zu den Oberhessischen Uachrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. l Ur. 42. Gießen, den 16. Oktober. 1837. „Ich meinte aber doch, liebe Paula, Du könntest Maria jetzt immerhin an Euren Zirkeln theilnehmen lassen; sie sieht, Gottlob, sehr frisch wieder aus, und ich wüßte nicht, was sonst ihrer Ein— führung noch im Wege stände!“ sagte Graf Bolko in einem Tone, der an Bestimmtheit nichts zu wünschen übrig ließ, einige Wochen später. ö„Nicht das Mindeste, ich habe es Maria schon zweimal vor⸗ gestellt, lieber Mann!“ erwiderte mit sanftester Freundlichkeit die Gräfin. 0„Dann sehe ich aber wirklich nicht ein, weshalb sie Abend für Abend mit Helo im Hause sitzt!— Die Kleine ist ja ganz guten Muthes dabei, aber ich habe mit Maria meine bestimmten Absichten.“ 0„Natürlich und wahrhaftig, ich möchte wissen, wie ein Mensch edler handeln kann als Du!“ „Nun, also, dann triff Anstalten, sie mit theilnehmen zu lassen an Elmas Amüsements!“ „Wenn Du sie nur einmal bereden wolltest, Bolko! Das Mädchen ist eine Sensitive; sie hat alle diese Zustände dort nun einmal erlebt und ist tiefer davon verwundet, wie man ihr anmerkt. Sowie ich nur davon rede, sie mitnehmen zu wollen, so füllen sich die armen traurigen Augen mit Thränen, und sie bittet flehentlich, sie noch zu verschonen.—„Onkel Bolko ist so edelmüthig gewesen, er ist sicher auch im Stande, mir nachzufühlen, daß ich jetzt noch nicht froh sein kann!“ sagt sie jedes Mal. Jugendlust wird schon wieder erwachen,“ entschied beruhigt Graf Bolko. Wie lang waren diese Wochen Maria geworden. Ihr Bruder, auf den sie so sehr gehofft, befand sich mit seinem Chef auf einer dienstlichen Tour; sie schrieb ihm, aber er antwortete ihr nur flüchtig, und so mußte sie wohl oder übel sich gewöhnen, allein zu stehen. Endlich meldete man ihr eines Tages den Heißersehnten. „Der Herr Baron sei im Salon,“ setzte der Diener hinzu. Sie würde Onno am liebsten allein gesprochen haben, aber es de⸗ müthigte sie, ihn ihr trübseliges Kämmerchen sehen zu lassen.— Eilig huschte sie hinab, und da stand er, mit Helo plaudernd, am Fenster. Beide schauten hinaus und lachten heiter;— noch nie klang Helo's Stimme so freudig wie heute. 1 Sie lag in den Armen ihres Bruders, und niedergeschlagen und heimwehkrank wie sie war, schwammen ihre Augen in Thränen, als er sie dann von sich wegschob und sie ansah. Onno von Hooglander galt für einen Liebling der Damen;— seine kräftige, große Gestalt war elegant und ebenmäßig gebaut; er glich seiner Mutter, aber die klaren, blaugrauen Augen hatten weder die Farbe, noch den Blick Baronin Valeria's, sondern einen kühlen nachdenklichen Ausdruck. „Wie Du Dich verändert hast!“ riefen beide Geschwister zugleich und dann lachten sie, denn in dem Klang, der Worte lag die freudige Eine gute Vartie. Roman von L. Haidheim. (Fortsetzung.) „Nun, quälen wollen wir sie nicht. So laß sie gewähren, die Bewunderung des Anderen nur zu hörbar. Sehr bald kam Onno von Hooglander auf das, was ihnen Beiden am meisten am Herzen lag. „Du bist ganz geknickt, Kleine, von dem Unglück zu Haus! Ja, weißt Du, wir beiden sind jetzt das Hänsel und Gretel, unsere Eltern haben uns in dem großen Wald allein gelassen und wenn wir nun nicht selbst sorgen, das Zuckerhäuschen zu finden, so werden wir nie Süßes zu essen bekommen!“ sagte er mit dem Versuch, einen leichten Ton anzunehmen, indem er ihr freundlich das Haar aus der Stirne strich und ernst und bekümmert in ihre Augen sah. Helo verschwand zartfühlend.—„Ich bin noch im Morgen— anzug!“ telegraphirte sie während Onno's Worten ihrer neuen Freundin. „Wenn man nur wüßte, nach welcher Richtung es liegt?“ sagte sie, auf seine Art und Weise eingehend, mit dem Versuch zu scherzen. „Es ist sehr anerkennenswerth von Bolko, daß er Deine Zukunft in's Auge faßte und Dich nicht auf Gißra im Elende stecken ließ. Du bist eine Erscheinung, Maria! Wir müssen auf eine glückliche Chance für Dich hoffen!— Einstweilen sei klug,— lerne Deine Situation und Deine Mittel in's Auge fassen— und mache Dir klar, welches Deine Lebensbedingungen sind und welche davon Dir fehlen.“ „O, Gott, Onno,“ flammte sie auf,„fängst Du auch gleich so an? Ich weiß es freilich,— eine reiche Heirath bleibt meine einzige Rettung, aber obwohl ich mir das selbst ganz klar mache, so nüchtern und geschäftsmäßig kann ich Dich nicht darüber sprechen hören!“ „Man redet auch ferner nicht mehr von dieser Nothwendigkeit, sondern nimmt an und erwartet von Dir, Kleine, daß Du davon vollständig durchdrungen bist und keine Dummheiten machst,“ sagte er beruhigend, indem er mit zufriedenen Mienen ihre Wangen streichelte. Es war ihm offenbar sehr lieb, sie so zu finden, wie sie war. Dann setzte er mit seiner kühlen Bestimmtheit hinzu:„Ich bin ein recht nüchterner, prosaischer Mensch, der gern jedes Ding beim rechten Namen nennt, daran mußt Du Dich möglichst gewöhnen.“ Sie gab sich zufrieden, und er lenkte ab auf die Ereignisse in Gißra. „Ich war wie aus den Wolken gefallen, Maria! Gott verzeihe es Papa, daß er so das schöne Geld zum Fenster hinausgeworfen hat. Mir ist unbegreiflich, wie der Mann, der seine Kinder und sein Weib muthwillig und ohne jede Beschönigung an den Bettelstab bringt, jetzt noch an mich schreiben kann:„Habe Deinen armen Papa noch ein wenig mehr lieb, in seinem Unglück hat er nichts als die Seinen!“„Hat man eine Vorstellung von solch einer Logik? aber freilich,— logischer Weise konnte man von ihm nichts Anderes er⸗ warten, nachdem die Mama ihn während ihrer ganzen Ehe so gründlich verzogen hat. Die arme Mama! Denk ich an sie, so bin ich unserm Vater bitter gram.“ a — ———— 8 .—— n eee % ˙ OÄ V 3 2330 „Onns, es ist der Vater!“ bat Maria, die an jenem schlimmen Tage in Gißra gegen die Mutter ganz ähnlich gesprochen und die des Bruders Tadel doch nun nicht hören konnte. „Nun ja, ich weiß all' das Brimborium, welches die„kindliche Pietät“ von uns verlangt und bin auch bereit, vor der Welt alle Schonung walten zu lassen;— aber unter uns Beiden können wir uns immer gestehen, daß wir keine Ursache haben, Papa dankbar zu sein.— Hätte ich jetzt nicht die Anwaltschaft auf Tante Lätitias dereinstiges Erbe und von ihr meinen jährlichen Zuschuß, so wäre mir doch nichts übrig geblieben, als die Uniform auszuziehen und Dienstmann oder Portier, oder dergleichen zu werden!“ „Sie ist also sehr gut gegen Dich?“ „Gut?“ Er schüttelte sich lachend.„Sie ist ein wahrer Teufels⸗ braten von einer alten Jungfer, Mia! Ich habe sie gern und mochte ihr aber dennoch zuweilen den mageren Hals umdrehen; jedoch man kann nicht allemal haben, was man wünscht!“ „Du boshafter und undankbarer Bursch, ihre Liebe so zu lohnen!“ rief Maria, amüsirt von seinem Gesichterschneiden. Er hatte, wenn er wollte, eine anziehende Art zu plaudern und durch seine lebhafte Mimik die Phantasie der Hörer für seine Scherze anzuregen, bis diese jede Scene oder Person vor Augen zu haben glaubten, und diese liebenswürdige Eigenschaft trat jetzt hervor. „Tante Lätitia wünscht Dich noch heute vor dem Diner zu sehen,“ fuhr er fort;„sie selbst hat das Geld zu lieb, um nicht Sympathien für unsere Lage zu haben. So weit ich sie zu berechnen verstehe, wird sie Dich zu verheirathen suchen und, was die Haupttriebfeder ihrer Dir bevorstehenden Liebenswürdigkeit ist, sie verabscheut Gräfin Paula und noch mehr unsere Kousine Elma; es ist da irgend eine böse Feindseligkeit aus ihren Jugendsahren, für welche sie sich mit un⸗ erbitterlicher Ausdauer an einander rächen. Tante Lätitia hat Witz und eine böse Zunge; Onkel Bolko nennt sie nicht anders als den „ungeschwänzten Pfau“ und behauptet, er habe sich von seiner Frau den herrlichen Schweif abschwatzen lassen und sie trägt ihn jetzt statt seiner.“ Die Geschwister lachten herzlich. In Maria's Vorstellungen vom Onkel Zeus paßte diese Idee ganz vortrefflich hinein und doch fühlte sie Reue über ihre Heiterkeit, denn Graf Bolko war in dieser Zeit sehr gut gegen sie gewesen. Freilich ging er immer umher wie in einer Wolke, die ihn hinweghob über das geheime Irdische, aber zuweilen schien es, als schaue sein Antlitz aus derselben hervor und dann hatte es stets einen milden theilnehmenden Blick für Maria gehabt. „Nun, da höre ich ja zum ersten Male unsere liebe Maria lachen!“ trat Gräfin Paula jetzt in den Salon und begrüßte Onno von Hooglander, der einer der häufigeren Gäste des Hauses war, indem sie Elma noch für einige Minuten entschuldigte. „Wir hatten uns mit der Wahl unserer Toiletten für den Ball beim Prinzen Friedrich beschäftigt und die Zeit darüber verplaudert,“ gab sie als Grund für das verzögerte Erscheinen an. „Man erzählt, Prinzeß Friedrich bereite eine ganz besondere Ueberraschung vor,— ich glaube, Sie wissen auch darum, Gräfin Tante?“ sagte Onno. g „Eine Ueberraschung? Ich weiß nichts! In welcher Art?“ rief die Gräfin ganz erstaunt. „Es handelt sich um eine Ovation für den von seiner chinesischen Reise heimgekehrten Prinzen;— man flüstert von einer entzückenden Allegorie.“ Professor Rieland soll die Zeichnungen entworfen haben.— Malte von Rockwitz hat es von seiner Schwester, die zur Mitwirkung—“ „Lora Rockwitz?“ „Nun ja, Lora,— sie ist ein auffallend schönes Mädchen, freilich nicht so schöͤn wie Elma,— aber Sie wissen, Tante Paula, Lora hat eine königliche Figur,“— erwiderte der Kürassterlieutenant. „Und wir erfuhren nichts?“ sagte ganz erschrocken die Gräfin, indem sie die Farbe wechselte; und da Elma eben mit Helo hereintrat, überstürzte sie die Tochter sofort mit dieser unerfreulichen Neuigkeit. „O, das kann ich mir schon denken! Lora Rockwitz,— die sich bei jeder Gelegenheit vordrängt,“ sagte Elma in scharfem Tone. Man sprach hin und her;— die Isenreutschen Damen ver leugneten dem Verwandten gegenüber ihre Mißstimmung nicht.— Maria saß schweigend daneben,— es fiel Onno Hooglander unangenehm auf, daß seine Schwester übersehen zu werden schien. „Meine arme Maria muß unter Ihrem gütigen Schutze erst wieder aufleben, sie braucht Zerstreuung!“ sagte er zu der Gräfin Tante. Und sich an seine Schwester wendend, fragte er: „Du bist hoffentlich mit Toiletten versehen, sonst soll ich Dir von Tante Lätitia sagen, sie würde für das Nöthige sorgen!“ „Himmel! Tante Lätitia? Nun das ist jedenfalls eine ganz un⸗ erhörte Großmuth, da kann man also zu der Gunst der Erbtante gleich gratuliren!“ rief Elma in neuem sichtlich unangenehmsten Erstaunen. Die Gräfin biß sich auf die Lippen. Sie schien fast erschrocken von dieser Mittheilung. „Sagen Sie Lätitia unsern tiefgefühlten Dank für ihre gütige Absicht, lieber Onno, von der wir für Maria indeß in keinem Falle Gebrauch machen können, da mein Mann es übernommen hat, für sie zu sorgen.“ „Ich habe vom vorigen Winter noch Toilette im Ueberfluß“— rief Maria tief erröthend dazwischen. Die Gräfin that, als höre sie nicht und wandte sich wieder an den jungen Offizier, indem sie sich auf ihre Worte zu besinnen schien.—„Uebrigens sind wir der Meinung, Maria's Eintritt in unsern Kreis vorläufig noch nicht stattfinden zu lassen!“— „Aber wie so? Warum, Gräfin Tante?“ „Weil wir es für passend halten, daß man zuvor all' diese fatalen Gerüchte über Ihre Familienangelegenheiten zum Schweigen kommen lasse, lieber Onno!“ Der junge Mann biß sich auf die Lippen. Wie unwahrscheinlich, daß man hier von Dingen dieser Art redete, die am andern Ende des Landes vorgingen und zu welchen es in der hohen Aristokratie genug Gegenstücke gab. 2 Und dabei sah Gräfin Paula aus, als bedauere sie den Mangel an Takt und Feingefühl, der ihr zumuthete, Maria jetzt schon mit in die Gesellschaft zu nehmen. Onno von Hooglander war wüthend; aber er sah sich wehrlos gegenüber der Frau, von welcher Maria jetzt abhing. „Gestatten Sie mir, Maria eine Stunde spazieren zu führen?“ fragte er, um fortzukommen, indem er den Wunsch Tante Lätitias, seine Schwester heute zu sehen, erwähnte. Die Gräfin lächelte huldreiche Zustimmung. Maria schnellte ganz erleichtert empor. Da fiel ihr Blick auf Helo, die Keiner beobachtete, und in den Augen derselben lag ein heißes Verlangen, mitgehn zu dürfen. Das arme Kind blieb so viel allein, wenn die Mutter und Elma sich ihrer Geselligkeit oder den Anforderungen des Tages hingaben. Marias Bitle, Helo mitgehen zu lassen, wurde von der Tante huldreich bewilligt. Sie legte in Alles, auch wenn sie selbst Ge⸗ fälligkeiten annahm, ein Wohlwollen, als sei sie die Spenderin einer Gnade;— im Grunde waren sie und Elma immer froh, von Helo und Maria befreit zu sein. Heute zumal, wo Lora Rockpitz und die Allegorie bei der Prinzeß sie sehr verdrossen.— Onno trieb mit frohem Blick die Schwester und Kousine zur Eile und es dauerte nur Minuten, da standen schon Beide in ihren hübschen Winterkostümen bereit. Sie gingen in den Park, dessen mit Reif bedeckten Bäume in dem hellen Sonnenschein einen entzückenden Anblick boten. Die jungen Mädchen sprachen davon, wie sie sich auf das Schlittschuhlaufen freuten, und Onno sah mit stillem Vergnügen in Helos liebliches Antlitz, in welchem er heute zum ersten Male ihm ganz überraschende Entdeckungen machte.— Er hatte den lang aufgeschossenen, blassen Backfisch nie für hübsch gehalten, nicht einmal gedacht, daß Helo es für die Zukunft zu werden verspreche; und das war gestern noch, dünkte ihn, oder vor kaum einer Woche; thatsächlich war es viel länger, seit er sie überhaupt betrachtet. Und nun plötzlich blühte das Mädchen wie ein Röslein im Schnee, ein Bild, woran ihr weißer Filzhut mit der langen weißen Feder und das weiße Pelzwerk, welches sie trug, ihn mahnte. Zuweilen neckte er sie durch Widerspruch. Dann richteten sich ihre großen, sanften und heute so strahlenden Augen auf ihn und sie antwortete frisch und treffend und stets mädchenhaft.— „Helo, seit wann hast Du Dich so verändert?“ fragte er ganz verwundert. „Verändert?“ fragte sie erstaunt zurück. Vielleicht sah sie ein Kompliment in seinem lächelnden Blick. Sie erröthete, wandte ihr Gesicht weg und erwiderte dann, als fiele ihr die Erkärung ein: „Seit Maria da ist! Sie behandelt mich nicht wie ein Kind;— 7 ee. 1 — eee Tc c 2331. das thun die Andern Alle, und es machte mich so dumm und linkisch.“ „Ja, das wird es sein!“ antwortete er ruhig. Er hätte um nichts in der Welt die Unschuld und Harmlosigkeit ihres Wesens stören mögen. Die Menschen, welche ihnen begegneten, blickten den beiden schönen jungen Damen nach; sie selbst bemerkten es kaum, aber Onno sah es und es machte ihn ganz stolz. Maria war weitaus die schönere; sie ging wie eine Königin daher in dem schwarzen Sammetanzug mit kostbarem Zobel besetzt, der ein vorjähriges Geschenk ihres Vaters war.— Heute dachte sie nicht an ihre schlimme Lage; auch sie war so glücklich, daß ihr dunkler Teint sich zum ersten Male seit langer Zeit mitbelebte und eine Wärme und einen Glanz annahm, der überraschte.— In den vorderen Partien des Parks begegneten ihnen allzu viele Bekannte;— sie aber wollten unter sich bleiben und schlugen auf Helos Rath einen Weg ein, der, wie sie sagte, meist einsam blieb. So war es auch. Längere Zeit begegnete ihnen Niemand, dann kam ein altes Ehepaar daher gegangen, Leute in bescheidenen, aber ziemlich sauberen Kleidern; Maria sah den alten Herrn flüchtig forschend an.— War das nicht ein bekanntes Gesicht? Ehe sie indeß ihren Bruder fragen konnte, der eben mit Helo lebhaft stritt, wobei ihn offenbar ihr vorwurfsvoller Blick veranlaßte, ihr immer neue Gründe,— einen noch unhaltbarer als den anderen, entgegen zu stellen,— stieß der alte Herr dicht hinter ihnen einen Schreckensruf aus. Nach ihm zurücksehend, gewahrten sie, wie er mit Anstrengung sich bemühte, seine bewußtlose Frau, die vor einer Minute noch so vergnügt zu plaudern schien, vor dem Hinsinken zu bewahren. Ohne sich zu besinnen waren die drei jungen Leute neben dem sie kläglich um Hülfe bittenden alten Herrn. 8 „Mein Gott, mein Gott! Sie sprach eben noch mit mir! Minna! Frau! liebe Minna, wir sind so weit von Haus,— wir sind gewiß zu weit gegangen!“ jammerte er, indem er vergeblich die Frau zu ermuntern suchte. Die beiden jungen Mädchen thaten ihr Bestes, aber es war wenig, was sie vermochten, und zweifellos war die todtbleiche Frau sehr krank, wenn nicht gar sterbend. „Onno,— wenn Du einen Wagen holtest!“ sagte Maria sehr erschrocken. * Der junge Offizier war bereit und eilte fort, begleitet von den Dankes worten des alten, tief erschütterten Mannes.— Inzwischen hatte die alte Dame einige Male leise geseufzt;— dann kam sie halb und halb wieder zum Bewußtsein und ihr Mann suchte sie mit den zärtlichsten Bitten zur Wiedergewinnung ihrer Kräfte zu überreden.— Es war ein rührender Anblick, den die beiden alten Leute boten; — das Erste, was die Frau that, als ihre Gedanken sich etwas klärten, war, daß sie zärtlich des Mannes Hand küßte und leise bat:„Armer Heinrich! Vergieb mir nur!“ Ach, der Gatte wußte nichts von Zorn, sondern wiederholte immer nur jubelnd:„Es war nur eine Ohnmacht, liebe Frau, nur eine Ohnmacht!“ Inzwischen kam von der Stadt her ein eleganter Spaziergänger, der, Helo erkennend, erstaunt und lebhaft zu der Gruppe trat. „Meine gnädigste Komtesse— ist etwas geschehen? Ein Unfall? Kann ich helfen? Bitte, verfügen Sie über mich.“ Helo klärte ihn auf. Maria erinnerte sich, daß sie diesen Herrn am Abend ihrer Ankunft im Salon ihrer Tante gesehen. „Die Dame wurde ohnmächtig, mein Vetter holt einen Wagen, Herr von Lornow.“ 5 „Sie sind ganz erschöpft, lassen Sie mich Ihnen helfen!“ wandte sich der Herr resolut an den Gatten der Kranken, und nahm ihm, dem die Kräfte in der That versagten und der jetzt blasser aussah wie seine Frau, dieselbe aus den Armen. g „Wie gut Sie sind, Herr von Lornow!“ rief Helo mit warmem Blick. Dann stellte sie Maria, die eben die Hutbänder der noch sehr schwachen und schwindelnden alten Dame wieder zuknöpfte, und Lornow einander vor.— Beide erinnerten sich jener flüchtigen Be⸗ gegnung. b 5 Verbeugen konnte Lornow sich nicht, die alte Frau hing schwer I in seinen Armen, aber er sagte sofort, daß er auf die nähere Be⸗ 1 N 4 kanntschaft von Baronesse Hooglander durch Fräulein von Goostädt vorbereitet sei und sich glücklich schätze, durch diese Begegnung den Damen beistehen zu können. Maria sah, daß der alte Herr bei dem Namen Hooglander lebhaft aufblickte. Sie hatte sich vorhin dunkel seines Gesichts erinnert, jetzt wußte sie plötzlich, wer er war; ihre und seine Augen begegneten sich. „Herr Mantink! Sind Sie es wirklich?“ rief sie überrascht „Ach, und sind Sie das kleine, gnädige Fräulein?“ Ein be⸗ wundernder Blick des alten Mannes sagte ihr, daß er sie sehr schön finde. Sie wurde glühendroth und wagte die Augen nicht auf— zuschlagen. Erstaunt sahen der Legationsassessor von Lornow und Helo auf diese Erkennungsszene, welche Maria dann, sich zusammennehmend, erklärte, indem sie dem alten Manne die Hand gab. „Herr Mantink stand in Papas Diensten und ich spielte als kleines Mädchen bei ihm in der Schreibstube! Er zeichnete mir so schöne Bilder!“ „Ach, mein Gott, ja, gnädige Baronesse hatten so viel Freude an meinen Männchen und Häusern! Das war damals, als der Herr Baron noch in Ehrstein wohnten!“ Es klang wie ein schmerzliches Bedauern aus des alten Mannes Mund. Seine Frau hatte trotz ihrer Schwäche mit mühsam folgenden Blicken die Reden der Beiden verstanden;— jetzt kam die Ohn⸗ machtsanwandlung oder Beklemmung wieder zurück,— sie schlug mit den Armen um sich, der Alte hatte nur noch Augen für sie, — ein Glück, daß jetzt die von Onno geholte Droschke in raschem Trabe heran kam.— Die jungen Männer, die sich als Bekannte begrüßten, hoben die wieder bewußtlose Frau hinein, was ein mühseliges Stück Arbeit war; dann halfen sie auch dem Alten, der sich in Danksagungen erschöpfte, aber offenbar in verzweifelter Sorge um seine Frau nicht recht wußte, was er sagte. „Soll ich mitfahren?“ fragte Onno von Hooglander gutmüthig. Der Alte dankte aber, indem er erklärte, er wohne parterre in einem Hause der Vorstadt und halte eine Magd, die ihm helfen werde.— So fuhr der Wagen ab, und jetzt erst sahen sich die vier jungen Leute im Stande, sich um einander zu kümmern. Herr von Lornow bat um die Erlaubniß, die Geschwister und Helo heim zu begleiten und erhielt dieselbe gern. Er war ein hagerer, schlanker Mann, mit feinem Kopf und breiter fester Stirn.— Sein Gesicht war nicht schön, aber der Ausdruck seiner Augen ein sympathischer— kurz und offen, vor Allem aber energisch. Sein Wesen hatte die Glätte und stete Zu⸗ stimmungsbereitschaft eines Mannes, der sich hütet, anzustoßen durch Widerspruch. Man fühlte, er lebte lange in der nächsten Umgebung gekrönter Häupter. Sie sprachen erst alle vier zusammen, erzählten Lornow, wie das Zusammentreffen gekommen und dann berichtete Maria ihrem Bruder, daß der alte Herr jener Mantink sei, der zur Zeit des Ehrsteiner Prozesses ihres Vaters Sekretär gewesen. Onno blickte überrascht auf. „Daß ich ihn nicht erkannte! Ich hatte eine dunkle Vorstellung, daß ich den Mann schon gesehen! Er gab sich damals so unendliche Mühe, die Verkaufsurkunde wieder zu finden! Weißt Du noch? Er schwor, daß er sie in Papa's Besitz gesehen!“— Nein, Maria wußte das nicht, sie war ja noch so klein gewesen, als Herr Mantink beim Papa arbeitete.— Darüber sagte der Assessor, er habe die Ehrsteiner Jagden letzten Winter mitgemacht, und Onno erzählte flüchtig, daß sein Vater einen Prozeß gegen den Fiskus um ein ausgedehntes Waldgebiet und das Schloß verloren, weil er den rechtlichen Erwerb nicht habe nachweisen können. Jener Wald war dem Bankhause Hoog— lander im Jahre 1848 für eine große Summe von Seiten der Herzoglich S.schen Regierung verpfändet worden; später theilweise eingelöst, anderntheils dem Bankier Hooglander, dem Großvater Onno's und Maria's, verkauft worden; jedoch wurde, als die herzogliche Familie ausstarb und das Vermögen an eine regierende Seiten⸗ linie kam, dieser Verkauf, als nicht zu Recht bestehend, angegriffen und ein einziges verlorenes oder verlegtes Aktenstück entschied ihn gegen den Baron Hooglander. 9 Ersichtlich waren diese Erinnerungen für Onno von Hooglander 0 5 U 7———— 8 Q2332 keine angenehmen, und so lenkte Herr von Lornow, sobald er konnte, das Gespräch auf andere Gegenstände. Nach und nach sprachen er und Maria allein mit einander; Helo und Onno führten ihrerseits ein ebenso lebhaftes Geplauder, waren ihnen aber um eine ganze Strecke voraus und seit langer Zeit hatte Maria nicht so frei, so lebhaft ihre Gedanken entfaltet, als jetzt. Ihr war, als löse Lornows Freimuth und der wohl— thuende Klang seiner Stimme jene erdrückende Beklemmung von ihrer Seele, welche sie nie hatte zum Aufath⸗ men kommen lassen. Es fand sich, daß er liebte, was ihr gefiel, daß er aussprach, was sie eben sagen wollte, daß sich immer und über⸗ all eine Uebereinstim⸗ mung zwischen ihnen ergab, die Beide zuletzt fröhlich lachen machte. — Das wäre vielleicht früher für Maria nichts besonders Beachtens- werthes gewesen;— jetzt aber hatte sie wochen⸗ lang in der liebeleeren Atmosphäre Gräfin Paula's gelebt, tausend⸗ mal erfahren und fühlen müssen, daß sie mit ihren Anschauungen und Gefühlen eine Fremde in diesem Kreise war und bleiben werde und was noch peinlicher war, daß ihre ungeliebten Verwandten ihre An⸗ wesenheit im Hause wie einen unvermeidlichen Druck empfanden. O, und heute! Jeder Blick in Lornow's Ge— sicht that ihr wohl; seine Nähe, seine unbefangene Art sich zu geben und sein Geschick, immer den Ansichten Maria's zuzu— stimmen, machten sie zum ersten Male ihrer selbst gewiß, nahmen die schreckliche Unsicherheit von ihr, welche sie letzt hin so sehr gepeinigt hatte.— g Sie sagte sich dies Alles nicht klar, sondern fühlte nur ein unbe— schreiblich frohes Beha— gen mit dem neuen Be kannten, welches er zu theilen schien.— Viel zu bald hatten sie die Stadt erreicht. Sie geleiteten dann gemeinsam Helo nach Haus und dort empfahl sich auch Lornow, als er bemerkte, daß die Ge— schwister noch weiter gehen wollten. Sie sagten ihm nicht wohin; Adele. Maria nicht, aus einer ihr unbewußten Scheu; Onno mit Absicht sehen!“— aber als sie sich trennten rief Lornow:„Also auf Wieder (Fortsetzung folgt.) Noch nicht verloren. (Fortsetzung.) Kühle Abendluft strich um Alfred's heiße Stirn und durch das an den Schläfen allzufrüh etwas gelichtete dunkelblonde Haar, das sie umgab. Draußen war Alles so ruhig, so feierlich still! Nur ein Nach dem Gemälde von A. Seifert. Hund rasselte auf dem Hofe an seiner Kette, und im Stalle horte er die Pferde an ihrer Abendmahlzeit kauen. Zur Rechten, ein wenig unter ihm, blinzelten wie schlaftrunken die Lichter der kleinen Stadt; doch dort... auf der Chaussee kam eines immer näher, er hörte das Rollen eines Wagens... Ah so, die Zehnuhrpost nach der Eisenbahnstation! Alles wie sonst; auch im Fahrplane schien sich wenig geändert zu haben. Der Schwager blies noch sein altes Stückchen:„Schier dreißig Jahre bist Du alt.“ Gerade wie früher. — Der Träumer am Fenster schaute dem Wa⸗ gen nach, bis eine Bie⸗ gung des Weges seinen Blicken den Lichtschein entzog, welchen die La— ternen vor sich hinwar⸗ fen. Er kannte die Rich⸗ tung; die Post fuhr an Schönholz vorbei, der alte Postillon hatte ihn früher manches Mal als blinden Passagier vom Wege aufgelesen und bis Röhrstädt auf dem Bock aufsitzen lassen. In Gedanken verlo— ren stand er noch lange, bis ihn ein Luftzug zu⸗ sammen fahren ließ. Zu⸗ gleich ein kräftiger Tritt. „Wußte es ja, daß Du es nicht fertig brachtest, mit den Hüh⸗ nern zu Bett zu gehen, und wollte doch der erste von Deinen alten Freun den sein, Dich zu be⸗ grüßen.“ „Waldemar Heußner!“ „Wie er leibt und lebt!“ rief der Lieute⸗ nant, indem er des alten Schulkameraden Rechte ergriff und kräf— tig schüttelte.„Kennst mich wohl kaum noch, alter— Bücherreiter? Pardon für den Aus⸗ druck! Mir schwebte fast schon ein anderer auf der Zunge.“ „Schrumpel?“ fragte Krohne lächelnd. „Na ja. Räthst gut! Weißt Du, das Wort ist Einen noch so ge⸗— läufig von der Sekunda her, wo Du mir die Ex⸗ erzitienhefte von meinen grammatischen Schand—⸗ thaten weiß wuschest, ehe der alte Professor Semmler sie unter die rothe Tinte kriegte.— Aber laß Dich mal besehen, Mann; wie siehst Du denn aus?“ Der Offizier drehte den alten Bekannten ein paarmal rundum.„Natürlich militärfrei geworden. Kannst Dir gratuliren. Elendes Dasein, das Kommiß! Langweilig bis zum Ekel, besonders in solchem Krähwinkel, wie dies Röhrstädt! Und was hat man davon? Nichts auf der Welt, höchstens den Namen auf einem Denkmal, mit dem das Vaterland seine Todten bezahlt.“ „Aber einstweilen ist ja gar keine Aussicht auf Krieg!“ warf Krohne beinahe schüchtern ein. „Keine Aussicht? Ach was, es ist immer Aussicht, und ist keine— um so schlimmer! Da giebt's kein Avancement. Habe mich schon er⸗ kundigt, wo man das beste Hungertuch bezieht, um d' ran zu nagen.“ „Du siehst doch noch nicht aus, als ob Du Anspruch darauf hättest.“ N N 2333.. Junges Volk. Nach dem Gemälde dem Professor K. Raupp. 5 15 11 0 11 6NůxÆ0 1110 0 10 5 e 334 „Das verstehst Du nich“ um mit Dir allerlei sozi⸗ ber ich bin nicht hergekommen, zu berathen, sondern um Dich herunterzuholen.“„Willst Dich doch nicht drücken?“ fragte sein Nachbar. „Herunter?— Ick n fragen, was Dich in so später„Nur einmal hinaus.“ Stunde—“ Die Brust war ihm voll zum Zerspringen. Er wußte selbst „Späte Stunde i Stunde, wie Du ee gut! Und was mich in so später rführt? Herrgott, Mensch, ich bin Alfred schaute dem Spiel ohne Interesse eine halbe Stunde zu. a Dann stand er auf. Was sollte er eigentlich hier? nicht, warum. In der Küche nickte Gertruds weißer Kopf schlaftrunken über Dein Gast, das hei nicht allein, Ordowsky, Textor und einem zerlesenen Zeitungsblatt. Seine Schritte weckte sie; weit⸗ 9 die Andern sind o eöffneten Auges starrte sie ihren jungen Herrn an. i a 8 9 8 „Ah so!“„Sie sind's! Und aus der Mördergrube da? Hat sich Ihnen 1 „Ah so! Er zm ein Licht auf. Also nur mit!“ denn nicht das Herz im Leibe umgedreht bei dem Treiben?— So „Ich möcht war's früher nicht, Herr Alfred; da war um halb elf spätestens Der Lieut den halb Widerstrebenden schon aus dem Alles still, und ein ehrlick er Christenmensch konnte seine rechtschaffne P Zimmer gezo— Nachtruhe halten.“ Der„ehrliche Christenmensch“ spielte in Gertrud „Hilft o Du willst oder nicht. Schwerenoth, seit Schmiedekes Reden eine ziemliche Rolle.„Aber nun!— Rahdebrok, acht Jahren en!—“, das Ungeheuer, kümmert sich ja wohl garnicht d'rum, was die Herren 1 Unter v ter wurde Alfred die Treppe hinuntergeführt. treiben; er sagt, sie hätten das Zimmer für ihre Abende gemiethet, „Meir ich habe die Ehre— mein Freund, Doktor und was d'rin vorginge, wäre nicht seine Sache, Jugend hätte nicht Alfred Ki err von Thadden, Lieutenant von Ordowaky, Tugend, und dergleichen Firlefanz mehr. Hat ihnen ja extra einen 1 Lieutenant Textor, Herr von Ahrberg— aber, zum Kukuk, macht Kellner besorgt, damit ich sie nicht zu bedienen brauche. Hätte mir ö das Uebrige selber ab! Wer kann die Namen alle gleich so herbeten!“ freilich passen können, denen auch noch um Mitternacht aufzuwarten!“. „Also unser Herr Wirth!“„Warum gehen Sie denn nicht schlafen, Schmiedeken?“* a; 1 dignirt sah die Alte dem Fragesteller in's Gesicht.* „Famos, Heußner, daß Du ihn noch'ran geschleift hast! Indig g 5 11 Alfred war es, als sei er im Traum hierhergekommen. Er d g Wer 179 1 achten, daß 1 70. nice nach hatte mit gar keinem Gedanken mehr daran gedacht, daß in seinem r ffizierstube hin—„ung das Haus nicht über dem g Hause Gäste verkehrten.. 3 4 a Der Kellnerbursche hatte ihm ein Glas hingestellt; Heußner, der 8 ich 195 Herren agen, es fei Zeit 7 g 5 jelt i f;„Nein, Herr! Nein, das thun Sie doch lieber nicht! Sie zahlen 0 es füllte, hielt ihm zugleich das seine entgegen. 0 7 g g n 95 Ein fideler Willkomm in der alten Heimath, wenn sie auch ja anständig, und es steckt immer ein schönes Stück Geld in ihren e 1 e e 1 eimath, wenn sie auch Abenden, darin hat Rahdebrok Recht. Wenn sie nur nicht so gottes. b nur ein muffiges Mistfinkennest ist!“ lästerliche Dinge trieben!“ 6 Wohl oder übel mußte Krohne anstoßen. Alfred hatte von dreierlei keine rechte Idee: erstens, daß er für 6 1* 7 2 11 7„ N U Sede waren längere Zeit auswärts?“ fragte ihn einer der das Hazardspiel, welches er in seinem Haufe duldete, als Geschäfts⸗ l Er begabte eigenthümer mit verantwortlich war, zweitens, daß die Schmiedeken ü f 5 l g 4 seinen Vortheil eifriger bedachte, als er selbst, und drittens, warum b e 10 G e 7— 1 8050 er nicht wegen seiner Verantwortlichkeit und trotz des Gewinnes, 1 „ i. ab an welchem ihm nichts lag, die Spielgesellschaft einfach aus den 5 gesehen von besonders warmen Sommerabenden, um diese Stunde Hause trieb. Die ganze Sache berührte ihn kaum, er hatte ja noch 1 ziemlich still auf der Berglust zu sein. Lebhaft griff Waldemar Heußner seine Worte auf. „Geändert? Bitte gehorsamst, was sollte sich hier geändert haben! Die lieben Röhrstädter rauchen Abends noch aus derselben langen Pfeife wie vor acht Jahren, und wenn Du drüben in's Wirthszimmmer guckst, kannst Du gerade Nachbar Balzer und Axotheker Zander im Begriff sehen, ihr friedliches Dach aufzusuchen. Ist nämlich gleich halb elf, das ist so ihre Stunde, just wie früher.“ „Halb elf?“ rief der korpulente Freiherr von Thadden und gab dem Kellner einen Wink.„Dann ist's ja die höchste Zeit.“ Die Andern lachten. „Thadden will seine Unkosten von gestern decken,“ rief Lieutenant Textor, Heußner's vis-A-vis, zu diesem hinüber. „Ein bischen Revanche!“ warf Thadden gelassen hin, während er ein Bild, das der Kellner von der Wand genommen hatte, mit der Rückseite nach oben vor sich hinlegte. Letztere trug die bekannte Zeichnung des„Tempels“.„Allons, Herrschaften!“ rief der an- nicht gelernt, sich als Eigenthümer fühlen, viel weniger als Wirth. Was ging ihn das Alles an! ö Eben schien er sich im Anschauen der mächtigen Küchenuhr zu verlieren, deren dumpftönendes Pendel sich schwerfällig hin und her bewegte. Es war ein Meisterstück holländischer Arbeit, mit kunst⸗ 1 voll bemaltem Zifferblatt, das schon sein Knabeninteresse in hohem Maße erregt hatte. 5 ö Sinnend stand er vor dem alten Werk. Wieviel Geschlechtern 4 mochte der Zeiger da schon die Lebenszeit abgemessen haben, an wieviel Freud und Leid das alte Pendel wohl schon gleichgültig vorübergetickt sein! Die Uhr stammte noch von seinem Großvater. Er gedachte der früh verlorenen Eltern, des Oheims, dessen Tod ihn nun heimgerufen hatte— hierher! Langsam fuhr er zuletzt. 8 mit der Hand über die Augen, dann wandte er sich der Treppe zu, sein Zimmer wieder aufzusuchen. Seine Stimmung paßte nicht in die laute Gesellschaft der Offiziere. 1 Der Eintritt eines Postbeamten hielt ihn zurück. c 1 gehende Bankhalter.„Höchster Satz: zwanzig Mark!“„Herr Lieutenant Heußner wäre hier—“ 1 f„Sackerlot, für den Anfang ein bischen flott! Aber darum keine Der Mann hatte eine Depesche. i 1 Feindschaft; zuletzt ist man kein Spielverderber,“ sagte Heußner und Alfred selbst brachte sie dem Adressaten in's Zimmer. 1 I kramte ein paar Goldstücke aus seiner Boͤrse.„Thust doch mit,„Was da?— Ah so!“ Rasch zerriß der Lieutenant die bekannte 1 Alfred?“ blaue Verschlußmarke und überflog mit einem Blick den Inhalt des 9„Ich kenne das Spiel nicht; ich weiß kaum, was die Karten Blattes.„Bah, Quark!— Franz, geben Sie dem Boten draußen 0 bedeuten.“ ein Glas Bier!“ 3 1.„Dann laß Dich für Geld sehen.— Apropos, kommst morgen„Sehr wohl, Herr Lieutenant.“ 1 mit heraus nach Schönholz!“„Und nun weiter im Text. Hier dies auf den König, und Ein aufmerksamer Beobachter hätte bemerkt, wie der Doktor bei dies— so— ich diene meinem König treu und meinem Mädchen 0 den flüchtig hingeworfenen Worten bis über die Schläfen erröthete. auch dabei.“ Damit besetzte er die Dame.„Vorhin fabelhaftes“ Aber aufmerksame Beobachter fehlten am Tische; aller Augen waren Glück gehabt, Kerl!“ wandte er sich an Alfred.„Uebrigens bleibst ö auf Thadden gerichtet, der eben die erste Karte abzog und bald in Du jetzt hübsch hier; wollten sa noch zusammen reden, wegen morgen, f 1 I. geschäftsmäßigem Schweigen mit dem Gelde hantirte. habe strikten Befehl meiner Schwester, Dich mitzubringen, und das 9 1 Heußner hatte Unglück. Schlag auf Schlag vergrößerten seine Cousinechen ist gleichfalls neugierig, wie Du Dich gemacht hast. Also 1 Einsätze Thadden's kleines Anlagekapital. auf frohes Wiedersehen!“ 1 ö 9„„Bah, kannst es leiden!“ sagte dieser gleichmüthig.„Gestern Die Beiden stießen miteinander an. 0 Kröͤsus geworden— heute mir, morgen Dir.“„Läßt Du stehen, Heußner?“ 4335 nun, die hat sie eben auf's Kräftigste unterstützt. „Teufel, die Bank! Dieser Thadden! Da geht meine Dame flöten! Und Seine Majestät gleichfalls. O jerum!“ In komischer Verzweiflung zählte Waldemar von Frischem ein paar Summen ab. Alfred Krohne hatte sein Glas in einem Zuge geleert. „Du sprichst von einer Kousine—“ „J freilich!— Haha, diesmal schlägt die Dame für mich! Finger davon, Thadden, ich lasse wieder stehen!— Natürlich, meine Kousine— Du weißt doch noch, die kleine Gerta, mit den blonden Zöpfen— war so'n stilles, sanftnüthiges Wesen und nahm Dich immer in Schutz. Na, was heute ihre Sanftmuth angeht— sie kann ganz tapfer kratzbürsten, wenn sie will.“ Krohne lachte zum ersten Male. „Kannst Dich ja morgen selbst überzeugen, was aus den Dämchen geworden ist.“ „Ich fürchte lästig zu fallen.“ „Larifari! Hab's den Damen nun einmal versprochen, Dich mitzubringen.“ „Auch Deiner Frau Mama?“ „Versteht sich. Sie hat es ausdrücklich gewünscht, und Adele— Franz von Berg⸗ feld ist übrigens auch draußen.“ f „Dein Vetter, der mit uns das Gymnasium besuchte?“ Heußner nickte. „Das heißt, halber Vetter, von Mamas Seite. Lange nicht hier gewesen. War im Osten. Jetzt Assessor bei der Regierung in D. Ganz amüsanter Kerl geworden. Bleibt noch einige Zeit auf Urlaub.“ 0 Krohne erwiderte nichts. Hätte er nur gewußt, weshalb ihm das Herz so viel schneller pochte! Er starrte schweigend auf das Spiel der Andern, ohne sich die Mühe zu geben, es zu verstehen. Aber öfter als zuvor nippte er an seinem Glase. Sein Nachbar machte es ähnlich, er schien sich zu erregen: Thadden hatte die Bowle ge⸗ braut, und der verstand in solchen Dingen keinen Spaß. Auch die Uebrigen wurden allmählich animirter... auch Alfred. Am andern Morgen erwachte er mit dem dumpfen Gefühl, als bohre Jemand ein Loch in seine Hirnschale. Er mußte erst darüber nachdenken, wo er sich befand und was ihm am Abend zuvor passirt war. Sich Letzteres in's Gedächtniß zurückzurufen, gelang ihm nur halb. Die Schmiedeken, die ihm den späten Morgenkaffee in's Wohn⸗ zimmer brachte, schien sehr einsilbig, seine gestrige Extravaganz war ihr doch ein bischen zu arg gewesen. Und der Herr empfand etwas wie Scham vor der Dienerin. Dabei scheute er Rahdebrok. Als er ihn aus dem Brauereigebäude auf das Haus zuschreiten sah, griff er rasch nach seinem Hute und schlenderte durch das Hofthor, mit schlechtem Gewissen wie ein Bube, welcher der Schulstunde ent⸗ rinnt.— Erst zu Mittag kehrte er heim. Rahdebrok redete bald wieder vom Geschäft. „Gleich nach Tisch, wenn's Ihnen recht ist, können wir die Bücher durchgehen, wir haben dann noch den ganzen Nachmittag für die Besichtigung der Brauerei.“ Der junge Erbe antwortete nicht. „Balzer hat ja wohl die Saalfeld'sche Zigarrenfabrik gekauft?“ fragte er dagegen. Der Alte verzog das Gesicht ein wenig. Ihn ärgerte offenbar, daß der Herr seine Worte einfach ignorirte. Zur Strafe ließ er ihn auch ein Weilchen warten, ehe er entgegnete: 5 „Der frühere Buchhalter bei Saalfeld? Freilich! Ein tüchtiger Mann und— reeller als sein Vorgänger. Bei dem ist Alles recht und wahr.“ „Ich traf ihn vorhin oben in den Anlagen.“ 15 Rahdebrok nickte, als müsse er Krohne's Aussage bestätigen. „Ja, ja, war für uns ein guter Tausch, als der statt Saalfeld unser Nachbar wurde!“ „Der letztere ist ja wohl fortgezogen?“ „Nach H. Na, gewissen Leuten ist er immer noch nahe genug. Aber seine Tochter ist fast beständig hier, bei Apotheker Zanders, mit deren Bertha sie ein Herz und eine Seele ist, just wie früher die Väter ihre stillen Geschäftchen machten.“ Die Schmiedeken hatte eben begonnen, klappernd den Tisch ab⸗ zuräumen. 1 „Die Beiden passen ja auch ganz exquisit zusammen,“ mischte ein Gethue, ein Augen⸗ eutenants! Am liebsten der Straße auf und ab draußen in der Laube d, denkt gar nicht mehr die er verkaufte, selber haler brachte. Aus den und nachher Tausende, ien ehrlichen Christen⸗ thige rothe Gold da⸗ sie sich jetzt in's Gespräch. verdrehen und Scherwenzeln 1 möchten sie wohl in Einem for spazieren, natürlich nur, wenn sitzen. Denn der Fratz, das Jet daran, daß sein Vater einmal d drehte und daneben arme Leute ur paar Thalern wurden ja aber da und Saalfeld wurde Fabrikant 1 menschen nicht mehr an, wenn hintersteckte.“ Es war ganz gut, daß Jung Schüsseln zusammen hatte. Sie n Rahdebrok's Lachen begleitete (Fortsetzur einen leidlichen Satz t sehr ereifert haben. vollen Abgang. Lose Blätter. Stephan von Gumpenberg. Der Streit um Deutschlands Kaiserkrone war zwischen Ludwig von Bayern und Friedrich dem Schönen von Oesterreich entbrannt. Von des Habsburgers Partei war Herr Heinrich von Schwankenrist in des Feindes Land gefallen. Bei der freien Reichsstadt Eßlingen stießen die Oesterreicher auf den bayrischen Heerhaufen, die Stephan von Gumpenberg führte. Wild tobte der Kampf. Es trafen aber die beiden Führer im wilden Zweikampf zusammen. Schon blutete der bayrische Ritter aus mancher Wunde, da traf sein Hieb das Roß des Gegners, daß es niedersank, seinen Herrn mit sich reißend. Auf den Niedergeworfenen stürzte nun der Troß, um den sonst Gefürchteten zu tödten; Gumpenberg wehrte ihm aber und erklärte, der Ritter sei nach allen Sitten und Gebräuchen sein Gefangener, und wer ihn und sein Recht kränken wolle, möge sich hüten den Grimm zu reizen. Dabei hob er sein Schwert. Dann befreite er Schwankenrist aus seiner Lage und sagte zu ihm:„Ihr seht die Euren sind zersprengt und auf der Flucht. Gebt mir Euer Schwert als mein Gefangener und be⸗ steigt mein Pferd.“—„Welches Lösegeld bestimmt Ihr?“ fragte Schwankenrist. „Bestimmt es selbst; zuvor Ihr Euch gelöst, ist Euch der Waffen Führung nicht gestattet.“— Heinrich sprengte davon und schon nach Eile Wochen hielt er vor Gumpenbergs Schloß und brachte tausend Mark Silber(45 000 Mark und über das Vierfache dieser Summe nach damaligem Geldwerthe) er hatte seine Güter verpfändet, um diese Summe aufzubringen.„Genügt Euch die Lösung?“ fragte er Gumpenberg. Dieser schüttelte den Kopf. „Nehmt das Silber zurück,“ erwiderte er;„Helden wie Ihr lösen sich durch ihre Freundschaft.“ Bei den Worten umarmte er ihn. W. G. Ein militärisches Original aus der früheren Zeit. Unter die in⸗ teressanten Originale früherer Zeiten gehört auch der Feldmarschall⸗Lieutenant und Gouverneur der Festung Luxemburg, Bruder der Kaiserin Katharina von Rußland, Fürst von Anhalt⸗Zerbst.— Er ging eines Abends durch die Straßen der Festung Luxemburg und begegnete einem kleinen Knaben, welcher bitterlich weinte und dem Fürsten, welcher ihn mit warmer Theil⸗ nahme nach der Ursache seiner Thränen fragte, weinend berichtete, daß er von seinem Vater geschickt worden sei, Tabak zu holen, den dazu bestimmten Kreuzer aber verloren und nun die schrecklichsten Prügel zu erwarten habe.— „Nein, mein Sohn!“ rief der menschenfreundliche Fürst,„Du sollst keine Prügel bekommen, Dir soll geholfen werden!“ Und schnell ließ er aus der nächsten Kaserne zwölf Grenadiere herbeirufen, eilte mit ihnen zu einem Wachszieher, gab jedem eine brennende Fackel in die Hand und durchzog an ihrer Spitze die Straßen der Stadt, den verlorenen Kreuzer zu suchen. Nachdem so bereits einige Stunden verflossen und die Fackeln abgebrannt waren, wandte er sich trostlos zu dem Knaben, drückte sein lebhaftes Bedauern aus, daß der unglückliche Kreuzer, 11 aller angestrengten Bemühungen, nicht zu finden sei, und rieth ihm, mut ig nach Hause zu gehen, den Vater auf irgend eine Art zu versöhnen, und im Falle das Pichl nicht zu erreichen wäre, die Prügel mit Ergebung und Standhaftigkeit zu ertragen.— Daß der Dank des Jungen, der nun noch soviel Zeit verloren, und die einfache Portion Prügel dreifach zu erwarten hatte, nicht sehr lebhaft war, läßt sich denken, man will sogar aus einiger Entfernung ein„Ah le vieux fou“ vernommen haben. Napoleon, welcher sehr den Schlagfluß fürchtete, fragte eines Tages Corvisart, einen Arzt, um eine posttive Ansicht über diese Krankheit.— „Sire,“ antwortete ihm der Arzt,„die Apoplexie ist immer gefährlich, allein sie hat vorläufige Symptome. Es ist selten, daß die Natur zu Boden schlägt, ohne früher zu mahnen. Ein erster Anfall, beinahe immer leicht, ist eine kostenfreie Citation; ein zweiter, stärkerer, eine Citation mit Kosten; ein dritter ist ein Verhaftsbefehl. Er selbst lieferte einen traurigen Beweis von der Wahrheit seiner Behauptung. 0. Lord Byron hatte einen sonderbaren Widerwillen gegen graue Augen. „Ihr seid junge Leute und könnt von dem Nutzen ziehen, was ich sage!“ äußerte er eines Tages, als von Physiognomik die Rede war.„Traut Niemandem recht, der graue Augen hat.“—„Sie haben ja selbst solche?“ entgegnete man.—„O, es wäre für Manchen, der mit mir zu thun hatte, gut gewesen, wenn er diese Regel befolgt hätte,“ war seine Autwort. 8 8 1 sselsptu x . eh 0 die. te leer— dann näch⸗ werden bens ohne der Silben-Räthsel. Aus folgenden Silben: a ar bi chi cooks do doc dom dot e e grip gue ha he kert lamb lan li mi na o pa pel pot rich ro rüc se ta ten the un wa xis ze zeu zop sind 14 Worte* bilden, deren Anfangsbuchstaben, von oben nach unten, und deren Endbuchstaben, von unten nach oben gelesen, ein bekanntes Sprichwort ergeben. Die 14 Worte nennen: 1. Eine mohamedanische Sekte in Arabien. 2. Einen weiblichen Vor⸗ namen. 3. Den Namen eines deutschen Dichters. 4. Einen berühmten riechischen Maler. 5. Ein Apothekergewicht. 6. Den Namen eines ver⸗ e englischen Dichters. 7. Einen unfruchtbaren Landstrich in Arabien. 8. Einen Nebenfluß des Rhein. 9. Bekanntes Ostseebad. 10. Einen König der Ostgothen. 11. Eine ehemalige Provinz des 7 8 1 l 12. Den Namen eines berühmten römischen Patriciers. nselgruppe im australischen Ocean. 14. Einen griechischen Historiker. Dreisilbige Charade. Mein Erstes ist bald rauh, bald glatt, Bald schief, bald hoch, bald eben, Nur, was mein Zweites von mir sagt, Geht ruhig durch dies Leben. Das Ganze hat auf einer Bahn, Den Wand' rer oft erfreuet, Und wo zu fürchten er begann, Die Hoffnung ihm erneuet. Auflösung des Homonym in voriger Nummer: Römer;— des Silben⸗ Rätbsels: Napoleon, St. Helena. 1. Nizza. 2. Athen. 3. Pritzerbe. 4. Oldenzaal. 5. Lippe. 6. Erbach. 7. L Orient. 8. Nimes;— der zweisilbigen Charade: Maulwurf;— des Buchstaben⸗Räthsels: a2 8 g 242* I m me* m a n ieee 7 [⁊ʒK r 2 D Z s ug Problem Nr. 472 von A. Bayers dorfer in München. im Problemturnier des deutschen Schachbundes ehrend erwähnt. Schwarz. 5 1. 2 8 5 8 255 e 7275 2. me Weiß zieht an und setzt mit dem vierten ba. Matt. Partie Nr. 270,— . gespielt im Meisterturnier zu Frankfurt am Main. Weiß: Fritz aus Darmstadt. Schwarz: J. Berger aus Grag. 2—e4 e7—e5 20) 1h12: De7—b2: 8g1—f3 SbS cs 21) Tall Tas-d Lfl—e4 LIS 5 22) a4 a5 Lbé—a7 b2—b4 Le5—b6 b4—bß5s) KeS—-fs8 ³³- 42—a4 a7—a6 boa: bas: 1 02—03 d7-— dg Teles Dh2—bs d2— dg 8g8—16 Dd2—c36) Td8 dé: Sbl—ag S8c6—e7 Lb- db.) 8a3—62 7c) Kel—e2 Tdé—d5: LeI—g5 Se7—g6 Je6 eb: Dbl—bör Sfa—h4 d6—-d Ke2— el 7e: 1 e4—- di: 6- dö: Se3—d5: 6—dö: g Le4—b3 Le8-g42) Des—hg Dbö est Ddl-d2s) Lg4—e6 Ke f 8 1 da- dd?!) Dds-o! Des—b5r Lg5—f6E: 6: g Dbö—e! 85486. 7—g6: Ded dd.) Sc2—e3 e- da: Weiß giebt die Partie auf. (3 da: ThS—h2: a 1) Les und Abtausch des Läufers war wohl vorzuziehen.* 2) Schwarz bezweckt hiermit die Ablenkung der Dame von 13. 8) Den Läufer zu nel— 19 ging nicht an wegen der Erw(Der) ärter als 17.— 5—) Lds: Lfzr 16) Kea ꝛc. das Spiel hätte ausg! konnen] 15) Lfs: Desr* 7 4) Ein schwacher Zug, den 1 sofort 1 ausnutzt; am beslen war wohl die 10 10 00 Nimmt Schwarz den Bauern, so kommt der Gegner durch be wieder zum Angri 6) In Betracht kam 26) Tas: Dbzl 27) bag bei der Forisetzung Ldd: 28 Tes: (nimmt Schwarz statt dessen den— 1 b o wäre nach 29) Ddt: Us: die Partie durch währende Schach remis zu balten] 29) Ke2 fes 30) Scl nebst 31) Sdt: kommt Schwarz 245 in 900— dagegen dürfte nach 27).. Kg 7I 28) Lb! der Zug Lad: zu Gunsten von 1 71 en 1 7) Weit besser als Lda: worauf Weiß mit 27) Dda: Dbg: 28) Tes: das Remis er- zwun 2 Hen Naas opfer ist zwar incorrect, doch war das Spiel auch so— nicht zu K 90 Der Bauer 12 wird nun auf alle Fälle genommen und der* in den Zügen erzwungen. 1 Aus der Schachwelt. Das Stiftungsfest des Kölner Schachklubs hatte sich einer recht zahlreichen Bethelligu⸗ von nah und fern zu erfreuen, waren doch unter den anwesenden Gästen der— der Rückreise nach England— Meister, Herr Dr. Zukertort, und der Generalsekretär des deu Schachbundes, Herr Zwanzig aus Leipzig Im Hauptturnier, an em sechzehn S f acht Auswärtige und acht Kölner theilnahmen, fielen die Preise an die Herren A. eller auf 4 Elberfeld, W. Kirdorf aus Krefeld. F.. 22 E. Tiefenthal aus Lag Aar. Im zweiten Turnler siegten die Herren J. Seidenberg aus Köln und Hanko aus Elberfeld. Nach Schluß der Turniere hielt ein Simultanspiel des Herrn D7. Zukertort gegen ele t Gegner die I a mer noch einige Stunden in angenehmer—— Das R für den Messter ein sehr rühmliches, indem er fünfzehn egen 11 seiner add— machte und nur gegen zwei, die Herren W. Aiedorf 55 5s Müller auß eld verlor. N CCC allon 32. 7 sramm, m un o u. e resse vor uß diefes— — Schachass Sai A la Régence. 1 Saint He 161. 9 15 d glieder der ssociation haben einen Beitrag von 5 Franken zu entrichten. 15 K relhe 3 gesetzt: 1) Ein Ehrendiplom und R 20 40— 8). een im Werthe von 20 S. Rosent al in Paris hat die Leihung einer neuen en Schachspalte in der e Übernommen. Mit der. der—— Legeprese, 25 bisher dem Schachspiel gegenüber sich ablehnend verhielt. wird, wie die Strategie“ 3 gebrochen, indem eines— angesehenen Tages blätter dem— 5 Spiele in Zufunst einen größeren Raum in seinen Spalten widmen wird. Druck und Verlag der„Volks- Zeitung Akt. Oes. in Berlin, Lützowstr. 105— Verantwortlicher Redakteur: R. Elcho in Berlin, Lützowstr. 105.