zu den Oberhessischen Uachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Gießen, den 26. August. 1888. IV. Am andern Morgen verließ er frühzeitig das Schloß, ohne Jeanne gesehen zu haben; die Einwilligung des Vaters nahm er mit, auch gab ihm der Graf das Geleite bis Lillebonne. d'Ormont war betäubt durch diesen plötzlichen Wechsel der Dinge, er schenkte dem alten Schloß und dem Thurm keinen Blick. Ohne sich bei der Durchreise in Paris aufzuhalten, reiste er nach der Franche Comté. Sein Vater, telegraphisch benachrichtigt, empfing ihn hochaufgerichtet im Portal des Schlosses und öffnete ihm weit die Arme. Die Baronin aber war einige Stunden vor—⸗ her nach Paris gereist und wollte sich von da nach irgend einem Badeort begeben. Baron d'Ormont verließ gegen Abend die Franche Comté, um sich ohne Verzug nach der Normandie zu dem Grafen Gatonniere zu begeben; die Werbung seines Sohnes durch den Repräsentanten des Hauses derer von Ormont durfte keine Zögerung erleiden. Henri erwartete seinen Vater zu Hause und durchstürmte die einsamen Alleen mit der ganzen von Hoffnungen getragenen und einer unbestimmten Furcht nieder— gedrückten Stimmung des jugendlichen Alters.— Der Baron d'Ormont kam in seiner feierlichsten Verfassung zurück, ganz durchdrungen von den Vortheilen und Chancen, die eine Ver— bindung mit den de Gatonniere's seinem Hause bot. Der Vicomte beruhigte seine Aufregung in der hochbeglückten Sicherheit seines Vaters und war mit Allem einverstanden, was die beiden Väter beschlossen hatten. Es blieben ihm vor der Hochzeit noch einige Wochen, die der Baron ihm wohlwollend gestattete, in Paris zuzubringen. Es war zwar im heißen Sommer und wenige von seinen intimeren Bekannten in der Hauptstadt; aber Paris ist auch im Sommer jedem andern Ort vorzuziehen, und de Preuil war ja doch da, der keine andere Luft athmen konnte, wie die von Paris. Wagte der Vicomte doch kaum es sich zu gestehen— die todesbleiche Frau im Garten des Schlosses von Lillebonne zeigte nur zu oft ihr edles marmorstarres Angesicht neben dem leben— sprühenden, fröhlichen Gesichtchen der kleinen Komtesse, und wissen wollte er endlich, warum die Marquise eine Begrabene für die Gesellschaft sein und bleiben mußte. „Ah, Madame de Bonat?“ sagte de Preuil phlegmatisch und ließ sich bequem in einem der kleinen Zimmer des Palais Royale nieder, wo der Vicomte ein Diner für zwei Personen bestellt hatte.„Lassen Sie uns erst speisen, nachher bin ich bereit, Ihnen über das Geschick der armen Frau zu berichten.“ Man sprach von der jugendlichen Verlobten, von welcher der Vicomte sich bemühte, ein entzückendes Bild zu entwerfen, und endlich war die Mahlzeit eingenommen. Die Marquise de Bonat, so erzählte nun de Preuil, hatte Die Kammerzofe. Novelle von M. Elton. (Schluß.) sich mit sechszehn Jahren mit dem damals fünfzigjährigen Marquis verheirathet. Die Ehe war eine exemplarische; man sah die junge, unvergleichlich schöne Frau einige Winter lang in der großen Welt, wohl umgeben von Bewunderung und Huldigung, aber auch beständig gehegt von der augenscheinlich liebenden Auf⸗ merksamkeit und Sorgfalt des Marquis. Er war eigentlich ein unbedeutender, fast häßlicher Mann, der nicht aus Eifersucht seine Bemühungen als ein ihm allein zukommendes Recht zeigte, sondern mehr auf das ostensible Bestreben seiner Frau einzugehen schien, jedem Andern zu zeigen, daß die Huldigung des Marquis allein Werth für sie habe. Man fand die zur Schau getragene Ab— sicht gesucht, ja kleinlich und kam schließlich zu der Ueberzeugung, daß Madame de Bongct eine schöne, eisige Statue sei, die keine Komödie spiele, sondern sich als Gattin des Marquis vollkommen befriedigt fühle. Mit zwanzig Jahren war sie Wittwe, sie be— trauerte ihren Gatten zwei Jahre lang in tiefer Zurückgezogenheit, öffnete dann aber wieder ihren Salon in Paris und ließ ihre jetzt erst zur erstaunenswerthen Vollkommenheit entwickelte Schönheit bewundern, blieb aber das kalte Gestirn wie früher. Einige haben sich Kugeln durch den Kopf geschossen dieser Frau wegen, sie aber verfolgte unbeirrt ihre Bahn. Sie war reich und liebte ihre Person mit Luxus zu umgeben; es wurde ihr aber nachgesagt, daß sie eine strenge Kontrole über den Haushalt und ihre Be— dienung führe. Deshalb fand ein beständiger Wechsel des Dienst⸗ personals seit des Marquis' Tode statt; Madame de Bonat aber bewahrte ihre klassische Ruhe dieser ewigen Bewegung gegenüber und änderte nichts in ihrem System der Oekonomie und der strengen Zucht. Nur Eine blieb, und diese Eine war das Kammer⸗ mädchen der Marquise, die Tochter ihres alten Gärtners, der asthmatisch seine letzten Kräfte im Dienste der strengen Herrin verbrauchte. Der Gärtner wurde seiner Tochter wegen im Dienste gelassen, Miquette war der Marquise unentbehrlich. Vater und Tochter hatten furchtbar gegen die Chatelaine von Ronceau ge- fehlt. Ihr Schloß lag in der Auvergne, sie brachte das halbe Jahr da zu; der Gärtner, Miquette's Vater, bewohnte ein kleines Haus, weit ab vom englischen Garten, inmitten des großen Gemüse⸗ gartens. Dieser Küchengarten lag, von einer hohen Mauer um⸗ geben, einsam und abgeschlossen abseits, und der kranke Gärtner that sein Mögliches, der Marquise zu genügen. Er wußte, daß er sein Bleiben nur der Brauchbarkeit seiner Tochter zu danken hatte, hierüber ließ ihn die Dame nicht im Zweifel. Es war eben eine Musterwirthschaft bei der Marquise, das erkannte man auf allen umliegenden Landgütern an. Miquette aber hatte mit einem Fleischergesellen in Paris, der täglich das Fleisch in das Souterrain des Hauses der Dame de Bongct trug, ein zartes 8 33 9 3 2 8 3 274 Verhältniß angeknüpft, das der Bursche sehr ernst nahm, denn Miquette war die niedlichste Zofe, die man sehen konnte, be— sonders in dieser Zeit, als sie sich so aufrichtig geliebt wußte. Die Marquise bekam Wind von diesem Verhältniß; sie erfuhr eben Alles, und sie drohte mit Entlassung des Vaters und der Tochter. Kurze Zeit darauf tödtete der Geliebte, der äußerst flink mit dem Schlachtmesser umzugehen wußte, einen Mitgesellen und rettete sich schleunigst durch die Flucht. Die Marquise las es in der„France“ unter den Pariser Tagesneuigkeiten Morgens, als sie vor ihrer Toilette saß und Miquette das herrliche schwarze Haar ihrer Herrin auf dem weißen Mantel mit zarten Händen durchkämmte. „Da, lies einmal hier,“ sagte sie und reichte der Zofe das Blatt über die Schulter. Das Mädchen stieß einen unterdrückten Schrei aus, und als sich die Dame umwendete, lag Miquette bleich, an allen Gliedern bebend, in einem Sessel. „Schäme Dich, stehe auf,“ rief sie gereizt;„gehe, ich bedarf Deiner nicht.“ Miquette wankte aus dem Zimmer und kam den ganzen Tag nicht mehr zum Vorschein. Die Marquise brachte einen un— erträglichen Tag zu; das zweite Kammermädchen war nicht zu gebrauchen; das schlecht frifirte Haar hing der Marquise lose um den Kopf und verursachte ihr eine Migräne, das Bad im Marmorbassin war um einige Grade zu kalt, die milchweiße Farbe mit zarten ausströmenden Wohlgerüchen, wie Miquette es täglich bereitete, zeigte heute ein ekelhaftes Grau, sodaß die Dame schaudernd zurückfuhr. Auch zur Nachttoilette erschien das Mädchen nicht; die Marquise wartete mit entblößtem Hals und entblößten Armen, daß die sanfte, geschmeidige Hand der Zofe ihr die be— bewunderten Körpertheile mit duftendem Balsam bestreiche, ihr langes Haar glättete, sie wartete der sorgfältigen Behandlung— um— sonst! Der alte Gärtner war nicht, wie schon manchmal, gekommen, um demüthig mit weinenden Augen Verzeihung für seine Tochter zu erflehen. Wollten diese Menschen ihr trotzen? Hastig eilte sie in das anstoßende Toilettenzimmer, barg das Haar unter einer Kaputze, wickelte sich in einen Sommermantel und eilte dem Gemüsegarten zu. Die Thüre in der hohen Mauer war ver— schlossen, sie hatte an die Möalichkeik gedacht und ihren Haupt— schlüssel zu sich gesteckt. Geräuschlos näherte sie sich dem Gärtner— haus. Es war eine dunkle Nacht, eben fielen schwere Tropfen in die Gewitterschwüle. Die Marquise sah Licht unten hinter den geschlossenen Läden und hörte Miquette heftig weinen; der Gärtner stieß einzelne wehklagende Laute aus. Eine Stimme ließ sich beruhigend dazwischen hören, und endlich weinte das Mädchen nicht mehr, und auch der alte Mann schien sich getröstet zu haben. So sehr die Dame sich anstrengte, aus dem undeut— lichen Gemurmel ein Wort zu verstehen, es war unmöglich. Das Licht verschwand aus dem Zimmer und es wurde still. Vorsichtig schlich die Marquise um das kleine Haus und sah, wie ein Licht— schein nach hinten auf die Remise mit den Gärtnergeräthen fiel. Miquette wurde sichtbar und schloß schnell das Fenster; aber ehe es zuklappte, hatte die Lauscherin das deutlich ausgesprochene Wort„Amerika“ gehört. Sie richtete sich hoch auf, ihre kalten, stolzen Augen warfen einen zornigen Blick auf das Gärtnerhaus. Ihr Plan war entworfen, ehe sie das Schloß erreichte. Der Kutscher expedirte sofort in schnellem Galopp ein Schreiben der Marquise auf die nächste Telegraphenstation, und in der folgenden Nacht wurde der Schlächtergeselle, Miquette's Geliebter, eine Meile vom Schloß der Marquise in der Stadt Aurillac fest— genommen. Die Zofe erschien den Morgen darnach vor der Gebieterin, die einen langen verächtlichen Blick auf das Mädchen warf, das mehr todt wie lebendig vor diesem Blick zu vergehen schien. Die ganze Provinz war in Aufregung über das Einfangen des Mörders; das Kammermädchen ahnte den Zusammenhana, seit der Kutscher ihr verrathen, daß die Dame ihm eine Mission an die Telegraphenstation gegeben. Der alte Gärtner wurde nicht entlassen und Miquette nicht schimpflich fortgejagt; ihr Dienst aber wurde noch schwieriger. Madame de Bonat konnte Nachts nicht allein bleiben; Miquette rückte Abends eine Chaise longue in der Dame Zimmer und schlief darauf. Das durfte man freilich nicht schlafen nennen, da gab es keine halbe Stunde Ruhe.„Wie viel Uhr ist's?“—„Eben schlug es zwei Uhr.“—„Du irrst Dich, gehe und sieh' genau.“— So kam es wenigstens ein Dutzend Mal in jeder Nacht vor.„Was war das? ich höre deutlich im Souterrain Thüren zuschlagen.“— Miquette wanderte schlaftrunken durch das Schloß, und kaum war sie todtmüde auf ihr Lager gesunken, dann wurde sie wieder umher gejagt. Nach⸗ mittags arbeitete das Mädchen unter der strengen Kontrole der Beschließerin, während die Marquise schlief. Die Verhandlungen über den Schlächtergesellen Benoit inter⸗ essirten die Dame, sie las sie bis zu Ende und war mit dem Gesetz einverstanden, das ihn acht Jahre zu den Galeeren in Toulon verdammte. Miquette's niedliches Gesichtchen war kaum mehr wieder zu erkennen, ihre lebhaften, klugen Augen lagen tief und unheimlich in den Höhlen. Sie ging nicht mehr wie im Traume umher, ihre Bewegungen waren unnatürlich rasch, von nervöser Hast durchzuckt. Jedermann sah, welche Ver⸗ änderung mit dem Mädchen vorgegangen war, nur die Marquise sah es nicht, sie würdigte ihre Zofe keines Blickes. Es mochte eine Höllenqual für Miquette sein, die Frau mit raffinirter Sorg⸗ falt zu hegen und zu pflegen, die eine so bodenlose Verachtung für sie an den Tag legte.„Wir haben uns schwer vergangen gegen unsere Herrin, wir haben einen Mörder auf ihrem Grund und Boden beherbergt, und sie hat uns in ihrem Langmuth nicht zu schanden werden lassen,“ wimmerte der alte Gärtner. Die Augen seiner Tochter glühten unheimlich auf, sie widersprach ihrem Vater nicht. 3 Es verging ein brillanter Winter in Paris; man vermuthete eine Zeitlang, daß die Marquise nicht abgeneigt sei, Herzogin von Beaufort zu werden. Sie kehrte aber im Frühling, ohne sich entschieden zu haben, in die Auvergne zurück, und als sie den Winter darauf den Herzog wieder in Paris sah, zeigte sie sich so frostig und unnahbar, daß er sich unter die vielen Ver— abschiedeten zurückzog. Miquette hielt noch immer aus. Sie ordnete mit nervös erregten Händen das Schlafzimmer der Marquise, trug die weiche Leinwand in das durchwärmte Bade— zimmer und richtete das duftende Bad, das die Dame in der Nacht, nach der Heimkehr aus der Abendgesellschaft, zu nehmen pflegte. Das schläferte sie ein und wirkte angenehm auf ihre ab⸗ gespannten Nerven. Das Wasser plätscherte heiß in das Marmor⸗ bassin, Miquette starrte geistesabwesend hinein, da legte sich eine Hand auf ihre Schulter, und laut aufkreischend fuhr sie empor. „Miquette, meine arme Miquette, bist Du's denn wirklich!“ rief Benoit und schaute, von tiefem Mitleid ergriffen, seine Ge— liebte an.* „Fort, fort!“ stöhnte sie und rang nach Luft;„die Marquise kann jeden Augenblick kommen, wir wären verloren. Gott, Gott, entflohen, nicht wahr?“ f „Ja, endlich gerettet,“ sagte er tiefaufathmend.„Hätte ich Dich nicht sehen müssen, so wäre ich jetzt schon auf dem Meere, für Verkleidung und Paß ist gesorgt.“ „Verlaß mich, rette Dich, ich höre den Wagen der Frau Marquise!“ schrie Miquette und nahm außer sich den Kopf in beide Hände. Benoit war mit seiner raschen Beweglichkeit verschwunden, ehe das Mädchen zu sich kam. Die Marquise rauschte in ihr Schlafzimmer und blieb mehr wie eine Stunde nachdenkend in einem Sessel vor dem Kamin; sie hatte sich heute plötzlich wieder dem Herzog huldvoll gezeigt, so huldvoll, daß man be⸗ rechtigte Vermuthungen aussprach.„Ich fange an, mich zu langweilen,“ sagte sie als Resultat der langen Betrachtung zu sich.„Sei es, verheirathen wir uns wieder,“ murmelte sie, als sie sich langsam erhob. Miquette hatte die brennenden Augen auf sie gerichtet, sie entkleidete mit fieberheißen Händen ihre Dame und geleitete sie in's Badezimmer. Wie die unvergleichlich schöne Frau in dem duftenden milchweißen Bade den Körper erfrischte und im behaglichen Halbschlummer die Augen schloß, lachte Miquette sonderbar vor sich bin. Ganz sicher, das Mädchen war sehr krank. Auch die Marquise warf am folgenden Tage einen erstaunten Blick auf Miquette, als diese wie geistes⸗ abwesend ihre Funktionen besorgte und dabei in sich hinein kicherte. Erschreckt ließ Madame de Bonat ihren Arzt rufen und wartete aufgeregt, bis er seinen Besuch in Miquette's Stube beendigt hatte. 275 ——— — „Ist des Mädchens Krankheit ansteckend?“ rief sie dem in den Salon eintretenden Arzte zu. „ Aengstigen Sie sich nicht, Frau Marquise, nur ein kleines Fieber; zu Ihrer Beruhigung aber schicken Sie das Mädchen heute noch in's Hotel Dieu,“ sagte der Arzt. Eine Stunde darnach war Miquette im Krankenhaus. Der Winter war von nun an Madame de Bonct verleidet. Sie war überzeugt, daß ihrer Schönheit ein bemerkenswerther Schaden zugefügt worden, seit die tölpelhaften Hände von Miquette's Nachfolgerin sie berührten. Mit dem quälenden Be—⸗ wußtsein, daß ihre Coiffüre, kurz, Alles verpfuscht sei, begab sie sich in die Gesellschaften, mißtrauisch beobachtete sie jeden Blick, zerlegte sie jedes Wort,— ihre superbe klassische Ruhe war dahin. Im schnellen Wechsel folgten sich die Zofen, glücklich, dem unmöglichen Amt entronnen zu sein. „Wann, Doktor, kann das Mädchen wieder bei mir eintreten,“ fragte die Marquise, ganz krank durch die Mißhandlung der Zofenhände. Der Doktor schüttelte den Kopf:„das Mädchen ist schwind— süchtig und hat nur noch bis zum Frühjahr zu leben,“ antwortete er. Madame de Bonat fuhr vor Entsetzen auf:„Miquette hat in meinem Zimmer geschlafen und war so häufig in meiner unmittelbaren Nähe,— mein Gott, diese abscheuliche Krankheit!“ Sie haben garnichts zu fürchten, Frau Marquise,“ versetzte der Arzt und warf einen bewundernden Blick auf die hoch— gewölbte Büste der schönen Frau,„derlei schleichendes Gewürm nistet sich nicht bei Ihnen ein.“ Trotzdem verfiel Madame de Bonat einige Tage lang in Melancholie. Der Herzog von Beaufort hatte weniger Chancen wie je, der Nachfolger des Marquis de Bonat zu werden. Die Marquise begab sich für eine Woche auf ihr Schloß in der Auvergne, um einen neuen Gärtner einzusetzen, Miquette's Vater war auf der Reise nach Paris gestorben, als er seine Tochter im Höôtel Dieu besuchen wollte. Die Dame ging ohne Zofe, sie war es müde, es weiter in Paris mit den von ihren Be— kannten Bestempfohlenen zu versuchen. Die Köchin, die Be⸗ dienung des Schlosses, schrie es in der ganzen Gegend aus, daß die Frau Marquise ohne Kammermädchen sei, und es präsentirte sich ein Mädchen, das wohl etwas ungelenk aussah, aber dabei recht kräftig, so daß der Marquise mißtrauischer Blick wenigstens aus dem frischen rothen Gesicht in dem sauber garnirten weißen Häubchen keine Anlagen zur Schwindsucht herauszulesen ver⸗ mochte. Wohl betrachtete sie seufzend die Hände, die doppelt so groß waren, wie die Miquette's— die arme Frau hatte in den letzten Wochen so viel erfahren, sie konnte es auch noch mit dieser probiren. Wider alles Erwarten ließ sich das Mädchen geschickt an, die stattlichen Hände waren überaus flink und schon nach einigen Tagen füllte die neue Zofe glänzend Miquette's Stelle aus. Die Marquise hatte das Gleichgewicht ihrer Seele wieder gefunden. Glücklich kehrte sie nach Paris zurück. Der Herzog von Beaufort wurde mit dem graziösesten Lächeln begrüßt und die Heirath alsobald nach der Rückkehr auf das Land in Aussicht gestellt. Die Marquise pries ihr Kammermädchen überall als eine Perle, die Zofe verdiente dies Lob, sie war das Muster aller Zofen. Der Frühling war da, die Abreise nach der Auvergne stand bevor. Die Marquise gab noch eine glänzende Soiree, während welcher sie die Glückwunsche zu ihrer bevorstehenden Heirath in Empfang nahm. Während dem Souper hatte ein Diener die Ungeschicklichkeit, sie zu benachrichtigen, daß ein Herr von der Polizei sie dringend zu sprechen wünsche. Die Marquise warf dem Menschen einen vernichtenden Blicke zu, sodaß er augen— blicklich verschwand. Nach einigen Minuten erschien in der Thür des Speisesaales ein Polizist und rief mit lauter Stimme in den Saal hinein: „Einen Augenblick, Frau Marquise, es ist von der dringendsten Wichtigkeit.“ Madame de Bongt erbleichte in dem Gefühl ihrer gekränkten Würde, der Herzog de Beaufort erhob sich rasch und entfernte etwas unsanft den Polizeimann aus der Thür; die Marquise folgte hochaufgerichtet. Der in seiner amtlichen Würde beleidigte Mann wendete sich zur Dame des Hauses und sagte laut genug, so daß es die der Thüre Zunächstsitzenden hören konnten:„Frau Marquise, wir sind seit vier Monaten auf der Suche nach dem aus dem Bagno in Toulon entsprungenen Galeerensträfling Paul Benoit, wir sind sicher, ihn in der Person Ihres Kammer— mädchens entdeckt zu haben.“ Mit einem lauten Schrei stürzte Madame de Bonat zu— Boden. Während man sich mit der Ohnmächtigen beschäftigte, zerstreute sich die Gesellschaft in ängstlicher Flucht. „Das war der Zofe Rache,“ schloß de Preuil;„ob das Mädchen das prompte Gelingen noch durchkostet hat, vermag ich nicht zu sagen; jedenfalls wäre ihr aber der Genuß durch die Festnahme ihres Geliebten getrübt worden, wenn sie es erlebt hätte.“ Das Gesicht des Vicomte zeigte den Ausdruck totaler Ent⸗ täuschung:„Das ist ein lächerlicher Schluß der glanzvollen Lauf— bahn der Marquise de Bonat,“ sagte er kopfschuttelnd. „Arme Frau,“ murmelte de Preuil und warf den Rest seiner Cigarre hinweg. W. Der Vicomte wunderte sich darüber, sich immer wieder in der Ausmalung der Art und Weise, wie ihn Mademoiselle Jeanne empfangen werde, zu ertappen. Paris sagte ihm nicht so recht zu, er hatte sich die letzten vierzehn Tage seiner Freiheit anders gedacht. Nun fing er sogar an, die Tage bis zu seiner Abreise zu zählen und ungeduldig zu werden, daß sie so schleichend vorübergingen. Das Kapitel der endlichen Heirath, als einer Nothwendigkeit, war so oft in dem Kreise der mehr oder weniger blasirten Jugend behandelt worden, daß d'Ormont sich nicht mehr begriff und verstand, als er sich von einem ganz unleugbar jugendlichen Gefühle für das allerliebste Gesichtchen und die lachenden braunen Augen seiner Verlobten gepackt fühlte. Das Herz klopfte ihm so jugendlich in seiner Brust, als wäre Paris ihm eine terra incognita. Hastig fuhr sein Kopf an das Fenster des Wagens, als er in Lillebonne angekommen war und ent⸗ täuscht stieg er aus; seine Verlobte war nicht gekommen, ihn zu begrüßen, da stand nur Cousin Robert und wartete auf ihn. Ein lebhafter Verdruß bemächtigte sich seiner. Wollte ihm denn die alte Gräfin den Spaß bis zum letzten Augenblick verderben, daß sie ihren vielgeliebten Enkelsohn hartnäckig an Jeanne's Seite festhielt. Wie aber Robert de Gatonniere ihm das offene gutherzige Gesicht mit dem freundlichsten Willkommen zuwendete, da war auch schon sein Verdruß verschwunden. Alle Befangenheit schwand bald dem liebenswürdigen Menschen gegenüber, dem es garnicht einfiel, sich gekränkt zu fühlen. Jeanne erschien auf der großen Freitreppe, als der Wagen am Schloß vorfuhr. d'Ormont hätte beinahe die junge Dame im schweren Seidenstoffe mit der endlosen Schleppe nicht erkannt, so pompös sah die jugendliche Braut, die er nur im hellen leichten Kleidchen zu sehen gewöhnt war, aus. Ihr stolz er⸗ hobenes Köpfchen deutete an, daß sie nun für immer mit der Kleinen abgerechnet haben wollte. Da aber zog sich ein liebliches Erröthen über ihr Gesicht, das zur dunklen Gluth wurde, als der Vicomte, noch einige Treppenstufen von ihr getrennt, Jeanne's Hand langsam und andächtig ergriff und einen inbrünstigen Kuß darauf drückte. Die alte Gräfin oben hinter einem der dicht verhängten Fenster wischte hastig eine Thräne aus dem Auge. Graf de Gatonniere trat einige Augenblicke aus seiner gleich— mäßigen Ruhe und empfing den zukünftigen Schwiegersohn mit großer Wärme. Eine Stunde darnach erschien d Ormont mit seiner Verlobten auf den Wunsch der alten Gräfin in den Zimmern der Dame, die durch einen Anfall von Rheumatismus an den Platz gebannt war. Kalt und feierlich sprach die Großmama ihre Glückwünsche aus und entließ alsobald das junge Paar. Niemand widersetzte sich den Anordnungen der jungen Braut, die ihre Lust darin fand, täglich die Pferde auf die breite Straße nach Lillebonne zu lenken. Cousin Robert hatte statt der Groß⸗ mama die Ehrenwache übernommen, und d'Ormont war mit dem Tausch zufrieden. Jeanne hatte dem Verlobten gegenüber ihre frühere Harmlosigkeit verloren; war sie einen Augenblick mit ihm allein, dann schlug sie die klaren braunen Augen, in die er so gerne sah, zu Boden und erröthete gar holdselig. Die Befangenheit des Wildfanges, der einige Wochen vorher so herausfordernd und verwegen in den dünnen Zweigen umher 5 c 276 gefahren war, gleichsam um dem ängstlichen Zuschauer Trotz zu bieten, war ihm gegenüber von einer Schüchternheit und jung⸗ fräulichen Befangenheit, die ihn entzückten und ihm die frohe Gewißheit gaben, daß in dieses unberührte Kinderherz ein Frühlingsahnen gekommen war, dessen Neuheit das holdselige Mädchen mit süßem Staunen empfand. Coufin Robert war fast eine Nothwendigkeit zwischen ihnen, das geschwisterliche Verhältniß zwischen ihm und Jeanne gab dieser einen Theil ihres Gleich— gewichtes wieder. Mit einem schelmischen Blick auf den Vicomte hielt sie ihr Pferd vor dem Thurme in Lillebonne an und sprang leicht zu Boden:„Wer mich liebt, folgt mir,“ rief sie fröhlich, schlug ihr langes Reitkleid über den Arm und betrat den Thurm, dessen Thüre jetzt weit offen stand. Der Vicomte erbleichte.„Sie können den Thurm nicht be— steigen, die Treppe liegt fast in Trümmern,“ rief er und stand an Jeanne's Seite, die schon den leichten Fuß auf die Treppe gesetzt hatte. „Sie sind doch um so viel schwerer wie ich und die Treppe ist nicht unter Ihnen zusammengestürzt,“ antwortete sie neckisch und eilte auch schon hinauf. Der Vicomte war ganz fassungslos, er stürzte ihr nach; aber sie bedurfte seiner Unterstützung nicht, behend schwang sie sich über den leeren Raum, auf dem die Stufen fehlten und stand in einigen Minuten oben auf der Plattform, wo der Wind an— muthig mit dem langen weißen Gazeschleier ihres Amazonen— hutes spielte. Schweigend stand d Ormont neben ihr; Freude und Bewunderung malten sich in dem überraschenden Blick, den das junge Mädchen auf die Seine und die sie umgrenzenden herrlichen Berge warf:„Wie schön, wie schön!“ flüsterte sie, in den Anblick verloren. Auch den Vicomte hatte staunende Bewunderung ergriffen: „Wie schön, wie schön!“ rief es laut in ihm, als er in das Gesicht seiner Verlobten sah, dem das Entzücken und die Be— geisterung den Ausdruck der rührendsten, edelsten Schönheit ge— geben hatte. Der Cousin erschien zuletzt.„Da nimm Dein Fernrohr, das beinahe auf der verdammten Treppe zertrümmert wäre,“ sagte er tief aufathmend. „Schönen Dank dafür, daß Du es heil heraufgebracht hast; nun sollst Du mir auch zum Dank dafür die Marquise de Bonat suchen helfen,“ sagte sie mit ihrem schelmischen Lächeln. „Herr Gott, das verlohnt sich aber der Mühe; das ist eine grandiose Aussicht!“ rief Robert de Gatonniere überrascht und trat einen Schritt vor. Jeanne senkte das Fernrohr und heftete durch dasselbe einen suchenden Blick auf den Garten des Schlosses von Lillebonne, sie hatte gefunden! Die Marquise de Bonat lag in einer an zwei Pfeilern be— festigten Hängematte. Ihr edles bleiches Gesicht zeigte sich klar und deutlich dem Mädchen. Der Kopf der Marquise ruhte auf einem kleinen weißseidenen Kissen, ihre Hände lagen im Schooße und hielten ein Buch. Ihre müden Augen waren halb ge— schlossen, da plötzlich, durch einen lauten Ausruf de Gatonniere's, der ganz hingerissen von dem weiten Panorama zu seinen Füßen war, aus dem Halbschlummer geweckt, öffnete die Marquise groß die Augen, fuhr von dem Kissen auf und warf einen ungeduldigen Blick nach der Plattform des Thurmes. Jeanne fuhr zurück und begegnete den Augen ihres Verlobten, der mit übereinander⸗ geschlagenen Armen an der Thüre des Thurmes lehnte und von da aus sich keiner andern Augenweide erfreuen konnte, als der, die ihm seine Verlobte bot. d'Ormont mußte ihr viel mit diesem einzigen Blick gestanden haben. Jeanne erbebte und er— glühte. Ohne sich wieder nach der Marquise umzuwenden, reichte sie schnell das Fernrohr ihrem Kousin.— Als sie aus dem Thurme traten, stand ein Bedienter mit einem großen Schlüssel davor und schloß prompt zu, sobald sie ihn verlassen hatten. Die Trauung im engsten Familienkreise war vorüber; des Vicomte Vater und seine Brüder waren gekommen, seine Mutter nicht. Eine Stunde darnach saß die reizende Vicomtesse neben ihrem Gatten und der Wagen rollte eiligst mit ihnen durch die Avenue davon. Er schlingt zum ersten Male den Arm um ihre zarte elegante Gestalt, sie erröthet und weiß ihm dies nicht anders zu verbergen, als daß sie ihr Gesichtchen an seine Brust legt. Wie er entzückt sie an sich drückt, erhebt sie die klaren braunen Augen zu ihm und sagt schmeichelnd:„Ich habe es Dir auf dem Thurme angesehen, Henri, daß Du das Geheimniß der Marquise de Bonat kennst. Du hast gesagt, es müsse Dir überlassen bleiben, den Zeitpunkt zu bestimmen, wann Du mir die Geschichte erzählen würdest. Nun wohl,“ setzte die Vicomtesse mit Wichtigkeit hinzu und reckte das Köpfchen höher,„ich bin nun eine ver⸗ heirathete Frau und Gott sei Dank, mit der„Kleinen“ ist es für immer vorbei.“ In der Heimath. Novelle von Hermann Birkenfeld. (Fortsetzung.) Namenlose Angst in dem ehrlichen Gesicht sah der kräftige Bursche zu Wolf empor. Der Glasstöpsel, welchen Pförtner eben auf eine Flasche stecken wollte, klirrte auf der Marmorplatte des Receptirtisches und zer⸗ schellte am Boden; fast wäre die dickbauchige Flasche aqua des- tillata ihm nachgefolgt. „Wenn sie nun stürbe!“ Alexander Schruller hauchte die vier Worte mehr als er sie sprach und wühlte wieder einmal rathlos in dem Urwald seines Haupthaares, während sein Herr mit zusammengepreßten Lippen und brennendem Auge seinen Freund ansah. „Wolf!— doch nein! Komm mit, Töne!“ „Die Medizin—“ 5 a „Füllen Sie die Etikette aus, Schruller, die Mixtur ist fertig,“ sagte der Apotheker, der, wie es schien, seine Ruhe wiedergewonnen hatte. Dann verließ er, gefolgt von den beiden Andern, lang⸗ sam die Offizin. Draußen aber, im Hinterzimmer, sank er fast zusammen. „Weiter, Töne!“ 3 Töne verstand die Aufregung des Apothekers nicht, er h auch an seiner eigenen genug. Doch Pförtner begann unged zu werden. „Weiter! Wie kam's?“ „Wie's kam, das weiß ich ja selbst nicht, Herr. was mit einander gehabt, er und die Frau.“ „Wer, er?— doch so! Schon gut! Weiter!“ 1 „Und er soll sie angefaßt haben. Aber ich kam ja nur zu⸗ fällig auf den Hof, Herrn Lützels Sachen abzuholen und hab's von der Sophie nicht recht verstanden, hat er sie geschlagen oder gestoßen? Und da—“ ö „Genug!“ Ja, es war genug. Eine Weile sprach keines der Drei ein Wort. Man hörte nur die schweren, hastigen Athemzüge Pförtners, einen Seufzer seines Freundes—— 5 „Wolf, hast Du— Pförtner preßte ihm die Hand, als wolle er sie zerbrechen.„Bist Du Schuld—“ Langsam sah Lützel auf und verstand. „Nein,— wenigstens nicht in dem Sinne, wie Du denkst.“ Noch immer haftete Pförtners großes Auge fragend au Wolfs Zügen. 8 „Ich schwöre es.“ „Und ich danke Dir,“ sprach Jener mit einem tiefen Stöhnen. Töne brannte der Boden unter den Füßen. „Wer weiß, Herr!—— Ach, Herr, wenn ich, ich die Schuld hätte! Ein Menschenleben, und ein gutes!— Ihr versteht mich nicht? Ich meine— von Bretters weiß ich, daß er Euch erzählt hat, was ich gesehen hatte.— Hat sie's durch Euch erfahren, Herr? Es war wohl Anfangs meine Absicht so— und auch die von Fräulein Graf— ich wollte ihm damit schaden— ihm —— o, um aller Barmherzigkeit willen sagt mir die Wahrheit! „Wovon redest Du, Töne?“ „Von dem Abend damals, wo er und das Fräulein am Ne⸗ welskampe—“ „Nein, nein, Du magst Dich beruhigen, sie konnte davon nichts wissen.“. * Sie haben RR 277 neobpugs abnch naa sgjpuoch uleg p 0 nanu 1 8 278 In Töne's Augen leuchtete es auf. Wahrheit, Herr? So bin wenigstens ich unschuldig! Aber unsere arme Frau—“ „Er hat Recht,“ sagte der Apotheker und erhob sich.„Wir müssen fort.“ „Wir?“ fragte Wolf. Sein Freund hatte, statt zu antworten, gerufen. „Rasch nach dem Stadtwappen! Wagen.— Freilich wir, das heißt, auf den Boten, der in die Offizin Empfang zu nehmen. Wolf stand einen Augenblick unschlässig. „Ich begleite Dich!“ rief er dann. Ihn bangte um den Freund, den er noch nie in solcher Erregung gesehen hatte. „Wie Du willst.“ Pförtner eilte hinaus. Nach einer Weile kam Dorette Höckerlein händeringend in's Zimmer. „Sagen Sie mir nur, was er hat, Herr Lützel! Jagt mich im Hause herum, wie ich's nicht erlebt habe, als ich mal jung war. Jetzt hier den Mantel, dann da den Hut hingetragen, Flaschen und Pulver zusammengeholt—— du Allmächtiger, traurig genug ist's ja, was ich von Schruller gehört habe, aver was geht das den jungen Herrn an! Wo der Schwarze die Hand im Spiel hat, giebt's keine Seligkeiten, und viel besser als der Gottseibeiuns ist der in Südhorn doch nicht. Du meine Güte, solcher Aufruhr ist seit Menschengedenken hier im Hause nicht gewesen, die pure Rebellion, alles Oberste zu unterst! O je, da ist er schon—“. Die würdige Alte knickte auf einem Stuhl zu⸗ sammen wie ein Automat, als ihr„junger Herr“ reisefertig eintrat. „Der Wagen ist noch nicht da; ich gehe zu Fuß.“ Wolf flog die Treppe hinauf, seinen Hut zu holen. „Wir müssen den Wagen am Stadtwappen tressen.“ So schritten sie denn zusammen über den schmalen Rand spitziger Kopfsteine, welchen man in Kirchberg das Trottoir nannte. Draußen rieselte ein feiner Landregen auf die Straße und umwehte die Oellampen der guten Stadt wie ein weißlicher Schleier. Vor dem Gasthof zum Stadtwappen aber legte Friedrich Greifhaus brummend die letzte Hand an das Geschirr des Schimmels. „Bei nachtschlafender Zeit, wo ein anderer Mensch seine Ruhe hat—— Brr! Willst Du stehen, verdammte Kreatur!“ Der letztere wenig schmeichelhafte Anruf galt selbstverständlich dem Pferde.„In Südhorn muß ja wohl der Deibel los sein, Fräulein!“ Fräulein Erika, welche, einen Shawlüber den runden Schultern, im breiten Lichtschein der weitoffenen Hausthür stand, zuckte leicht mit der Achsel. „Sieh nur zu, daß Du bald zurückkommst, Friedrich; mußt ja morgen früh um fieben Uhr zum Bahnhof.“ „Früh zurück! Eine Stunde hin und eine her ist doch das Mindeste, und jetzt geht's auf Neun.— Halt still!— So! Nun los, Fritze!“ Friedrich war auf den Bock geklettert und„Fritze“ zog an. „Brr! Dunnerwetter, brr!— Na, dann können Sie ja gleich hier einsteigen, Herr Apotheker.“ Friedrich hatte doch keine Lust, sich wieder aus seinem Sitz herauszuwickeln; es ging ja auch so: Pförtner kannte den Wagen, und zwei Beine zum Einsteigen hatte er ebenfalls. „Der Herr auch?“ knurrte der Alte, als Wolf Lützel seinem Freunde folgte. Dann schnalzte er mit der Zunge. „Flott fahren, Friedrich!“ rief Pförtner noch aus dem Hinter⸗ theil der Kalesche. Friedrich murmelte nur etwas wie: das thäte er von selbst. Danach ging's endlich ab. Erika Graf hatte sich bei Wols's Ankunft schleunigst zurück⸗ gezogen. Hinter dem dunklen Fenster ihres elterlichen Privat⸗ zimmers ader bewegte sich die Gardine, und im Scheine der Thorweglaterne haͤtte man können zwei dunkelglühende Augen mit Spannung dem Gefährt folgen sehen. Es war eine schweigsame Fahrt. „Mit welchem Recht werden wir eigentlich ankommen?“ fragte * endlich Wolf, als der Wagen schon auf Südhorner Gemarkung das Hausmädchen Ich brauche sofort einen er und ich—“ Er wies ging, das Medikament in dahinfuhr. Als habe er den ganzen Weg über die Frage erwogen. Sein Freund rief dem Kutscher zu, sich zu beeilen. „Recht! Ich werde ihn tödten, wenn er schuld sein sollte—“ Den Rest verstand Wolf nicht. Wieder schwiegen Beide. Die Räder des Wagens schnitten sich durch den tiefen Sand des Feldweges, an Bretters Wohnung vorbei, lautlos; man hörte nur das Schnauben des Pferdes, das jetzt schwerfällig dahintrottete—— „Seit wann kanntest Du sie— näher?“ fragte Lützel halblaut. Pförtner stöhnte nur. „Länger als Du die Andere.“ „Woher weißt Du——?“ fuhr Wolf auf. „Woher! Sollte Steinwald Dich so lange in Südhorn halten? Da auch— Hedwig es nicht that, bleibt nur ihre Kousine übrig.“ Die Kombination war allerdings nicht schwer.„Beide denselben — Rivalen!“ lachte Pförtner bitter. Auf dem Gute wurden die Freunde von Doktor Zange in Empfang genommen, Töne hatte ja ihr Kommen angekündigt. Pförtners Blick verlor nicht das leiseste Zucken in den Mienen des Arztes. Dieser machte freilich ein ernstes Gesicht. „Eine heftige Gemüthsbewegung—— Ohnmacht, Schüttel⸗ frost— man kann da wenig thun als Ruhe anempfehlen. Aber Vergiftung? Dummes Zeug! Sie hat freilich so etwas vorgehabt, und man muß ihr arg mitgespielt haben, daß es dahin kam, aber sehen Sie hier!“ Der Doktor zog zwei Fläschchen, zum Theil gefüllt mit einer wasserhellen Flüfsigkeit, aus der Tasche seines weiten Rockes und hielt sie dem Apotheker förmlich vor die Nase. „Hier: Kindermixtur, da: Morphium. Danach hat wenigstens Ihr ausgezeichneter Alexander die Etikette eingerichtet. Und was ist drin! Tropfen für das Kind in beiden Fällen, habe selbst davon gekostet. Morphium, ich bitte Sie! Gestern erst hat das Mädel, die Sophie Bretters, dieses mitsammt der Arznei bei Ihnen geholt, Verehrtester, beide Fläschchen waren also heute noch fast voll, und die Dosis vermeintlichen Morphiums, die hier fehlt— na, ich danke! Haha, da wäre ich längst zu spät gekommen! Nette Geschichten, solche Verwechslungen, aber, das muß man Ihrem Alexander lassen, diesmal hat er mit seiner Dummheit wahrscheinlich ein Menschenleben gerettet, haha! Kann sich gratuliren, wenn's auch noch einen Wischer für ihn setzen soll; der Schwarzgelockte konnte ja ebensogut— haha— beide Male das Narkotikon verabreichen, und dann ade, Mutter und Kind!“ Pförtner athmete auf. Dennoch— Zange sprach von Gefahr—— „Gefahr? Nun ja doch, Bester! Den Kukuk auch, vergiften Sie sich mal selber, wenn auch nur in der Einbildung, haha! Das greift an, eklig, sage ich Ihnen, das frißt, die Erschütterung des ganzen Nervensystems, die vorhergeht, thut's: Aber hoffen, hoffen! Wenn nur der Herr des Hauses—“ „Er ist gar nicht da?!“ „Verschwunden, spurlos. Ausgeritten nach Mellingen zu, nirgends zu finden,“ rief der lebhafte kleine Mann, indem er auf den Deckel seiner silbernen Tabatiere klopfte.„Ueberhaupt ungemüthlich hier, höchst ungemüthlich—— sogar das frische kleine Fräulein—— doch da ist sie selber, hahaha!“ Marie Lauscher kam von der Kranken und hatte nicht bedacht, wen sie hier treffen würde. Nun stand sie plötzlich Wolf gegen⸗ über und wagte einen Augenblick nicht zu athmen, wie magnetisirt unter seinem Blick, eine Hand fest auf ihre Brust gepreßt. „Herr Doktor,“ sagte sie endlich mit verschleierter Stimme, „ich möchte Sie sprechen.—— Ihnen habe ich schwere Abbitte zu leisten, Herr Lützel.“ Wolf zuckte förmlich zusammen. Er verstand sie nicht, aber dies Auge so voll Trauer und Seelenschmerz—— Er wollte ihr nacheilen, als sie ging; da winkte sie mit der Hand. „Ich glaube fast, daß Sie mir verzeihen dürfen nach dem, was ich gelitten.“ 5 Dann war er mit dem Freunde allein. Und ihm kam nicht in den Sinn zu fragen, wozu sie hier seien, obschon er es 5 kaum wußte. Nach einer Viertelstunde trat der Doktor wieder ein, gleich hinter ihm Sophie. Ob die Herren nicht etwas genießen wollten! 0 — ——— .* 15 10* J„** 1 1 N„ 8. 1 8 2 279. „J, weshalb nicht, schönes Kind? Ein Glas Wein, ein Butter- brod, haha! Habe seit ein Uhr heute Mittag gefastet und wäre wahrhaftig nicht abgeneigt, jetzt, wo Patientin schläft—— haha! Scheint ausgezeichnet zu gehen, meine Herren, abnorm günstiger Verlauf!“ Die beiden Freunde lehnten eine Erfrischung ab, doch Zange intervenirte.„Bringen Sie nur immerhin drei Gläser zu dem Wein, Sie, Kleine; die Herren besinnen sich wohl noch eines Besseren, und in Ermanglung des Hausherrn über— nehme ich die Honneurs, hahaha!“ Der Doktor schien für nöthig zu halten, sich zu diesem Be— bufe mit dem Rücken gegen den Ofen aufzupflanzen, die kurzen Beine ausgespreizt, die Hände behaglich unter den Rockschößen, und dort ein Liedchen vor sich hinzupfeifen. Dieses und sein kurzes Lachen brachte er in allen Lebenslagen zu Stande. Sophie Bretters kam bald richtig mit Wein und drei Cou— verts an, seufzte aber ein paarmal tief aus Herzensgrunde, während sie den Tisch arrangirte. 8 „Armes Kind! Das hat's ja auch wohl angegriffen,“ be— dauerte Doktor Zange. Erröthend antwortete die Kleine nur mit einem neuen Seufzer, wobei sie die Herren der Reihe nach fragend ansah. „Was auf dem Herzen, mein Püppchen?“ Zange war noch nicht alt genug, sich auf seine Menschen— kenntniß nichts einzubilden und schaute deshalb das kleine Ge— schöpf durch die dicken Gläser seiner Brille recht inquisitorisch an wie Jemand, der seiner Sache leidlich sicher ist. Sophie's Gesicht färbte sich, wenn's möglich war, noch ein bischen tiefer. „Ja, ich will damit'raus, mag Herr Lützel von mir denken, was—— Ich muß es ihm sagen.“ Wolf und Pförtner waren zugleich aufgesprungen, dieser noch lebhafter interessirt als jener. Das Mädchen aber warf einen Seitenblick auf den Doktor. „Ihnen allein,“ sagte sie schließlich leise zu Lützel. „Mein Freund darf's nicht mit anhören? Sie kennen ihn doch, den Apotheker—“ Mißtrauisch betrachtete sie auch diesen. „Wenn's nicht anders geht, in Gottes Namen. Aber—“ „Ich verstehe, den Doktor willst Du nicht dabei haben?“ rief Zange.„Warte Du!“ „Wenn Herr Lützel— und meinetwegen auch Herr Pförtner — auf ein Wort—“ Doktor Zange amüsirte sich, während sie mit den Beiden das Zimmer verließ. „Nette Heimlichkeiten das!“ drohte er hinter ihnen her.„Na, ich werde mich so lange mit der Flasche hier unterhalten, hahaha!“ Draußen im Hinterzimmer mußte Pförtner doch Sophie's Arm erst einmal kräftig schütteln, ehe sie mit ihrer Sache heraus— rückte. Dann aber machte das dämmerige Halbdunkel des Ge⸗ machs, welches nur durch ein kleines Fenster vom Korridor aus beleuchtet wurde, ihr Muth. d„Wollen Sie denn auch nicht glauben, Herr Lützel, und Sie, Herr Apotheker, ich redete nur aus Bosheit gegen den— Herrn Steinwald?“ Lützel sicherte ihr das zu. Auch sein Freund, obschon er ihre Worte gar nicht verstand. „Nur weiter, Sophie!“ „Also nicht meinetwegen spreche ich und nicht um ihm zu schaden, wenn ich auch schon längst nur aus Mitleid mit unserer Frau und dem Kinde im Dienst geblieben bin. Sie wissen das, Herr Lützel—“ Dieser nickte ernst. a „Und der Frau wegen muß ich auch reden. Ich weiß ja nicht, was d'raus werden mag, aber sicherlich nichts Böses für sie, und so konnte ich's nicht länger für mich behalten.“ Pförtner warf sich ungeduldig auf einen Stuhl. „Daß sie darunter leiden sollte, weil ihr Mann bei Anderen kein Glück hat, wo's doch schon traurig genug ist, daß er sie für nichts achtet und sie quält, wo er kann und mag— Herr, das durfte ich nicht ruhig mit ansehen. Und ich habe es auch nicht gethan. Ich bin vor ihn hingetreten und habe ihm gesagt, ein Lügner wäre er und— Herr, wenn Jemand seine Frau mißhandelt, da fällt auch wohl für die Dienstboten was mit ab. Hier!“ Sie zeigte an ihrem runden Ellenbogen eine frische Hautabschürfung.„So hat er mich in eine Ecke geschleudert, ich sollte mich um andere Sachen kümmern.“ Pförtner hielt nicht länger an sich. „Und was sagte Ihr Herr?“ „Zu der Frau? Schlimm genug war's wohl, und ein Mädchen sollt's eigentlich gar nicht nachsprechen. Aber die pure Wuth gab's ihm ja ein. Sie hatten heute Nachmittag Streit mit ihm gehabt?“ wandte Sophie sich an Lützel. „Wieso?“ „Nun, ich hätte auch nicht zu fragen brauchen, ich wußte es ja so schon, ich kenne ihn. Kaum waren Sie oben auf Ihrem Zimmer, da wollte er ordentlich wie wild aus dem Hause, daß er auf dem Flur gegen Fräulein Marie anrannte als wär's eine steinerne Säule, und die— sie steht ja nicht vom Besten mit dem Herrn, was auch seine Gründe hat—“ die Sprecherin schöpfte erst einmal kräftig Athem—„die hat sich denn seine Ungeschliffenheit verbeten, daß er wohl etwas wie eine Ent⸗ schuldigung stotterte. Gleich hinterdrein aber fing er in ganz anderem Tone an und sagte ihr dasselbe wie hernach unserer Frau, nur daß Fräulein Marie es besser vertrug und sich blos ein bischen stark verfärbte. Und dann ging er, und dann— Sie waren höchstens eine Stunde weg— da kam er und wurde gegen unsere Frau so laut, daß ich's hier unten hörte und nicht anders dachte, als es geschehe ein Unglück. Es geschah ja auch wirklich eines; er kannte nicht'mal so viel Respekt mehr, daß er schwieg, als ich heraufkam. Nein, da schlug er noch mehr Lärm und schimpfte auf das Gethue mit dem Kinde, wie er's nannte, und auf Sie—“ Das Mädchen machte eine Pause, während welcher man hätte eine Nadel können zu Boden fallen hören. „Und zuletzt kam's dann,“ fuhr sie langsam fort,„er sprach von einer Liebschaft, die sie mit Ihnen hätte. Das heißt, er sagte ihr das mit ganz anderen Worten, die ich nicht behalten habe, aber der Sinn war derselbe.“ Pförtner war längst aufgestanden. „Wolf! Dieser—“ „Still!“ Wolf legte die Hand auf den Arm seines Freundes, als gelte es, ihn vor einer Gewaltthat zu hüten. Und während dem brannte seine eigene Stirn, glühten seine Augen. „Du sprachest— Du meinst, Herr Steinwald habe dasselbe auch Fräulein Lützel gesagt?“ Sophie hob den Kopf ein wenig und nickte. „Nicht drei Schritt davon stand ich in der Küchenthür. Es würde ihm wohl erlaubt sein, einen Liebhaber seiner Frau aus dem Hause zu weisen. Ob er aber damit gerade das rechte Mittel angewandt hat, sich dem Fräulein angenehm zu machen, ist am Ende die Frage; denn unsereins kriegt mit der Zeit auch ein Auge für solche Geschichten, und ich weiß nur, daß Fräulein Marie ordentlich vor ihm floh, wenn's ging.“ (Schluß folgt.) Jose Blätter. Die Entstehung des Zapfenstreiches. Allgemein bekannt ist der bei militai⸗ rischen Festlichkeiten übliche Zapfenstreich, weniger aber seine Herkunft. Er stammt aus dem dreißigjährigen Kriege und wurde bei Wallenstein's Truppen in Anwendung gebracht. Zu einer bestimmten Stunde wurde ein Signal gegeben, nach welcher kein Marketender mehr Getränke aus⸗ schenken durfte, sondern den Zapfen des Fasses verschließen oder streichen mußte. Es war dies das einzige Mittel, um die damals noch sehr un⸗ disziplinirten Mannschaften zum Schlafengehen zu bewegen. Da ein Musikerkorps mit seinen Instrumenten unter Umzug durch das Lager erwähntes Signal gab, so blieb dieses unter obigem Namen bis heute bekannt. M. I—I. Der italienische Abbé Bastiani,, ein sehr witziger Mann, wurde einst scherzweise von Friedrich dem Großen gefragt, wer der Papst sei.„Er ist das in pontificalibus,“ entgegnete er,„was Ew. Majestät im Soldaten⸗ rocke sind.“„Nun, wie werdet Ihr mich aufnehmen, Bastiani,“ fragte Friedrich weiter,„wenn ich nach Rom komme, Ihr Papst geworden seid, und ich schuldigermaßen Ew. Heiligkeit meine Huldigungen darbringe; denn daß Ihr die päpstliche Krone erlangen müßt, daran ist bei Euerm erbaulichen Lebenswandel und Eurer fleckenlosen Frömmigkeit kein Zweifel?“ „Ich würde sogleich Befehl geben, den schwarzen Adler ungehindert passiren zu lassen,“ antwortete der Abbé,„er decke mich mit seinen Flügeln, ver⸗ schone mich aber mit seinem Schnabel.“ M. EI 3 280.. Nagisches Quadrat. Aus folgenden Buchstaben: a E 7 0 7 1 — 8 E 38 8E . — —. — 8 8 sind fünf Worte zu bilden und so zu ordnen, daß dieselben von oben nach unten und von links nach rechts gelesen, in den korrespondirenden Reihen gleiche Worte ergeben. Die fünf Reihen nennen: 1. Einen Komponisten. 2. Einen Nebenfluß der Donau. 3. Sohn einer großen Völkerfamilie. 4. Einen Flecken in der preußischen Provinz Hannover. 5. Einen Fluß in England. Zweisilbige Charade. Mein Erstes wird geliebt an Pferden Doch nicht an unserm Angesicht, Allein noch 3 5 70 Ding auf Erden Trägt man an sich. Ich fehle nicht, Wo Mode herrscht, wo Kaffee fließet, Und wo es Honigkuchen giebt. Ich bin ein Ding, das man bald liebt, Und das uns wieder auch verdrießet, Doch willst du dir Verdruß ersparen, So brauche nur mein Zweites oft, Und besser wirst du dabei fahren, Als selber du vielleicht gehofft, Brauch' mich nur stets zu rechter Zeit, Gewiß, du meidest Zank und Streit— Mein Ganzes ist ein kleines Land, Das Jedem von uns wohlbekannt. Aritbhmogriph. Aus folgenden Ziffern sind sechszehn Worte zu bilden, deren An— fangsbuchstaben von oben nach unten, und deren Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort ergeben. 123 3 4 5 6 78 5.— Einen verstorb. engl. Feldherrn u. Staatsmann. 29 5 2 10 7 4 5 2.— Einen weiblichen Vornamen. 9 2 11 129 13 5 14 7.— Den Namen eines berühmten Malers. 15 2 16 17 4 10.— Berühmten 1 Maler. 16 9 12 5 4 10 4.— Stadt in Rußland am Kur. 18 429 1 13 3 14 10 7 19 7 7 2 9 10 2. 2.— Schweizer See. 4 10 20 21 3.— Badeort Oberösterreichs. 2 10 10 4 6.— Flüssige Säure. 3 2 18 4.— Name aus der Bibel. 12 22 9 8 5.— Großen englischen Dichter. 2 5 7 2.— Einen Schwimmvogel. 14 2 5 23 8 1.— Stadt in Rußland. 2 14 11 16 5 14.— Männlichen Vornamen. 5 2 23 7 13 9.— Göttertrank der Griechen. 23 2 11 4.— Fluß in Finnland. 7 9 2 24 7 8 1.— Eine Stadt in Pommern. 8 des Logogriphs in voriger Nummer: Marmor— Amor;— des Silben-Räthsels: 1. Wettersee. 2. Ananas. 3. Sonett. 4. De⸗ borah. 5. Ilmenau. 6. Emmen. 7. Richard. 8. Elsa. 9. Griseldis. 10. Istib. 11. Ephen. 12. Roulette. 13. Uranus. 14. Nuntius. 15. Geige. 16. Essen. 17. Nordholland. 18. Trapani. 19. Harfe. 20. Octav. 21. Eskimo. 22. Ranke. 23. Isel. 24. Cook. 25. Heine. 26. Tiger. Was die Regierungen Thoerichtes thun, das bueßen die Endspielstudie von J. Berger in Graz. Schwarz. Weiß. Schwarz zieht an und gewinnt. Problem Ur. 524 von Dr. Wehrmeister in Marklissa. Schwarz. . , Weiß. Weiß setzt mit dem vierten Zuge Matt. Problem Ur. 525 von Dr. A. Bayersdorfer in München. (Aus den„Münchener Neuesten Nachrichten.“) Schwarz. 1 2 2 2. D Da 1 eiß. Weiß setzt mit dem vierten Zuge Matt. Partiestellung nach dem 16. Inge. in 9 Handbuch em ndbuche erörtertes Endspiel, in welchem verbundene Bauern den Gewinn Thurm e Es giebt einen Weg, welcher hier an's Ziel 17 Ein besonderes Interesse dietet auch Gegen · spiel. durch welches Weiß einige andere schein⸗ bar stärkere Lösungversuche zu widerlegen n In dem folgenden Diagramm wiederholen wir die in voriger Nummer in Lettern mitgetbeilte verbesserte Fassung des den Herren stobtz und Kockelkorn widmeten Vierzügers. für dessen Lösung die sonst übliche Frist um zwei Wochen ver⸗ wingen. nur Verfasser in der unter Nr. 500 in diesem Blatte veröffentlichten Romposition in vor⸗ züglicher Weise zum Ausdruck gebracht. Wie die frühere Ausarbeitung durch ein um⸗ fangreiches Variantenspiel so ist die neue Auf⸗ gabe durch etwas größere Einfachheit der Stel⸗ lung und ein neues Seitenspiel ausgezeichnet. partie Ar. 20. gespielt in dem Handicap Turnser in Simp⸗ sons Divan. Züge mit den Anmerkungen von Steinitz nach der Frankfurter Schachzeitung. Weiß: J. Mason. Schwarz: J. H. Zukertort. 1) e2—e4 7 e5 2) 821-3 Sbs es 3) LfI— e LfS eõ 4) 8b eg 89816 5) d2—d3 d7- ds 6) Lel eg Le5 bg 7) d1—d2 Sc e 8) Sc3—e2 7-c 9) Leb bi-h6)) 10) Se2—3 6 4. 11) da- da 7-6 12) 0—0—0 DdsS—-e7 13) dad eß: d6 eb: 14) hꝛ-h4 2) 25—g4 15) 8S3—g1 6-5 16) Leg-g5 8g6-f.) 17) 8g1—e29 8f4— e2: 18) 5d2—e2: Les- d7⸗) 19) 1JdI—d7 6) Kes— 7: 20) 151-417 Kd 7-es 21) 823-5 De- ds 22) TdI ddr J b6- ds: 23) Stö- des KesS-e7 24) 8d6—fꝛ7: aufgegeben. 1) Dieser Zug und der folgende. die bäufig in solchen Fröffnungen von Zuler⸗ tort angewendet wurden, sind in den melsten Fällen zu tadeln. 2 Ein ausgezeichneter Zug, der die kurze Rochade verhindert und die Bauern auf dem Könfasflügel schwächt. 3) Daß Weiß das bierdurch angebotene Bauernopfer nicht annimmt, ist der beste I daß dies für Er Fortsetzung ist. Wenn statt dessen* 1% so folgt 17) Leg, Det 18 Lc. 5 10) Pdf N= 20 D und Weit ien ee 4) Besser als 17 Lia ef 2 1.7 10 Deg Leg 20% f ic. mit einem Spfel für Schwarz., das sich gut ver theldigen lä. 5) Die schwarze Partie stand jedenfalls nicht sehr gut; dieser Zug aber— dem Anziebenden Gelegenbeik zu einer glänzenden und enischeidenden Kombination 6) Sehr gut gespielt; der Gewinn ist jetzt erywungen.(„Noten nach dem lter national-Chess-Maguine.“) Aus der Schachwell. „Der Fübrer durch die Scacz⸗ theorie“ von O Cordel, eine ausführliche Tabelle der 1 auf Grund- lage neuester Forschung ist nunwehr voll⸗ endet und im Buchhandel zu dezleben. Der Preis des im Irre von Jul iu: elter;— des Rösselsprungs: Springer in Berlin eschsenenen 22 Vo 5 8 sselsp Nied— Bogen 1 in elegantem Einband 1 ist neun ark. Hirt. Das Dandicapturnier des britischen 2 8* Schachtlubs ist gegen Mitte Jull zum Ab- Ihr Matten, lebt wohl, schluß gelangt Den ersten und—.— Ihr sonnigen Weiden! Preis von 12 N 4— Der Senne muß scheiden, n Snüen Der Sommer ist hin. dritten und vierten beilten 1 und Vir fahren zu Berg, wir kommen wieder,„ n— ir Frühling ruft, wenn erwachen die Lieder, Schachassociation it Kaplan Magen ie lit Blumen die Erde sich kleidet neu, mit 5 Points). ihm zunächst folgen N Its ie Brünnlein fließen im lieblichen Mai. und I Aker ee e Matten, lebt wohl, Schachklub“ in in London ay Rand) r sonnigen Weiden, ein neuer Schachklub in Leben garulen er Senne muß scheiden,——— alan 2 Der Sommer ist hin. Schiller.(„Chess-Monthly.“) —— gegen den Druc und Verlag der„Boltz Zeitung“, Akt.-Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Berantwortlicher Redakteur: R. Elch o in Berlin, Lützowstr. 105. 4 4 4 7 3 1 —