3 ——....— ——— zu den Oberhessischen Uachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Gießen, den 22. April. Ein dunkler Schatten. Novelle von M. Elton. (Fortsetzung.) 1 Durch den breiten, von dichtbelaubten Bäumen überwölbten Waldweg bewegte sich langsam eine Kavalkade in gemüthlichem Geplauder. Unter den jungen Herren befanden sich nur zwei Damen: die Präsidentin und ihre Stieftochter. Von dem vor— hergegangenen stürmischen Wettritt glühten noch Jella's Wangen. Der Sieg war ihr zugefallen, der feurige Rappe, den man ihr auf ihren Wunsch aus ihres Großvaters Nachlaß geschickt, trug sie fliegend über breite Gräben, über jedes Hinderniß, und die Besiegten blickten bewundernd auf die herrliche Amazone. Ein Bild von Gesundheit und jugendlicher Kraft, ritt sie, den ge— schmeidigen Körper leicht vorgebeugt, unter den jungen Herren, die sich in Ausdrücken der Begeisterung erschöpften, und lächelte nur mit dem feinen, stillen Lächeln, das ihr eigen war. Jeder trübe Schatten war aus ihrem Leben verschwunden und am Abend jeden Tages, den die Stiefmutter in erfinderischer Laune zu einem genußreichen zu gestalten verstand, flüsterten Jella's feine frische Lippen: wie ist es schön zu leben! „Hören Sie, Baron, artig sind Sie nicht,“ sagte Frau Wellner zu Assessor Rolfs, der an ihrer Seite ritt.„Sie lassen eine Dame allein die Unterhaltung führen, wo weilt denn nur eigentlich Ihr Geist?“ „Gnädige Frau,“ rief er und zog rasch die Zügel an;„unser Wettritt hat mir ein bischen den Athem benommen; Sie haben nur zugeschaut, es war halsbrechend.“ „Sie werden diesem Ihrem Schicksal nicht entgehen, wenn die Eitelkeit die jungen Herren antreibt, sich von Jella verlocken zu lassen,“ erwiderte sie lachend.„Das steckt im Blut bei ihr, sie ist ganz das Kind dieser flavischen Rasse, die, wild und schäumend im Innern, das Talent hat, jeden Ausbruch der Er— regung zu verbergen. Ich erschrecke manchmal davor, wie es jäh in ihren Augen aufflammt, und sie mich einen Moment darnach so ruhig und stille anblickt. Das sind die Naturen, die ganz aus Liebe und Haß zusammengesetzt sind,— wenn ich ein Mann wäre, ich weiß nicht, ob ich von Jella geliebt sein möchte.“ Sie warf einen verstohlenen Blick auf Rolfs und bemerkte auf seinem Gesicht einen Ausdruck der Verwirrung. „Ich glaube, Sie irren sich in Fräulein Jella,“ entgegnete er oberflächlich;„den Eindruck einer tiefangelegten Natur macht sie; aber wer möchte je Haß suchen in diesem sonnigen Angesicht, in diesen Augen, die so fröhlich und friedlich auf Gottes schöner Erde ruhen!“ „Was sollte sie denn jetzt in ihrer Welt, die ihr zu Füßen liegt, hassen?“ fragte die Präsidentin erregt.„Es ist mein Bestreben, ihr das Dasein lieb und werth zu machen, die Jugendjahre sind nur gar zu kurz,“ fügte sie mit einem leichten Seufzer hinzu. „Baron,“ fing sie nach einer kleinen Pause mit dem ihr eigenen neckischen Gesichtsausdruck an;„warum machen Sie mich nicht zu Ihrer Vertrauten?“ „Sie, um's Himmels willen, gnädige Frau!“ rief er mit komischem Schrecken.„Wie viele Vertraute würden Sie mir denn im Handumdrehen beilegen?“ Sie lachte in fröhlichem Uebermuth auf.„O, die vorsichtigen klugen Norddeutschen!“ rief sie;„sie sind in ihr ewiges Miß— trauen eingehüllt und dabei so naiv, daß sie garnicht ahnen, wie man ihr Inneres durchschaut, als läge es in einem Glas— kasten. So mache ich Sie zu meinem Vertrauten, Baron; Sie lieben Jella Wellner.“ Das Pferd von Rolfs machte einen Seitensprung, so gewaltsam zog er den Zügel an; sein Gesicht war plötzlich ganz bleich geworden.„Gnädige Frau,“ stotterte er,„Sie haben originelle Einfälle. Welche Veranlassung habe ich gegeben—“ „Ihre Augen, Ihre Gesichtsfarbe verrathen Sie, diese sind ehrlicher und offener als Ihr Mund,“ fiel sie ihm ins Wort. Die Gesellschaft bog in einen Seitenweg ein und Rolfs blieb hinter Frau Wellner zurück. Sie wendete zerstreut den Kopf nach rechts, wo mächtige Eichbäume ihre Zweige über grünen Rasen breiteten. Sie fuhr erbleichend in ihrem Sattel auf und starrte unter die große Eiche. „Gnädige Frau,“ rief einer der Herren und war an ihrer Seite.„Hat Sie der Strolch da unter dem Baume erschreckt? Er schläft ja ganz friedlich, Pistolen und andere Waffen hat er nicht bei sich. Sehen Sie nur, er ist wach geworden und reibt sich die Augen, ein ganz harmloser Wanderer.“ Frau Wellner setzte ihr Pferd in Trab und die Gesellschaft folgte ihr. Der Reisende aber machte ein verdrießliches Gesicht, zog den Plaid um sich und schlief wieder ein. Am Abend wurde mustizirt und nur die Iutimen waren ein⸗ geladen im Hause des Präsidenten. Jella im einfachen weißen Kleide von indischem Mull war entzückend schön, und Rolfs konnte die bewundernden Blicke nicht von ihr abwenden, trotz der Präsidentin. Freilich war er sicher, daß sie ihn nicht beobachtete, etwas Plan⸗ mäßiges lag nicht in ihrem Charakter, wie überhaupt nicht die Absicht, jemand zu schaden. Heute Abend aber glühten ihre Wangen, es brannte ein unruhiges, düsteres Feuer in ihren Augen, sie war offenbar nervös erregt. Jella nahm mit Lust und Vergnügen an den musikalischen Produktionen Theil, es amüsirte sie, eifrig zwischen der Baronin und ihrem Vater zu singen und gelehrig auf alle Vorschriften der italienischen Schule 1 1 * 5 130. einzugehen, mit denen sie Frau von Bessow bekannt machte. Die Eifrigsten waren jedenfalls die beiden Alten, trotzdem die Präsidentin immer gerne die dankbarsten Lieder sich und Assessor Rolfs zutheilte. Jella's schöne klangvolle Altstimme half überall aus und die Klavierbegleitung war ihr ganz übertragen worden. Rolfs sang ein Duett mit der jungen Frau,— was lag denn nur heute in ihrer Stimme? Sie war stark bewegt, leiden⸗ schaftlich vibrirend. Er sah sie befremdend an, und es traf ihn ein ärgerlicher unruhiger Blick, den er sich schlechterdings nicht erklären konnte. Hatte er sie irgendwie beleidigt? Es war sonst nicht ihre Gewohnheit, sich mit Worten und Blicken zu rächen. „Ich bin ermüdet, Baron,“ sagte sie laut, wie entschuldigend gegen die Gesellschaft, und nachdem einige Erfrischungen herum⸗ gereicht worden waren und der Präsident schon das Notenheft hoch in der Hand hielt und gütig lächelnd nach seiner Frau umschaute, flüsterte sie ihm zu:„Sei so gut und singe das Duett mit Mama, ich bin eben garnicht aufgelegt. Mama, komm' und tritt für mich ein,“ rief sie Frau von Bessow zu, die bereit⸗ willig herbei eilte. Der Präsident biß sich auf die Lippen, zurücktreten durste er nicht und sich zum Gespött der Gesellschaft machen, indem er mit seiner Schwiegermutter sang, deren Stimme absolut klanglos war, das war zu viel von ihm verlangt. Rolfs sah Jella's tiefes Erröthen,— was war zu thun? Frau von Bessow fing eben schon an. Es war freilich ein trauriger, klangloser Gesang, der Präsident verlor das Gleichgewicht, und es war nur dem muthigen Eingreifen der Baronin zu verdanken, daß das Duett endlich zum Abschluß kam. Die Gesellschaft sah sich verlegen an und wußte nicht, ob sie Beifall klatschen durfte. Da aber gab die Präsidentin das Signal und rief ihr Bravo und die Andern stimmten ein. Dem Präsidenten stand der Schweiß auf der Stirne, er legte das Notenheft aus den zitternden Händen auf das Piano und sah verwirrt, wie sich die Augen seiner Tochter groß und mitleidsvoll auf ihn richteten.„Du hast nicht gut begleitet, Jella,“ sagte er;„da läßt sich schwer singen.“ Sie senkte den dunkeln Kopf und nickte blos zustimmend. „Fräulein Jella, werden Sie heute nicht mit mir singen?“ flüsterte ihr Rolfs zu, der ihr die Notenblätter gewendet hatte. „Ich habe genug Gesang für heute,“ antwortete sie und erhob sich rasch. „Wir Beide singen noch zum Schluß, Baron,“ rief die Präsidentin eifrig und stimmte schon den Ton an. „So mag der Herr Assessor begleiten; Jella's Begleitung ist so mangelhaft, daß dabei schlechterdings nicht zu singen ist,“ sagte der Präsident mit geröthetem Gesicht und so laut, daß es Jeder hören mußte. Frau Wellner sah befremdet auf ihren Mann und dann auf Jella:„Aber Jella's Spiel ist ausgezeichnet und läßt an Korrekt⸗ heit nichts zu wünschen übrig,“ entgegnete sie kopfschüttelnd. „Papa hat recht,“ fiel Jella mit einem versöhnenden Lächeln ein;„und ich bitte sehr um Entschuldigung.“ Wellner setzte seine freundliche Miene auf, während seine Frau mit dem Assessor sang.„Ist sie nicht heute Abend zum Küssen schön?“ flüsterte ihm Frau von Bessow zu;„sie kann kühn mit unserer reizenden Jella rivalisiren.“ Der Präsident nickte befriedigt; aber die Falte auf seiner Stirn war nicht geglättet. Endlich, endlich war der musikalische Abend so weit über⸗ standen und Rolfs durfte vielleicht hoffen, das Mädchen einen Augenblick zu sprechen, das ihm über Alles theuer geworden war. Da stand sie am geöffneten Fenster und schaute in die Sommernacht hinaus, in die dichtbelaubten Bäume, durch die das Mondlicht sich zu ihr stahl. Ihre Augen glänzten wunderbar, als sie Rolfs neben sich erblickte.„Sehen Sie, da draußen ist Musik und Poesie die Fülle, und wir sperren uns in die heißen Zimmer ein und mühen uns mit sogenaunter Musik ab. Lauschen Sie nur in die Sommernacht hinein, da hören Sie göttliche Weisen voll tiefen Friedens.“— „Ja, ich höre das hohe Lied ohne Anfang und ohne Ende, ausströmt: im Aufsprossen der Blüthen, in ihrem süßen Duft, im geheimnißvollen Wirken ihres allmächtigen Schaffens.— Jella, wie habe ich diesen Augenblick herbeigesehnt— ich liebe Sie, Jella, sprechen Sie das Urtheil über mich, ich habe kaum einen Anhaltspunkt, auf den ich meine Ansprüche stützen das hohe Lied der Liebe, das die Natur mit jedem Athemzug könnte.“— Er fühlte, daß ihn der Augenblick hingerissen, er war außer sich und blickte sie bleich und flehend an. Ihr Blick senkte sich und eine hohe Röthe stieg in ihrem Gesichte auf; aber mit einer entschiedenen Bewegung reichte sie ihm die Hand.„Sind Sie mir gut, geliebte Jella?“ jauchzte er auf. Schritte ihres Vaters sich ihr zuwendeten. „Herr Assessor, trag des Schlummerliedes bitten,“ sagte er mit dem kurzen, befehlenden Ton, den er anzuschlagen pflegte. gehorchte ihr augenblicklich. Der Präsident runzelte die Stirn, als er vor seiner Tochter stand. „Ich möchte nicht, daß Du Veranlassung zu müßigem Gerede giebst,“ sagte er.„Wenn auch der Herr Assessor zu den musi⸗ kalischeu Abenden zugelassen ist, so möchte ich es vermieden wissen, daß er sich Dir gegenüber gewisse Freiheiten erlaubt.“ „Ist Assessor von Rolfs nicht ein ehrenwerther Charakter, ein überall geschätzter Mann?“ fragte Jella ruhig. „Er ist ein verarmter Edelmann, der sich an die Juristerei als letzten Rettungsanker geklammert, damit sie ihn durch's Leben schleppe; vor anderen Zweck im Leben haben, ihrem Namen wieder einen guten Klang zu geben.“ Jella zuckte empor und sah den Mann, der so höhnend in den ersten Moment ihres Glückes eingriff, fest und finster an. „Nun, das sind Dinge, von denen junge Mädchen nichts ver⸗ stehen, um so besser für sie,“ sprach er in einem ganz ver⸗ änderten, oberflächlichen Ton; dann aber fügte er mit dem glatten Lächeln hinzu:„Warum bist Du unter das väterliche Dach zurück⸗ gekehrt, Töchterchen? Deine Mama ist nun rein vernarrt in Dich; sie liebt Dich so eifersüchtig, daß ich mit meinen alten Ansprüchen ganz im Hintergrund bleiben muß; wenn sich dieser arme Assessor einbildet, er könne Dich uns so bald entführen, so soll er seinen Präsidenten kennen lernen.“ „Wenn ich aber Herrn von Rolfs liebte?“ fragte Jella mit fliegendem Athem. „Ja, wenn Du ihn liebtest. Liebe; er ist der erste junge Mann, sich unablässig um Deine Gunst bemüht hat; das schmeichelt bekanntlich jungen Mädchen. Was solltest Du denn an Rolfs lieben, Du närrisches Kind? Etwa seinen lyrischen Teuor, oder seinen Ausdruck à la Lord Byron? Wir kennen das, dies zieht nicht mehr heutzutage in unserer prosaischen Welt.“ N 1 8 Sie flüsterte ein hastiges Ja und sah verwirrt, wie die 1 die Frau Baronin möchte Sie um den Vor⸗ den Herren des Landgerichts gegenüber 9 0 Der Assessor verstand diese Weisung und solchen Juristen habe ich im Ganzen wenig Respekt,“ entgegnete er heftig;„wenigstens möchte ich nicht meinen Schwiegersohn unter den verarmten Edelleuten wählen, die keinen als mit anderer Leute Geld 3 Eine flüchtige Laune ist keine der Dir begegnet ist, und Er hatte seiner Tochter den Arm gereicht und sie zur Gesell⸗ f 5 schaft zurückgeführt. Sie ließ das dunkele, bleiche Köpfchen hängen,— wie traurig, immer weiter von ihr, Mann, der immer so fremd, so erkältend auf sie einwirkte. Niemals schimmerte ein Funken von Zuneigung durch das Eis, mit dem er sich umgeben ihr gegenüber,— o nein, ihre Stief⸗ mutter liebte sie nicht so eiferfüchtig, daß der Vater ganz hätte zurücktreten müssen. Es war ein recht freundschaftlicher Verkehr zwischen ihnen, und Jella wußte es der jungen Frau Dank, daß sie ihr einen solch freundlichen Empfang bereitet; aber von einer ernsten, tiefen Zuneigung zwischen Beiden war nicht die Rede. Als Rolfs sich von Jella verabschiedete und ihr die Hand drückte, da sah sie ihm einen Augenblick lang in die Augen, die traurig fragend auf sie gerichtet waren, und sie erwiderte warm seinen Händedruck. Heute Abend machte der Präsident den zwei im Salon zurückgebliebenen Damen nur eine kühle Verbeugung und zog sich zurück. „Was soll das bedeuten?“ fragte Frau von Bessow befremdet. „Heute nichts, wie eine kindische Empfindlichkeit,“ antwortete Frau Wellner und öffnete das Fenster, die kühle Nachtluft hereinströmen zu lassen.„Heute beunruhigt mich des 9 denten Schmollen noch nicht, aber morgen, übermorgen wer ich sein Gesicht mit ängstlicher Miene überwachen müssen; es wie betrübend. Ihr Vater entfernte sich sie konnte ihn kaum mehr lieben, den 5 131. können ihm jeden Augenblick die verrätherischen Briefe über— geben werden.“ „Sprichst Du im Fieber, meine Tochter?“ „Du hältest mir das Messer nicht an den Hals setzen sollen, Mutter,“ rief Frau Wellner außer sich.„Du zeigtest mir kalt und höhnend die Armuth, das Elend, das uns binnen Kurzem erwartete; da that ich den Schritt, den ich nicht thun durfte, denn ein Anderer hat die Liebe, die ich seit meinem achtzehnten Jahre im Herzen trage. Du wußtest es, Mutter, und Du hast mich in die Ehe mit dem alten Manne hinein gejagt. Nun trage die Folgen. Sie können nicht ausbleiben, heute oder morgen wird der Präsident die Briefe in Händen haben, die Graf Josika von mir besitzt, und dann ist es ja doch mit dieser Ehe, Deinem Machwerke, aus.“ „Solch ein Abenteurer hebt auch Briefe auf!“ rief Frau von Bessow mit verächtlichem Achselzucken.„Die Leidenschaft führt Dich auch zu einem falschen Raisonnement. Warum sollte sich der Graf an Dir rächen wollen? Du hast ihm den Präsidenten nicht vorgezogen; der Mensch war ja im Engadin verduftet, ohne Abschied zu nehmen. Ich wüßte nicht, wie ein Mann es drastischer zu verstehen geben könnte, daß er keine Ansprüche auf ein Mädchen macht.“ „Mama!“ schrie die junge Frau auf und sah mit heißen zornigen Augen ihre Mutter an;„warum versuchst Du, mir kalt und höhnend die Erinnerung entblättert vor die Füße zu werfen? So wisse denn, daß Deine klug berechnete Auslegung nicht Stand hält,— Graf Josika ist hier, ich habe ihn heute deutlich im Hochwald vor mir gesehen!“ Frau von Bessow's Gesicht wurde grau vor Schrecken, ihre zitternden Lippen brachten kaum hervor:„der Unglücksmensch hier?“ „Ja, er ist hier!“ antwortete Edith und weidete sich mit Befriedigung an der Rathlosigkeit der alten Frau. „Man muß ihm zuvorkommen, man muß ein Begegnen mit dem Präsidenten zu verhüten suchen,“ rief Frau von Bessow außer sich. Edith lachte höhnisch auf.„Nun laß die Dinge kommen, wie sie kommen müssen,“ sagte sie mit finsterer Ruhe.„Was kann ich dafür, daß Du dem Präsidenten mitgetheilt hast, ich hätte Graf Josika den Abschied gegeben. Meine Briefe, die der Graf meinem Gatten wohl einhändigen wird, werden ihm ganz andere Dinge erzählen.“ Müde stützte sie den Kopf in die Hand und erwiderte nichts mehr. Frau von Bessow verließ endlich niedergedrückt das Zimmer. Edith trat an's Fenster und sah in den Garten hinaus, wo sich die weißen Leiber einiger Statuen aus dem Dunkel hell abhoben. Sie schreckte bisweilen zusammen und glaubte aus den Baumgruppen eine Gestalt hervortreten zu sehen, vor der ihr graute, und die ihr hochschlagendes Herz stür— misch herbeisehnte. i 5 i Am folgenden Morgen war sie sehr bleich und von dem übersprudelnden, gedankenlosen Sichgehenlassen war nichts zu entdecken. Sie überwachte sich mit peinlicher Aufmerksamkeit, und als sie in gewählter Morgentoilette, das Häubchen mit dem zartesten Rosenroth auf dem vollen, lichtbraunen Haar, dem Präsidenten mit eigenen Händen den Kaffee servirte, war er gerührt von ihrem stillen Kummer und küßte ihr die schönen weißen Hände. f „Vielleicht ein bischen Sommerfrische für die zarten Wangen?“ fragte er und zog sie zärtlich auf seine Knie.„Nimm' Dir Jella mit, ich habe leider vor Ende August keine Zeit,— Mama und ich, wir bleiben hier und halten Haus; wird uns hier und da die Zeit lang, so singen wir Duette,“ und er lachte ge— zwungen auf. f „Die arme Mama! Sie singt so leidenschaftlich gerne!“ sagte Edith und strich tändelnd das dünne Haar von des Präsidenten Stirne;„so mag künftighin Rolfs das Opfer bringen, wenn es überhaupt ein Opfer für ihn ist.“ „O ja, dieser ist sehr bereit, Opfer zu bringen,“ fiel ihr der Präsident ärgerlich in's Wort.„Begreifst Du denn nicht, nach welcher Seite sich des Barons Spekulation wendet?“ „Jella? Nicht wahr? Es scheint mir auch, als interessire er sich für sie,“ versetzte sie fast gleichgültig. „Ich will nicht hiervon sprechen hören, Edith,“ sagte er mit gerunzelter Stirn;„Jella ist noch ein Kind, Du hast sie lieb— gewonnen, aber sie wird noch einige Jahre bei uns bleiben.“ Edith öffnete groß die Augen.„Was hast Du denn so plötzlich gegen den Baron?“ fragte sie erstaunt. „Nichts, gar nichts, oder ja, sehr viel; der Bursche erlaubt sich, nachlässig im Dienst zu sein, seit er glaubt, hier festen Fuß gefaßt zu haben; ich will ihm den Standpunkt klar machen,“ sagte der Präsident mit seiner strengsten Amtsmiene. „Du wirst nicht hart verfahren mit dem guten, gefälligen Menschen, der immer zu unseren Diensten war,“ bat sie schmeichelnd. „Die Damen des Hauses scheinen ihm sehr gewogen zu sein,“ bemerkte der Präsident spöttisch. Er begegnete dem müden, gleichgültigen Blick seiner Frau. „Berathet heute, wohin Ihr zu gehen gedenkt, Direktor Bode geht in diesen Tagen mit seiner Frau in den Schwarzwald; willst Du Dich ihnen anschließen?“ Sie bewegte verneinend den Kopf.„Ich gehe nicht ohne Dich,“ sagte sie zögernd;„ich werde warten, bis Du frei bist.“ — Er nahm ihren hübschen Kopf in beide Hände und küßte sie zärtlich. Es kam viel Besuch an diesem Tage, den die Präsidentin ganz zu Hause zubrachte. Auch Frau Direktor Bode kam und drückte ein so stürmisches Verlangen aus, Jella mit sich in den Schwarzwald zu nehmen, daß das junge Mädchen zu der Reise bestimmt worden war, ehe es nur wußte wie. Ihr Vater war damit ein verstanden, ihre Mutter auch, und eiligst wurde ihre Toilette hergerichtet. Rolfs war noch einmal seit dem Musikabend in das Haus des Präsidenten gekommen, fand aber die Dame des Hauses zerstreut und einsilbig, und da an demselben Nachmittag ihm der Präsident auf dem Gericht eine scharfe Bemerkung über eine Arbeit machte, beschloß er, einstweilen seine Besuche einzustellen. Es war ja nur zu klar, daß der Präsident seinen Bewerbungen um Jella entgegenzutreten beabsichtigte. Er konnte sie vor ihrer Abreise nicht mehr sehen, alle seine geschickt angelegten Pläne scheiterten; die wenigen Tage, die Jella noch blieben, beschäf— tigten sie vollauf im Hause. Da, als sie ganz mißgestimmt mit ihrer Mutter in dem Wartesaal erschien und sich fragte, wie es nur möglich sei, daß sie in die Reise, die ihr unangenehm war, eingewilligt, erblickte sie die hohe, elegante Gestalt des Assessors, dessen Augen sie unruhig suchten. Ihr Gesicht hellte sich auf und ein freudiges Erröthen färbte ihre Wangen. „Endlich,“ flüsterte sie ihm zu, als er ihr die Haud drückte. Das eine Wörtchen beglückte ihn unbeschreiblich.„Sie gehen, Jella?“ fragte er hastig,„darf ich noch glauben, noch hoffen?“ „Ich gehe, ich weiß nicht warum. Ich bin im heillosesten Zerwürfniß mit mir, daß ich mich habe überrumpeln lassen. Auf baldiges, fröhliches Wiedersehen.“ „Wo steckst Du denn, Jella, Direktor Bode's sind schon auf dem Perron, man steigt eben ein,“ rief Frau Wellner und kam hastig herbei.„Ah, Sie, Baron, reisen Sie auch?“ Er grüßte nur und nahm Jella's Handgepäck und ging rasch an ihrer Seite dem Zuge zu. Noch ein Händedruck, noch ein Blick aus den dunklen, leuchtenden Augen und der Zug brauste davon. Rolfs fühlte sich bis in das Innerste seines Herzens hinein durchwärmt und beglückt und die Frau Präsidentin, die an seiner Seite den Rückweg antrat, war ganz gegen ihre Ge— wohnheit nachdenkend und schweigsam. „Wissen Sie vielleicht die Ursache, warum Jella sich dieser Vergnügungsreise schließlich widersetzte?“ fragte sie mit ihrem pikanten, herausfordernden Lächeln.„Sie wissen nichts? Ich möchte es Jella nie und unter keinen Umständen rathen, sich dem Willen ihres Vaters zu widersetzen, der Herr Präsident läßt nicht mit sich spaßen.“ „Sie erscheinen mir in einem ganz neuen Lichte, gnädige Frau,“ antwortete Rolfs;„ich hätte geschworen, daß Sie, wie der vulgäre Ausdruck es benamset:„mit dem Scheunenthor winken,“ gar nicht verständen.“ „Wir verstehen uns erstaunlich gut, Baron, und ich hege den aufrichtigsten Wunsch, daß Sie jeden Konflikt mit meinem Manne vermeiden mögen, der auf eine verhängnißvolle Weise in Ihre Laufbahn eingreifen könnte.“ 1 9132. „Ich danke Ihnen, Frau Präsident, für Ihr gütiges Inter⸗ esse,“ antwortete er sehr kalt,„fürchte aber Niemand und nichts für meine Laufbahn, so lange ich strikt den Weg meiner Pflicht und Schuldigkeit gehe.“ „Sie sprechen eine stolze Sprache, Baron,“ sagte sie nach⸗ lässig. „Ich habe Ihnen nur geantwortet, Frau Präsident,“ erwiderte er und empfahl sich vor ihrer Wohnung. (Fortsetzung folgt.) Schloß Warren. Novelle von Georg Harnisch. (Fortsetzung.) Einige Athemzüge frischer Luft, dann wandte sich der Brave zur Fortsetzung seines muthigen Werkes. Galt es doch, auch die Wärterin des Kindes zu retten, welche bewußtlos auf dem heißen Fußboden des Zimmers lag, wo sie vom Rauch betäubt nieder— gestürzt sein mochte, als sie sich und ihren Pflegling flüchten wollte. Zum zweiten Mal kehrte der Graf zum Fenster zurück;— ein jauchzendes„Hurrah“, lohnte seinen Erfolg.— Bald hatte er das letzte Hinderniß überwunden und nach Luft ringend, stand er mit seiner unbehülflichen Bürde auf der obersten Sprosse der Leiter.— f Ueber ihm prasselten die Flammen, und ein Funkenregen wirbelte auf ihn hernieder. „Werft sie herab, Herr!“— schrie man ihm zu—„der Dachstuhl sinkt.“ Er schüttelte verneinend das Haupt; wie konnte er das halb— todte Weib fallen lassen?— Langsam und vorsichtig begann er hinabzuklimmen. Da— ein schreckliches Krachen und Bersten — ein hundertfacher Schrei der Menge— glühende Balken stürzen— unter der doppelten Last wankt brechend die morsche Leiter— und blutend liegt Graf Warren unter rauchenden Trümmern.——— Ruhelos wanderte Helene von Haldern in ihrem kleinen behaglichen Zimmer auf und nieder. Ein unerklärliches Angst— gefühl lastete auf ihrem Herzen. War es die Schwüle der Stubenluft?— Sie öffnete das Fenster, aber auch draußen sand sie drückende Hitze. War es die Stille der Nacht? Sie lauschte hinaus, aber kein erlösendes Geräusch drang zu ihren Ohren. 7 Ihr Blick fiel auf die schlummernde Irma und sie betrachtete das kindliche Gesichtchen ihrer zukünftigen Schwägerin, welches der Schlaf mit zartem Roth überzogen hatte. Freundliche Zu— kunftsbilder mußten im Traum den Geist der Schläferin um— gaukeln, denn auf ihren rothen, halbgeöffneten Lippen schwebte ein leises, glückliches Lächeln. Allein auch dieser Anblick wollte die trüben Gedanken nicht aus Helenens Seele verscheuchen. Wie konnte Irma nur schlafen, während ihr Verlobter in der Nähe jener Feuersbrunst weilte, deren unheimlicher Schein noch immer den Himmel röthete?— Wie leicht konnte Udo ein Mißgeschick treffen, ihn, der jede Gefahr mißachtete, wenn es galt, Unglückliche zu unterstützen oder Verlorene zu retten. Helene gedachte ihrer eigenen traurigen Schicksale und des hochherzigen Beistandes ihres Bruders. Wie eigenthümlich war es doch, daß sie erst im Unglück das weiche, große Kinderherz erkannt hatte, welches sie vorher in dem stolz und gleichgültig blickenden Mann nicht vermuthet, und welches dennoch so warm zu empfinden und so zart zu helfen und zu trösten wußte. Als junges Mädchen hatte sie einst das Band zwischen sich und ihrer Familie zerrissen, indem sie gegen das Verbot ihres Vaters dem Manne ihrer Liebe gefolgt war.— Der Fluch des Vaters ereilte sie schnell.— Aus dem Elternhaus verstoßen, von dem Gatten, einem gewissenlosen Verschwender, verlassen, sah sie sich mit ihren Kindern der bittersten Noth preisgegeben und schon wollte sie verzweifeln, als ihr Udo, der sie nicht aus den Augen verloren, noch rechtzeitig die rettende Hand entgegen— streckte. Trotz der Drohung des starrköpfigen Vaters, auch ihn zu enterben, hatte er die Schwester liebevoll getröstet, mit Rath und That unterstützt und ihr nach dem Tode des Vaters die verschlossene Thüre der Heimath wieder geöffnet. Wird das stille Glück, das sie nun schon seit zwei Jahren in Warren genießt, immer Bestand haben, oder wird sie wieder in die schadenfrohe, lieblose Welt hinausziehen müssen, wenn Irma hier als Herrin schaltet und waltet?— Seufzend strich sie mit der schlanken Hand über die brennende Stirn und trat sinnend an das offene Fenster. Da vernahm sie von der Straße herüber das Geräusch langsam rollender Räder. Schwankende Lichter blitzten, und durch das Portal des Schloßhofes näherte sich ein Wagen, zur Hälfte mit Stroh gefüllt und von Männern geleitet, welche die anschlagenden Hunde gedämpften Tones zur Ruhe verwiesen. Helene preßte die Hände auf das ängstlich pochende Herz. Was war geschehen? Sie wollte hinauseilen, da entsann sie sich Irmas. Schnell trat sie zu ihr und berührte sie leise. „Kind, wach auf, Udo wird bald hier sein! Soeben kommt ein Wagen, der nichts Gutes zu bringen scheint. Willst Du mit mir gehen?“ „Nein Helene, laß mich hier! Was wird es sein, kranke weinende Menschen oder sonst dergleichen. Du weißt, ich sehe so etwas nicht gern. Wenn Udo eintrifft, schicke ibn zu mir, ich finde es Unrecht, daß er mich so lange warten läßt.“ Helene hatte ihr stumm zugewinkt, dann war sie gegangen. Beschleunigten Schrittes war sie zur Freitreppe geeilt und thränenden Auges neben dem regungslosen Körper ihres Bruders niedergesunken, den man soeben vorsichtig von dem Wagen gehoben. III. 5 Sechs trübe, bange Wochen sind für die Bewohner Warren's langsam dahingegangen. Frau von Haldern erhebt sich von dem Stuhl am Fenster des verdunkelten Krankenzimmers, legt das Buch, aus welchem sie soeben vorgelesen, bei Seite und tritt leise an das Ruhelager hinter dem japanischen Bettschirm. ö „Lieber Udo, Irma ist vorgefahren! Fühlst Du Dich stark genug, sie zu sehen?“ „O gewiß, gewiß!“ erwidert Jener erregt.„Bitte, laß sie kommen! Die Ungeduld— die Sehnsucht verzehrt mich.“ Helene lächelt wehmüthig. Er bemerkt es und drückt ihr die Hand.„Sei nicht eifer⸗ süchtig, Schwester! Du wirst Deiner Sorge um mich noch lange nicht enthoben sein, selbst wenn Irma Dich täglich einige Stun⸗ den ablöst. Du bist eine unübertreffliche Krankenpflegerin, und ich kann Dich und Deine zarte Hülfe nicht entbehren.— Aber nun, bitte, schicke mir Irma!“ Helene streicht liebevoll über das braune Haar des Kranken: „Ich gehe ja schon, Du Schmeichler!“— Lächelnd winkt sie beim Verlassen des Zimmers einen freundlichen Gruß zu ihm hinüber, aber ein leiser Seufzer entflieht ihren Lippen, als sich die Vorhänge der Thür hinter ihr schließen und ihr im Neben⸗ zimmer das helle Sonnenlicht entgegen fluthet. Sie ist seit der Unglücksnacht des Brandes in Wiesendorf bleicher geworden, und zu dem Ausdruck des seelischen Leidens in ihren Mienen haben sich die Spuren körperlicher Abspannung und Müdigkeit gesellt. Tag und Nacht hat sie am Schmerzenslager ihres Bruders gesessen, muthig während der wildesten Fieber⸗ phantasieen bei ihm ausgehalten und stets mit eigner Hand seine Wunden verbunden. Niemand hat ihr bei diesem Samariterwerk geholfen; denn Irma war mit ihren empfindlichen Nerven zu wirklicher Unter⸗ stützung nicht geeignet, und der Arzt hatte gerathen, den mit dem Tode ringenden Kranken durch den Anblick seiner fassungs⸗ losen Braut nicht zu erregen. Lange schwankte die Hoffnung auf Rettung.— Jetzt ist die Gefahr vorüber; aber die ärztliche Kunst hat es nicht vermocht, die Erinnerungszeichen der Unglücksnacht aus dem Antlitz des Grafen zu verlöschen. Große rothe Narben sind auf Stirn und Wange zurückgeblieben, und eine schwarze Binde deckt für immer das erblindete Auge. Wie wird Irma diesen Anblick ertragen?— wird sie nicht Udo den Verlust seiner früheren Schönheit entgelten lassen?— Mit diesem Gedanken betritt Helene ihr Zimmer. Sie fin? — 1 7 g 1 Die Wunder der Schwarzen Berge. 9 * 3 134.. det Irma vor dem großen Spiegel, in welchem sie ihren ge⸗ wählten Anzug mustert und einige widerspänstige Löckchen ihres vielbewunderten Haares zierlich zurechtlegt. „Da bin ich!“ wendet diese sich lachend um und streckt ihrer zukünftigen Schwägerin die mit perlgrauem Handschuh bekleidete Rechte entgegen.„Beinahe wäre ich heut zu Hause geblieben, denn Wallheims kamen ganz unerwartet und brachten ihren Curt mit, den die Husarenuniform entzückend kleidet. Außerdem führ⸗ ten sie uns einen Neffen vor, der, braun wie ein Hindu, gestern aus Indien eingetroffen ist. Sehr interessanter Mensch, sage ich Dir,— hübsch, unvernünftig reich und auf der Suche nach einer deutschen Jungfrau, um derselben sein Herz und seine Brillanten zu Füßen zu legen.— Aber sage mir, Helene, was bedeutet denn wieder Deine wahrhaft tragikomische Kassandra-Miene?— Udo geht es doch besser?— Ich glaube, Du opferst Dich! Ich an Deiner Stelle würde mich durch die Wärterinnen häufiger vertreten lassen.— Nun, nun, runzle nicht die Stirn! Ich weiß, was Du sagen willst:„Die Pflicht!“— Abscheuliches Wort, das sich wie ein kalter Ring um das warme Menschen— herz legt.— Aber Du mußt mich loben. Auch ich kenne die Pflicht!— Du schüttelst den Kopf?— Na, höre, Du erzürnst mich!— Wäre ich hier, wenn ich ihr nicht ebenso folgte, wie Du?“ „Irma, laß den Scherz!“ entgegnete Helene mit vorwurfs⸗ voller Miene.„Du weißt, weshalb ich zu Dir schickte; Udo ist bereit, Dich zu sehen. Ich bitte Dich, Kind, sei vorsichtig und versuche Dich zu beherrschen;— vergiß nicht, wie schwach er noch ist und wie schädlich Aufregungen ihm werden können.“ „Kommst Du denn nicht mit, Helene?— Weißt Du,— ich fürchte mich fast vor diesem Wiedersehen! Kranke sind häufig so sentimental und langweilig, und ich fühle mich sremd und beengt, wenn ich mich solcher Stimmung anpassen soll.— Sei gut, Helene,— begleite mich!“ Diese blickt fast erschrocken auf die Sprecherin. Bittere Worte drängen sich zu ihren Lippen, aber sie unterdrückt den Unmuth. „Nein, Irma,“ spricht sie mit ernstem Kopfschütteln,„dies⸗ mal mußt Du allein gehen! Sehnsüchtig hat Udo Deiner An— kunft entgegengeharrt, denn es ist ihm nicht leicht geworden, sechs Wochen auf Deine Gesellschaft zu verzichten. Heute endlich die erste Begegnung nach so langer Zeit— Du siehst ein, daß meine Anwesenheit dabei überflüssig und störend sein würde.“ Irma zuckt die Achseln.„Uebertriebene Rücksicht,“ denkt sie und geht. Bald steht sie in dem verdunkelten Raum, und ihre an das Sonnenlicht gewöhnten Augen blicken suchend umher. Da be— wegt sich etwas;— sie schrickt zusammen. „Irma, meine einzig geliebte Irma, komm her zu mir; laß' mich in Deine Augen sehen, laß' mich Deine Hand küssen und Dir danken für Deine Liebe und Treue!“ Jetzt erst sieht sie das Lager hinter dem Schirm und die Gestalt, die sich aus den Kissen aufrichtet und ihr die Arme sehnsüchtig entgegenstreckt. Einen Augenblick packen sie Mitleid und Rührung;— Thränen treten in ihre Augen und das Schuldgefühl versäumter Liebespflicht treibt sie, sich neben dem Ruhebett niederzuwerfen und reumüthig das Haupt an der treuen Brust des Geliebten zu bergen.— Da fällt ihr Blick auf sein hageres Gesicht, dessen Blässe die schwarze Binde über der Stirn und der dunkelgelockte Vollbart noch gespenstiger erscheinen lassen,— ihr Schritt stockt, — sie schaudert zurück und nähert sich zögernd dem Harrenden, mit scheuer Miene nach den Narben forschend, von denen Helene ihr erzählt. Sie fühlt, daß sie etdas sagen müsse,— aber die Worte, welche sie spricht und welche den Kummer über sein Unglück und die Freude über seine Genesung ausdrücken sollen, klingen ihr und ihm ihre Hand, welche sie zu kühler Begrüßung gereicht, stumm und willenlos überläßt. Zärtlich ruht Graf Udo's Auge auf dem schönen Mädchen. „Wie habe ich mich nach Dir gesehnt,“ spricht er mit weicher Stimme,„wie schwer fiel es mir, Dich so lange entbehren zu 1 Was bedeuten körperliche Leiden, verglichen mit dem Lebens stürzen wird, sie soll, an einen mißvergnügten, eifersüch⸗ selbst so nichtssagend und gefühllos, daß sie verlegen abbricht 1 55 Seelenschmerz, der mich in den langen Tagen und in den noch längeren Nächten folterte, wenn ich an Dich und Deine Schön⸗ heit dachte und mir dagegen ausmalte, wie mich meine Wunden N entstellen würden. Bald fürchtete ich, Deine Liebe zu verlieren, bald quälte ich mich mit Vorwürfen über mein grundloses Miß. trauen.— Jetzt aber ist Alles gut;— mein Lieb ist wieder bei mir und vergiebt, bald verlasse ich das Bett, flüchte mit Dir in einen entlegenen, sonnigen Erdenwinkel und vergesse in stillem Glück an Deiner Seite die vergangenen Leiden.— Du blickst zu Boden?— O, wende Dich nicht von mir, sieh mir in's Auge und sage mir, ob Du mich noch lieb hast, ebenso lieb wie früher in den unvergeßlichen Tagen, als unsere Herzen sich fanden?!“ „Udo, warum erregst Du Dich so?“ spricht Irma mit zucken? den Lippen;„Helene sagt, jede Aufregung könne Dir schaden!( — Sei hübsch artig,“ fügt sie mit dem Versuch eines Lächelns hinzu,„ich setze mich zu Dir und plaudere mit Dir von etwas Anderem.“ f Graf Warren's Blick hängt erschrocken an ihrem Munde. Eine kurze bange Pause, dann drückt er krampfhaft ihre Hand. „Du willst mir ausweichen, Irma! Habe ich denn wirklich Deine Liebe verloren?“ Sie schüttelt unwillig das Haupt. g „Doch, doch, Irma; ich fühle es!— Aber sage mir den Grund; was habe ich gethan, Deine Zuneigung zu verschersen? — Du schweigst?— Irma, habe ich das verdient?— Bin ich denn nicht derselbe geblieben, der ich früher gewesen? Bin ich nicht noch stark genug, Dich auf Händen zu tragen und sicher durch's Leben zu führen?— Oder sollte wirklich das Undenk⸗ bare zutreffen,— sollte mein Aeußeres Dich abstoßen,— sollte Deine Liebe nur meiner verlorenen Schönheit gegolten haben?“ Irma hat sich in einen Sessel geworfen und schluchzend das Gesicht in die Polster gedrückt. 1 Sorglos war sie heute hierher gekommen. Um ÜUdo's Aus⸗ sehen hatte sie am wenigsten gebangt. Hatte denn nicht ihr Vetter Egon aus seiner Burschenzeit Stirn und Wangen voller Narben, welche jetzt den flotten Assessor nicht übel kleiden und seinem männlichen Gesicht einen höchst interessanten Reiz ver⸗ leihen?— Gerade so hatte sie sich auch Udo gedacht.— Und nun?— Dort der bleiche, gebrochene, entstellte Mann soll ihr Verlobter sein, und sie— die bewunderte Schönheit— soll ihn Zeit ihres Lebens als Gatten neben sich sehen?— Schon sieht sie die mitleidigen Blicke der Herren, schon hört sie das hämische 0 Geflüster der Damen über das ungleiche Paar,— da fällt ihr 1 ein, daß auch Udo Aehnliches empfinden, daß er die Welt fliehen und sich mit ihr in die Einsamkeit des Landlebens vergraben wird. Hat er nicht soeben davon gesprochen?— Ihre Gedanken wirbeln.— Sie, die mit allen Fiebern ihres Seins an den Vergnügungen der Großstadt hängt, die kaum die Zeit erwarten kann, in der sie sich mit entfesselter Lust in den Strudel des . 8 4 tigen Gatten gekettet, ihr Dasein in trostloser Langeweile ver⸗ trauern?— Nein, nie! „Irma! Willst Tu mir kein einziges liebes Wort heute sagen?“ Sie fährt empor und wirft einen ängstlichen Blick zu ihm hinüber. „Udo, quäle mich nicht! Du weißt nicht, wie sehr Du Dich verändert hast; ich muß mich erst an Deinen Anblick gewöhnen. — Zürne mir nicht, aber laß mich jetzt gehen! Ich will ja morgen wiederkommen und, wenn ich ruhiger bin, alle Deine Fragen beantworten.“ Sie hat sich erhoben. Auf ihren Wangen befinden sich noch die Spuren der letzten Thränen, aber die Regung des Schmerzes und des Mitleids ist kalter Entschlossenheit gewichen. Sie hat nur noch einen Gedanken:„fort aus dieser bedrückenden Atmo⸗ sphäre, hinweg aus dem Bannkreis der vorwurfsvoll forschen⸗ den Blicke dieses Mannes, den sie nicht mehr zu lieben im Stande ist.“—— „Ich ahnte, daß es so kommen würde!“ seufzt Udo.„Ich Thor wähnte mich geliebt, weil ich selbst liebte, treu und ehr⸗ lich, mit der ganzen Kraft meines Herzens.— So sei es denn! — Es wäre ein Unrecht, Dich an Dein Versprechen zu 1 8 das Du einst in ganz anderer Erwartung gegeben hast;— ich! . . —̃— —— will, ich darf Dich nicht an mich fesseln,— an den Mann, den die rauhe Hand des Geschicks gezeichnet. Irma! ich entbinde Dich Deines Wortes,— vergiß mich und werde ohne mich glücklich!“ Irma ist erblaßt.— Seine Worte haben sie verletzt, obgleich sie ihren Wünschen begegneten, denn sie haben schonungslos das Unrecht aufgedeckt, welches sie gern vor dem eigenen Gewissen verborgen hätte. „Udo, Du bist rücksichtslos und ungerecht! Du kannst es einem Mädchen nicht verdenken, wenn es vor Blut und Wun— den zurückschreckt. Habe ich gesagt, daß ich Dich nicht mehr liebe? Ich bitte Dich nur, mir Zeit zu lassen;— ich werde wiederkommen. Hoffe auf morgen!“— und seine Hand er— greifend, schmiegt sie sich an ihn und streichelt ihm liebkosend die Wange. d N „Nun— dann gehe, Irma! Mag diese Trennung bis morgen währen— mag sie ein Abschied für's Leben sein— Gott schütze Dich und lasse Dich glücklich werden! Leb' wohl, mein einziges Lieb! Will's Gott, auf Wiedersehen!“ „Auf Wiedersehen, morgen!“ klingt tröstend ihre Erwiderung; dann schließen sich die Vorhänge der Thür hinter Irma's lichter, zierlicher Gestalt, und Graf Warren hat lange, noch sehr lange Zeit, an morgen und die Zukunft zu denken, bevor der mit— leidige Schlaf sich seines trauernden Herzens erbarmt.——— Die Sonne des nächsten Tages war an dem klaren Herbst— himmel aufgestiegen und wieder zur Rüste gegangen— Irma war nicht gekommen. f Zwei weitere Tage hatte Graf Warren vergeblich gehofft. Was in dieser Zeit des Harrens in seiner Seele vorgegangen, er hat es niemals einem Menschen geklagt. Endlich, am dritten Tage, kam ein Brief. Ein unsagbar verächtlicher Ausdruck hatte auf Udo's Gesicht gelegen, als er die Handschrift des Freiherrn von Maien erkannte. Helene hatte mit gefalteten Händen von ferne gestanden, als ihr Bruder den Brief langsam erbrochen und gelesen,— als er dann denselben ruhig wieder zusammengefaltet, sorgfältig in den Umschlag gesteckt und fast feierlich neben sich auf das Tischchen gelegt hatte. Sie hatte die Thränen nicht mehr zurück— halten können, war hinausgegangen und im Vorzimmer bitter⸗ lich weinend in einen Sessel gesunken. Die Treue ahnte ja, was vorging, und der stumme Schmerz des Bruders zerriß ihr das Herz. i In dem Brief aber hatte Irma's Vater in höflichen Worten seinem schmerzlichen Bedauern über die traurige Wendung des Geschicks Ausdruck gegeben, welches sich einer näheren Verbin— dung der beiden alten Familien entgegenstelle. Seine und seiner Tochter Interessen müßten indessen der Rücksicht weichen, welche ihnen der Wunsch einer baldigen Genesung des Grafen auferlege. Die Wiederherstellung der schwer erschütterten Ge— sundheit desselben dürfe durch die Aufregungen eines langen Brautstandes nicht erschwert werden. Er stimme daher dem durch seine Tochter ihm überbrachten Vorschlag des Grafen bei und löse hiermit die Verlobung. Er hoffe und wünsche, daß die freundlichen Beziehungen der beiden Familien hierdurch nicht gestört werden möchten, und halte es immer noch für möglich, nach Genesung des Grafen das alte Verhältniß wieder herzustellen. Graf Udo hatte am nächsten Tage seiner Schwester mit⸗ getheilt, daß er mit Rücksicht auf seinen Gesundheitszustand die Alles, was ihnen begegnet, mit Staub oder Puder, ohne auf Rang und Auflösung der Verlobung für seine Pflicht gehalten habe. Sie möchte daher seiner bisherigen Braut keine Schuld an dieser Entwicklung beimessen, sondern ihr als Freundin zur Seite stehen, falls sie einstmals Hülfe und Rath bedürfe. in ungefähr acht Tagen soweit wiederhergestellt sein, daß er reisen könne. Dann gedenke er zu wissenschaftlichen Zwecken eine Tour in fremde Welttheile anzutreten, von welcher er vor aussichtlich erst in einigen Jahren zurückkehren werde. Sie solle ihn auf Warren vertreten. Bald darauf war Graf Udo in aller Stille abgereist. Sein finsteres Gesicht hatte sich nur einen Augenblick erhellt, als er von der Schwester Abschied nahm, deren heißeste Segenswünsche ihn begleiteten. (Fortsetzung folgt.) Er selbst würde oe Water. Die Wunder der Schwarzen Berge(siehe Illustration) könnte man jene seltsamen Erdbildungen zwischen Shyenne und White-River im Territorium von Dacota nennen, welche jetzt durch die North Pacsfic— Bahn den Reisenden leicht erreichbar geworden sind. In denselben Wunderregionen, deren Perle jener Park am Bellowstone-See bildet, welchen die Vereinigten Staaten-Regierung zum Nationalpark erhoben hat, liegen auch die Bath-Lands, oder„Böse Landstriche.“ Diese eigen⸗ thümlichste aller Naturbildungen schildert der amerikanische Geologe Evans wie folgt:„Von den Hochprärien, die wie ein Hintergrund sich in Bänken und Terrassen gegen die Ausläufer der Felsengebirge erheben, blickt man in ein ausgedehntes Thal hinab, das eine Welt für sich ist und das theils durch Faltung der Erdrinde, theils durch die langdauernde Wirkung der nagenden Einflüsse der Erosion entstanden zu sein scheint. Es ist etwa 10 km weit und die Länge, in der es sich westwärts bis zum dunklen Fuße der Kette der Schwarzen Berge erstreckt, mag 32 km betragen. Seine tiefsten Theile, die ca. 90 m unter dem Niveau des umgebenden Landes liegen, sind mit spärlichem Gras bewachsen und ihr Boden ist ähnlich dem der höher gelegenen Strecken. Aber das ganze Thal bildet den schärfsten Gegensatz zu seiner Umgebung. Von der einförmigen offenen Prairie steigt man 30—60 m hinab in ein Thal, das aussieht, als ob es aus einer Welt versunken sei, die Tausende von hohen Säulen und Obelisken scharf von einander geschieden, steil zu 60 m und mehr an⸗ steigend, oft von unregelmäßigeu Pyramiden gekrönt, in ihm hinterlassen habe. So dicht stehen diese natürlichen Säulen und Thürme über der Oberfläche dieses merkwürdigen Thales zerstreut, daß man sich nur auf tiefen schmalen labyrinthischen Gängen durch sie hindurchwindet, die den schmalen gekrümmten Straßen irgend einer alteuropäischen Stadt nicht unähnlich sind. Aus der Ferne gesehen nehmen in der That diese Fels⸗ massen in ihrer endlosen Aufeinanderfolge den Schein massiger Bauten an, aus denen Zimmer und Thüren, Pfeiler und Thorwege sich in bun⸗ tester Mannigfaltigkeit hervorheben. Man könnte glauben in den Bau einer Todtenstadt eingetreten zu sein, doch schwindet dieser Schein, wenn man von der Höhe herabsteigt, um sich einen Weg durch das Labyrinth zu bahnen und dasselbe in seinen verborgensten Winkeln kennen zu ler⸗ nen. Oede und Wüste starrt uns da von allen Seiten entgegen. Im Sommer liegt die Sonne in den engen Gassen, die weißen oder asch⸗ farbenen Wände der Felsbauten werfen ihre Strahlen heiß zurück und kein Windhauch, noch der Schatten eines Strauches mildert die Gluth. Nur der Geologe fühlt seinen Geist hier noch angeregt. Ihm lohnen reiche Schätze von Fossilien die Mühe der Wanderung in dieser Felsen⸗ wüste. In größter Fülle sind Reste entschwundener Thiergeschlechter im Schutt des Trümmerwerkes zerstreut. Sie alle verkünden, daß eine aus⸗ gedehnte Süßwasserablagerung der früheren Tertiärzeit vor uns steht. Vorläufer des Mammut und Mastodon wanderten hier an den Stellen, die nun der Tummelplatz des Bergschafes, des zottigen Büffels und der leichtfüßigen Antilope sind. R E. * Karnevals⸗Belustigungen auf den canarischen Inseln. Der Karneval ist auch auf den Canarien eine Zeit unbeschränkter Freiheit. Alles ist dabei Lust und Freude. Die Geschäfte ruhen, Handwerker und Tage— löhner vergessen ihre Arbeit. Am Sonntage vor Weihnachten sind die Straßen Abends mit bunten Masken-Gruppen angefüllt, welche, sich nach allen Richtungen hin zerstreuend, nach der Musik der Guitarre und dem Takte der Schellentrommeln und Castagnetten unter lautem er Volkstänze aufführen. Die Maskenaufzüge dauern bis nach Mitternacht fort und bei der fröhlichen, alle Gemüther beseelenden Stimmung kommen Streit und Schlägereien nur selten vor. Die höheren Stände nehmen nicht früher Antheil an den Freuden des Carnevals, als einige Wochen vor der Fastenzeit, dann wetteifern alle Häuser, Masken und Tänzer aufzunehmen und sie mit Erfrischungen zu bewirthen. Die jungen Mädchen gehen selten maskirt aus, wenn es nicht ist, um einen Ball zu besuchen; dann entschädigen sie sich aber dort auch, weniger streng beobachtet, für den Zwang, dem sie in der Regel unterworfen sind, und freuen sich des Lebens in ungebundener Freiheit. Fortwährend treten Masken, einzeln oder gruppenweise, in den Saal, um allerlei Possen aus dem Volksleben aufzuführen; dann entfernen sie sich wieder, um in anderen Häusern dieselben Thorheiten zu wiederholen. Aber nichts gleicht der Ausgelassenheit in den drei letzten Tagen des Karnevals. Die landen Leute, zu Pferde und zu Fuß, durchschwärmen die Straßen und bestäuben Alter Rücksicht zu nehmen. Selbst die jungen Mädchen sind bereit, die unter ihrem Fenster vorbeigehenden Bekannten mit dem Puderbeutel in eine Staubwolke einzuhüllen und mit wohlriechenden Wassern zu be⸗ sprengen. Die jungen Leute rotten sich vor der Thür zusammen, und läßt sich dieselbe nicht einstoßen, so werden Leitern geholt und man steigt durch die Fenster ein. Dort drinnen erhebt sich ein Krieg mit den Mädchen, welche die Mutter vergebens zu schützen sucht. Man beschmiert sich gegenseitig die Gesichter und übt eine Menge der lustigsten Streiche aus. Weit entfernt sich darüber zu ärgern, lacht man aus vollem Halse und betrachtet sich der Reihe nach im Spiegel, und hält es für eine Schande, wenn das Haus nicht vollends umgekehrt würde. MI. Schleifsteine.„Man muß die Studenten in Gesellschaft von Frauen bringen, damit ihre Sitten abgeschliffen werden,“ behauptete eiust Jemand in Gegenwart einiger Göttinger Professoren.„Meinetwegen,“ erwiderte einer der Professoren,„aber meine Frau und meine Töchter gebe ich zu Schleifsteinen nicht her.“ H. R. . 5 0 FF ̃ t!̃?ũʃ.%⅛—•ünU!ñ.,., ˙emQ ̃ékaU ⅛ ᷣ mn ²ĩ˙⅛m;̃ ͤͥçaůu c 2* 2 9 136 Nössel prag. Problem Nr. 502 von G. Chocholous in Vodenbach. 1 i drin⸗ ver⸗ len⸗ lei⸗ wei- regt nichts klin⸗, ,. 3 des egen laßt ist gen e 05 ö,,, . 5* 1 S . 1* — * 5 5 7 17 2. f bor⸗ durch- nach e ch's heim. greif— 5 or- durch- nach zes sich's heim men rei 1 125 W 7 3 9, 1,, 2 2. g 2 E. Ee, en ⸗ lich die mee me ten den weht's 2 E 22 8 21 5 55 Web. 8 5 8 2 ,,,. 2 plötz ken un räu— träu- fort- bar wer 1 1. 1 1 4 3 gen und wir- sicht— so bar stim—. 77 * durch die und still krach. gleich send heg— 2* 1. 5 2 f blüht's re tend ihm tau— ge- be- sie b Weiß zieht an und setzt mit dem dritten Zuge Matt. 7 l Vartie Nr. 284. 1 61 1 50 Gespielt in Gra 21. Dezember 1887. Geographisch historische Neufgabe. Weiß: J. 55 Popiel.— e J. Berger. da su ar ge lais tam et ca pa na li car mi pel te chi cooks ma ta 1) e2—e4 7e 35) 8g3—15 dé eg Die richtige Zusammenstellung dieser Silben ergiebt die Namen von 2) 88113 Sbs c 36 143—43 Thꝛ—h7 vier Städten und einer Inselgruppe.— Die Namen selbst richtig ge— 3) 141— b5 a7 a6 37) Dd3-g30 05— 04 ordnet geben in ihren Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, den 4) Lbö-a4 8g8 16 38) Lg dr) bs: früheren Namen einer Stadt im Heiligen Lande und von oben nach 5) Sb 148 39) 2b: Th7—hl unten, den Namen eines öͤsterreichis en Generals. Die Anfangsbuchstaben 6) Sc3—d5 Lba4—e7 40) Ld2— 3 Tbl— dl von oben 2 unten geben das Jahr an, in welchem dieser General eine 7) Laa- cs: dcs: 41) St5—e3⸗) di- ds Niederlage erlitt. 8) Sds—e7: Dds—e7: 42) Le3— eb: Ld7 ec) 5 5 9) d2— 43 h7- h61ʃ) 43) 1 1 i 10) beh. Les-d7 44—41—b 4 Jogogriph. 1) Leid Ste- 45) Dg6—g11 0 Tes Vier Zeichen'nur enthält mein kurzer Name, 12) Ld2—e3 7 46) Pe5—ez Tba—44 F? Und mich umschließet ein gebrechlich Haus; 13) 82-84 0-0-0 47) Kalb! Leg—a2 Doch nur in mir gedeiht des Himmels Same, 8 14) Sta—b4 Sh!—18 48) Kbl—a 1 14245 Des Lebens warmer Strom geht bei mir ein und aus. 15) Sb 4-5 e717 Weiß giebt die Partie auf. Obwohl ich eine Welt in meinem Schooß verberge, 16) b3—h4 Sl8—eb Stellung nach dem 22. Zuge von Schwarg. So ruh, ich selber doch, wenn mür mein Erstes fehlt, 17) ba—h5 8e6—14 f In stillen düstern Schooß der Berge, 18) Ddl—43 Kes—bs) Von schnoͤder Habsucht unterhöhlt. 19) b2— bg 8 Mein Letztes 5 geraubt und e mich gelesen, 21 e 143—58 U We— 0—— Irr' ich durch Wald und Flur, ein niedlich flüchtig Wesen. 22 1141 165 59 8 0 8 1 1—g1: Anagramm. 250 Ke 158—555 In jedem der folgenden Worte ist ein Städtenamen zu suchen. 9 8 1 7 1. Salbe. 2. Classe. 3. Er ruft. 4. Genieß. 5. Sengen. 6. Herr 5 d3 25 Kbs. 17 Klaus. 7. Nemesis. 8. Stürmen. 9. Nepos. 10. Leinengurt. II. Preise. 9 0. 12. Ragout. 8 1 0 30) 5 5 8 15 31) Ldz—e 6 Zweililbige Charade. 30 1 155 . 1 0 33) Le3-g5 Tha—h2 Es wandelt die Erste von Land zu Land, 5 Als Thierwaffe ist meine Zweite bekannt. 34) 8 1d-d 1 Ersten 8 f 1. Schwarz unterläßt die Rochade mit Nücscht auf das Spiel 0-0 10) La Des 10 b nebst ze ꝛc. In der Absicht 37— 86 zu spielen und mit der Dame wieder zunehmen. * 16* 5 75— erh 3 2 0 155 2 25) Kb2 861 1 1 N 0 Df 0 0 un eiß ste 1 Auflösung der viersilbigen Charade in voriger Nummer: Flitterwochen; sueressante— 4 sech aus 20. N bei der besten ierage — des Silben ⸗Rathsels: Ar der 0—Deutschlands Kaiser. Weiß im Vortheil. J. B.: 25 Tat hg und Schwarz giebt in vier Zügen N00 3 1 Ferdinand. 2. Rheine. Iglau. Eiderstedt. 5. Daricus den Thurm auf hs nimmt. daher richtiger 20) Des ligt 20 Tus(mit Remiedrohung d 9 g 9 8 3 eus. Se if nebst Scöf! Der 27) Tal-hi Ss 20 Ts Des 300(213 Kar 31 64 availlae. 7. Ipewich. 8. 6 horal. J. K ella. 10. Darien. 1. Eichs⸗ mit gleichem Spiele; die beste Vertheldigung für Weiß ist indessen: 25) Scön Is 20 145 seld. 12. Rhodds. 13. Dreieck. 14. Rhea. 15. Ili. 16. Topas. L 33— Sewing. e 10 I 4 7 5 3 F N feld. 8 1„» Mae uvor den ringer abzutauschen nt uns n n a 17. Therese. 18. Ecuador;— des Rathsels: Steckbrief;— des Rössel- 2 pe. Vds 2 13 e 2% Pb Ten 2 Len Te- ud der Bana 1b denn fan sprungs: 1 8 geschlagen werden. oder 27 12 181-85 nebst T5 1e Wohl sollst du hören hohe Geister, 50 28 droht, mit e die Dame zu erobern. Ner* 1 5 N 0 rat 00 ier hätte 2—44 geschehen sollen 819 1 855 12 55. 7 Gegen 8 8 l 80% gest par Pacher die San eg 4 8 ehren sollen deine Meister, Tb 4½ Nes Tugf und Weiß 8 den Thurm bi nicht nehmen, weil nach Was Kunst vermag und Wissenschaft. Leöf die Dame verloren wäre. 2 40) Leb Seg 1c. g d Auf 41 Les beabsichtigte Schwarz mit Tdef 42) Ke Seß. 48) Des: TT 2 ze. fortzuseten. 8 f 8 9 Ein sehr hübsches Opfer. welches im 41. Zuge von Weis ndlich widerlegt. Doch was das Höͤchste bleibt hienieden, 1 3 kann ohne* ace 1 1** bebt Des Ew'gen nur geahnte Spur, I Gegen 44 Sdö gewinnt warz mit Les den Ofstzier zurück un Was Schönheit Poeste und Frieden* gleich heftig, noch weniger Jann 12 44 oder LI helfen.—5 4 4 144 25 e e eee eee 400 Kas bat und Matt im nächsten Zuge oder 4% Kb LaZt 40 Kb 1 2 951 Das lehren dich die Frauen nur. Pa Kag, so bi mit Matt oder Damengewinn] 1.4 48) I. h Tast ze. Julius Rodenberg ddt 4% Kb Tbat 48) LS Leaf 4% Ka Tast 500 Las Lblt und 1 s————————— 9 2 5 Druck und Verlag der„Volks- Zeitung“, Att.⸗Ges. in Berlin, Lügowstr. 105.—— Nedalteur: R. Elche in Berlin, Lütowstr. 105. 1