1 1 1 0 0 1 bung ha, and — „ 1 E M Eh i C' zu den 5 Oberhessischen Uachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. auf der weiten Welt. Gießen, den 5. August. Die Erbschaft der Tante. Novelle von Max Ring. Im wilden, unversöhnlichen Haß trennten sich die feindlichen Schwestern und noch an demselben Tage verließ die Amtsräthin, ohne Abschied zu nehmen, ihre bisherige Wohnung mit ihrer alten mürrischen Dienerin und dem geliebten Zampa, um in das erste Hötel der Stadt zu ziehen, wo auch sogleich der von ihr benachrichtigte Herr von Schmielinski mit einem frischen Blumenbouquet erschien und die verlassene Wittwe tröstete. „Jetzt,“ klagte sie,„habe ich außer Ihnen keinen Menschen Aus Liebe für Sie habe ich meine Schwester, meine ganze Familie geopfert.“ „Weinen Sie nicht, mein süßes Herz! Werde ich Sie lieben mehr wie Ihre Schwester und Sie tragen auf meinen Händen, Sie anbeten wie eine Heilige. Das schwör' ich Ihnen bei dem Andenken an meine gute Mutter und bei der Ehre meines seligen Vaters. Sie sollen niemals bedauern, was Sie gethan haben.“ „Es wäre schrecklich, wenn Sie mich täuschen könnten.“ „Beruhigen Sie sich, meine Gnädige! Werde ich Sie nicht täuschen, sondern glücklich, sehr glücklich machen. Ihnen absehen von den Augen, was Sie wünschen und immer liegen zu Ihren Füßen. Möchte ich lieber sterben, als Ihnen machen eine trübe Stunde oder einen Verdruß, so wahr ich lebe und hoffe, einmal selig zu werden.“— Nicht so leicht und schnell konnte sich die arme Stadträthin beruhigen und es vergingen Tage und Wochen, bevor sie den Schmerz einer so großen Enttäuschung überwand und sich wieder mit ihren beschränkten Verhältnissen und Entbehrungen aussöhnte, nachdem sie längere Zeit die Annehmlichkeiten des Reichthums genossen und sich mit den glänzendsten Hoffnungen getragen hatte. Um so schmerzlicher empfand sie jetzt den Verlust eines vor— übergehenden Luxus und die unvermeidliche Nothwendigkeit, sich einen Wunsch versagen oder auf ein Vergnügen verzichten zu müssen, wenn sie auch mit ihrer Familie keinen wirklichen Mangel litt und nur den bisherigen Ueberfluß entbehrte. Nach und nach jedoch befreundete sich die Stadträthin mit dieser Wendung des Schicksals, wozu hauptsächlich der Umstand beitrug, daß sie wieder die Herrin im eigenen Hause war und nicht länger die Tyrannei ihrer Schwester dulden mußte, unter der sie mit ihren Angehörigen schwer gelitten. Die ganze Familie athmete wieder auf, wie von einer schweren Last befreit, und bald herrschte von Neuem die alte gemüthliche Heiterkeit, welche die Tante durch ihre Ansprüche und Eingriffe in das innerste Leben jedes Einzelnen gestört und verscheucht hatte. Wie nach einem schweren Gewitter die geknickten Halme (Schluß.) und zerzausten Bäume, so richteten sich allmählich die gebeugten Gemüther auf und erhoben sich durch eigene Kraft, mit der Elastizität der Jugend. Ihre bessere Natur siegte über die Verlockungen des Reichthums, dessen Nichtigkeit sie erfahren. Von der Noth gedrängt, nahm Ludwig seine unterbrochenen Studien mit frischem Eifer wieder auf und bereitete sich so fleißig auf das gefürchtete Examen vor, daß er die Versäumnisse einholte und mit Ehren bestand, zur großen Freude der Seinigen. Niemand aber fühlte sich so glücklich, als die bescheidene Sophie, da sie ihren guten Doktor Wiese jetzt wieder ungestört sehen und sprechen konnte, nachdem die Stadträthin ihn dringend eingeladen hatte, sie zu besuchen und sich mit ihm ausgesöhnt. Gern vergaß er der Geliebten willen die ihm zugefügte Beleidigung, welche die reuige Mutter durch verdoppelte Zuvor— kommenheit und Freundlichkeit wieder gutzumachen suchte. Nur die lebenslustige Else ließ noch immer gegen ihre sonstige Gewohnheit das holde Köpfchen hängen und seufzte im Stillen, weniger weil sie den bisherigen Luxus und die gewohnten Zerstreuungen vermißte, als aus Furcht, ihren neuen Anbeter zu verlieren, wenn Herr Holzstamm die gänzlich veränderten Verhält— nisse und den Verlust der gewiß gehofften Mitgift erfahren würde. Da er aber, wie Else wußte und erwartete, in den nächsten Tagen um ihre Hand anhalten wollte, so vertraute sie der Schwester ihren geheimen Kummer an und fragte sie um ihren Rath in dieser hochwichtigen Angelegenheit, was sie thun und wie sie sich dabei verhalten sollte. „Nach meiner Ueberzeugung,“ sagte ihr Sophie,„muß man ihm die Wahrheit mittheilen, bevor er Dir noch einen Antrag macht, damit er nicht sagen kann, daß wir ihn getäuscht haben.“ „Du kannst gut reden,“ versetzte Else unmuthig,„da Du Deine Schäfchen im Trocknen hast. Leider sind nicht alle Männer so gut und so uneigennützig wie Dein Wiese, wie ich aus Er— fahrung weiß.“ „Um so glücklicher wirst Du sein, wenn Herr Holzstamm, wie ich hoffe, die Probe besteht und Dir zeigt, daß er Dich wirklich liebt.“ N er aber, wie der Assessor, zurücktritt, und mich sitzen 0— „Dann hast Du nichts an ihm verloren, da ein solcher Mann nicht werth ist, daß man an ihn denkt.“ Obgleich Else ihr beipflichtete und mit ihrem Rath einver— standen war, konnte sie sich nicht einer bangen Unruhe erwehren. Ihr kleines Herz schlug laut und heftig vor Aufregung, als sie am Fenster zur bestimmten Stunde den erwarteten Fabrikanten kommen sah. 88 3 n e 8 W 2 2 N 250 D Statt ihn wie sonst mit ihrem freundlichsten Lächeln zu be⸗ grüßen, überließ sie es heute der Stadträthin ihn zu empfangen und ihm die unangenehme Mittheilung zu machen. Sie selbst aber saß in ihrem Hinterstübchen, von schmerzlichen Zweifeln gequält, ob er die gefährliche Probe bestehen, oder wie der schändliche Assessor, sie verlassen und dem schnöden Mammon opfern würde, entschlossen in diesem Fall, nie mehr einem Mann zu glauben und eine alte Jungfer zu werden. Aenastlich lauschte und harrte sie auf die Entscheidung, da es ihr diesmal Ernst war und sie den ehrenwerthen und tüchtigen Mann wirklich lieb gewonnen hatte, abgesehen von allen sonstigen Vortheilen einer so guten und in jeder Beziehung ihr zusagenden Verbindung. Voll Ungeduld verfolgte sie den Zeiger an der alten Schwarz— wälder Uhr, der ihr so langsam wie eine Schnecke zu schleichen schien, so daß ihr jede Minute gleich einer kleinen Ewigkeit dünkte und sie vor Unruhe sich nicht zu lassen wußte. Bald hoffte, bald zweifelte sie, bald war sie von seiner Liebe fest überzeugt, bald fürchtete sie eine neue bittere Täuschung. Endlich hörte sie die Stimme ihrer Mutter, die laut ihren Namen rief. Unwillkürlich zitterte Else, als ob ihr Urtheil ge— sprochen werden sollte, ihr Athem stockte und ihre Füße schwankten, als sie erröthend und mit niedergeschlagenen Augen in das Zimmer trat, wo sie die Stadträthin und Herr Holzstamm erwarteten. Ein verstohlener Blick genügte, ihr Glück zu verkünden und es bedurfte nicht der Worte, um sie seiner Liebe zu versichern und ihr zu sagen, daß der treffliche Mann die Probe bestanden und sie sich diesmal nicht getäuscht hatte. Noch an demselben Abend fand die doppelte Verlobung zweier liebenden Paare statt, da auch Sophie und der Doktor von der Mutter die gewünschte Einwilligung zu ihrer Verbindung erhielten, nachdem es ihm gelungen war, ein für ihre bescheidenen Ansprüche hinreichendes sicheres Einkommen zu eben. Das war eine Freude und ein Jubel, die sich nicht beschreiben ließen, lauter vergnügte und glückliche Gesichter, wie man sie schon lange nicht in der Familie gesehen, strahlende Blicke und selige Herzen. Auch die alten Freuden, der sogleich benachrichtigte Hauptmann von Hanstein und seine liebenswürdige Tochter, waren herbeigeeilt, um von Herzen Glück zu wünschen. Um den kleinen Tisch, für den die alte Köchin auf das Beste gesorgt, saß die heiterste Gesellschaft von der Welt und stieß auf das Wohl der Verlobten an, daß die Gläser hell erklangen und die treue Marie in der Küche bald vor Vergnügen lachte, bald vor Rührung schluchzte. Alles Leid war geschwunden, Sorgen und Kummer vergessen und kein Mißton, keine Befürchtung vorhanden. Keine traurige Erinnerung störte das fröhliche Fest, wenn es auch nur wenig, aber gut zubereitete Gerichte und weder Champagner noch Ge— frorenes gab. Am lustigsten war aber der fidele Ludwig; was wohl daran liegen mochte, daß seine Nachbarin, die reizende Adele, so freundlich gegen ihn war und ihn zum Abschied gestattete, sich morgen nach ihrem Befinden zu erkundigen. VI. Noch waren die Flitterwochen nicht verstrichen und schon gab es Streit und Zank zwischen der Amtsräthin und ihrem zweiten Gatten, veranlaßt durch die zerrütteten Vermögensverhältnisse des Herrn von Schmielinski. Wie die Neuvermählte nur zu bald erfuhr, war das Gut in so schlechtem Zustande und so überschuldet, daß die ihr gegebene Hypothek so gut wie werthlos war und bei der drohenden Subhastation aller Wahrscheinlichkeit nach ausfallen mußte. Statt des schönen Waldes fand sie nur noch einige elende Stämme vor und die gerühmten Wiesen und Weizenfelder zeigten ein erbärmliches Aussehen. Einige magere Kühe und steife Pferde bildeten den ganzen Viehbestand, und ebenso kläglich war das übrige“ Juventarium, eine Sammlung von zerbrochenen Wagen, schadhaften Pflügen und zerrissenem Geschirr. Dazu kam noch das Heer der Gläubiger, welche Herr von Schmielinski auf die reiche Frau vertröstet hatte, und die jetzt wie Schmeißfliegen über einen Honigtopf über ihn mit ihren * 8—̃—[——— Forderungen, Mahnbriefen, Rechnungen, gerichtlichen Vorladungen und Exekutionen herfielen. 7 Kein Tag verging, an dem nicht die Frau Amtsräthin den Beutel öffnen und eine bald größere, bald kleinere Summe für den würdigen Gatten zahlen mußte, was sie natürlich tief schmerzte, und worüber sie endlich einmal die Geduld verlor, als der Gerichts⸗ vollzieher eines Tages wegen einer ansehnlichen Wechselschuld ihre Einrichtung mit Beschlag belegen wollte. „Das geht nicht länger so,“ sagte die betrogene Dame;„von heute ab zahle ich keinen Groschen mehr für Dich, da ich mich nicht ruiniren will.“ „Werden Sie zahlen, Madame,“ versetzte Herr von Schmie⸗ linski mit kalter Höflichkeit. Gütergemeinschaft und gehört mir Alles, was Sie besitzen.“ „Dann bleibt mir nichts übrig, als auf Separation unseres Vermögens anzutragen.“ 77 „Wird Ihnen nichts nützen, wenn ich nicht gebe meine Einwilligung.“ „Ich kann nachweisen, daß Sie mich getäuscht, mich durch falsche Angaben über Ihr Vermögen, mich auf das Schändlichste hintergangen haben.“ „Muß ich Sie bitten, sich zu mäßigen, weil ich sonst ver⸗ gessen könnte, was ich schuldig bin einer Dame. Bin ein guter Kerl, aber wenn man mich reizt, kann ich werden so wüthend, daß ich schieße einen Menschen todt wie einen Hund.“ Dabei warf er einen drohenden Blick auf seine, an der Wand hängenden Pistolen, worüber die Amtsräthin so sehr erschrak, daß sie am ganzen Körper zitterte und ihm nicht länger zu wider⸗ sprechen wagte. Solche Auftritte wiederholten sich immer häufiger und heftiger, da die gegenseitige Abneigung mit jedem Tage wuchs und Beide einander Alles anthaten, was ihnen am meisten zuwider war. Zwischen der Amtsräthin und ihrem Gatten herrschte ein förm⸗ licher Krieg, an dem sich bald auch sämmtliche Hausgenossen betheiligten. Außerdem benutzte die ganze Dienerschaft die eingerissene Un⸗ ordung und die schlechte Wirthschaft, um sich auf Kosten der Herr⸗ schaft zu bereichern und so viel als möglich aus dem drohenden Ruin für sich bei Seite zu bringen, wobei ⸗sich die alte Dietrich besonders durch ihre Schlauheit und Unverschämtheit auszeichnete. Da die Amtsräthin diese Unterschleife und Plünderungen nicht länger dulden wollte und die Betheiligten ernstlich zur Rede 1 stellte, so kam es zwischen ihr und der verwöhnten Dienerin zu scharfen Auseinandersetzungen und gegenseitigen Erklärungen, welche ein eigenthümliches Licht auf das vertraute Verhältniß zwischen Beiden warfen. „Wenn ich Dich noch eimmal auf einem schlechten Streich ertappe,“ sagte die Amtsräthin aufgebracht über die fortgesetzten Veruntreuungen,„so bleibt mir nichts übrig, als Dich fort⸗ zujagen.“ „Dos werden Sie hübsch bleiben lassen,“ entgegnete die Dienerin mit tückischem Lächeln,„und sich befinnen, wegen einer solchen Lumperei Skandal zu machen.“ „Wenn es nur Kleinigkeiten wären, so würde ich ein Auge zudrücken und nicht darüber reden. Aber Du treibst es jetzt zu arg und Alles muß eine Grenze haben.“ „Auf die paar Thaler kann es einer so reichen Frau, wie Sie doch nicht ankommen.“ „Du weißt ja, daß ich jetzt große Ausgaben und Verluste habe; da muß man sein Vermögen zusammen halten und auf jeden Groschen sehen.“ „Wer nicht hören will, muß fühlen. Warum haben Sie sich den ekligen Schuldenmacher genommen? Na, eine solche Dumm⸗ heit ist noch nicht dagewesen, das muß ich sagen.“ „Willst Du gleich schweigen und Deinen ungewaschenen Mund halten!“ „Na, mir kann es Recht sein, wenn ich doch fort muß.“ „Diesmal,“ versetzte die Amtsräthin freundlicher,„will ich Dir noch verzeihen, aber bei der nächsten Gelegenheit kannst Du Dein Bündel nur schnüren und Dich auf die Strümpfe machen.“ „Das wollen wir doch sehen,“ murmelte die alte Dienerin, mit drohenden Blicken sich entfernend, während die Amtsräthin einen leisen Seufzer nicht unterdrücken konnte. sind, — „Leben wir, wie Sie wissen, in — — ele ede J e f a0 en l d n Lange jedoch dauerte der geschlossene Friede nicht, da die alte Dietrich, durch die gezwungene Nachsicht ihrer Herrin auf— gemuntert, nur noch unverschämter als früher ihre Unterschlagungen und Räubereien fortsetzte, bis der Amtsräthin endlich die Geduld riß und sie die ungetreue Dienerin trotz aller Bedenken und Rücksichten in einem Anfall von Jähzorn entließ, ohne sich um die möglichen Folgen zu kümmern. Schon im nächsten Augenblick bereute sie diesen übereilten Schritt und ließ die Alte noch zurückrufen, um durch eine Geld— summe ihr Schweigen zu erkaufen, da dieselbe in alle ihre Ge— heimnisse eingeweiht war und um ihre verborgensten Angelegen— heiten wußte. Aber die vertraute Dienerin war nirgends zu finden, und Niemand konnte ihr sagen, wohin sie gegangen, worüber die Amtsräthin in große Unruhe gerieth und so besorgt war, daß sie die ganze Nacht kein Auge zu that, von banger Angst und Gewissensbissen gequält. Unterdessen fuhr die rachsüchtige Frau, von Haß und Wuth erfüllt, mit dem nächsten Eisenbahnzug nach der Stadt, wo sie in einem billigen Gasthof einkehrte und sich nach der Wohnung des ihr nur dem Namen nach bekannten Hauptmann von Hanstein erkundigte, zu dem sie sich sogleich begab, um mit ihm, wie sie vorgab, über eine für ihn höchst wichtige Sache zu sprechen. Einigermaßen verwundert ließ dieser das fremde Weib ein— treten, dessen Aeußeres, besonders die tückisch stechenden Augen und der boshaft verkniffene Mund ihn zurückstießen und kein allzugroßes Vertrauen erweckten, so daß er sie für eine gewöhn— liche Bettlerin oder Schwindlerin hielt und kurz abweisen wollte, woran ihn nur seine außerordentliche Gutmüthigkeit hinderte. „Wer sind Sie?“ fragte er in etwas barscherem Tone als gewöhnlich,„und was wollen Sie?“ „Ich bin die Dietrich,“ versetzte die Alte mit kriechender Freundlichkeit,„und bringe dem Herrn Hauptmann das Glück in's Haus getragen, Geld, viel Geld, mehr als hunderttausend Thaler.“ „Sie sind wohl nicht bei Sinnen oder wollen mir etwas vorschwindeln.“ „Gott soll mich bewahren! Ich bin eine ehrliche Frau und habe zwanzig Jahre Ihrer Schwägerin, der Frau Amtsräthin Bock, treu und redlich gedient.“ „Der Amtsräthin Bock!“ rief der Hauptmann überrascht. fes „Jetzt erinnere ich mich, Sie schon bei ihr gesehen zu haben. Was führt Sie zu mir?“ „Das Testament, womit sie den gnädigen Herrn über's Ohr gehauen hat, daß es eine wahre Schande ist.“ „Reden Sie!“ erwiderte er aufgeregt. Was wissen Sie von dem Testament?“ „Das will ich Ihnen Alles sagen, wenn der Herr Hauptmann mir sein Wort geben, daß ich eine anständige Belohnung be— komme, sobald Sie den Prozeß gewinnen, und daß Sie mich nicht verrathen.“ „Sie dürfen auf mein Schweigen und auch auf meine Er— kenntlichkeit rechnen. Wenn Sie mir wirklich die nöthigen Be— weise liefern können, sollen Sie auch eine angemessene Belohnung erhalten; dafür bürgt Ihnen mein Ehrenwort. Aber versuchen Sie nicht, mich zu täuschen; das könnte Ihnen schlecht bekommen.“ „J, wo werde ich denn! Was ich sage, ist die reine Wahrheit, und ich will es vor Gericht beschwören.“— „Setzen Sie sich und erzählen Sie, was Sie von dem Testa— ment wissen!“ Mit sichtlicher Spannung erwartete der Hauptmann den Be— richt der alten Dienerin, die seinen längst gehegten Verdacht be— stätigten und von deren Aussage die Entscheidung des für ihn so wichtigen Prozesses abhängen sollte. Wenn er selbst auch jede Hoffnung auf die ihm zugedachte Erbschaft aufgegeben hatte und auf das Geld nicht mehr rechnete, so hielt er sich im Interesse seiner Familie, besonders seiner Tochter verpflichtet, kein Mittel unversucht zu lassen, um die Zu— kunft seiner unversorgten Angehörigen zu sichern, so unangenehm ihm auch die Verhandlungen mit der widrigen Alten waren. „Ich brauche nicht erst,“ begann dieselbe,„dem Herrn Haupt— mann zu sagen, daß der selige Herr Amtsrath gern ein Glas über den Durst trank und in der letzten Zeit niemals ganz nüchtern war. Wie er nun immer elender und kränker wurde, lag ihm die Frau Amtsräthin so lange in den Ohren und quälte ihn, bis er sich entschloß, sein Testament zu machen. Er ließ auch wirklich aus der nächsten Stadt den alten Justizrath kommen, da er sich zu schwach fühlte, zu ihm zu fahren, und ließ von ihm seinen letzten Willen aufsetzen, wie er Alles gehalten haben wollte nach seinem Tode. Dann unterschrieb er in Gegenwart zweier Zeugen, die auch ihren Namen darunter setzten, so daß Alles so weit in schönster Ordnung war und auch mit rechten Dingen zuging.“ „Es fragt sich nur, ob der Amtsrath zu der Zeit nüchtern war und sich bei vollem Verstande befand?“ „Das muß er wohl gewesen sein; denn sonst hätte der Herr Justizrath nicht mit ihm das Testament aufgenommen, da der ein zu anständiger Mann war, um sich zu einer Schlechtigkeit herzugeben.“ „Wenn sich aber das so verhält,“ versetzte der Hauptmann einigermaßen enttäuscht,„dann liegt auch kein Grund vor, das Testament anzugreifen und den Prozeß wieder aufzunehmen.“ „Nur Geduld, Herr Hauptmann!“ beschwichtigte die Alte. „Sie werden schon erfahren, wie sich Alles zugetragen und was die Frau Amtsräthin gethan hat. Ich merkte ihr gleich an, daß sie mit dem Testament nicht zufrieden und sehr verdrießlich war. Als ich des Abends mit ihr allein war, beklagte sie sich auch bitterlich, unter Thränen, daß der Amtsrath sie zu Gunsten seiner Verwandten sehr benachtheiligt und ihnen den dritten Theil seines Vermögens vermacht habe.“ „Das wollte er auch thun, aber im Testament fand sich darüber kein Wort. Wie konnte das möglich sein?“ „Das sollen Sie bald hören. Ich tröstete sie so gut ich konnte und sagte ihr, daß sie doch noch immer genug hätte und daß ich mit dem zwanzigsten Theil und noch weniger schon glücklich wäre; worauf sie mich lange ansah, als ob sie mich mit ihren grünen Augen durchbohren wollte. Nach einer Weile meinte sie, daß sie gern ein paar tausend Thaler geben würde, wenn ich oder vielmehr mein Mann ihr helfen wollte.“ „Ihr Mann?“ fragte der Hauptmann verwundert.„Was hatte der mit dem Testament zu schaffen?“ „Mein Mann war damals Wirthschaftsschreiber bei dem Herrn Amtsrath Bock, und weil er eine schöne Hand schrieb und auch sonst sehr anstellig war, so diktirte ihm der alte Justizrath das Testament, das er selbst nur mit seinem Namen unterzeichnete und mit dem Petschaft des Amtsraths versiegelte.“ „Jetzt begreife ich Alles.“ „In der Nacht,“ fuhr die Alte fort,„als der Amtsrath ein— geschlafen war, nahm die Frau aus dem verschlossenen Schrank, zu dem sie die Schlüssel hatte, das Testament und brachte es meinem Mann, zusammen mit dem Petschaft.“ „Das Testament wurde vernichtet und ein gefälschtes unter— geschoben.“ „Ich weiß nicht,“ versetzte die schlaue Frau,„was die Beiden gemacht und habe mich auch darum nicht gekümmert. Nach einer Stunde ging die Frau Amthsräthin wieder sehr vergnügt fort, nachdem sie meinem Mann ein Päckchen mit Kassenscheinen in die Hand gedrückt. Einige Tage darauf fuhr sie mit dem Amtsrath, der sich unterdessen wieder etwas erholt hatte, nach der Stadt, wo sie auf das Gericht gingen und das versiegelte Testament deponirten. Sechs Wochen später starb der Herr Amts⸗ rath und auch mein Mann machte es nicht mehr lange. Kurz vor seinem Tode vertraute er mir, was er gethan. Weil aber die Frau Amtsräthin mich zu sich nahm und gut zu mir war, blieb ich bei ihr und hielt meinen Mund, bis mir die polnische Wirthschaft zu toll wurde und ich davon ging.“ Während die Alte so berichtete, sah sie mit ihren schielenden Augen den Hauptmann fortwährend von der Seite an, als ob sie den Eindruck ihrer Worte beobachten und seine geheimen Ge— danken erforschen wollte. Er schien jedoch von ihren Mit⸗ theilungen keineswegs so befriedigt zu sein, als sie erwarten mochte, und sein ernstes Gesicht verrieth, daß er noch immer schwere Bedenken hatte, obgleich er die Wahrheit ihrer Erzählung nicht bezweifeln konnte. „Das Alles, was ich von Ihnen gehört habe,“ sagte er nach längerer Ueberlegung,„bestätigt zwar einen Verdacht, genügt r * 252... g aber nicht, eine Wiederaufnahme des Prozesses zu begründen, da Ihr Mann nicht mehr lebt und auch der Justizrath, der das Testament aufgenommen hat, unterdessen, wie ich weiß, gestorben ist, so daß die nöthigen Zeugen und auch die sonstigen Beweise fehlen. Unter solchen Umständen möchte ich mir nicht voraus⸗ sichtlich unnütze Kosten machen und mir neue Sorgen und Aerger aufladen.“ „Deshalb können der Herr Hauptmann ganz unbesorgt sein,“ erwiderte sie mit verschmitztem Lächeln.„Ich habe die Beweise hier in meiner Tasche.“ Zugleich zog sie aus ihrem Kleide ein sorgfältig in graue Leinwand eingewickeltes Schriftstück hervor, das sie dem Haupt⸗ mann übergab. Nachdem er dasselbe geöffnet und aufmerksam durchgelesen hatte, konnte er nicht länger zweifeln, daß er den gewünschten Beweis, das ursprüngliche und von der Amtsräthin unterschlagene Testament in seinen Händen hielt. „Um des Himmels Willen!“ rief er überrascht.„Wie kommen Sie zu dem Testament?“ „Ich hab' es unter den Papieren meines verstorbenen Mannes gefunden und aufgehoben, weil ich mir dachte, daß ich einmal davon einen guten Gebrauch machen könnte.“ „Mir ist es nur vollkommen unbegreiflich, daß Amtsräthin das Testament gelassen hat.“ „Mein Mann hatte ihr wohl versprechen müssen, es zu ver— brennen, aber es für alle Fälle aufbewahrt und mir als einen Nothgroschen hinterlassen. Das Papier ist unter Brüdern seine tausend Thaler und mehr werth. Nur mit Mühe vermochte der Hauptmann seinen Ekel vor dem gemeinen Weibe zu unterdrücken; weshalb er sie so schnell als möglich verabschiedete, nachdem er ihr vorläufig eine an— sehnliche Summe gegeben und ihr nochmals eine eatsprechende größere Belohnung zugesichert hatte. So sehr ihn auch in seinen beschränkten Verhältnissen die Aussicht auf die reiche Erbschaft reizten und so wenig Grund er auch hatte, die ihm feindliche Amtsräthin zu schonen, so wider— strebte seinem ehrenwerthen Sinn und seinem guten Herzen der Gedanke, eine nahe Verwandte und die Schwester der mit ihm befreundeten Stadträthin dem Gericht wegen Betrugs zu über— geben und der unvermeidlichen entehrenden Strafe auszusetzen.“ Ebenso wenig aber durfte er auf das Vermögen verzichten, das seinen Kindern rechtmäßig gehörte und das Alles war, was er ihnen nach seinem Tode hinterlassen konnte, da er außer seiner mäßigen Pension nichts besaß. Je länger er darüber nachdachte, desto peinlicher erschien ihm seine eigenthümliche Lage, desto weniger konnte er zu einem festen Entschluß kommen, desto mehr schwankte er, von den wider⸗ sprechendsten Gefühlen, von Hoffnung und Zweifel, von Haß und Liebe bestürmt. Bald glaubte er seinen Kindern es schuldig zu sein, die Amts⸗ räthin zu opfern, bald hielt ihn die Ruͤcksicht auf ihre unschuldige Familie und das Bedenken an seinen verstorbenen Schwager, den Bruder seiner geliebten Frau zurück; bald wollte er der Gerechtig— keit ihren freien Lauf lassen, bald regte sich das Mitleid in seinem edlen Herzen. Endlich nach langem Ueberlegen und Nachsinnen hielt es der gute Hauptmann für das Beste, sich an den zum Assessor be⸗ förderten Referendar zu wenden und ihm seine Verlegenheit an— zuvertrauen, da er von diesem als Rechtskundigen, zugleich als Freund seines Hauses und Neffen der Amtsräthin den gewünschten Rath und Beistand, sowie die nöthige Verschwiegenheit erwarten durfte. In der That war der leichtsinnige Ludwig, seitdem er nicht mehr auf das Vermögen der reichen Tante rechnen konnte, ein ernster, zuverlässiger Mann geworden, von dem der Hauptmann und noch mehr die liebenswürdige Adele die beste Meinung hatten. Auch rechtfertigte er im vollsten Maße das ihm geschenkte Vertrauen, nachdem ihm der Hauptmann die ihn beschaftigende Angelegenheit mitgetheilt und das unterschlagene Testament ge— zeigt, so daß er nicht mehr an der Schuld der Amtsrät in zweifeln konnte. „Eine böse Geschichte!“ sagte er bestürzt.„Wenn Sie den Ihnen die wie ich mit Sicherheit glaube, gewinnen, so trifft meine Tante eine neunjährige Gefängnißstrafe.“. 8 „Davor moͤcht ich sie gern bewahren, obgleich sie die Strafe reichlich verdient hat. Was sie auch gethan hat, sie bleibt doch immer unsere Verwandte.“. „Aber sie kann nicht verlangen, daß Sie auf die Erbschaft verzichten und ihr das Geld lassen.“. „Wenn es allein auf mich ankäme, so würde ich keinen Pfennig beanspruchen, aber ich habe Pflichten gegen meine Familie.“ „Ganz gewiß! Niemand kann es Ihnen verdenken, daß Ihnen Ihre Kinder mehr am Herzen liegen als die Amtsräthin und der saubere Herr von Schmielinski.“ „Trotzdem möchte ich nicht die Frau unglücklich machen und die unschuldige Familie kompromittiren. Darum wollte ich Ihren Rath erbitten. Vielleicht gelingt es Ihnen, einen Ausweg aus dieser fatalen Verwicklung zu finden.“ „Ich will mir die größte Mühe geben, obgleich ich mir die Schwierigkeiten nicht verschweigen kann. Die einzige Möglichkeit wäre ein gütlicher Vergleich, den ich an Ihrer Stelle einem skandalösen Prozesse vorziehen würde. Ich selbst bin jedoch Partei in dieser Angelegenheit und deshalb nicht ganz unbefangen.“ „Gerade deshalb wünsche ich, daß Sie die Sache in Ihre and nehmen, da ich überzeugt bin, daß Sie ebenso meine Interessen wie die verwandtschaftlichen Rücksichten wahren und auch mit der nöthigen Diskretion verfahren werden, wodurch Sie mich zu dem größten Dank verflichten und Ihrer eigenen Familie einen wichtigen Dienst leisten würden.“ N Durch alle diese Gründe bewogen, erklärte sich Ludwig be⸗ reit, die schwierige und nichts weniger als angenehme Mission zu übernehmen, nachdem er mit dem Hauptmann die genaueren Bedingungen verabredet, und dieser ihm eine förmliche Vollmacht ausgestellt sowie auch das Testament zum geeigneten Gebrauche eingehändigt hatte. 1 So mit allem Nöthigen versehen, reiste Ludwig am nächsten Tage auf das Gut der Tante, welche er zum Glück allein fand da sie, im Begriff sich scheiden zu lassen, Herrn von Schmielinski schon seit einigen Wochen verlassen hatte. Die unerwartete Ankunft ihres Neffen schien sie mehr zu be unruhigen als zu erfreuen, woran wohl ihr schlechtes Gewiss die Schuld tragen mochte. Noch mehr aber erschrak sie, 0 Ludwig im Verlaufe der gewünschten Unterredung ihr den wahren Grund seines Besuches miltheilte und sie aufforderte, dem Haupt⸗ mann die ihm zukommende Erbschaft herauszuzahlen, oder die Anklage wegen Betruges und Testamentsfälschung zu gewärtigen. „Nimmermehr!“ rief die Amtsräthin entsetzt.„Lieber lasse ich es auf einen Prozeß ankommen.“ 2 „Bedenke, was Du thust!“ mahnte sie Ludwig.„Ich meine es gut mit Dir und biete Dir meine Hand zur Rettung, un Dich vor der Schande zu bewahren. Wenn die alte Dietrich ihre Aussagen vor Gericht beschwört, bist Du verloren.“ 1 „Das Weib ist eine schändliche Lügnerin und an der ganzen Geschichte nicht ein wahres Wort. Wo sind die Zeugen, die Beweise?“ 0 „Wenn auch die Zeugen nicht mehr leben,“ versetzte er,„so sind die Beweise noch vorhanden.“ g 1 „Das ist nicht möglich. Du willst mich nur durch Deine Drohungen einschüchtern. Ich glaube Dir nicht.“ a „So wirst Du Deinen Augen glauben müssen. Sieh' her!“ Zugleich zog Ludwig aus der Tasche seines Oberrocks das unterschlagene Testament und hielt es ihr hin. a Bei diesem unerwarteten Anblick brach die Amtsräthin, wie vom Blitz getroffen, vernichtet zusammen und sank auf den nächsten Stuhl, keines Wortes mächtig. 1 so sehr sie sich . 75 Länger konnte sie ihre Schuld nicht leugnen, auch noch gegen die Herauszahlung der Erbschaft unter allerlei Vorwänden und Winkelzügen sträubte, indem sie über ihre großen Verluste und über die Verschwendung des Herrn von Schmielinski bitterlich klagte und jammerte. „Wenn ich,“ stöhnte sie verzweiflungsvoll,„dem Hauptmann seinen Antheil geben muß, bin ich ruinirt.“ „Du behälst noch immer über hunderttausend Thaler übrig, mehr als Du zum Leben nöthig hast, und solltest Gott danken, 0 daß Du noch so gut davongekommen bist.“ 1 1— auf Grund dieser neuen Beweise wieder aufnehmen und, 1 d Von Fr. Proelß. rfolg auf dem Lande. Der b 254 a 8 Vergebens suchte Ludwig die Amtsräthin, mit der er dem⸗ ungeachtet noch immer ein verwandtschaftliches Mitleid empfand, zu beruhigen und zu trösten. In ohnmächtiger Wuth verwünschte sie den Hauptmann, Herr von Schmielinski, die alte Dietrich und ihre ganze Familie. „Nicht einen Pfennig,“ sagte sie grollend,„sollt Ihr Alle von mir erben, wenn ich einmal sterbe.“ „Da thust Du recht daran,“ versetzte Ludwig im Fortgehen. „An Deiner Stelle würde ich das ganze Vermögen den Armen und Kranken hinterlassen, damit Dir Gott Deine Schuld verzeiht.“ Auch ohne die Erbschaft der Tante Bock waren die Familien der Stadträthin Bock und des Hauptmanns von Hanstein glücklich und zufrieden mit ihren bescheidenen Verhältnissen, ebenso vor der Noth des Daseins wie vor den Verirrungen des Reichthums bewahrt und der eigenen Tüchtigkeit ein zwar nicht glänzendes, aber ausreichendes Einkommen verdankend. Die Amtsräthin aber führte, von Herrn von Schmielinski geschieden, einsam auf ihrem Gut, sich vor Geiz kaum das Nöthigste gönnend, ohne Freunde und ohne Familie eine traurige, kümmerliche Existenz und hinterließ in der That ihr noch immer ansehnliches Vermögen verschiedenen frommen Stiftungen, nicht aus Barmherzigkeit mit den Hülfsbedürftigen, sondern aus Rache an ihren nächsten Verwandten, so daß, wie dies nicht selten ge— schieht, aus dem Bösen das Gute entstand. In der Heimath. Novelle von Hermann Birkenfeld. (Fortsetzung.) „Der Faden hatte sich verwirrt,“ sagte Wolf. Steinwald lachte. „J, gewiß, der Faden!“ Er warf einen forschenden, fast lauernden Blick auf Marie. „A propos, bester Freund,“ bat er dann,„Du könntest mir den Gefallen thun, mit mir zu gehen; ich möchte Dich um etwas befragen.“ Wolf hatte keinen Grund, die einfache Aufforderung abzulehnen. „Es ist wegen Deines Landes,“ sagte Steinwald, während sie draußen über den Hof schritten.„Um es kurz zu machen: ich muß Dein Pächter werden.“ f Da Lützel verwundert aufschaute, errieth der Andere seine Gedanken. „Gestern fand ich keine rechte Gelegenheit, mit Dir davon zu sprechen.“ „Ich besitze ja nur die paar Morgen, welche Bretters in Pacht hat.“ „Gewiß, eben diese meine ich; Bretters kann sie entbehren.“ Wolf wurde nachdenklich. „Seine Pacht läuft schon seit zwanzig Jahren——. Er sagte früher immer gerade heraus, ohne dieses Land werde er gar nicht fertig.“ Steinwald machte eine ungeduldige Bewegung. „Für den Bauer handelt es sich eventuell nur um einen Tausch.“ Dann zog er eine Bleistiftskizze aus der Tasche.„Sieh da! Hier am See Dein Land, achtzehn Morgen und etwas mehr, und hier am Grütersberge, Bretters gegenüber, das Stück, welches ich ihm zu gleicher Taxe in Pacht geben würde, sobald ich mit Dir abgeschlossen habe. Meines ist mindestens von gleicher Qualität, wenigstens für die Kartoffeln und Wurzeln, die Bretters darauf zieht, ich aber bedarf des Deinen als Roggenland für Brennereizwecke.“ „Und dazu eignet sich das da nicht?“ Wolf deutete auf die Parzelle, welche Steinwald abtreten wollte. Letzterer zog ärgerlich die Stirn kraus. „Es eignet sich dazu, nun ja, aber es liegt ungünstig für mich. Um hinzukommen muß ich entweder einen verhältnißmäßig weiten Bogen machen oder einen fürstlichen Privatweg benutzen, und die fürstliche Verwaltung ist letzthin, was Wegegerechtsame und dergleichen angeht, ziemlich rigoros. Bretters aber hat mein Land fast vor der Nase liegen. Sein Kontrakt mit Dir läuft am ersten April ab; weun Du einwilligst, könnten wir den neuen gleich jetzt abschließen.“ Wolf sah seinem Freunde eine Sekunde lang fest in's Auge. „Du bist gut unterrichtet.“ „Das wundert Dich?— Nun ja, ich habe mich schon längst mit diesem Gedanken getragen, die Anlage meiner Brennerei basirt sogar zum Theil auf der Voraussetzung, Du werdest auf meinen Vorschlag eingehen. Mir war deshalb schon aus diesen rein geschäftlichen Gründen Deine Anwesenheit hier sehr will⸗ kommen, ich hätte sonst an Dich schreiben müssen und ziehe doch immer vor: Offenheit gegen Offenheit.“ In der That, so frei, so ehrlich leuchtete Wolf das helle graue Auge Steinwald's in diesem Augenblick entgegen! Dennoch zögerte er, sich zu entschließen. „Du wirst verzeihen, wenn ich erst mit Bretters Rücksprache nehmen möchte.“ „Versteht sich ganz von selbst!“ rief Fritz eiftig.„Bin auch überzeugt, er ist froh, ein gutes Geschäft zu machen; ich gebe mein Land wahrlich selbst nicht gern her, aber Noth bricht Eisen. Am liebsten wäre mir natürlich, der Kötter fände sich bereit, schon am ersten November den Wechsel anzutreten, der Winter⸗ saat wegen. Dir aber kann mit dem Handel nur gedient sein; denn— so zahlungsfähig wie Bretters bin ich schließlich auch.“ Steinwald lächelte bei den letzten Worten und steckte das Papier gleichgültig wieder ein.„Doch da vergessen wir Dein Gepäck! Du schreibst wohl am besten ein paar Worte an Pförtner; vielleicht läßt er sich auch herbei, die Sachen selbst zu bringen.“ Am Nachmittag kam von Kirchberg Töne Drunkemöller mit Lützel's Handkoffer. Er hätte gerade„Gelegenheit“ nach Südhorn gehabt und könnte bei Graf's doch nichts Rechtes mehr thun; Friedrich, der alte Hausknecht und Kutscher, wäre schon gestern Abend wiedergekommen, da brauchte man ihn nicht so dringend, und Herrn Lützel würde es wohl ganz recht sein, wenn er seine Sachen nicht erst spät Abends kriegte, eher käme Steinwald's Knecht ja wohl nicht nach Hause. Dazu brachte er ein Brieschen von Pförtner.„Und eine Empfehlung und Grüße von Frau Graf und Fräulein Erika.“ Wolf, an den die Worte— in Gegenwart der Damen— ge— richtet waren, ärgerte sich darüber. Hernach, als er es öffnete, auch über das lakonische Billet seines Freundes:„Ich dachte mir wohl, daß Du länger ausbleiben würdest.“ Warum war das so selbstverständlich? Der Sarkasmus dieser einzigen Zeile streifte stark an's Unhöfliche. Was ging's denn schließlich Pförtner an, wenn er ein paar Tage in Südhorn aushielt! Zuletzt einige Wochen? Denn Wolf Lützel blieb. Trotz der Einförmigkeit, welche das Leben auf dem Gutshofe charakterisirte, trotzdem daß von einer behaglichen Unterhaltung, einer befriedigenden Beschäftigung dort kaum die Rede sein konnte. Ab und zu ein Gang mit Fritz Steinwald über das graue Acker- und braune Haideland, um ein paar Feldhühner oder einen Hasen mit heimzubringen, ein Nachmittag in Hedwigs und Fräulein Lauscher's Gesellschaft, das waren so ungefähr die Freuden, welche man ihm bot. Aber er, der sonst an strenge Thätigkeit und reges geistiges Leben Gewöhnte, war ungemein anspruchslos geworden, konnte halbe Tage bei den Frauen sitzen, sich mit dem kleinen Kurt unterhalten und wußte nachher nicht, wie schnell die Zeit verflogen war.„An Dir ist ein Salonassessor verloren gegangen,“ sagte Steinwald, der nur mehr gezwungenermaßen den Damen Gesellschaft leistete. Wolf lächelte und blieb in seiner Rolle. Kürzlich hatte er entdeckt, Marie Lauscher habe eine hübsche Stimme, Hedwig's Noten wurden hervorgesucht, und Wolf, der selbst lange keine Taste mehr berührt hatte, sah sich eines Tages am Klavier, sie zu begleiten. Sie sang in der That nicht übel. Schlicht, ohne Schulung— das Zäpfchen⸗x brachte sie durchaus nicht fertig— aber mit Weichheit und Ausdruck. Selbst Fritz fand Gefallen an der Sache. Nur als Wolf einmal auch Hedwig zum Singen aufforderte, hielt er nicht für nöthig, sich ihm anzuschließen. „Hedwig hat wenig Interesse für Musik,“ sagte er. „Kein Interesse? Sie sangen doch früher—“ wandte Wolf sich an Hedwig. 5 „Früher—“ Ihm entging nicht, wie sie plötzlich stockte, als schneide man ihr das Wort ab. That es der Blick des Gatten, der sie eben traf? Fritz Steinwald blätterte gleichgültig in einem Mendelssohn. — 1 1 1 N 255 W. „Früher— das war etwas Anderes, wollte meine Frau eben sagen. Jetzt haben wir das nicht mehr nöthig,“ bemerkte er ge— dehnt.„Dies eine alte Lied müssen Sie übrigens noch singen, Kousinchen: Auf Flügeln des Gesanges.“ Er summte die Weise vor sich hin, das Auge unverwandt auf Marie gerichtet. Auch Lützel schloß sich seiner Bitte an. „Ich wollte, wir ließen es für heute genug sein,“ sagte Hedwig und erntete dafür einen gereizten Blick ihres Gatten. Mußte sie ihn gerade jetzt an ihre Gegenwart erinnern!„Ich meine Kurts wegen; ich habe ihn eben zu Bett gebracht, das Kind ist so lebhaft—“ Er murmelte etwas wie:„Dummheiten!“ „Der Bengel kann wahrlich noch genug schlafen. Aber wenn er ein Hüstchen hat, glaubst Du gleich, es ginge ihm an's Leben; an irgend welche Rücksichtnahme auf mich, an die geringste Be— quemlichkeit, einen kleinen Genuß für mich ist dann nicht zu denken.“ In Frau Hedwigs bläßlichen Wangen glühte es vorüber— gehend heiß auf. „Kurt hat Fieber, und Doktor Zange empfiehlt ihm aus— drücklich Schonung.“ Ihre Stimme bebte, noch nie hatte Wolf. sie so erregt gesehen. „Natürlich, Schonung! Die ewige Leier! Meinetwegen!“ seufzte Fritz resignirt und klappte selbst das Klavier zu. Am nächsten Tage fiel Wolf ein, Bretters aufzusuchen, um wegen der Landpacht mit ihm zu reden; er fand ihn auch schließlich bereit, auf Steinwald's Vorschlag einzugehen. „Er hat ja auch schon mit mir davon gesprochen, und wenn's Ihnen denn so lieber ist und— ja, Herr, meine Pacht läuft ja doch in einem halben Jahre ab, und dann können Sie ja mit Ihrem Lande machen, was Sie wollen; denn Sie sind der Herr—“ g „So sollt Ihr nicht reden, Bretters. Ihr habt früher wohl gesagt, Ihr brauchtet das Land am See nothwendig.“ „Weil sonst kein Acker zu haben war, Herr. Denn sehen Sie, dies Anwesen ist doch wohl schon ein Jahrer siebzig alt oder mehr, und mein Vater und Großvater haben schon drin gewohnt. Damals aber, als dies Haus gebaut wurde, gehörte das Land am See mit dazu, und das hat erst später mein Großvater an den Fürsten verkauft, und von dem kriegte es Ihr Vater selig. Und von Ihrem Vater nahm ich's dann wieder in Pacht; denn mit den paar Morgen Ackerland, die noch zum Hause gehören, konnte ich allein nicht wirthschaften. Und die Pacht habe ich Ihrem Vater dann wohl immer richtig bezahlt und später an den Apotheker in Kirchberg auch, und der soll das Geld ja wohl an Sie abgeliefert haben. Wollen Sie's nun aber anders ein— richten— dann in Gottes Namen!“ 5 i Fernand Bretters bückte sich mit einem Seufzer nach einem glimmenden Spänchen auf dem Herdfeuer, um seine Pfeife, die ihm bei der umständlichen Rede ausgegangen war, wieder in Brand zu stecken.„Ihr versteht mich noch immer falsch, Bretters,“ replizirte Wolf unwillig.„Ich will das Land nur dann an Steinwald verpachten, wenn Ihr keinen Schaden davon habt.“ „Schaden? Nein, Herr, den habe ich nicht. Es ist nur— ich bin lieber Ihr Pächter als Herrn Steinwald seiner; aber am Ende komme ich auch mit ihm in Frieden aus, und wo er mir das Land am Grütersberge dafür geben will, stehe ich mich ebenso gut.“ So kehrte Wolf leidlich zufrieden mit seiner Mission auf den Gutshof zurück. Die Sonne war längst jenseits des Sees zur Rüste gegangen und hatte tiefgrauer Dämmerung Platz gemacht, als er die schwere Hausthür öffnete, um Fritz zu suchen.„Der Herr sei aus dem Hause gegangen,“ beschied ihn Sophie, welche er fragte. In einem der Hinterzimmer, wo das Instrument stand, hörte er Musik: „Auf Flügeln des Gesanges.“ Er kannte die Stimme, und sein Herz klopfte schneller. Ohne sich dessen bewußt zu werden, trat er sachte auf und ging den Tönen nach. Zögernd horchte er noch einen Augenblick, dann öffnete er lautlos die nur angelehnte Thür. „Die Veilchen kichern und kosen Und schau'n nach den Sternen empor—“ Gestern war ihr das Lied unbekannt gewesen, und nun! Wie weich die Töne einer in den andern überglitten und sich an— einanderschmiegten, so warm, so innig— Und wie so feierlich es klang: „Und in der Ferne rauschen Des heil'gen Stromes Well'n!“ Den ganzen Schmelz der gedämpften Klangfülle nahm er in einem einzigen kurzen Moment in sich auf—— zugleich mit dem Bilde, dessen Umrisse das Zwielicht doppelt sanft vom helleren Grunde des Gemaches abhob. Sie spielte ohne Noten, nach dem Gehör, allein, für sich. i Doch nein! Da drüben am Thürpfosten lehnte eine Gestalt: Fritz Steinwald! In sich versunken, als sei auch er gebannt vom Zauber der holden Sängerin. Noch leiser als er gekommen schlich Lützel wieder davon. „Dort wollen wir niedersinken Unter dem Palmenbaum Und Lieb' und Ruhe trinken Und träumen seligen Traum—“ Also für ihn sang sie. Er hatte ja gestern eben dieses Lied gewünscht.—„Seligen Traum!“ tönte es nochmals durch den Abend zu ihm hinaus. Denn er war in's Freie gegangen. Aber nach einer Minute schon kehrte er wieder um; er wollte fort. Man schien heute vergessen zu haben, den Hausflur zu be— leuchten, aber der Weg nach seinem Zimmer war ja leicht zu finden. Eine Treppe hinauf, über den weichen Teppich an ein paar Thüren vorbei— da rannte er gegen eine menschliche Gestalt. 0 Jesus Maria, habe ich mich erschreckt!— Sind Sie's, Herr ützel?“ 68 war Sophiens Stimme. „Ich suchte— ach Gott, wenn nur Töne jetzt hier wäre!“ „Ist etwas passirt?“ fragte er hastig.„Frau Steinwald?“ „Unserer Frau? Nein. Aber—“ „Sophie, Du beeilst Dich ja?— O, daß ich Sie gerade treffe, Wolf!—“ Bebend stand Hedwig im vollen Schein der breiten Lichtgarbe, welche sich aus der rasch geöffneten Thür schräg über den Korridor hin ergoß. „Sie brauchen meine Hülfe?“ fragte er schnell. „Wenn Sie können—— Kurt—“ Sie drohte zusammen⸗ zusinken, und er folgte ihr in das Zimmer.„Ich hatte ihn heute Nachmittag hier oben gebettet, der größeren Ruhe wegen.— Sehen Sie!“ Ein Blick in das flammende Kindergesicht zwischen den weißen Kissen sagte ihm genug. „Ich gehe sogleich nach Kirchberg—“ „Sie meinen auch, daß Gefahr sei—? O Gott, mein einziger Trost!“ Wie eine Verzweifelnde griff sie nach ihrem Kopfe. „Hedwig!“ rief er erschreckt. Dann zwang er sich förmlich zur Ruhe.„Ich habe keine Erfahrung in solchen Dingen; was aber geschehen kann, thue ich.“ Sie versuchte aufzustehen und reichte ihm die Hand. „So gehen Sie!“(Fortsetzung folgt.) Joe Bälle. Wenigen Schriftstellern ist ein Alter beschieden wie dem würdigen Fontenelle. Fast hundert Jahre war er alt, als der Tod sich ihm nahte. Einige Jahre vorher zeigten sich die Boten des Alters; er verlor nach und nach Gesicht und Gehör, doch nicht den Gleichmuth des Geistes. Seine Freunde bedauerten ihn seines Unglücks wegen. Der Greis lächelte: „Es ist gut so; bald heißt es, die große Reise antreten, dann hat man nicht so viel zu sorgen, wenn die Equipage schon voraus ist.“ Als der Tod sich zu ihm neigte, bemerkte er zu seiner Umgebung:„Stört mich nicht; ich muß den Tod scharf in das Auge fassen, ich sehe ihn heut zum ersten Male und wahrscheinlich nicht wieder.“ W. G. Voltaire besuchte die geistreiche und gefeierte Schauspielerin Sophie Arnauld. Im Laufe des Gespräches äußerte der Philosoph:„Ich bin vierundachtzig Jahre alt und habe vierundachtzig Sottisen begangen.“ —„Was will das sagen!?“ fiel Sophie ihm in die Rede:„Ich bin noch nicht vierzig und habe mehr als tausend auf dem Gewissen. W. G. 90 — 8 W 9 2 R. 5 e— 9 5 3 256 Aagisches Gua rat. Schach. 8 Aus folgenden Buchstaben: Problem Nr. 521 von G. Chocholous in Bodenbach. 4A 4 EK Samer. . n 3 e 2 5 9. . sind vier Wörter zu bilden und so zu ordnen, daß dieselben, von oben nach unten und von links nach rechts gelesen, in den korrespondirenden Reihen gleiche Wörter ergeben: Die vier Reihen ergeben: g i 1. Eine Gottheit. 2. Ein Gesangsstück. 3. Einen Berg in der Schweiz. 4. Ein Hanfgewebe. 1, 3 giapsel⸗Näthsel. 1 Versuch's, das Ende von dem einen 22,. N Den Anfang von dem nächsten Wort. 9 9 2 5 Geschickt zu neuem Wort zu einen,..., e,., Und was du suchst, hast du sofort. 5,,,, a — Einen weiblichen Vornamen.—,,,, Kein Uebel wird beweint, dem man entrann.... 1. 1 5 a b 0 d 0 1 g U W 242 5 g Weiß. 5 Arith mogrip 6 3 Weiß zieht an und setzt mit dem dritten Zuge Matt. i 5 Aus folgenden Ziffern sind fünfzehn 1755 K. bbuchst 17 e nee 5 buchstaben von oben nach unten, und deren Endbuchstaben von unten 2 ö nac oben gelesen ein Sprüchwort ergeben. Auflösungen. 1 123 45 6 7 8.— Einen weiblichen Vornamen. Problem Nr. 513 von F. Schrüser in Bamberg. 9 9 5 10 11 8 3.— Eine 1 5 im nördlichen Irland.) Tess!. 8 Lei-hs:(us) en ne rener. 2) Phet Ked:(c, 0 2) Did: Kadett 10 247 8.— Nebenfluß der Rhone. N 3) Ths—h4(Dba, d5, 3) Dd7-g4(di) 8 11 3 6 7 6 13 2 13.— Stadt auf der Südküste von Cuba. g 3 1 J 875 8 J 7 2 Fin ange 2 l 1 ge bg B. B br g N 5 J 5 15. 3 1 U 7— 8— e. 5—e—.„45: anl.— 7 6 8 13 8 3 7 2 9.— Badeort im württembergischen Schwarzwaldkreis, wund durch 1 c F Die Visung wurde angegeben von a0 dron in 8 2 am Neckar. in B., Dr. Knopf in G., H. Rosenkranz in B. und Schach klub in Gl. 13 3 8 6 12 9 7 13 8 3 11.— Eine Zahl. 5 l—— 0 3 f iber. 1 n e Problem Nr. 514 von G. Sabin in Berlin. 12 6 7 13 9.— Bewohner Vorderindiens. 1) 8d4 5 Ke- dh: 1 Ke4— 52 3 8 7 13 10 15 9 3 14.— Eine Stadt in Holstein. 2) Da- bi Kd5-e(e5) 2 Ka7—b7 K 5—e6 8 5 8 17 2 7 11.— Ein vierfüßiges Thier. 3) 815— d(Ldé f 3) 845— 67(Lf4) 14 8 5 15.— Eine Farbe. 5 Nn: M 6 5 10 8.— Ein Fluß im Harz. 80 2 F. e. f geren Bec. da elt he Fe d d 6 J e Die Lösung wurde angegeben von Th. Kraus in B., W. Kron in B., Dr. Knopf in H. Rosenkranz in B. und Schachklub in Gl. Logogriph und Womonym. 1 5; Die Schachzeitungen aller Länder widmen Zu lertort einen ehrenden Nachruf und Der Rebensast oft aus mir fließt Lebensbeschreibungen dez allzufrllh verslorbenen Meisterl. Den Nücblig, den das ien Zumal zu Nen a ef de 1 A 5 n nete nen Begründers und 1 1 redakteurs wirft, geben wir nachstehend im Wesentlichen wieder. 8 Doch kaun, der mehrsach mich genießt,. Zu ter tot it deulscher bstammung und 1842 in Lublin nicht Riga) gehe Zum Taumeln sich bereiten. N Während er in Deutschland zu Auen der sechssiger Jahre Medizin studirte, bildete er sich in N 1 8 a der Schule Professor Anderssen“s in der Tbeorse und Praxis des Schachsplels aus und er. ö Das vierte Zeichen wende nur, warb sich in verhältnißmäßia kurzer Zeit an seinem Orte den Ruf des talentvollsten 5 9 Dann sind wir Fischen eigen;„ 2 NC— durch— 8„ 9 edaltion der„Neuen Berliner achzeltung“ bekann 7, die Neumann un Zum Schutze gab's uns die Natur, nach Ph Oirschfeld's Rücktritt von der Leitung der Leipfiger Schachzeilung gegri Doch auch um Glanz zu zeigen. hatten. Hier bot sich ihm ein neues Feld für seine Schachtbätigkeit. er veröfßenil 5 5. 8 sowie I An Ke r— 1 K 1 5 e nungen. onders Über das Muzio⸗, daß eser u- das Evan!s-Gam V0. W auch sammefte die Entdeckungen der neuen Ber'iner Schule, an deren Spitze Hirschfeld. Neumann or'm Regen sicher ste. und Suh le standen, was Baron Heydebrand und der Lasa im„Handbuche“ für Vom Landmann bin ich zum Gebrauch Unersuchungen der alten von Bledow. Hanstein Harrwitz und Mayer geleiten Benutzt in vielen Fallen. geihan batte. Auch verschledene wershvolle Schachwerke(1821 gemeinsam mit Du f rein: das große Schachhandbuch) gab er in Deulschland heraus. Mit der einzigen ee 5 8 5 seiner Diensszeit während des französischen Krieges den er wie den böbmischen Feldzug 1 1 4 1 1 Unterart mitmachte, behielt er die Redaktion der Schachzeitung bis zu seiner dauernden lleber ⸗ Aufloösung der zweisilbigen Charade in voriger Nummer: Fischbein:— sfludelung nach London 1872) des Spruch Mäthsels: Es grüne die Tanne, es blühe das Erz! Gott nern 1 All öhlich N es Sil Rathsels: oroßes analylisches Talent, während sein erstaunliches Gedächtniß ihn zu einem der schenke uns Allen ein fröhliches Herz;— des Silben: athsels: 1. Ander⸗ Wlindlüngsspieler seiner Zeit machte. Rur an der englischen Ausdauer und Aahigkel ale nach. 2. Languedoc. 3. Laura. 4. Elstow. 5. Sarah. 6. Wierz-. Macchspieler fehlte es ipm noch daher auch seine Niederlage del der alen Weben mit bowiec. 7. Achilles. S. Sinttgart. 9. Fabins. 10. Albani. 11. Land-. Steini 188, Liber diese Ko ncenen elan er sich in den nach folgenden Wettkämpfen 0 7 Nr. 8* mit Voter. Blacburne und Rosentbal an. quart. 12. Samos. 13. Cherubini. Alles was salsch ist, ist schwach;— Die erschöpfende Analyse der Martien aus dem Morphy-Anderssen Match, die Wettlampfe der Koͤnigspromenade: Zutertort's gegen Blackburne und Rosenthal, die Partien aus den verschledenen Turnleren da Wo 5 f e 2 ketten iehn Jabre, besonders die Anmerkungen zu den Partien aus dem Londoner Wo Herzen, stolze, starke, von 1888. die in den neun Jahrgängen des Chess- Monthly gesammelt find, würden suft Noch für das Rechte steh'n, geordnet cine vollssändige neue Theorie des Spieles liefern. Nach 1883 aing Zukertort Da darf der Hoffnung Barke der Absicht um, dlese Arbeit selöst zu unternehmen aber die Nesse nach Amersta und noch. Nicht vollig untergehen 3 1 ließen ihn die Ausführung seines Vorhabens ausschieben und nun ist 5 8 8 N es zu spat.“ 5 Und wo der Hoffnung Flammen 4 Noch sprüh'n in einer Brust: Zriefwechsel. 1 4 Da soll man nicht verdammen eoflnb in G. Losungen uictig und ausfübrlic, ür die Renbeftlienen ber, 4 Die frische Lebenslust.— Verwendung. Der Zweizüger ist nicht ohne Posnte, aber zu ungesällig in der Auf ö eUun* 5 Und häuft sic so tri Auen de nn male 5 n ö h noch so trübe in B. Die allein richtige Lösung von Nr. 510 finden Sie in voriger—— 5 8 f er 9 r. Th. K. in B. Bei Nr. 515 find Sie auf eine flarte Scheinlösun. 4 9 um Herz der Nebeldunst: r 74 Das Herzosei voll! von Liebe, G. Cb. in B. Die Widmungs⸗Aufgabe ist zur baldigen Aufnahme notirt. 3 11 Und froͤhlich sei die Kunst. 5 8 K.—— Drud und Verlag der„Volks- Zeitung“, Att.-Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Bcrantwortlicher Nedalteur: R. Elch o in Berlin, Lützowstr. 105.