45 SBeilage zu den Oberhessischen UMachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Ur. AI. 155 Gießen, den 7. Skipher Peifenblasen Erzählung von Eliza Orzeszko. Deutsch von Johanna Ruhe. von der scheidenden Sonne bestrahlte Kirche fiel, zogen sich seine Niemals stellt unser Städtchen ein so trostloses Bild voll Augenbrauen finster zusammen, und als er im Vorübergehen der Stille und der Oede dar, als während der Sommermonate einige Juden in ihrem Jargon sich unterhalten hörte, heftete er gegen Sonnenuntergang. Gott weiß, es herrschen bei uns nie seine Augen unzufrieden zu Boden und preßte seine Lippen so lautes Leben und große Bewegung, aber wenn nach einem heißen fest aufeinander, als hätte er etwas Bitteres verschluckt. Das Tage der Straßenstaub mit dem Rauch der Schornsteine sich ver-[Plaudern und das Lachen seiner jungen Frau machte gar keinen mengt, wenn die Steine des Straßenpflasters glühend heiß sind, Eindruck auf ihn, ja er hörte garnicht zu. Augenscheinlich be— wenn auf den Hauptstraßen die Spaziergänger, langröckige Juden merkte die junge Frau die üble Laune ihres Gatten, denn von in ihren Sammet⸗ oder Atlaskaftanen, und die Frauen mit ihren Zeit zu Zeit blickte sie ihn traurig an, und ihre glänzenden Augen blumengeschmückten Hüten, ihren langen seidenen Kleidern und füllten sich mit Thränen. Aber schnell faßte sie sich, und anstatt den goldenen Ringen an den Fingern, ihren Wohnungen zu-⸗WTihn nach der Ursache seines Unmuthes zu fragen, versuchte sie, eilend, den Staub noch mehr anfwirbeln, und in den Nebengassen durch ihre Heiterkeit ihn umzustimmen. die Kühe mit gesenkten Köpfen langsam ihre Ställe aufsuchen,„Siehe doch, Jas!“ rief sie wiederum. dann sieht man höchstens nur noch halbwüchsige Kinder, schlaf— Dieses Mal erhob auch er seine Augen, und ein schwaches Lächeln trunkene Droschkenkutscher und hin und wieder einen Menschen, glitt über sein Gesicht, obwohl sich seinen Blicken keineswegs etwas der sich mit seinem Taschentuche die schweißtriefende Stirn trocknet] Außerordentliches darbot; ein grüner Gartenzaun wurde sichtbar, und sich Kühlung zufächelt. Um diese Zeit spielen sich in großen und inmitten eines kleinen Gartens stand ein graues Haus mit Städten ganz andere Bilder ab; feingekleidete Damen und Herren, sechs Fenstern und einem Portale, welches zwei Säulen schmückten. Offiziere, Studenten, kurz, die elegante Welt fängt an, in Kon⸗ Durch die geöffneten Fenster, die gerade geputzt wurden, sah man zerten und Konditoreien sich zu amüsiren. Hier findet sich von hinter den blendend weißen Vorhängen einen blitzblanken Samowar all diesem nichts; wer überhaupt in unserem Städtchen nicht mit auf dem Tisch stehen. Im Garten standen zwei weitästige Ahorn— den Honoratioren verkehrt, der wird sich langweilen, mag er auch bäume mit dichtem Laubdach, und auf den verschiedenen Beeten noch so hohe Geistesgaben und noch so seine Bildung besitzen. blühten Levkojen, Astern und andere Blumen. Ein junges Fräulein An einem solchen heißen Sommertage ging ein Pärchen über[und ein Dienstmädchen mit nackten Füßen begossen die Beete, die Straße, dem Anscheine nach ein Ehepaar. Die Frau war während vor dem Portale ein alter Herr mit einer großen Brille einfach, aber anständig gekleidet, schien noch jung zu sein und[auf der Nase in einem umfangreichen Buche las, welches, wie konnte weder hübsch noch häßlich genannt werden. Das un⸗T man an den Ecken der Blätter bemerken konnte, viel benutzt moderne, faltenreiche Kleid ließ sie kleiner erscheinen, als sie in[wurde. War denn aber dieses Fleckchen Erde wirklich so beachtens— Wirklichkeit war. Den Hut zierten etwas grelle, große dunkel- werth? Es muß dem wohl so gewesen sein, denn das Ehepaar, rothe Blumen, und eine unförmig große Brosche mit einem falschen[welches aus der Stadt heimkehrte, blieb am Gartenzaune stehen, glänzenden Stein hielt ihren Shawl zusammen. Man sah es auf und bei der jungen Frau bewunderten nicht blos die glänzenden den ersten Blick, die Frau war eine Kleinstädterin, die sich gern[ Augen, nein, sie öffnete auch die Lippen, um halblaut vor sich hin— der Mode angepaßt hätte, ohne es jedoch zu verstehen. Ein Paar zulachen, und dabei zeigten sich hinter ihren korallenrothen Lippen schöne, sanfte Augen leuchteten aus dem jugendlichen Gesichte, zwei Reihen weißer, kleiner Zähnchen. Doch auch die Physiognomie welches von der Hitze stark geröthet war. Sie war offenbar müde, des Mannes neben ihr veränderte sich, die Wolke auf seiner Stirn aber dabei heiter und vergnügt und hatte alle Augenblicke ihrem verschwand, und seine Augen leuchteten. Gefährten etwas zu erzählen und denselben auf allerlei aufmerksam„Mein Gott,“ flüsterte die Frau,„welch' schöne Blumen!“ zu machen, wobei sie immer lebhaft auflachte.„Und diese Bäume— so dicht belaubt,“ sagte der Gatte und „Sieh' doch einmal, Jas! Siehst Du, Jas?“ fügte bald hinzu:„Helka wird entschieden hübscher werden als Allein Jas schaute aus, als könnte ihn weder im Himmel Fräulein Josepha.“ 5 noch auf Erden etwas erfreuen. Schlank, elegant, einige Dabei deutete er auf das junge Mädchen im rosafarbigen dreißig Jahre alt und modern gekleidet, wäre er wohl eine be-⸗J[Perkalkleide dort drüben im Garten. achtenswerthe Persönlichkeit gewesen, in diesem Augenblick jedoch„Was für eine angenehme Kühle muß dort sein! Schaue, malten sich auf seinem Antlitze Unwillen, Langeweile und Un⸗ Jas, dort unter den Bäumen der Schatten und hier auf der zufriedenheit ab. Er schleppte sich so träge über die Straße, wie Straße solch ein Sonnenbrand!“ ein fauler Knecht auf dem Gutshofe. Als sein Blick auf die Aus der Gießkanne, welche das Dienstmädchen handhabte, 8 0 0 0 . WG 2 78 2322 — N 9 ergoß sich ein wahrer Regen über die Blumen, die, angenehm erfrischt, einen herrlichen Duft verbreiteten. Der Mann athmete mit Vergnügen diesen Duft ein, während seine Brust sich mächtig dehnte. Die Frau an seiner Seite jedoch faltete ihre Hände und flüsterte: „Mein Gott, könnte doch unsere Jancia den ganzen Tag über in solch einem Garten spielen! Wie zuträglich wäre das für ihre Gesundheit!“ „Ich möchte gern die kleine Helka begrüßen,“ bemerkte der Herr,„aber der alte Skiwski hält mich dann gleich wieder zu⸗ rück.— Er ist ein langweiliger Schwätzer, doch im übrigen. schließlich ist er ein guter Mensch. Und solch ein Onkel ist dem Fräulein Josepha und der Helka zu wünschen.“— „Nun wird Josepha bald abreisen und ihre Schwester mit⸗ nehmen,“ meinte die junge Frau. Der grauköpfige, alte Herr nahm seine Brille ab und schaute vom Buche auf. Das kleine Fräulein im Rosakleidchen flüsterte dem etwas unordentlich gekleideten Dienstmädchen leise ein paar Worte zu und näherte sich mit der Gießkanne dem Gartenzaune. Es wäre unhöflich gewesen, dort länger zu verweilen und einen fremden Garten sich anzusehen. Das Ehepaar ging deshalb weiter. Das enge Trottoir war mit kleinen, spitzen Steinen ge⸗ pflastert, die wie Nägel in die Füße prickelten; dann war noch weißer Sand darüber gestreut, welcher deutliche Spuren auf den Kleidern zurückließ. Die junge Frau klopfte sich den Staub ab und sagte: „Weißt Du, Jas, Josepha erzählte mir, daß der alte Skiwski nach einigen Jahren sein Haus verkaufen wolle, um zu seinem Sohne zu ziehen?— Was braucht auch der Alte einen solch großen Hausstand! Was meinst Du dazu, Jas, wie?“ Ungeduldig antwortete er:„Was soll ich dazu meinen? Ueber⸗ haupt, was geht denn dieses Alles mich an?“ „Wie, was Dich das angeht? Haben wir nicht wiederholt darüber gesprochen, wie schön es wäre, wenn wir dieses Haus und diesen Garten uns kauften?“ „Ich wüßte nicht, woher das Geld nehmen!“ erwiderte ärgerlich der Gatte. „Woher das Geld nehmen, Jas? Wir werden sparen. Wir haben bald zwei Tausend Rubel, und ich habe gehört, Skiwski wolle sein Haus für sechs Tausend Rubel verkaufen.“ „Vier Tausend Rubel Unterschied— bah, eine Bagatelle, nicht wahr, Anna?“ „Nun, mag der Unterschied auch groß sein,“ entgegnete die junge Frau,„Gott wird geben, daß wir nicht heute und nicht morgen sterben— und so werden wir allmählich die Summe schon zusammensparen.“ „Während die Sonne aufgeht, verschwindet allmählich der Thau,“) warf erzürnt der Gatte dazwischen, und während er seinen Hut lüftete, um sich den Schweiß von der Stirn zu trocknen, fügte er höhnisch hinzu:„Was für himmelhohe Träume sind das! Ein eigenes Haus mit fünf Zimmern und ein Garten mit zwei Bäumen und verschiedenen Blumenbeeten? Wenn man nur nicht im Winter zwischen den modrigen Mauern frieren und im Sommer vor Hitze umkommen müßte! Aber selbst das ist zu viel— auch darauf kann man warten, und wer weiß, ob man es jemals erlebt. Ach, es ist ein wahres Hundeleben!“ Es wurde immer drückender und schwüler; kein kühlendes Lüftchen regte sich, aus den Schornsteinen stieg der Rauch empor und aus den Fenstern der Kellerwohnungen drang unangenehmer Küchengeruch. Das Gehen war heute beschwerlich. Die junge Frau trocknete sich den Schweiß von der Stirn und den Wangen, und obwohl schwer athmend vor Hitze, sagte sie in einem heiteren Tone:„Was soll man thun! Mein lieber Jas, wir müssen ruhig warten, wir sind ja beide noch jung, und unsere Jancia ist klein. — O, mein Gott, wie heiß ist es.— Aber Gott sei Dank, wir sind bald zu Hause!“ „Und was haben wir zu Hause?“ fragte Jas ironisch. „Wie— was? Ei, unseren Thee!“ rief naiv die junge Frau, fügte jedoch, als sie das gleichgiltige Gesicht ihres Mannes be— merkte, leise hinzu:„immerhin ist es dort etwas kühler— Du ) Polnisches Sprichwort. wirst ein wenig ruhen— und Josepha hat gewiß schon unsete. Jancia nach Hause gebracht.“ Endlich standen sie vor der Thür des Hauses; es war einn großes, massives Gebäude, dessen Mauern stark verwittert und abgebröckelt aussahen. Herr und Frau Mirewicz gingen in ihre Wohnung, deren Fenster theils nach der Nebenstraße, theils auf den Hof gingen. Der Hof, auf welchem eine Schaar schmutziger Judenkinder sich tummelte, war mit Ställen und Remisen eng bebaut. Die Wohnung bestand aus vier Zimmern, von welchen das Speisezimmer das geräumigste war. Letzteres war ein freund⸗ liches, helles Gemach; von der Decke herab hing eine blank ge⸗ putzte Hängelampe über dem Tische, welcher mit einem sauberen Tischtuche bedeckt und ringsum mit Stühlen umstellt war. Mirewicz nahm seine Studierlampe, begab sich in sein Zimmer und stellte dieselbe auf den mit Büchern bedeckten Schreibtisch. Beide Zimmer waren einfach eingerichtet, aber wohnlich und in jeder Beziehun sauber. Nachdem Mirewicz seine Lampe angezündet hatte, schloß er geräuschvoll das Fenster, durch welches vom Hofe her eine schlechte, drückende Luft hereindrang, dann warf er sich auf die Chaiselongue, welche an der Wand stand, und sagte wiederum: „ach, es ist ein wahres Hundeleben!“ Hierauf stützte er seinen Kopf in seine Hand und versank in tiefes Nachdenken. Aus der Küche, welche hinter dem Speise⸗ zimmer lag, vernahm man deutlich die Stimme der Frau Mirewicg. „Ist der Samowar noch nicht fertig?“ rief sie.„Hat er noch nicht gekocht? Aber meine Kasia, warum hast Du ihn nicht zeitiger aufgestellt? Du bist wahrscheinlich in den Garten zur Musik gelaufen?“ „So wahr ich Gott liebe, nein, gnädige Frau!“ „Nun, schwöre nur nicht gleich, sondern blase stärker! Aber warte, ich werde selbst pusten.“ „Er kocht schon, gnädige Frau— da— der Dampf dringt schon heraus!“ Geräuschvoll riß Katharine die Thür auf und trug, unbekannt mit der städtischen Mode, mit bloßen Füßen und ungekämmtenn Haaren den blanken Samowar in's Eßzimmer. Hinter ihr kamm Frau Mirewicz mit einer sauberen Schürze und hatte ein Körbchen mit Weißbrot, einen Butternapf und mehrere Teller in der Hand. „Hast Du den Braten aufgewärmt, Kasia? Schnell, Mädchen, beeile Dich! O Gott, mein Gott, auch Jancia ist noch nicht hier! Josepha hätte sie längst nach Hause bringen können.“ Mirewicz, ganz in Gedanken versunken, vernahm neben sich leises Weinen. „Jas, mein lieber Jas,“ sprach seine Gattin,„denke Dir nur, g 5 Josepha hat unsere Jancia noch nicht nach Hause gebracht!“ Unwillig entriß er sich seinen Träumereien und rief:„Nun, was ist denn dabei? Wenn unsere Kleine mit Fräulein Josepha ausgegangen ist, so kannst Du ganz ruhig sein. Du weißt ja selbst, wie vorsichtig und vernünftig Fräulein Josepha ist!“ Die letzten Worte sprach er mit verhaltenem Hohne. Frau Mirewicz bemerkte es sofort und sagte:„Ich weiß nicht, mein lieber Jas, weshalb und seit wann Du eine Abneigung gegen Josepha hast.— Früher bewundertest Du dieselbe doch so sehr und zeichnetest sie bei jeder Gelegenheit aus.“ „Ach was, bewundert!“ rief er.„Sie ist intelligenter und gebildeter, als die anderen Frauen dahier, und einem gebildeten Manne, der dazu verdammt ist, in der Finsterniß zu leben, ist jeder Lichtstrahl angenehm und willkommen.“ f Diese Worte machten auf die junge Frau einen ungemein trüben Eindruck. Sie antwortete nichts, aber neben dem tische ihres Mannes stehend, blickte sie gleichgültig auf die vielen Papiere und Bücher und hing tiestraurigen Gedanken nach. Mirewicz schwieg ebenfalls. Da hörte man plötzlich eine Droschte vorfahren und gleich darauf ließ sich im Hausflur eine sonore Frauenstimme hören:„Wohnt hier Herr Johann Mirewich!“ „Jas, Jas, vielleicht kommt eine neue Klientin zu Dir, flüsterte Frau Anna.„Ich bin zwar hier nicht nöthig, aber ich werde an der Thür lauschen.“ Nach diesen Worten schlüpfte sie in das dunkle Nebengemach, während das barfüßige Dienstmädchen die Thür zum Studier⸗ zimmer ihres Herrn öffnete. Es trat eine Dame ein— u mit welchem Glanze erfüllte sie diesen bescheidenen Raum, das“ schwach erleuchtete Gemach. Sie glich einer himmlischen Er⸗ 3—ů—ů—ů—ů— ů ů——ð5?³ — „ 2323 scheinung, die zur Erde herniedergestiegen war, um die umwölkte Stirn des Hausherrn zu erhellen, zu erheitern. Die hohe, ele⸗ gante Gestatt mit hellblondem Haare und leichtgerötheten Wangen war zwar etwas phantastisch, doch anständig gekleidet. Ihr Hütchen glich mehr einem Männer- als einem Frauenhute und saß auf einem zierlichen Köpfchen voll der schönsten Locken, die über die Stirn hinab beinahe bis an die Augen reichten. Und welch prachtvolle Augen waren das! Und wie träumerisch und wie keck sie Herrn Mirewicz betrachteten! Endlich sagte die Fremde mit lächelnden Lippen:„erkennst Du mich denn nicht, Jas?“ Der Hausherr stand da, als hätte er eine Vision gehabt. Plötzlich rief er:„Pauline Mirewiczowna“)!“ „Paula Mirewicz,“ verbesserte die Dame und streckte ihm ihre kleinen Hände entgegen, die in langen Handschuhen von dänischem Leder steckten. Mirewicz verbeugte sich und führte ihre Hände an seine Lippen. „Wie geht das zu? Du hier, liebe Kousine, und woher, wohin und warum?“ „Ich komme aus weiter Ferne und reise in die weite Welt,“ allautete die Antwort. Indem die Dame so sprach, warf sie ihren Sonnenschirm auf den Tisch und setzte sich nachlässig auf die Chaiselongue, während sie ihre kleinen, feinbeschuhten Füßchen graziös vorstreckte. Hierauf nahm sie ihr Hütchen ab und legte dasselbe achtlos auf einen Stuhl, wobei die Feder oder vielmehr der Flügel, welcher als Garnitur diente, beinahe zerbrach. b „Wie ich höre, hast Du Dich verheirathet,“ fuhr sie fort. „Mache mich doch mit Deiner lieben Frau bekannt; denn ich be— absichtigte, einstweilen bei Euch zu wohnen. Doch warte einmal, ich muß Dich erst ordentlich betrachten! Wie siehst Du denn aus? — Hast Du Dich sehr verändert?— Zehn Jahre lang haben wir uns nicht gesehen.“ Sie sprang von ihrem Sitze auf, faßte Herrn Mirewicz bei den Schultern und fing an, ihn vom Kopfe bis zu den Füßen zu mustern, etwa wie ein General die Soldaten. Herzhaft drückte sie seine Schultern und blickte ihm schelmisch tief— tief in die Augen. Darob verwundert und befangen, wurde Herr Mirewicz dunkelroth im Gesicht, Paula dagegen brach in ein schallendes Gelächter aus. „Ha, ha, Du erröthest ja wie eine alte Jungfer!“ lachte sie. „Ha, ha, hast Du nach Deiner Verheirathung Dich in eine Nixe verwandelt? Ja wohl, es ist wahr, die Männer nehmen die Charaktereigenschaften der Frauen an, und umgekehrt die Frauen die der Männer. Der Farbenwechsel, mein Theurer, ist ein Ein— fluß unserer Nerven.— Doch Du lebst ja hier in der Finsterniß, wie es in einem solchen Winkel nicht anders möglich ist, und deshalb hast Du auch keine Ahnung davon, wie die Ideen der Jetztzeit sich entwickeln und entfalten.“ f Er hielt ihre Hände in den seinigen und blickte ihr innig in die Augen; dann antwortete er halb scherzhaft, halb im Ernst: „und dennoch habe ich eine Ahnung davon, allein in diesem Augenblicke weiß ich nur das Eine, nämlich daß Du reizend bist.“ Scheinbar entrüstet entzog sie ihm ihre Hand und nahm wieder auf der Chaiselongue Platz.„Was soll das bedeuten?“ rief sie aus.„Glaubst Du, ich gehörte zu jenen Frauen, welchen man Komplimente machen kann? Ihr vermöget Euch immer noch nicht zu bekehren von den Dorfschönen und Gänschen, denen Ihr Süßigkeiten zuwerft.— Mein Theurer, ich gehöre zu einer anderen Art von Frauen— ich bin selbständig und verlange von den Männern weder Brot noch Naschwerk. Wenn Du mich erst ordentlich kennen lernst, dann wirst Du Dich überzeugen, daß ich das Recht habe, den Männern mich ebenbürtig zur Seite zu stellen.“ ö Zweifeln konnte man an ihren Worten nicht, da Alles, was sie sprach, den Stempel der Wahrheit und des richtigen Ver⸗ ständnisses an sich trug. Vornehm träumerisch erhob sie ihr schönes Köpfchen, ihre Augen leuchteten, und ihre Lippen kräuselten sich selbstbewußt. Mirewicz betrachtete sie unausgesetzt, und über sein Antlitz huschte ein Schein von Freude. Indem er ihre Hand ergriff, sprach er fast feierlich:„ich sehe, Paula, Du bist ein seltenes Weib. Welch ein Glück für mich, daß Du gekommen ) Im Polnischen unterliegen auch die Familiennamen der Deklination. bist! In dieser Einöde werden wir beide, wenn auch nur für kurze Zeit, zusammen arbeiten, denken, philosophiren— werden gemeinsam uns bemühen, das Leben mit seiner Last zu ertragen.“ Verwundert blickte sie ihn an.„Das Leben mit seiner Last?“ fragte sie.„Was soll die Last? Was willst Du damit sagen?“ Er lachte bitter auf. „Es giebt Menschen, meine Liebe, denen die Umgebung das Leben zu einer Last macht.“ „Das sind höchstens Narren,“ erwiderte sie. Aufstehend, fuhr sie fort:„der Mensch ist dazu geboren, mein Theurer, um glücklich zu sein. Hast Du nicht die Worte gelesen, welche.... darüber schrieb—“ Sie nannte den Namen eines der größten Gelehrten und den Titel eines seiner berühmtesten Werke. „Was, Du liest solche Werke?“ rief freundlich Herr Mirewicz. „Warum sollte ich es nicht thun? Ich schwärme dafür, mein Freund.“ „O, welch ein Glück! Gleich Dir, finde auch ich meine Be— friedigung nur in der Lektüre solcher Werke. Aber denke Dir, ich besitze hier Niemand, mit dem ich darüber sprechen könnte.“ „Warum wohnst Du denn hier?“ „Weil ich muß.“ Sie lachte. „Ich verstehe Dich nicht, Jas,“ antwortete sie. Während sie sich so unterhielten und immer mehr Gefallen an einander fanden, fand im dunklen Nebenzimmer folgendes Zwiegespräch statt: „Gnädige Frau, der Samowar wird kalt.“ „Geh' fort, Kasia, sei ruhig!“ „Das gewärmte Fleisch ist auch wieder kalt geworden.“ „Laß mich in Ruhe!— Ich sagte Dir doch, Du solltest fort— gehen!“ „Wird diese Dame bei uns zum Thee bleiben, gnädige Frau?“ „Ach, das habe ich ganz vergessen! Gut, daß Du mich daran erinnert hast!— Laufe schnell in die Konditorei, in die nächste — nach Kuchen— hier ist Geld!— Sage ihm, er solle Dir ganz frischen Kuchen geben.— Auf dem Rückwege wirst Du zum Kaufmann gehen und ein halbes Pfund Butter kaufen.— Weißt Du nicht, ob wir im Schranke noch etwas Schinken haben?“ Das Dienstmädchen lief mit ihren nackten Füßen eiligst in die Konditorei. Frau Mirewicz begab sich unterdessen in das Arbeitszimmer ihres Gatten. Wer diese Frau aufmerksam be⸗ trachtete, konnte unmöglich glauben, daß sie soeben noch an Thee, Kuchen, Butter und Schinken gedacht habe. Sie sah traurig und niedergeschlagen aus; durch die halbgeöffnete Thür hatte sie jedes Wort ihres Mannes vernommen, und deshalb war ihr Antlitz bleicher als vor einer Stunde, und ihre Hände bebten. „Meine Gattin Anna— eine Verwandte von mir, Pauline Mirewiczowna!“ „Paula Mirewicz, bitte. Es ist mir sehr angenehm, Ihre werthe Bekanntschaft zu machen.“ Mit welch einer selbstbewußten Miene diese gelehrte Frau sprach! Nichtsdestoweniger erhob Anna ihre Augen zu ihr mit einem Ausdruck, der halb bittend, halb schüchtern zu sagen schien: „Du feine, kluge Frau, demüthige doch mich einfaches, dummes Weib nicht allzu sehr!“ Demüthigen wollte Paula in diesem Augenblicke keineswegs die junge Frau, aber sie gab sich auch weiter keine Mühe, sie zu beachten. Mit einem einzigen Blicke hatte sie erkannt, daß Anna weder schön noch häßlich sei, und daß dieselbe in ihrer weißen, breiten Schürze, dem unmodernen Kleide und der geschmacklosen Brosche ihr gegenüber in Nichts zerfalle, ihr gegenüber, die mit dem klassischen Gesichte, den schön geformten Schultern und der imposanten Gestalt schon manches Männerherz berückt hatte. Nach dieser flüchtigen Musterung ihres Gegenüber wandte sie sich wieder dem Hausherrn zu und nahm die vorhin unterbrochene Unterredung von neuem auf, indem sie aus einem kleinen Taschenbuche mehrere bemerkenswerthe Notizen vorlas. „Ich bitte zum Thee,“ ließ sich mit leiser Stimme Frau Mirewicz hören. Es war dieses eine längst bekannte Stimme in der Einsam⸗ keit. Als Herr Mirewicz dieselbe vernahm, wiederholte er die Worte noch einmal seinem Gaste und führte seine Kousine am 5 2324. Arm nach dem Speisezimmer. Der Raum war noch mehr be⸗ schränkt worden durch drei mächtig große Reisekoffer, welche man vor einer Weile ins Zimmer geschafft hatte. Paula deutete auf den größten Koffer hin und sagte:„darin befinden sich meine Bücher, meine theuersten und liebsten Freunde, welche ich überall mit mir führe, und von denen ich mich nicht zu trennen vermag.“ In dem Koffer barg sich in der That eine schöne Bibliothek. Herr Mirewiez wurde immer vergnügter und in der heitersten Stimmung setzte er sich zu Tische, über welchem bereits die Lampe brannte, während auf demselben der ganze Imbiß symmetrisch servirt stand, ein Körbchen mit Weißbrot, französisches Gebäck und ein ö We 100 eee eee 0 Kade 0 Einquartierung im Kloster. Teller mit Braten und Schinken. Mirewicz überflog mit einem Blick den Speisetisch, und wiederum bewölkte sich seine Stirn. Unruhig beobachtete er seine Verwandte, um zu erspähen, ob dieselbe nicht spöttisch auf dieses einfache Mahl herabblickte und sich darüber wunderte, in welchen bescheidenen Verhältnissen sie ihren Vetter wiedersah. Paula entfernte langsam ihre Hand— schuhe von den Händen, indem sie bedächtig die vielen Knöpfe öffnete und dabei unbemerkt ihre Blicke neugierig über diese Armseligkeit schweifen ließ. Ohne Arg legte Frau Anna die frisch gekaufte Butter in den Napf und kratzte sorgfältig mit dem Messer das durchfettete Papier ab. Herr Mirewicz bemerkte, wie um Paula's Lippen ein flüchtiges Lächeln irrte, und um seine Gattin in den Augen seiner Kousine nicht zu sehr herab⸗ zusetzen, suchte er Letztere schnell in ein interessantes Gespräch zu verwickeln. Kaum hatten sie jedoch zu sprechen angefangen, da ließ sich aus der Küche, welche neben dem Eßzimmer lag, ein fröhliches Kinderstimmchen hören, bei dessen Klange Anna alles um sich her vergaß, vom Stuhle aufsprang und auf die Thür zueilte. In der Thür zeigte sich ein zweiundzwanzigjähriges junges Mädchen, welches ein munteres Kindchen von etwa vier Jahren an der Hand führte. „Nun, liebe Anna,“ rief das Fräulein, noch in der Küche stehend,„da bringe ich Dir Deinen Schatz unversehrt nach Hause zurück. Du warst gewiß schon recht unruhig? Allein das schadet Wir waren nämlich nichts— wir haben uns köstlich amüsirt. N 0 N 1 ee W 0 ö 0 10 Ne W. 1 Von Jacobus Leisten. im Garten und haben das Konzert mit angehört, dann gingen wir zu Helka, welche uns ein paar Blumen schenkte und hierauf—“ Plötzlich sah sie, daß eine fremde Dame im Zimmer anwesend war und hörte auf zu erzählen. Selbst die kleine Jancia, welche fröhlich der Mama den Blumenstrauß entgegenhielt, schwieg ver⸗ legen.— „Die Freundin meiner Frau, Fräulein Josepha Skiwska— meine Verwandte, Paulina Verzeihung, Kousinchen— Pola Mirewiczowna,“ stellte der Hausherr einander die beiden Damen vor. „Paula Mirewicz, bitte!“ sagte die Fremde. angenehm.“ „Mir sehr (Fortsetzung folgt.) * ——— 2325. Am Ehre und Vflicht. Aus den Papieren einer Einsamen. Von J. v. Brun⸗Barnow. „Nur eine rechte Ehre giebt's hienieden: „Wenn man die Wahrheit stets zum Führer wählt, „Stets der Vernunft und dem Gesetz gehorcht, „Streng über sich, mild über Andre spricht, „Das Gute thut, was uns die Pflicht gebeut, „Kurz, rechtlich lebt,— dies Wort schneg Alles ein.“ oileau. Der vierte, daß ich wie im Mein Inserat hat nichts er⸗ Man hat mir oft gesagt, Wieder ein Tag zu Ende. Fieber auf den Postboten warte. reicht. Ich erhalte keine Schülerin. Mein liebes Hänschen, wir werden uns trennen müssen! Du singst nicht mehr, Du frierst. Ich kann keine Kohlen kaufen und mein Vorrath ist bald zu Ende. Es ist sehr kalt!— Warum mich nur das Glück so hartnäckig flieht? Was habe ich gethan, daß ich so freudlos— so einsam dastehe? Das Glück, pflegte mein Vater zu sagen, ist wie ein Vogel in der Hand, der bei jeder Bewegung uns entschlüpfen kann— Zufriedenheit eine Blume, die bei guter Pflege gedeiht und wächst.— Ja— aber wie kann Zufriedenheit ohne Glück ge⸗ deihen? Wie in uns Wurzel fassen, wenn wir alles dahingeben mußten, was uns theuer? 5 ö Der Mond scheint in mein Zimmer, groß, voll, glänzend. ö Glückselige Tage der Jugend, welche sein Anblick zurückruft, in denen das Leben sanft dahinfließt, und wir es kaum be⸗ Kronprinz Konstantin von Griechenland und seine Verlobte, Prinzessin was ich meinen Eltern gethan, würde mir einst Gott lohnen. Die Eltern sind todt, meine Existenz hat meine lange Krankheit untergraben und den Kampf um's Dasein erleichtert mir Niemand. merken, wenn die Wogen rascher rollen, höher schlagen. Sehnsuchts⸗ voll blicke ich zurück nach den verlassenen Gefilden des engbegrenzten Stromes, auf dem ein Stranden unmöglich war! Weihnachtsfest— o du schönes, friedenkündendes Weihnachtsfest! Draußen fällt der Schnee in dichten Flocken. Silbern leuchtet er in seiner krystallenen Klarheit. Kinder jubeln— Schellen klingen. Frostig durchschauert es mich von der Kälte im Zimmer und der geschäftigen Fröhlichkeit draußen. Fröhlich Weihnachten! ruft man sich zu. Du bist es für die Glücklichen, den Kreis Derjenigen, die noch mitten im Familienleben stehen, für die Einsamen bist du es nicht!— Still, was ist das, kommen da Fu, 2 ,, e, g 5 8. Sophie von Preußen. Sollte es der Postbote sein?— Nein, nicht Schritte herauf. für mich nicht! Wenn meine einst so zahlreichen Freunde ahnten, wie hilf⸗ und mittellos ich bin, würden sie sich meiner annehmen? Ach, sie suchen mich jenseits des Ozeans, umrauscht von Triumphen, die mir meine Stimme zuführt. Keiner ahnt, wie kurz die glänzende Laufbahn gewesen, welche der Impresario meiner Stimme verheißen hatte. Eine Unvorsichtigkeit, eine Erkältung und wie ein Märchen aus Tausend und eine Nacht, so blieb mein kurzer Triumphzug in meiner Erinnerung zurück! Sehn⸗ suchtskrank suchte ich die Heimath wieder auf, unfähig, mich Hülfe flehend an meine Freunde zu wenden.— Habe ich denn auch solche? Hat sie der Unglückliche, vom Schicksal Verfolgte? Wie ein lästiges Insekt, so schüttelt man ihn ab, nein, nein, ich muß mir selber helfen, aber wie? Wer antwortet auf mein Inserat? Doch horch, wieder Schritte, wirklich man klopft. Wer mag es sein, der Postbote, nein, das ist nicht seine Zeit! 1 2 8 6 CC ͤ... ˙· 2326. „Herein!“ Ein Diener tritt ein.„Bin ich hier bei der Gesanglehrerin Fräulein Marina? Die Herrschaften aus der ersten Etage lassen das Fräulein zur Bescheerung einladen.“ „Die Herrschaften aus der ersten Etage? Seltsam, ich kenne diese Herrschaft gar nicht. Sie zog erst vor wenigen Tagen in dieses Haus ein. Sollte sie etwa mein Inserat gelesen oder ihr Töchterchen ihr von mir erzählt haben? Ich begegnete dem Kinde, einem zarten, blassen Mädchen, mit seiner Bonne auf der Treppe. Es nickte mir so zutraulich zu. Da redete ich es an— ich liebe Kinder— besonders kleine Mädchen. Die Bonne mischte sich hinein und erzählte mir, daß ihre Herrschaft aus Berlin sei und ihr Herr als Rittmeister hierher versetzt worden. Ob ich die Einladung annehme? Ich habe solche Scheu vor Menschen und doch, es muß sein, vielleicht erhalte ich durch ihre Empfehlung Schülerinnen. „Wann befehlen die Herrschaften?“ „Um acht Uhr ist die Bescheerung.“ Der Diener verläßt mich. Ich trete vor den Spiegel und ordne meinen einfachen, schwarzen Anzug. Ich habe keine Aus— wahl in meiner Toilette. Dieses Kleid und ein dunkel blau— seidenes ist Alles, was ich besitze. Ich habe es mir erhalten. Ich war einmal so glücklich, so sehr glücklich darin. Ob ich es anziehe? Nein, nein, das kann ich nicht. Wie blaß und ver— fallen ich aussehe? Wie ich jetzt bin, würde mich schwerlich einer meiner früheren Bekannten wiedererkennen. Und es ist gut, daß es so ist, ich könnte das auch nicht ertragen. Wenn ich bedenke, wie einst meine Augen gestrahlt. Ein paar Sonnen nannte er sie, die Alles erwärmten, durchleuchteten. Und doch, und doch konnte er sich von diesen Sonnen abwenden, sie ihren einsamen Lauf verfolgen lassen! Erloschene Sterne! Das sind sie jetzt. Erloschene Sterne!— O mein Gott, weshalb mußten sie es werden? Warum ist mein guter Stern untergegangen! Nein, ich will nicht weinen. Es ist ja Alles überwunden — alles— nicht wahr, mein Hänschen— alles. Frierst Du noch? Wie wäre es, wenn ich Dich mit hinunter nehme und Dich als Weihnachtsgabe dem kleinen Mädchen schenkte? Du hättest es bei ihm sicherlich besser. Immer ein warmes Zimmer, ein Stückchen Kuchen und Dein gutes Futter. Der Winter ist noch lang, sehr lang, und hier oben in der Mansarde ist es oft bitter kalt! Du hast das Singen verlernt und auch das vertrauliche Picken. Du fliegst auch nicht mehr im Zimmer umher, trotzdem ich den Käfig geöffnet, zusammen— gekauert sitzt Du da und blinzelst mich vorwurfsvoll an. Wirklich, es wird das Beste sein, ich schenke Dich fort. Wieder Thränen! Meine armen Augen, sie haben schon so viel geweint. Ich werde die blaue, entstellende Brille aussetzen müssen, denn sie werden den Lichterglanz nicht vertragen. Aber fortgeben muß ich Dich, Hänschen— wirklich, ich muß. Giebt doch selbst eine Mutter ihr Kind fort, wenn die Verhältnisse es fordern. Wer hätte das gedacht! In einem Hause mit ihm.— Noch lebt Alles in mir von dieser Begegnung. Als mich der Diener einließ, strömte mir ein blendender Lichterglanz ent— gegen und das Zimmer war voll Gäste. Ich wich scheu zurück. Es war aber zu spät, meine kleine Freundin hatte mich mit dem Vogelbauer bemerkt und nahm jubelnd das Geschenk in Empfang. Eine schöne, elegante Frau mit dunklen Augen und schwarzem Haar begrüßte mich und stellte sich mir als ihre Mutter vor. Ich stammelte etwas von vielem Besuch, den ich nicht erwartet, und daß ich mich wieder zurückziehen möchte. Sie erklärte lebhaft, davon könnte nicht die Rede sein. Sie hoffte, ich würde sie zum Gesange begleiten. Sie hätte im Blatt gelesen, daß ich mich als Gesanglehrerin angezeigt und ihre alte Lehrerin sei krank geworden und hätte deshalb heute Morgen eine Absage geschickt. Mein Mann und ich,“ setzte sie hinzu, „sind große Musikfreunde und lieben die Geselligkeit. Wir sehen stets am heiligen Abend einige unserer nächsten Freunde, die mit uns darin sympathistren und keine Kinder zu Hause haben, bei uns. Doch bitte, kommen Sie, daß ich Sie meinem Manne vorstelle.“ Ich folgte ihr unsicher, betäubt. Ihre Lebhaftigkeit, ihre Aufforderung, das mich umgebende Geschwirre fremder Menschen, die eigene Unscheinbarkeit im schwarzen, abgetragenen Kleide und der blauen Brille, alles wirkte zusammen, um mich befangen, unbeholfen zu machen, mich, die einst vor einem tausendköpfigen Publikum in wallender Seide auf das Podium getreten und bei ihrem ersten und letzten Auftreten in New⸗Nork in Kränzen u Bouquets förmlich begraben worden. Die Dame des Hauses trat mit mir an einen großen, schlanken Herrn, in der kleidsamen Tracht der blauen Husaren heran, der, mit dem Rücken gegen uns, sich mit einem Kameraden unterhielt. „Lieber Lothar, ich möchte Dich mit der Gesanglehrerin von oben bekannt machen!“ Bekannt machen! O Gott, ich hatte Mühe, als er sich uns zuwandte, nicht zu verrathen, wie bekannt er mir war! Wie segnete ich in diesem Moment meine verweinten, armen Augen, welche die blaue Brille nothwendig gemacht, wie mein unschein⸗ bares Kleid, mein schlicht gekämmtes Haar, mit welcher Er⸗ leichterung bemerkte ich, daß sein großes, ernstes Auge mich wie eine Fremde streifte und seine Anrede nichts von einem Erkennen verrieth, vor dem ich zitterte. Er sprach zerstreut einige begrüßende Worte und wandte sich dann wieder mit souveräuer Sicherheit von mir ab, der Unterhaltung mit seinem Kameraden zu. Das gab mir die verlorene Ruhe wenigstens äußerlich zurück. Ich gestand seiner Frau, daß ich zu meinem Bedauern mit meinen kranken Augen, welche die blaue Brille nothwendig gemacht, bei Abend keine Noten lesen und sie somit zum Gesang nicht 5 1 begleiten könnte. g Sie sah sichtlich enttäuscht aus und bemerkte, daß sie beabsichtigt hätte, mich ihren Bekannten als Gesanglehrerin vorzustellen, zu“ empfehlen! Seltsam, mich zu empfehlen ohne etwas anders, als das Inserat von mir zu kennen. Ich fühlte, wie ich erröthete. Sie mußte ein sehr mitleidiges Herz besitzen und es im Hause bereits“ bekannt sein, wie sehr ich dieses Mitleid, diese Unterstützung bedurfte. Ahnte sie meinen Gedankengang, den Grund meiner Verlegenheit, meines Erröthens? Wenn das der Fall war, so half sie mir sehr rasch darüber hinweg. Sie erzählte mir, daß ich heute einen Herrn, Assessor von L.... kennen lernen würde, der einen prächtigen Bariton habe, welcher nur noch etwas der Schule bedürfe, um Vortreffliches zu leisten und daß sie gedacht, daß er vielleicht für mich ein Schüler werden könnte. „Doch, da kommt er, er mag seine Sache selbst führen!“ 1 4 Sie ging einem mittelgroßen Herrn in eleganter Salon⸗ Toilette entgegen, der mich lebhaft an einen bekannten Schau⸗ spieler erinnerte, welcher die Rolle eines Steno in dem Byronschen Drama Marino Faliero gegeben. Ich sah, wie sie leise und lebhaft auf ihn einredete und beide nach mir hinsahen, dann trat er mit einer lächelnden Verbeugung an mich heran, dankte mir in ver⸗ bindlichen Worten, daß ich, wie er soeben durch Frau von S.. gehört, mich der Mühe der Ausbildung seiner Stimme unter⸗ ziehen wollte und suchte gleich Zeit und Preis der Stunde fest⸗ zustellen. Dieses Alles kam so schnell, so gänzlich unerwartet, daß ich wieder in meine peinliche Unsicherheit zurückfiel und der N Frau des Hauses diese Abmachung überließ. „Ich denke,“ meinte diese,„fünf Mark für die Stunde und zwei Mal in der Woche, wird wohl Ihren Intentionen, mein liebes Fräulein, entsprechen! Nehmen wir die Nachmittagsstunde zwischen fünf und sechs. Nicht wahr,“ sie wande sich an den Assessor,„diese Zeit paßt Ihnen am besten?“ „Allerdings!“ gab er zu,„ich habe dann im Ministerium nicht mehr zu arbeiten und mein Diner eingenommen, wenn das Fräulein diese Stunde zur Verfügung hat, so wäre mir das sehr angenehm!“ Zur Verfügung hat! Ich hatte ja den ganzen Tag zur Ver⸗ fügung, und nun gar zu solchem Preis, den ich in meinen kühnsten Träumen nicht erwartet. „So wäre denn die Sache abgemacht, gleich nach den Feier⸗ tagen können die Stunden beginnen!“ sagte— wer von den Beiden— oder sie zusammen— ich weiß es nicht; als ich mich mit dieser Zeit einverstanden erklärte.„Und nun, mein liebes Fräulein,“ schloß die Unterredung meiner gütigen Beschützerin, „sehen Sie sich vielleicht die Bescheerung meines Töchterchen? an. Elly sieht schon ungeduldig nach Ihnen hin. Sie ist heute 327. ganz vereinsamt, ihre Bonne hat für diesen Abend sich Urlaub erbeten und würde ich Ihnen dankbar sein, wenn Sie sich der Kleinen annehmen und sie beaufsichtigen wollten.“ Ich erklärte mich sehr gern bereit, obgleich ich ein Gefühl der Demüthigung bei der mir zuertheilten Aufgabe nicht unter⸗ drücken konnte. Immerhin war ich aber froh, mich ihr nützlich machen zu können. Empfand ich doch bereits die Güte dieser Frau peinlich und hätte gerne das Nessushemd abgestreift, welches sie mir mit ihrer Protektion angezogen hatte. Ich trat jetzt an den Weihnachtstisch der kleinen Elfriede. Ein wahrer Bazar von Geschenken war hier aufgebaut.„Ihr Vogel ist mir doch das liebste Geschenk!“ versicherte sie mir und schmiegte sich zärtlich an meine Seite. „Ich hoffe, Elly,“ sagte eine Stimme hinter uns,„daß Du ihn auch nicht vernachlässigst und Deiner Bonne die Sorge um ihn überläßt!“ f „Gewiß nicht, Papa!“ betheuerte das Kind. „Es war sehr gütig von Ihnen, der Kleinen diese Freude zu machen. Die Gabe ist nur zu groß!“ Ach, er ahnte nicht, wie groß sie war, wie ich mit ihr meinen einzigen Freund fortgegeben hatte. Und doch, es war gut, daß ich es gethan! Die Sorge, der Klang meiner Stimme, möchte Erinnerungen in ihm wecken, hieß mich ihm eine leise, kaum verständliche Antwort geben. Er trat zu meiner Erleichterung wieder von dem Tisch zurück und überließ mich der Unterhaltung seines Kindes. Die Kleine, vereinsamt wie ich inmitten der Gäste ihrer Eltern, die sich wenig um das unschöne blasse Kind kümmerteu, mochte mit dem feinen Instinkt des Kindes fühlen, daß ich in gleicher Lage war und nicht viel Berücksichtigung fand. Mit altkluger Freundlichkeit übernahm sie, so zu sagen, meine Protektion, machte die Diener aufmerksam, wenn sie bei den herumgereichten Erfrischungen mich übersehen oder absichtlich übergangen hatten. Bei Tische saß ich an dem untersten Ende der Tafel, entfernt von der Hausfrau und dem Hausherrn, neben ihr und hatte Zeit, zwischen den Bemerkungen des Kindes meine eigenen Beobachtungen zu machen. Die Tafel wies einen un⸗ gewöhnlichen Reichthum an Silber und kostbarem Service auf, die Zubereitung der Speisen entsprach aber diesem Reichthume nicht und auch die zahlreiche Dienerschaft war schlecht eingeschult. Die Pausen zwischen jedem Gericht erschienen mir ungewöhnlich lang, ebenso die Pausen in der Unterhaltung. Erst allmählich kam sie mehr in Gang, nachdem sie wie ein ungeübter Schlittschuh⸗ läufer erst mehrere verunglückte Versuche gemacht. Ich empfand es mit heimlicher Befriedigung, daß ich auf diesem Glatteise nicht zu Hause war, und kam mir wie ein abgeschiedener Geist unter den geputzten Menschen vor. War ich nicht auch nach alledem, was ich aufgegeben, unwiederbringlich verloren hatte, ein zum einsamen Erdenwallen verurtheilter Geist? Als die Tafel aufgehoben wurde, ergriff ich dankbar den Wink der Hausfrau, ob ich mich etwa zurückzuziehen wünschte, ich sehe blaß und müde aus. Die Kleine, welcher ich ein so freundliches Interesse geschenkt, müsse nun auch zu Bett gehn.“ Ja, ich war erschöpft, furchtbar erschöpft, bei aller Resignation blieb doch die unter so bedrückenden Verhältnissen fremdartige Begegnung mit dem Mann meiner ersten und einzigen Liebe eine überwältigende, und kostete es mich meine ganze Seelenstärke, um meine Rolle als geduldeter und überflüssiger Gast durchzu⸗ führen. Ich verabschiedete mich von Frau v. S.. von der übrigen Gesellschaft war das nicht nothwendig. Es hatte mich außer Herrn von S.... keiner beachtet, am wenigsten der Hausherr. „Noch eins, ehe wir uns trennen!“ bemerkte seine Frau. „Assessor L.... hat mich beauftragt, Ihnen, liebes Fräulein, das Honorar für einen Monat vorauszuzahlen.— Still— bitte keine Ablehnung, keinen Dank. Ich sehe, Sie weinen! Jetzt muß ich Sie selbst bitten, sich zurückzuziehen, für profane Augen taugen Thränen nicht!“ Damit geleitete sie mich nach der Thüre, drängte Elly, welche mit mir hinaus wollte, ungeduldig zurück, gab einem Diener einen Wink, mir mit dem Licht hinauf⸗ zuleuchten und entließ mich mit freundlichem Händedruck. (Fortsetzung folgt.) und wenn nicht schön, fiel ihre zierliche Figur, Jose Blätter. Kronprinz Konstantin von Griechenland und seine Verlobte, Prin⸗ zessin Sophie von Preußen.(Siehe Illustration.) Als Kaiser Friedrich auf seinem Schmerzenslager den Tod herannahen fühlte, legte er seiner Tochter Sophie die Hand auf den Scheitel und nahm Abschied von ihr mit den Worten:„Bleibe so gut und fromm, wie Du bisher warst.“ Die Prinzessin hat sich bekanntlich am 3. September dem Kronprinz Kon⸗ stantin von Griechenland, Herzog von Sparta, verlobt. Man weiß, daß Kaiser Friedrich die Herzensneigung seines Kindes gebilligt hat und daß die Verlobung nur aus Rücksicht auf den besorgnißerregenden Zustand des unvergeßlichen Dulders verschoben worden war. Prinzessin Sophie ist am 14. Juni 1870 zu Berlin geboren, also in der Zeit, da ihr Vater auszog, um für Deutschlands Größe und Einheit zu kämpfen. Als man ihr die ersten Wiegenlieder sang, trafen die glänzenden Siegesberichte in Deutschland ein, in denen der Name ihres Vaters eine hervorragende Rolle spielte. Die Prinzessin wuchs unter der sorgsamen Pflege einer liebe⸗ vollen Mutter fröhlich auf und zeigte früh große Anlagen für das Studium fremder Sprachen. Man rühmt ihren Sinn für die Reize der schönen Natur und ihre Herzensgüte. Kaiser Wilhelm nannte dies sein Enkel⸗ kind„unsere kleine Weisheit.“ Als der junge Herzog von Sparta im Kreise ihrer Familie erschien, faßte sie zu demselben bald eine tiefe Herzens⸗ neigung. Die schweren Leiden des Vaters warfen freilich einen Schatten auf ihren Liebesfrühling. Der griechische Thronerbe nahm den innigsten Antheil an dem Weh und der Trauer seiner Braut und das gemeinsame Leid kettete die Herzen fester aneinander als die Freude dies vermag. Kronprinz Konstantin ist am 2. August 1868 geboren. Nachdem er in seiner Heimath eine sorgfältige Erziehung genossen, kam er nach Deutsch— land, um in Leipzig seine Studien fortzusetzen und sich mit der preußischen Armee näher bekannt zu machen. Man rühmt die Freundlichkeit und Güte des Kronprinzen, sowie dessen innige Sympathien für Deutschland. Möglich, daß derselbe sehr bald in seiner sonnigen Heimath den Thron ee Dann wird die deutsche Kaisertochter als Königin in Athen einziehen. der die Verlobten sterbend gesegnet hat. R. E. Die Prinzessin Eboli ist von Schiller im Don Carlos nicht nach der Geschichte gezeichnet worden. Anna de Mondoza gehörte einer hoch—⸗ stehenden Adelsfamilie an, die auch durch Reichthum glänzte. Verwöhnt durch die Liebe der Eltern, hatte sich ihr Stolz und ihre Energie schon in der Jugend entwickelt. Sie war eine Freundin ritterlicher Uebungen, als sie früh an den Hof Die Blässe ihres Gesichtes, das sich durch hohe Stirn und glänzende Augen auszeichnete, kontrastirte mit dem tiefschwarzen Haar. Der Günstling Philipps II., Rui Gomez de Silva, Fürst von Eboli, schwärmte bald für sie, so daß er ihr seine Hand reichte. Auch die Königin Elisabeth fühlte sich von ihrer Persönlichkeit wie durch ihren Witz angezogen. Sie führte eine glückliche Ehe, in der sie ihrem Gatten zehn Kinder schenkte. Ihr Glück wurde aber 1558 getrübt; denn in diesem Jahre starb ihre königliche Freundin und ihr Gemahl, worauf sie sich in ein Kloster zurückzog; doch kehrte sie nach drei Jahren an den Hof zurück und trat die Vormundschaft ihrer Kinder an. Ausgezeichnet durch die Gunst des Königs, zog das Herz sie zu dem jungen Staatssekretär Don Antonio Perez hin, ein Liebesverhältniß, das ihren jähen Sturz 1579 herbeiführke. Durch Eifersucht gereizt, kehrte sich der ganze Grimm des Monarchen gegen die Fürstin Eboli. Sie wurde beschuldigt, an den Intriguen gegen Don Juan d' Austria, den Halbbruder Philipps, thätigen Antheil genommen zu haben. Sie wurde eingekerkert und in einen jahre⸗ langen Prozeß verwickelt, dann zwar aus dem Kerker freigelassen, doch auf eines ihrer Schlösser verbannt, wo sie in halber Gefangenschaft ihr Leben beschloß. Der spätere Herzog von Pastrana galt allgemein für ihren und des Königs Sohn. W. G. kam, allgemein auf. Auch eine Grabschrift. Auf einem Londoner Kirchhofe befindet sich folgende Inschrift eines Leichensteins, die sich ein dortiger Chemiker selbst verfaßt hatte:„Hier ruht, sich einzubeizen, zu amalgamiren und dem Staube zu vereinen, der Bodensatz von John William Warnley, dem Chemiker. Das Leben war für ihn ein düstres Laboratorium, wo er das Elixir seines Daseins weder feststellen, noch sondern, noch dehnen konnte. Seine Hoffnungen verdampften wie der Merkur im Feuer; er fand wenig Silber und konnte es nie zum Goldmachen bringen. Er war auf dem Punkte, das arcanum vitas zu finden, als seine Grund-Prinzipien sich plötzlich auflöseten und das Radikal⸗Fluid sich bis auf das letzte Tröpfchen erschöpft zeigte. Er sah die flüchtige Quintessenz, die 65 Jahre lang luft⸗ dicht in der Retorte seines Körpers verschlossen gewesen, verdunstet. Möchte sie geläutert und abgedampft in ihrem natürlichen Rezipienten, dem Himmel, Platz finden!“ N. Auslegung nach dem Grundtext. Der König Gustav Adolph begegnete in Sachsen einem Prediger zu Pferde, und sagte:„Herr Pastor! es heißt ja: Gehet hin in alle Welt, und nicht: reitet, das ist gegen die Bibel.“ —„Ihro Majestät,“ erwiderte der Prediger,„halten zu Gnaden, im Grundtext steht: Sehet zu, wie ihr fortkommt.“ M. Dem Könige Jakob I. von England setzte sich eine Fliege auf die Nase.„Ich babe drei Königreiche,“ rief er,„kannst du darin keinen andern Platz finden, als auf meiner Nase?“ NI. Möge dort das junge Paar im Geiste des Fürsten walten, 2328 Nöllelsprung. Problem Nr. 531 von G. J. Slater in Bolton. Im Turnier der„Venowine News“ mit dem ersten Preise gekrönt. nicht noth ig ne wie sei 8 kei um im schen des sen 7 2 2— EA gan sel re ein o ruht dend frie 6 F.——— de len ist und kreis lin wal der* e N 3 ja kelt ber bin mir reh den ba u,, e eee 9 stel von blö von ser decht klei um 4 ö ö ö von den sen mit ö und bei ein den 3 * N A r 1 0 jagd sten wald de be wa thut's ne 2 2— Wecken schie let ge len dir tod in hier gott —— 3— 1 ö 8 ver heim bel be zung den tritt Eers⸗ mir see 2 0 a a 1 0 1 8 h Weiß. Weiß zieht an und setzt mit 55 dritten Zuge Matt. Silben-⸗Räthsel. Die Preisrichter in dem Turnier der Venowine News, A. Robbins, S. Loyd und en Si 5 C. Planck haben ihre Entscheidung bekannt gegeben. Den zweiten Preis fur Dreizülger er⸗ Aus nachfolgend Silben: hielt Max Geigt i. Wien für das unter Ar 17 in— Blatte erschienene Problem, der bee berg beth by le ee el el erb erd ga gen ha har häu he ka ko Mi den Ephlelbrad für dar sehufegpe Profen 2 en V— em Spezialpreis für da erig em wurde na er 80 Ii l lob a dg ae naph nat ni nu 8 ri ris ro ron sa se se ser 1 Löͤsungsturnier der von uns unter Nr 510 veröffentlichte Dreizüger des schwedischen Problem sprem ster strut ta tan ter u un W Jonsson ausgezeichnet. Die drei Preise für Zwe 5 er erhlelten Ty. Taverner f 1 sind is Wörter zu bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach dan E n e dee en en ee e eee unten gelesen, ein 9 8 Sprichwort ergeben. 55 1 Die 18 Woͤrter bezeichnen: j j 1„ 35 d. Bl. 1. Einen Sohn Jakobs. 2. Einen weiblichen Vornamen. 3. Einen ae 50 5 90 3 18 8 1 1 10 Schweizer Kanton. 4. Einen Vogel. 5. Einen englischen Dichter. eiß: Kg, Tes. n 6. Einen männlichen Vornamen. 7. Eine Stadt an der Spree. 8. Eine Schwarz zieht an und gewinnt. Frucht. 9. Einen Nebenfluß des Rhein. 10. Eine Stadt in Dänemark. 1) a4-agl Tes ds 6) Kalb Tes bs 1. Eine Göttin. 12. Ein Musikinstrument. 13. Eine Blume. 14. Eine 2) Kdl—e2(ei) ITdS-—a8!) 7) Kbz—a3(e2) Tbs-as Hüͤlsenfrucht. 15. Eine Schlange. 16. Einen Tanz. 17. Einen Fluß 3) K02—b2 Tas—b sg 8) Kag-—bg Tas bs in Thüringen. 18. Eine Oper von Wagner. 4) Kbz-al! 1b8- e8 9) 9) Kb-c Tbs-as 5 a3—32! Kg6—f59) 10) 3-0? ꝛc. 2 8 9 Auf andere Züge folgt 3) a8—a2 1 Räthsel. 2) Falls Ksö so 5) 42 Kel 60 c Tes 5 Kb2 Ts 8) Kas Tasf 9) Kba Tb 10 Ka5 Tes 1) Kb6! ꝛc. Ihr mögt mich vorwärts oder rückwärts lesen, 9 Weg 5 estnder dict erf n Abng dn 57 oder 7 und Stets bin ich doch der Einzige gewesen, dann elner der Bauern zur Dame gelangt.— Spielt Wein gegen 1 4 ag den Thurm n Nach dem der Leidende verlangt. a8, so solgt: 2) c Tdgf 3) Kc Las 4) Kb 184 55 c Test 6) Kbs Tbst 7) Um dessen Nah'n er oft recht inni fleht Tes 8] a8—322 2c. oder 1 1 8) Kel Test 4 KI Ths 5) Kg1 Tes 6% a2 2c. Antwort Wei 5 5. recht innig lleht, dagegen Weiß sofort mit Kt5, so darf nicht 362, sondern nur 2 a3 ag geschehen; au Weil ohne 1 1 5 1055 steht, ande 1 5 1 1 tie—— 150 5 weten 40, 5 2 9 U 2 f ie un ndspiels i ermit e“ ft, jedoch mindestens ebenso schw 5 8 87 eig ic oft mich 555 5 Pauafin i en 155 ici ee e 1 2 Nach weis, weshalb nicht auch das scheindar flärken 0 Ich 115 1. schnell von ihm verschwünden. 1 N en 76808 5 ö Ich nah' mich ihm in sturmbewegten Fluthen, 3 5 48.— Bin auch nicht fern ihm oft in Feuersgluthen, J Edlen! 1s an 4 r Am Krankenbett, in wilder Räuber Schaar; 3 e 148587 50 2 5 5 9 Nach mir seufzt er in jeglicher Gefahr. 9 f . als 5 5) Kb2—c(a2) JbS-es 6) Kel-f. Tes—h Und ist sein Leid durch mich geendet, 61 K—b3 Kf5— ea! 7) ag—2253) Ths bit Dann wähnt er oft vom Himmel mich gesendet, 7 323—22 Ke4— dl 8) EfI ez“) Thi all * 8) Kba-—b4 Je8 bs 9) Ke2—4d3 K5—f4! 2 9 Kb- ch a 15868 10 Kds— cg KlA—eg Spruch⸗Räthlsel. 10) else Remis 11) Ke3—02 Kes—d21 Otdne folgende sechszehn Silben so, daß sie einen zweizeiligen Reim) ce w hat Schwarz offenbar nicht, da Weiß entweder Schach bieten oder den 9 85 i 1. 9 l den Bauer, so gewinnt Weiß mit K 2 ——— U 52. 5 8 1 2 1 ist 4 a 2 0 J e Ref 9) Nas 8. Tasf nett Tal und Kes . 1 don— an 4) Falls 2 1 so Tebt c. fangt ff e 9. Af kes wäre die Fortsezung Lest 6) Kas, E is wegen Tes 7) a Teßt be— dein— F nebst T2 f und gewinnt] 148f 7) Keg 8 8 Kb Ket zc. wie oben. n 5 ang ver ter in die zweite Linie, so folgt Tes und auf 31 und h1 verfolgt den a 7) Falls e n— 5 1 rere 2——— 1% Auflösung des Logogriph in voriger Nummer: Main, Hain;— daß nach 1) as des mit 2, cg. der(iat des luchnigen s e nur mem ernlelt w gas N 3 5 es leicht tlich da Königezug als Einlen t genügt. Aber des Citaten-“ Räthdels: Das Spiel des Lebens sieht sich heiter an, wenn 5 a8, Wach 9* 807. c dung. Y. Les Keef 5) 445 92 5* man den sichern Schatz im Busen trägt;— des magischen Quadrats: wegen Tas 4% Les c def 4 Cel fest 5 Cad Tasf c) Ces Lest 7K N C 8) Ks Kl5 9 Kb4 Ke 10 Ks K ds 11) 42 Tag z resp, 9) Kei Kfs 0) 42(oder e) ö R ö 1 8 E The 5) 2(42) Thif ꝛc. wie oben. oder auch 3).. ITI 4 Kg Tes c. a F Brieswechsel. E. W. in H. Sie find im Irrthume, wenn Sie glau e * N 8S E N durch die Schachdeorie von O. Cordel. Verlag J. J Aeg, in EI* ig — 5 5. ausführlicher Ausjug aus dem Ingalte anderer größerer Schachwerte. Im ist daß B E R N Buch auch für weitgehende Ansprüche hinreichend ausführlich und namenilich die Gampltarten 5 1* finden Sie vielfach vollständiger als in irgend einem der vorhandenen Schach— 5 ————.—— andern 1 8 17 in Schach. a 8 uche unvermel 0 n großer Theil des Gegebenen deruht ntucren Arbeiten E N N 8—— auf elgenen Forschungen des Verfasserz. Wir können Ihnen den„Fügrer“ durch⸗ emp 8 K 1— Druck und Verlag der„Volks- Zeitung“, Akt.⸗Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Verantwortlicher Redakteur: R. Elche in Berlin, Lütowstr. 105.*