liebig n V, u den n uit duth leit, zu den Oberhessischen Machrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. V. „Nein, Frau Amtsräthin,“ murrte die alte Dietrich mit dumpf grollender Stimme,„das lass' ich mir nicht länger gefallen. Entweder muß die Köchin aus dem Haus, oder ich gehe fort.“ „So nimm doch nur Vernunft an! Was hat es denn gegeben?“ „Sie hat mir eine alte Hexe, eine giftige Kröte geschimpft.“ „Du wirst ihr wohl auch nichts schuldig geblieben sein.“ „Ich hab' ihr man blos eine Tachtel hinter die Ohren ver— setzt, die sie in acht Tagen nicht vergessen wird.“ „Dann seid ihr Beide quitt und habt einander nichts mehr vorzuwerfen.“ „Ne, Frau Amtsräthin, so haben wir nicht gewettet. J, das sollte mir fehlen! Nicht einen Augenblick bleibe ich mit der aus⸗ verschämten Person zusammen.“ f „Du kannst doch nicht verlangen, daß meine Schwester Knall und Fall ihre Köchin entläßt, mit der sie sonst sehr zufrieden ist, und die schon seit zehn Jahren ihr treu und redlich dient.“ „Meinetwegen zwanzig Jahre! Das kümmert mir nicht.“ „Aber ich kann mir doch vor meiner Schwester keine solche Blöße geben. Was soll sie sich von mir denken?“ „Das ist mich ganz egal, wenn nur die Köchin fortkommt. Sonst,“ fügte die Dienerin drohend hinzu,„können die Frau Amtsräthin noch etwas erleben.“ „Um des Himmelswillen!“ rief diese mit sichtlicher Aengst— lichkeit,„Du wirst doch nicht wegen solcher Lumperei mir Un— annehmlichkeiten machen? So gieb Dich doch nur zufrieden! Ich werde noch heut mit meiner Schwester sprechen und ihr sagen, daß sie die Person fortschickt.“ Um die Lippen der alten boshaften Dienerin zuckte ein unheimlich tückisches Lächeln, als sie mit leisen Katzentritten davon schlich und die Amtsräthin allein mit ihren trüben Ge— danken und peinlichen Erinnerungen zurückließ. Gewohnt, daß das ganze Haus sich vor ihr beugte und ihr gehorchte, sah diese sich durch die eigenthümlichen Verhältnisse jetzt gezwungen, die immer frecheren Ansprüche der alten Dietrich zu dulden, um sich das Stillschweigen ihrer einzigen Vertrauten zu sichern und den ihr angedrohten Skandal zu vermeiden. So unangenehm auch der Amtsräthin der Vorfall war und so schwer es ihr auch fiel, sich den Wünschen ihrer Dienerin zu fügen, so blieb ihr doch nichts übrig, als mit ihrer Schwester deshalb zu reden und unter einem passenden Vorwande die Entlassung der wirklich vorzüglichen Köchin zu verlangen; wozu ihr das heutige Mittagessen die gewünschte Gelegenheit bieten sollte. Statt wie sonst die trefflich bereiteten Speisen mit gehörigem Appetit zu genießen und wie gewöhnlich eine doppelte Portion Gießen, den 29. Juli. 1888. Die Eröschaft der Tante. Novelle von Max Ring. (Fortsetzung.) zu nehmen, ließ sie jetzt die kräftige Suppe stehen und die saftigen Hammel-Koteletten fast unberührt, wie die Stadträthin zu ihrem großen Bedauern bemerkte. „Mein Gott!“ sagte diese besorgt.„Du isst ja nichts, liebe Melanie! Was fehlt Dir? Bist Du unwohl? „Ich bin ganz gesund.“ „Du hast aber keinen Appetit.“ „Gottlob, daran fehlt es mir nicht.“ „Dann begreife ich nicht.“ „Das Essen schmeckt mir nicht. Die Suppe ist angebrannt und die Koteletten so zähe, daß man sich die Zähne daran aus— beißen kann, vollkommen ungenießbar.“ „Das kann ich nicht sinden,“ versetzte die Stadträthin ein wenig piquirt.„Wir nehmen immer das beste Fleisch vom ersten Schlächter.“ „Es liegt auch nicht am Fleisch,“ entgegnete die Amtsräthin im scharfen Ton,„sondern an Deiner Köchin.“ „Was fällt Dir ein! Marie kocht ausgezeichnet; Du selbst hast sie immer gelobt und sie einen wahren Schatz genannt.“ „Anfänglich war ich auch mit ihr zufrieden, aber seit einiger Zeit hat sie sich so verschlechtert, daß es nicht mehr zum Aus⸗ halten ist und Dir nichts übrig bleibt, als sie auf der Stelle fortzuschicken.“ „Mein Gott!“ rief die Stadträthin bestürzt. Du doch unmöglich von mir verlangen.“ „Warum denn nicht?“ „Ein so guter treuer Dienstbote!“ „Für Geld bekommst Du einen besseren.“ „Ohne allen Grund und ohne jede Ursache! Das bring' ich nicht über's Herz.“ „Wie kann man nur wegen einer Köchin so viel Umstände machen! Es scheint wirklich, daß Dir mehr an der Person wie an Deiner Schwester liegt.“ „Wo denkst Du hin! Du weißt, daß ich gerne Alles thue, was Du wünschest und wenn Du darauf bestehst, werde ich ihr kündigen, so schwer es mir auch fällt.“ Trotz ihrer Nachgiebigkeit konnte sich die Stadträthin nicht einer tiefen Verstimmung erwehren, welche von Tag zu Tag zu— nahm. Statt der gehofften Vortheile fand sie nur eine Reihe von mehr oder minder großen Unannehmlichkeiten für die ganze Familie. Seitdem die Amtsräthin in ihrem Hause lebte, war der Friede gestört und alle Heiterkeit daraus geschwunden. Sophie unglücklich, Else schwermüthig und Ludwig verdrießlich und ängstlich wegen des bevorstehenden Examens. „Das kannst F. . f n 2 1 2 242. Die alten Freunde hatten sich zurückgezogen, und die neuen Bekannten waren ihr gleichgültig und widerwärtig. Der gute Doktor Wiese, der ihr sonst so sympathisch war und dem sie früher das größte Vertrauen schenkte, durfte sie nicht mehr be⸗ suchen, und den biederen Hauptmann Hanstein, mit dem sie lange Jahre befreundet gewesen, konnte sie nicht wieder sehn, da ihn ihre Schwester wegen des Prozesses nicht leiden mochte. Um so öfterer kam dafür jetzt der liebenswürdige Herr von Schmielinski, der angenehme Gesellschafter, der tägliche Haus⸗ freund und stete Begleiter der von ihm entzückten Amtsräthin. Immer elegant, fein, nobel, artig und galant, führte er sie auf der Promenade, saß er mit ihr im Theater in derselben Loge, machte er allerlei kleine Besorgungen für sie, trug er ihre Mantille, ihren Shawl und selbst den geliebten Zampa. Eine solche Intimität konnte aber der Stadträthin nicht ganz gleichgültig sein und mußte ihr mit der Zeit verdächtig vor⸗ kommen, wenn sie auch ihrer Schwester nichts Böses zutraute. Dazu kamen noch allerlei ungünstige Gerüchte über die Ver⸗ hältnisse und den Charakter des Herrn von Schmielinski. Wie Ludwig von seinen Bekannten gehört hatte, sollte derselbe ein notorischer Schuldenmacher, Abenteurer und Spieler sein, dem kein Mensch einen Groschen borgen wollte, das Gut nächstens subhastirt werden und die Gläubiger ihn verfolgen. Aehnliche Andeutungen hatte der Bankdirektor fallen lassen und sich über den vertrauten Verkehr mit einem so zweideutigen Mann ironisch aufgehalten. Das Alles beunruhigte und bekümmerte die Stadt⸗ räthin um so mehr, als sie durch eine unbedachte Aeußerung ihre reizbare Schwester zu verletzten fürchtete und die möglichen Folgen eines Zerwürfnisses oder gar eines Bruches auf das Aeußerste scheute. Unterdessen verfolgte Schmielinski mit der Leuten seines Schlages eigenen Beharrlichkeit und Unverfrorenheit das ihm vorschwebende Ziel, ohne sich um die üble Nachrede der Welt und um die Sorgen der ängstlichen Stadträthin zu kümmern. Wie gewöhnlich, erschien auch heute Herr von Schmielinski in elegantem Leibrock, sorgfältig frisirt und pomadisirt, Haare und Bart frisch gefärbt, in der einen Hand eine Düte mit Bisquit für Zampa, in der andern ein schönes Blumenbouquet, das er mit einem eleganten Kompliment der geschmeichelten Amtsräthin überreichte. „Nein,“ sagte sie entzückt,„Sie sind zu liebenswürdig, so prächtige Rosen!“ „Habe ich,“ versetzte er mit süßlichem Lächeln,„keine gefunden, die sich mit Ihnen, meine Gnädige, vergleichen kann.“ „Das kann doch nur Ihr Scherz sein.“ „Parole d'honneur! Werde ich mir nicht erlauben zu scherzen mit einer Dame, die ich verehre, oder eine, für die ich geben würde mein Blut und mein Leben.“ „Ich weiß nicht, ob ich Ihnen glauben soll.“ „Bin ich ein Mann von Ehre, rede ich nur immer die Wahrheit.“ „Man darf keinem Menschen und am wenigsten einem Manne trauen.“ „Thun Sie mir weh, sehr weh,“ erwiderte er melancholisch. „Bin ich ohnedies unglücklich, sehr unglücklich.“ „Weshalb denn?“ fragte sie gespannt. „Habe ich Verdruß, großen Verdruß und viele Sorgen.“ „Wollen Sie mir nicht sagen—“ „Wird Sie nicht interessiren.“ „Wie können Sie glauben! Bin ich nicht Ihre Freundin?“ „Wenn man ist unglücklich, hat man keine Freunde.“ „Sie werden mich noch ernstlich böse machen. Ich will wissen, was Sie für Sorgen haben und weshalb Sie sich un— glücklich fühlen?“ „Muß ich Ihnen sagen, daß ich großen Verdruß habe wegen meines Gutes. Hat sich das Geschäft zerschlagen mit der Bank; will sie nicht nehmen die gute sichere Hypothek, wodurch ich komme in große Verlegenheit.“ Obgleich die Amtsräthin eine ganz andere Erklärung seiner Melancholie, ein förmliches Liebesgeständniß, selbst einen Heiraths⸗ antrag erwartet hatte, und sich einigermaßen in ihren Hoffnungen getäuscht fand, war sie bereits von dem liebenswürdigen Abenteurer so sehr gefesselt und umstrickt, daß sie nicht von ihm loskommen konnte und ihn in seiner Noth nicht verlassen wollte, so miß⸗ trauisch sie auch sonst in allen Geldangelegenheiten war. 8 „Sie dürfen nicht verzweifeln,“ sagte sie freundlich.„Wenn das Gut, wie Sie sagen, so viel werth ist, wird es Ihnen nicht schwer fallen, einen soliden Geschäftsmann für eine sichere Hypothek zu finden.“ „Ist es zweimal, dreimal so viel werth,“ versicherte Herr von Schmielinski lebhaft.„Wenn ich verkaufen wollte den schönen Wald, könnt' ich dafür allein bekommen fünfzigtausend Thaler, aber kann mich nicht entschließen zu verschleudern das Erbe und den Stolz meiner Väter. Habe ich auch den schönsten Weizenboden und Wiesen wie geschorener Sammet, eine wahre Pracht. Aber was nützt das Alles, wenn kein Mensch mir geben“ will das Geld, das ich nothwendig brauche zur Erhaltung und Verbesserung der ganzen Wirthschaft?“ „Das begreife ich nicht, da sich nach Ihrer Angabe das Gut rentiren und noch einen bedeutenden Nutzen bringen muß. So viel verstehe ich doch auch von der Oekonomie.“ g „Kann ich Nutzen nachweisen mit Zahlen; habe ich Alles aufgeschrieben und die Papiere in Ordnung. Können Sie selbst sehen, gnädige Frau, und sich überzeugen, daß ich rede nur die reine Wahrheit.“ 4 Zugleich zog Herr von Schmielinski aus der Seitentasche seines Leibrockes einige Schriftstücke, die er der Amtsräthin hin⸗ 1 hielt, mit der Aufforderung, den Inhalt derselben einer genauen 1 Prüfung zu unterwerfen und die einzelnen Posten der ihr vor⸗ gelegten Berechnung mit ihm durchzugehen.“ i „Das ist nicht nöthig,“ sagte sie, ihm die Papiere zurück⸗ gebend.„Ich zweifle nicht an der Richtigkeit Ihrer Aufstellungen und schenke Ihnen ein unbedingtes Vertrauen.“ 1 „Sie sind zu gütig, meine Gnädige! Ich wünschte nur, daß Alle so edel wie Sie dächten, dann hätte ich auch keine Sorgen“ mehr wegen der Hypothek.“* „Die brauchen Sie sich auch so nicht zu machen,“ erwiderte die Amtsräthin,„da ich die größte Lust habe, Ihnen zu helfen.“ „Oh! Sie sind ein Engel, ein leibhaftiger Engel.“ Bevor ihn die Amtsräthin hindern konnte, kniete Herr von Schmielinski zu ihren Füßen nieder und bedeckte ihre beiden Hände mit seinen Küssen und Thränen, die ihm wie einem vollendeten Schauspieler bei allen solchen Gelegenheiten reichlich zu Gebote standen. „Stehen Sie auf, Herr von Schmielinski!“ bat sie bewegt. „Es kann Jemand kommen. Wollen Sie nicht aufstehen?“ „Nicht eher,“ erwiderte er pathetisch,„bis ich Ihnen gesagt habe, daß ich Sie liebe noch mehr wie meine schöne gute Mutter und kein größeres Glück kenne auf der ganzen Welt, als zu besitzen Ihre reizende Hand und Ihr goldenes Herz.“ Diesem längst gehofften Geständniß vermochte die verliebte Frau nicht zu widerstehen. Ueberwältigt von ihrer Leidenschaft, berauscht von ihrem Glück, sank sie mit schmachtenden Blicken und keuschem Erröthen in die weit geöffneten Arme und an die wattirte Brust des liebenswürdigen Mannes. Trotzdem die Stadträthin von all diesen wichtigen Exeignissen noch keine Ahnung hatte, so erregte doch der auffallend lange Besuch des Herrn von Schmielinski ihren Verdacht und zum ersten Mal auch die Befürchtung eines ernsteren Verhältnisses zwischen ihm und ihrer Schwester. Die bloße Möglichkeit einer solchen Verirrung, welche alle ihre Hoffnungen und Aussichten zu vernichten drohte, versetzte sie in eine so unbeschreibliche Aufregung, daß sie ihre sonstige Vorsicht vergaß und der Amtsräthin ihre Zweifel und Bedenken 455 aussprach, nachdem Herr von Schmielinski sich verabschiedet atte. „Ich kann und darf Dir nicht verschweigen,“ sagte die Stadt⸗ räthin,„daß man in der Gesellschaft nicht zum Besten über 1 Herrn von Schmielinski spricht.“ „Darauf gebe ich nichts; die Leute reden mehr, als sie ver⸗ antworten können und man muß nicht Alles glauben, was sie sagen. Thu' mir den Gefallen und verschone mich mit dem einfältigen Geschwätz!“ „Wenn Du nicht meine Schwester wärst, würde ich auch kein Wort mehr verlieren. So aber halte ich es für meine Pflicht, Dir die Wahrheit zu sagen, selbst wenn sie Dir unangenehm Yon del en. ic I a0 f ble „ fel de f 1 l 0 00 4 el 1 M 243.. 0 00 sein sollte. Wie ich von Ludwig höre, soll Herr von Schmielinski mehr Schulden haben, als Haare auf dem Kopf und ein bekannter Spieler sein.“ „Ludwig ist ein dummer Junge und lügt wie gedruckt. . will er denn das wissen?“ „Von seinen Freunden auf dem Gericht, welche die Akten gesehen haben; Wechselklagen, Proteste und Exekutionen gegen Herrn von Schmielinski. 99 „Daraus macht er gar kein Geheimniß, daß er sich in augen— blicklicher Geldverlegenheit befindet; das kann Jedem passiren. Sein Gut ist unter Brüdern zweimalhunderttausend Thaler werth.“ Und doch will der Bankdirektor keine Hypothek darauf nehmen und ihm nicht einen Pfennig borgen.“ „Weil er ein Halsabschneider, ein Wucherer ist, Prozent und noch dazu eine hohe Provision verlangt, der sechs weshalb sich das Geschäft zerschlagen hat.“ „Auch mein Tischnachbar, der Konsul Sanftleben, hält das Gut für überschuldet und die Hypothek für unsicher, wie ich aus seinen Aeußerungen gegen den Bankdirektor entnehmen konnte.“ „Was versteht so ein Komptoirmensch von der Landwirthschaft und von Gütern! Das weiß ich besser, da ich die Berechnungen eingesehen habe und jeden einzelnen Posten kenne. Ich würde mich keinen Augenblick besinnen und das Geld ihm geben.“ „Um des Himmels Willen!“ rief die Stadträthin erschrocken, „Du wirst doch nicht so wahnsinnig sein und Dein Geld einem so verrufenen Menschen anvertrauen.“ „Das geht Dich nichts an,“ versetzte die Amtsräthin roth vor Zorn.„Ich stehe nicht unter Deiner Vormundschaft und bin keinem Menschen Rechenschaft schuldig. Auch muß ich mir ver— bitten, daß Du in diesem Tone von einem Manne sprichst, der mein bester Freund, mein— Verlobter ist.“ Wie vom Schlage getroffen, starrte die Stadträthin die Schwester an, als ob sie ihren Ohren nicht traute und an dem Verstande derselben zweifeln müßte. Keines Wortes, keines Lautes mächtig, stand sie wie versteinert da, erdrückt von der furchtbaren Entdeckung, welche mit einem Mal ihr jede Hoffnung raubte und ihr geträumtes Glück unbarmherzig zerstörte. Das also war der Lohn für all ihre Liebe, für die Opfer, die sie ihr gebracht, für die Rücksichten, die sie ihr erwiesen, für die Demüthigungen, die sie ruhig ertragen, für die Tyrannei, die sie geduldet. Darum hatte sie auf jede Willensmeinung verzichtet, ihren ganzen Hausstand umgewandelt, ihren bisherigen Verkehr auf— gegeben, mit ihren liebsten Freunden gebrochen, das Glück ihrer Kinder nicht geachtet, den Geliebten ihrer Tochter beleidigt und ohne allen Grund ihre alte treue Köchin entlassen, kurz sich jeder Laune gefügt und jeden Wunsch der Schwester wie einen Befehl erfüllt. Eine solche Täuschung hatte sie nicht für möglich gehalten, einen solchen Verrath nicht erwartet. Nein! Das war noch nicht dagewesen, ein derartiges Betragen unerhört, empörend, abscheulich; ein unverzeihlicher Betrug, ärger als Diebstahl und Mord.— „Dein Verlobter!“ fuhr sie wie aus einem bösen Traum er⸗ wachend auf.„Ich glaube wirklich, daß Du toll geworden bist.“ „Beruhige Dich! Ich bin vollkommen bei Sinnen und weiß, was ich sage.“ m so schlimmer! Du solltest Dich schämen. in Deinem Alter—“ „Ich bin eben erst fünfundvierzig geworden.“ „Mit Agio!“ höhnte die erbitterte Stadträthin. gut gemessen.“ „Das ist nicht wahr; Du irrst Dich.“ „Mir kannst Du nichts weiß machen. Ich will's Dir in der Bibel zeigen, von des seeligen Vaters Hand geschrieben.“ „Du brauchst Dich nicht darum zu inkommodiren. Es ist mir auch gleichgiltig; wenn ich ihm nur gefalle und er mich liebt, kommt es auf ein Jahr mehr oder weniger nicht an.“ „Lächerlich! Herr von Schmielinski liebt nur Dein Geld, und Dein Vermögen gefällt ihm besser als Du.“ Du ärgerst Dich, Eine Frau „Fünfzig „Und aus Dir spricht nur der pure Neid. weil Dir die Erbschaft entgeht und Dich wieder einschränken mußt, wenn ich mich verheirathe.“ Das war zu viel, mehr als die auf das Tiefste verletzte Stadträthin zu ertragen vermochte. Hingerissen und überwältigt von Zorn, Schmerz und Wuth kannte sie keine Rücksicht, keine Schonung mehr. Jetzt, wo sie nichts mehr zu hoffen und zu fürchten, nichts zu verlieren hatte, ließ sie ihrem lang zurück— gehaltenen Groll freien Lauf, wie ein angeschwollener Bach, der alle Dämme zerreißt und alle Bande sprengt. In ihrer maßlosen Heftigkeit überhäuften die Schwestern sich gegenseitig mit den bittersten Vorwürfen, mit den schwersten Beschuldigungen und Schmähungen; ärger als die grimmigsten Todtfeinde sprachen sie Dinge, die man nie verzeiht, stießen sie Worte aus, die man nie vergißt. Alle Schwächen und Fehler wurden von Beiden hervorgesucht, alte Sünden wieder aufgewärmt, heimliche Vergehen an das Licht gezerrt, jugendliche Thorheiten und Kinderstreiche boshaft an— gerechnet und in dem Schlamm und Schmutz der Vergangenheit herumgewühlt. Wie ein Wassertropfen unter dem Mikroskop ein Gewimmel von ekelhaften Würmern und sich gegenseitig verfolgenden Schlangen zeigt, so entdeckten und vergrößerten ihre vom Haß geschärften Augen die verborgenen Flecken ihres ganzen Lebens. „Du warst immer eine schändliche Egoistin,“ eiferte die Stadt— räthin,„eine lieblose Kreatur.“ „Und Du eine ordinäre Intriguantin, ihren Vortheil sah, eine falsche Katze.“ „Deinen Mann hast Du betrogen und ihn so unglücklich ge— macht, daß er sich aus Verzweiflung dem Trunke ergeben hat und am Delirium gestorben ist. Wenn er wüßte, wie Du Dich aufführst, würde er sich noch in seinem Grabe umdrehen.“ „Wenigstens kann er mir nicht vorwerfen, daß ich ihn durch schlechte Wirthschaft und Verschwendung ruinirt und an den Bettelstab gebracht habe, wie Du den Deinigen. Wenn ich nicht gewesen wäre, hättet Ihr verkommen müssen.“ „Die lumpigen paar Thaler sind nicht der Rede werth.“ „Natürlich hast Du mehr erwartet und auf mein ganzes Vermögen gerechnet. So lange Du noch hoffen konntest, mich zu beerben, war ich Deine liebe, Deine gute, Deine goldene die nur immer auf Schwester, heucheltest Du mir Liebe und Freundschaft. Aber ich bin nicht so dumm, wie Du glaubst, und lasse mich nicht von Deinen schönen Redensarten betrunken machen. Von mir be— kommt Ihr keinen Pfennig mehr; meinetwegen könnt Ihr ver— hungern.“ „Behalte nur Dein Geld, damit es Herr von Schmielinski verspielt. Wenn er Alles durchgebracht, kannst Du mit ihm betteln gehen.“ „Das sollst Du bereuen. bei Dir.“ „Und ich werde Gott danken, wenn Du gehst.“ (Schluß folgt.) Ich bleibe keine Minute länger In der Heimath. Novelle von Hermann Birkenfeld. (Fortsetzung.) Fünf Minuten später klapperte der Wagen über das Pflaster des Südhorner Gutshofes. Und spät am Abend fuhr er durch Wind und Regen nach Kirchberg zurück. Aber ohne Wolf; Wind und Regen hatten den bei Steinwalds gehalten. Ueber den See war es herüber— gekommen gegen Abend und brauste und zischte um das Gehöft herum, daß die eichenen Fensterläden ächzten und die beiden Linden des Hofes klatschend die letzten ihrer braungrünen Blätter auf das Pflaster warfen. Ein Abend, an welchem man sich un⸗ willkürlich nach der warmen Feuerstelle mit ihrem beruhigenden Flammenspiel und dem geheimnißvollen Geknister kräftiger Buchen⸗ scheite umsteht. „Rein unmöglich, daß Du bei solchem Wetter im offenen Wagen zurückfährst,“ hatte Fritz Steinwald gesagt,„und wenn ich Dich auch in meinem verdeckten nach Kirchberg fahren lassen könnte, so thue ich es doch nicht. Meinethalben glaub', die Pferde wären mir zu schade— macht gar nichts. In Kirchberg 5 5 1. 1 1 1 e 2 3 FF . Sr — ee „ J 1 1 4 10 kannst Du noch lange genug sein, wir aber schätzen uns einst⸗ weilen glücklich, daß uns das Wetter hilft, Dich nicht gleich wieder loslassen zu müssen; haben ja den ganzen Nachmittag nur über den Bau geredet, und Du denkst am Ende hinterher, ich hätte blos Deine sachverständige Meinung schinden wollen.“ Steinwald drehte sich dabei einmal wirbelnd auf dem Absatz herum und schenkte von Neuem ein.„Töne soll allein nach Kirchberg fahren, hörst Du, Sophie?“ Sophie hörte zwar, machte aber kein sehr frohes Gesicht zu dem Auftrag. Doch genügte ein Wink ihrer Herrin, sie zur sofortigen Ausführung desselben anzuspornen— wenn auch schweren Herzens; denn dies Wetter, und Töne ganz allein mit dem Pferde! Lützel hatte trotzdem noch geschwankt, bis Marie Lau— scher, Hedwigs Kousine, ihm ein Wörtchen zuraunte:„Blei— ben Sie; es ist für Hedwig.“ Das Weitere hatte er nicht verstanden, aber er war ge— blieben. Hedwig war nicht glück— lich; Erita Graf hatte darin Recht gehabt. Sie konnte nicht glücklich sein; man las das in dem matten Blick ihrer immer noch wunder— bar tiefen Augen, man hörte es aus ihrer Stimme, wenn sie sprach, man fühlte das Skelett im Hause, wo man ging und stand, es war, als wehe Einem die Luft, die man athmete, seinen kalten, verdorrenden Hauch in's Ant— litz. Und Wolf war gerade feinfühlig genug, ihn zu em— pfinden, Steinwald's keckes, sicheres Auftreten, seine ritter— lichen Formen, sein lässig freies Sichgehenlassen, seine kalte Herzlichkeit täuschten ihn darüber ebensowenig wie die ängstliche Ergebenheit Hedwig's unter ihren Gatten. Er war ihr zuerst nicht ohne gelindes Herzklopfen genaht — er konnte nicht umhin, seines ehemaligen Verhält— nisses zu ihr zu gedenken— ihr Benehmen gegen ihn verrieth nichts von einer ähn— lichen Empfindung; sie schien eine Andere geworden zu sein. Die leichte Gestalt, welche ihm da so lässig entgegengetreten war, die sanfte, matt gleich— gültige Stimme, mit welcher sie ihn begrüßte, das bläßliche Gesicht, an dessen Schläfen sich das reiche hellblonde Haar ohne jeglichen Schmuck glatt anschmiegte, der lautlose Gang, mit welchem sie in ihrem schlichten, übereinfachen Gewande über den Teppich des Wohngemaches glitt, bänglich wie eine Diakonissin — das war die jugendstrahlende, kecke Hedwig Lauscher von anno dazumal! Und neben ihrer resignirten Duldermiene und dem sorglos-freien Gesicht des Gatten das junge reizvoll-frische der Kousine. Aber auch sie war wohl über ihr Alter hinaus ernsthaft, mit Vorliebe an irgend einem unbeobachteten Fleck, im Winkel des Gemachs, an einem Seitentischchen, mit einer Handarbeit beschäftigt. Das war die Südhorner Gesellschaft. Wolf fragte sich mehr als einmal, warum er nicht doch ab— gefahren sei. Steinwald hatte seinen Rath gehört, und das bischen Regen? Er hatte schon heftigere Schauer zu Fuß durch wandert, anstatt zu fahren. Es geschah selten, daß er sich über sein Thun nicht Rechenschaft zu geben wußte. Schwarzköpfchen. Nach einem Gemaͤlde von Rud. E pp. Spät Abends, auf seinem Zimmer, saß er noch eine ganze Weile, horchte auf den Wind, der heulend an den Dachpfannen rüttelte und versank in stilles Sinnen. Was hielt ihn? Ein Weib? Dann doch nur eines: Hedwig. Unfinn! er hatte ein⸗ mal einen Strich unter das alte Konto gezogen. Steinwald? Niemals; auf ihn hätte er zustürzen können und ihn an der Kehle fassen und ihm sagen:„Mensch, was hast Du aus diesem lebensfrohen Wesen gemacht, das Dir vor acht Jahren ein hart⸗ herziger Vater verkauft hat?“ Er hätte ihn erwürgen mögen, anstatt ihm noch die Hand zu bieten mit einem gleißnerischen „Gute Nacht“! Er haßte ihn um— Hedwigs willen. Also doch! Als Wolf am folgenden Morgen nicht sehr zeitig das Wohn— zimmer betrat, fand er Marie allein. Steinwald sei schon in's Dorf gegangen, die Kousine dagegen noch bei ihrem Kna⸗ ben, sagte sie, während sie ihm den Morgenkaffee ein⸗ schenkte. „Sie können noch schöne Tage in Südhorn verleben — wenigstens was das Wetter betrifft. Der Wind weht zwar noch scharf, aber sehen Sie nur, wie die Sonne wieder lacht.“ „Und mich zur Rückkehr mahnt.“ „Wir vermögen freilich un— seren Gästen wenig zu bieten, und ich verarge es Ihnen nicht, wenn Sie nach Kirch— berg zurück wollen, doch zu versäumen haben Sie dort wohl auch nichts? Und hier heißt's von Ihrem Besuch: je länger, je lieber.— Sie dürfen mich nicht mißver⸗ stehen,“ fuhr sie rasch fort, als Wolf etwas Konventio— nelles von Gastfreiheit und freundlicher Aufnahme be— merken wollte.„Wir sind hier egoistisch, ich bin's we⸗ nigstens, Gäste sind hier nur willkommen als—“ „Als was, wenn man fragen darf?“ „Als Blitzableiter.“ Er sah verwundert auf. „Ich habe mich vielleicht schief ausgedrückt, aber— Sie konnten meine Kousine ja gestern beobachten— sie bedarf der Zerstreuung, der Arzt sagt es auch, und—“ „Und deshalb?“ Marie Lauscher nickte. „Deshalb. Wenigstens, so lange Sie es hier aushalten. Ich glaube, Sie erweisen ihr wirklich einen Dienst.“ Der gerade Blick, welchen sie dabei auf ihn richtete, wie um seinen Entschluß aus seinen Zügen zu lesen, verfehlte seinen Zweck; er zuckte mit keiner Wimper und rührte gleichgültig in seiner Tasse. „Tante Marie!“ Ein niedliches Kindergesichtchen, etwas bläßlich, etwas zart für seine vier Jahre, unterbrach das minutenlange Schweigen der Zwei. „Ich mußte Ihnen doch'mal meinen Jungen vorführen,“ sagte Hedwig lächelnd zu ihrem Gaste, als sie ihm die Hand zum Morgengruß bot. Der Kleine kam auf einen Wink seiner Mutter zaghaft von Tante Marien's Schooß wieder herab und musterte den Gast mit großem, neugierigem Auge. Dann reichte er ihm sein Händchen hin. 3 . 245 . 60 —— — Eine Naturbrücke in Virginien. 10 441 9.4 414 90 10 —— 8 . f ö G 1 246 n „Mama hat gesagt, ich dürfte den ganzen Vormittag in der Wohnstube sein, wenn Papa nicht käme. Bleibst Du auch hier?“ Wolf sah, wie ein heftiges Roth bis zu Hedwig's Schläfen emporstieg; doch faßte sie sich schnell: „Das kleine entant terrible! Sein Papa hat nicht gern, wenn ich den armen Schelm zu oft aus der Kinderstube hole, aber er dauert mich draußen.“ Sie sprach nur halblaut, ein wenig zögernd, doch schien ihr, sie mußte eine Aufklärung geben. „Uebrigens hat mir Kurt die Worte von den Lippen genommen, ich wollte gerade dieselbe Frage an Sie richten wie er.“ „Herr Lützel bleibt; er hat mir's schon zugestanden,“ sagte Marie.„Stillschweigend wenigstens.“ „Hab's auch gar nicht anders gehofft.“ Es war Fritz Steinwald, der eben mit seinem festen Tritt in's Zimmer gekommen war. Wolf meinte, er habe Hedwig zusammenzucken sehen, als die laute, harte Stimme durch das Gemach klang. a „Guten Morgen, Wolf! Gut geschlafen? Ich schicke also an Pförtner gleich einen Boten, der Dir etwas Gepäck holt, ab— gemacht, he? Freilich, mit dem Krabbenzeug sollte meine Ge— mahlin Dich lieber verschonen.“ Er deutete mit der Gerte auf sein Söhnchen, das ängstlich zur Mutter geflüchtet war. „Ich sehe ganz gern Kinder um mich.“ Fritz lachte. „Ich auch, alter Junge, das heißt, alle Woche einmal. Aber dies ewige Kindergetrappel im Wohnzimmer— danke gehorsamst! Gehört nun einmal nicht hinein. Möchte in der That auch wissen,“ fügte er, zu seiner Frau gewandt, hinzu,„womit denn eigentlich Jungfer Sophie ihre Zeit ausfüllt, wenn sie nicht mal auf den Jungen achten kann.“ Hedwig Steinwald schickte sich an, mit dem Kinde das Ge— mach zu räumen. „Sophie will Weihnachten sort.“ „Weiß schon, Kind. Wäre mir lieber, sie zöge übermorgen, halte längst nichts mehr von ihr. Sag' ihr nur, einstweilen möchte sie sich um das Wurm bekümmern. Und Dich bitte ich um mein Frühstück.“ Sie ging hinaus. Ohne eine Silbe der Entgegnung auf die scharfgesprochenen Worte des Gatten. Ihre Koufine dagegen schien für die Abwesende eintreten zu wollen. „Sie thun, als handle es sich um eine ganze Schaar laut— polternder Kinder, Herr Steinwald, während Kurt sich immer so artig und ruhig benimmt— fast zu ruhig für einen Knaben. Und zudem stört er Sie sicherlich nicht zu oft hier, Sie sind ja ohnehin fast nie im Wohnzimmer!“ Fritz Steinwald that leichthin einige Lufthiebe mit seiner Gerte. „Sieh da, Kousinechen! Ein Vorwurf, der sich wenigstens mit Anstand anhören läßt! Leiste Dir zu wenig Gesellschaft? Will mich wirklich bessern.— Du erlaubst doch?“ Er wollte ihr das Gebind Garn, welches sie zu wickeln im Begriff war, eilfertig abnehmen; sie indeß schien keiner Hülfe zu bedürfen. „Laß!“ Mit einem kurzen Blick auf Steinwald und an Geringschätzung streifender Geschäftigkeit warf sie den Strang über eine Stuhllehne. Er lachte kurz auf. „Verschmähte Ritterdienste! Muß übrigens'mal selbst sehen, wie es mit meinem Imbiß wird und mich deshalb von Dir be— urlauben, theuerste Kousine. Du frühstückst mit, Wolf?“ Wolf dankte natürlich; der Tisch stand ja noch für ihn ge— deckt. Dann sah er Steinwald nach, wie dieser mit flüchtigem Kopfnicken klirrend aus der Thür schritt. Marie hatte nichts erwidert, eifrig nestelte sie an ihrem Knäuel, dessen Fäden sich verwirrt hatten. Wolf schien, als glühe es in ihrem Gesichtchen wie von innerer Erregung des Unwillens. Oder—— „Darf ich meine Dienste anbieten?“ Er löste das Gebind von der Lehne und hielt es ihr hin.“ Als nach einiger Zeit der Hausherr wieder eintrat, hielt sein Gast gerade den letzten Garnrest über den Händen. „Haha, der Bevorzugte! Warte, Fräulein!“ drohte Stein— wald.„Freilich, bei jungen Damen haben unverheirathete Herren 3 8 voraus; wir Ehemänner sind eo ipso älter. O, die Jugend! Jetzt bemerkte Wolf, wie Marie Lauscher wirklich erröthete, so tief, daß sie für nöthig hielt, sich abzuwenden. (Fortsetzung folgt.) 5 Kleine Frauen-Zeitung. Die Mode. Eine trübe, ernst bewegte Zeit liegt hinter uns. Und doch haben inmitten derselben Industrie und Mode ihren Fortgang genommen, um die arbeitenden Klassen leben und die Vorbereitungen für die Hochsommer⸗ saison nicht überflüssig und nichtig erscheinen zu lassen. Unserer Stunmung gemäß haben wir uns bisher in Schwarz ge⸗ kleidet. Aber wie Alles durch die Zeit gezeitigt wird, so dürften wir allmälich wieder Geschmack an dem Colorit finden. Die heitere, lebens- lustige Jugend wird auch die strahlenden Farben annehmen, und, um den Schritt dazu nicht gar zu kühn zu machen, dürften die weißen Toiletten mit schwarzem Sammetausputz den richtigen Uebergang bilden. Ich kann also die hervorragende Mode der weißen Kleider konstatiren; nach ihnen kommen die ganz rothen Toiletten und diejenigen theilweise roth, theilweise weiß, denn bald ist es die weiße Farbe, welche dominirt, bald die rothe. Das rothe Kostüm hat zuweilen keine anderen weißen Zuthaten als den Gürtel, den Hut und den Sonnenschirm, und in gleicher Weise markirt sich der weiße Anzug mit Roth. Die Kleider aus Foulard, Satinette oder Wollenmuslin, rother Grund mit weiß bedruckten Mustern, oder umgekehrt, erhalten die Garnituren und den übrigen Toiletten- zubehör in derjenigen Farbe, welche die andere beherrscht. Ein blasses Rosa, eine Art rose erevette“, sehr zart im Ton, vereint sich auf glückliche Weise mit Roth. Das klingt so sonderbar, und doch sah ich eine derartige, für ein junges Madchen bestimmte Toilette, die ihre reizende Wirkung in einem viel besuchten Badeort nicht verfehlen kann. Der Rock aus crevettenrosa Voile war plissirt und mit langen Draperien aus demselben Gewebe verschleiert. Hierzu gehoͤrte ein Leibchen aus Ehangeantseide, roth und rosa schillernd, mit einzn Direktoirekragen aus mohnblumenrothem Sammet, geöffnet über eissem weißen Baust⸗ chemiset. Eine Toque aus weißem Stroh mit einem drapirten Rand und einem Schleifen-Arrangement aus Changeantseide und ein Sonnen- schirm aus mohnblumenrother Faille vollendeten den Anzug. 5 Um auf die schwarzen Toiletten zurückzukommen, so hat man hierbei der Wolle wieder einen hervorragenden Platz eingeräumt, zumal sie sich in den denkbar luftigsten Geweben kundgiebt. Schon bei Ge— legenheit der Sommertrauer habe ich bereits auf die Wollengrenadine hingewiesen, welche, eine klare, feine und leichte, ganz stumpfe Goze, vielen Beifall gefunden. Dann macht sich die Grenadine noch in schiedenen, etwas groͤberen, immerhin aber leichten Webarten geltend, mehr gitter⸗, armüre- und kreppartig, ferner in den mannigfachsten Streifendispositionen, welche letztere freilich zu Kleidern für verschiedene Gelegenheiten verwendet werden. Zur tiefen Trauer aber stellt sich jener schlichten Grenadine noch eine solche zur Seite, welche, halb in Seide, halb in Wolle fabrizirt, ein luftiges, völlig glanzloses, etwas sproͤdes Gewebe vergegenwart'egt. Selbst über Seide ist dasselbe noch von ganz stumpfer und düsterer Wirkung, zugleich von vornehmem Aussehen. Die schwarzen Voiles erhalten sich immer in der Mode, und in Baumwolle sind schwarz gestreifte Satinettes in hübschen Variationen erschienen. 8 Ungeachtet der vielen schwarzen Wollenstoffe, welche, je nachdem, als mehr oder minder elegant erachtet werden, nimmt die schwarze Seide auch wieder einen nicht unbedeutenden Rang in, unserer Toilette ein. Eine solche Robe wird den verschiedensten Zwecken dienstbar gemacht; man ist damit niemals zu sehr geputzt, noch zu wenig, zumal wenn man sich unvermuthet in einer Versammlung befindet, in welcher man, eben; sowohl dem Luxus wie der Einfachheit begegnet. In diesem Sommer fertigt man derartige Roben mehr mit Polonaise als mit veibchen und garnirt sie mit matten Stickereien oder mit einem Geriesel von Jet. Man kann sehr gut eine Spitzenpolonaise zu einem Rock von schwarzer Moire oder Peau de soie tragen. Und wenn Einem das Perlengefuntel zu ge. putzt erscheint, kann man dasselbe vortheilhaft durch Schleifengewoge aus Moire- oder Peking⸗Bänder(Moire, Atlas, Faille, abwechselnd in. einandergestreift) ersetzen, welche auf den Achseln, dem 8 und auf dem Rocke, hier zum Aufraffen der Draperien, angebracht werden. Das schwarze Spitzenkleid ist jetzt fast allen Damen zuganglich ge. worden, Dank der Industrie, welche uns wahre Wunderwerke von Imua⸗ tionen, d. h. mit der Maschine hergestellten Spitzen, in künstlerisch schönen, alten Mustern liefert. Die Spitzen-Leze(Spitzenstoff oder Spitze in Stoff ⸗ breite), aus welcher man die Toilette schneidet, ist allgemein verbreitet. Eine derartige Robe eignet sich für die heiße Jahreszeit vortrefflich; wird sie bei uns mit Vorliebe über einem schwarzseidenen Fond getragen, so wählt man in Paris und in den auslandischen Seebadern gern ein tupferrothes oder kohlgrünes, seidenes Unterkleid dazu. Eme geschmack volle, ganz schwarze Robe, für eine junge Frau zur Halbtrauer vestummt, bestand aus einem fein plissirten Rock aus französischer Farue und einem zweiten Rock aus schoͤnen Chantillyspitzen, graziös mit Bandschleifen hoch ⸗ genommen, welche von der linken Seite in langen Schlingen niederfielen. Das seidene Leibchen, mit Spitzenstoff bedeckt, kreuzte sich mit leichten Draperien und zeigte die obere Oeffnung ausgefüllt mit einem Plastron in Stahl und Silber gestickt. Der Stehkragen, die kleinen C und die Spangen, welche den Aermel am Ellbogen hielten, wiederholten 1 dieselbe Stickerei, desgleichen der Halbgürtel, welcher eine Schnebbe be⸗ 1 247. schrieb. Die Toilette wurde von einem Capotehut aus durchbrochenem, schwarzen Stroh mit schwarzer Tüllwolke, welche einen Tuff von Schnee— bällen umhüllte, begleitet. Von den eleganten Damen, die etwas Besonderes lieben, sind die Kleider aus schwarzem, gesticktem Tüll über Moire oder Taffet gesucht, ferner diejenigen, zusammengesetzt aus schwarzen Spitzen-Einsätzen und Streifen von Moire, Taffet, Seidenbatist oder Voile. In gleicher Weise bereitet man weiße und rahmgelbe Roben. In den heißen Tagen gedenkt man vielfach die russischen Blousen zu tragen. Zuweilen stellen sie ein einfaches Leibchen vor, zuweilen nehmen sie die Polonaisenform an. Bei der russischen Blouse sind die Vordertheile übereinander gekreuzt, von rechts nach links. Nur der rechte Vordertheil ist am Halsausschnitt eingekräuselt und am Schlußrand hin— unter mit einer Stickerei oder einem Galon garnirt. Dies besonders kennzeichnet die russische Garnitur, welche man bei allen Kostümen dieser Nation, selbst bei denjenigen der Bauern findet. Und da ich nun ein— mal von der russischen Mode spreche, so sei gleich des neuen Gürtels gedacht, welchem man ebenfalls jenes Attribut beilegt. Derselbe besteht aus kleinen, beweglichen, aneinander gefügten Metall-Schildern und schließt vorn mit einem Haken, der in eine Kette greift; letztere hängt ungefähr 12—15 Zentimeter nieder und mündet in eine Medaille aus. Man trägt den russischen Gürtel, rund oder vorn etwas niedergesenkt, zu seidenen Blousen. Denn mit der Saison der Reisen und Bäder ist überhaupt die Blouse wieder in ihre Rechte getreten. Man fertigt sie entweder mit einer Passe, häufig mit einer gestickten, oder ohne eine solche und mit drei Quetsch— falten vorn wie im Rückeu, mit mehreren flachgelegten Falten,— vorn nach dem Knopfschluß zu mit krausgezogenen Falten oder, als Neuestes, mit großem, offenem Reverskragen nebst Plastron und hierunter mit ge— legten Falten. Die beliebtesten Stoffe dazu sind der gestreifte Jersey in Wolle wie in Seide, der einfarbige Satin merveilleux und Surah, die einfarbige und die gestreifte Satinette. Ein Gürtel fesselt stets die Blouse in der Taille. Die Redingote fiudet zu den Röcken ohne Draperien viele Lieb— haberinnen. Man trägt sie zum Reisekostüm und am Strande. Die— selbe, ebenso lang wie der Kleiderrock und in Prinzeßform geschnitten, ist immer vorn geöffnet, entweder von der Taille abwärts oder gänzlich und in diesem Falle am Halse mit einem Knopf geschlossen, und häufic mit großen Revers Direktoire ausgestattet. Zuweilen leistet man au auf den Rock Verzicht und versieht die Redingote nur mit einem schürzen⸗ förmigen Einsatztheil nebst Chemiset aus Changeant- oder einfarbigem Taffet, dunkler als diese selbst. Man fertigt die Redingote aus Wollen⸗ Trikotine, Vigognette, Kaschmir, Sommertuch, beige, blaßgrau, kurz, in neutralen und hellen Farben. Der Rock oder Rocktheil kann hierzu tabakbraun, ziegelroth, bräunlich roth ꝛc. sein. Oft wird die Redingote auch zu plissirten Röcken getragen, und eine ganz neue Anordnung hierbei ist, den Rock zur oberen Hälfte in ganz feine Fältchen zu legen, die zur unteren Hälfte dann wie ein Volant ausspringen. Man arrangirt auf diese Weise auch Muslinröcke, welche sehr hübsch aussehen, besonders wenn sie Streifen haben. Ich bemerkte deren in blau, rosa, lila, ferner strohgelb und roth, blaßblau und mohnblumen⸗ roth und für Halbtrauer schwarz und weiß gestreift. Bleiben wir z. B. bei letzterer Zusammenstellung! Der Rock wird also, wie angeführt, bis zur Hälfte plissirt. Die Tunika, nichts weiter als eine Draperie für den mäßigen Rückenpuff, ist voll gekräuselt und ganz nach hinten zurück— genommen, so daß der Vordertheil des Rockes frei bleibt. Das kraus— gezogene Chemiset, ebenfalls aus gestreiftem Muslin, kommt durch die Oeffnung des von großen Revers eingerahmten Direktoire-Jäckchens aus schwarzem Taffet zur Erscheinung. Letzteres ist mit ziemlich kurzen und gespaltenen Aermeln ausgestattet, welche plissirte Aermel aus dem ge— streiften Muslin vorsehen lassen. Die große Direktoire-Schärpe, aus schwarzem Taffet, ist seitwärts ineinandergeschlungen. Zu diesem Halb— trauer-Kostüm gehört ein Hut Récamier oder Merveilleuse aus weißem Bast, garnirt mit schwarzen Bändern und einem Panache schwarzer Federn, welche letztere nach vorn fallen.— Was sich noch besser der Epoche anpaßt, ist der ziemlich kurze Aermel mit kleinen Volants, unter welchen sich der fchwarzseidene Handschuh verliert. In den Strandkostümen herrschen Weiß, Marineblau und Roth vor; man kommt immer wieder auf diese Farben zurück, da die anderen zu sehr ausbleichen. Viel Erfolg verspricht man sich von den Röcken aus grauem oder rohgelbem Leinen, hochgerafft über einem Rock, einfarbig roth oder blau, oder gestreift roth und blau. Der Leinenrock wird mit einer roth und blau gemischten Stickerei im russischen Stich verziert, desgleichen die Blouse, welche ebenfalls aus Leinen bereitet und in der Taille durch eine breite, rothe oder blaue Wolleuschärpe zusammengehalten wird. Dieselbe fällt in langen Enden mit eingeknüpften Fransen seit— wärts herab. Dem weißen Unterrock scheint es wie den weißen Strümpfen zu er⸗ gehen. Er geräth allmählich in Vergessenheit. Selbst an heißen Sommer— tagen trägt man ihn als Promenaden⸗Unterrock sehr, sehr selten, und nur der Anstandsrock aus weißem Piqus oder weiß gestreifter und fagonnirter Satinette ist es, an welchem viele Damen festhalten, obschon man ihn auch durch die Farbe in Baumwolle wie in Seide ersetzt. Der seidene Unterrock hat alle Erfolge zu verzeichnen, und er ist, in seiner graziösen Koketterie, ein neuer Luxus mehr in der Garderobe der eleganten Frau geworden. Es giebt reizende Unterröcke aus dunklem Taffet, geschmückt mit schwarzen Spitzen; andere wiederum, aus hellem Changeanttaffet, erscheinen um den Saum schneeig von weißen Spitzen. Und viele haben als Zierrath einen Plissévolant, der in große Zacken geschnitten, welche ausgeschlagen sind. Wie ich aber schon oftmals betont: die Mode ist so tolerant, so willfährig und verbindlich, daß sie jede Geschmacksrichtung anerkennt, vorausgesetzt, daß dieselbe wohlgefällig und hübsch sei. Auf der einen Seite Luxus und Phantasie— auf der anderen Seite Einfachheit und Solidität, hier wie dort mit vielen Varianten. So wird man nach wie vor auch sommerliche Promenaden-Unter— röcke aus halbwollenen Phautasiestoffen tragen, unter welchen sich der buntgestreifte Skirting erhält. Dann hat man zu jenen Röcken ganz leichte Stoffe mit mittelgroßen Gitter-Karreaux, marineblauer Grund mit weißen oder rothen Karreaux, tabakbrauner Grund mit goldgelben oder blaßblauen Karreaux ꝛc., ferner, als besondere Neuheit, die in lebhaft bunten Farben gestreifte Satinette und den Gloria, letzteres ein halb— seidenes, ebenfalls leichtes Fabrikat, einfarbig grau oder mit schwarzen Streifen. Ein Plissé⸗, ein in doppelte Quetschfalten oder ein in Gruppen⸗ falten gelegter Volant mit oder ohne Blende bildet an derartigen Röcken die Garnirung. ae Eine Naturbrücke in Virginien.(Siehe Illustration.) Die Natur wiederholt sich in ihren Bildungen fast in jedem Welttheile. Wir Eu— ropäer staunen in der sächsischen Schweiz das Prebischthor als„Natur— wunder“ an und eine ganz ähnliche Felsbildung hat Amerika im Norden Virginiens aufzuweisen. Die Alleghanies, welche der Virginier als die Apenninen Amerika's betrachtet, ziehen sich an der Westseite des Staates hin. Vor ihren Höhen, welche 600 m nur selten überschreiten, breitet sich die vom Jamesriver durchfluthete fruchtbare Ebene aus. Das Auge schweift hier in der Ferne über Mais- und Baumwollfelder, über Reben— gelände und weiße Erdbeerpflanzungen. Herrliche Melonen und Trauben, Maulbeeren und Aepfel, Kirschen und Pfirsiche reifen hier in über— quellender Fülle. Von Harper's Ferry, das fast an der Grenze Marylands gelegen ist, gelangt man, der Kette der Alleghanies folgend, zu der natürlichen Brücke. Es ist das ein Thorbogen von etwa 30 m Spannung, der sich über die 65 m tiefe, steile Schlucht des Cedar Creek, eines im Sommer sehr wasserarmen Nebenflusses des James River, wölbt. Aehnliche Fels— 1 finden sich etwas südlicher und diese werden als„natürlicher Tunnel“ bezeichnet. In jenen Bergen, die vor Ausbruch des Bürger— krieges noch mit dichten Wäldern bedeckt waren, hatte sich jener John Brown mit seinen streitbaren Söhnen lange aufgehalten, der zuerft den Sklavenbaronen den Fehdehandschuh hinwarf, der aber seine Parteinahme für die Unterdrückten am Galgen büßen mußte. Seine Verfolger er— litten aber freilich spätev auch schwere Heimsuchungen, denn jene Nord— spitze Virginiens, wo man John Brown strangulirte, wurde im Bürger— krieg fast ganz verwüstet und die Sklavenbarone verarmten gänzlich. 8 Die Stickerei im Alterthum. Nach Plinius sind es die Phrygier, denen wir die Erfindung der Stickerei verdanken, welche übrigens aus den ältesten Zeiten stammen muß, da man sie in der Geschichte sämmtlicher alten Kulturvölker erwähnt findet. Man stickte nicht allein mit Wolle oder Seide, sondern verwendete dazu Gold- oder Silberfäden, Baumrinde, Samenkörner, Elfenbeinplättchen, kostbare Steine, Federn u. s. w. Früh schon war man darauf bedacht, Kleidungsstücke und Geräthschaften mit Stickereien zu verzieren, in denen die Geschmacksrichtung des betreffenden Volkes gewöhnlich recht anschaulich zu Tage trat. Oft waren die Rang— stufen durch Stickereien auf dem Obergewand kenntlich gemacht; da nun die meisten Würden mit dem Kultus im Zusammenhange standen, so waren diese Abzeichen auch den Gebräuchen der herrschenden Religion entlehnt, so daß diese auch hinsichtlich der Stickerei als Anregerin und Beförderung der Künste bezeichnet werden kann. Persien, Indien, China, ja selbst unkultivirtere orientalische Länder bewahren und liefern jetzt noch Stickereien, welche an Kunstfertigkeit und Farbenzusammenstellung den Europäern schwer erreichbar sind. Im Alterthum war die Stadt Babylon besonders berühmt durch die Mannigfaltigkeit und den großen Reichthum ihrer Stickereien. Dort wurden die kostbaren Decken für die Gastbetten angefertigt, die man schon zu Catos Zeiten mit 800 000 Sesterzien be— zahlte, während später Nero für eine einzige solche Decke vier Millionen Sesterzien gab. Auch im Mittelalter wurde die Stickerei noch haupt— sächlich zum Schmucke der kirchlichen Ornamente verwendet; in Italien, Spanien, Frankreich und auch noch in Deutschland sind in alten Kirchen und Kathedralen große Schätze davon aufgespeichert und die herrlichsten Kunstwerke, welche jetzt unsere Kunstgewerbemuseen oder die Häuser reicher Leute schmücken; bei denen das„Stilvolle“ wirklich echt sein soll, sind ehemals Altardecken, Meßgewänder, Kleider und Schleier der Heiligen u. dergl. gewesen. 0 Mirabeau. Als in einer zahlreichen Gesellschaft die Rede von Liebes— abenteuern war, sagte ein alter Geck selbstgefällig zu Mirabeau:„Sie können's mir glauben, lieber Graf, in meinen jüngeren Jahren habe ich mancher hübschen Frau den Kopf verdreht.“—„Doch wohl nur so, daß sie ihn wegwandte?“ sagte Mirabeau sarkastisch. NM. Ironisch. Eine Dame fragte einen Tischnachbar nach Beendigung der Tafel, weshalb der Gänsebraten allemal neben ihr gestanden hätte. „In der That,“ sagte jener,„ich weiß keinen Grund dafür; doch ist ihre Frage so seltsam, daß ich künftig nie eine Gans sehen werde, ohne an Ew. Gnaden zu denken.“ M. 2 2 7 11. Einen Nebenfluß des Rhein in Grau— macher aus 7 70 in Tirol. 13. Den Namen bündten. 12. Eine Insel an der Küste Kleinasiens. eines französischen Komponisten. Zweililbige Charade. Wer kennt der Ersten stillen Gang, Wer sah die Spuren ihrer Weise? Wohin des Menschen Blick auch drang, Erspäht er doch sein Lebelang Dies nicht.— Zwei sind dir von dem Zweiten noth, Mit einem bist du zu beklagen, Das Ganze giebt zwar Manchem Brod; Doch blieb auch Mancher sammt dem Boot, Der kam, dem Ersten nachzujagen. Spruch⸗Räthsel. 22 Silben, richtig geordnet, ergeben einen Harzer Trinkspruch. al— es— ke— ne— he— ches gott— erz— uns— tan— grü herz— len— blü— die— froh es— das— ein— schen— ne— li Folgende Aufloͤsung der zweisilbigen Charade in voriger Nummer: Nacht⸗ licht;— des Logogriph: Schweigen— Schwelgen;— des Citaten-Räthsels: Lerne zu leiden, ohne zu klagen;— des Füll-Räthsels: DAM ARA brütischen Schachassoclation in sord. Din(. e 8 0 5 otirt 80,50 dis hin u„ 9 A ATC HTE N B. ebenen e e — blemturniers sollen in nächster Zeit n 1 N A gegeben werden r Weiß. Weiß setzt in zwei Zügen Matt. Problem Ur. 520 g. d. Turnier der„Venowine News.“ Schwarz. Weiß. Weiß setzt in zwei Zügen Matt. Partiestellung nach dem 14. Zuge. wo die Partie zuerst mit Zukertort's An 4 merkungen erschienen ist, wird 7 Sgs tc als besser empfohlen. 2) Als Vorbereitung für das Aufg des Königsbauer, wodurch jedoch viel geit 5 verloren wird. d l 3) Die Rochade geht nicht wegen 1 Leaf nebst 885 4 Nach Zukertort'? Ansicht hätte Schwarz besser noch die Dame getauscht.* 5 Das folgende Opfer der Dame für zwei Offiziere ist eine Konseguenz d Zuges und verschafft Weiß einen siegrei N Angriff Lebt Kch 29) b2—b4 Matt. Sdgf ꝛc. Aus der Schachwelt. Auch die fünste und letzte der Berat 2. 15 parthien ist von dem Berliner Scha klub gewonnen worden; ist dadurch zu Gunsten des genannten Ber⸗ eins mit 3 0 bei 2 Remispartien) ent. r den Schachklub kämpften sast auschließlich die Herren v. Bardeleben. Dr. Lasker und Cohen, auf Seite 1 Schachgesellschaft war von Mitgliedern abwech schieden. F. führung betraut. 6) Les bätte keinen bessern e babt denn 26) Se7t Kd7 27) bt 120 28) Leöf Kess! 29 Lagf z.. 7) Die Mattführung ist natürlich: 27 Tel Dloder Lic 80% Auf 27) ö entscheidet, wie in den Westminster Papers 1 ausgefübrt ist, die Fortsenung 28) 8 1. 4 df 29, Sg7f Kl 30) 5 eine größere A And wit der Spiel · Das Chess Monthly, dessen Leitung seit Zuteriort's Tode allein in Hoffer“ Händen ruht, bringt das gramm für den diessahrigen Ron Briefwechsel. H. N. in B. Der Dreizüger laßt din⸗ sichtlich der—* 2 1 * Königspromenade. Schach. Problem Ur. 518 Der 2 82.— 5 175. 5 225 1 von R. Blümel in Schlegel. r ee 1 5 0 8 Schwarz. gestellt hat und dessen Veröffentlichung er te für le herz dunst der—— nicht mehr erleben sollte. J 3——— a d. Barde wut en 2, da siehn zen stol⸗ star⸗ sei von liebe herz um's 2b if rd Aale e 0 FFFFFFFFFFTFFTTTTTT und Zutertort gespielt; obschon sie u 85 den interessantesten Partien des verstorbenen darf wo her ze voll und fröh⸗ trübe Meisters gehört dürfte sie weniger allgemein 2 bekannt geworden sein, als seine schönsten 55 Partien späteren Datums. 1 der kunst die sei lich so Partie Ur. 292. 0 8 Weiß: J. H. Zukertort. 1 ee e Schwarz: W. Potter. . 1) ec 1—g6 ü bar ⸗ sprühn in ei ⸗ ner bäuft 2) d2—d4 187 1 5 3) 8g1—3 d7-d 41 ie noch men hoff- nicht da brust und 4) e2-es 751 e e e 5) LI—e2 0706 nicht völ⸗ flam⸗ nung der ver- man soll bens⸗ lust Weiß. 90 0.0 Dds ce? Wei 11 5 7) 8b1—-c3 7e —.— 5 eiß setzt in zwei Zügen Matt. 80 683 l 8 g8—e7 lig gehn wo dam die le 55 9) dad—eß: d6— ed: Problem Ur. 519 100 O5 bb 1 5 1 von W. Steinmann in Parchim. 11 Le2-e SbSs—-d 7/7 . 5 dee 123 Ddl- de 50-50 5 ö 71 e485 86—f5ö: 5 1 inn, f ilben⸗-Rä Ae. Lel hg.)— Silben-Räthsel. 25 2 E 2 Aus folgenden Silben: 1 10 cb dé: Se7—g6 a al an ba bi bi bo che chil der doc ee els fa gart gue lan land 2 Tal—d1 b7—b5. lau les mos nach ni ni quart ra rah ru sa sa stutt tow us wi wierz g. 5 8 9 sind 13 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben von oben nach unten, 2 25 b 3 00-0* und deren Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, einen Ausspruch e., 865 6 bios: Napoleons J. ergeben. N. 5 1 8 Ba Die 13 Wörter bedeuten: 0 e 1., 24 141—44 Dad a2: 1. Eine alte Stadt am Rhein. 2. Ehemalige Provinz Südfrankreichs. 2, 2 250 Tdi ba Ld7 ede) 5 3. Einen weiblichen Vornamen. 4. Ein Dorf in England. 5. Eine, 2.. 2 26) 8g6—e7f Koes—d7 biolische Person. 6. Ein Dorf in Oesterreich, Galizien. 7. Ben danen„, 27 Ii Fa 4% eines griechischen Helden. 8. Eine Stadt in Württemberg. 9. Den 7... Weiß kündet Matt in 3 Zügen a Namen eines römischen Patriziergeschlechts. 10. Einen berühmten Geigen— 2 2. 2 2 17 In den„Westminster Pape* 432 5 Ka7 es Ib: J 2 der Wett * 1 8 3 * * 8 ED 1 R A in den Mattstellungen noch einiges 2 275 9 7 2 1 eitigen: 1] Tc 5 LE MN OS auer 23 ift wohl entbehrlich da 1) g- 4 Weiß. wegen Les. 2c. zum Ziele Druck und Verlag der„Volls- Zeitung“, Akt.⸗Ges. in Berlin, Lutzowstr. 105.— Verantwortlicher Redakteur: R. Elcho in Berlin, Lützowstr. 105.