1 Am nächsten Tage begab sich Ludwig in der That nach Mirewicz' Wohnung. Dort theilte ihm das Dienstmädchen mit, daß der Herr ausgegangen sei. Ozymski wollte bereits den GHHeimweg antreten. Kaum hatte jedoch Paula seine Stimme erkannt, als sie eiligst aus ihren Gemächern kam und den lang vermißten Freund herzlich willkommen hieß. Ludwig Ozymski wurde sichtbar verlegen. Sie gingen in das Wohnzimmer und setzten sich. Warum sind Sie so lange uns fern geblieben?“ rief Paula. „Und wie haben Sie sich verändert, mein Herr!“ „Mein Fräulein, Sie sehen heute ebenfalls so traurig und— so bleich aus.“ Ich hatte gestern großen Aerger.“ Mit verschleierter Stimme erzählte sie ihm die Veranlassung und den Hergang des gestrigen Streites mit Johann. „„Seit einiger Zeit hat er sich verändert und ist ein Pedant geworden,“ klagte sie,„und er scheint sich zu einem Tyrannen ausbilden zu wollen. Freilich haben ja die Frauen nichts Anderes zu erwarten, als von den Herren tyrannisirt zu werden.“ Sie sprach noch lange Zeit über dieses Thema, allein Ludwig var gegen all' ihren Zauber gefeit, erhob sich rasch, und indem er eine ungeduldige Bewegung mit der Hand machte, sagte er: Johann ist weder ein Pedant, noch ein Tyrann, er ist der beste NMensch von der Welt. Seine Unzufriedenheit und seine häufige BVerstimmung haben vielleicht einen andern Grund, eine andere Geranlassung.“ Gern stimmte Paula in das Lob des jungen Mannes ein, soch fügte sie hinzu, daß sie niemals sich dazu verstehen würde, cgend einem Zwange sich zu unterwerfen und drückende Fesseln zu bagen, wie Mirewicz solches verlange. „O Herr Ludwig, wenn Sie an Johann's Stelle wären,“ if sie aus,„dann würden Sie gewiß anders handeln! Ich bin überzeugt, Sie würden solche Forderungen nicht stellen.“ siese Worte berührten, welchen Sturm sie in seinem Herzen leraufbeschworen! Er kam sich vor wie eine Taube, welche in ke Krallen des Habichts gerathen ist. Er warf einen scheuen Flick nach ihr hin, aber er beherrschte sich und schwieg. Er llickte zur Decke empor, dann schaute er ringsum, sah auch die arte Hand in den Falten des schwarzen Kleides, aber er ergriff keselbe nicht, sondern nahm seinen Hut, welcher auf dem Tische g, und sprang mit finster zusammengezogenen Augenbrauen om Sessel auf. „Ich bedauere, Sie schon verlassen zu müssen,“ sagte er mit gedämpfter Stimme. N zu den Oberhessischen Nachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Gießen, den 25. November. Wenn er an Johann's Stelle wäre! Wie eigenthümlich ihn Seifenblasen. Erzählung von Eliza Orzeszko. Deutsch von Johanna Ruhe. (Schluß.) In diesem Augenblicke hörte man an der Thür läuten, im Vorzimmer vernahm man zwei Männerstimmen, und bald darauf trat Mirewicz mit einem fremden jungen Herrn ein. Der junge Mann konnte höchstens zwanzig bis dreiundzwanzig Jahre zählen, war groß und schlank, hatte blondes Haar und ein hübsches, frisches Gesicht und trug elegante Kleider, mattlilafarbige Glace— handschuhe. „Herr Julian Krzycki— Herr Ludwig Ozymski,“ stellte der Hausherr die beiden jungen Leute einander vor. Paula erhob sich langsam vom Sopha und stand bald in ihrer ganzen Schönheit vor dem Fremden da. „Ihr Name ist mir nicht unbekannt, mein Herr,“ begann sie. Der Edelhof des Herrn Krzycki lag nahe bei meinem väterlichen Gute, und ich erinnere mich noch recht gut, daß ich in meiner Kindheit in dem schönen Parke oft gespielt habe.“ „Ich bin der jetzige Besitzer von Krzywina, welches Ihnen früher so gut gefallen hat, gnädiges Fräulein,“ entgegnete der junge Mann mit französischem Accent. Er legte seinen Hut neben den Stuhl auf die Erde, was hinlänglich bewies, in welch' eleganter Schule er gewesen war. Sein blasses Gesicht schien sich rosig zu färben, und seine Augen ruhten fortwährend auf Paula's schöner Gestalt. Die Unter⸗ haltung drehte sich um Allgemeines. „Sind Sie schon lange in Ongrod, gnädiges Fräulein?“ fragte der junge Mann.„Ich bin sehr selten hier gewesen, und seit einem Jahre komme ich heute zum ersten Male wieder hierher. La petite ville ne semble pas avoir rien de très attrayant.“ „Si!“ rief Paula und fing an in französischer Sprache Ongrod zu schildern. Schließlich schien der junge Mann seine Mission, die ihn nach Ongrod geführt, ganz vergessen zu haben. Mire⸗ wicz jedoch sprach gerade zu seinem Freunde Ozymski davon, als sie sich in den kleinen Salon begaben. „Arme Paula, ihre Mutter fühlt sich sehr schwach,“ sagte er,„und sie hat Herrn Krzycki gebeten, ihre Tochter in jedem Falle mitzubringen. Sie wird sich grämen, daß sie so schnell abreisen muß.“ Ludwig wurde infolge dieser Nachricht sehr traurig. „Wer ist denn dieser Herr Krzycki?“ fragte er. „Nun, er ist ein selbstständiger und reicher junger Mann. Seine Eltern starben früh, und seit seinem zwanzigsten Jahre lebt er auf seinem Gute und tritt sehr nobel auf.“ „Und in welchem Verhältniß steht er zu ihrer Mutter?“ „Paula's Vater war sein Güterdirektor, und ihre Mutter lebt jetzt auf einem Vorwerk und steht gewissermaßen dem Haus⸗ halte des jungen Julian vor.“ 2 2 8 rr Der junge Julian nahm unterdessen aus seiner Brieftasche ein Schreiben und überreichte dasselbe Paula. Voici la commission dont m'a chargée pour vous votre digne mère.“ Me permettez-vous?“ Er verneigte sich artig. Paula erbrach den Brief, doch kaum hatte sie denselben gelesen, da füllten sich ihre Augen mit Thränen. „Jas, Jas— pardon, Monsieur, aber er ist mein einziger Verwandter und hat mir viel Gutes gethan,“ sagte sie,„Jas, meine Mama ist wieder schlimmer geworden! O Gott, mein Gott.“ Zum Glück bekam sie keine Krämpfe; sie weinte herzlich und aufrichtig und eilte dann in ihren Alkoven. Krzycki, Mirewicz und Ozymski gingen tief ergriffen in den kleinen Salon. Dem jungen Manne gefiel die Anhänglichkeit Paula's an ihre Mutter ungemein; überhaupt gefiel sie ihm in ihrer Traurigkeit besser, als in ihrer Fröhlichkeit. „Dites done, Ihre Kousine muß noch sehr jung sein, ich stellte sie mir älter vor. Sie ist sehr hübsch und sehr liebens⸗ würdig, und ich wäre sehr glücklich, wenn ich sie mit meinem Gefährt zur Heimfahrt abholen dürfte. Ich habe aus diesem Grunde cuch einen Verdeckschlitten gewählt.“ Im Alkoven vernahm man noch immer heftiges Schluchzen. Julian schien bewegt und wollte sich empfehlen. „Bleiben Sie doch unser Gast,“ bat Mirewicz verbindlich. „Meine Kousine wird sich bald beruhigen, und sie wird sich ge— gewiß freuen, ihren Reisegefährten näher kennen zu lernen.“ Krzycki konnte diese Einladung nicht ablehnen, und man merkte es ihm deutlich an, welche Freude ihm dieselbe bereitete. Es begann zu dunkeln, als Paula den Alkoven verließ. Der junge Mann blieb den ganzen Abend bei seinen neuen Bekannten. Die Stunden vergingen Paula wie im Fluge. Hin und wieder huschte wohl ein trauriger Zug über ihr Gesicht, aber Krzycki versuchte sie zu beruhigen, indem er versicherte, daß ihre Mutter kein ausgesprochenes Leiden habe, sondern sie sehne sich nur in⸗ folge ihres Asthma's und ihrer zeitweiligen Anfälle nach ihrer Tochter. „Si s'étais à la place de votre digne mere, so würde ich Sie keinen Augenblick mehr fortlassen.“ Nach einem angenehm verlebten Abend verabschiedete sich Krzycki und erbat sich nochmals die Ehre, Paula am nächsten Morgen abholen zu dürfen. Am anderen Tage wurde in aller Frühe in Paula's Zimmer ein wehmüthiger Abschied genommen. Die Trennungsstunde rief wieder die Erinnerung an alle glücklichen Augenblicke wach, die sie zusammen verlebt hatten. Paula versicherte, die Trennung sollte nicht lange dauern, da sie bald zurückkehren werde; sollte sich ihre Anwesenheit bei der Mutter in die Länge ziehen, so müsse Mirewicz sie besuchen. „Komm, Jas, komm bestimmt, denn ohne Dich könnte ich nicht mehr leben... O diese schönen Stunden müssen noch ein⸗ mal wiederkehren! Schreibe mir oft... vergiß mich nicht... jede Woche sollst Du mir zweimal schreiben, nein, täglich wirst Du es thun.. Ich will Dir jeden zweiten Tag schreiben, Theuerster.“ Von Ozymski, der ebenfalls erschienen war, verabschiedete sie sich wie eine leibliche Schwester, als Herr Krzycki mit seinem eleganten Gefährt vor dem Hause hielt. Der junge Mann sah im Morgenlichte noch jugendlicher aus als früher, ein reines Kind. Höflich sprang er vom Schlitten und reichte seiner Reise⸗ gefährtin entblößten Hauptes die Hand, und als Paula noch- mals von ihrem Vetter Abschied nahm, schaute er wirklich trüb⸗ selig und unglücklich darein. Noch ein letzter Händedruck, und der Schlitten, mit vier grauen Pferden bespannt, fuhr von dannen und entschwand bald den Blicken der Leute, die sich neugierig um die Gruppe geschart hatten. So entschwand sie. Alle acht Tage fragte Ozymski seinen Freund: „Hast Du einen Brief von ihr erhalten?“ In den ersten Wochen erwiderte er immer:„Gestern erhielt ich einen Brief.“ Oder er sagte:„Heute bekam ich einige Zeilen.“ In der dritten Woche antwortete er:„Seit acht Tagen hat sie nicht mehr geschrieben.“ Mirewicz war trauriger denn je gestimmt, und eine große Veränderung ging mit ihm vor. Es fiel zuletzt sogar seinen Bekannten auf, die sich gegenseitig fragten: Was ist denn pa Hat er die Auszehrung bekommen? Die Auszehrung hatte zwar nicht, aber es nagte ein Wurm an seinem Gewissen. er seiner Wohnung zuschritt, schlug er sich manchmal vor die und rief:„Das ist aber jetzt eine Lage— weder rechts links!“ Ozymski besuchte ihn täglich, allein statt zu lesen un disputiren wie früher, saßen sie schweigend und unbeweglich ander gegenüber, und tiefe Grabesruhe herrschte ringsum. Eit erhob Mirewicz seine Augen und sagte:„Weißt Du, wenn so weiter geht, verliere ich noch meine Klienten. Ich habe Interesse verloren, und ich habe zu nichts mehr Lust.“ Ozymski entgegnete nichts; erst nach einer Viertels antwortete er:„Mir geht es gerade so. Ich danke Gott, der Tag vorüber ist, und ich mein Bureau verlassen kann. Wiederum ließen beide die Köpfe sinken und schwiegen. einer Weile rief Ludwig: 0 35 „Wie erareifend ist doch der Einfluß eines Weibes!““ Gegen Ende der fünften Woche fragte Ludwig abermals: „Hast Du einen Brief?“ 3 Sie befanden sich gerade auf der Straße vor dem Hause des alten Skiwski, welches mit den erblindeten Fenstern und den davorstehenden entlaubten Bäumen gar trübe ausschaute. „Einen Brief?“ fragte zerstreut Mirewicz.„Ach so, ja wohl, ich habe heute Morgen einen Brief bekommen.“ 115 „Aber erbarme Dich, warum sagst Du mir das nicht sofort Was schreibt sie denn?“ 8 „Nun, was denn? Immer dasselbe... sie hat viel Arbeit, Jancia ist gesund, denkt viel an mich und hat alles, was sie braucht.“ 13 „Johann, von wem sprichst Du denn da? Von Deiner Frau?“ „Natürlich, von wem denn sonst?“ 1 „Ich fragte Dich aber nach einem Briefe von Paula?“ Mirewicz zog die Stirn in Falten. „Ach, von Paula.. von ihr habe ich keinen Brief, seit Wochen bin ich ohne jede Nachricht von ihr!“ „Wie geht das zu? Und wie vermagst Du das nur z tragen? Ich würde zu ihr eilen.“ Mirewicz wehrte mit der Hand ab.„Als wenn es sich so eilte,“ sagte er. Mirewicz warf, während er sprach, verstohlene Blicke dem Hause des alten Skiwski hinüber und seufzte tief. nach Hause kam, lag ein Brief auf seinem Schreibtische. erkannte Paula's Handschrift; nachdem sie drei Wochen geschw hatte, ließ sie wieder etwas von sich hören. Als er das Couver abriß, war er sichtbar erregt; die Hände zitterten ihm. E faltete das Schreiben auseinander, Freude, Aerger und Schmer wechselten in seinem Gesichte, während er las, doch als er dam zu Ende war, lachte er laut auf und versank dann in ein tiefe Nachdenken. Plötzlich raffte er sich auf, befahl dem Dienstmädchen, ihm die Reisetasche zu bringen und packte in aller Hast in selbe alle seine lieben Andenken ein. Er sah auf die Uhr, sich noch mehr, nahm seinen Hut und seinen Ueberzieher stürzte hinaus. In diesem Augenblicke trat Ozymski in das zimmer.„Wohin willst Du reisen?“ 3 „Nach Onwil zu meiner Gattin und meinem Kinde,“ enk gegnete Mirewicz leuchtenden Blickes. „Und... und... sie?“ Statt jeder Antwort überreichte er dem Freunde Paula's Derselbe lautete: „Theurer Jas, tout passe, tout casse, tout lasse. fühle, daß die Zeit der Kämpfe mich sehr ermüdet hat, und ich endlich eine Oase suchen muß, auf welche mein theurer mich führen will. Seit acht Tagen bin ich die Braut des Mannes, in welchem ich alle jemals erträumten Eigensch vereinigt gefunden habe. Ich weiß nicht, Jas, wie Du mich urtheilen wirst, allein ich kann nicht anders handeln. A ich von Julian's Lippen zum ersten Mal die Worte„Ich liel Dich“ vernahm, machten dieselben einen gewaltigen Eindruck mich. Meine Mutter ist vor Freude gesund geworden; sie bei uns wohnen, und wir werden sie für all' die vertran AE ²ouununn«isʒßzß½½ß ̃:., ᷑;. ——— Jahre durch unsere Liebe zu entschädigen suchen. Julian ist reich, und kann all' meine Wünsche erfüllen. Glaube al 2379. f cht daß ich jetzt, wo ich im Reichthum schwelge, mein hohes Ziel aus den Augen verlieren werde. Ich will mich der arbeitenden Klasse annehmen und deren Geschick nach Kräften zu erleichtern suchen, und ich hoffe, auf diese Weise viel Gutes zu stiften. Zunächst werde ich die Wirthschaft erlernen, was wohl für eine Gutsherrin von größter Wichtigkeit sein dürfte. Nächsten Winter wollen wir übrigens nach Warschau reisen, wo ich mich mit Hilfe der bedeutendsten Lehrer noch in der Musik zu vervollkommnen beabsichtige. Weißt Du, Julian verwirft keineswegs meine literarische Thätigkeit! Meine Erzählung„Die Amerikanerin in Europa“ hat einen großen Eindruck auf ihn gemacht, und die französischen Verse, welche, wie Du Dich vielleicht erinnerst, mit „les yeux de demon, o paradis d'amour“ anfangen, kann er schon auswendig. Vielleicht wird durch näheren Umgang mit Schriftstellern und Gelehrten auch in mir das heilige Feuer an⸗ gefacht, wie seiner Zeit in einer George Sand und einer Eliot, Frauen, vor deren Größe man sich beugen muß. Sieh, Jas, eine so weite Perspektive hat sich vor mir geöffnet, und kraft Deiner großen Begabung und Deines reichen Wissens wirst Du wohl einsehen, daß ich davon mich nicht loszureißen vermochte. Julian ist ganz begeistert für meine Pläne, und er gesteht mir, daß ich zuerst das Verständniß für alles Edle und Erhabene in ihm geweckt habe. Er ist ein durchaus edler Charakter und be⸗ durfte nur der Anregung. Ach Jas, wenn Du sehen würdest, wie poetisch und liebeglühend er ist! Er ist wirklich durchdrungen von jener Liebe, welche alles versteht und alles verzeiht. Ich habe ihn auch nicht betrogen, o nein, Offenheit und Wahrheits— liebe bleiben die Grundzüge meines Charakters. Ich habe ihm alles erzählt... was war... und was jetzt ist... und auch von meiner Regina Victoria. Mein Vertrauen riß ihn zu großer Bewunderung hin. Während er mich anhörte, arbeitete seine Brust hastig; denn er ist noch nicht so weit emancipirt, um alles begreiflich zu finden. Doch die unendliche Liebe zu mir half ihm schließlich über alles hinweg. Als er sah, wie ich weinte, elend und bleich wurde, da fiel er vor mir auf die Kniee und sprach die mir unvergeßlich bleibenden Worte:„L'amour C'est une autre innocence.“ Mit einem Worte, Jas, ich bin so glücklich, wie ich noch niemals in meinem Leben war. Nach einigen Wochen findet unsere Trauung in der kleinen Dorfkirche statt, in welcher Julian's Vorfahren sämmtlich getraut wurden, die Vorfahren, deren Portraits im großen Ahnensaale hängen, und die heute schon auf mich herabschauen als auf die dem⸗ nächstige Frau Krzywina, vor welcher alle ihr Haupt neigen werden. Jetzt, mein lieber Jas, segne und grüße ich Dich und bitte Dich herzlich, gieb Dich dem Schmerze nicht zu sehr hin, deshalb weil wir uns trennen müssen. Der Mensch soll nie— mals verzweifeln. Viel Kummer und Elend bahnen den Menschen den Weg zum Glücke. Möge Deine Liebe zu mir in eine süße Erinnerung sich verwandeln. Später, später... wenn Deine Thränen versiegen, und das Feuer erlischt, dann komme nach Krzywina. Ich werde Dich empfangen, wie eine Schwester den liebsten Bruder empfängt. Einstweilen schicke mir nur meine Bibliothek und den Rest meiner Garderobe, welche dort zurück— blieb. Mama ist, Gott sei Dank, wieder gesund. Sobald ich Julian's Gattin bin, werde ich meine Schuld bei Dir abtragen. Freund und Bruder, bleibe gesund und glücklich! P. S. Grüße, bitte, Herrn Ludwig recht schön! Der versteht mich; er ist eine reich angelegte Natur! In diesem Freunde, mein Jas, besitzest Du einen wahren Schatz.“ „Schatz,“ wiederholte der junge Mann mit blassen, bebenden Lippen, während er Mirewicz den Brief zurückstellte.„Aber wie iist mir?“ fuhr er fort.„Was ist denn eigentlich geschehen?“ 1 Mirewicz murmelte etwas durch die zusammengepreßten Zähne. es ist ihr gelungen,“ antwortete er,„sie hat— sie hat — Einen gefangen!“ 11 N Automaten gleich bewegte Ozymski den Kopf, dann flagte er: „Sie, sie, ist sie denn im Stande, Jemand zu fangen?“ „Nein, aber er selbst.“ „Fing sie?“ „Es scheint so.“ And wiederum blickten sie sich schweigend an. Ludwig fand zuerst Worte. „Und— und— und— das Studium der Medizin?“ „Die Pionierin?“ sagte Mirewicz wie ein Echo. „Die hohen Ziele—“ „Der Unterricht, die Autorschaft.“ „Lassalle, Schulze⸗Delitzsch, Marx—“ „Die große, zu Grabe getragene Eigenliebe—“ „Ha, ha, ha, ha, ha!“ Es war ein Gelächter, welches mehrere Minuten anhielt und sich bereits lange schon in der Kehle des Herrn Mirewicz an⸗ gesammelt hatte. Es leuchtete so eigenthümlich in seinen Augen, und das Lachen klang wie das eines Wahnsinnigen. Mit sicht⸗ barer Unzufriedenheit betrachtete Ozymski seinen Freund, er konnte ihn nicht sogleich verstehen und begreifen. Endlich spielte auch in seinen dunklen Augen ein unheimliches Feuer, und auch er lachte lange und unsinnig. „O diese unbegreifliche, monumentale, kolossale Dummheit!“ tönte es durch das schallende Gelächter hindurch.„Ha, ha, ha, Ludwig, nimm Dich doch, ich bitte Dich, ha, ha, ha, der Ver— packung ihrer Bibliothek— ha, ha, ha— und ihrer Garderobe — ha, ha, ha— an, und ich reise, ich eile, leiste Abbitte und bringe sie her— ha, ha, ha! Es ist wirklich toll— ha, ha, ha, ha, ha— vielleicht könntest Du die Möbel in ihrem Zimmer verkaufen und damit einen Theil der Schuld bei Chacki decken— ha, ha, ha, die kolossale Dummheit, sich in Schulden zu stürzen, die eigene Frau zu vernachlässigen, um ihretwillen, ha, ha, ha. So lachte Mirewicz, als er sich in eine Droschke warf, und er lachte noch, als er bereits im Coupé saß; damit ihn jedoch die Leute nicht beobachten konnten, hatte er seinen Pelzkragen in die Höhe geschlagen. So lachte auch Ozymski, als er mit Hilfe des Dienstmädchens Paula's Sachen einpackte, und als er nach Hause ging, lachte er weiter. Und da er Abends, er, der sonst so brave Sohn, vor seiner Mutter knieete, ihre Hand küßte und alles erzählte, da lachte auch die alte Frau Ozymska, weil ihr Töchterchen nach Hause zurückkehren konnte und Ludwig wie zuvor ein fleißiger Beamter wurde. Auch über das blasse Gesicht Josepha's huschte ein freudiges Lächeln, als Mirewicz in raschem Tempo auf ihre Wohnung zuschritt und scheu und ver⸗ legen, um Verzeihung bittend, vor Anna stand. Auch Frau Ignaz lachte, bis ihr die Thränen über die Wangen rollten; als sie von Josepha den ganzen Hergang erfahren, hatte sie immer ein solches Ende prophezeit. Es lachten auch die beiden Schülerinnen herzlich und vergaßen vor Freude fast ihr Latein. Es lachte mit ihrem filberhellen Stimmchen die kleine Jancia, die sich zärtlich um den Hals ihres Vaters klammerte. Mit Freudenthränen in den Augen lachte endlich auch Anna, da sie in ihr verlassenes Königreich zurückkehrte, und als Mirewicz all' seine Verblendung und all' seine Thorheit ihr offen und reuig gestand, da umfing sie ihn liebend mit beiden Armen und flüsterte voll namenloser Seligkeit: „Wir sind noch Beide jung, und Jancia ist klein, langsam, langsam werden wir so viel verdienen, sparen— und vergessen.“ Ein gefährliches Inkognito. Novelle von Hjalmar Hjörth Boyesen. Deutsch von Arthur Noehl. I. Rache! Wie grausam dies Wort klingt! Allein die Rache, die Ewald Nordahl plante, sollte keine grausame sein. Nicht Aug um Auge, nicht Zahn um Zahn wollte er Vergeltung üben, nein er wollte es nur einfach der Vaterstadt und vor allem darinnen dem Vater beweisen, daß er besser war als sein Ruf. Am liebsten hätte er triumphirend an der Spitze einer stegreichen Armee seinen Einzug in den Heimathort halten und den Vater standrechtlich verurtheilt sehen mögen, um ihn begnadigen zu können. Doch da er die Sache in so großem Stile nicht ausführen konnte, so entschloß er sich zu einer bescheideneren Revanche. Und diese bestand darin, inkognito daheim zu landen, den großen Herrn in der Vaterstadt zu spielen, mit vollen Händen Geld auszugeben, und sich dann, wenn er den ganzen Ort aufrührerisch gemacht, entpuppen. Vielleicht ohne es zu wissen, hatte er diesen ha losen Anschlag aus der Bibel entnommen. Die Geschichte 2 S— — Josephs Leben, wie er als Statthalter von Egypten zu den geängstigten Israeliten sagt:„Ich bin Euer Bruder Joseph,“ hatte stets einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht. Während langer, schwerer, mühevoller Jahre hatte Ewald Nordahl sich auf diese Rache gefreut; und wenn ihm auch dann und wann sein Plan etwas kindisch und„furchtbar romantisch“ vorkam, so hatte er ihn doch mit der Zeit so liebgewonnen, daß er es nicht über die Seele brachte, ihn aufzugeben. Der Gedanke an das böse Unrecht, das ihm zugefügt worden war, trieb ihm noch jetzt, nachdem fünfzehn Jahre darüber hinweggegangen waren, das Blut schneller durch die Adern. Was ihm den Schlag doppelt schwer zu tragen machte, war die große Liebe, mit der er von jeher an seinem Vater gehangen— ja, und trotzdem und alledem auch noch hing. Daß er der Sohn eines unerschröckenen See— mannes war, dem sein Muth und seine Nächstenliebe auf hoher See Medaillen über Medaillen von allen Regierungen der Welt eingetragen, das war stets sein Stolz und seine Genugthuung gewesen. Mit einem En— thusiasmus, wie ihn die Jugend nur kennt, hatte er stets zu dem Kapitän aufgeblickt. Eine treue Ka— meradschaft hatte zwischen ihnen beiden bestanden; der eine war des anderen herz— lichster Bewunderer ge— wesen. Und nun dieser Schlag, diese Kränkung, die ihn grade von diesem heißgeliebten Mann treffen mußte— das war mehr, als auch das zäheste Herz zu erxtragen vermochte. Ewald war anfangs ver— nichtet und wäre ohne den Ehrgeiz, den er besaß, sich vor der Welt zu rehabiliti— ren, unter dem nieder— schmetternden Schlag wohl auch untergegangen. Um eine lange Geschichte kurz zu machen, muß der Leser erfahren, daß Kapitän Nordahl fünf oder sechs Jahre Wittwer gewesen, als er den Plan faßte, sich eine zweite Frau zu nehmen. Er war damals ein Mann in seinen besten Jahren und überdies in guter pekuniärer Lage, so daß absolut kein Grund vorlag, warum er sich nicht wieder verheirathen sollte. Seine zweite Frau war jung und hübsch und schenkte ihm in rascher Folge ein halbes Dutzend Töchter. Mit Ewald jedoch stand sie seit ihrem Eintritt in das Haus des Kapitäns auf dem Kriegsfuß. Häkeleien von hüben und drüben nahmen nimmer ein Ende. Was Wunder, daß die Stiefmutter für den„ungerathenen Jungen,“ wie sie ihn nannte, nicht sonderlich schwärmte. Wenn ihr Gatte auf der See war, ließ sie Ewald, ohne sich um ihn zu kümmern, thun und treiben, was er wollte. Doch wenn der Kapitän während zwei oder drei Monate im Jahre seine Boreas-Stimme durch das Haus erschallen ließ, lag sie ihm ohne Unterlaß mit der Aufzählung seiner Streiche in den Ohren; und wenn er ihr dann in seiner gemüthlichen Weise zur Antwort gab:„Na, Mutter, sei auch nicht zu streng gegen den Jungen. Ich war als Knabe auch ein Thunichtgut— und bin— nicht wahr?— doch noch ein recht verständiger Mann geworden;“ dann ward es Frau Nordahl jedesmal klar, daß ihr Gatte für seinen einzigen Sohn eine rechte Schwäche besaß. Von den Töchtern, die sie ihm geschenkt hatte, konnte keine sich rühmen, so hoch in des Vaters Liebe zu stehen, wie dieser nichtsnutzige Schlingel! Und das 2 380 Eine alte Handschrift. Nach dem Gemälde von E. Stammel. koste es was es wolle, mit guten oder bösen Mitteln aus dem Hause zu schaffen. Dazu kam ihr der Zufall zu Hilfe. Eines Tages vermißte der Kapitän fünfundzwanzig Thaler aus seinem Pult und ohne Zögern zieh sie seinen Sohn des Diebstahls. Vielleicht daß sie dies nimmer gethan haben würde, hätte sie die Folgen ihres Thuns voraussehen können. Sprachlos saß er eine Weile da und starrte in's Leere, aschfahl im Gesicht. Dann kniff er plötzlich ingrimmig die Augen zusammen und stieß heiser heraus: „Woher weißt Du das? Sprich!“ Und bebend gab sie ihre Gründe an, die sie alle nur erdacht. Dann stand der Kapitän auf; in seinen Augen lag eine un⸗ heimliche Flamme; sein Mund war schmerzlich verzogen, sein Gesicht verzerrt, daß man es kaum wiedererkannte. Steifbeinig ging er die Treppe hinauf, die Stufen ächzten unter seinem schweren Tritt. Angstbebend sah seine Frau ihm nach. Ein plötzlicher Schrecken über das, was sie gethan, ergriff sie. Und derselbe Schrecken erfaßte alsbald alle anderen Be⸗ wohner des Hauses. Die kleinen Mädchen, die so lange gleichgültig in dem Wohnzimmer gespielt, wur⸗ den plötzlich, als sie die Löwenstimme des Vaters von oben vernahmen, mäus⸗ chenstill und liefen furcht⸗ sam dann und wann an die Treppe und horchten. „Schlägt denn Papa nun Ewald todt, Mama?“ frag⸗ ten sie ihre Mutter und meinten buchstäblich, was sie sagten.„Nein,“ ant⸗ wortete die Mutter ihnen, sich selbst zum Trotz schau⸗ dernd,„er züchtigt ihn nur, weil er ungezogen war.“ Ihr Herz drohte ihr stille zu stehen. Thüren und Fenster flogen, und auf das Getobe erfolgte plötzlich ein schwerer, dumpfer Fall. Sie hörte ihren Mann dann die Treppe herabkommen und zu dem Haus hinausgehen. „Oh, Herr des Him⸗ mels!“ rief sie, in namen⸗ losem Schrecken das Kind, das ihr zunächst stand, in ihre Hände nehmend„war— um hast Du dies Unglück über uns gebracht?“ Sie glaubte wirklich, ihr Mann hätte Ewald gemordet. Sie fürchtete sich, die Thür des Zimmers aufzumachen, in dem er lag, und doch wich sie nicht von der Schwelle, lauschte am Schlüssel⸗ loch und murmelte Bitten an Gott vor sich hin. Die ganze Nacht blieb sie auf und wartete auf die Heimkehr des Gatten; aber er kam nicht. Am nächsten Morgen raffte sie ihren ganzen Muth zusammen und öffnete die verhängnißvolle Thür. Das Zimmer war leer. Ewald war fort! Fünfzehn Jahre waren seitdem vergangen. Ewald war auf die eine oder die andere Weise nach Amerika hinüber gekommen, war Goldgräber drüben in Kalifornien geworden, hatte sich dann auf den Viehhandel geworfen und hatte schließlich eine glückliche Terrain-Spekulation gemacht, die ihm ein rundes Vermögen in den Schooß warf. Und nun war er am Ziel, nun war er so weit, Revanche zu nehmen, jetzt konnte er, wenn er es wollte, drüben in seiner nordischen Heimath mit Eclat als transatlan⸗ tischer Krösus auftreten. Sein Vater war noch am Leben, seine Stiefmutter war jedoch, was er aus den Zeitungen wußte, schon gestorben, so daß er auf die Genugthuung verzichten mußte, au ihr Gesicht unter den Zeugen seines Triumphes zu sehen. — ä— ͤ—— 2 ä— 4 ihre Eifersucht an und ließ sie den Beschluß fassen, Ewald, 0 Der erste Fisch! Nach dem Gemälde von Professor Karl Raupp. 3 2382 1 der anderen Seite war aber ihr Fehlen ein Glück für ihn und er brauchte nicht mehr zu befürchten, daß ihre scharfen Augen vorzeitig sein Inkognito durchschauten. Sein voller, kurzgeschnit⸗ tener Backenbart und der lange, blonde, schneidige Schnurrbart, dazu eine Gestalt von acht Zoll und kluge, gereifte, männliche Züge, das war für gewöhnliche Augen Maske genug. Höchstens die Augen der Liebe oder des Hasses hätten dahinter zu sehen vermocht. Während seines Lagerlebens in Kalifornien hatte sich Ewald stets mit Wonne die Scene ausgemalt, wie er mit zwei gold⸗ betreßten Lakaien daheim landen würde. Doch als er dann in London anlangte, wo er die betreffenden Persönlichkeiten zu en⸗ gagiren gedachte, erlebte er bei seinen Versuchen, seinen Haus⸗ stand zu gründen, eine Reihe drolliger Abenteuer, die für sich allein ein langes Kapitel füllen würden. Wohl zwanzig oder dreißig Bewerber um den Posten stellten sich ihm vor; bei den einen aber mißfiel ihm ihr kritischer Blick, bei den anderen fühlte er sich gedrückt vor ihrer majestätischen Persönlichkeit, so daß er schließlich, so schwer es ihm ward, seinen so lange mit so viel Liebe gehegten Plan aufgab, allein und ohne Bedienung nach Norwegen fuhr und ohne Aufsehen zu erregen als schlichter Passagier, der sein Ränzel in eigener Hand trug, eintraf. Nach seinem Hotel fuhr er in einem primitiv genug aussehenden Gefährt, der einzigen Droschke an dem Orte, und schließlich saß er mutter⸗ seelenallein in dem Speisezimmer des Hauses, das den Gasthof seines Heimathortes repräsentirte. Ewald kam sich wie ein Ein⸗ dringling vor, als er mit dem Wirth und seiner Frau an dem altmodischen, dreieckigen Tisch Platz nahm und fast fühlte er sich beleidigt wie über eine unziemliche Frage, als nach der Mahl⸗ zeit der Hausherr ihm das Fremdenbuch vorlegte und ihn bat, sich einzuschreiben. Es war ihm fast ganz entfallen, daß er wie ein verkappter Prinz inkognito reiste, und wie er die Feder zur Hand nahm, hätte er beinahe seinen richtigen Namen eingetragen. Dann fiel es ihm aber noch zur rechten Zeit ein, daß es doch Thorheit wäre, am Vorabend seines Triumphes sich selber so um seine Genugthuung zu bringen, und entschlossen kritzelte er den ersten besten Namen, der ihm in den Sinn kam, in das Buch hinein. Für seinen Zweck war der eine Name so gut wie der andere. Seine Eintragung lautete: „William Graham, aus Chicago, Illinois.“ „William Graham— William Graham,“ wiederholte er ein paar mal leise, um sich den Namen einzuprägen. Uebrigens war es ihm, als wäre er in seinem Leben einmal mit einem Mann dieses Namens zusammengetroffen, allein, so sehr er auch nachsann, konnte er nicht darauf kommen, wie der Betreffende ausgesehen und wo er ihm begegnet sein konnte. „Wie geht die Schifffahrt?“ fragte er seinen Wirth und reichte ihm eine Cigarre über den Tisch. „Kein Geld mehr dabei zu verdienen, Herr. Die Engländer unterbieten uns auf allen Märkten.“ „Wer hat die größten Schiffe in der Stadt?“ „Oh, das ist schwer zu sagen. Da ist zuerst die Firma Reimert& Co., die noch immer ein großes Geschäft macht, dann Berg& Martensen, die in den letzten Jahren mit großem Glück operirten, und endlich auch der alte Nordahl, der ein schönes Vermögen besitzen müßte, hätte er nicht so viele Töchter aus— zustatten gehabt. Im letzten Jahre hatte er kurz hintereinander drei Hochzeiten auszurichten gehabt. Und das kostet Geld, Sie können es glauben.“ „Allein der Kapitän wird es wohl auch aushalten können,“ warf Ewald ein, um die Gesprächigkeit des Wirthes von neuem anzustacheln. „Nun, da er keine Söhne hat,“ fuhr der ahnungslose Wirth fort,„braucht er wohl bei seinen Töchtern nicht zu sparen. Einst hatte er übrigens auch einen Sohn, das war aber ein Tauge— nichts. Und Gott weiß, wo er jetzt stecken mag— ich halte ihn längst für todt. Es heißt, der Verlust des einzigen Sohnes, auf den er fersönlich große Stücke gehalten, ging dem alten Herrn sehr nahe. Als Nikolaus Reimert, der Bruder seiner zweiten Frau, starb, nahm er auch die beiden Kinder von ihm in sein Haus. Den Neffen hat er nach England geschickt, das Geschäft zu erlernen und die Nichte— na, die Nichte, heißt es, wickelt den alten Brummbär um ihren kleinen Finger.“ Der junge Mann bemerkte aus der Dampfwolke heraus, das Erröthen seiner Wangen verbarg, daß er wobl Lust hätte während seines Aufenthaltes in dem Ort ein paar von Honoratioren, besonders den Kapitän, kennen zu lernen, def Verhältnisse ihm der Wirth so interessant geschildert hätte. „Dazu ist's zu spät, Herr. Schon vor zwei oder drei! ist er nach Fossevang auf seinen Landfitz übergesiedelt, d den Reimerts abgekauft hat.“ „So, so,“ murmelte Ewald, holte aus seiner Tasche Bädecker hervor und fing an, den Dampfer⸗Fahrplan zu stud Und nach einem kurzen Rundgang in der Stadt löste er gleich für den folgenden Tag ein Billet für das nordwärts Fossevang abgehende Boot. II. Dunkel, hell und silber⸗grün wechselte in Flecken, groß und klein, auf dem südlichen Abhang des Thales ab. Die dunkle Schattirung gehörte dem Föhrenwald, der besonders am Fuß der Bergseite, mit der frischeren Farbe von Erlen und Birken untermischt, die allmählich ansteigende Höhe hinanklomm. A der Mitte der Berglehne lag ein großes, zweistöckiges, u getünchtes Gebäude, das mit seinem Ziegeldach und seinen h Schornsteinen aus einem dichten Obstgarten herauslugte. war Fossevang. Hinter dem Gebäude erstrecken sich breite 5 Roggen und Gerste. Und unten durch das Thal schoß der d mit Strudeln, tosenden Gefällen und gelber Gischt. Nach hin hatte man einen Ausblick auf den Fjord und ein Pa himmelhoher Berge, die bei klarem, schönen Wetter im A blau zu schwimmen schienen. Ewalds Herz schlug unbehaglich, wie er von dem Dam Landeplatz nach der Stromschenke hinanfuhr. Er überlegte seine Lage und beschloß, als er hörte, daß der Strom um sei Lachsreichthum bekannt war, ihn, koste es was es wolle, fü Saison zu pachten. Syvert Gimse, der Besitzer der besten fälle, ward zu ihm berufen, Ewald trug ihm sein Anliegen und schloß mit ihm einen Pakt, über den der glückliche Besi des Flusses, als er sich wieder draußen im Freien befand, r Freude hoch in die Luft sprang. Er hatte gleichfalls die pflegung des Amerikaners übernommen, und er hoffte ein g Stück an dem reichen Mann zu verdienen. Von dem ew Streit, der seit Jahren zwischen ihm und dem Kapitän? bestand, der Anrecht auf die Stromschnellen zu besitzen glaub hatte er klüglich geschwiegen. Der händelsüchtige Kapitän, d er, würde wohl wissen, daß jeder Amerikaner sich bis an Zähne zu bewaffnen gewohnt war, und es sich zweimal 1 legen, ehe er ihn belästigte. Die Leute standen und star neidisch und verwundert, als Syvert sein Fang in einem klap den, grün und roth angestrichenen Karren davonfuhr, der jed Augenblick seine Insassen auf den Pony vorne hinausschleuder zu wollen drohte. Sie kamen jedoch ohne Unfall über Fluß hinüber und in Gimse an, wo Ewald in einem großen, niedrigen Zimmer untergebracht wurde, in dem ein mächt Himmelbett mit geblümten Kattunvorhängen stand, u Dutzend fette, faule Fliegen wohnten, die, ärgerlich zu werden, surrend an die Fensterscheiben heranflogen. N dumpfen Geruch aus dem Raume zu treiben, ließ sich Ewall auf einen Kampf mit den Fensterflügeln ein, die sich, nacht sie ihm eine Weile ihre Widerstandskraft bewiesen hatten, end in das Unvermeidliche fügten und die frische Luft in das Zimm einließen. Der Ueberblick über das Thal auf und nieder wa so zauberisch schön, daß ihm das Herz aufging. Und ihm gegen über, grade vor Augen, lag das Ziel seiner Pläne, das f Fossevang! Sich mit der Familie drüben bekannt zu machen, w seine erste Aufgabe. Allerdings ein komisches Beginnen— mit dem eigenen Vater bekannt machen zu wollen. auch am nächsten Morgen, als er sich mit seinem Angel an den Fluß begab, zu keinem rechten Entschlusse geke Er sah recht schneidig aus, wie er Angel und Fischkorb in der und den schleierumwundenen Helm-Hut auf dem Kopf mit lange Schritten über die Felder hinschritt. In seiner Haltung etwas, was an die Prairien gemahnte. Die Kleider pe T. U U r 2383. nicht übermäßig gut und nicht übermäßig schlecht und zeugten davon, daß ihr Eigner sich eher im Freien 1 0 Salon 1 zuhalten gewohnt war. Sein gutmüthiges, männliches, von Sonne und Regen gebräuntes Gesicht bestätigte diesen Eindruck. Jedenfalls war dies Fräulein Olga Reimerts Ansicht, wie sie die eben beschriebene Persönlichkeit durch das Fernglas Kapitän Nordahls, das sie sich extra zu dem Zwecke von ihrem Onkel geliehen hatte, musterte. Denn auch nach Fossevang war bald die Kunde von der Verpachtung der Stromschnellen an einen Amerikaner Namens Graham hingedrungen, was auf dem Sommer— sitze berechtigte Erregung und Entrüstung hervorgerufen hatte. „Er hat blaue Augen,“ sagte Olga, durch das Fernrohr blickend. „Laß mich zufrieden mit dem Kerl,“ brummte Kapitän Nordahl, der an ihrer Seite auf dem Balkon saß und mürrisch seine Morgencigarre rauchte. .„Er ist überhaupt ein recht hübscher Mensch, nur ist sein Schnurrbart etwas zu blond und zu lang.“ „Werde den Kerl einsetzen lassen, wenn er nicht bald, noch vor Abend, das Feld räumt,“ grunzte der Alte. „Soll ich ihn pfänden gehen, Onkel?“ fragte das Mädchen, die Augen noch immer am Fernrohr.„Wär das ein Spaß!“ „Kannst ihn meinetwegen darauf aufmerksam machen gehen, daß er sich an fremden Rechten vergreift. Wenn dies dann nicht fruchtet, werden wir energischer werden.“. „Engländer sind aber starrsinnig, Onkel, das weißt Du!“ „Und Vankees sind noch weit schlimmer. Sie schießen Einen um nichts und wieder nichts gleich über den Haufen.“ „Danach sieht der drüben nun grade nicht aus,“ erklärte Olga. Und da der Gegenstand ihres Gespräches augenblicklich hinter den Bäumen am Flußrand verborgen war, schraubte Olga das Fernrohr zusammen und gab es ihrem Onkel zurück, der einen Fluch brummelnd sein Cigarrenende über das Balkongitter warf und in das Haus trat. Das junge Mädchen sah ihm mit innigem Mitgefühl nach. Der alte Herr hatte heute wieder ein⸗ mal seine schwere Stimmung; sie sah es ihm an seinen verstörten Zügen an, daß er eine schlechte Nacht gehabt hatte. Nur eine dunkle Sage war ihr, was ihm hauptsächlich seine Ruhe raubte — die Geschichte von seinem so sehr geliebten und so hart ver— stoßenen Sohn. Sie hatte einst in ihrer kindlichen Ergebenheit geplant, als Mann verkleidet in die Welt hinauszuziehen und es zu ihrer Lebensaufgabe zu machen, den verlorenen Sohn zurück zu holen und ihn mit seinem Vater zu versöhnen. Doch dann hatte sie wieder überlegt, daß der Verstoßene so tief gesunken sein könnte, daß es besser war, der Vater sah ihn niemals wieder. Und so hatte sie, glühenden Temperamentes, wie sie war, mit ährem Selbstaufopferungstrieb beschlossen, ihren Oheim nie zu verlassen, und ihn nach Kräften für den Verlust, den er in seinen Sohn erlitten, zu entschädigen. Was keineswegs eine leichte Auf— gabe war, denn der alte Herr war, seit er sich von der See zurückgezogen hatte, der Melancholie in einem Maße verfallen, daß sie fast der Verzweiflung gleichkam. Es hieß, seine Launen⸗ haftigkeit und seine Verbissenheit waren es, die alle seine Töchter Hauptsächlich bestimmten, die erste Gelegenheit, die sich ihnen bot, zu ergreifen, nur um aus dem Hause zu kommen; und als auch die letzte von ihnen dem Manne ihrer Wahl folgte, wäre der Kapitän mit seinen Launen allein in seinem Haus zurückgeblieben, zätte seine Nichte nicht mit ihm Mitleid gefühlt. Hätten mate⸗ elle Rückfichten sie dazu gezwungen, so wäre dies weiter keine Sroßthat von ihr gewesen; allein von ihrem Vater hatte sie geichlich so viel geerbt, um frei leben zu können nach ihrem Be⸗ eben. Und doch hatte sie schon einige der besten Parthien aus er Stadt ausgeschlagen, allein um sich dem mürrischen, alten Mann zu widmen, den viele für halb tobsüchtig hielten. Man Tzählte sich allgemein in der Stadt, dies wäre eine Pflicht der Dankbarkeit, deren sie sich gegen ihn entledigte. Ihr Vater hätte hr auf seinem Sterbebette gestanden, wie der Kapitän während ler letzten Handelskrise ihn allein gehalten und vor gänzlichem uin gerettet hätte. (Fortsetzung folgt.) JLose Blätter. Die schwarzen Blattern raffen nirgends so viele Opfer weg, als bei den Kalmücken. Diese schreckliche Krankheit ist bei ihnen heimisch; sie verschwindet aus einem Aul nur, um sich in einem andern zu zeigen, und zuweilen wüthet sie während des ganzen Winters und des ganzen Sommers in allen Lagerplätzen zusammen. Diese Nomaden haben auch eine schreckliche Furcht vor der Krankheit, die sie als einen Fluch des Himmels betrachten; sie sprechen den Namen derselben nie aus, ja es 115 unter ihnen als eine Sünde, blos davon zu sprechen.— Wenn die rankheit in einer Familie ausbricht, so werden alle Bande des Blutes und der Freundschaft abgebrochen; oft besteigt der Kalmück sein Pferd, verläßt Mutter, Weib und Kinder und flieht weit fort von seiner Kibitka. Man würde keinen Erben finden, um das Zelt anzunehmen; alles, was ein an den Kinderblattern gestorbener Mensch hinterläßt, wird verlassen. — Wenn die Geißel im Winter in einem Zelte ausbricht, so sind die— jenigen, welche davon befallen werden, fast unrettbar verloren, da sie unter einem leichten Leinwandzelte einer Kälte von mehr als— 250 über⸗ lassen sind. Zuweilen sind vierzehn Tage und sogar noch weniger hin— reichend, um eine ganze Familie zu vernichten. Das einzige Heilmittel, das sie anwenden, ist heiße, mit Wasser verdünnte Milch; das einzige Präservativ ist bei ihnen Branntwein, dem die Peitsche folgt. Wenn ein Kalmück, am häufigsten gegen seinen Willen, in irgend einer Art mit einem Pockenkranken in Berührung gekommen ist, so trinkt er Brannt⸗ wein, bis er bewußtlos betrunken ist und dann prügeln seine Verwandte und Freunde ihn furchtbar.— Und dabei giebt es weder einen Arzt, noch Hospitäler. In dieser Hinsicht ist kein Ulus(Kreis) glücklicher als der andere. Man kann kaum das Dorf Jandik an der Poststraße mit seinem erbärmlichen Hospital mit fünfzehn Betten und seinem Wundarzt erwähnen, welcher letztere weniger für die Kalmücken, als für die Beamten und Verwalter der Straße da ist.— Es giebt wohl einen Arzt bei der Verwaltung der Kalmücken, aber weit entfernt von dem Mittelpunkte der Steppen in Astrachan; und dessen ganze Zeit wird durch„gewaltsame Todesfälle“ in Anspruch genommen, so daß ihm keine Zeit für gewöhn⸗ liche Krankheiten bleibt. Uebrigens erhält er als Arzt in den Steppen monatlich nur 20 Rubel(60 Mark) und daraus zieht er den Schluß, daß die Steppen aus seinem eigentlichen Wirkungskreis entfallen. Jeder Kreis hat auch offiziell zwei kalmückische Impfer, aber in der Wirklichkeit befassen sie sich nie mit dem Impfen. Man kann sich daher nicht darüber wundern, daß die Blattern für die Kalmücken eine Geißel ohne Namen sind. M. Die gelehrteste Frau ihres Jahrhunderts war Anna Marie von Schürmann, geboren im Jahre 1607 zu Köln, aus vornehmer Adels— familie stammend. Schon als Mädchen zeichnete sie sich durch Geschicklich— keit in mechanischen Arbeiten, Zeichnen, Malen, Bildschnitzen und Kupfer⸗ stechen, auch in der Musik, sowie an Verstandeskräften auffallend aus. Sie sprach mit Leichtigkeit hebräisch, syrisch, chaldäisch, arabisch, griechisch, lateinisch, französisch, englisch, italienisch und skandinavisch, war auch in Astronomie, Geographie, Geschichte, Philosophie, Theologie und in den Naturwissenschaften außerordentlich bewandert. Sie stand mit den größten Gelehrten, wie Vossius, Spanheim, Salmesius, Huygens u. A. in Brief⸗ wechsel, und die berühmtesten fürstlichen Personen beehrten sie mit ihrem Besuche. Sie starb unverheirathet im zweiundsiebzigsten Lebensjahre. M. II. Eine Stylleltion in Persien. Subalternoffiziere der Artillerie hatten dem ersten Minister eine von einem Gelehrten verfaßte Bittschrift über⸗ reicht, worin der Sinn durch Komplimente und schwülstige Redensarten so verhüllt wurde, daß derselbe kaum herausgelesen werden konnte. Der Minister ließ dem Gelehrten zweihundert Hiebe auf die Fußsohlen geben, und als der unglückliche blumenreiche Verfasser die Strafe erlitten hatte, mußte er sich zu dem Minister begeben, welcher zu ihm sagte:„Ein Großvezier hat andere Dinge zu thun, als Deine schlechten Schmeicheleien zu lesen und den Sinn aus Deinen Schreibereien herauszuklauben. Be⸗ fleißige Dich einer klaren und einfachern Schreibweise, oder schreibe nicht für Andere, sonst lasse ich Dir die Hände abhauen.“ N. Der letzte Markgraf von Brandenburg-Schwedt hatte im Jahre 1773 in seiner Residenz ein Liebhabertheater errichtet. Sieben Jahre später ernannte er den Schauspieler Möller zu dessen Leiter, behielt sich aber vor, die zu gebenden Stücke selbst zu prüfen. Möller hatte auch Schiller's Räuber eingereicht. Am folgenden Tage ließ der Markgraf den Direktor seines„fürstlichen Spektakels“ kommen und sagte zu ihm:„Hören Sie einmal, Möllerken, das Stück ist wirklich gut; aber der„olle Moor“ muß leben bleiben, und Karl muß seine Male kriegen. Na, Sie werden das schon machen.“ Möller versuchte Einspruch zu erheben, da rief der Mark⸗ graf:„Der Deubel soll mir holen, wenn der olle Mann und die Male den Tod verbrochen haben, und Karl ist boch en ganz anständiger Kerl, den Jeder pardonniren muß.“ W. G. Ciwidale, in der italienischen Provinz Undino, besitzt außer anderen Denkwürdigkeiten auch das Monument der großen Tragödin Adelaide Ristori. Das wäre nun nichts Seltsames, ist doch das Städtchen der Geburtsort derselben; aber das Monument ist aus Adelaides eigener Börse hervorgegangen. Im Jahre 188 beschloß nämlich der Magistrat des alten Städtchens, seiner berühmten Landsmännin ein Standbild er⸗ richten zu lassen, besaß dazu aber nicht die nöthigen Gelder. In dieser Verlegenheit wandte er sich an sie, die auch ihre Chatoulle öffnete. W. G. Die leeren Felder der vorstehenden Figur sind mit je einem Buch⸗ staben so auszufüllen, daß die fünf wagerechten Reihen und ebenso die erste und letzte senkrechte Reihe bekannte Wörter a Die sieben Wörter, jedoch in anderer Reihenfolge nennen: 1. Eine Stadt in der asiatischen Türkei. Einen Baum. g Einen Schweizer Kanton. Einen weiblichen Vornamen. Den Namen eines athenischen Feldherrn. Einen Baum. Ein Pfeilgift. Ag Nfg Zweisilbige Charade. Dem Ersten kann das 0 ihm hülfreich dienen, Ob's güde oder leiblich ihm gebricht; Doch ist das Ganze lockend ihm erschienen, Dann ist er klug, folgt er dem Führer nicht! Eitaten⸗Näthsel. Aus jedem der folgenden zwölf Citate ist ein Wort zu wählen. Die zwölf erhaltenen Worte ergeben ein Citat von Schiller. 1. Das Leben ist der Güter höchstes nicht, Der Uebel größtes aber ist die Schuld. 2. So lern' auch diese Zweige tragen, Die das Schönste sind, was wir dir geben können. 3. Wenn der Stamm zum Himmel eilet, Sucht die Wurzel scheu die Nacht. 1. Durch diese hohle Gasse muß er kommen. 5. Und auf dem grünen Teppich der Wiesen Prüfen den leichten geflügelten Schritt. 6. Denkt an den Wechsel alles Menschlichen, Es leben Goͤtter, die den Hochmuth rächen! 7. Die Gespielin seliger Naturen Wandelt oben in des Lichtes Fluren. 8. Womit soll ich den Anfang machen, wie Die Worte klüglich stellen, daß sie auch Das Herz ergreifen, aber nicht verletzen. 9. Müßig sieht er seine Werke Und bewundernd untergeh'n. 10. Wer erfreute sich des Lebens, Der in seine Tiefen blickt? 11. Das ist der Liebe heil'ger Götterstrahl, Der in die Seele schlägt und trifft und zündet, Wenn sich Verwandtes zum Verwandten findet. 12. Mir erscheint der Lenz vergebens, Der die Erde festlich schmückt. Homonym. Bald werd' ich für die Unterhaltung sein, Und bald auch leer mich deinen Wünschen weihn; Bald werden Menschenhände mich gestalten, Bald werd' ich mich in der Natur entfalten; Bald werd' ich dir zur Kost und Nahrung dienen, Und bin 12 deinen Gaumen nur erschienen; Bald werd' ich gegen Frost und Wetter steh'n, Bald mit dem Herbste in der Luft verweh'n: Am schoͤnsten stets wenn Lenzeswinde fächeln, Werd' an der Rose freundlich ich dir lächeln. Auflösung der dreisilbigen Charade in voriger Nummer: Leidenschaft; — des Logogriph: Sattel, Satte;— des Spruch Räthsels: Wer sich nicht nach der Decke streckt, dem bleiben die Füße unbedeckt;— des Roͤsselsprungs: Mir sagt's mein Herz, ich glaub's, ich fühle, was ich glaube, Die Hand, die uns durch dieses Dunkel führt, Läßt uns dem Elend nicht zum Raube Und wenn die Hoffnung auch den Ankergrrnd verliert, So laßt uns fest an diesem Glauben halten, Ein einz'ger Augenblick kann Alles umgestalten! 8 Schach. Problem Nr. 540 von F. Möller in Ahlten. 8 . 4, 2 4 2 ,,. 4 5 N 2 25 e s e,. ee, 2 ,,., i r Weiß. Weiß zieht an und setzt mit dem dritten Zuge Matt. Auflösfungen. Problem Nr. 532 von J. A. Kayser in Philadelphia. 1) Dhꝛ bs! Les el:(b7-bö ꝛc.)* 2) c-e beliebig 3) e-esbDi Varianten: 1).. Lb(65, da oder 14 2) LIA 3) Des resp. eb Matt. 1) 2) Tee Kd7 3) Des Matt— Das Hauptspiel. zu dem der Damenzug n. emäße Einleitung ist, bildet die einzige Drohung nach dem ersten Zuge. Wirkung der Mattstellung nach 27 Ke6-d durch die Ueberdeckungen in Ted) sehr beeinträchtigt. An guten Verfützrungen ist tein Mangel— Die Lösung gegeben von Th. Kraus in B. Dr. Knopf in G., W. Kron in B, Schachklub in in Putbus und H. Michaelis in Th. f Problem Nr. 533 von v. Broecker in Putbus. Kdä4-eß: Ke5—f4(LfA): 1) 875 U g 13 1) 2) PfI—147 2) Dfi ex 3) Lb-de:(e, 3) Teö—eA(Les), Den beiden Hauptspielen stehen zwei Nebenvariationen zur Seite 1).. 6 Teg: 3) Le5 Mast und 1) d6— 45, 2) Teat del 3) Ds Matt.— Die direkte 1 (durch 2) Tea] ist ungeachtet der guten Verführungen(wie namentlich 1) Dh. Ses eine genügende Vertheldigung dictet] eine kleine Schwäche der 89 Ohne würde der Damenzug— 155. al folgen W„. 0 nebst 3) 745 oder e resp. Da att folgen könnte. e ung wurde a 10 5 of in G. 5. Ron in B. Schaczllud in 6 Kraus in B., Dr. Voelkel in SM. Dr. Die richtigen Lösungen zu Nr. 530 und 531 wurden noch angegeben von Lw. in eur Der neben deten Drasane N Turnier des„Chesfeld Inddepend dritten Preis und zeichnet sich vor den schwierigeren Kompositionen Preisträger, die nach d in L durch die Zierlichteit der Bat m die kunstgerechte ökonomische Darste des gesammten Ideengehaltes sehr vort haft aus. 1 I..(aus dem 7. des* 1 3 de J. Winter ⸗Wood. 2 Weiß: Kr, Das, TI, Sed, 8, Bh Schwarz: Kt, LI. Ba Losung 1 Ses L oder Id 2 K 1). K 3 2) TgIH ze. 1. Keß 11. 88 2) That ic.)... Seger ꝛc 5 II. Pieisproblem von M. Bla d Weiß: Kha, Das, L., Bes, g4, hg. Schwarz: Ks 141. Lösung: 1 Les Ker 1. Keb) Dag e I).. Ke 1.. delieb 2) Ddgf 2c.— Problem Ur. 541 von C. A. L. Bull. Weiß. Weiß setzt in drei Zügen Malt. Zriefwechsel. W. K. in B. Der Dreizüger ist recht gefällig und durchaus korrelt, derselbe ist 2 Aufnahme notirt. 3 Bein P. Der Ersatz des Springers durch einen Läuser auf 41 ist nicht zu da einerseits das drohende Schach den ersten Zug näher legt, andererseits die Damenzüge oder g2 an dem Läuferschach mit folgendem dieß scheitern würden. 2 . M. in Th. Ihte richtige Losung zu Nr. 531 ist uns zu in A. Ihr zweiter Dreizüger geß'attet eine Umgehung Wieland. 539 vertheidigt sich Schwa lareich mit Ses. Die f ben Us fu* e eee d 2) Dh resp. I). 1.42. 2) af dc. Drud und Verlag der„Volls- Zeitung“, Akt.⸗Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Verantwortlicher Redakteur: N. Elcho in Berlin, Lützowfir. 105.