zu den Oberhessischen UMachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden „Wahlingen, eine Minute Aufenthalt!“ ö Der an der Windseite mit einer dicken Schneeschicht bedeckte Zug hielt vor einem unscheinbaren Stationsgebäude. Einige Coupeethüren wurden geöffnet, dann wieder hastig zugeschlagen, Beamte liefen hin und her, der Ruf„Fertig“ erscholl, ein kurzes Läuten, ein schriller Pfiff, und heftig prustend und schnaubend setzte sich die Maschine wieder in Bewegung. Zwei Personen waren dem Zug entstiegen. Ein großer, etwas mürrisch dreinschauender, junger Mann, schritt, sein Handköfferchen selber tragend, sogleich an dem Bahnhofsgebäude entlang, bog dann um dasselbe herum, um zu der hinter demselben vorbei⸗ führenden Chaussee zu gelangen. Währenddem mühte sich ein bis über die Ohren in einem altmodischen Pelzmantel steckendes, junges Miädchen damit ab, verschiedene Schächtelchen, Reisetaschen und Necessärs, die auf dem Perron umherstanden, auf seine Arme zu laden. Ein Bursche, derselbe, der soeben die Signalglocke in Bewegung gesetzt, kam herzugesprungen, blies sich in die blau⸗ gefrorenen Hände und half der schon laut Aufseufzenden die immer wieder zu Boden gleitenden Gegenstände in den Warte— saal des Bahnhofgebäudes tragen. a „Ist der Postwagen noch nicht da, der mich nach Ueberdingen bringen soll?“ war die erste Frage, welche die helläugige, junge Dame an ihren Begleiter richtete, nachdem sie in dem nothdürftig durchwärmten Zimmer wiederum ihre sämmtlichen Effekten auf den Boden gesetzt hatte. 5, natürlich!“ lautete die schnell gegebene Antwort.„Die gelbe Kutsche steht schon seit einer halben Stunde da draußen, weil sich doch schon der Zug, des großen Schneefalls wegen, um zwanzig Minuten verspätet hat!“ „Nun dann, bitte, führen Sie mich schnell hin, sonst fährt am Ende der Kutscher ohne mich davon!“ Lachend willigte der Bursche ein. Auf's neue lud er sich und dem Fräulein das außerordentlich zahlreiche Handgepäck auf und schritt dann zu jener Thür hinüber, die zur Chaussee hinaus führte. Richtig, da stand die Postkutsche. Aber der Kutscher saß schon oben auf dem Bock, und schien nicht übel Lust zu haben, sich gleich auf den Heimweg zu machen. „Holla, Schwager, hier bringe ich noch eine Dame, die vor⸗ giebt, Anspruch auf einen Platz in Eurem Wagen zu haben!“ rief der Bursche.„Ist das richtig?“ „Freilich, zwei Plätze sind bestellt!“ antwortete der Postillon und kletterte dabei von seinem hohen Sitz herunter.„Bitte, steigen Sie nur ein, Fräulein!“ Der Bursche hatte indessen diese Aufforderung gar nicht ab⸗ gewartet. Er hatte bereits den Kutschenschlag geöffnet, und schon Gießen, den 23. Dezember. Das Marzipanherz. Eine Weihnachtsgeschichte von Bruno Köhler. einige seiner Schachteln in den Wagen hineinbefördert, als plötzlich eine grollende Männerstimme darin laut wurde. „Können Sie sich denn nicht vorsehen? Sie werfen mir ja Ihre Gepäckstücke an den Kopf!“ Mit einem lachenden:„Verzeihen Sie, mein Herr!“ suchte die herzutretende junge Dame den in einer dunklen Ecke sitzenden Passagier zu entwaffnen und zugleich den Uebereifer ihres Be⸗ gleiters zu entschuldigen. Doch ihr freundlicher Gruß, den sie — ihren Platz im Wagen einnehmend, an ihren Mitreisenden richtete— es war der junge Mann, der mit demselben Zug wie sie soeben angekommen— wurde mit einem wenig liebens⸗ würdig klingenden.„Guten Abend!“ erwidert. Offenbar ver⸗ stimmte den Herrn das viele Handgepäck seiner Nachbarin, das ihn allerdings wesentlich in der Ausdehnung seiner Gliedmaßen hindern mußte. Ohne sich indessen durch den beinahe unfreundlichen Empfang im Geringsten beirren zu lassen, machte sich es die junge Dame sogleich im Wagen bequem. Sie holte einen großen, un⸗ schönen Fußsack hervor, in dem sie ihre kleinen Füßchen verbarg, zog ein weiches Kopfpolster aus einem Täschchen und lehnte das— selbe in eine Ecke des Rücksitzes,— den Vordersitz hielt ja der junge Mann in Besitz, der den Standpunkt zu vertreten schien, daß der Zuerstgekommene stets das Recht habe, sich auch den besten Platz auszusuchen.— Eben war die junge Dame im Begriff, sich ihres einfachen Pelzbarettes zu entledigen, als sie einen Schreckensruf ausstieß. „Was giebt's denn?“ fragte der Herr laut. „Mein großer Koffer ist ja noch nicht auf dem Wagen, ich habe ja noch den Gepäckschein in der Tasche!“ „Somit trifft Sie doch nur allein die Schuld, daß— wir hier noch länger warten müssen!“ Die junge Dame war von dieser Logik völlig überzeugt, das bekundete ihre schnelle Zustimmung. Sie hatte aber auch sogleich den schon geschlossenen Kutschenschlag wieder geöffnet und rief den noch auf den Stufen der Thür stehenden Burschen zu sich heran. Ein mit dem Gepäckschein zugleich in seine Hand ge— drücktes Geldstück ließ ihn flugs zur Gepäck-Expedition eilen und den vergessenen Koffer herbeischleppen. Binnen wenigen Minuten war die mit schweren Eisenbeschlägen versehene Truhe oben auf das Verdeck des Wagens geschnallt, und der Postillon wieder auf seinen luftigen Sitz hinauf geklettert. Ein lustiger Peitschenknall und der Wagen setzte sich in Bewegung. Ein gemurmeltes:„Endlich, Gott sei Dank!“ des Herrn verlor sich in dem quietschenden Geräusch der Räder. Es mochte kaum halb fünf Uhr Nachmittags sein, und doch war schon die Dämmerung so weit hereingebrochen, daß die beiden Reisenden im Wagen nicht mehr im Stande waren, ihre — — .————̃ ͤ—— e 2 . 8 2 2 32388 7 4 4 * 5 410 Gesichter zu unterscheiden. Kein Wunder, man schrieb den drei⸗ undzwanzigsten Dezember— morgen war„Weihnachts heiliger Abend“. Eine dichte Schneedecke lag über die Landschaft aus⸗ gebreitet, und dichte Schneemassen hingen noch in der Luft, die nur auf den Augenblick zu harren schienen, wo sie sich ebenfalls auf die Erde herniedergleiten lassen konnten. In der Postkutsche herrschte tiefes Schweigen. Das Fräulein hatte sich noch ein Plaid über die Kniee gebreitet und dann stumm in die Ecke geschmiegt. Aber die Stille und das Stillsitzen schien der jungen Dame durchaus nicht zu behagen. Sie preßte ihr Gesichtchen an's Fenster und starrte in die schneeige Winter⸗ landschaft hinaus. „O, welch' tristes Wetter!“ murmelte sie halblaut vor sich hin. „Nicht wahr, man fährt nach Ueberdingen vier volle Stunden!“ fragte sie dann plötzlich nach jener dunklen Ecke hinüber, in der sie ihren Mitreisenden vermuthete; sehen konnte sie ihn ja nicht. „Vier Stunden fünfzehn Minuten!“ schallte es prompt aus dem finstern Winkel hervor.„Reisen Sie auch nach Ueberdingen, mein Herr?“ „Zu dienen!“ „Dann haben wir ja dasselbe Reiseziel!“ „So?— das ist ja sehr hübsch!“ Der Ton, in dem der junge Mann das sagte, schien eher das Gegentheil anzudeuten. a Eine längere Pause trat ein. Der Herr sah rechts, die Dame links zum Fenster hinaus. Die Chaussee ging plötzlich stark berg⸗ ab. Der Postillon mußte tüchtig bremsen; dadurch gerieth der Wagen in eine hüpfende Bewegung. a. „Hu, wie abscheulich ist das!“ wagte das Fräulein in etwas ängstlichem Tone zu äußern. „Können Sie das Rückwärtsfahren nicht vertragen, mein Fräulein?“ ließ sich der junge Mann, in weniger kurzer Art, vernehmen. f i „Hm— ich weiß nicht, mein Herr; aber ich muß gestehen, beim Bergabfahren ist es nicht gerade sehr angenehm!“ „Und wir haben noch viel derartige Straßensenkungen zu überwinden!“ „Ja, ja— ich weiß!“ „Sie waren schon einmal in Ueberdingen?“ „Ja— im vergangenen Sommer!“ „Nun also— dann ist es doch wohl besser, wenn Sie meinen Platz einnehmen würden.“ „Genirt Sie aber auch das Rückwärtsfahren nicht?“ „Durchaus nicht!“ „Sonst finden wir ja Beide auf dem Vordersitz Platz!“ „Bitte, bitte, es ist Ihnen doch jedenfalls sehr angenehm, Ihr Handgepäck gleich zur Hand zu haben!“ Aus den letzten Worten klang wieder ein leichter Spott, ein gewisses Mürrischsein hervor. Als sich der junge Mann im gleichen Augenblick erhob und sich auf den Rücksitz setzte, nahm die junge Dame den Platz auf dem Vordersitz ein. Der Herr hatte sogar die Freundlichkeit, ihr bei diesem„Umzug“ behülflich zu sein. „Rauchen Sie denn nicht, mein Herr?“ fragte sie plötzlich, nachdem sie es sich auf ihrem neuen Platz bequem gemacht. „O, ja, mein Fräulein. Indessen hielt ich es nicht für statt⸗ haft, mir hier im Postwagen in Ihrer Gesellschaft eine Zigarre anzuzünden!“ „O, meinetwegen brauchen Sie sich nicht zu geniren! Ich rieche eine gute Zigarre recht gern, und ich setze ja voraus, daß Sie kein allzu schlechtes Gewächs rauchen werden, nicht wahr?“ „Gewiß nicht!“ gab lachend der Herr zurück. „Nun also! Wenn es gar zu toll wird, können wir ja dieses Fenster ganz öffnen!“ „Ich werde, um Ihren Geruchsinn nicht zu beleidigen, eine echt Importirte rauchen!“ „Das ist schön!— Haben Sie auch Zündhölzer? Hier ist eine Schachtel kleiner Wachslichter!“ „Ich danke, mein Fräulein!“ „Einen Fidibus brauchen Sie ja nicht; der gehört nur für eine lange Pfeife. Oh, und eine solche sieht abscheulich aus!“ Die beiden Insassen des Wagens waren plötzlich einander nicht mehr fremd. Und, seltsam, Beide überraschten sich dabei, daß sie beim Aufflackern des Zündholzes, mit dem Mann die Zigarre in Brand setzte, einander forschend sicht blickten. „Hm, er sieht eigentlich gar nicht so brummig aus, v sich Anfangs zu benehmen schien!“ sagte die junge Dame da u sich. 5 Welch bübsches Gesicht!“ dachte der junge Mann, seine Hand unwillkürlich glättend über seinen Scheitel fuhr. Plötzlich hielt die Postkutsche vor einer Schenke. Meile war zurückgelegt, und laut Dienstvorschrift zündete Postillon die Lampe im Wagen an. Als nach einer kurzen die Pferde wieder ihren Trab aufnahmen, hatten die beiden Leute Muße, sich gegenseitig aufmerksam zu beobachten. Die junge Dame hatte ihren langen unförmlichen P den ihr, wie sie lachend verrieth, ihre fürsorgliche Wirthin g halb geöffnet, und ließ dadurch ihr beinahe dürftig zu nem Kleid sehen, das jedoch eine herrlich geformte Büste un Das leicht gewellte, nußbraune Haar umrahmte ein Antlitz, das sich nicht durch klassische Linien, wohl aber durch einen unb i lichen Zug von Liebenswürdigkeit auszeichnete. Ein schalkhe Lächeln zwinkerte beständig aus den großen blaugrauen Au hervor, und um den rosigen Mund der kaum Zwanzigjähr thronte eine frohe, scheinbar durch nichts zu erschütternde Lal Das lange, etwas blasse Gesicht des jungen Mannes ver sogleich den Denker. Etwas Forschendes, Fragendes blickte aus seinen braunen Augen, und wiederum ein Schatten von Me⸗ lancholie. Das dichte blonde Haar war sorgsam gescheitelt, un man sah es dem ganzen Aeußern des jungen Mannes an ein peinlicher Ordnungssinn, eine beinahe pedantisch zu u Wohlerzogenheit sein ganzes Wesen völlig durchtränkt h Seine mit tiefer, sonorer Stimme hervorgebrachten Worte klang stets, als seien sie erst völlig und in ihrer ganzen Tragweit erwogen. Da war nichts Plötzliches, nichts Hastiges, nichts Jugendliches in dem Manne, der, kaum am Ausgat Zwanziger stehend, doch stets bemüht war, seinen durchgeiste vornehmen Zügen eine altväterische Würde und steife haltung aufzudrücken. 47 „Sie reisen vermuthlich auch nach Ueberdingen, um das schö Weihnachtsfest im Kreise froher Menschen zuzubringen?“ im Laufe des Gesprächs die junge Dame. 5 „Ja.— Und der gleiche Zweck führt Sie nach jenem Städtchen?“ fragte der junge Mann. „Freilich! Ich besitze dort zwei ganz entfernte Verr einen alten Herrn und dessen Frau, die mich eingeladen das Weihnachtsfest in ihrem Hause zu verbringen. Beide wi daß ich ganz verlassen in der Welt stehe, und wollen mir einmal eine Weihnachtsfreude bereiten. Ich war schon im Som bei ihnen zum Besuch— auch im vorigen Jahr, als meine M gestorben, brachte ich vierzehn Tage bei ihnen zu. Ich wäre länger dort geblieben— und sie wollten mich auch 15 fort⸗ lassen; aber ich mußte wieder nach K. zurück, wenn ich nicht gewärtig sein wollte, meine sämmtlichen Schülerinnen zu verlieren. Ich bin nämlich Klavierlehrerin. Aber halt— ich muß Ihn doch etwas zeigen— und Sie können mir vielleicht guten Rath geben!“ So, mitten in ihrem Geplauder abbrec machte sich die junge Dame plötzlich damit zu schaffen, eine H tasche aufzuschließen und mehrere, sauber in Papier eingeschla Gegenstände daraus hervorzuholen. Ihr Gegenüber folgte f jeder ihrer Bewegungen, und war so von ihrer liebenswürdigen, natürlichen Art zu plaudern gefesselt, daß er vergaß— seine Cigarre in Brand zu erhalten. Eine Thatsache, die er indeß wiederum gar nicht zu bemerken schien. 2 „Sie sollen mir nämlich entscheiden helfen,“ hub sie wiede an,„wie ich meine Geschenke recht passend vertheile. Für die beiden lieben alten Leute wußte ich ja etwas zu finden. 2 es sind noch zwei Söhne da, denen ich doch auch eine Klein mitbringen wollte, und da war ich eigentlich recht in V was ich den jungen Herren kaufen sollte.* auch Über zeugt, daß ich das Unpassendste gewählt habe. hen Sie nur! Die junge Dame zog aus einem mit ier umwickelte Karton einen zierlichen Brief Karten⸗Blok hervor. i „Wie gefällt Ihnen das, mein Herr?“ 411. ee „O, ich finde diesen Gegenstand als Geschenk ganz entsprechend, wenn er auch—“ a „Mehr auf den Schreibtisch einer Dame, als auf den eines Mannes gehört! Das wollten Sie doch sagen?“ „Ja, ich fürchte, er ist etwas zu zierlich gewählt!“ „Ja, daran ist mein Geschmack schuld. Er war mir beinahe noch nicht hübsch genug.— Aber da nun schon mein scheinbar vernünftigstes Geschenk keine Anerkennung gefunden hat— fürchte ich— wird das zweite gänzlich von Ihnen verworfen werden!“ Mit drolliger Verlegenheit und wirklicher Bekümmerniß in ihren Mienen brachte die junge Dame jetzt eine große flache Schachtel zum Vorschein. „Ei, was ist denn da drin?“ fragte der junge Mann sichtlich be⸗ lustigt, und neigte sich näher zu seinem hübschen vis à vis hinüber. Ohne ein Wort zu erwidern, hob die junge Dame den Deckel von der Schachtel. Inmitten einer rei—⸗ zenden Garnirung von goldenen und silbernen Nüssen lag ein großes, reich dekorirtes— Marzipanherz. „Das ist doch gewiß kein Präsent für einen jungen Mann?“ sagte sie darauf und heftete dabei ihre hellen, großen Kinderaugen mit bei— nahe traurigem Ausdruck auf ihr egenüber. „Ei, das finde ich durchaus nicht!“ rief der Gefragte munter.„Das ist ja ein herrliches Geschenk. Ein so zuckersüßes Herz ist Jedem will⸗ kommen!“ „Wirklich? O, das freut mich! Ich hatte eigentlich eine Torte be⸗ stellt— aber die waren schon alle vergriffen, und so schickte mir der Konditor dieses Herz. Unsere Stadt ist ja berühmt wegen ihres Mar⸗ zipaus, und ich dachte mir, in dieser Gegend wird man, der Seltenheit wegen, große Freude daran haben!“ „Freilich wird man das. Aber welcher der beiden jungen Herren wird denn nun— das Herz be—⸗ kommen!“ „Hm, das weiß ich noch nicht!“ „Jedenfalls der— den Ihr Herz bevorzugt!“ „Hahaha— das ist möglich!— Uebrigens kenne ich bis jetzt nur einen der jungen Männer. Der. zweite war seit vier Jahren nicht daheim. Er hat aber für dieses Weihnachtsfest seinen Besuch angekündigt und wollte schon am vergangenen Sonntag bei seinen Eltern eintreffen!“ „So?! Dann wäre er somit schon vier volle Tage daheim. — Ah— sagen Sie, mein Fräulein, ist es eine Indiskretion, wenn ich mich nach dem Namen dieses jungen Mannes zu er⸗ kundigen wage?“ „O durchaus nicht. Er heißt Dr. Franz Harder!“ „Oh!“ Ueber des jungen Mannes Gesicht huschte ein eigen⸗ thümliches Lächeln. Schnell fragte er:„Das ist der Professor an der Sternwarte in S... 2“ „Ganz recht! Sie kennen den Herrn?“ „O, sehr genau! Er ist mir befreundet!“ „Nicht möglich! Haben Sie ihn auch vier Jahre lang nicht gesehen?“ „Hm— nein— ganz so lange wird es wohl nicht her sein!“ „War er denn— wie Sie ihn zuletzt sahen, auch schon so leidend?“ i „Leidend? Hm— nicht daß ich wüßte!“ „O, jetzt soll es dem Aermsten sehr schlimm gehen!“ „Ah, Sie erschrecken mich, mein Fräulein. Woher haben Sie diese Nachricht?“ Weihnachtsstimmung. Von C. Koch. „Von seiner eigenen Mutter!“ „Die schrieb Ihnen, daß er krank sei?“ „Krank?— Nein, das Wort hat sie wohl nicht gebraucht; aber, da Sie ja der Freund des Herrn Doktors sind, begehe ich wohl keine Indiskretion, wenn ich Ihnen die Zeilen vorlese, die mir die Frau Amtmann Harder über ihren Sohn schrieb. Zu⸗ dem geben mir ja Ihre Fragen über den jungen Mann den 8 Beweis, daß Sie großen Antheil an seinem Wohlergehen nehmen!“ „Den größten, den größten!“ bestätigte der junge Mann lebhaft. „Hier habe ich ja den Brief, hören Sie:„Sie werden also diesmal auch die Bekanntschaft meines ältesten Sohnes machen, liebe Therese, und ich bin recht neugierig, wie er Ihnen gefallen wird. Vier Jahre haben wir ihn nicht mehr gesehen— welch eine Ewigkeit das ist, kann nur ein Mutterherz völlig begreifen. Er ging damals nach Hamburg, um sich einer wissenschaftlichen Ex— pedition zur Beobachtung des be— rühmten Venusdurchgangs anzu⸗ schließen. Ein volles Jahr hat er sich darauf in Indien aufgehalten. Als er nach Europa zurückkehrte, nahm er eine Stellung an der Stern⸗ warte in S. an. Von dieser Zeit an datirt nun das Uebel, von dem ich Ihnen berichten will.“ „Da bin ich wirklich begierig!“ warf der junge Mann halblaut da⸗ zwischen. „In seinen Briefen machte sich plötzlich eine so weltschmerzliche Stimmung geltend. Eine Melancholie durchzitterte all' seine Worte. Er sprach nie davon, daß er fich unglücklich— oder krank fühle, aber wir erhielten mit jeder Zeile die Nachricht, daß er einer tiefen Gemüthsverstimmung zum Opfer gefallen. O, und das soll ein schlimmes Leiden sein.— Es mußte ja aber so kommen— ich hab' es immer befürchtet. Denken Sie doch nur, liebe Therese, mein Franz ist jetzt nahezu dreißig Jahre alt, und hat bis jetzt nur immer studirt, gelernt, in die Bücher und an den Himmel geguckt. Was auf der Erde und im täglichen Leben vorgeht, ist ihm bis jetzt völlig fremd geblieben. Er weiß gar nicht, daß ö die Erde auch Freuden zu bieten vermag, und vertrauert über seiner todten Wissenschaft sein junges Leben. Der jahrelange Aufenthalt auf der Sternwarte— die ab⸗ seits von jeder menschlichen Behausung liegt— hat ihm den Rest gegeben, der Ausschluß von dem Verkehr mit Menschen hat ihn zum Hypochonder, zum Menschenfeind gemacht! Wir haben darauf bestanden, daß er um einen längeren Urlaub einkam und zu uns zurückkehrt. Und wir haben uns auch vorgenommen, ihn nicht eher wieder fortzulassen, bis er von seinem Trübsinn, von seiner Me⸗ lancholie geheilt ist! Liebes Fräulein Therese, ich habe Ihnen recht viel von meinem Franz erzählt— aber ich that es, damit Sie auf seinen„schlimmen Zustand“ vorbereitet sind und uns mit Ihrem Rath unterstützen können— wie wir ihn heilen können!“ Fräulein Therese legte den Brief wieder sorgfältig zusammen. Sie sah nach dem jungen Mann hinüber, der sich fest in die Wagenecke geschmiegt hatte, so daß sein Gesicht fast ganz im Schatten blieb.„Nun, was sagen Sie dazu?“ fragte sie langsam. „Daß jene Frau, die Ihnen den Brief da schrieb, die beste — und zugleich die klügste Frau auf der Welt ist!“ „O— das wußte ich längst!“ „Daß sie aber mit der Krankheitsgeschichte ihres Herrn Sohnes vielleicht doch zu schwarz gesehen!“ du froh liche 0, du selige, Onadenbringende 0 eihnach szeil! 1 tiefe FF ²˙ A g 5 1 2 a a— ͤ—— f 412 f „Sie glauben!“ Kurz nacheinander verlor Fräulein Therese Vater und Mutter. „Ja, ich weiß bestimmt, daß er zur Stunde schon lange nicht Sie, die in Ueberfluß und Reichthum aufgewachsen, war plötzlich mehr— so krank ist, wie er eben geschildert wurde!“ über Nacht zur Bettlerin geworden, da ein unglücklicher Zufall „Wer hat Ihnen das gesagt?“ sie auch um die, wenn auch nicht bedeutende, so doch immerhin „Ei— ich mir selber! denn um Sie nicht mehr unnöthig nennenswerthe Hinterlassenschaft ibrer Eltern gebracht. Das irre zu führen, muß ich Ihnen bekennen, daß ich jener Stern- arme Kind stand ganz allein in der Welt, auf sich selbst an⸗ gucker, der Franz Harder selbst bin!“ gewiesen, da es beharrlich verschmähte, anderen Menschen zur „Sie selbst?!— Ah— das ist aber komisch!“ Last zu fallen. Gottlob besitzt Fräulein Therese ja ein san-»— Therese lachte auf. Aber ihr Lachen war nicht fern von guinisches Temperament und hat versucht, sich wohlgemuth in Verlegenheit. Sie ließ nach einer Pause den Kopf vornüber das unabänderliche Geschick zu fügen, durch ihrer Hände Arbeit 0 sinken und starrte auf ihre kleinen Hände, die sich sehr auffällig— in des Wortes wahrer Bedeutung— sich den Lebensunterhalt mit den Handschuh-Knöpfen zu thun machten. zu verdienen. Ihr Klavierspiel hat sie vervollkommnet und sich Herr Harder war in⸗ zur Klavierlehrerin aus⸗ dessen aus seinem dunklen gebildet. Du lieber Gott Winkel hervorgerückt und I— wie kärglich— wie machte sich in der Brust⸗ D V unsagbar mühsam er⸗ tasche seines Ueberrocks zu NAU rungen— ihr Verdienst schaffen, dabei sagte er: 1 12 ist— haben wir erst auf „Mein Fräulein, Sie hat⸗ S 60ö 2 Umwegen in Erfahrung ten die Freundlichkeit, mir I zu bringen gewußt. Uns die lehrreiche Epistel mei— zeigte sie immer ihr son⸗ ner Mama, die wohl gar niges Lächeln und ver⸗ nicht für meine Ohren scheuchte mit einem Hin⸗ 1 berechnet war, vorzulesen, weis, daß sie mit ihrem 11 Sie müssen mir nun auch Geschick völlig zufrieden gestatten, Ihnen dafür den sei, unsre Sorge. Und 0 Bericht meines Vaters doch standen ihr oft die 1 über Ihre Leidens-Ge⸗ Thränen in den Augen, K schichte mitzutheilen!“ wenn sie sich unbeobachtet „Ueber meine Leidens— wähnte, und durch ein geschichte? fragte Therese, unbedachtes Wort daran erstaunt aufblickend.„Ah, eriunert wurde, daß sie 5 da wäre ich denn doch eigentlich keinen Menschen begierig!“ mehr auf der Welt habe, „Ja— auch Sie lei⸗ dem sie ihr Leid klagen den, und wissen nichts da⸗ könne und wollte. Denn von. Es ist also äußerst so sehr sie uns auch zu⸗ vortheilhaft für Sie— gethan erscheint, ist sie wenn ich Sie darüber auf— doch zu stolz, uns ihr 1 kläre. Uebrigens sollten Herz mit seinen verbor⸗ ö Sie ebenfalls schon seit genen Schmerzen ganz zu 6 vier vollen Tagen in Ueber⸗ offenbaren. Die bestaͤn⸗ J dingen sein— laut dieses dige Furcht, ihren Neben- Schreibens.“ menschen mit ihrem Kum⸗ 4 „Ich habe aber doch mer lästig zu fallen, hält erst auf heute mein Kom sie auch davon ab, zu nen angesagt!“ ihren Freunden Vertrauen f „Ja— ich— auch! zu haben. Aber wir wer⸗ ö meine Elternscheinen den ihr doch beizukommen orgessen zu haben. wissen— auch ohne daß »sehen übrigens, sie es gleich merkt!— die Bestellung Mein lieber Sohn— ich de. wagens mit habe Dir recht viel von zwe ieder völlig Fräulein Therese geschrie⸗ ausge. de!— Der Prinz und die Fee im Weihnachtsspiel. Von C. W. Allers. ben. Ich that es lediglich Aber he was aus dem Grunde, damit mein V ot: Du wirst bei uns diesesmal Besuch an- Du über unsere, Dir noch unbekannte Hausgenossin aufgeklärt treffen! Therese Rathgens hat unseren Bitten entsprochen bist, und bei Deinem Hiersein gemeinschaftlich mit uns berathen und seihnachtstage in unserer Mitte verbringen. Du kannst, wie wir das liebenswürdige Geschöpf ihrem schweren bhast en wohl schon in den Briefen der Mutter gehört, Beruf untreu machen können!“ die liebt in das heitere, liebenswürdige Geschöpf ist!' Franz hielt mit seiner Vorlesung inne. Er hatte nicht bemerkt, ö wollte hier den Leser unterbrechen, doch dieser ließ daß Therese ihr Köpfchen an die Wagenpolster gedrückt, und bei stören und sagte nur schnell:„Bitte, bitte, ich habe den Worten, die auf ihre kümmerliche Existenz Bezug nahmen, 0 s ruhig mit angehört. Also: ihr Taschentuch verstohlen an die Augen geführt, um die hervor- ganz verliebt in das heitere, liebenswürdige Geschöpf quellenden Thränen zu verbergen. Als Franz jetzt zu ihr hinüber ⸗ Sie hat sich a., in den Kopf gesetzt, die Ungerechtigkeit sah, saß sie jedoch schon wieder aufrecht auf ihrem Siß und Schicksals wieder gut zu machen, das dem armen Mädchen bemühte sich, ihr reizendes Lächeln auf ihr Geficht zu zaubern. so armseliges Loos beschieden. Auf welche Weise sie das Aber es wollte ihr diesesmal nicht recht gelingen, und so nahm fangen und ausführen will, ist mir allerdings bis jetzt noch sie zu ihrem bewährten Auskunftsmittel Zuflucht— sie schlug in Räthsel. Aber Du weißt ja, was Deine Frau Mama sich die Augen nieder und senkte den Kopf. 0 g einmal vorgenommen, wurde von ihr bis jetzt noch immer zur„Nun, Fräulein Therese, was sagen Sie zu diesen Zeilen?“ Ausführung gebracht. Man sollte gar nicht glauben, mit welch'„Daß der Mann, der diese Zeilen schrieb, auch der beste und boshafter Laune mitunter das Geschick ein Menschenkind verfolgt. klügste Mensch auf der Welt ist— aber—“ f 25 3— — e 413 0 11 ü „Aber?!“ „Daß man ein abscheuliches Complot gegen mich geschmiedet hat!“ „Gegen Sie nur?— Ah, ich glaube— gegen uns Beide!“ „Gegen uns Beide?— Wie das?!—“ Therese blickte auf. Die Blicke der beiden jun⸗ gen Leute be⸗ gegneten sich. Fast zögernd ant⸗ wortete Franz: „Ja— das ver⸗ mag ich Ihnen augenblicklich noch nicht zu er⸗ klären.— Aber vielleicht gelingt es mir später!“ Ein längeres Schweigen trat ein. Beide schie⸗ nen mit ihren Gedanken voll⸗ auf beschäftigt. — Draußen war es tiefdunkele Nacht geworden. Die Schnee⸗ massen in der Luft waren noch tiefer herabge⸗ kommen und fielen nun in breiten, zausigen Flocken langsam und bedächtig zur Erde herab. Ab und zu rollte die Postkutsche durch ein Dorf, und dann schien es, als ob die kleinen erhellten Fenster der Bauernhäuser wie blitzende Goldsternchen aus der weißen, alles umhüllen⸗ den Schneedecke hervorleuchteten Wohl eine volle Viertelstunde lang mochten die beiden Insassen des Wagens, ohne einen Laut zu sprechen, dage— sessen haben, als plötzlich Therese mit einem leich⸗ ten Schrecken⸗— ruf in die Höhe Die heilige Nacht. fuhr. „Was haben Sie, mein Fräulein?“ rief Franz erschrocken. „Ach, mein Gott, das ist ja abscheulich!“ „Was denn?“ „Ich habe Ihnen ja schon die für Sie und Ihren Herrn Bruder bestimmten Weihnachtsgeschenke gezeigt! Nun ist das Beste daran, die Ueberraschung, schon vorbei!“ „O nicht doch, mein Fräulein! Mein Bruder sah ja die hübschen Geschenke noch nicht, und für mich haben Sie immer⸗ hin noch eine Ueberraschung in petto!“ 4 „Wie so?“ „Wie so?!——“ Sollte er ihr sagen, daß er gespannt darauf wäre, wem ihr Herz— das Marzipanherz— zu Theil würde? Nein. Schnell 2 antwortete er: „Das werden Sie sich schon morgen Abend selber beantwor⸗ ten können!“ Wieder stockte die Unterhal⸗ tung. Und sie kam auch nicht eher wieder in Fluß, bis der Thurm von Ueberdingen in Sicht kam. Die Freude des Wiedersehens machte Beide dann auf's Neue gesprächig und als der Postillon lustig in sein Horn blies, hat⸗ ten Beide schon das Fenster ge⸗ öffnet, und guck⸗ ten Kopf an Kopf hinaus zu den beiden alten Leutchen hin⸗ über, die vor dem Posthof standen und ihnen ihre Arme jubelnd entgegenstreck⸗ ten. Da gab's ein Küssen, An⸗ schauen und Um⸗ armen, und wenn die immer sorg⸗ same und für⸗ sorgliche Frau Amtmännin nicht auf die Gefahr des Er⸗ kältens hinge⸗ wiesen, und zum Heimweg ange⸗ spornt hätte, man wäre gleich mit⸗ en auf der Straße stehen geblieben, um sich gegenseitig die Erlebnisse der letzten Jahre mitzutheilen. Vorder Haus⸗ thüre angelangt, Von Grot Johann. gab es nochmals eine Wieder⸗ sehens⸗Scene. Willibald, der jüngere Sohn des Amtmanns, der inzwischen alles zum Empfang der Ankommenden angeordnet hatte, stand am Gartenzaun, um seh en Bruder Franz und Fräulein Therese mit herzlichem Gruße willkommen zu heißen. In der traulich durchwärmten und hellerleuchteten Familien⸗ stube fanden sich denn Alle beim Mahle zusammen. Der Herr f Amtmann, ein hoher Sechziger, mit schneeweißem langen Haar und freundlich ernsten Zügen, sowie die Frau Amtmännin, eine lebhafte Matrone mit herzensgutem klugen, rundlichen Gesicht, N ä 3 „ 1* Nee N 1 — 0 8 n n 3 i n 0„ e 1 1* 122 1* 1 414* auf- und abgehen. hatten heute ihren Ehrenplatz auf dem Sopha den beiden An⸗ gekommenen eingeräumt. Die Augen der beiden alten Leute hingen an dem Gesicht ihres Sohnes und dem Theresens. Ab und zu flog auch ein bedeutsamer Blick der Mutter zu dem Vater hinüber, auch Franz bemerkte einmal einen solchen, und brachte seine Eltern in arge Verlegenheit, als er halb drohend, halb lachend den Kopf dazu schüttelte. Therese war während des ganzen Mahles auffallend wortkarg. Auch später, als der Tisch abgeräumt wurde, und man sich recht dem Erzählen widmen wollte, war es sehr schwer, einige Worte aus ihr herauszubringen. Desto redseliger und munterer war Franz. Die beiden jungen Leute schienen plötzlich ihre Charaktere vertauscht zu haben. Die Frage des Vaters, ob Franz sich schon beim Einsteigen in den Postwagen mit Fräulein Therese bekannt gemacht habe, ließ dieser völlig unbeantwortet, er entgegnete nur mit besonderem Nachdruck, daß sie sich sehr gut unterhalten hätten, da sie sehr interessante Lektüre bei sich geführt. Es war spät in der Nacht, als man sich zur Ruhe begab. Therese bezog wieder ihr Parterrezimmer, das neben dem der Frau Amtsmännin gelegen war. Franz sollte wieder das seit seiner frühesten Kindheit mit seinem Bruder gemeinschaftlich be⸗ wohnte Gemach im ersten Stock beziehen. Als man sich gegen— seitig Gute Nacht gesagt, und die Eltern ihren Söhnen bis an die Treppe das Geleit gegeben, wandte sich Franz noch einmal nach seiner Mutter um:„Du hast ja hübsche Komplotte in Scene gesetzt, liebe Frau Mutter,“ sagte er langsam,„ich hätte garnicht geglaubt, daß Du Dich darauf verstündest!“—— Stumm sah die Frau Amtmännin ihren Gemahl an. Erst in ihrem Schlafzimmer angelangt, hatten die Beiden dann den Muth, sich gegenseitig in flüsterndem Tone große Reden zu halten. Die Worte:„Vielleicht war es doch nicht Recht!— Es war Recht!“ drangen bis an Theresen's Ohr, die heute, ganz wider ihre Gewohnheit, den Schlaf nicht finden konnte. Dachte sie noch immer darüber nach, die Ueberraschung zu ergründen, von der Franz behauptet hatte, daß sie ihr morgen Abend schon selber einfallen würde?— Seltsam, das Bild des„leidenden“ Herrn Franz wollte garnicht vor ihren Augen verschwinden. Sie glaubte auch beständig seine sonore Stimme zu hören und seine liebevollen Blicke zu sehen. Was mochte seine Mutter nur mit dem„Leiden“ ihres Sohnes gemeint haben. Sollte nicht sein ganzes Unglück das„Sichalleinfühlen“ sein?— Dieselbe herbe Empfindung nagte ihr ja auch am Herzen!— O, auf welches Thema war sie da gerathen— welche Fluth von Ge— danken batte sie damit in ihrem Kopfe heraufbeschworen. Ja, wie konnte sie nun einschlafen, zumal es auch nicht im Hause ruhig werden wollte. War es ihr nicht, als hörte sie oben in dem Zimmer, das über dem ihrigen lag, noch einen Menschen Wenn er es wäre?!— Freilich war es der junge Professor, der mit seinem Bruder eine ziemlich inhaltschwere Unterhaltung pflog. „Ich glaube, Franz,“ sagte Willibald,„Fräulein Therese ist nicht ohne Absicht von der Mutter eingeladen worden.“ „Du glaubst?“ 1 daß man mich am Ende mit ihr verheirathen will!? 7 1 20 „Mich!“ „Woraus schließest Du das?“ „Aus gewissen Andeutungen der Eltern, die meine Lobes— erhebungen über die Charaktereigenschaften Fräulein Theresen's vielleicht für Liebe hielten!“ „Du liebst sie nicht?“ „Ich habe sie sehr gern!“ „Und, liebt sie Dich?“ „Hm, das weiß ich nicht!“ „So wird Dir morgen Abend die Entscheidung werden! „Morgen Abend— ei, wie so?“ „Frage nicht, sondern warte es ab, schenkt!“— Der heilige Abend kam heran. Der große Tannenbaum strahlte in Lichterfülle, und von dem nahen Thurme tönten die Glocken herüber, die die heilige Weihenacht einläuteten. Jetzt ertönte das Zeichen, daß die Bescheerung vor sich gehen sollte. O, die prächtigen Sachen, die die guten Alten unter dem Tannen⸗ ob sie Dir— ihr Herz — baum aufgebaut hatten. Man hatte kleine Tische zu Hülfe nehmen müssen, um alle Geschenke unterzubringen. 1 Die beiden Brüder und Therese, die man wie Kinder in das dunkle Nebengemach gesperrt hatte, betraten jetzt das he Zimmer. Auf Franz' und Therese s Zügen lag eine m Spannung. Ja, des jungen Mannes Gesicht war beinahe bleich f vor innerer Erregung. Er lief sofort auf den ersten Tisch zu und suchte unter den darauf liegenden Sachen umher. d rief ihm die Mutter zu, daß er Fräulein Therese's Geschenke in Beschlag genommen habe. 4 N „Aber wo ist denn mein Tisch?“ fragte er darauf bei ungeduldig. g „Nun hier, wo er immer stand!“. Giligen Schrittes lief Franz an den bezeichneten Platz. Schoen von Weitem musterte er die darauf liegenden Sachen—. 3 Gesicht zeigte plötzlich einen beinahe triumphirenden Ausdru 1 seine Hände streckten sich aus, und mit einem lauten Freuden⸗ 1 schrei drückte er die große flache Schachtel mit Theresen's Marzipan⸗ herz an die Brust. Sie hatte es ihm geschenkt, er galt iht mehr als sein Bruder!— Franz wollte in der ersten Freude seines Herzens zu Therese hinüberstürzen, die jedoch nach einem hastigen Seitenblick auf ihn sich emsig mit ihren Geschenken zu thun machte. Eine dunkle Röthe bedeckte ihre Wangen und mit zitternden Händen betastete sie die prächtigen Geschenke, die man ihr aufgebaut hatte. Schnell stand Franz neben seineem Bruder. 1 „Armer Willibald,“ sagte er leise,„sie liebt Dich nicht!“ „Dem Himmel sei Dank!“ lautete die rasche, fröhliche Antwort. „Du bist nicht unglücklich darüber?“ „Bewahre, ich wäre unglücklich, wenn sie mich liebte.“ g „Warum?“ a „Weil— ich bereits verlobt bin— mit der Tochter unseres Sanitätsrathes!“ 8 wie man 9 „O, Ihr Ränkeschmiede!“ „Uebrigens liebe ich Fräulein Therese doch, seine zukünftige Schwägerin lieben muß!“ 1 „Wenn ich Euch nun aber doch einen Strich durch die Rechnung machte?“ 3 „Das thust Du nicht! Mit diesem Herz da— hast Du Dein Herz entdeckt!“ 1 Und so war's!— Als am Neujahrs⸗Abend der 4 geplündert wurde, holte Franz unvermuthet ein goldenes Ringlein von einem Zweig herunter. Als er damit zu Therese trat N fragte, ob er es ihr an den Finger stecken dürfe, sah sie stumm ihm auf, in ihren Augen schimmerten Freudenthränen, und* Uebermaß ihres Glückes, unfähig ein Wort zu sprechen, 5 sie nur hastig mit dem Kopfe.— Als das neue Jahr eingeläutet wurde, saßen sie Hand in Hand beisammen, mahnte sie doch jeder Glockenschlag daran, daß ein Leben voll der suͤßesten Freuden ihrer harre. 1 0 Ertappt. Heitere Kriegsepisode von Hugo Marotzke. „Es befindet sich unzweifelhaft ein Spion in der Umgeb welcher unsere Pläne erforscht und dieselben dem Feinde N Wie könnten sonst die Feinde unsere sorgfältigst erwogenen und vorbereiteten Operationen durch die trefflichsten Gegenmaßregeln jedesmal vereiteln?“ Also sprach Major Steinbeck zu seinen um ihn versammelten Offizieren.„Wissen Sie,“ fuhr er mit g 0 N N daͤmpfter Stimme fort,„ich habe meinen Wirth in Sehen Sie dort in der Ecke jenes große, stets verschlosse Spind. Leicht kann sich der Genannte, sobald er erfahren, de wir eine Berathung halten würden, hineingeschlichen und, da er der deutschen Sprache mächtig ist, uns belauscht haben -Allerdings,“ nahm einer der Herren das Wort,„aber wie ö schaffen wir uns Gewißheit?“ 1 „Ich habe bereits einen Entlarvungsplan erdacht, Sie mich nur handeln,“ erwiderte der Major.„Zunächst 1 das Mittagsmahl einnehmen, es ist hohe Zeit. Meine Sie sind heut' meine Gaste.“ 415. Die Offiziere verfügten sich in den Speiseraum, wo der Akusherr bereits ihrer harrte. „Also, meine Herren Kameraden,“ äußerte der Major gegen ide des Tischgespräches laut und vernehmbar,„heut' Abend fiden Sie sich Alle bei mir ein. Ich werde im Laufe des Nach⸗ üttags vom Herrn Regimentskommandeur neue Instruktionen gehalten und Ihnen dieselben kund thun. Wie ich mit Sicherheit Uraussagen kaun, werden Sie ausnehmend Wichtiges erfahren.“ 1„Wenn ihn meine Aeußerung nicht in das Spind bringt, ist el nicht der Spion,“ meinte der Major zu den Kameraden, als i allein waren. Am Abende hatten sich die Offiziere im Zimmer ihres Artaillonschefs pünktlich versammelt. „Nun, meine Herren, merken Sie wohl auf,“ begann Steinbeck, d mit kräftiger, deutlicher Stimme sprach er weiter, natürlich nht erhaltene Befehle, sondern, was die Offiziere wohl wußten, Elbsterdachtes. Als er geendet, fragte ein Lieutenant leise:„Wie erfahren o nun aber, ob sich Jemand im Spinde befindet oder nicht? S ohne Weiteres dürfen wir die Thür doch nicht aufbrechen; dt könnte ja, falls wir den Verdacht nicht bestätigt fänden, der Fanzose aussprengen, die deutschen Offiziere hätten ihn bestehlen willen.“ Der Major ging an das Spind, beschrieb auf der Thür deselben mit dem Zeigefinger recht geräuschvoll einen Kreis ud sprach dann laut:„Kameraden, wir wissen nicht recht, wie wi den Rest des Abends zubringen sollen. Da habe ich einen fanosen Spaß erdacht. Wir prüfen unsere Fertigkeit im Schießen alt dem Revolver. Ich glaube, der Herr Wirth wird es uns gt sehr übel nehmen, wenn wir ihm ein originelles Andenken, ehe zerschossene Spindthür, zurücklassen. Er hält übrigens ja, mi alle seine Landsleute, die Deutschen ohnehin für dumme Merbaren. Sie sehen, ich habe hier auf der Spindthür bereits ehen Kreis nebst Zentrum gezeichnet. Herr Lieutenant, geben zie mir Ihren Revolver, ich nehme die möglichst weite Distanz.“ „Um Gotteswillen, Herr Major, schie ßen Sie nicht!“ ertönte e klägliche Stimme aus dem Spindinnern, die Thür ward iffnet und heraus trat, unter dem Jubel und Gelächter der fiziere, kreideweißen Gesichtes und furchtbebend— Monsieur 18wirth. „Ei, ei, was machten Sie denn dort drinnen?“ sprach zinbeck, indem er schnell an die Seite des Franzosen trat in) ein aus seiner Tasche hangendes Papier an sich nahm. cchdem er es entfaltet und einen prüfenden Blick hinein⸗ worfen, sprach er, zufrieden lächelnd:„Hier, Kameraden, finden i den vermeintlichen Befehl Wort für Wort wieder, der Spion entlarvt.— Nun, Monsieur,“ wandte er sich an diesen,„wir eitsche sind doch wohl nicht nur plumpe Bären, die nichts Dreinschlagen verstehen, wie die Franzosen unter prahlerischer olpreisung ihres„Esprits“ behaupten, sondern wir dürfen auch ol ein wenig Witz und Schlauheit unser eigen nennen.“ JLose Blätter. Das Westenstück. In dem großen Bankhause von M. war es Sitte, g die Angestellten vom ersten Disponenten bis zum letzten Boten herab nWeihnachtsfest Stoff für eine Weste erhielten, dessen Qualität sich nach Stellung richtete, die der Betreffende im Bankhause einnahm. Ju Paketen, welche die Westenstücke enthielten, befand sich selbstredend c etwas Gerolltes, für das sich alle Beschenkten natürlich vielmehr kwurmen konnten, als für das traditionelle Westenzeug. Seit ungefähr nem Jahre war nun der Sohn eines anderen bedeutenden Banquiers der Provinz in das Bankhaus von M. als Volontair eingetreten, litt he bei seinen noblen Passionen, da der cher papa ihn etwas knapp ö il, an chronischer Geldnoth. Arthur, so hieß der Jüngling, hatte nun ganze Hoffnung auf das Gerollte gesetzt, welches zum Weihnachts⸗ en das Personal zur Vertheilung kommen sollte. Mit Sehnsucht sah ler Stunde entgegen, in welcher sich die dunkle Ebbe seines Porte naies in eine blinkende Flut verwandeln sollte. Mit lebhaftem Interesse e er zu erforschen, wieviel Goldfüchse wohl das Weihnachtsfüllhorn be das Haupt seines Vorgängers ausgeschüttet hätte.„Pah,“ äußerte bur dabei,„lächerliche Sache mit dem famosen Westenstück! Den Fun derkram nehme ich entschieden nicht an! Mein cher papa würde abet sein, wenn er erführe, daß ich, der Stolz der Familie, mich deine Weste belohnen ließe.“ Von diesen und ähnlichen Aeußerungen Arthur's hatte der Chef des m hauses Wind bekommen und seinen Plan danach gemacht.— Der 1 Weihnachtsabend kam heran; das Personal des Bankhauses war im Salon des Chefs aufgestellt, und der freundliche alte Herr übergab einem Jeden, Worte des Lobes oder der Ermunterung spendend, das Paket mit dem üblichen Westenzeug. Als er bei Arthur angelangt war, sprach der Chef mit lauter Stimme: „Mein lieber Herr Arthur W.! Ich habe gehört, daß Sie mein Westenstück verschmähen. Nun, wenn Sie das Zeug nicht brauchen können, dann können Ihnen ja auch die„Knöppe“ nichts nützen!“ Sprach's und ging freundlich lächelnd weiter.— P. W. Der Hund des Königs. König Ferdinand von Neapel hatte einen Lieblingshund, einen kleinen Pudel, welcher bei ihm schlief und mit ihm aß. Was diesen Hund besonders in Gnade gesetzt hatte, voar der Glaube, daß er alle Verschwörungen wittern und jeden Hochverräther sogleich entdecken könne. Zu jener Zeit der Verschwörungen eine treffliche Eigen⸗ schaft. Eines Tages war ein Bettelmönch aus Kalabrien, der ein Gesuch an den Monarchen hatte, in den königlichen Palast gekommen. Man wies ihn daher an einen Platz, wo der König vorüben zugehen pflegte, und sagte ihm:„Wenn Ihr einen Mann erblicket, welcher von einem kleinen Pudel begleitet wird, so bringt Euer Gesuch vor, es ist der König.“ Der Mönch harrte geduldig; da er aber sein letztes Nachtquartier sehr zeitig verlassen hatte, so kam ihm der Hunger an, und er nahm daher ein Stück Brod und Käse aus seinem Schnappsacke, und fing an, mit großem Appetit zu essen. Plötzlich kam der Hund gelaufen; der Mönch schob sogleich sein Frühstück in die weiten Aermel seiner Kutte, wischte sich Mund und Bart und setzte sich in eine ehrerbietige Haltung. Gleich hinter dem Pudel erschien auch der König, der Hund aber guckte den Mönch an, lief unruhig um ihn herum, und sprang ihm dann mit lautem Gebell nach dem Aermel. Das Gefolge glaubte nicht anders, als in dem Mönch einen Hochverräther vor sich zu haben. Der König wollte ihn selbst verhören und befahl, daß man den verkappten Franziskaner sogleich durchsuche. Es geschah— allein Alles, was man bei ihm fand, war eine Brodrinde und ein Stückchen Käse, nach welchem der Hund gierig schnappte. Das Räthsel war hiermit gelöst und der Hochverräther entdeckt. Der König schmeichelte seinem vierfüßigen Spion und sagte lachend zu ihm, im schönsten Lazzaroniwälsch:„Ah, Brieongello! hast Du nicht eben Huhn und Maccaroni mit mir gegessen und bist so lüstern nach einem Stückchen Käse! Du bist ein echter Neapolitaner!“— Dem armen Mönch wurde nun sein Gesuch bewilligt. N. Perrücken⸗Steuer. Unter Friedrich I. wurde in Preußen, auf Befehl des Grafen Wartenberg, eine Perrücken⸗Steuer ausgeschrieben. Eine jede Perrücke mußte mit einem Stempel versehen werden, und da man diese Einnahme an einen Entrepreneur, der noch dazu ein Franzose war, ver⸗ pachtete, so wußte dieser kurfürstliche„Perrücken⸗Inspektor“ nicht anders zu seinem Gelde zu kommen, als daß er durch seine Unter⸗Inspektoren die Perrücken, wo sie sich nur blicken ließen, unter genauer Kontrole hielt, was in der Zugluft der offenen Straßen von Berlin für die geschorenen Häupter eine große Beschwerde ward. Nach und nach wurden fast sämmt⸗ liche Kleidungsstücke einer Stempelabgabe unterworfen, selbst Schuhe, Strümpfe, Stiefel und Hüte; für das Tragen von Gold- und Silber⸗ flittern mußte jährlich ein Thaler gezahlt werden. Der Premierminister beschränkte jedoch seine Finanzoperationen nicht blos auf diesen glänzenden Flitterstaat und auf den Schmuck des männlichen Hauptes, er stieg auch in die niedern Sphären der Gesellschaft hinab und verschmähte es nicht, die Schweineborsten zu einem Monopol der Krone zu erheben. Juan Pintos Grabstein. Zu den berühmtesten Sängern des vorigen Jahrhunderts zählt ohne Zweifel Juan Pinto. Seine schöne Stimme erregte bald die Aufmerksamkeit des Hofes, so daß er zum königlichen Hof-Musikus und Sänger ernannt wurde. Leider war sein Leben nur kurz; er starb auf dem Gipfel seines Ruhms im dreißigsten Jahre. Die Begeisterung seiner Zeitgenossen verführte seine Bekannten und Bewunderer zu folgender Grabsteininschrift:„Hier liegt die sterbliche Hülle Juan Pintos. Als er in den Himmel kam und mit seiner hellen Stimme in den Chor der Engel einfiel, behagte unseren Herrgott die prachtvolle Stimme so sehr, daß er den Bewohnern des Himmels zurief:„Schweigt, Kinder, und laßt Juan Pinto singen, den berühmten Sänger unseres geliebten Sohnes, des mächtigen Herrn und Königs von Spanien.“ Was würde wohl heut denen geschehen, die solches Epitaph einem Sänger setzten? W. G. „Man hat mir eine Scene bereitet, die Direktion; ich kann nicht spielen!“ Mit diesen Worten stürmte eine Schauspielerin in das Zimmer des Theaterarztes:„Man hat mich eine schnatternde Gans genannt.“ Lächelnd fühlt der Arzt an den Puls.„Allerdings,“ sagt er,„aufgeregt! Sehr aufgeregt! Also Ruhe! Ruhe!“—„Und Sie verschreiben nichts? Mein Organismus ist gänzlich gestört. Sehen Sie.“ Sie weist ihm die Zunge.„Allerdings sehr erregt, muß auch Ruhe haben. Zwei, drei Stunden nichts reden! Gemerkt, nichts reden! Dann ist Alles gut,“ be⸗ merkt der Jünger Aeskulaps. W. G. Eine große Hochzeit wird gefeiert. Finster sitzt der Bruder der Braut an der Tafel.„Sind Sie unwohl?“ fragt man ihn; er schüttelt das Haupt. Endlich will sich das junge Paar entfernen. Da springt er auf, ergreift das Glas und spricht:„Meine Damen und Herren. Die Stunde der Trennung ist da, somit bitte ich, sich zu erheben und— nachzusehen, ob nicht Jemand vielleicht auf meinem neuen Cylinder sitzt.“ W. 6. * r . % T e 8 9 — 416. Weihnachts⸗Königspromenade. So manche Hoffnung ward in mich geschlossen, Und manches theure Gut mir anvertraut; Schon manche Thräne ist auf mich geflossen, Und Mancher doch mit Sehnsucht nach mir schaut.— Lies rückwärts mich: man freudig meiner harret, Und frohe Hoffnung schon mein Anblick weckt, Doch unter mich man auch wohl Theures scharret, Und wie mit Thränen bin ich oft bedeckt.— Silben ⸗Räthsel. Aus folgenden Silben: me mur nau ne nen nuss o one re sa spar ster ta teu ti tim tu urk win zie Schillers„Wilhelm Tell“ ergeben. für Schachspiel. 5. Eine Frucht. 7. Einen Vogel. 8. Einen Fluß in Hannover. 10. Namen eines Afrikareisenden. 12. Bekannte Stadt in Nordafrika. 13. Altgermanisches Volk. im Peleponnes. 17. Eine Person aus Schillers„Turandot“. Näthsel. Mit einem T bin ich beflügelt, Doch ohne T werd' ich gezügelt. Auflösungen: » des Quadrat-Kreuzräthsels: S ITG ITI[T SMT E UR IIIb EINS 8 AR D[IIN I E N B L A NOIR AR 5 SFP ICU mn B ETRKTZIRHTTTTI Sc D ETLTAIRTGCH E S E P TIIEIM B E R S CH AINIGUuA 1 ** . * rings in nen* schner in be„ 1 leid 1e kei 2 lä. bun⸗. in bob nes 1 1 blen 110. lich pa- 7 1 ung auf- und uu gott sol den e. 1 nom ⸗·.. den* a. er · da del. ge und in win. ter- wa ja en. sim- e. ru · und wohl ⸗ 8 hat bn. Für, want 93 san⸗ ge- nacht*. laßt der det N 8“ und weg · g hin wn an be. d fus-] se weit und sest⸗ ge 000 u. aue. ten tlin⸗ gen wle fa 1 U v0 2 r vu, de Frohe Weihnachten! in- n. dar. . g VPValinòrom. Problem Nr. 545 von C. A. F. Bull in Twickenham. 2 baum bir bo buk chec e el er feld frosch ge gon güss holz il la laub to tom sind 17 Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten, und deren Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Citat aus Die Wörter ergeben: 1. Einen Erbauer des Straßburger Münster. 2. Einen Fluß in Frankreich. 3. Eine Amphibie. 4. Franzoͤsisches Wort 6. Ein italienisches Lotteriespiel. 9. Eine Art Holz. 11. Nordamerikanischen Freistaat. 14. Ein vierfüßiges Thier. 15. Einen Kabinetsbefehl des Sultan. 16. Eine Stadt des Sprichwörter⸗Räthsels: Der Herr muß selber sein der Nnecht, will er's im Hause haben recht;— des Räthsels: Mark, Kram, Krammarkt; Im Turnier der„Birmingham Times“ mit dem ersten Preise gekrönt. Schwarz. 1 — 7 . 2 9 5 , A 2 e, 1 2 1 2 a 4 1 25 2 7 2, ,, ,,. e H g U Weiß. Weiß zieht an und setzt mit dem dritten Zuge Matt. Das Urtheil der Münchener Neuesten Nachrichten“ Über dieses Problem lautet:. den zahlreichen Aufgaben, wie sie jahraus jahrein aus den Problemturnieren der en und amerikanischen Zeitungen 1 und von denen wir dis jetzt nur die Jonsson aus dem Turnier von Fenowines News wiederzugeben uns ver ist die Aufgabe von Bull eine hervorragende Leistung. Vollendete Formschön reicher Ideengehalt zeichnet eine größere Zahl der uns betannt gewordenen Rompositit Verfassers aus— es sei auch an die hübsche Nr. 541 dieses Blattes erinnert. Auflösungen. Problem Nr. 538 von J. Barsdorf in Crefeld. 1) Ses do Ld7 csg: 2 1 Ke 2) Dg3—f4: Ke d5: 2) Sc6—e7f Kd5—el 3)-er 3) Dga3—eg3 121 1 Varianten: 1). 7h 2) Scgf K ss 3) Sd4 Matt. 1).. Tes E Dget K Matt. 1). Tes 2) Scgt K 5 3) D835 Matt. 1).. Kb 2 Sds—e7f J Des r Matt oder 2) Dat ic 1!. beliebig 2) PDfat Kds 3/ Se7, Matt.— Eine Aufgale nicht gerade bervorragenden Hauptspielen, aber einem umfangreichen und guten Barsal 1 estutzt auf eine einsige Drohung.— Die Lösung wurde 8 von 1 N 0 on in B. Ur Knopf in G. Dr. Wehrmeister in M., v. B. in Putbus, R. Keller in Schachklub in Gl, F. Möller in A. 1 Problem Nr. 539 von N. Goetz in Hamburg. 1) Jds—-e5 16—eß: 2) 185—fa: K od. B. od. da ꝛc. 3) Sd5, 55 resp. L5. Diesem hübschen Hauptspiele mit 27 2 ung schließen 5 varianten an 1).. Ndt 2) Tast Kea) Tas Malt und 1). 1 2 5 Matt oder 2) Sb oder 8 3) Sds Matt— Die Lösung wurde von W 3 ö in G., Dr. Wehrmeister in N., v. B. in Pulbul, n A. Schachllub in. Richtige Löfungen der Aufgaben Nr. 534—537 erhielten wir noch von F. N Druc̃ und Verlag der„Volks⸗Zeitung“, Att.-Wes. in Berlin U 2 3 „Lützowstr. 105. 1 Berantwortlicher Redakteur: R. Elche in Berlin, Lügowstr. 105.