. ͤĩ˙˖—9me zu den Oherhessischen Muchrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Gießen, den 24. Juni. 1888. Der Ring. Eine Geschichte in Tagebuchblättern von Eva Treu. (Schluß) Es war eine schöne, klare Nacht, und wir gingen zu Fuß nach Hause, die beiden Weber's voran, Robert und ich ein ziemliches Stückchen im Nachtrabe. Wir sprachen nicht viel; das ist ja aber auch nicht immer nöthig, um zu fühlen, daß man zusammen gehört. Schon manchmal sind wir so still neben— einander hergegangen; nur fiel es mir diesmal auf, daß Robert nie meine Hand fester auf seinen Arm legte, wie er sonst so oft zu thun pflegt. Er sagt immer, ich gehe so leicht und leise neben ihm, daß er immer fürchten muß, mich einmal zu verlieren. f f Heute that ich es absichtlich, aber er achtete gar nicht darauf; er hing wohl seinen eigenen Gedanken nach— und ich den meinigen. „Robert!“ sagte ich endlich ein wenig zaghaft. „Nun, Margareth?“ „Wer war die Dame eigentlich?“ „Ich sagte es Dir schon; Frau Schliersen, die Wittwe eines sehr lieben Freundes von mir.“ „Sie ist sehr schön, findest Du nicht?“ „Ja,“ fagte Robert,„sie hat kaum verloren in den acht Jahren, daß ich sie nicht sah, im Gegentheil.“ „Kennst Du sie schon so lange?“ „Länger; ich kannte sie vor ihrer Verheirathung.“ Seine Antworten waren viel kürzer, als ich sie gern haben wollte. Die schöne Frau hatte eine so vertrauliche Art gehabt, mit ihm zu sprechen, daß sie nicht gut eine Dutzendbekanntschaft sein konnte. Er mußte sie sehr gu gekannt haben. „Warum hast Du mir nie von ihr erzählt, Rob?“ f „Aber, liebste Margareth,“ sagte Robert ein wenig ungeduldig, „ich kann Dir unmöglich von allen Menschen erzählen, die ich vor einem Dutzend Jahre einmal gekannt und dann vergessen habe. Wenn es Dich übrigens interessirt, will ich Dir sagen, daß ich sie kennen lernte, als ich gerade meine Studien beendet hatte, daß sie kurz darauf meinen Freund Schliersen heirathete und dadurch ihre übrigen Verehrer in tiefste Verzweiflung stürzte, daß ich sie später als verheirathete Frau noch zwei- oder dreimal wiedergesehen habe und durch die heutige unerwartete Begegnung angenehm überrascht war, da sie mich an alte, liebe, wenn auch schon halb vergessene Zeiten erinnerte.“ f Das war kurz und bündig und klang garnicht so, als wenn Robert gewillt wäre, noch weitere Mittheilungen zu machen. Wir gingen eine ganze Weile still nebeneinander. Auf einmal sagte ich:„Gehörtest Du auch zu ihren Verehrern, Rob?“ Wie wunderlich es klang, nun, da es heraus war; aber sagen mußte ich es. „Wie kommst Du darauf, Margareth,“ sagte Robert und wandte mir schnell das Gesicht zu. „Ich weiß nicht,— aber hattest Du sie lieb?“ Keine Antwort. „Robert?“ Mir klopfte das Herz so schnell, daß ich es nur ganz leise sagen konnte. „Laß doch die alten Geschichten, Margareth,“ sagte Robert nicht so freundlich, wie er sonst spricht.„Ja, wenn Du es denn durchaus wissen mußt, ich habe mich für sie interessirt.“ „Warum hast Du sie denn nicht geheirathet?“ „Ich hatte damals nichts zu bieten, und sie zog meinen Freund Schliersen vor,“ sagte Robert kurz. Es war ihm peinlich, nach diesen alten Sachen gefragt zu werden, ich fühlte es wohl, aber das letzte Wort mußte trotz— dem über die Lippen. „Wußte sie, daß Du sie lieb hattest, Rob?“ „Das kann wohl sein,— sehr wahrscheinlich.“ „Und— und— nahmst Du es Dir sehr zu Herzen, als sie den Anderen heirathete?“ „Wie ein Narr. Ich dachte, ich sollte den Verstand ver⸗ lieren,— aber er saß fester, als ich meinte,“ sagte Robert. Gar zu gern hätte ich sein Gesicht dabei gesehen, gar zu gern gewußt, ob er lächelte; aber es wollte nicht gelingen. Ich drückte seinen Arm ein wenig fester. „Aber nun gehörst Du mir, Robert,“ sagte ich leise. Da bückte er sich plötzlich zu mir nieder, und nun konnte ich sehen, daß er wirklich lächelte. „Komm, Margareth,“ sagte er herzlich,„Du denkst doch nicht im Ernst, daß Du auf die Vergangenheit eifersüchtig sein mußt? Kind, wie schwer würdest Du Dir das Leben machen! Meinst Du denn, mann schleppt eine solche Leidenschaft wie eine Fessel durch sein ganzes künftiges Leben mit sich?“ Und dann legte er meine Hand, die, während er sprach, fast von seinem Arm geglitten war, wieder fester auf ihren Platz und ging rascher. Aber ein Gespräch wollte doch nicht wieder in Gang kommen. Von der Vergangenheit durfte ich nicht mehr sprechen, und etwas Anderes kam mir nicht in den Sinn. So gingen wir still nebeneinander bis zu Webers Wohnung. Da verabschiedete sich Robert. Ich konnte nicht schlafen die ganze Nacht. Als ich nach Haus und in mein Zimmer kam, stand ich lange vor dem Spiegel wie damals, als ich mich verlobt hatte. Ich verglich.— Ich verglich mich mit der schönen, jugendlichen Frau mit dem blonden Haar und den prachtvollen Augen, die er einst geliebt hat und die nun so plötzlich wieder auftaucht, meine Ruhe zu stören. 0 0 0 * 0 5 rr 4 r 3 . 8 202 Gute ausführen, was ich mir für jene Zeit vorgenommen habe; Und wie ich dastand in meiner unkleidsamen Frisur und in meiner ganzen verblühten Unscheinbarkeit, kamen mir plötzlich die Thränen, und ich warf mich, so wie ich war, auf mein Bett und schluchzte in die Kissen hinein. Ich weiß, es ist Thorheit. Jetzt, da der helle Morgen mich anlacht, zerrinnt der Spuk vor meinem Geiste wie Nebel,— ich bin ein großes, altes, unverständiges Kind gewesen, und nun will ich in das Wohnzimmer hinuntergehen und meinen Liebsten mit einem recht fröhlichen Gesicht erwarten. Aber ob es wohl wahr ist, daß die erste Liebe in einem Menschen eigentlich nie stirbt, sondern nur schläft und manchmal plötzlich wieder erwacht bei irgend einem süßen Klang aus der alten Zeit? Ob es wohl wahr ist? Ach, Thorheit, Margareth! Und was sorge ich mich denn auch. Frau Schliersen ist ja nur auf der Durchreise hier und vielleicht jetzt schon abgereist. Viertes Blatt. Seit acht Tagen bin ich nicht dazu gekommen, etwas in dies Buch, mit dem ich mich halb zu meinem eigenen Erstaunen jetzt wieder zu befreunden anfange, einzutragen. Indem ich heute durchlese, was ich zuletzt schrieb, muß ich fast darüber lächeln. Hätte ich in dieser Woche mehr von Robert gesehen, als wirklich der Fall war, so würde ich ihn schon einmal wieder ganz un— befangen nach Frau Schliersen gefragt haben, um ihm zu zeigen, wie wenig ich doch in Wirklichkeit auf die Vergangenheit eifer— süchtig bin. Was er wohl neulich von mir gedacht haben mag? Uebrigens ist die Dame ja jedenfalls schon abgereist. Ob Robert sie wohl vorher noch wiedergesehen hat? Fragen will ich doch einmal darnach,— natürlich nur aus Neugierde. Meine Aussteuer ist fast fertig und alles ist hübsch aus— gefallen. Der Hochzeitstag rückt bereits in absehbare Nähe. Robert meinte heute, ich wäre blaß und sähe angegriffen aus, ich überanstrengte mich wohl. Wenn ich nur eben jetzt mehr von ihm sähe. Aber er scheint unsäglich viel zu thun zu haben und hat es nicht einmal gern, wenn ich viel darnach frage. Er meint, sein Beruf sei seine eigene Sache. Ist es denn wirklich so? Ich sehne mich oft so sehr, zu wissen, wo er während des Tages gewesen ist,— wo er helfen konnte,— wo es unmöglich war,— wer geduldig ist,— wer ihn unwirsch quält. Vielleicht wird es anders, wenn ich erst seine Frau bin, der ein rechtmäßiger Antheil an Allem gehört. Seine Frau!— Lieber, freundlicher Gott, hilf mir all' das hilf, daß ich so dankbar, so demüthig, so glücklich werde, wie ich nun meine, daß ich es werden muß. Ach, hilf mir, daß ich meinen Robert ein wenig mehr verdiene, wie ich es jetzt thue. Amen. Fünftes Blatt.* Hätte ich nur diese Frau Schliersen mit dem schönen Gesicht und den koketten, fragenden Augen nie im Leben gesehen! Wäre sie nur weit, weit von hier fort, nie hierhergekommen! Ich war so glücklich, so dankbar, und nun ist es, als ob ein häßlicher Schatten über Allem läge. Habe ich doch um ihretwillen mit Robert den ersten Streit gehabt, seit wir uns kennen! Nein, ein Streit war es eigentlich nicht; es ist kein heftiges Wort gesprochen,— und doch läßt es mir denselben quälenden Ein— druck zurück, wie ein Zank thun würde. Es steht etwas zwischen Robert und mir, was ich nicht verscheuchen kann. Wie kam es eigentlich? Robert und ich hatten gestern eine Besorgung beim Möbel— fabrikanten zu machen und er kam deshalb, mich abzuholen. Nun hatte ich mir schon seit ein paar Tagen vorgenommen, einmal wieder von Frau Schliersen zu sprechen, und zwar einzig und allein zu dem Zweck, um Robert zu zeigen, wie unbefangen ich wäre. Deshalb fragte ich, während ich meinen Hut aufsetzte, so den Gruß auf, mit dem— Frau Schliersen an uns vorüberging. müssen. Man fühlt das heraus, wenn man Jemanden lieb hat, ganz beiläufig: „Hast Du eigentlich Deine alte Bekannte(ich hatte„ sagen wollen, aber ich unterdrückte es)— wie hieß sie doch gle — Frau Schliersen— noch wiedergesehen, ehe sie abreiste?“ Und da kam etwas sehr Ueberraschendes. Robert sagte näm nach einem ganz kurzen Zögern: 2 „Sie ist noch gar nicht abgereist.“ N „O,“ und ich band meine Hutbänder zu,„da hast Du ihr wohl noch einen Besuch gemacht?“— Und das wäre ja auch nicht sehr zu verwundern gewesen.. „Das mußte ich wohl,“ sagte Robert,„ihr kleiner Junge erkrankte nicht ungefährlich und sie ließ mich rufen, da ich den einzige Arzt bin, den sie hier kennt.“ 1 „O,“ machte ich wieder und fing an, meine Handschuhe zu knöpfen,„da hast Du sie also jedenfalls öfters gesehen?“ „Seit reichlich einer Woche täglich.“ 4 Nein, es kam mir nicht nur so vor, als wenn er zögerte, er that es wirklich. Seit einer Woche hatte er sie täglich ge- sehen,— weshalb wußte ich nicht darum? Hatte er einen be- sonderen Grund, mir das zu verschweigen? l „Warum sprachst Du nie zu mir darüber, Rob?“. „Aber Margareth, Liebste, sei doch nicht thöricht,“ sagte Robert ein wenig ungeduldig.„Ich habe doch überhaupt nicht die Gewohnheit, über meine Patienten mit Dir zu sprechen. Und dann,— wenn Du die Wahrheit überhaupt wissen willst, — es kam mir neulich so vor, als wenn Du ein wenig eifer⸗ süchtig auf die Vergangenheit wärest; Du bist ohnehin in letzter Zeit nervös gewesen und ich hatte nicht Lust, Dich an Frau Schliersen auf's Neue zu erinnern, besonders da sie von hier abreist, sobald das Kind gesund ist.— Das ist das ganze Geheimniß.“ i 21 Ich sagte nichts mehr. Ich wollte, er hätte mir hiervon gesprochen, ehe ich darnach fragte. Es war mir, als hätte er im Einverständniß mit jener Frau ein Geheimniß vor mir ge- habt. Täglich war er dort gewesen,— er theilte eine Sor mit ihr, und ich wußte, wie das zusammenführt,— und gerade in der letzten Zeit hatte er so wenig Muße für mich. Ob. g ihn gefesselt hatte mit ihren schönen Augen und Gesprächen über die alte Zeit,— wo er sie liebte fast bis zur Thorheit,— und sie hatte es gewußt? Damals hatte er nichts zu bieten, he ist er ein Mann, den kaum ein Mädchen zurückweisen würde, und sie ist wieder frei. Nein, Gott, Du weißt es, es war nicht Mißtrauen geg Robert, was in mir aufquoll, nur jenes alte, elende Gefühl des Mißtrauens in mich selbst und meine Anziehungskraft, das mich von jeher so gequält hat, und das nun plötzlich ganz groß wurde,, wenn ich an die Vergangenheit und an die schöne Frau Schliersen dachte, die mich in Allem so weit überstrahlt. 8 Aber ich war tapfer. Ich kämpfte das Gefühl in mir wacke nieder, nahm Robert's Arm und wir gingen zusammen f von anderen Dingen sprechend. f Wir machten unsere Besorgung beim Möbeltischler und wol dann nach Hause zurückkehren. Indem wir wieder auf die Straße traten, zog Robert den Hut. Ich sah empor und fing eben noch Soll ich froh, soll ich traurig sein, daß ich den Gruß sah? Das war ein Lächeln, ein Blick, mit dem eine Frau nur einen Mann ansehen darf. Es lag darin etwas, was mich erröthen 8 machte für sie,— keine Frau giebt es, die einen solchen Blick nicht zu deuten wüßte,— und vielleicht auch keinen Mann. Und dann glitt ihr Blick mit einem so andern Ausdruck von Robert zu mir herüber, daß mir das Blut bis an di Schläfen stieg. Es war nicht Gehässigkeit, nicht Geringschätzung, was darin lag, es war nur Verwunderung, als wollte sie sagen: „Aber wie konntest Du denn auf die verfallen, Du Thor!“ 2 Sie sah bei Tage fast noch schöner aus wie bei Licht, und ich las in Robert's Augen, zu denen ich schnell und scheu empor⸗ blickte, daß er sie schön fand. Er hätte ja sonst auch blind sein * auch ohne ein einziges Wort, und jene alte, alte Sehnsucht, auch schön zu sein, kam plötzlich wieder über mich. a 2 Es ist nicht Neid. Nicht mit einem Gedanken möchte ich Anderen nehmen, was sie haben. Ich gönne Jedem sein Glück; nur möchte ich manchmal so gern etwas haben, was mir mehr 225 ihr e h der 203 W Selbstvertrauen und Sicherheit gäbe, daß ich auch im Stande sein werde, meines festzuhalten. Webers waren ausgegangen, als ich mit Robert, der den Abend bei uns zubringen wollte, zurückkehrte; so hatten wir das Wohnzimmer für uns. „Da warst so still auf dem Heimweg, Margareth,“ sagte Robert, als wir zusammen am Fenster saßen.„Dir ist doch wohl?“ Ich antwortete nicht gleich, sondern sah zum Fenster hinaus auf die Straße. Ich hatte etwas auf dem Herzen, wovon ich nicht recht wußte, wie ich es sagen sollte. . fragte ich endlich,„ist das Kind wohl bald wieder esund? 5„Welches Kind, Herz?“ „Das der Frau Schliersen.“— „Ich fürchte, nein. Die Sache kann sich noch ziemlich lange hinausziehen. Es ist ein schwächlicher kleiner Bursche.“ „Robert,“ sagte ich wieder und griff nach seiner lieben Hand, „verzeih mir, wenn ich thöricht bin,— kann nicht ein anderer Arzt das Kind behandeln?“ „Jetzt?“ rief Robert,„welch' wunderliches Begehren, Mar— gareth! Ich sollte das erst halb geheilte Kind verlassen, nur einer Grille von Dir zu gefallen? Da wäre ich doch wohl ein schlechter Arzt?“ 5 „Ich kann Dir nicht sagen, wie unangenehm mir Frau Schliersen ist. Sie nur zu sehen, ist mir peinlich.“ „Du hast ja auch nicht nöthig, sie zu sehen,“ sagte Robert lächelnd, und dann ernster:„Persönliche Ab- oder Zuneigung ist in solchen Fällen doch auch nicht maßgebend, Margareth. Uebrigens solltest Du nicht so ohne Grund urtheilen, Du kennst die Dame ja garnicht.“ „Vielleicht besser, wie Du meinst.“ „Sie hat mehr erlebt und erfahren, und das hat ihr Wesen vielleicht stärker beeinflußt, als Du wissen kannst, Margareth,“ entgegnete Robert nun sehr ernsthaft. „O,“ sagte ich,„hat sie Dir das anvertraut?“ V Ja, sorgenvolle Stunden an einem Krankenbett öffnen manch— -mal das Herz schneller als jahrelange Bekanntschaft. Die be— ständige Sorge, die ihr der arme, kleine kränkliche Bursche macht, ist nicht die erste, die sie zu tragen gehabt hat. Vielleicht würdest Du sie freundlicher beurtheilen, wenn Du ihr Leben kenntest, Margareth.“ „Vielleicht,“ sagte ich zweifelhaft,„aber sie sieht eben nicht sehr vergrämt aus.“ Robert schwieg.„Daß sie schön ist, dafür kann sie nicht,“ sagte er nach einer Weile,„und dasselbe Maß gilt nicht, um I verschieden geartete Menschen mit ihm zu messen. Dir mit⸗ zutheilen, was ich über sie weiß, dazu habe ich kein Recht,— laß uns nicht mehr davon sprechen, Margareth.“ Aber so hatte ich es nicht gemeint. „Robert lieb,“ sagte ich zaghaft,—„sei nicht böse,— aber ich glaube,— gewiß Robert,— es ist so,— jene Frau inter— essirt sich für Dich.“ s „Aber was fällt Dir ein, Margareth!— Sie weiß, daß ich verlobt bin.“ „Das braucht sie nicht zu hindern, Dich lieb zu haben. Sieh mich an, Rob, bitte!“ Er that es langsam. „Rob, kannst Du mir in meine Augen sehen und sagen, daß diese Frau Dich nicht heirathen würde, wenn ich nicht Deine Braut wäre und Du sie darum bätest?“ Robert schwieg. f ̃ „Sage, Robert, glaubst Du das wirklich? Meinst Du, sie würde Dich sonst so ansehen?“ a „Ich kann das unmöglich wissen, Margareth. Wenn ich an ein Krankenbett trete, habe ich andere Dinge zu denken als diese. „Du kannst es wissen, Du weißt es.“ „Und wenn es zehnmal so wäre, das würde mir doch nicht das Recht geben, dem Kinde meine ärztliche Hülfe zu verweigern, In diesen Dingen ist mein Beruf allein maßgebend, Margareth. „ dein Beruf— und immer Dein Beruf!“ rief ich.„Wenn ich Dich doch nun bitte,— wenn ich Dir sage, daß eine Angst auf mir liegt, sobald ich diese Frau in Deiner Nähe weiß.“— O, ich konnte es nicht so sagen, wie ich es meinte! Es kam kalt und herrisch heraus, und mein Herz schlug doch so heiß. „Es thut mir leid, daß Du so wenig Vertrauen zu mir hast,“ sagte Robert und ließ meine Hand fahren. Es klang traurig. „Nicht zu Dir, o, Rob, mißverstehe mich nicht!“ rief ich, „nicht zu Dir! nur zu mir selbst und zu jener Frau— nicht zu Dir!“ „Doch, auch zu mir,“ sagte er und blickte mit abgewandtem Gesicht aus dem Fenster.„Was Du Mangel an Selbstvertrauen nennst, ist ebenso gut Mangel an Vertrauen zu mir.— Und es ist so thöricht,— Du weißt nicht, was Du thust, Margareth.“ Dann wurde es still zwischen uns. „Du willst es also nicht thun?“ sagte ich nach einer Weile leise. Er schüttelte den Kopf.„Ich kann es nicht.“ Es war sein letztes Wort.— Webers kamen nach Hause und Robert ging bald, viel früher, als er gewollt hatte. Ich schützte Kopfschmerzen vor und zog mich auf mein Zimmer zurück. Ich konnte an dem Abend nicht mehr über gleichgültige Dinge sprechen. Wenn er doch nun weiß, wie sehr mein Herz an diesem einen Wunsch hängt,— warum kann er ihn nicht erfüllen? Ist denn das zuviel erbeten? Soll er mich nicht lieber haben, als Alles auf der Welt? Kann er nicht das fremde Kind, das ihn nichts angeht, und die Frau mit den gefallsüchtigen Augen einem andern Arzt überlassen, da er weiß, daß ich mich ängstige? Gegen wen soll ich zurücktreten, gegen den Beruf— oder gegen die Frau? O pfui, das sind häßliche Gedanken. Er hat mich lieb, er hat es gesagt, wenn auch nur ein einziges Mal. Freilich, das war, ehe er die schöne Frau wiedergesehen hatte. Wenn er mich nur heute in seine Arme genommen und gut und herzlich zu mir gesagt hätte:„Margareth, Du weißt es ja doch, daß ich nichts auf der Welt so lieb habe wie Dich.“ Warum that er das nicht? Dann wäre ja Alles gut gewesen. Aber mein Kopf thut mir wirklich sehr weh, ich glaube, ich darf nicht mehr schreiben. Sechstes Blatt. Welch' ein Tag war heute! Ich wollte, ich könnte ihn ver— gessen für alle Zeit! Aber ich glaube nicht, daß ich das jemals kann. Robert war gestern nicht gekommen. Nur ein Zettelchen mit ein paar entschuldigenden Worten hatte er gesandt. Ich wünschte, er hätte nur auf einige Minuten vorgesprochen. Lag doch etwas zwischen uns, was hinweggeräumt werden mußte. Frau Weber dachte, mir wäre nicht wohl, und pflegte mich mit Thee und Wein. Sie glaubt, daß die ganze letzte Zeit vor der Hochzeit, das Beschaffen der Aussteuer und das Einrichten der neuen Wohnung mich ermüdet. Aber das war es ja nicht, was mir fehlte. Heute nun kam Robert. Zufällig war ich allein im Zimmer. Herr Weber war ausgegangen und seine kleine Frau war eben bei der Toilette. Robert trat mit einem fröhlichen Gesicht ein, so als wenn er unser vorgestriges Gespräch ganz vergessen hätte. Ich hatte es nicht vergessen. Mich hatte es gequält, beinahe mehr, als ich ertragen konnte. f „Du siehst ja heute so zufrieden aus,“ sagte ich, als er mich begrüßt hatte. „Das bin ich auch,“ entgegnete er,„zufrieden und dankbar. Mir ist eine sehr schwierige Operation, vor der ich mich ge⸗ fürchtet hatte, weil Leben und Tod davon abhing, über alles Hoffen und Erwarten gut gelungen. Das frischt den innern Menschen auf. Ich bin gerade in der Laune, Jemandem etwas recht Liebes zu erweisen, so in der richtigen Gebelaune. Bitte etwas und ich will Dir's geben, Margareth,“ fügte er ver⸗ gnügt hinzu. s „Alles, was ich bitte, Rob?“ fragte ich schnell. „Ja,“ sagte er lächelnd,„bis zu einem goldenen Armband darfst Du gehen,— auch noch ein wenig weiter.“ Und da wollte es das Unglück,— nein, nicht das Unglück, sondern mein Unverstand,— daß ich sagte:„So bitte ich Dich, rr rr 1 8 00 * 0 8 204. Robert lieb, daß Du nicht mehr zu jener Frau gehst, vor der ich mich so fürchte.“ „Wie meinst Du, Margareth?“ entgegnete Robert langsam und befremdet,„kommst Du mir damit wirklich noch einmal wieder?“ Der fröhliche Glanz war ganz schnell aus seinen Augen gewichen. „Rob,“ sagte ich,„es hat mich so schrecklich, so qualvoll ge— peinigt die ganze Zeit. Habe dies eine Mal ein wenig Geduld mit mir und gieb mir hierin nach. Ich habe versucht, darüber hinwegzukommen,— gewiß, Robert, ich habe es gethan, aber es wollte nicht gelingen. Wenn ich die Augen schließe, sehe ich neben mein unscheinbares Ich,— und ich höre Dich wieder sagen, daß Du sie lieb gehabt hast—“ „Gehabt,“ sagte Robert mit Nachdruck. „Ich weiß es, Rob. Aber sie ist so schön und anziehend. Es kann wiederkommen.— Lieber Robert, wenn ich Dich doch so sehr bitte!“ Ich fühlte, daß ich sehr blaß war; meine Lippen bebten, aber ich wollte nicht weinen. Ich sah empor in Robert's Gesicht, und es war so bleich wie das meine. „Ich kann es nicht thun,“ sagte er, an mir vorbeisehend, „schon weil es nichts nützen würde. Daß ich treu zu Dir halte, solltest Du wissen. Weniger Ursache zur Eifersucht, wie jetzt, kann ich Dir zu keiner Zeit meines Lebens geben. Wenn Du mir das jetzt nicht glaubst, Margareth, so wirst Du es mir nie glauben. Was mein Beruf von mir fordert, muß ich thun, darin darfst Du keine Stimme haben. Margareth, wenn ich Dir heute nachgebe, so wird es morgen eine Andere sein, dir Dir Angst macht, und Du wirst abermals etwas Aehnliches von mir verlangen.“ „Nein,— o nein, Robert!“ „Doch, Margareth. Glaubst Du, daß dies die einzige schöne Frau ist, mit der mich mein Beruf zusammenführt, die einzige Versuchung,— wenn Du denn durchaus so willst,— die er mir entgegengebracht hat? Glaubst Du nicht, daß jeder künftige Tag mir neue bringen kann und wird?“ Ich sah ihn an. Mein Herzschlag stockte. Nein, ich hatte daran noch nie gedacht, nicht so wenigstens, so klar und er— schreckend. Eine große Menge von verworrenen Gedanken stürmte auf mich ein; ich konnte nicht antworten. 15 „Margareth,“ fuhr Robert fort,„wenn Du meine Frau wirst, mußt Du Dir doch klar machen, daß ein Arzt eine Aus— nahmestellung einnimmt, daß er sieht, was vor kein anderes Auge kommt, daß man ihm oft ein fast schrankenloses Vertrauen entgegenbringt, ohne daß er dies wünscht oder erwidert,— und daß er selbst nichts, garnichts dabei thun kann, als solches Vertrauen ehren, duldsam und schonend an dem Zuviel vorüber gehen und sein eigenes Gewissen rein halten. Wenn Du mir heute nicht genug Ehrenhaftigkeit zutraust, um darin den rich⸗ tigen Weg zu finden, so wirst Du es künstig auch nicht thun. Ich habe gemeint, daß Du das alles überlegt hättest und daß Du mir unbedingt vertrautest, denn das mußt Du freilich, ganz und durchaus, ohne einen Gedanken des Zweifels, denn sonst machst Du Dich und mich namenlos unglücklich. Mein Thun kontroliren, das kannst Du in Zukunft nicht. Du mußt Dich darein finden, daß ich Dir manches nicht sagen darf, was ich höre und sehe, daß mich mein Beruf mit Menschen zusammenführt, von denen ich Dir nicht spreche, Du darfst nicht, wenn Du etwas nicht durchschaust, in Argwohn und Eifersucht verfallen,— sonst geht es nicht.“ Er hatte ruhig und ganz sanft gesprochen. Ich wagte nicht, in sein Gesicht zu sehen. Dies alles, was er da sagte, war zu viel für mich. Und endlich löste ich meine fest ineinander ge⸗ preßten Hände, zog langsam, ganz langsam meinen Verlobungs⸗ ring vom Finger und legte ihn auf den Tisch. „Ich glaube, Du hast recht,— es ist zu schwer für mich, lieber Robert,“ sagte ich leise, und jetzt, da ich sprach, lösten sich langsam, aber unaufhaltsam die Thränen, die ich so lange zurückgehalten hatte, und rannen mir verrätherisch über die Wangen.„Ich glaube, es ist zu schwer für mich,— ich kann es nicht.“ Da lag der kleine Ring auf dem Tisch und glänzte im mich lieb!“ allemal ihr schönes Gesicht und ihr leuchtendes Haar, und da- Sonnenschein. Wie sonderbar er da aussah, und wie leer und kahl meine Hand! 1 „Margareth!“ rief Robert. Einen solchen Klang von Qual hatte ich noch nie in seiner Stimme gehört. 1 „Ich glaube, ich bin für Dich zu thöricht, mein Liebling,“ sagte ich, und die Thränen rannen mir immer über das Gesicht, ohne daß ich daran gedacht hätte, sie abzutrocknen. 1 „Margareth, besinne Dich,“ rief Robert wieder.„Du kannst das nicht thun wollen, was uns für immer trennt! Herr Gott, denkst Du denn so gering von mir? Und ich dachte, Du hättest „Von Dir nicht, Robert,— nur von mir.“ Ich wußte es ja, wie sehr ich mit meinem schwachen, thörichten Herzen zu 1 kämpfen haben würde, mit meiner steten Angst davor, ihm eines Tages nicht mehr zu gefallen. Der Gedanke lag so schwer auf mir, daß ich nicht darüber hinwegkommen konnte. Vielleicht war es besser, jetzt ein Ende zu machen, wo es anging, als daß ich ihn später namenlos unglücklich machte, wie er sagte. Robert sprach nicht, rührte auch die Hand nicht, den Ring zu nehmen. Ich hörte, daß er schwer athmete, aber ich wagte nicht, in sein Gesicht zu sehen. Ich nahm den Ring und wollte ihn hinüberreichen, aber meine Hand zitterte und der kleine Reif: fiel auf die Erde, ohne daß Robert sich geregt hätte, um ihn aufzuheben. Eine kleine Strecke rollte er fort, bis unter einen Stuhl, und ich kniete nieder und hob ihn auf. f Kleiner, schlichter Goldreif! mit welcher Jnbrunst hatte ich ihn geküßt, als er zuerst meinen Finger umschloß, wie hatte ich gemeint, kein Geld der Welt könnte ihn mir auswiegen,— und nun wollte ich ihn aus der Hand geben für alle Zeit! Ich sah ihn noch einmal an wie etwas unendlich Liebes, das man nie 1 mehr erblicken soll. 3 „Bis der Tod uns scheidet“ stand innenwärts eingegraben. Welch stolzes Wort,— welch liebevolles, inniges, treues 1 Wort—„bis der Tod uns scheidet!“ Robert hatte es ge⸗ sprochen, und ich hatte— damals— meine Arme um seinen Hals gelegt und meinen Kopf an seine Brust, und kein Gedan 1 war mir gekommen, daß ich einst meinen würde, ihm und mir nicht genug vertrauen zu können, bis der Tod käme. Es war, als wenn auf einmal etwas in mir weit, weit zurückwiche, was mich bisher wie ein Gespenst bedroht hatte „Bis der Tod uns scheidet.“— Was uns schied, war meine Thorheit, meine Schwachheit, mein Mißverstehen seiner großen, guten, treuen Liebe, die ich immer und immer unterschätzt hatte, so lange ich zu ihm gehörte. Ich sah auf einmal, was ich vor her nicht verstanden hatte, wie schwer, wie ungerecht ich ihn be— leidigte mit meiner Angst, er möchte mich einst nicht mehr lieb haben,— er mit seinem Herzen voll goldener selbstloser Tr „Bis der Tod uns scheidet,“— ja, das Mißtrauen, welch der Tod alles dessen ist, was edel und schön und fröhlich uns ist, das schied uns,— ich schied uns. Ich weiß nicht, ob ich dies alles gerade so dachte, aber etwas von allem dachte ich,— und dann wagte ich, langsam zu ihm emporzublicken, in sein weißes Gesicht und die ehrlich Augen, die er so traurig auf mich gerichtet hielt. a „Margareth“ sagte er,— nicht mehr. Ich lag nicht mehr auf den Knien; ich hatte die Arme um seinen Hals geschlung wie damals, und bat unter heißen Thränen, mir zu verzeih — ach, ich weiß nicht mehr, was ich sagte, aber er stieß mich nicht fort, er drückte meinen Kopf fest an seine Brust, strich mir über das Haar und sagte leise:„Margareth, Kind, weißt Du denn nicht, daß ich nie Jemand so lieb gehabt habe, wie Dich 2 „Ja, Robert, jetzt weiß ich es,“ sagte ich. Ich fühlte mich so dankbar, so geborgen. 5 Ich glaube nicht, daß die alte Thorheit nun wiederkomm wird. Sie mußte wohl erst ganz groß wachsen, damit ich recht sehen konnte. Meinen Ring trage ich wieder bleiben,„bis der Tod uns scheidet.“ am Finger. Er soll da N auffmann. 7 * Nach dem Gemälde von Hugo 5 Ertappte Wilderer. 00 r 3 3 206 Die Staatsschusterei. Humoreske von H. K. Der Finanzkalkulator Schnudel war aus Gründen, die wir diskreterweise nicht anzugeben vermögen, bisher unvermählt ge⸗ blieben. Er hatte somit keine Veranlassung, diejenigen Gebräuche von sich zu weisen, die ihn nach jeder Seite hin als Junggesellen erkennen ließen. Im Dienste war er stets in Maurerschweiß ge⸗ badet, hielt sämmtliche, im Kalender mit Rothdruck angegebenen Feiertage beider Konfessionen streng inne und verdiente im Uebrigen als guter Kollege bezeichnet zu werden. Jeder Mensch hat seine Fehler, so auch Schnudel. Man zieh ihn des Geizes, und seine Kollegen, welche den Geiz ebenfalls als die Wurzel alles Uebels erkannten, fühlten sich berufen, diese Wurzel bei Schnudel auf eine eigenthümliche Weise auszurotten. Schnudel war stets schäbig. gekleidet. Er trug mit Vorliebe schiefe oder gar keine Absätze und von den Sohlen nur die des Brandes, woher sich auch sein geräuschloser Gang erklärte. ar seine Fußbekleidung reparirt, ein seltenes Ereigniß, so fühlte er sich nicht recht behaglich und trat etwas unsicher auf. Was Hose, Weste und Rock anlangten, so war erstere zu kurz, der letztere zu lang, und beide standen in einem Mißverhältniß zur Weste. Die sichtbare Wäsche stammte aus der renommirten Leipziger Papierwäschefabrik und wurde so lange getragen, bis sie die ungewisse Farbe des dunklen Rockes sich vortheilhaft angeeignet hatte. Den Hut aber mochte der böse Teifun einem malayischen Sce-Piraten ent- und Schnudeln zugeführt haben. So glich dieser Rechnungsmensch mehr einem Afrikareisenden, der das Gastrecht eines Beduinenscheiks über die Gebühr genossen und diesen auf seinen abenteuerlichen Zügen begleitet hatte. So gern der Finanzkalkulator Touren in die reizende Um— gebung seines Wohnorts in Gesellschaft lieber Kollegen unter— nahm, so wenig wollten letztere sich dazu bewogen finden.— Während der üblichen Frühstückspause war indeß Schnudel einmal Zeuge gewesen, als man für den nächsten Nachmittag, der wegen Geburtstags des Landesherrn freigegeben werden sollte, einen kleinen Ausflug verabredete, dem sich Schnudel anzuschließen versprach. Die Tour sollte eine Stunde nach Kanzleischluß von einem in der Nähe des Finanzministeriums gelegenen Platze aus beginnen, und da man mit Bagage, das heißt mit Frauen und Würmern ausrücken wollte, versammelten sich die Theilnehmer zu einer kurzen Besprechung über definitive Zahl der Betheiligten, Ermiethung eines Omnibus u. s. w. Abends in der Kneipe, bei welcher Schnudel aus Rücksichten der Sparsamkeit fehlte. Natürlich blieb sein Fernbleiben bei den Kollegen nicht unbemerkt, und nachdem man die Tagesordnung zu aller Befriedigung er— ledigt hatte, wurde der Vorsitzende von der Majorität ersucht, ein Mittel zu finden, wie Schnudels schäbige Gegenwart bei der Partie unmöglich gemacht werden könnte. Dieser vorsitzende Kollege, Kalkulator Schneider, war, wie gewöhnlich bei solchen Dingen, nicht in Verlegenheit, und bald entwickelte er dem Auditorium mit nicht wenig Scharfsinn einen Plan, der, wenn auch nicht ohne jede Opposition, doch von der Mehrheit an— genommen und mit einem frischen Schoppen bekräftigt wurde. Am anderen Morgen, dem Tage der Partie, war Kalkulator Schneider frühzeitig in der Kanzlei und hatte eine längere Unter— redung mit dem Kanzleidiener Schlummrich. Wenn es einem unbeobachteten Zuschauer nicht aufgefallen wäre, daß Schneider am Schlusse seiner Rede dem Aufwärter ein längliches Packet übergab, so mußte er sicher erstaunt sein, dieses Verfahren bei jedem neuen Ankömmling, außer bei dem etwas unpünktlichen Schnudel zu bemerken. Ungefähr eine Stunde nach Beginn der Dienstzeit schob sich der Kanzleidiener Schummrich mit kurzem Gruße zur Thür herein. „Ihre Schtieweln, meine Härrn,“ begann Schummrich. „Endlich sein mer so weit, daß der Schtaat das bezahlen thut; erscht wullt' er gar nie d'ran. „Ach richtig,“ erwiderte Kalkulator Schneider,„ist endlich diese Vergünstigung für uns gekommen?“ „Nu nee,“ meinte Schummrich,„soll blos e' Versuch sin, was der Schwindel kusten thun thäte,“ und nach diesen Worten ging er hinaus, um gleich darauf mit einem großen Bündel wieder zu erscheinen, dem er viele Paare Hausschuhe in g verschiedener Form und Farbe entnahm. 2 Während dem Schnudel vom Kollegen Schneider ausführlich berichtet wurde, daß der Staat mit dem Plane umgehe, seinen Beamten in Zukunft die Kleidung gegen entsprechende 4 kürzungen zu liefern und mit den Stiefeln heute versuchsw beginne, waren die Kollegen dem Bündel würdevoll näher ge⸗ treten, entledigten sich dann ihrer schweren Fußbekleidung und suchten sich passende Hausschuhe aus. Als daher Schneider Schnudel nahte, waren nur noch zwei Paar Hausschuhe vor⸗ handen, von denen sich Schneider rasch das eine, die bunt⸗ gestickten nahm, dem Schnudel das andere, ein Paar wahre chinesische Flußdschonken überlassend. Ehe Schnndel die eigen⸗ thümliche Idee der Staatsregierung sich so recht überlegen konnte und vergebens bemüht war, die Kähnchen mit seinen, sonst nicht etwa zu kleinen Piedestalen auszufüllen, war Schummrich schon mit sämmtlichen„Schtieweln“ verschwunden. 1 Wir brauchen wohl nicht zu bemerken, das Schnudels Stiefel am reparaturbedürftigsten waren, und daß die Interimsschuhe desselben der Kanzleidiener Schummrich vorgeschossen hatte. Die Kollegen Schnudels ließen sich auf dessen nun folgende Erörterungen über den vorliegenden Fall nicht sonderlich ein, behaupteten vielmehr, die Anregung zu dieser Idee in den Ver⸗ handlungen des letzten Landtags suchen zu müssen, bei welchen in der That ein Abgeordneter diesen Punkt berührt hatte; nur mußten sie ihre Lachlust bemeistern, wenn Schnudel mit seinen mächtigen„Flossen“ durch das Zimmer ruderte.. Endlich ertönte vom nahen Thurme der Glocke Zeichen, daß der Schluß der heutigen Arbeitszeit herangenaht sei, und sämmt⸗ liche Beamten verfehlten nicht, mit der ihnen beim Weggehen eigenen Pünktlichkeit dem Glockenzeichen zu gehorchen, selhst auf die Gefahr hin, mitten in einer Arbeit aufhören zu müssen. Nachdem die Herren den Ort und die Zeit der Versammlung zur Partie nochmals kurz besprochen hatten, begannen die üblichen Vorbereitungen zum Fortgehen, so daß bis auf die Stiefel alles in Ordnung war. Nun erschien auch der Kanzlei⸗ diener Schummrich in der Thür und rief mit heiserer Stimme die Namen derjenigen Herren, deren Stiefel in seiner im Parterre des Staatsgebäudes gelegenen Wohnung abgeholt werden konnten. Er nannte hierbei drei oder vier Namen je verschwand und tauchte nach einigen Minuten wieder auf, un die Abberufung paarweise oder einzeln fortzusetzen, bis N nur noch der Kalkulator Schneider und sein Kollege Schnudell übrig geblieben waren. Schnudels Muth begann zu schwinden N sein Kollege beruhigte ihn aber mit der Bemerkung, daß die Stiefel wahrscheinlich viel Arbeit und Leder erfordert hätten und dies wagte Schnudel nicht zu bestreiten.. „Herr Kalkgelader Schneider,“ rief Schummrich jetzt und dieser beeilte sich, um seine Stiefel in Empfang nehmen zu können, den zurückbleibenden Schnudel mit„auf Wiedersehen, lieber Kollege,“ begrüßend. b f Schnudel war allein und vertrieb sich die Zeit damit, daß er von einer Ecke des Zimmers in die andere watete, wobei er einem Anfänger im Schneeschlittschuhlaufen zum Verwechseln glich. In gewissen Pausen schimpfte er auf die Idee der 8 gierung, den Beamten die Stiefel auf Staatskosten besohlen zu lassen, indem er einen unverhältnißmäßigen Abzug vom E befürchtete. Dann war es wieder die Unpünktlichkeit der be⸗ 70 treffenden Staatsschuster, die ihn auf so schmähliche Weise warten ließen. Zeitweilig dämmerte bei ihm auch der furchtbare Ge⸗ danke einer Verschwörung, den er aber immer noch, wenn schon 1 5 nicht ohne Mühe, niederzuhalten suchte. 3 1 Inzwischen sah man bereits mehrere Kollegen Schnudels dem 5 Orte der Versammlung mit Kind und Kegel zueilen, denn den Zeitpunkt des Abrückens war nicht mehr fern. 8. Der Kanzleiaufwärter Schummrich, dem es nach dem Plane oblag, den Abmarsch der Verschworenen in meisterhafter Weise zu decken, ohne daß der Feind es rechtzeitig bemerkte— gerade mit dem Wiederverpacken der einzelnen Hausschuhpae beschäftigt, als ein starkes Geklapper, das die Treppe herab seiner Wohnung näherte, ihn aufhorchen ließ. Plötzlich hö dieser Lärm auf und machte einem dumpfen Getöse Platz. Sch war Schummrich im Begriff hinauszutreten, als Schnudel nit 1 ,. ⏑, tl... ̃.½..½.½.—ꝛPN.—²⁰A. ⅛ẽůͥu]ęm F! ̃ T.̃—Ä‚‚] ůll!. p ́—Uè.;ẽ⁵ÿ⁰O. ð¹A . E rr. ĩ R entstellten Zügen und in Strümpfen auf der Schwelle der Wohnung erschien, in den Händen die riesigen Gondeln drohend schwingend. Trotzdem Schummrich als gedienter Soldat keine Furcht kannte, wich er doch unwillkürlich vor der so plötzlich aufgetauchten Gestalt zwei Schritte zurück. „Meine Stiefel her,“ herrschte der Kalkulator jetzt den Auf⸗ wärter an. Bitte, Herr Kalkgelader,“ erwiderte dieser,„hier sein Se' überhaupt in meiner Wohnung, da laß ich mer nich' so behandeln.“ Aber bester Herr Schummrich, ich muß doch fort,“ meinte Schnudel, roth vor Wuth, aber höflicher werdend. „Ja das glob' ich schun, hier sein de' Schtieweln,“ sagte der Aufwärter listig lächelnd und einen flüchtigen Blick auf seine alte Wanduhr werfend. Aber die Stiefel sind doch nicht besohlt?“ „Nee, besohlt sein se' niche.“ „Sie sollten aber doch gemacht werden?“ „Ja, se' sullten schun, aber se' sein's äben niche.“ „Nun, warum nicht, Schummrich?“ „Weil se' zu sehr enzwee gewesen wär'n!“— Das war Schnudeln doch zu stark; rasch zog er seine Mokasins an, schleuderte Schummrichs Latschen mit übermenschlicher Kraft von sich und stürzte ohne Gruß zur Thür hinaus, diese heftig hinter sich zuwerfend. f Als er endlich am Versammlungsorte anlangte, sah er nur 5 noch in der Ferne die von einem raschfahrenden Omnibus er— zeugten Staubwolken aufwirbeln, die ihm einen nur zu guten Beweis dafür lieferten, daß er heute doch das Opfer einer 5 gemeinen Verschwörung geworden war. Tief erschüttert in den Grundvesten seines innersten Wesens verließ Schnudel den Schauplatz des Verbrechens. Aber die moralische Züchtigung war nicht ohne Wirkung bei ihm geblieben. Schnudel war ein anderer geworden; niemals bot er seinen Kollegen wieder Anlaß zu Ausrottungsversuchen übler Wurzeln. e äkker. Das Marlboroughlied. Dieses berühmte Lied wurde im Jahre 1709 nach der Schlacht bei Malplaquet, nicht aber nach dem im Jahre 1722 erfolgten Tode des John Churchill, Herzogs von Marlborough, wie einige kritische Kommentatoren behaupten wollen, gedichtet. In jener Schlacht hatte sich nämlich das Gerücht verbreitet, der Herzog sei im Handgemenge umgekommen, und es scheint, daß irgend ein munterer Sänger ihm dieses Trauerspiel sogleich dichtete. Letzteres überlebte indeß den Helden von Malplaquet nicht; es erhielt sich nur durch Ueberlieferung in einigen Provinzen, wohin es wahrscheinlich die Krieger der Villars und Boufflers gebracht hatten. Aber plötzlich erklang es wieder im Jahre 1781 von einem Ende des Reiches zum andern. Die Königin Marie Antoinette schenkte Frankreich einen Dauphin, welchem eine Bäuerin, Namens Madame Poitrine, zur Amme bestimmt wurde, weil diese vor anderen sich durch Gesundheit und heiteren Humor auszeichnete. Wenn Madame Poitrine den königlichen Sprößling wiegte, sang sie dazu, und der Prinz öffnete die Augen bei dem großen Namen Marlborough's. Dieser Name, die naiven Worke des Liedes, die Sonderbarkeit der Wieder⸗ holungsverse und die rührende Einfachheit der Gesangsweise überraschten die Königin, und diese behielt sowohl Dichtung als Weise in ihrem Gedächt⸗ nisse. Die ganze Welt sang es nun ihr nach, und der König selbst ver⸗ schmähte es nicht, zuweilen sein„Marlborough s'en va-tzen guerre anzustimmen.„Marlborough“ erscholl es jetzt von den Gemächern des Schlosses Versailles bis zu den Küchen und Ställen; das Marlborough⸗ lied machte Furore bei Hofe, und als es sich nun auch die Pariser Bürgerwelt angeeignet hatte, zog es von Markt zu Markt, von einer Provinz zur andern, bis es endlich nach England wanderte, wo es bald ebenso volksthümlich wurde, wie in Frankreich. Goethe, der damals in f Frankreich reiste, fühlte sich von dem allgemeinen Mironton Konzerte so betäubt, daß er einen förmlichen Haß auf Marlborough warf, weil er die unschuldige Veranlassung zu dieser Gesangsepidemie geworden war. Marlborough gab nun seinen Namen den Moden, den, Stoffen, dem Kopfputze, den Wagen, den Ragouts ꝛc. Marlborough's Name war bei allen Dingen zu finden. Der Inhalt des Liedes wurde auf Volken, Fächer und Schirme gemalt, auf Tapeten und Möbel gestickt, in. Metall and Edelsteine gestochen und erschien unter allen Formen und in allen Arten. Diese Marlboroughwuth dauerte mehrere Jahre lang, und es bedurfte nichts Geringeres, als den Sturz der Bastille, um den allgemei⸗ en Lärm zu ersticken, welchen ein kleines Lied erregt hatte. Die vor längeren Jahren angestellten Forschungen nach dem Ursprunge der ebenso riegerischen als schwermüthigen Melodie, welche Napoleon J., ungeachtet einer Abneigung gegen die Tonkunst, jeder Zeit laut anstimmte, so oft —— — er sein Roß bestieg, um in das Feld zu ziehen, sind fruchtlos geblieben, und Chateaubriand's Meinung, die Melodie möge dieselbe sein, welche Gottfried von Bouillon's Kreuzfahrer vor den Malern Jerusalems ge⸗ sungen, um ihren Muth zur Befreiung der heiligen Stadt des Grabes Christi anzufeuern, kann kaum einen Glauben verdienen, da sie, aller historischen Beweise ermangelnd, auch nur Meinung geblieben ist. Noch jetzt soll sie von den Arabern gesungen werden, und man behauptet so⸗ gar, ihre Vorfahren hätten sie in der Schlacht bei Massoure gelernt, wo die Waffenbrüder des Herrn von Joinville dieselbe zu dem Klirren ihrer Schilder und zu dem volksthümlichen Schlachtenrufe:„Montjoje Saint Denis!“ gesungen haben. Dr. A. B. Abfertigung. In einem Kaffeehause zeigte ein eitler Mensch den Anwesenden einen sehr schönen Ring. Ein Maler hatte an den Steinen mancherlei auszusetzen.„Was reden Sie da,“ rief der Andere ärgerlich, „Sie verstehen ja nur mit Pinseln umzugehen!“ Ruhig antwortete der Maler:„Augenblicklich ja, aber sonst auch mit vernünftigen Menschen.“ H. R. Verschnappt. Ein Bücherfreund bat einen Bekannten in Leipzig, er möge ihm verschiedene Bücher kaufen. Aber dieser führte aus Nachlässig⸗ keit den Auftrag nicht aus. Als der Nachlässige später seinem Freunde auf der Straße begegnete, sagte er zu ihm:„Den Brief, welchen Du mir der Bücher wegen schicktest, habe ich gar nicht erhalten.“ H. R. Guter Trost. Während der französischen Revolution fuhr ein Jako— biner in einem Lohnwagen, welcher einem Kutscher gehörte, der durchaus nicht jakobinisch gesinnt war. Unterwegs liefen sie Gefahr, im Gedränge von anderen Fuhrwerken umgeworfen zu werden.„Ach, ich werde ge— rädert!“ rief der Herr. Der Kutscher drehte sich um und sagte:„Heute noch nicht!“ H. R. Wiedervergeltung. Seefahrer aus Dieppe hatten schon ein Jahr⸗ hundert vor Vasco de Gama Niederlassungen an den südamerikanischen Küsten angelegt. Später gründeten zwei Skandinavier von Dieppe mit Namen Anher und Verazan die Stadt Quebeck in Canada. Auch war Ribaud der erste Franzose, der in Florida landete, aus Dieppe gebürtig. Diese Expedition wurde unter dem Oberbefehl des Admirals Coligny unternommen, in der Hoffnung, daß diese neuen Ansiedelungen seinen protestantischen Brüdern als Zufluchtsort für die Verfolgungen der Katholiken dienen würden. Philipp II. von Spanien erinnerte sich, daß etwa fünfzig Jahre früher ein Spanier an den Küsten von Florida ge⸗ landet hatte. Aus diesem Grunde nahm er das Land als sein Eigen⸗ thum in Anspruch, schickte eine Flotte hin, eroberte die Niederlassung, und was nicht im Kampfe mit dem Schwerte niedergemetzelt wurde, wurde aufgehängt. Um den König von Frankreich nicht zu erzürnen, schrieben die Spanier an den Galgen: „Nicht als Franzosen, sondern als Ketzer!“ Es verfehlte aber diese sophistische Bemerkung ihren Zweck. Ein gewisser Dominik de Gorgues sann auf Rache, verkaufte seine Besitzungen, warb eine Menge Gleichgesinnter an, rüstete eine Expedition aus, welche nach Florida segelte und die neuen spanischen Kolonisten bis auf den letzten Mann vertilgte. Auch er ließ solche zur Wiedervergeltung aufhängen, und die Galgen erhielten die Zuschrift: „Nicht als Spanier, sondern als Meuchelmörder!“ NM. Gut bedient. Zwei Studenten machten sich gern über Andere lustig. Eines Tages begegneten sie einem Müller, nahmen denselben in ihre Mitte und wollten ihren Spaß mit ihm treiben.„Lieber Freund,“ be— gann der Eine,„sagen Sie uns doch ganz aufrichtig, was sind Sie mehr, ein Esel oder ein Narr?“ Trocken erwiderte der Müller:„Ich weiß das wirklich selbst nicht so genau, aber ich glaube, ich stehe zwischen beiden.“ 0 8 Kindermund. Ein Backfisch streitet mit einigen Bekannten über den Werth eines Buches.„Haben Sie es denn gelesen, mein Fräulein?“ wendet sich endlich einer der anwesenden Herren an die Streitlustige.— „Ich nicht, aber— meine Großmutter!“ M-tz. Angenehme Art einen Streit zu schlichten. Quintaner Eberhard ist in Schlesien auf der Kynsburg gewesen.„O,“ erzählt er, erfüllt von dem Berichte des Führers,„dort lebte vor langen, langen Jahren ein Edelfräulein, um das sich zu gleicher Zeit zwei Ritter bewarben. Um aber dem Streit endlich ein Ende zu machen, warfen sie das Edel⸗ fräulein von den Zinnen der Burg hinab in den Schloßhof, wo sie zerschmetterte.“ Mtz. „Junge!“ donnert der 0 Vater den kleinen Karl an, der auf dem Spaziergauge rückwärts gehend vor den Eltern hertänzelt—„Du wirst noch rücklings hinstürzen und Dir tüchtig die Nase zersahlagen!“ tz. Ex ungue leonem!„Wie finden Sie dieses Bild?“ fragte man einen Kunstkenner vor einem Laden, wo neben Kunstsachen ein Gemälde stand.—„Ex ungue leonem!!(Aus der Klaue erkennt man den Leuen)“ lautete die Antwort.—„Das ist Scherz, Herr Doctor.“—„Keineswegs, 7722 ²˙dͤwuu...—LÄ?ͤ—ũ0: 737272 n lautet doch die Uebersetzung:„Aus der Klaue erkennt man den Laien.“ W. G. 1755 . 8 5 8 S r 1 A 9** ꝓb;!! TT 2 8 5 f V 208. Frönigspromenade. Schach. Problem Nr. 513 von F. Schrüser in Bamberg. (Den„Münchener— entnommen.) erde der te sar⸗ näch⸗ fehlt anf be r 0 ber. 0. 22 N* VV 25 10 1 25 0 in die te⸗ ge ster eh sie der des le- bens noth schlech⸗ tung men blu alle er⸗ schloß 7 2 1, wenn dich 15 15 5 ö 1 4 S* 1 4 1 9, einst die er- dern wan- dann wer- 5 8 ee. ben de . t. a* * 3 2* N 5. a U Logogriph. mel Wir sind der Brüder uns'rer zwei Ich bin euch nah, wenn euch der Weiß zieht an und setzt mit dem dritten 55 Matt. Und wandeln nie vereint hinieden, Himmel, 5 Sind himmelweit, wir sagen's frei, Durch schwere Leiden furchtbar prüft! Problem Nr. 507. Motto:„Purity and Economy“. Stets von einander unterschieden; Doch ich, dem gerade in der Mitte 1) Sd?2—e4 Kdg— c: B Kdäd—el Ich, der ich euch stets nahe bin, Das M, das Schreckensvolle, fehlt, 2 Df d beliebig. 2) S4 def Ke d 4 Mit einem M in meiner Mitte, Begleite euch auf jedem Schritte, 3) b2—b3f 3] DIZ dz(Le? Verfolg' euch durch das Leben hin, Wenn Lust und Freude euch beseelt; Ein den beiden vorstehenden ebenbürtiges Spiel ergiebt sich, wenn der Springer als O glaubt's, auf jedem eurer Schritte. Ich bin euch„nah im frohen Kreise, widerung auf den einleitenden Tempozug 128 net; 9 Deaf Keie bes Mau, Ich bin euch nah, wenn auf der Reise Beimunt'rer J ih den heiten e. der Dame ist ebenso wie das Matt 25 52 bg und Dae von ladelloser A. 5: eit. Ein etwas minderwerthiges Nebenspiel ist: 1). 6 45 2 Scöf Kea 3)“ U. Durch s Leben euch die Krankheit Auch nah' ich mich dem heitern Greise,[Der Mangel an Schwierigkeit faut bel dlesem äußerst zierlichen Stüachen wenig in plagt, Der kaum des Alters sich bewußt.]— Die Lösung wurde* von Dr. 8.80 in G, Th. 500 in B. Ur. Weh Wenn? ittwen weinen, wenn die Wohl Allen, Allen, die mich treiben,. Mae in K. in Gl gron in B., G. Sütterlin in H., G. Chocholous in B. Waise Die meinen Bruder nie gekannt; g 8— Verzweifelnd ihr Geschick beklagt. Doch leider! stets bei euch zu bleiben 5 N Ich bin euch nah' im Schlacht- Ward ich vom Himmel nicht gesandt. 1 90 0 N J. K 51 und C eee getümmel, Wo ich entfliehe, stellt sich fein 2 K07—d6 186—esl 20 Ker is Th7—a7: Wenn euch des Feindes Waffe. Gewiß sogleich mein Bruder ein! 3 D774 Les—f7: 3 706 Kes- 7 4) SdS beef 4 08 Die besten Nebenspiele sind 1).. Ke7 2) Kbsft K sg, 3) Tett Ke(Ses) 4 Des Aritzmetrische Aufgabe. Matt 9 9 5 eg 0 0 dee Hr, 2, Ke 1— Sd. 5b e ec und der N Die Zahlen von 1—49 sollen in ein Quadrat von 49 Feldern so 9 5 600 Meal g 5 2 2 Sed egwingt diet bus ir Be n 5 r 9 2 es vertheilt werden, daß jede senkrechte wie wagerechte, sowie auch die beiden Daz Kcs 4) Ses Matt Nuß gleichgultige 9 Jag kann Weiß mit einem stillen g; a ch 46, c6, 56 oder bs) fort d das Abzugsmatt erfolgt alsd Diagonalen die Zahl 175 1 5 2———— Eon bung. 115 daß dreülgdger Sebi 3 L067 1 J 56 oder bsh Ke 4) De7 Matt. Der schwarze Läufer 81 und die Bauern es und für dle e der beiden Hauptspiele entbehrlich, jedoch nothwendig zur e 2 8 Variante 1).. Seo 2, Kcol ꝛc.— Die Lösung wurde angegeben von Dr, Knopf in i W. Kron in B, G. Chocholous in B, L e in Gl. und F. Mol er K Aus folgenden Ziffern sind fünf Worte zu bilden, deren Anfangs— und Endbuchstaben, von oben nach unten gelesen, zwei Schlachtenorte Nuts der er Schach well. aus dem deutsch⸗ französischen Kriege 1870,71 ergeben. 5 5 32 1 1— 8 2 5 g een Ein Kanton in der S hweiz. ayerischen achbundes, welcher in diesem Jahre in Nürnberg abgehalten u e 2 5 den 5 August, eröffnet wird, ist erschienen. Bis jetzt sind drei Turniere bestimmt e Eine Faröerinsel. ein Meisterturnier, welches nur für die deutschen Meisler offen ist, mit vier Preisen in 2 die ennie 2s lien Einen männlichen Vornamen. Einen weiblichen Vornamen. Einen Held des Nibelungenliedes. von 500, 300, 200 und 150 Mark bei einem Einsatz von 15 Mark, ein Hauptturnier Mitglieder des bairischen und deutschen Schachbundes, gleichfalls mit vier Preisen, 3 150 und 120 Mark, und ein erstes Nebenturnier. welches für Jedermann offen ist und e der Betheiligung in Gängen oder Grupren gespielt wird, mit vier Preisen von 80 bi 1 zu 20 Mark bei einem Einsatz von 5 Mark. In dem Hauptturnier ist die S 1 dem Meisterturnier, indem jeder Theilnehmer mit Jedem eine Partie zu spielen at; geht jede Aufloͤsung des Logogriph in voriger Nummer: Kanton, Anton;— N 777 augen pd, 1 Lese des e e. A e lehrt Euch Git 1 8 1. Orion, die Mitglieder des bairischen Schachbundes beträgt der Einsat 9 für die des deulse 2. Romanze. Dryaden. Niemen. Usteri. Nikolajew. 1 0 10 8 n 3. l Züge. a airischen Schachbundes erwerben die Ber ung zur nahme am Kongresse J. 7. Gemse. 8. Lens. 9. Cpistopot 10. Hari. 11. Resle. 12. Teplitz. ganze Dauer durch Lösung einer Rarte zu 10 Mark, en werden Tags N E 13. Erich. 14. U- e; der r Charade: Einfluß;— des Kreuz- ausgegeben. Die Anmeldungen zu den Turnieren find srätestens bis zum 31. Ju Rathsels: Vorsitzenden, Herrn Max Kürschner, tgl. Postofficial, Nürnberg, zu A n n eee, 5 In dem Vorgabeturnier, welches am 5. Juni im britischen Schachklub seinen 5 K N 8 hat, spielen die folgenden acht Meister in der ersten Klasse: Bird, Blacb uf M. Gattie, Gunsberg, Mason, ortimer, Pollock und d Ide KI. K—— muß wöchentlich drei Partieen spielen. An Pressen kommen 35 Pfund S 85 zur Vertheilung. 0 „ 5 1 1 15** B E R N 8 + E IN Nach Mittheilungen amerikanischer Blätter beabsichtigen Masor Hanham,* 05 R A L S 4 N III und Kapitän Mackenzie an dem 1 in ane theilzunehmen. 1 5 —*— 2** CHR IIEIMHII ILD 5 Briefwech el 5 F 0 Th. K. in B. In Nr. 508 scheitert der Versuch 1) Ke Scß 2) Def Seat 2 ö Sei- de nebst Scs)— Auf Ihre Anfrage vor einiger Zeit hätten wir gern direlt f E N 7 wenn uns Ihre genauere Adresse noch bekannt gewesen wäre, hier nur so viel, daß Stadt 2 weit von Braunschweig entfernt ist. — Ch. in B. Zuschrift mit Veilrägen mit bestem Dank erhalten. 5 B EI 25. Kark in B. Ipre richtige Lösung zu Nr. 504 ist uns etwas zu spät zu . G. S. in B. Der Beitrag ist zur Aufnahme in einer der nächsten Numm Ses Druck und Verlag der„Volls⸗ Zeitung Akt. Gel. in Berlin,— 105.— Verantwortlicher Redakteur: R. Elcho in Berlin, Lützowstr. 105.