsch noch lebhaft, aber ich war überzeugt, daß sie eine gute Hausfrau würde. Was sie für mich em⸗ ale pfand, machte mir keine Skrupel weiter, genug, daß ich ihr Ja⸗ eig wort erhielt. 1 N Schon im Spätherbst wurde sie mein Weib, und, ich hatt zur richtig geurtheilt, sie schuf mir eine angenehme Häuslichkeit. Von all dem kleinlichen, alltäglichen Aerger blieb ich vollkommen un⸗ 22 berührt, was ich brauchte, war stets vorhanden, ich kam eigentlich ö nicht dazu, einen Wunsch zu äußern. Und doch—— ich war der ein zu eingefleischter Junggeselle, um alle ihre Sorge zu würdigen. 2 Wenn ich nicht Gäste bei mir sah, war ich eigentlich nur zu den ö Mahlzeiten daheim, am Tage fesselte mich die Fabrik, Abend an die Kneipe. 5 8 Zuerst ertrug sie es geduldig, dann bat sie mich, bei ihr zu bleiben, endlich zürnte sie,— es war umsonst. Ließ ich ihr doc Et volle Freiheit, zu thun und zu lassen, was ihr gefiel, und dasselb verlangte ich für mich. Ich erreichte es auch, weder Thrauen e a noch Scenen belästigten mich mehr, nachdem ich ihr das gesag 1 Ein Knabe wurde uns geboren, doch er starb nach wen Tagen, und als Grete genesen war, begann das alte Lied. Je der weiß, daß ich mich in dieser Zeit oft unheimlich berührt füh 0 g von dem merkwürdig leeren Ausdruck ihrer Augen, es verleß K mich auch, daß sie mir auswich, wo es nur anging, aber' + war ein Thor, der nicht in dieser Seele zu lesen verstand. e Ich will kurz sein. Als ich eines Abends von einem mehr⸗* tägigen Ausflug zurückkehrte, fand ich sie nicht mehr, sie wan von mir gegangen.“ Er starrte wieder auf das Bild und zog dann ein Blatt aut 9 seiner Brieftasche. a d „Das schrieb sie mir. Niemand außer mir hat es bis hen 5 gelesen, nehmen Sie.“ a Die alte Frau griff mechanisch danach, und ebenso flog ih 0 Blick über die ausdrucksvollen Schriftzüge. 2 „Mein lieber Hans!“ e Zum letzten Mal will ich Dich so nennen, zum letzten Me. Dich an ein Weib erinnern, das Dir nur eine Last war,— n ich verlasse Dich, Du bist srei. Pflichten zwingen mich nicht 5 an Deine Seite, eine Haushälterin wird meinen Platz sehr gut 0 ausfüllen, und unser Kind ist todt. 5 1 Was ich in diesen beiden Jahren gelitten habe, weiß Got allein, aber nun versagen meine Kräfte, ich trag's nicht mehr 1 Glaube nicht, daß ich Dich anklagen will. gewiß nicht, die 8 Schuld ist mein; denn als wir an den Altar traten, w ißt U ich, daß Du mich nicht liebtest. Thörichte Hoffnung, zu glaube 10 daß meine heiße Leidenschaft auch Dein Herz entzünden wi Ich bin mein Lebtag übersehen und mißachtet worden, w 0 hob ich die Augen so hoch und unterlag der Versuchung! Es 1 war wohl sehr vermessen, aber ich denke, ich habe es abgebüßt. Um meine Zukunft sorge nicht. Du kennst mich wohl f 1 weit, um zu wissen, daß ich nicht in's Blaue hinein handle, 14 und ich bin ja dazu erzogen worden, mir mein Brod selb 8 zu verdienen. 1 1 N ö. 419. 1 N fue ö i g Und nun habe Dank für alle Freundlichkeit, die Du mir je erwiesen, vergieb mir, daß ich jemals Deinen Weg gekreuzt, wihung und lebe wohl. 5 Grete. Sie ließ das Blatt finken und sah ihn an, ein bitteres Lächeln verzog seinen Mund. „Und nun das Ende. Als sie gegangen war, da wußte ich auf einmal, daß ich sie liebte. Unbewußt und allmählich hatte erhalten der Zauber ihrer geräuschlosen Sorglichkeit, ihres nimmer müden, selbstvergessenen Fleißes mich umsponnen. Meine Freunde wurden herab- mir verhaßt, wo ich ging und stand, suchte ich ihre schlanke chweiß; Gestalt, ihre braunen Augen,— meine Reue kam zu spät. 0 Vergebens habe ich mich bemüht, sie aufzufinden, sie hatte de ii jede Spur verwischt. Nicht einmal ihre Mutter kennt ihren Au 0 N Aufenthalt, nur durch ihre Schwester Heddy steht sie mit ihr in 15 100 Verbindung. Und weder Bitten noch Drohungen, nicht List noch Gewalt vermochten dieser das Geheimniß zu entlocken; denn sie 1 1 baßt mich so glühend, wie sie ihre Schwester anbetet. Ein ein⸗ u neh ziges Mal, in diesem Frühjahr, bewegte ich sie, ein Schreiben fir ft von mir an Grete zu senden,— es kam uneröffnet zurück.“ behüte 1 Er stöhnte leise auf. deren„Zwei Jahre sind nun fast vorüber, ich bin ruhig geworden, 15 9 aber—— ich kann es nicht vergessen, daß ich mein Glück mit „eigenen Füßen zertreten habe.“. Wieder waren Wochen vergangen, und Hans Marloff rüstete ich halk. zur Abreise, denn in der Heimath rief die Arbeit. it. Von 14„Kommen Sie noch einmal an den See,“ bat ihn die alte men un. Dame,„gerade bei Sonnenuntergang ist er herrlich.“ igentläh 10 Lautes Lachen und Rufen scholl ihnen entgegen, als sie aus ich uw dem Walde heraustraten, und von der steilen Anhöhe auf das ürdigen, 4 Wasser hinab sahen. r zu den Eine bunte Schaar von Knaben und Mädchen tummelte sich Aben: am Ufer und unterhielt sich lärmend mit einem halbwüchsigen N Backfisch, der hinaus gerudert war und sich nun schaukelte. i ihr„Sie werden den Kahn umwerfen, Mary,“ rief die ältliche ihr do) Erzieherin,„augenblicklich kommen Sie zurück!“ dasselb 1 Aber Mary lachte nur und sprang in tollem Uebermuth Thränn auf die 900 5 Dann ein einziger wilder Schrei! Das Boot . war umgeschlagen. 10 14 In wenigen, halsbrechenden Sprüngen war Hans Marloff id 9 f 1 den Abhang hinuntergestürmt, doch er war nicht der erste. 5 5 1 An der Landungsbrücke hatte die Gouvernante einiger anderen it f 0 Kinder gestanden, und ehe er noch angelangt war, warf sie schon belles Hut und Schuhe ab und schwamm in langen Stößen der Unglücks⸗ aber 0 stelle zu. Doch es war nicht leicht, das junge Mädchen zu retten, and, 11 das sich wie eine Wahnsinnige an sie klammerte. m me„Lassen Sie los, wir gehen beide unter!“ schrie sie ihr zu. se un Doch Mary war wie blind und taub und schlang ihre Arme ] nur noch fester um den Hals der Rettenden. Blatt l“ Sie war sehr gewandt, und die Todesangst verlieh ihr über— 5 menschliche Kräfte, aber nun versagte ihr der Athem; denn die bis hel 1 Verzweifelte würgte sie bald. 4 Ein Boot war vom Lande abgestoßen, sie sah es und raffte flog 1 sich noch einmal auf, nun hatten ste sich erreicht, und sie guff 4 mit beiden Händen nach der Ruderstange, die ihr Hans Marloff Jentgegenstreckte. 5 f en M Zuerst hob er die ohnmächtige Mary hinein, aber wie er sich 1- nun über den Rand beugte, um auch ihr zu helfen, schrie sie 115 1 plotzlich auf. Mit einer leidenschaftlichen Bewegung warf sie 155 WW sich in's Wasser zurück, doch schon hatte er ihr Kleid ergriffen, f II see konnte ihm nicht mehr entfliehen. At Nun lag sie weich gebettet in einem der nächsten Häuser, weiß 1 und mit liebevollster Sorgfalt bemühte sich die Matrone um sie. 10 1% Sie versuchte, ihr dantbar zuzulächeln, doch es mißlang; denn nich 0 1. 1. 10 1905 irrten ihre dunklen Augen sorschend in dem I kleinen Raum umher. 9 Nein, nein, sie hatte sich getäuscht. Es war nicht ihr Gatte, der sie gerettet und bis hierher getragen, er konnte, er durfte des micht sein. a Sie athmete leichter und schloß ermattet die Augen, aber rvie sie sie nach einigen Minuten wieder öffnete, gewahrte sie die alte Frau nicht mehr; der da an ihrem Lager kniete und so ünbrünstig ihre Hände küßte, war Hans. Cin Stöhnen entrang sich ihrer Brust. O geh, geh fort, geh fort!“ Doch er schüstelte den Kopf und sagte ruhig:„Nie wieder. Du bist mein.“ „Dein!“ Sie fuhr auf.„Was willst Du noch von mir? Ich habe Dir ja Deine Freiheit wiedergegeben, mehr kann ich nicht, und Du darfst mich nicht mehr quälen.“ Er zog sie an sich trotz ihres Widerstrebens. „Ich will Dich lieben, Grete,“ flüsterte er,„Dich lieben, hörst Du wohl?“ „Mich lieben!“ Mit beiden Händen stieß sie ihn zurück. „Denkst Du, ich glaube Dir's?“ „Du glaubst es nicht? Grete, habe ich Dir jemals Liebe gelogen?“ Sie lachte gell und schneidend. „Ach nein, gewiß nicht!“ „Und heute sag' ich Dir, daß ich Dich liebe.“ Da richtete sie sich stolz empor, und ihre Augen flammten. „Und heute sage ich Dir, daß meine Liebe todt ist, ver— nichtet und zertreten von Dir selbst. Auf meinen Knieen hätte ich Dir einst gedankt für ein einziges solches Wort wie eben, jetzt nicht mehr.— Jene thörichte Liebe, die mein Leben vergiftet hat Jahre hindurch, ja, die ich schon im Herzen trug, als Du noch nicht einmal einen Blick für mich hattest, die hast Du selbst erstickt. Das ist mein letztes Wort: Zwischen uns ist es vorbei.“ Sie wandte sich und preßte das Gesicht tief in die Kissen, während er neben ihr stehen blieb, stumm und beläubt, lautlos und regungslos. Er wußte wohl, daß sie im Rechte war, und doch konnte er seine Hoffnung nicht begraben. Das Licht einer kleinen Lampe fiel auf das Bett, was blitzte dort nur so in dem schwachen Schein? Mechanisch suchte er danach und zuckte auf einmal zusammen. g ö Ein feines Goldkettchen mit einem Medaillon schlang sich um ihren Hals, bei ihren heftigen Bewegungen hatte es sich verschoben, ohne daß sie es ahnte. Glühende Eifersucht stieg plötzlich in ihm auf.— Also darum stieß sie ihn zurück! Sie dachte an einen andern und war doch noch sein Weib! Mit einem Griff erfaßte er's und hatte es in Händen, ehe sie nur recht zum Bewußtsein gelangt war. Doch als sie es zwischen seinen Fingern funkeln sah, schrie sie auf. „Gieb mir's zurück, es ist nichts Böses! O mach's nicht auf, erbarme Dich, Hans!“ Er hörte nicht auf sie, und, während sie leise weinend wieder ihr Gesicht verbarg, öffnete er, um dann zurückzutaumeln. Es war sein eignes Bildniß, das ihm entgegen schaute, und das Medaillon sein Verlobungsgeschenk. Einige Minuten lang blieb Alles still, dann drang es wie ein Jauchzen an ihr Ohr:„Du liebst mich, Grete!“ Sie fand nicht mehr die Kraft zum Widerstand, als er sie von neuem umschlang. „Nun kannst Du's nicht mehr leugnen. Und wenn ich Dich nun bitte, versuch' es noch einmal mit mir, sei wieder mein, mein Weib?“ Sie schmiegte ihren Kopf an seine Brust. „Mag kommen, was da will, ich lasse Dich nicht mehr.“ Schon manches Jahr ist seitdem vergangen. Wenn aber Heddy Norbert, die längst eine glückliche Frau geworden ist, ihrem Manne ein besonderes Lob aussprechen will, so meint sie:„Du bist— beinahe so nett wie Schwager Hans.“ Eine PSylvesterskizze. Von J. v. Brun⸗Barnow. Mondlicht! Langsam dämmert es auf. Matt lugt zuerst das Licht durch die schweren, tief herabhängenden Wolken. Der Schimmer wird stärker, nun liegt ein milder Glanz über dem mächtigen Häusermeer der Residenz. Erst jetzt wird man den grauen Strom gewahr, der träge dahin rollt und viel zu düster ist, um auch nur auf einer einzigen Welle einen hellen Mondstrahl zurückzublitzen. Lautlos fällt der Schnee und leicht wie eine Schneeflocke, die zergeht im endlosen * 5 JJJJJJ%%%VVJ%%%%%%0%%0ÿ—T e ....., ˙ͤ 3 f 5— 420* 1 Lauf des Stromes, eilt eine schlanke, dunkel verhüllte Frauen⸗ gestalt ihm zu. Fort, fort aus der Welt! Das soll der fliehende Fuß bedeuten, die athemlose Hast, mit der sie dem Strome zu⸗ strebt. Jetzt hat sie ihn erreicht. Ruhevoll rauscht er in der Tiefe. Nur wenige Schritte noch, und Ruhe und Vergessenheit find ihr gewiß.— Da fühlt sie sich erfaßt und mit kräftigem Arm zurückgehalten. — Wie sie ringt, wie sie fleht um den Tod. Aber er hält sie fest mit mannhaft starken Armen, aus denen ein Entrinnen unmöglich ist. Erschöpft giebt sie den ungleichen Kampf auf. Kein Wort kommt über ihre Lippen, wie eine Verbrecherin steht sie vor ihrem Retter. Er betrachtet sie mit einem Gemisch von Neugierde und Mütleid. Sie ist reinlich, aber viel zu dürftig für die rauhe Winterzeit gekleidet. Ihr rothbraunes Haar fällt aufgelöst über Nacken und Stirn und deckt mit seinem tiefen Schatten die Augen, welche am Boden haften. Ihre Lippen zittern im Schmerz über die vereitelte That und über den eisernen Druck der Hand, mit dem ihr Retter sie festhält. Er ist ein großer, kräftiger Mann mit einem offenen, gutmüthigen Gesicht und derben Arbeitshänden, welche, was sie erfaßt, auch festzuhalten verstehen und nicht gerade zart in ihrer Berührung sind. „Was in aller Welt führte Euch zu diesem gottvergessenen Schritt?“ fragte er in strengem, aber nicht unfreundlichem Tone. Sie bricht in leises Weinen aus und bleibt ihm die Antwort schuldig. Vergebens sieht er sich nach einem Schutzmann um, dem er sie übergeben kann. Nirgends ist einer zu sehen, alles Leben scheint sich in den Mittelpunkt der Stadt zurückgezogen zu haben, wo lustiges Sylvestertreiben herrscht. Wo wohnt Ihr?“ fragt er, als sie immer noch schweigt. Wieder keine Antwort.„Nun gut!“ sagt er ungeduldig. „Wenn Ihr in Eurer Verstocktheit beharrt, bleibt mir nichts anderes übrig, als Euch auf die Polizei-Wache zu bringen.“ Jetzt kommt Leben in ihre erstarrte Gestalt. „O, nicht dahin, nicht dahin!“ fleht sie angstvoll mit ver⸗ sagender Stimme und hebt zum ersten Mal die Augen zu ihm empor. Es sind seltsam dunkle, traurige Augen, in deren feuchtem Glanze der Mondstrahl zittert. Sie macht mit ihrer wieder⸗ erlangten Freiheit keinen Fluchtversuch, sondern wiederholt nur klagend:„Nicht dahin— o, nicht dahin!“ „So sagt mir wenigstens, wo Ihr wohnt?“ erwiderte er, sich zu einer Barschheit zwingend, welche ein ihm bisher fremdes Gefühl aufwallender Weichheit niederhalten soll.„Ihr müßt doch ein zu Hause, Eltern und Geschwister haben?“ Sie schüttelt den Kopf.—„Ich habe keine Eltern, kein Heim! O, mein Herr!“ sie erhebt flehend die Hände,„lassen Sie mich sterben, im Strome dort bin ich am besten aufgehoben!“ Er ist erschüttert, will es aber nicht merken lassen. Ihr habt kein Heim?“ fragt er ungläubig.„Kein zu Hause, wo Ihr zu dieser späten Nachtzeit hingehört?“ Sie senkt die Blicke.„Nein!“ wiederholt sie zögernd.— „Mein Wirth hat mich aus seinem Hause gewiesen— weil ich seine Anträge nicht angenommen und ihm die Miethe schuldig geblieben bin.“ „Und weshalb? Konntet Ihr nicht arbeiten?“ „Die lange Krankheit und der Tod der Mutter zehrten meinen geringen Verdienst als Näherin auf und dann“— eine heiße Gluth überfliegt ihr blasses Gesicht—„man will es nicht ver⸗ gessen, daß mein Vater im Zuchthause gestorben ist und kommt mir überall mit Mißtrauen entgegen.“— Welche Geschichte, welches Trauerspiel im kleinbürgerlichen Leben entrollen diese wenigen Worte! „Armes Kind!“ sagt er, von Mitleid überwältigt und fragt sich jetzt selbst, ob es nicht besser gewesen, wenn er sie nicht von jenem verzweifelten Schritt zurückgehalten. Jung, hübsch, arm und verlassen wie sie ist, scheint sie so oder so dem Verderben geweiht. Der Tod in den Wellen war immer noch nicht das Schlimmste. Während er das überdenkt, setzen die Glocken mit eherner Stimme ein und schwellen allmählich vollstimmig zu einem mächtigen Accorde an. Dazwischen braust vom Rathhausthurme über alles Erdenleid hinweg der Choral: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden!— dienen wie eine Magd!“— Choral auf das unglückliche Mädchen. Gebrochen sinkt es in die Knie.„Gott erbarme Dich meiner und vergieb mir meine Schuld!“ jammerte es, erweckt zum Bewußtsein der Sünde, von welcher ihr Retter sie zurückgehalten hat. Ergreifend und be⸗ schämend wirkt ihre demüthige Zerknirschung auf den Mann, welcher im Widerstreit der Gefühle neben ihr steht und nicht weiß, ob er sich seines Rettungswerkes freuen oder es beklagen soll. Nach kurzer Ueberlegung fordert er sie auf, ihm zu folgen. Sie gehorcht, ohne zu fragen, wohin er sie führen will. 1 Hastig schreitet er vorwärts, sie kann ihm kaum folgen. Wie Blei hängt es an ihren Füßen und doch wagt sie nicht zu bitten, 1 langsamer zu gehen. Endlich mäßigt er seine Schritte. Endlich ist das Ziel erreicht. Sie stehen vor einem dunklen Fabrik! gebäude. Mächtige Schlote ragen wie Ausrufungszeichen am nächtlichen Himmel und schwarze Fenster blicken in trostloser Leere, f gleich den Augen eines Skelett's, ihnen entgegen. Der Mann zieht einen Schlüssel aus der Tasche und öffnet die Thüre. Ein Hund umspringt mit freudigem Bellen den Eintretenden. Auf sein„Ruhe, Hektor“, wendet er sich dem furchtsam zurückweichenden Mädchen zu und beschnuppert es. Der Begleiter erfaßt jetzt ihre Hand, damit sie in der Dunkelheit nicht fehltrete und steigt mit ihr eine schmale, hölzerne Treppe empor. Als ihre kalte, feder⸗ leichte Hand in seiner breiten Arbeitshand ruht, überkommt ihn dasselbe Gefühl wie bei dem klagenden Blick ihrer Augen, und 5 unwillkürlich umschließt er sie fester und giebt sie erst frei, als sie in das Zimmer treten, aus dem eine wohlige Wärme strömt. Hinter einer Schirmlampe sitzt eine alte Frau und liest in den Bibel. Beim Eintritt des Sohnes blickt sie über die Brille nach ihm hin.„Prosit Neujahr, Mutter!“ sagt er.„Ich bringe Euch ein Neujahrsgeschenk!“ Damit schiebt er das Madchen vo welches sein Rücken gedeckt und mit seinem aufgelösten un⸗ ordentlichen Haar nicht sonderlich einnehmend aussteht. 8 „Ein Neujahrsgeschent!“ wiederholt sie und rückt an der Brille, um besser sehen zu können.„Ja, mein Gott, was soll das heißen?“ Er ist um eine Erklärung verlegen. Soll er in Gegenw der flehend und angstvoll auf ihn gerichteten Augen der Mutt von dem erzählen, was besser ein Geheimniß zwischen ihn bleibt? Aber wenn er es verschweigt, welche Erklärung hat für ihre Anwesenheit? Noch schwankt er unentschlossen. Da macht sein Schützlin seiner Unentschlossenheit ein Ende. f Die alte Frau mit der Bibel, auf der ihre welke Hand sieht nicht wie eine strenge Richterin aus. Sie wird Erbarm haben und sie nicht wieder in ihr Elend zurückstoßen, wenn ihr die Wahrheit gesteht. Mit einer flehenden Geberde nähert sie sich ihr und ergrei ihre Hand, welche sie demüthig an ihre Lippen drückt. 5 „Zürnt Eurem Sohne nicht!“ bittet sie mit weicher, traurig Stimme,„daß er sich einer Unglücklichen erbarmt, welche unv schuldetes Elend in den Tod treiben wollte, stoßt mich nicht dieses zurück, gewährt mir Euren Schutz und ich will Der Alten gehen die Augen über. Mehr als ihre Wo ergreift sie das blasse, verhärmte Gesicht, der tiefe klagende B des unglücklichen Mädchens. Sie fragt nicht weiter,— sie sa nur:„Armes Kind, Dir soll mein Schutz werden— sei u kommen!“ und leicht berühren ihre welken Lippen die kalte Sti Ihr wurde das Dienen bei Mutter und Sohn nicht schw gemacht. Nie erinnerte sie ein unzartes Wort oder eine Frage an die Vergangenheit. Unter dem schlichten Tuche der alten Frau, wie dem Arbeitsrocke des Sohnes schlug ein ebenso zart⸗ fühlendes, wie braves Herz. Es genügte Beiden, daß sie ihre Pflicht still, treu und unermüdlich in ihrem bescheidenen Haus⸗ stande that und der alternden Frau eine Stütze wurde, wie sie es. in der unglücklichen Sylvesternacht gelobt hatte. Als das darauf folgende Jahr die Glocken abermals„Frü auf Erden“ kündeten, da legte die alte Frau segnend die Han auf ihr und des Sohnes Haupt und nahm diejenige als Tochter an, welche in demüthiger Unterordnung ihr gedient für alle Zeiten durch die Liebe ihres einzigen Sohnes Heimath gefunden hatte. 4 Wie ein göttlicher Mahnruf wirkten die Glocken und der 0 ** S. =. — — 69 421.. Sylvester. Von Wenzel Tornoe. — 422. war bestrebt, den Lange hielten sich ihre Thaten im Gleichgewicht. ner Wette öffentlich überein, daß Demjenigen, der binnen drei Tagen den genialsten Streich vollbringen würde, jeden Tag einen neuen Reiz, eine neue Anziehungskraft. Bei jedem Wechsel von einem aus mehreren unparteitschen Offigieren erwahlten der Jahreszeit hat sie Ueberraschungen und diese machen sich gegenwartig ie größere Tapferkeit und Schlauheit zugesprochen vor Allem im Ballsaal geltend. Man verwendet zu Bolltoiletten die luftigen Punsch⸗ Gewebe wie die schweren Seidenfabrikate, den Tull, die verschiedenen Gazearten, den Krepp, den Atlas, die Lcau de sbie, die Faille, die Moire, treffen. kamen Beide in ei Schiedsgerichte d werden solle. bowle zu geben. Unmittelbar rechts von das Brett überschreiten. einer, zwei u. s. w. Die ungemein hohen, steil entzogen es den Blicken des Nichteingeweihten. Kaum aber befanden sich Alle, einer mäuschenstill in ihr Schicksal. Gegend der Deutschen, Bewaffnete. Aeberlistet. Eine heitere Kriegsepisode von Hugo Marotzte. Zwischen den Lieutenants Amberg und Zastrow bestand zum Gaudium des ganzen Bataillons ein eifriger Wetlkampf. Jeder Andern an Kühnheit und Findigkeit zu über⸗— Der Unterliegende war verpflichtet, eine l 00 8.. 8 bemannt mit der nöthigen Anzahl Wohlinstruitter Soldaten. und duftiger, nicht zu kostspieliger Toiletten bedarf, da sie einerseits die Uferwände und tiefe Finsterniß Trägerin nicht belasten, sondern leicht und frei umwogen zollen, Auf dem Vorder⸗ N zu schnell„ Bug 1 g 9 88 j 8 ö unter sich eine groe Abwechslung. Für junge ädchen hat man theile stand Amberg, ae lauschend. Endlich ließen sich deren reizende angefertigt von anmuthender Frische und Einfachheit: von der französischen Seue her Schritte vernehmen; etwa zehn doppelte Röcke aus weißem Tull, in der Taille eingekräuselt, am unteren Franzosen kamen behutsam anmarschirt und wollten ahnungslos Saume rings mit einem weißen Moireband unterlegt, im Uebrigen mit flatternden Moirebandschleifen und einem Tüllleibchen, das a la vierge N 2 f kraus gezogen. Ein Motregürtel und im Haar eine Blume oder eine dicht hinter dem andern, auf demselben, so erhielt es von den Bandichleise, nichts weiter! Kein Schmuckgegenstand, der ja doch nicht unten lauernden Preußen mittelst langer Stangen einen machtigen den schönsten Schmuck— die Jugeno— uberstrahlen wurde. Dann Stoß und insolge dessen eine derartige Eischüulerung, daß sämmt⸗ bereitet man Kleider aus Malinestüll oder Seidentüll, weiß, rosa, himmel ⸗ liche Rothhosen wie auf Kommando aus machtiger Höhe hinab a 47 8 8 00 z gleicher Lange, ohne Saum, ohne Band, um nicht das Duftige des Tuus in den strohausgepolsterten, großen Kasten fielen, wo sie, nach zu beeinträchtigen, ebenfalls oben im krause Falten gezogen, üder einem einigem Krabbeln wieder auf die Beine getommen, die unan- Untertleid von Foulard oder anderer leichter Seide, das Leibchen wie genehme Wahrnehmung machten, daß sie gefangen waren wie das vorbeschriebene a la vierte, mit rundem Ausschnitt und kurzen Puff. Mause in der Falle. sich bei Todesstrase ganz ruhig zu verhalten. sich mit bestem Erfolge und— Amberg wußte nunmehr, daß er Le e 5 die Wette glänzend gewonnen. dann in euiem Strauß seitwarts im oder am Gurtel. Das Floß wurde jetzt ciligst losgebunden und schwamm auf äberschüttet mit kleinen Straußen oder einzelnen Blümchen in abschattirter der ziemlich reißenden Strömung schnell hinab in den Fluß, Seidenstideret. Den unteren Saum dequenzt ein ungefahr vier, welcher es dem deutschen Lager zutrug. wand befindliche, sehr kleine Thür auf und befahl den Insassen, ihr unfreiwilliges Quartier zu räumen. Das Gelächter, welches Sammetblümchen. Sammetstraußchen oder Sammetpaftillen. Die, nun losbrach, als ein Franzmann nach dem andern aus dem Dispostnon bemerkte ich an einem entzückenden Baukleide, das für hölzernen Gefängniß hervorkroch, war unbeschreiblich. Aber, was junge Frau bestimut war. Den Fond bildete ein weißer Moirer war das! da. 0 n. 8 1 Sammetpastillen übersaet und am unteren Rande mit drei schma V erwundert blickten die Offiziere auf Am“ rotden Sammetbandern umsaumt war. Drei gleiche Summetbänder! Der aber stand triumphirend da und sagte:„Sehen Sie zirkelten die Taille des Moireleibchens Empire, das um den Ausschum nur den an, der jetzt herauskommt, und Sie werden des Räthsels mut einem gemusterten Tullbausch geziert. Von der rechten Hüste rang Lösung gefunden haben.“ Im nächsten Augenblicke erschallte lautes 9 Jubel⸗ und Beifallsgeschrei; Lieutenant Zastrow zwangte sich, nicht Tullpausch und fiel dann von den Schultern über die erm 8 eben mit fiegvertündendem Gesichte, durch die Kastenthür. Die Sammetblumen sind nämlich in diesem Winter mehr als je be „Lieutenant Amberg, Sie haben den genialsten, listigsten Streich vollbracht,“ urtheilte einstimmig das Schiedsgericht. „Lieutenant Zastrow, bestellen Sie die Punschbowle!“ Kleine Frauen-Zeitung. Endlich Die Mode. glücklicher als die Schöͤnste unter den Schönen, altert ste nicht und findet den Sammet, den Wlüsch, die Stickereistoffe, ferner Gold- und Seiden⸗ .. der deutschen Stellung zog sich ein spitzen, Perlen und Suckereten, Blumen und Bander, Vogel und Federn, ziemlich bedeutender Fluß hin. In das diesseuige Ufer desselben kurz, was wir lieben, was uns gefallt, und unsere geschickten Modistinnen mündete ein schmaler, tiefer Entwässerungskanal, der in der Mitte kombintren diese Sto Werk von Grazie, Kolorit und Kleidsamkeit. des Abstandes zwischen den deutschen und französischen Vorposten Man unterscheidet zwei Arten von Ballkleidern: diejenigen der floß; darüber führte ein langes, schmales Brett, welche primitive Tänzerinnen, d. h. der jungen Madchen und jungen Frauen, welche vom Brücke Deutsche und Franzosen wie auf Verabredung nicht zer⸗ Werften Walzer big J störten, weil beide Parteien auf nächtlichen Streifzügen sie benutzten. Frauen und der zum letzten Galopp tanzen, und diejenigen der jungen onders aus Moire, zugesellt. Dazu ein drapirtes Tüll oder Kre seidenem Guͤrtel oder mit seidener Scharpe. Man ist namlich zu der Ueberzeugung gelangt, daß man zum Tanzen klarer blau oder in sehr blassem Grün: drei übereinanderfallende Röcke von ärmelchen und mit mattseidenem, so breitem Gürtel, daß derselbe fast 5. 1 3 1 1 Mieder bildet, ohne Enden, vorn in legere Draperien gekreuzt und an Lieutenant Amberg konnte nur mit Mühe ein Triumphgeschrei der Seite mit Haten und Oesen geschlossen. Für das Haar eine Bande unterdrücken, als er den ersten Theil seines Unternehmens so wohl schleise in der Farbe des Kleides, welche wie ein Schwalbenschwanz ge' schnuten und so angebracht wird, als wolle sie wegfliegen. geglückt sah. Er begnügte sich indessen klüglich dauit, den Ge—⸗ 8 5 i N 0 2 Tones Wieder ein anderes Genre, etwas geputzter, wird durch eine zart fangenen in französischer Sprache recht barschen Tones zuzurufen, farbige Tuurobe mit doppelten Röcken reprasentut, deren unterer ohne Die also Auf- jeglichen Ausputz bleibt, deren oberer am unteren Rande mit ungefahr geforderten, erschreckt und fassungslos, ergaben sich denn auch zehn Reihen Kometenband in Atlas besetzt wird, und ein gleiches Band ⸗ Arrangement steigt an der einen Seite des Rockes bis zur Taille auf. N 2; 1; Das ausgeschnutene veibchen ist mu Tüll Draperien bedeckt, welche g Nach einiger Zeit nahten wiederum, diesmal jedoch aus der ein Fichu gekreuzt, sich in einen breiten Gurtel aus weichem Surah ver- Bald ertönten ihre Schrute lieren. Derselbe schlungt sich seitwarts etwas nach hinten in zwei Schlingen auf dem Breite; das vorher beschriebene Manbver wiederholte neost langen Enden. Als Coiffure dient eine Rosette aus Kom oder eine kleine Aigrette von Blumen, und die Blumen wiederholen sich In reicherem Geschmack erscheinen die Balltleider aus Seidentüll, breues Motreband nebst einer gestickten Blumenguirlande, welche Hier hatte sich, im 5. g 4 N 555 5 auf dem Bande, halb auf dem Tull des Kleides auegesührt. Auch eln · Voraus dorthin bestellt, das gesammte Offtzterkorps bereus am farbige Gazeklelder sind mit eingewevten Mottebandern abge paßt. Strande eingefunden. Eben ging die Sonne auf, als das selt⸗ derarliges Band bildet ebenfalls den unteren Rock-Abschluß, und den same deufsche Kriegsfahrzeug in Sicht kam. begierig, den Inhalt der Riesenkiste kennen zu lernen. Jeder war nun wie unteren Rand des Bandes umschlangeln rings Blatter und in Gold oder Silber, zur Halfte auf das Band, zur Halfte auf die 8 3 l. Gaze gestickt. f „Herbei, Kameraden, schauen und richten Sie!“ rief Amberg, Ferner giebt es gestreifte Gazearten, abwechselnd in Gaze und Atlas, der Kapitän in Infanterteuniform. Er schloß die in einer Kisten⸗ in Gaze une Falle, in Gaze und Moire gestreift und mi Blümchen mit kleinen Chenillemotiven, mit Flockchen brochut, gestickte Streifent Tulle mit Perlen, mit Gold ꝛc.,— Gazearten und Tulle mit aufgeklebt schleiert durch zwei gleich lange, weiße Tuüuröcke, deren oberer mit re sich ein prächtiger Zweig rother Sammetrosen bis zum Saum und eine leichte, schmalere Ranke gleicher Rosen zog sich vorn durch e — 5 Die Mode ist eine gefährliche Zauberin. Geschickter und vor allem . SAZ SAS MA A* 2 ffe und Zierrathen zu einem bewundernswerthen weder jungen noch alten Damen 9 5 wenig oder ;. 2. ar nicht tanzen. Die ersteren tragen fußjreie, atherische Roben bestehend Lieutenant Amberg 1 17 7 seine Leute ein Floß 3* dicken— mehrfach übereinander fallenden Rocken aus Tüll oder Krepp, denen Balken und darauf einen 2 2 Meter hohen, startwandigen Holz⸗ fan jür die verheiratheten Damen, ein Unterkleid aus Seidenstoff be ⸗ kasten zimmern lassen. Dieses seltsame Fahrzeug ruhte in der drütten N a Nacht festgebunden auf dem Wasser unter dem vorerwähnten Bette, leibchen mit breitem, 2 2 T2 2 = r.. TSS SS — . . E! E . U b Ban, 1 % Uw. 0 ᷑ e K ohh 0 5 Ie 0 p lun 155 0 sc i 423.. —.— —ñ—d gehrt, und sie führen sich auch in solcher Vollendung ein, daß man nicht umhin kann, sie schön, wunderbar schön zu finden, denn trotz des schweren Stoffes haftet der Bildung dieser Blüthen durchaus nichts Schweres an, ja, sie zeigen sogar eine Leichtigkeit in ihren gewellten und gerollten Blumenblättern, über denen es wie ein Flaum, wie ein Schmelz liegt. Und nun gar das Kolorit! Wie herrlich sind jene rothschattirten, sammetnen Mohnblumen, jene feuerfarben strahlende Kresse, und diese Malven, welche, freilich im Widerspruch zu ihren natürlichen Schwestern, in allen modernen grünen Nüancen schillern, jede Malve in sich verschieden getönt, hier olivengrün beginnend und sich in das hellste Pistaziengrün verlaufend, dort moosgrün ansetzend und in's lichte Frühlingsgrün übergehend, oder epheu⸗, auch myrthengrün anfangend und sich in jenes graue Grün ver⸗ lierend, das man bald mit Weiden- oder Schilforün, bald mit Reseda bezeichnet! Aber die duftigen Stoffe leihen sich gleichfalls zu den Blumen, wie uns jene schönen, rosa und weiß wie rosa und gelb panachirten Nelken beweisen, welche zu einer pistaziengrünen Ballrobe bestimmt, oder diese lila Akazienblüthen mit den lila abgestuften Astern, welche sich von einer gelben Moiretoilette abheben sollen. Denn wenn man auf der einen Seite Farben-Uebereinstimmung in Blumen und Kleid liebt, so begünstigt man auf der andern Seite die Farben-Kontraste, und hier bringt man deren oft ganz seltsam zusammengestellte zu prächtigster Wirkung. Immer noch viel Aigrettensträuße für das Haar, und eine so große Abwechselung darin, daß keiner dem anderen gleicht! Gold oder andere funkelnde Effekte werden oft unter die Blumen gemischt, ferner Schmetter⸗ linge und winzige Kolibris. Ich habe duftige Sternblumen aus Gold⸗ tüll gesehen, aus rosa Tüll, mit Gold umzirkelt, weiter Rosenknospen mit goldenem Kelch, welche sich um ätherische Maraboutfedern schlangen: — alle diese Aigretten unten mit einer kleinen Bandschleife gehalten. Aber man trägt auch noch andere Formen in Coiffüren: kleine Watteaukränzchen, mit oder ohne Aigrette, und für junge Frauen hat man zur aus geschnittenen Ball⸗Toilette, zur Diner⸗ wie zur anderen Abend⸗Toilette zierliche Haar⸗Garnituren hervorgerufen, bestehend aus zwei Blumenspangen oder Blumenbandeaux, welche vorn eine kleine Schnebbe zeichnen und hinten nicht geschlossen werden. Diejenige Spange, welche unten liegt, ist aus Blumen ohne Laub gewunden, diejenige, welche sich oben befindet und durch einen Zwischenraum von vier Centimetern von der anderen getrennt wird, aus feinem Laubwerk, zart und licht und so angebracht, daß die Spitzen der Blätter in die Höhe steigen. Diese Art von doppeltem Halbkränzchen wird ziemlich weit nach vorn in das Haar gesetzt, und man läßt dazwischen das duftige Haar sich kräuseln und herauslocken, so, als ob die Blumen sich darin versenkten. Das gleiche Arrangement der Coiffüre stellt man durch Bandelettes in Gold oder Perlen her. Zuweilen hält man dieselben mit einer Schleife aus schmalem 815 zusammen, deren Enden sich dann durch die lockige Haarfrisur mischen. Denn es ist nicht mehr die hohe Haartracht, welche dominirt, sondern man fängt an, sich den tiefer fallenden von neuem zuzuneigen. Gewiß, man trägt noch immer den verschiedenartig gewundenen Haarknoten auf dem Wirbel des Kopfes, aber neuer, moderner ist der leicht gedrehte oder leicht geflochtene, in den Nacken fallende Chignon mit Kamm, oder die Anordnung aus zwei Flechten, welche mit einem Kamm hochgenommen und auf den Hinterkopf gesteckt werden, um dann schlingenförmig nieder— zuhängen Hier wie dort bleibt der Wirbel vollständig frei. Weiter führt man, zumal zur Balltoilette, Haarfrisuren ein, in welchen sich der beider⸗ seitige Geschmack vereint. Sie beginnen mie einem legeren Haarpuff, einem Knoten oder einer Schleife auf dem Wirbel und fallen dann in leichten Gewinden über den Hinterkopf, hier entweder in eine breite, ge— lockte Haarsträhne, in drei Locken unregelmäßiger Länge oder in einen leicht geschlungenen Chignon auslaufend, welche Arrangements auf dem Nacken ruhen. Wie wir schon gesehen haben, sind die Bänder nach wie vor beliebt. Man stellt sie in abstechenden Farben mit Blumen oder Laubwerk zu⸗ sammen und formt reizende Ball-Garnituren für das Haar, das Leibchen und den Rock. So z. B. bildet man entzückende Kränze aus Band— schlingen, auf der einen Hälfte von apfelgrünem Sammetband, auf der anderen Hälfte von weißem Faflleband, letztere bedeckt mit hellgrünen Blättern aus jenem feinen Seidenplüsch, welchen man Satin antique nennt, und aus leichtem Stoff(Naturlaub); vorn prangt daran ein voller Blättertuff, überragt von Schleifen aus apfelarünem Sammetband. Die Taillengarnitur, welche man neuerdings wieder häufig in schräger Richtung vorn bis unterhalb der Taillenbiegung anbrinat, besteht, ebenso wie die Rockgarnitur aus Verschlingungen von beiden Bändern, abgeschlossen mit Schleifen oder verknoteten Enden nebst Blättertuffs, auch wohl hier oder dort überlegt mit Blätterranke. Andere derartige Parüren sind aus lachs— rosa Failleband und feuerfarben schattirten Sammetrosen komponirt, aus malvenlila und frühlingsgrünen Bändern und Veilchen oder Flieder, aus purpurrothen Sammetbändern und Schneebällen, aus olivengrünen und apfelgrünen Bändern im Gemisch mit weißen Akazienblüthen, aus kreme⸗ farbenen Bändern und rothsammetnen Mohnblumen ꝛc. Wieder andere präsentiren kleine Bouquets, welche durch gewundene Schilfbänder ver— einigt werden. Alle Blumen finden dazu Verwendung, und man liebt es, den Ballfächer mit diesen Garnituren in Uebereinstimmung zu bringen. Aber es wird Zeit, denk' ich, auf die Kleider der nicht tanzenden Damen zurückzukommen. Alle Prunkstoffe, welche die Seiden⸗Industrie nur ersinnen konnte, stehen denselben zu Gebote: die am Eingange er⸗ wähnten Seidenfabrikate, ferner der phosphoreszirende Sammet, welcher in zwei abstechenden Farben wie ein Chamäleon schillert, die gestreiften Moires, die Pompadourstoffe: hellfarbige Moires antigues mit großen Chinéebouquets, zweifarbige Pekings, in Faille und Atlas gestreift, mit durchwirkten Blumen, wie denn überhaupt die Pekings sich in den mannig⸗ faltigsten Streifen⸗Dispositionen geltend machen. Die Schleppe ist bei solchen Ball⸗Toiletten nicht obligatorisch, doch wird sie gern dazu angenommen, da sie immer ein großes„Cachet“ giebt und sich auch leicht auf den runden Kleidern anbringen läßt. Denn alle Schleppen werden gegenwärtig besonders oder„unabhängig“ gefertigt und über den Kleiderrock gelegt, auf welchem man sie mittelst englischer Haken befestigt. Will man ein ausgeschnittenes Ballkleid zu einer ele⸗ ganten Dinerrobe umgestalten, zu welcher die Schleppe unerläßlich ist, so kann man das Leibchen durch einen großen Direktoirekragen mit Revers halb offen formen. Am hübschesten sind diese Kragen aus Sammet, doch müßte in solchem Falle die Schleppe oder die Rockgarnitur aus Sammet sein Anderenfalls ließe sich der Direktotrekragen aus dem ein- farbigen Stoff des Rockes oder der Schleppe herstellen. Man füttert letztere mit Atlas in hellerem Ton oder in abstechender Farbe und giebt ihr im Innern rings einen Rahmen durch einen Tüllbausch in gleichem Kolorit wie das Futter. Zu derartigen Ball- und Gesellschafts⸗-Toiletten viel Empireleibchen mit Gürtel, doch gleichfalls viel Frackleibchen, mit Taschen auf den Schößen! Trotzdem hat man die Schnebbenleibchen noch nicht aufgegeben, welche man, sind sie ausgeschnitten, mit Draperien, sind sie hoch, mit Revers Direktoire ausstattet. Die Gesellschaftskleider aus einfarbigen Seidenstoffen und Spitzen er⸗ halten sich in unveränderter Gunst. Man schmückt sie häufig mit Schleifen aus Sammetband aus. Ebenso bleiben die weißen und die elfenbein⸗ gelben Spitzenkleider in der Mode. Man giebt denselben neuerdings einen Kragen oder eine Krause aus gleichnüanzirten Straußfedern und um die Aermel entsprechende Bordüren. Das ist von sehr duftigem und jugendlichem Effekt. Ueberhaupt tragen die jungen Mädchen zu festlichen Gelegenheiten viel Weiß, zumal in leichten Wollengeweben. Um derartige Kleider ele⸗ gant zu gestalten, verziert man sie mit scharf abstechendem Sammet wie: roth, granatbraun, myrthengrün, moosgrün, dunkelblau; oder man stattet dieselben mit einem farbigen Untergewand aus. Andere weiße Wollen⸗ kleider sind an der einen Webekante mit einer bedruckten Bordüre ab— gepaßt; sie bringen folglich den Ausputz gleich mit sich und liefern so nicht kostspielige Anzüge von gefälligem Reiz. JLose Blätter. Sylvester.(Siehe Illustration.) Vom neuen Jahr erwartet die hoffende Menschenseele neues Glück. Die Stunde, welche unsere Zeit⸗ rechnung als Grenze bezeichnet hat zwischen dem alten und neuen Jahre, wird daher von den meisten Sterblichen in jener Stimmung verlebt, welche der Enthüllung eines Geheimnisses vorauszugehen pflegt. Man fragt sich: Was wird das neue Jahr bringen? Gutes oder Böses, Leid oder Freude? Um den Schleier zu lüften von den Ereignissen der kommenden Tage, haben naive Gemüther von Alters her ihre Zuflucht zu allerlei Orakeln genommen. Die Sylvesternacht hielt man für zauber⸗ kräftig. Man achtete auf Träume, man legte Karten und goß Blei, man suchte im Wasserglas durch Krystallisirung gewisser Substanzen besondere Figuren zu erhalten, aus denen sich das Schicksal deuten ließe. Auch jene Mädchen, welche der böhmische Maler Wenzel Tornoe uns im Bilde vorführt, befragen das Orakel in der Sylvesternacht.— Was sie zu⸗ nächst wissen wollen, ist leicht zu errathen. Ob ihnen ein Gatte bescheert sein wird, das ist die Kapitalfrage der Zukunft. Kein Orakel wird ihnen die Frage lösen können. Die Schicksalsgöitin läßt sich weder durch List noch durch Gewalt ihre Geheimnisse entreißen und so werden auch die Schönen ihre Sehnsucht bändigen und die Ereignisse des neuen Jahres geduldig abwarten müssen.. Chin⸗sische Neujahrswünsche Die Mode der Neujahrswünsche be⸗ steht in China seit undenklicher Zeit. Die Glückwunschkarten sind ziemlich groß und mit Bildern versehen, welche die drei vorzüglichsten Gegen⸗ stände des Glückes nach chinesischer Ausicht vorstellen, nämlich einen Erben, ein Staatsamt(oder Beförde ung) und ein langes Leben. Diese drei Wünsche sind durch das Bild eines Kindes, eines Mandarinen und eines alten Mannes neben einem Schwane, dem Symbol des langen Lebens, ausgedrückt. Aber nicht bloß Wünsche tauschen die Chinesen zu Neujahr gegen einander aus, sondern auch Geschenke, welche gewöhnlich in Leckereien, seltenen Früchten, Bonbons, vorzüglichem Thee und bis⸗ weilen in Seidenzeug zu Kleidern bestehen. M. Der abgefertigte Schmeichler. Cimarosa, dem berühmten Componisten, schmeichelte ein unbedeutender Maler durch das Geständniß, daß er ihn über Mozart stelle.„Was würden Sie sagen,“ entgegnete der bescheidene Künstler,„wenn ich Ihnen über Raphael den Vorzug einräumte?“ 7.* Nun ruhen alle Wälder! Ein Gutsbesitzer, der seine großen Schulden durch immerwährendes Holzschlagen zu decken suchte, fragte eine Dame kurz vor seinem Tode, zu welcher Grabschrift sie ihm wohl rathe?— „Eröffnen Sie,“ antwortete die Dame,„die Grabschrift mit dem Motto: Nun ruhen alle Wälder!“ 3 M. Richt gelogen. Ein Soldat kam etwas angetrunken in die Kaserne. —„Wo hast Du Deinen Säbel gelassen?“ fragte ihn der Hauptmann. —„Ach, Herr Hauptmann“.—„Nun was?“—„Ich war so ver⸗ drießlich, so ärgerlich— Herr Hauptmann, wenn ich's denn sagen soll, ich war so unzufrieden mit mir selbst, daß ich mir den Sähel durch den Leib gejagt habe.“— Er hatte ihn verkauft und das Geld vertrunken, gelogen hatte er also nicht. M. 725 2 6 45 1 8 ET f 1 8 N 2 424. Nertjahrs⸗Rösselsprung. Eitaten-Näthlel. Aus jedem der folgenden acht Citate ist ein Wort zu wählen. acht erhaltenen Wörter ergeben ein Citat von Schiller. 1. Zwölf edle Jünglinge des Landes sind in meinem Bündniß, haben heute früh Die diesem Schloß zu führen. 2. Eine Königin, die unverdrossen, unermüdet Die schwerste aller Pflichten übt, die sollte Von dem Naturzweck ausgenommen sein. Es erben sich Gesetz und Rechte Wie eine ew'ge Krankheit fort. 4. Was rennt das Volk, was wälzt sich dort Die langen Gassen brausend fort“ „Mir wird von alle dem so dumm, Als ging mir ein Mühlrad im Kopf herum. 6. In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. Und klar auf einmal fühlt' ich's in mir werden: Die ist es, oder keine sonst auf Erden. S. Je mehr er hat, je mehr er will, Nie schweigen seine Klagen still. 90 * Nätblel-Aufgabe. Sträuchern— hört— vermischt— doch— Feld— hinter— das— Frau. Ordne nur die Gegensätze Von den Wörtern, hier genannt, Zeigt sich eine Redensart, Allbekannt in Stadt und Land. Somonym. Wenn du nach mühevollen Stunden In mir Erholung hast gefunden, Und du dein Herz willst frisch erheben Durch Bilder aus dem Heldenleben, Dann nimm von mir, dem Menschenkenner, Ein Buch zur Hand, und große Männer Wirst lebensdoll du vor dir sehn, Die siegen oder untergehn. Auflösungen: des Palindrom: Sarg, Gras;— des Silben ⸗Räthsels: 1. Erwin. 2. Saone. 3. Laubfrosch. 4. Echec. 5. Birne. 6. Tombola. 7. Elster. 8. Ilmenau. 9. Nußbaumholz. 10. Gußfeld. 11. Oregon. 12. Tim · but. 13. Teutonen. 14. Ziege. 15. Urf. 16. Sparta. 17. Timur. Es lebt ein Gott zu strasen und zu raechen;— des Räthsels: Trappe, Napbe;— der Weihnachts Koͤnigspromenade: Der Winter ist gekommen Da schallen plötzlich Klänge Und hat hinweggenommen Und frohe Festgesange Der Erde grünes Kleid; Hell durch die Winternacht. Schnee liegt auf Blüthenkeimen, In Hütten und Palästen Kein Blatt ist an den Bäumen, Ist rings in grünen Aesten Erstarrt die Flüsse weit und breit. Ein bunter Frühling aufgewacht. Ja, laßt die Glocken klingen, Daß, wie der Engel Singen, Sie rufen laut und klar: „Gott in der Hoͤh' soll werden Der Ruhm, und Fried auf Erden Und Wohlgefallen immerdar!“ Das Sakrament darauf empfangen, euch mit starkem Arm aus neu⸗ der so so bur man es alt 0 2 3 je- schallts prosit hü ⸗ hoch drü⸗ bringt jahr von rah schreit ben schen und achtzig dar zum jahr gute und- ihm dacht das ver. er ser 5—————— 3 sche neu- freun⸗ bring glück nun glücks doch sei⸗ schen en den wün- neun⸗ er- jahr sich an we ⸗ was nes wün⸗ trunk 700 ä—— Problemturnter der scholtis Problem Nr. 546 von W. W. N. in Edinburg. Schwarz. 122 S 2 2 12 85 2 Weiß. Die vorstehende Aufgabe, welche wir dem Chess Manthly entnehmen, erhielt 1 len Schachassociation den Preis für den dessen Dreizüger den en 0 Preis für Vierzüger erhielt A. F Mackenzie in Kingston Jamasca) artie Nr. 303. 5 gespielt sin letzten Meisterturnier zu Nurnberg 1 Weiß: Dr. Tarrasch.— Schwarz: Harmonist. 7 1) d2- d d7- dõ 24) Dn3— e329) Tei—ed: 5 2) 8g-f 8g8 86 25) Ld3-e: wee 3 e2—e3 7-es Remis. f 3 8 2 2 Stellung nach dem 20. Zuge von ee N 1 6) b2—b3 6—0 3 7) Leib Les b 11 8) Sb—d2 Sbs—d7 1 9 St3—es Tas-es 1 10) 2—14 7e N 4 11) bd Dds-e7 N 3 12) 13—g3- da: 5 13) es- da: 7-h 9 14) Tal—el a7—a6 5 15) e-e De7-bs 1 16) Tel-e St6—h5 40 17) Dzà—h3 S5—f6 ö 1 5 1TfI—el 168d 8 N 1 19) Sd2—t3 Stö—e N f 20% Seö-d7: Tds-d: 0 1 21) 4 d5˙½) Tes-e: 4 22) Tel-e: Lb7-dß: 5 23) 83—e5 1d7-c7 1 ) Interessante Verwicklungen ergaben sich aus dem ftarken Zuge( 5. 128 N Ds 22 Ter(oder Steh Ses oder auch: 40 mu sehr gutem Spiel für Tes 22 ds cds 28 Ses Ter(c7!(falls 5 24) es 44, so 25) 45— 210 d. 8% id und eventuell Sd7 oder 84 ic. oder 21).. Te 22 cd vebst Sed. veranftalteten Meisterturntere beteiligten sich act deutsche le d eine dritten Preis ertielt J Mie ses mit 4% tien 1 Spielern in zwei Gruppen aukgesoch 2 Ter. De: 250 Lag, wer offenbar falsch wegen Dez An dem zur Feier des dies jätzrigen vierzigsten n der r en und Remann, welche beide 5% nnr artien—* 8 dert Stichpartie wischen ihnen unenischieden geblieben war. den ersten und wetten 1 den vierten von Scheve mit 4 Eine Tabelle des Tarnters folgt in nächter Nummer. Das barer be ten. FP Druck unt Vertag der„Volks Zeitung“, Akt.⸗Gef. in Berlin Lütgzowstr 105 Serantwortlicher Retaktcur: R. Elche in Berlin, dützewstr. 105.