geder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. SBeilage zu den Oberhessischen Uachrichten. Nr. 46. Gießen, den 13. November. Eine gute Vartie. Roman von L. Haidheim. (Fortsetzung.) „Nun, mein junger Herr, kann man gratuliren?“ empfing Tante Lätitia ihren Neffen, als er hernach bei ihr eintrat. Sie war in bester Laune. Die Maipeter hatte gestern erfolg- los nach zweistündigem Warten ihren Wachtposten vor dem Ohlau⸗ schen Hause aufgegeben und beim Nachhausefahren Onno aus dem Isenreutschen Palais kommen sehn. Keinenfalls hatte er sich mit Henriette verlobt— das war eine Herzenserleichterung für das alte Fräulein, welches ihn jetzt um keinen Preis an eine jugendliche Braut verlieren wollte. Ihn ihre Sinnesänderung aber merken zu lassen, hätte sie sehr thöricht gefunden. Onno Hooglander hatte diesen Empfang vorausgesehen. „Ja, gnädige Tante, gratulire immerhin;— es ist ein außer⸗ ordentlich befriedigendes Gefühl, eine Dummheit vermieden zu haben,“ sagte er lachend. „Und welcher Engel stellte sich zwischen Dich und diese soge⸗ nannte Dummheit?“ fragte sie höhnisch. „Helo!“ „Der naseweise Backfisch!“ warf Tante Lätitia ihrem Neffen über die Achsel hin.„Die Maipeter hat Dich aus Bolko's Hause kommen sehn und ich dachte gleich, daß Du natürlich erst mit Maria Rath gepflogen habest.— Die macht aus dem Mädchen auch Wunder was. Na, einerlei! Es handelt sich heute um Wichtigeres, mein Söhnchen, als um Paula's Töchter.— Lies dies Billet, seit zehn Uhr sitze ich hier und erwarte Dich!“ Sie gab mit sehr zufriedenen Mienen ihrem Neffen einen Briefbogen von dickstem englischem Papier mit eigenthümlich großer Schrift bedeckt. Onno las es und Ueberraschung malte sich in seinen Mienen. „Eine eigenthümliche Manier, Tante Lätitia, bei Dir, statt bei Maria selbst zu werben; denn natürlich ist dies eine verdeckte Bitte um Deine Intervention und Vermittelung!“ „So eigenthümlich wie Dir scheint mir nun gerade diese Manier nicht! Wenn Maria nicht solch ein überspannter Kopf wäre, so könnte er freilich den geraden Weg gehen, aber er fühlt sehr richtig, daß man in diesem hübschen Kopfe erst all den romantischen Krimskram aufräumen muß.“ „Und die Zeit, sie durch seinen Werth zu überzeugen und zu gewinnen, nimmt sich der Herr Baron nicht? Mir scheint, Niemand hätte besser Zeit dazu wie er.“ a „Er ist gestern, wie Du siehst, mit ihr zusammengewesen,“ fing Fräulein Lätitia an, diesen interessanten Gegenstand von einer andern Seite zu beleuchten. „Ja wohl!— Ob er Lornow fürchtet?“ erwiderte ihr Neffe. „Lornow?“ fuhr sie aus ihrem Behagen auf,„kommst Du mir auch mit dieser Narrheit! Lornow kann nicht daran denken, sie zu heirathen.“ „Das ist möglich, aber sollte das Beide verhindern, sich zu lieben?“ N „Liebe! Liebe! Sei kein Narr! Ein Mann ohne Vermögen hat die Pflicht, sich vor einer solchen Thorheit zu hüten! Die Pflicht gegen sich selbst, wie gegen das Mädchen. Herr Gott, wenn ich nur denke—! Ich könnte toll werden vor Aerger.— Deine Schwester wurde hierher gebracht, um eine gute Parthie zu machen—“ „Tante,— hörst Du— fühlst Du denn nicht selbst, daß eine Brutalität in diesem Gedanken liegt, wie Du ihn aussprichst?“ „Larifari! Haben wir diesen Gedanken nicht alle gehabt? Haben wir ihn nicht in anderer Form auch ausgesprochen? Nun, jetzt bietet sich eine ganz unerhörte, unerwartete Chance“— und damit war sie von ihrem Thron herab und lief in der Stube auf und nieder. „Chance!“ wiederholte in zornigem Vorwurf Onno von Hoog- lander. „Was fällt Dir eigentlich heute ein, mein Junge?“ höhnte sie, vor ihm stillstehend.„Ich meine doch, Du warest es selbst, der nichts sehnlicher hoffte und wünschte als eine gute Versorgung für Maria! Ich verlange Deine Hülfe bei dem Mädchen— kann also Deine heutige sentimentale Stimmung so wenig brauchen, wie ich sie begreife nach unserer gestrigen Unterredung. „Eben die ist es, welche mich zwang, eine derartige Heirath einmal fest ins Auge zu fassen und mir die Vorbedingungen wie die Folgen klar zu machen,“ sagte er energisch. „Thu was Du willst, das heißt, moralisire und philosophire nach Herzensgelüsten, aber stimme mir zu: diese Heirath ist ein großes Glück für Maria!“ „Wenn sie Totzenbach liebt!— Ich würde mir in der That keine bessere Parthie für sie wünschen können.“ „Die alberne Person, diese Lautenberg, machte mir auch schon Redensarten über Lornow und das Mädchen. Ich leuchtete ihr tüchtig heim, jetzt fängst Du auch an?— Geh' und hole mir Maria!“ „Damit Du ihr Deine Lebensphilosophie predigen kannst? Das geschieht nicht! Maria soll nicht wissen, daß Du mit einem Cynismus über das Beste und Höchste im Leben denkst, der sie Dir sofort und auf immer entfremden würde.“ Das streitsüchtige alte Fräulein stand plötzlich vor dem jungen Offizier still und sah ihm finster und forschend ins Gesicht. Dann sagte sie langsam:„Du bist ja heute sonderbar klug und klar über das Beste und Höchste im Leben, mein Jüngelchen?“ D 5 57 7 362 Er konnte nicht verhindern, daß er erröthete. Ihr entging dies nicht; es trat ein sichtbarer Schrecken in ihre kalten wasser⸗ hellen Augen. „Ganz recht, Tante Lätitia, ich bin es!“ entgegnete er entschlossen. Das unruhige Forschen in ihren Augen blieb. „Willst Du also selbst mit Maria sprechen?“ „Wenn Du es wünschest. Erwarte von mir aber keine Be⸗ einflussung.“ „Was willst Du ihr zum Beispiel sagen?“ Er nahm den Brief des Barons und zeigte darauf. „Ich werde sie fragen, ob sie im Stande ist, dem freies Herz in freiwilligem Entschluß zu geben!“ „Nun, fange es immerhin an, wie Du willst; Du bist trotz Deiner Theorien doch eine zu praktische Natur, um nicht hier das Richtige zu sehen.“ „Ob ich es sehe, Tante, um Maria.“ „Natürlich, da sie Dich aber sehr hochstellt, so acceptire ich Deinen Rath, mit meiner Weisheit in der Reserve zu bleiben. Gehe immer hin und bringe mir gute Nachricht. Maria braucht nicht einmal eine Ausstattung, wenn sie Totzenbach nimmt,“ rief sie ihm noch nach. Da fiel Onno das Gespräch mit dem alten Mentink ein. Er kam zurück und erzählte Lätitia den Inhalt desselben. „Natürlich hat Dein Vater das Dokument irgendwie verzettelt, darüber ist Niemand in Zweifel gewesen; aber daß man es noch fände.— Pah!“ „Tante, es handelt sich um ein Rittergut— wenn ich mir das sage und die Ueberzeugtheit des alten Mannes bedenke—! Man müßte vom Papa ganz genau erfragen, wo er jene Tage in Berlin zugebracht? Ich denke auch schon an eine Reise dahin— man wird mir vielleicht nicht verweigern, daß ich die Akten im Archiv durchsuche.“ „Reise nach Berlin! Larifari! Der alte Mann spekulirt auf Deine Leichtgläubigkeit. Sage ihm nur, Du hättest kein Geld und er wird Dich weiter nicht behelligen.“ „Du irrst Dich, Tante, der alte Mann bot mir sogar sein Geld an, sein ganzes Vermögen“, sagte Onno, und wie immer kam ihm ein Frösteln an über ihre innerliche Verödung. Sie glaubte nur an das Schlimme in ihren Mitmenschen. Sie sah ihn erstaunt an, dann sagte sie achselzuckend: Nun, so kannst Du ihm ja erlauben—1* „Das denkst Du hoffentlich nicht von mir,“ rief er und er⸗ widerte das Achselzucken, indem er sie mit seinen großen strengen Augen fest anblickte. Sie lachte.„Beunruhige Dich nicht, mein Söhnchen, ich weiß, was ich an Dir habe. Du brauchst Dich nicht mit solchen Dummheiten aufzuregen— denn Du wirst dereinst mein Erbe, Du weißt es!“ Er küßte ihre Hand, aber von Neuem schwer aufs Herz, Helo willigen würde.—„Aber sei es darum, nicht,“ sagte er sich im Fortgehen. Nun konnte er Helo sehen. Alle seine Bedenken hielten vor der glücklichen Aussicht nicht Stand; er hatte sich nie so leicht und froh gefühlt und es war ihm daher eine bittere Enttäuschung, als der Portier ihm sagte, soeben sei die Frau Gräfin mit Comtesse Helo spazieren gefahren. Warum mit Helo? Wo war denn Elma? Er stieg ver⸗ stimmt die Treppe hinan; die Kammerfungfer begegnete ihm und berichtete auf seine Frage, Comtesse Elma übe mit dem Ballet⸗ meister die Kostümquadrille für den Polterabend der jungen russischen Prinzeß.— Die arme junge Komteß hatte immer so viel zu thun! Die Frau Gräfin sorgten sich ordentlich, daß es Komtesse schaden konne. 0 Wo seine Schwester sei? fragte er. Frau Wachsmann wußte es nicht, aber horch— da spielte sie ja wohl im Salon. Es wurmte ihn immer von Neuem, Schwester hier galt. Dann horchte er mit Erstaunen; es war etwas wie ein Choral, der vom Salon her ihm entgegenklang, oder ein Psalm oder der- gleichen, er wußte es nicht recht. Baron ein ist nicht von Belang, es handelt sich fast mit Widerstreben und ihm fiel daß sie nie in seine Verlobung mit ich verkaufe mich ihr wie wenig seine verwöhnte Q Als er die Thür leise öffnete, sah er Maria müde und in sich zusammengesunken am Flügel sitzen; sie spielte gedankenvoll die ernste Melodie und war wieder so blaß, wie in den ersten Wochen ihres Hierseins. 0 Verstimmt, wie er über Helo's Abwesenheit war, nahm er mit unbewußtem Egoismus nicht viel Notiz von all diesen Wahr- nehmungen. Sie fielen ihm erst später wieder ein. 0 0 „Hänge Deinen Mantel um, Maria, Du mußt hinaus, ein Spaziergang wird Dir wohl thun. Warum hast Du Tante Paula und Helo nicht begleitet?“ sagte er, während sie hastig und wie erleichtert aufstand. „Ich habe keine Aufforderung erhalten; sind sie ausgegangen?“ war ihre Antwort. Er ärgerte sich von Neuem. „Nun, bei dieser allgemeinen Vernachlässigung konnte es ihr nicht schwer werden, das Anerbieten eines eignen Heims anzunehmen,“ dachte er. Maria erzählte ihm, Helo sei mit der Tante wahrscheinlich in den Konfektionsläden, wo sie für die Wintergesellschaften ausgestattet werden solle, denn Gräfin Paula habe sich plötzlich entschlossen, ihre Jüngste diesen Winter nun doch schon auftreten zu lassen. 8 „Damit Maria um so weniger Gelegenheit hat, Elma Konkurrenz zu machen.— Mit drei jungen Mädchen wird Gräfin Paula nicht ausgehen, folglich ist es an Maria, zu Haus zu bleiben,“ sagte Onno sich und zugleich, daß jetzt Helo in derselben Weise ihr Leben mit nichts vertrödeln sollte wie Elma. Er war wüthend, doch durfte er etwas sagen, außer gegen Maria? Und diese seufzte nur leise und in ihren Augen lag ein Ernst, der ganz anders blickte als das Heimweh und die Melancholie der ersten Wochen. Als sie draußen auf einsamen Wegen gingen— das Wetter war milder geworden— nahm er ihren Arm, erzählte ihr von Totzenbachs Briefe und wie es ihn erstaune, daß der sonst so selbst⸗ gewisse Mann die Tante Lätitia gebeten habe, Maria zu sondiren und für ihn zu sprechen. Maria zeigte sich dagegen nicht im Mindesten überrascht oder erschreckt, sie rief nur mit einem tiefen Erröthen und hoͤrbarem Bangen: „Jetzt schon? Er ist sehr schnell.“ „So erwartetest Du seinen Antrag über kurz oder lang?“ fragte ihr Bruder. 5 „Noch nicht,“ sagte sie leise. „Aber von seiner Liebe wußtest Du?“ „Seit gestern Abend. Ich konnte darüber nicht im Zweifel bleiben.“ „und was sagt Dein Herz, Maria?“ Sie fuhr ein wenig zusammen und sah verstört vor sich hin. „Sprich, Maria— oder besser, prüfe Dich, was Du für den b Baron empfindest.“ „Laß uns nicht viel darüber sprechen, Onno, ich kann es nicht Ich glaube, er ist ein guter, ehrenwerther Mann.“ „Sehr heftig. Die Totzenbachs haben nach der Richtung hin einen schlimmen Ruf, Maria; ich muß Dir das sagen.“ „So? Nun, Heftigkeit ist der schlimmste Fehler nicht, mir floͤßt er keine Furcht ein. Papa ist nie zornig, nie in Leidenschaft; ich habe oft ungeduldig gewünscht, ihn einmal sich aufregen zu sehn.“ „Nun, Du mußt wissen, Kleine, was Du willst. Ich glaube, Du bist gar schon entschlossen, den Antrag anzunehmen?“ „Das bin ich, Onno. Ich habe die Nacht über nicht eine Sekunde geschlafen und mir Alles bedacht. Der Baron will Ehr⸗ stein kaufen; er thut es nur mir zu Liebe, glaube ich; wenigstens klang es so aus seinen Reden. Später, als wir bei Frau von Lauten⸗ berg Thee tranken, sagte er auch allerlei, woraus ich entnehmen konnte, daß er unsere Verhältnisse kennt und gut gegen Mama und Papa sein will.— Dann brauchen wir Tante Paula's Gnaden nicht mehr.“ „So ist es dieser Grund, der Dich bestimmt?“ fragte er, er⸗ schrocken von der Erregung, in welcher sie das Letzte sagte. „Nur zum Theil, Onno.“ f „Aber ich darf Deine andern Gründe wissen? Du liebst also den Baron? Glaubst wenigstens, ihn lieben zu können?“ f „Frage nicht weiter, Onno. Ich bin entschlossen, und— Du weißt— ich werde stets meine Pflicht thun.“ gut. „Die treue Pflichterfüllung ohne die Liebe ist eine traurige Gegengabe für ein ganzes Herz, Maria.“ 1 5—n— Ses———— 2363= N 2 „Ich———1“ Sie stockte und war sehr aufgeregt, obwohl sie jedes Anzeichen davon zu unterdrücken suchte. Eine Weile gingen sie schweigend neben einander her. Onno von Hooglander fühlte mit großer Pein, daß Maria entschlossen war, das Opfer zu bringen, welches er gestern in der letzten Minute noch von sich gewiesen. „Sie kann es, denn sie liebt nicht,“ dachte er, sich selbst damit beruhigend. Dennoch trieb es ihn, Gewißheit zu haben. Sie sollte ch nicht stärker dünken als er; sie war es nicht und der Irrthum über sich selbst kostete sie vielleicht ihr ganzes Lebensglück. „Man hat der Tante Lätitia erzählt, Du liebtest Lornow— er Dich,“ sagte er bestimmt. Sie wandte das Gesicht ab nach der andern Seite und ant— wortete nicht. „Maria— wenn es wäre?“ „Eine arme Frau würde Lornow's Karriere unmöglich machen, sich wie ein Bleigewicht an ihn hängen.“ Jedes Wort von ihr traf ihn wie ein Vorwurf, obwohl sein und Helo's Fall ganz anders lag.“ „Du mußt wissen, was Du thust.— Natürlich würde eine Liebesheirath für Lornow's Aussichten eine Thorheit sein, aber— „Sprechen wir nicht mehr davon, Onno! Selbst wenn ich ihn mehr liebte, als Alles auf der Welt, die Rolle des Bleigewichts nähme ich nie auf mich.“ „Du machst mir meine Mission unerwartet leicht, Maria, und doch kann ich nicht glauben, daß Du von Totzenbachs Reichthum bestochen wärest?“ i „Nein, nein; das ist es nicht, gewiß nicht!“ „Aber was kann es denn sein?“ fragte er sich im Stillen. Sollte es der romantische Opfermuth junger Mädchen sein, der sie bestimmte? f „Maria, es ist leichter, auf einmal für seine Lieben sterben, als für sie unter beständigem Entbehren und Verzichten auf das wahre Herzensglück zu leben,“ warnte er abermals. „Bei einem Opfer soll man nicht rechnen. Gieb Dich zufrieden mit meinem Entschluß, Onno. Du kannst ja nicht wissen, ob nicht für mich auch ein Heil in diesem Antrage liegt.“ Je länger sie redeten, um so entschlossener und fester klangen Maria's Antworten; in ihren Augen lag freilich etwas Fremdes, Hartes, was er nie bis jetzt darin gesehen, aber sonst verrieth nichts mehr in ihrem Wesen eine besondere Aufgeregtheit. Onnsd erschien der Entschluß seiner Schwester nun doch erwünscht, daß er nicht weiter grübeln mochte. Sie gingen zuletzt schweigend neben einander, Beide in tiefe Gedanken verloren. So jung sie waren, so kannten sie genug vom Leben, um sich nicht Rechenschaft zu geben über die Tragweite ihrer Entschlüsse. In die Stadt zurückgekehrt, begegnete ihnen an einer Straßen⸗ ecke Lornow. Onno erschrak und beobachtete dann aufmerksam. Der Legationsassessor sowohl wie Maria wurde roth. Er machte ihr eine tiefe, ehrfurchtsvolle Verbeugung und wäre vorübergegangen, wenn nicht Onno ihn in halber Verlegenheit und halb gegen seinen eignen Willen angeredet hätte. „Wo kommen Sie denn her, lieber Lornow?“ fragte er, ehe er selbst wußte, was er that. „Ich komme von Totzenbach und bin eben im Begriff, ihm Urlaub auszuwirken, den er gar nicht erst erwartet hat. Seine Mutter liegt im Sterben, er ist schon abgereist.“ „Seine Mutter?“ Die Geschwister riefen es in gleichem Ton und sprachen ihre Theilnahme dann lebhaft aus.— Wie sehr diese Nachricht Beide berührte, schien Lornow ahnend zu fühlen. „Ich stehe dem Baron sonst nicht eben nahe,“ sagte er schroffer als er sonst jemals sprach,„wir gingen zufällig mit einander, als sein Diener ihm mit dem Telegraphenboten nachkam. Ich habe ihm natürlich dann geholfen so gut ich konnte, daß er fort kam. Wie würde es ihn getröstet haben, Baronesse, zu wissen, welchen Antheil Sie an ihm nehmen,“ setzte er dann leiser und in eifer⸗ süchtigem Groll hinzu. Sie kam ihm heute so eigenthümlich ver⸗ ändert vor und es war ihm nicht entgangen, daß sie blaß geworden. Sie schwieg und blickte vor sich hin; daß irgend etwas sie heftig erregte, sah er ihr an, denn seine Augen verließen ihr Gesicht kaum und ihm gegenüber hielt ihre Selbstbeherrschung doch nicht ganz Stand. Er war mit den Geschwistern umgekehrt, wie er das schon öfter gethan. Onno redete von gleichgültigen Dingen und offenbar nur, um zu sprechen; seine Schwester blieb stumm. Lornow fühlte bald mit geheimem Aerger, daß Beide gegen ihn verändert waren und daß er überflüssig sei. Eben traten sie in die Gartenstraße, an welcher Fräulein von Goostädt's Haus lag, da sahen sie Totzenbach's Diener von einer andern Seite kommen, ein großes Bouquet, sorg⸗ sam mit Seidenpapier verhüllt, in der Hand. Es konnte nicht zweifelhaft sein, daß er dem Hause der alten Dame zustrebte. Ein glühendes Roth übergoß Maria's Gesicht. Sie wußte so⸗ fort, daß dies Bouquet für sie bestimmt sei, sicherlich bestellt, ehe jenes Telegramm anlangte. War sie erschrocken, weil Lornow Zeuge dieser an und für sich wenig bedeutenden und heute ihr so gewichtig scheinenden Huldigung Totzenbachs wurde? Er sah sie fest an und ihm entging nicht ihr scheuer, aus— weichender Blick. Ein eisiger Schrecken durchfuhr ihn; er hatte nie im Ernst an eine Heirath mit ihr, aber auch nie an den Sieg Totzenbachs gedacht. Er hatte sich Maria's so sicher gefühlt, welcher Thor war er gewesen! Eine halbe Minute genügte, Lornow dies Alles sehen und denken zu lassen, aber auch ebenso Maria in einen wahren Wirbel von sich kreuzenden Gedanken zu stürzen, von denen einer immer noch schrecklicher war als der andere. Und nun stand er plötzlich still, um sich zu empfehlen. Onno beobachtete, ohne sich den Anschein zu geben, genau und sah, nicht ohne Mitleid, daß Lornow tiefer getroffen wurde, als er zugeben wollte. Dennoch schien es ihm das Beste, hier sofort, auch wenn er Lornow noch mehr verwundete, demselben Wahrheit zu geben. So sagte er also:„Ich glaube, Maria, jene Blumen gehen an Deine Adresse; auch hat der Mann einen Brief in der Hand.“ „Da will ich also nicht stören,“ empfahl sich Lornow. Er nahm sich nicht die Zeit mehr, auf Maria's Mienen zu achten; mit festen, eiligen Schritten schritt er der Stadt wieder zu. Sein stolzer, trotziger Blick hatte Maria einen Moment zu Boden geschmettert, im nächsten Augenblick schrie ihr Herz:„Warum läßt er sich am Schein genügen? Warum schweigt er, wenn er mich liebt? Aber sicher, ich würde ja seinen freien Flug hemmen, er ist klug und bedenkt das.“ Und— so widerspruchsvoll war dies Herz — auch ihr Trotz wurde wach; sie zürnte ihm, daß er nicht einen Blick für sie, nicht eine Frage, eine wenn auch unwillkürliche Bitte in seinen Augen gehabt. Ohne Weiteres nahm er sein Schicksal hin, es schien mehr seine Eitelkeit zu kränken, als sein Herz zu verwunden; ach, sie sah es jetzt, er hatte nie ernstlich an sie gedacht. Gefolgt von Totzenbachs Diener, der sich in respektvoller Ent⸗ fernung hinter ihnen gehalten hatte, traten sie in das Haus. Dort nahm Onno demselben das Bouquet ab; es war in der That an Maria und ebenso der Brief, der indeß nur die flüchtig auf eine Karte geworfenen Worte enthielt: „In dem Augenblick, da ich an das Sterbebett meiner theuren Mutter eile, darf ich Sie, gnädige Baronesse, nur demüthig bitten, meiner gütig und mit Theilnahme zu gedenken.“ Das Bouquet trug auf dem Sammet der dunkelsten Anemonen in den schönsten Rosen Maria's Monogramm und als äußerer Rand schlang sich um dasselbe zierlichstes Farrenkraut; die Totzen⸗ bachs trugen es im Wappen. Daß Totzenbach das Bouquet für Maria in Lätitia's Haus sandte, war ein neues vielsagendes Zeichen; Onno, wie sie, ver⸗ standen es gut genug. Ersterer fragte den Diener noch Einiges über seines Herrn plötzliche Abreise;— der Mann wußte wenig, er hatte nur Befehl, mit den Koffern heute Abend nachzukommen. Schweigend war Maria die Treppe hinangestiegen; die Blumen in ihrer Hand schienen ihr centnerschwer, noch schwerer ihr Herz und doch war sie fest entschlossen, Totzenbach's Werbung anzu⸗ nehmen. Lätitia von Goostädt blickte ihr mit einer förmlichen Bangig⸗ keit entgegen. „Was sollen die Blumen?“ rief sie Maria schon an der Thür zu, in der Angst, daß dieselben von Lornow kämen. „Baron Totzenbach schickt sie mir!“ sagte diese leise. In⸗ zwischen trat aber schon Onno hinter ihr ein und sagte mit einer Hast, als wolle er jede Möglichkeit einer Abänderung von Maria's Entschlüssen verhindern: „Maria nimmt Totzenbach s Werbung an, Tante Lätitia, in⸗ zwischen ist er aber zu seiner sterbenden Mutter gerufen.“ 2364. Lätitia überhörte die letztere Nachricht in ihrer Freude ganz und umarmte Maria mit Feuer, was diese gleichgültig geschehen ließ. Ihr war so wunderbar dumpf zu Muthe. Glücklicherweise lag es nicht in dem Wesen der alten Dame, weitere Reden an diese ihr so erwünschte Wendung der Dinge zu knüpfen. f In der Dämmerung kam die Baronin Lautenberg zu einem Plauderstündchen. Kaum saß sie mit ihrer alten Freundin bequem vor dem Ofen, dessen Gluth durch eine große Gitterthür das ganze Zimmer mit spielendem Gelblicht erfüllte und dessen Ungemüthlich⸗ keit verhüllte, als sie leise begann: „So ist also alles mit Totzenbach aus, liebe Lätitia, Sie glauben nicht, wie mir das leid thut.“ „Wieso?“ fragte die alte Jungfer, die mit unendlichem Ver⸗ gnügen sah, daß sie heute mal wieder Katze und Maus mit der „lieben“ Lautenberg spielen konnte. In dem langjährigen Freund- schaftsbündniß war die Rolle der Katze zu oft auf den Antheil der Letzteren gefallen, als daß Lätitia sich nicht bei jeder Gelegenheit mit Wonne gerächt hätte. „Ich versichere Sie, Beste,“ entschuldigte die Lautenberg sich, „daß ich noch gestern mein Möglichstes in Ihrem und Maria's Interesse gethan habe.— Paula bat mich, Maria für den Abend mit in das Theater zu nehmen—“ „Damit sie für Elma freies Terrain hatte; kann es mir denken. Uebrigens standen Sie sich nicht schlecht dabei, meine Liebe, denn ich weiß, Sie sind nicht eifersüchtig auf jugendliche Schönheit, Maria ist wie der Magnet, der seine Kraft durch Berührung mit⸗ theilt.“ „Ganz richtig! Es ist keine schlechte Politik, sich im Verblühen mit reizenden Mädchen zu umgeben. Ich betrachtete also mein Loos auch durchaus nicht als ein Opfer; im Gegentheil, ich wollte gern allen Parteien dienen; Lornow nahm ich selbst in Anspruch, Totzenbach hatte so Maria für sich und obendrein machte ich ganz scherzend dem Mädchen Lornow's Stellung klar, kurz, ich denke alles ist in Ordnung, da begegnet mir Paula heute früh und flüstert mir aus ihrem Wagen in den meinigen: Lätitia hat eine Niete gezogen, unter dem Vorwand einer Erkrankung seiner Mutter ist der liebe Baron plötzlich abgereist— wie leid thut mir die arme Tante Lätitia!“ „Und ich versichere Sie, Liebe, Paula that es aufrichtig leid.“ „Paula? Sie würde mir den Genuß, den sie selbst an ihrer Elma schon mehrfach erlebte, sicherlich von Herzen gönnen, das wissen Sie so gut wie ich, mein Herzenskind“, sagte Fräulein von Goostädt,„sehr erfreut zu wissen, wie Gräfin Paula gesprochen und doch immer über denselben Klatsch geärgert, den sie liebte.“ „Paula ist wirklich sehr betrübt, sie hätte Maria gern so glänzend versorgt gewußt!“ „Nun, mein Herzchen, so erzählen Sie der lieben Paula, daß Maria und Totzenbach so gut wie verlobt sind!“ sagte mit unaus— sprechlichem Lächeln Lätitia. Das prasselnde Feuer im Ofen warf einen röͤthlichen hellen Schein auf die beiden alten Gesichter, die sich Auge in Auge, die Sessel dicht neben einander gerückt, ansahen. f Schön war das Bild nicht gerade, aber außerordentlich charak- teristisch, und da Läͤtitia die Siegerin war, so lachte sie triumphirend hell auf und rief:„Ich wollte, daß ich Sie so photographiren lassen könnte, liebste Lautenberg.“ 1 1 80 ignorirte den Hohn vollständig, so sehr war sie ver⸗ üfft.— „So gut wie verlobt?“— echote sie nur. „Unter uns, ja! Der Baron hat sich mit seinem Antrage an mich gewendet, Maria ihn acceptirt und wenn sie sehen wollen, was Sie so schwer glauben, so gehen Sie in das Cabinet, dort steht sein Bouquet und— doch kommen Sie!“ Fräulein Lätitia klingelte nach der Lampe und zeigte der Baronin Maria's Blumen. Dann fragte sie den Diener, ob er den Postschein für den eingeschriebenen Brief an Fräulein Mai- peter abgeliefert habe. Der Mensch besahte und Lätitia flüsterte:„Mein Brief mit Maria's Zusage an Totzenbach.“ Die alte Lautenberg war im Grunde zu interessirt für gute Parthieen, um sich noch länger zu ärgern uber ihre alberne Rolle von vorhin. Außerdem hielt sie es stets mit dem Sieger. Die beiden alten Damen saßen nach lange zusammen, besprachen ausführlich die Totzenbachschen glänzenden Verhältnisse, ihre Ver⸗ wandtschaften u. s. w. und aufrichtige Anerkennung wurde Lätitia von der Baronin für ihre mütterliche Fürsorge zu Theil. Sie hatten sich vollständig des Weiteren über alles ausgesprochen, was für das Wohl des jungen Paares dienlich schien und Lätitia das Versprechen von ihrer„Jugendfreundin“ erhalten, tiefstes Ge heimniß zu bewahren, denn natürlich hatte sie vorhin nur im Aerger die Worte:„Sagen Sie Gräfin Paula—“ hervorge- stoßen. Nein, nein, kein Laut— kein Hauch sollte das interessante Geheimniß verrathen! So schieden sie, nachdem sie sich geküßt und Lätitia sagte sich, sobald sie allein war: Wie diese Paula sich ärgern wird! Aber um so besser, Maria kann nicht wieder zurück, selbst wenn ihr die Lust dazu käme. (Fortsetzung folgt.) Noch nicht verloren. Novelle von Hermann Birkenfeld. (Fortsetzung.) Eigentlich hatte Krohne nur den letzten Satz begriffen. Dieser jedoch ließ ihn vor Schreck, nein, vor Entsetzen still stehen. „Waldemar ist—“ „Ausgekniffen,“ sagte Gerta. g „O Gott! Und Adele—— die Landräthin—“ „Sollten froh sein, einen Lumpen weniger in ihrer Familie zu haben.“ „Sie sind—“ „Scharf bin ich, wie sich's in diesem Falle gehört— und wie man mich peu à peu geschliffen hat. Halten Sie denn für er⸗ forderlich, daß eine Schwester um den Bruder trauert, der— seine 8 Mutter einfach bestiehlt, um sie in ihrem Elend herzlos sitzen zu sich förmlich.„Heute ist Saalfelds Wechsel protestirt worden. das heißt der, welchen Tante Mathilde einzulösen hatte, für die Deckung seiner eigenen scheint der saubere Herr gesorgt zu haben— morgen wird der alte Ringwitz die Wechselklage erheben und zugleich die niedliche Saalfeldsche Hypothek von zwanzigtausend Thalern, welche auf Schönholz haftet, kündigen. lassen? Wenn ich einen solchen Bruder hätte—,“ Gerta w, 05 Vetter Bergfeld hat unter solchen Umständen für gut befunden, alle seine schönen Pläne gegen ein Eisenbahnbillet nach D. einzutauschen und abzudampfen; sein 1 Urlaub war ja auch fast zu Ende, und Adele——“ Sie stockte. Es schien, als“ „Adele weiß sich natürlich gar nicht zu fassen.“ habe Gerta etwas Anderes sagen wollen, wenigstens hätte ihr Be. gleiter, selbst im blassen Schein des Mondes, der eben zum ersten Male die Nebel strahlend durchbrach, sehen können, wie ihre Wangen 1 sich lebhafter färbten. Er schaute jedoch nicht seitwärts. „Bitte, kommen Sie schnell.“ Diesen Abend mußte Rahdebrok noch ziemlich lange mit seinem Herrn und dessen Begleiterin zusammensitzen und rechnen. Auch Balzer hatte man noch hercititt. Fünftausend Thaler waren zu beschaffen, aber von wem? Alfred wollte sie durchaus auf sich nehmen und hätte es ja wohl auch richtig gethan, wenn nicht Fräulein Gerta so energisch mit dem kleinen Fuß aufgestampft hätte. „Wozu habe ich denn nur mein Geld? Glauben Sie etwa, es wäre ein so Leichtes für Tante Mathilde, mir nichts, Dir nichts von einem Fremden ihre Schulden bezahlen zu lassen?“ „Aber es sind ja nicht ihre Schulden!“ warf Rahdebrok ein. „Sie stehen auf ihren Namen. Ob ihr Sohn sie gemacht hat oder nicht, ist doch wohl gleichgültig. Die Erste aber, die Tante Mathilde beizusteben verpflichtet ist, bin ich. Hätte ich nur zu rechter Zeit von der ganzen Sache gewußt. Aber darüber zu lamentiren ist nun zu spät. Und hier ist die Zusammenstellung von Allem, was ich habe, im Ganzen neuntausend Thaler, die in Obligationen bei der. schen Bank deponirt sind. Ich bin alt genug, um frei darüber verfügen zu können, und— hätte es mit dem Gelde nur ein bischen Zeit, ich brauchte Euch Alle miteinander nicht,“ rief die kleine Dame förmlich erbost, als Niemand Miene machte, ihr beizustimmen;„Sie nicht, Herr Balzer, und Sie, Rahdebrok, erst recht nicht, und—“ sie sprach sich nicht weiter J aus, nur ein Blick flog nach Alfred Krohne hinüber. D 095 0 Ae 0 1 0 04 0 10 115 160 0 0 10 90 —1 10 1 5 10 0 8 0 * 1 — 1 2 1 8 1 2 28 1 G 2 9 8 25 0 8 0 9 9 0 n 366 D. Balzer trommelte erregt auf der Tischplatte. „Sie werfen Ihr Geld in einen glimmenden Aschenhaufen, Fräulein Gerta. Wie die Sachen stehen, scheint Schönholz doch zum Verkauf zu kommen.“ Krohne fuhr mit der Hand durch sein Haar. „Schönholz aufgeben! Und die Landräthin—— Sie müssen das Geld beschaffen, Rahdebrock! Zwanzig⸗, fünfzigtausend Thaler, wenn's nöthig ist. Und wenn die Berglust verkauft werden müßte.“ Rahdebrock war starr. Er hatte nicht übel Lust, seinen Herrn zu fragen, ob ihm der Wind draußen den Verstand ein bischen weggeweht hätte. Aber Jungfer Schmiedeke klapperte gerade mit etlichen Glas wärmenden Eierbiers ins Zimmer. „Du mein! Da sitzt das Fräulein noch just wie's gekemmen ist, in nassem Mantel und Hut! Sie sind aber auch nicht gescheidter als ein Buschmann, Rahdebrock, darauf nicht zu achten!“ Ihren Herrn ignorirte Gertrud völlig; an dem wunderte sie längst nichts mehr. „Ja so!“ machte Rahdebrock, überließ es aber gleichmüthig, wenn auch ein wenig betreten, seiner alten Freundin, die junge Dame ihrer feuchten Hülle zu entledigen. Gerta wollte eifrig abwehren. „Ich mache mich ja bald wieder auf den Weg.— Freilich nicht ehe wir fertig sind,“ wandte sie sich an Balzer. Rahdebrock hatte. gerade wieder ein Prieschen genommen. Jetzt klappte er vernehmlich den Deckel der Dose zu. „Bis wir fertig sind!— Auch was! Wie spät ist's denn? Meiner Treu, halb elf! Auf Schönholz wird man Sie suchen wie eine Stecknadel.“ „Wie?“ rief Balzer;„man weiß nicht, daß Fräulein Gerta hier ist?“ Er eilte hinaus.—„Sie müssen schon die Nacht bei meiner Frau fürlieb nehmen, Fräulein Gerta,“ sagte er, als er zurückkam.„Nach Schönholz habe ich einen Boten geschickt.“ Wohl oder übel konnte Gerta die dargebotene Gastfreundschaft nicht ausschlagen. 5 „Wenn Sie sich mit diesem Kram,“ sie deutete auf das Papier, das sie auf den Tisch geworfen hatte,„wenn Sie sich darin nur auch so flott entschließen könnten.“ nicht die Idee aufzugeben, so ungefähr sämmtliche Schulden der Familie Heußner auf sich zu nehmen, letzterer nicht, Fräulein Gerta auf ihre Werthpapiere die verlangte Summe vorzustrecken. Endlich, nach langem Reden, kam man doch zu einem Resultat, und— Gerta blieb Siegerin. „Die ist ja verteufelt entschlossen,“ meinte Rahdebrok, als sie mit Balzer abzog.„Von der könnte mein Herr lernen. Aber statt dessen will er fünftausend Thaler wegwerfen. Hm; soll mich wundern, was die Zwei sich zusammenrechnen, wenn sie der Schön⸗ holzer Wirthschaft zu Leibe rücken.'ne nette Wirthschaft ist's ja gewesen.— Auch was: Herr Alfred als Praktikus.“ Als solcher kam sich Herr Alfred freilich selbst wunderlich vor. Auch scheute er ein wenig, nach Schönholz zurückzukehren, sie wieder dort zu treffen. Er hatte seine Bedenken gehabt. „Bedenken!“ Weiter hatte sie ihm kein Wort erwidert, als er schüchterne Zweifel in die Zweckmäßigkeit ihrer Pläne setzte, aber sie hatte ihn mit den großen, strahlenden Augen so eigenthümlich angeschaut, daß er sich vor ihr schämte. Sie verstand es, ihren Ansichten Geltung zu verschaffen. Sie— Gerta nämlich. Und ihre Pläne? Sie wollten zusammen auf Schönholz die ganze mißliche Lage der Land- räthin prüfen, die Vermögensverhältnisse mußten ja in beispielloser Unordnung sein; schien es aber unmöglich, das Gut zu halten, so hieß es, einen reellen Käufer finden. Voller Muth ging das junge Mädchen an die ungewohnte Arbeit. „Wer sollte sie denn übernehmen, wenn nicht ich?“ hatte sie ihn verwundert gefragt.„Tante Mathilde doch wohl nicht? Und Adele ist noch weniger dazu im Stande. Klingmann aber kann ich die Sache nicht anvertrauen.“ a Klingmann war Verwalter des Vorwerks, welches zu Schönholz gehörte, und hatte seit dem Tode des Landraths auch für die größtentheils in kleineren Loosen verpachteten Ländereien des Haupt- gutes den Zins eingenommen. Ein herzensguter, behaglicher, aber schwacher, schon ein bischen altersstumpfer Mann. Ihm konnte man freilich die ganze, ein wenig delikate Angelegenheit nicht übertragen. Aber entschließen konnten sich weder Krohne noch Balzer. Ersterer vor einer peinlichen Begegnung mit Adele schien sich als unbegründet erweisen zu sollen; man merkte kaum, daß Schönholz überhaupt noch bewohnt war, so still war es dort geworden. Niemals ließ sich die Landräthin oder deren Tochter außerhalb ihrer Zimmer sehen. In ihrem Schmerze schienen sie völlig theilnahmlos gegen alles, was um sie her vorging; Walde-⸗ mar's Streich mußte sie furchtbar hart getroffen haben. So durfte Gerta schalten und walten. Sie führte Kasse— ihre Kasse— sie ließ sich Klingmanns Bücher vorlegen, sie sammelte sämmtliche Rechnungen, sie verhandelte mit den Gläubigern. Freilich nicht, ohne daß sie, oder vielmehr der Doktor für sie, hie und da Balzers Rath einholte. „Viel Sorge macht mir der Pachtzins der letzten Jahre“, sagte sie zu Ende der ersten Woche ihrer Thätigkeit.„Die Schönholzer Aecker sind fast durchgehends an geringere Leute verpachtet, kleine Hüfner, Tagelöhner und Röhrstädter Handwerker, und diese haben nicht alle gleichmäßig zahlen können— oder wollen. Mißwachs, schlechte Erntejahre sind da die gewöhnliche Entschuldigung.“ Sie redete geschäftsmäßig wie ein Mann. „Klingmann selbst meint, es möchte wohl Manchem an gutem Willen gefehlt haben, aber er hätte nicht durchgreifen dürfen; Herr Waldemar“— hier verzog sich der kleine Mund ein wenig— „habe ihm ausdrücklich die größte Nachsicht empfohlen.“ Der Doktor war erstaunt. „Er hatte also doch ein gutes Herz“, Unwillig warf Gerta den dünnen Folianten, Hand hielt, auf den Tisch. „O Ihr erfahrenen Männer! Der ein gutes Herz! Bequem war's, sich bei den Leuten um ein Billiges einen angenehmen Namen zu verschaffen, unbequem, irgendwo ein biechen Energie zu entwickeln. Sehr bequem, Tausende zu himmelschreienden Zinsen von einem Wucherer zu borgen, so lange es ging, und dann—“ sie fuhr mit der Hand über die Augen,„daß aus den kleinen Pachtbeträgen der Leute Hunderte werden würden, daran hat er natürlich nicht gedacht, ebensowenig wie an den moralischen Ein⸗ fluß, den seine— Milde auf die Pächter üben mußte. Après moi le deluge, und damit verduftet er. O, ich begreife Tante Mathilde nicht, wie sie sich konnte von dem Sohne leiten, tyrannisiren lassen. Jetzt wäre die Schwierigkeit, festzustellen, wer von den Leuten zahlen kann und wer wirklich Aufschub oder Nachsicht verdient.“ „Ist denn die restirende Summe von Belang?“ Gerta mußte doch lachen. „Nehmen Sie mir's nicht übel, aber Sie sind wirklich naiv. Ein Geschäftsmann comme il faut! Von Belang oder nicht— wollen wir Ordnung schaffen, so handelt es sich um jeden Groschen, jeden Pfennig Debet und Kredit.“ Es schien, sie war nicht um⸗ sonst bei Balzers aus- und eingegangen; mit gelindem Selbst⸗ bewußtsein gebrauchte sie den kaufmännischen Ausdruck.„Es sind im Ganzen fast viertausend Mark.“ Ihr Hülfearbeiter, wie er sich nannte, denn bei der ernsten Arbeit hatte Krohne merkwürdigerweise scherzen gelernt, machte ein nachdenkliches Gesicht. „Nun?“ „Vielleicht finde ich Jemanden, die Leute kennt und—“ „Mein Gott, so reden Sie doch! Das wäre?“ „Knopploch.“ „Der Lumpenanton?“ Gerta zog die Brauen zusammen.„Er will auch dreihundert Thaler einklagen, natürlich Privatschuld des Herrn Lieutenant, und er hat sich in seinem Mahnbriefe nicht gerade fein ausgedrückt. Aber gleichviel! Man könnte ihm seine Auskunft bezahlen; soviel ich weiß, macht er ja jedes Geschäftchen, das ihm ge⸗ boten wird.“ Am Nachmittag ging Krohne den Weg nach der Stubengasse. „Ich habe ein Geschaͤft für Dich, Anton.“ Anton Knopploch tupfte gelassen mit dem Zeigefinger in seinen Pfeifenkopf und bückte sich nach einem glimmenden Spänchen am Herde. „Laß hören!“ Alfred sagte ihm, Krohne's Bangen sagte er. welchen sie in der der hier in der Gegend überall um was es sich handle.„Ich habe eine Liste der Pächter bei mir; Du würdest darauf zu vermerken haben, bei welchen der Leute man jetzt, bei welchen man später auf Zahlung dringen könnte, ohne sie gerade empfindlich zu bedrücken.“ * e 15 * N 1 483 el enen . UU 2367 π Anton paffte ein paarmal rasch hintereinander. Es war keine sehr feine Nummer, deren brenzlich-süßer Qualm sich dabei mit den Düften einer Partie Knochen und Kuhhäute mischte, welche im Nebenraume aufgespeichert lagen. „So! Dazu bin ich zu gebrauchen?— Sag' Deiner Herr⸗ schaft“— der Sprecher grinste unangenehm bei den Worten— „sag' ihr, für sie thäte ich keine Handreichung mehr, für s ie nicht. Möchten's dem feinen Sohne danken und sich einen Anderen für ihre Kommissionen suchen.“ Grob- patzig hatte sich der Händler vor seinen Besuch hingepflanzt. „Niemand verlangt von Dir, daß Du diese umsonst thust,“ sagte Alfred Krohne. Der Andere lächelte verächtlich. „Umsonst! Zu verdienen ist ohnehin nicht viel dabei. Mögen Heußners erst mal die Schulden des Herrn Sohnes bezahlen. Und —— nein, und wenn sie's dreimal thäten, einem von der Sipp⸗ schaft erweise ich keinen Dienst. Ueber jeden Pfennig, um den sie gekürzt werden, will ich mich freuen, bis sie meinethalben die Knochen sammeln gehen, die von meinem Tische fallen, bis—“ „Pfui, Anton!“ Die gemeine Rede widerte den Doktor an; er drehte sich halb um. „Pfui; so ruft Ihr! So ruft alles Pack, und wennss nicht werth wäre, Unsereinem den Schuhriemen zu lösen.— Pfui? Wer hat denn Pfui gerufen, als der Lieutnant sich den Witz machte und ein paar anständige Mädchen beschwatzte, zum Spott seiner Kumpane? Ein paar Tage haben sie darüber gelacht, der Eine oder Andere hat mit der Achsel gezuckt, und die Mädchen sind blamirt für alle⸗ mal.“ Ingrimmig schlug Knopploch mit der Faust auf den rohen Tisch, daß die Katze, welche sich auf der Bank davor hingekauert hatte, eiligst das Weite suchte. Aber es war, als habe sich in dem Schlage seine Wuth entladen. Er hockte auf einem Schemel nieder. Beinahe flüsternd fuhr er fort:„Ich habe Zutrauen zu Dir gehabt, immer— früher auf der Schule, wo Du der Einzige warst, der mit mir umging, ohne mich wie einen Hund zu behandeln, und jetzt auch noch, wenn Du auch da draußen Hausfreund geworden zu sein scheinst. Jettchen Saalfeld war meine Braut.“ Der Doltor, der sich gleichfalls gesetzt hatte, zuckte unwillkürlich in die Höhe. „Du meinst, Du hättest sie nie an meinem Arm gesehen, Du hältst es für unmöglich, daß der Schatz des Lumpensammlers in Seide über die Straße rauscht? Und doch ist es so. Du weißt, schon auf der Schule besorgte ich manche kleine Kommission für den alten Saalfeld. Sein Vater und mein Großvater waren ja zu⸗ sammen herübergekommen aus dem Sächsischen— als Schnorrer, das Bündel auf dem Rücken. Und als Schnorrer sind ja auch ihre Söhne noch behandelt worden, längst nachdem sie sich hatten taufen lassen, nachdem sie Christinnen geheirathet hatten. Aber Saalkeld war glücklicher in seinen Geschäften als wir, er wurde wohlhabend, zuletzt reich; meinem Vater blieb das Bündel des Lappenknopploch, wie sie meinen Großvater nannten, als Erbe. Schlecht und recht wollte er nicht über seinen Groschenhandel mit altem Kram hinaus. Mit mir erst kam's anders. Bis zur Sekunda hatte ich ja mit Dir in der Klasse gesessen, dann fing ich an, mich im Geschäft umzuthun, und ich habe Knochen zusammengeschachert und altes Flickwerk und alt Eisen und Wolle und Groschen auf Groschen und Thaler auf Thaler und Hunderte auf Hunderte.— Wunderst Dich? Hätt'st nicht gedacht, daß hinter dem Lumpen⸗ anton zuletzt soviel steckt? Die Lumpen allein habens ja auch nicht eingebracht, s gab noch andere Geschäftchen, erst nur mit Saalfeld in Kompagnie, dann ab und zu auf eigene Rechnung, und dadran hing mehr. Und für wen? Für wen habe ich zehn Jahre lang meine Füße wund gelaufen und mich von den feinen Herren, die mein Geld für Champagner oder Pferde, oder sonstige noble Passionen nöthig hatten, einen Halsabschneider heißen lassen? Für Saalfelds Jettchen, die als achtjähriges Kind mich schon, wenn ich in ihres Vaters Haus kam, mit einem Wink ihres kleinen Fingers regierte, der ich anhing wie ein Hund, und die mir zuletzt— 's sind noch nicht drei Monate— versprach——“ Anton Knopploch fuhr einmal langsam mit der Handfläche über die Stirn.„'s mußte wohl noch in der Race liegen, daß sie mich den geschniegelten Bürschchen vorzog, die zuletzt nur ihr Geld ver⸗ langten, und ich wollte ja auch nicht ewig den Handel. da betreiben.“ Er wies mit dem Kopfe auf die Vorräthe im Nebengelaß.„Bis Neujahr hätte ich genug gehabt, in H. ein kleines Geschäft zu kaufen— zwanzigtausend Thaler. Dann konnte ich dem Alten gegenübertreten, nun— nun mag sie nehmen, wer will. Vielleicht noch ein abgelebter Geck, dem ihre Goldfüchse gut genug sind, seine Schulden damit zu bezahlen, mir ist sie nicht mehr gut genug; denn ich habe meine Ehre, und Jene—“ Knopploch war jählings aufgesprungen,„Gott mag er danken, daß ich ihn nicht mal beim Scherwenzeln erwischte! Und dem—“ seine Brust keuchte, es schien, als wollte seine frühere Heftigkeit wieder hervorbrechen— „dem— denen keinen Heller gegönnt! Kein Glied gerührt für das Ge—“ „Halt ein!“ rief Alfred. Er gedachte der Scene mit Saalfeld, draußen auf der Chaussee. Dort der Vater, hie„Schweres Unrecht ist Dir geschehen. Aber das berechtigt Dich nicht, einen Stein auf Unschuldige zu werfen.— Und wenn ich Dich bäte, Anton, willst Du mir den Gefallen erweisen?— Dein Schade soll's, wie gesagt, nicht sein“, setzte er hinzu, als er sah, daß der Händler zögerte. „Mein Schade! Sie schulden mir so noch dreihundert Thaler.“ „Nicht sie; der— Lieutenant Heußner ist Dein Schuldner.“ (Schluß folgt.) Lose Blätter. Auf den Dächern von Tunis.(Siehe Illustration.) Tunis el Chadra, Tunis, die grüne, nannte die islamitische Welt einst die an der Nordküste Afrikas gelegene Stadt im Gegensatz zum abgestorbenen Carthago, dessen Ruinen 15 Kilometer nordwestlich bei dem Landschlosse El Marsa liegen. Tunis galt lange für die Mohammedaner im Innern Afrikas als der In⸗ begriff aller Herrlichkeit. In diesem Jahrhundert aber ist es durch die traurige Mißwirthschaft seiner Regierungen arg herabgekommen und von der mittelalterlichen Blüthe ist wenig mehr übrig geblieben. Die Stadt, welche etwa 125 000 Bewohner zählt, liegt 45 Kilometer vom Meere und von ihren Dächern blickt man auf das kleine Meer, El Bahirah, eine Salz⸗ lagune, die mit dem Golf durch den Kanal von Goletta verbunden ist. Tunis besitzt fünf große und viele kleine Moscheen und 111 Synagogen, denn die Juden bilden den vierten Theil der ganzen Stadtbevölkerung. Ein Prachtbau im maurischen Stil ist ferner die Kasbah, der Palast des Beis. Vier Kilometer von der Stadt erhebt sich eine von Thürmen flankirte Burg, das ist der Bardo, worin sich der Sitz der Regierung befindet. Die Stadt besitzt viele Bazars und Karavanserais, in denen das bunteste Leben herrscht. Nomaden in ihrem weißen Burnus, halbnackte Neger, Stadt⸗ bewohner in der kleidsamen Dschubba, Jüdinnen in ihren reichen malerischen Gewändern durchwandern hier die schattigen Gewölbe. Die Straßen im Innern der Stadt aber sind eng, krumm und voll Unrath. Es herrscht in Tunis die leidige Sitte, allen Kehricht und Unrath einfach vor die Thüre u werfen. Von Straßenreinigung haben die Bewohner kaum eine Vor⸗ e In Folge dieser sanitätswidrigen Verfassung der Stadt brechen denn auch sehr häufig Epidemien aus, welche einen furchtbaren Charakter annehmen. So brach im Jahre 1866 die Cholera in Tunis aus und im Jahre 1867 auf 68 folgte der Hungertyphus in seiner schrecklichsten Gestalt. In jenen Schreckensjahren sammelte man die Todten Morgens in den Moscheen und Herbergen zu Hunderten, führte sie mit Wagen aus der Stadt und bereikete ihnen vor derselben ein Massengrab. Das Land Tunis besitzt reiche Hülfsquellen und die Stadt könnte wieder ihre alte Blüthe als Handelsstadt erreichen, wenn die Verwaltung eine bessere würde. Das Klima ist vortrefflich und unser berühmter Landsmann Dr. Nachtigal, welcher mit kranken Lungen nach Tunis kam, hat hier seine Gesundheit wieder erlangt. Von hier aus unternahm er später seine große Reise nach Bornu. Am Tage brennt die Sonne heiß auf die Stadt nieder, am Abend aber erhebt sich ein erquickender Wind vom Meere ber. Dann steigen die Bewohner der Stadt auf die flachen Dächer ihrer Häuser, erlaben sich, auf farbigen Decken liegend, an der köstlichen Luft und am Anblick der stolzen Bauten. Wenn der Mond die Wasserfläche des kleinen Meeres bestrahlt sowie die Kuppeln der Moscheen, die schlanken Minarets, die Pforten der Kasbah, dann mag es dem träumerischen Beschauer dünken, als schwebe der Geist der Geschichte über die umnachtete Küste, berühre das Trümmerfeld von Carthago, die gigantischen Reste des Gordianischen Prachtbaues oder des Amphitheaters zu Tysdrus, die Mauerreste der Sarazenenbauten und flüstere: Tunis, Du grüne, Du wirst verwelken und in den Staub sinken, wie jene blühenden Welten der Punier, Römer und Sarazenen versunken sind. R. E. Eine junge Frau war verblendet genug, ihren nichts weniger als schönen Gesang für so bestrickend zu halten, daß sie ihrem Mann keine größere Freude bereiten zu können meinte, als wenn sie ihn des Abends durch den Vortrag ihrer Lieder ergötzte. Der geplagte Ehemann ließ Alles geduldig über sich ergehen, und legte sich enöh nie mit Kopfschmerzen zu Bett. Eines Nachts nun hatte sich im Hofe vor seinem Schlafzimmer eine ganze Katzengesell⸗ schaft zusammengefunden, die im Chor ganz entsetzlich heulte.„O Elvira, geliebtes Weibchen, singe das noch einmal,“ flüsterte der Mann wie im Traum und schlief weiter.— Am andern Morgen verkaufte Elvira ihr Klavier und warf die Noten in's Feuer. 0. Problem Nr. 476 f Homonym und Logogriph. von Dr. K c pg, in Gelberg Es liefert mich das Pflanzenreich,= 7 7 2 e e e e de. 2. Dein Kleid vor mir behüte...* 7 Ju Norden Deutschlands kannst Du mich..*... Als Fate 208 erblicken; 85. 9. 5.. ,,. a we deen wr be. 2. 1 1. 5* Seer meg, 1. 2, Doch wenn dereinst ich stille steh',.., Dem Tod dich Abe en. 1 1 1 e 2 2 2 7 —.. 2 2 1 7 Magisches Qnadrat..... 8 Aus folgenden„ 1 5 3. 2 1 . 11 L 4 Weiß zieht an und setzt mit dem dritten 110 Matt. rtie Nr. 272, sind vier Worte zu bilden und so zu ordnen, daß dieselben, von oben nach Pa 2 t. links rechts gelesen, in d E direnden R gespielt im Meisterturnier zu Frankfurt am Main. e e e Aa ee en korkespondirenden Reihen. Weiß: J. Berger in Gral. Schwarz: J. H. Julertort in a Die vier Reihen ergeben: 7 e5 15— 5 7 K-47) a 1. Einen biblischen Namen. 2. Ein Spiel. 3. Schlußformel der Sbs— cs 24— 1 Gebete. 4. Ein lateinisches Wort. 26) 741660 ee Stellung nach dem 22. Zuge von Welß. Citaten-Räthsel. Aus jedem der folgenden sieben Citate ist ein Wort zu wählen. Die sieben E Wörter ergeben ein Citat aus einem Schiller'schen Drama. 1. O, ich bin klug und weise, f d8 75 1 Und mich betrügt man nicht.. 2557 ö 2. Es lebt ein Gott, zu strafen und zu rächen! ö 18e 3. Das ist das Loos des Schönen auf der Erde. Ted—eb 4. Wer nicht liebt Wein, Weib und Sang, 80 Der bleibt ein Narr sein Leben lang! 5 S16—h5 . Kurz ist der Schmerz und ewig ist die Freude. . Zwar weiß ich viel, doch möcht' ich Alles wissen. . O, der Einfall War kindisch, aber göttlich schön. Zweisilbige Charade. f 145 955 75 Springer zu nehmen, wie M. Weiß im Franlfur er Turnier gegen bas spielte, schein, Der Ersten füg' ein Zeichen noch hinzu, 2) Weit besser ais die Fortsetzung 18) Loh: Le: 14) Phe: 12 25— Des W lche dem Nachziehenden das bessere Spiel be Dann giebt sie deinem Körper Kraft und Stärke, d i Bat erf eee h 2 00 b egen: 19) 2 Sie keit dich ae manchen bösen Wert 0 fe e d e 4 5 4 Das Ganze ir der Phentuste vernand und 5— 4 5 Schwarz ist jezt sehr schwierig geworden, es droht 88 64 und 9 lu U 6 Zieht dich verlangend hin zum Heimathland. 455 5 Ein entscheidender Fehlzug! es scheint, daß Schwarz das Nehmen mit dem 2 1 nicht genügend berücksichtigt hat; die einzig richtige Erwiderung war(, zwar behielt W . auch N Fortsetzung nach: 2) hig 815 25) 815. 8:15 26) Da? 118 27) TI 16. gutes uad 5 n n Theater,(Thee, Kater);— des 5 n 1. 55 Osstzier und die Partie nicht mehr zu reiten. Silben-Räthsels: Maria Stuart, Wilhelm Tell. 1. Malchow. 2. Alessi. ärksie Antwort, dl Nai 27 Dgst 28 vn 3. Napperswyl. 4. Ipswich. 5. Auguste. 6. Seidel. 7. Tamtam. 20) Tae ach 557 Malt if N wee wee d e 8. Unstrut. 9. Alos. 10. Rubel. 11. Theresiopel;— der zweisilbigen— Charade: Glückstadt;— des Kreuz-Rätbsels: Briefwechsel. W. K. in B. Die beiden Nummern des Anzeigers— wir erhalten und die 1. We in 3„Rundschau“ mit großem Inieresse gelesen. M. Ihre Lösungen haben wir erhalten, die zu den Nr. 469 und 470 * zu spät,* ede noch bei der Lösungsangabe berücksichtigen zu können. Nr. 7 ist 925 durch Kdf zu lösen, da Schwarz die drohende Mattführung 5 beer ꝛc. durch vers W ge 21 kann. 25 7 In Nr. 472 splelt Schwarz auf 1) Kha nicht(7—fe, worauf, wie See * 4 20 2 und 3) De Matt folgen würde, sondern 175. Weiß muß alsdann nächst die Pattstellung aufheben und kann das Matt in den drei nächsten Zügen nicht erzwingen. Aus der Schachwelt. Einer Herausforderung des Brusseler Schach llubs Folge leistend,„ 8 Schachgesellschaft mit demselben zwei aue u 2 N 50 Fres. spielen. Das Charlo 5 pielcomitee besteht E Cord 0 Heyde, Langelütje, Löbbecke, Oppermann und Valentin. Aus Berlin. In einem neu K e es en ane kung t Nee d an e f Heyde kür, 10 90, gleich eilig, von denen er 26 gewann, machte— Eine in Vereine von genanntem Herrn vor lend iagsderhe ens von fünf Porzlen ergab Gewinne für den Blindlingsspieler. 1 1 1 N 1 Druck und Verlag der„Volks-Zeitung“, Akt.⸗Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Verantwortlicher Redakteur: R. Elch o in Berlin, Lützowstr. 105