8 zu den Oberhessischen Machrichten. Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. Ur. 27. Gießen, den 3. Juli. 1897. 15 Gogleich im Kalender der fünfundzwanzigste Juli verzeichnet stand, war das Wetter nichts weniger als angenehm, und hatte die Sonne gleich, in der Morgenfrühe scheinend, einen guten Tag versprochen, so sollte sich doch die Hoffnung auf einen solchen gegen neun Uhr schon als trügerisch erweisen. Ihrer seit Wochen beliebten Gewohn— heit, nach flüchtigem Hervorschauen sich hinter dicke grauschwarze Wolken gänzlich wieder zu verstecken, blieb die Sonne auch diesmal getreu, und das war eine sehr betrübende Thatsache für die vielen Badegäste, die in dem kleinen Seebade Neudorf an der Ostsee zeit⸗ weilig ihr Quartier aufgeschlagen hatten. Eigentlich war Neudorf ein am Strande der sich in's holsteinische Land tief hinein erstrecken⸗ den Bucht gelegenes Fischerdorf. Als in dem eine Stunde entfernten größeren Badeorte aber das Leben mit jedem Jahre städtischer und theuerer geworden war, hatten einige wirklich nur nach Erholung und frischer Luft seufzende Stadtbewohner zuerst den guten Einfall gehabt, sich aus dem Gewühl hinaus in die Einsamkeit des, wenn auch wenig Bequemlichkeiten darbietenden, doch reinlichen Fischer⸗ dorfes zu flüchten. Dem Beispiele waren immer mehr verständige Leute nachgefolgt, und jetzt nach vielleicht dreißig Jahren hatte das ehemals so einfache Dorf bereits mehrere große Hotels aufzuweisen; jeder irgend wohlhabende Einwohner hielt für die Sommergäste seine besten Zimmer in Bereitschaft, und Neudorf erfreute sich als Seebad eines ausgezeichneten Rufes. Daß es bis auf den letzten Platz, bis an das bescheidenste Dachkämmerchen hinauf auch jetzt von Fremden angefüllt war, davon ließ sich an dem vorerwähnten Julimorgen freilich nicht allzu viel bemerken. Der Strand zeigte sich fast verödet, welche Thatsache in Anbetracht des rauhen, einen feinen dichten Regen mit sich führenden Windes nicht zu verwundern war. Das den Wolken gleiche eintönige Grau der Wasserfläche wurde nur durch hin- und wieder auftauchende weiße Schaumkämme der Wellen unterbrochen, und mit dumpfem Brausen warf die See ihre Wogen gegen den eine lang ausgedehnte weiße Sandfläche bildenden Strand. Außer den in Regenmäntel eingehüllten Gestalten, die, um der täglichen Pflicht zu genügen, nach den Badekarren hinunter⸗ eilten, außer Männern und Knaben, die uneingeschüchtert durch das Wetter auf der zwischen dem Ort und dem Strande endlos fort— laufenden einzigen Promenade sich umhertrieben, sah man weiter gegen das Wasser hin keine Spaziergänger außer einer Dame. Sie ebenfalls hatte sich in ihren Regenmantel dicht eingehüllt, und ihr feines wohlwollendes, auf die mittleren Lebensjahre hin⸗ deutendes Antlitz war unter dem es dicht überschattenden Regen⸗ schirm fast ganz verborgen. Gezwungen, das festere, jeden Augen⸗ blick von den Wellen überfluthete Ufer zu meiden, arbeitete sie sich mit unverdrossener Beharrlichkeit durch den lockeren Sand, in welchen ihre mit zierlichen Lederstiefeln bekleideten Füße nicht selten bis über Jan, der Jischer. Erzählung von Emilie Tegtmeyer. die Knöchel versanken. Mitunter hielt sie die Schritte an und spähte, ihre Augen mit der Hand gegen den Wind schützend, ängstlich suchend über die bewegte Fläche der See hinaus. „Noch immer nichts!“ Der Gedanke, verbunden mit einem lebhaften Ausdruck von Enttäuschung, prägte sich deutlich sichtbar in ihren angenehmen Zügen aus, und weiter strebte sie dann auf ihrem mühsamen Gange, bis sie, ziemlich weit schon von dem eleganteren Theile des Ortes entfernt, den Platz erreichte, auf dem die Fischerböte vom Fang zurückkehrend anlegten. Einen alten Mann fand sie hier, in dem sein Anzug und sein wetterhartes Gesicht ohne Mühe einen wahrscheinlich in den Ruhe— stand getretenen Fischer erkennen ließ. Er faßte grüßend an den Hut, als die Dame herantrat. Sein Blick überflog verwundert die zarte Gestalt und blieb zuletzt mit einer Art von geringschätzendem Mitleid an ihrer für Wetter und Ort viel zu leichten Fußbedeckung haften. Eine Bemerkung in Worten gestattete er sich indessen nicht und schaute alsbald schweigend wieder auf die See, die ihn ersicht— lich weit mehr interessirte, hinaus. Die Dame zögerte einen Augenblick, dann näherte sie sich dem Alten und fragte:„Was glauben Sie? Sollten wohl die Fischer bald zurückkehren?“. Er sah sie groß an und nach einer Weile nickte er bejahend, ohne sonst etwas zu erwidern. „Ich meine besonders den Fischer Peter Geerts; kennen Sie ihn?“ fragte die Dame wieder, und diesmal machte der Alte ein ungeheuer erstauntes Gesicht. Der Zweifel an seiner Bekanntschaft mit dem Fischer Geerts schien ihm belustigend. Er lachte, daß er den Pfeifenstummel, den er rauchte, aus dem Munde nehmen mußte und daß sein ganzer Körper davon in Erschütterung gerieth, dann erst, nachdem er sich einigermaßen wieder gefaßt, antwortete er in gutem ehrlichem Plattdeutsch:„Das ist mein Schwiegersohn!“ Ein„Ah“ entschlüpfte den Lippen der Dame, und als habe sich mit der Erklärung des alten Fischers zwischen ihm und ihr eine Art von Zusammengehörigkeit herausgestellt, trat sie noch näher an dessen Seite.„Mein Sohn ist mit Geerts hinausgefahren,“ be— gann sie wieder,„und ich ängstige mich entsetzlich, daß ihm bei dem schlechten Wetter ein Unglück zustoßen könne.“ Unter den grauen, buschigen Augenbrauen des Alten hervor blitzte ein lustiges Augenzwinkern.„Machen Madame sich darum nur keine Sorge,“ sagte er,„das Wetter ist sehr schön, gerade wie es sein muß.“ Und er schien sich in der That in dem ungestümen Winde, der rücksichtslos sein langes graues Haar zerzauste, über die Maßen behaglich zu fühlen.„Madame können ruhig nach Hause gehen, der junge Herr wird schon wohlbehalten wiederkommen!“ „Ich möchte doch lieber warten,“ entgegnete die besorgte Mutter. „Wie lange glauben Sie, daß er noch ausbleiben wird?“ 8 ä 2 F 210. 5 Der alte Mann, der lange unverwandt auf einen fernen Punkt, an welchem grau in grau Wasser und Horizont sich zu vermischen schienen, hinausgeblickt hatte, sagte ruhig:„Eine kleine halbe Stunde wohl. Peters Boot ist immer das Erste, und dort ganz hinten kann ich sein Segel schon unterscheiden.“ g Die Dame, einen leisen Freudenruf ausstoßend, bemühte sich ebenfalls, in der angedeuteten Richtung hinaus zu spähen, aber:„Ich sehe nichts, gar nichts,“ gestand sie nach längerem Bemühen sehr enttäuscht. „Das glaube ich wohl,“ bemerkte der Alte, mit seinem lustigen Augenzwinkern sie abermals von oben bis unten betrachtend, und dann meinte er wohlwollend:„Wenn Madame denn doch selbst das Boot erwarten wollen, sollten Sie so lange nach unserem Hause gehen.“ Er deutete dabei auf ein kleines, schmuckes Häuschen mit grünen Fensterläden, das an jener Seite des Promenadenweges am Deich gelegen war.„Es ist ein wenig naß hier,“ fügte er, auf ihre Schuhe zeigend, nicht ohne gutmüthigen Spott hinzu. „Ich danke Ihnen,“ erwiderte die Dame ablehnend,„Sie sind sehr freundlich; aber ich werde mich so lange hier in die Hütte setzen, wo ich gegen die Nässe vollkommen geschützt bin.“ Sie nickte dabei dem Alten zu und begab sich wirklich in eine der kleinen Strohhütten, wie sie mit drei geschlossenen Wänden und nur an der Wasserseite offen längs des ganzen Strandes errichtet waren, um den Badegästen auch bei unruhigem Wetter einen Aufent⸗ halt nahe der See zu ermöglichen. Mit geduldigem Ergeben in's Unvermeidliche starrte sie unverwandt auf die mit jeder Minute un⸗ ruhiger wogende Fläche hinaus; aber der alte Fischer hatte Recht, es dauerte nicht gar lange, bis auch ihren ungeübten Blicken das erste Boot der herannahenden kleinen Fischerflotte sichtbar wurde. Zur Beruhigung diente ihr freilich auch der Anblick noch nicht. Durch das vom Winde straff gefüllte Segel tief nach der einen Seite nieder⸗ gedrückt, schoß das kleine Fahrzeug so rasch durch die aufschäumen⸗ den Wellen, daß das zagende Mutterherz in jedem Augenblick zitternd wähnte, es darin verschwinden zu sehen. Die Dame stand, von Unruhe getrieben, schon längst wieder an der Seite des alten Fischers, der, ganz im Gegensatz zu ihr, mit sichtbarem Behagen seine Blicke auf das heranschießende Boot heftete. Ganz vorn in demselben stand ein beinahe erwachsener Knabe. Das blühende, vom Winde frisch geröthete Antlitz, umflattert von blondem Haar, schaute er mit seinen in Freude und Lebenslust funkelnden Augen lustig und kühn in die Welt hinaus; übrigens gewährte seine Figur einen Anblick komisch genug für den Zuschauer, denn, während den feinen Kopf ein kleines, schwarzes Filzhütchen bedeckte, steckte sein übriger Körper in einer ungeheueren dunklen Friesjacke, welche die gutmüthigen Fischer ihm sorgfältig um die Schultern gelegt hatten. Sowie das Fahrzeug an den weit in's Wasser hinausragenden Steg anlegte, sprang der Knabe, die unförmliche Hülle von dem schlanken Körper abstreifend, auf den Steg. Er hatte seine Mutter erblickt und mit einem erstaunten:„Aber Mama, warum stehst Du hier im Regen?“ eilte er auf diese zu. Sie ergriff seine Hand, sie blickte ihm in das blühende Antlitz und ein heller Freudenschimmer flog auch über ihr blasses Gesicht. „Gott sei Dank, Max, ich habe Dich wieder, gesund und unver⸗ letzt!“ Aus tiefstem Herzen kam ihr der Ausruf, und dann fügte sie leise hinzu:„Ich habe mich bei dem Wetter furchtbar um Dich geängstigt.“ Der Knabe sah sie mit aufrichtigem Erstaunen an.„Geängstigt?“ wiederholte er,„aber Mama, es war himmlisch! Morgen fahre ich wieder mit.“ „Nein, Max;“ sie suchte ihn mit sich fortzuziehen,„nein, das thust Du nicht. Ich bin nicht im Stande, diese Aufregung wieder zu ertragen.“ Max lachte.„O, Mama, wie soll das werden,“ sagte er, „wenn ich erst Seemann und weit fort auf dem Meere bin! Du mußt Dich wirklich mit dem Gedanken mehr vertraut machen. Aber bitte, einen Augenblick warte noch.“ Er sprang wieder nach dem Boote zurück.„Hier, Jan, laß' Dir einen Seidel geben und trinke auf mein Wohl und darauf, daß ich ein tüchtiger Seemann werde.“ Mit diesen Worten drückte er dem Manne, der noch mit Befestigung des Fahrzeuges beschäftigt war, einige Münzen in die Hand und dann, indem er seinen Hut um den Kopf schwenkte, rief er auch dem Eigenthümer des Fahr⸗ zeuges einen Abschiedsgruß zu. früh zur rechten Zeit bin ich wieder da;“ und fort eilte er, seiner Mutter nach, die schon mit einiger Ungeduld auf ihn wartete. Peter Geerts, der des Knaben Gruß mit gleicher Vertraulichkeit erwidert hatte, wurde, allgemach mit dem Einreffen der Segel fertig, ebenfalls auf dem Stege sichtbar. Er war ein Mann in den besten Jahren noch, sehr groß, und Dank seines schönen, dunkeln Bartes und seiner klugblickenden Augen, auch sehr stattlich. Unter den Badegästen war er eine bekannte und sehr beliebte Persönlichkeit. Bei allen Segelpartien, die zur Abwechselung und zum Vergnügen unternommen wurden, wollte jedermann mit Peter Geerts fahren. Sein Ruf, daß man mit ihm am schnellsten und sichersten segele, war, mochte es denn mit Recht oder Unrecht sein, fest begründet. Sein Fahrzeug erschien als das sauberste und als das am besten gedichtete, und erst wenn Peter Geerts nicht mehr zu haben war, sahen die Leute sich nach anderen Bootsinhabern um. Als der Mann den Strand betrat, hatte sich die Scene an dem⸗ selben merklich geändert. Frauen mit Körben, Männer mit kleinen Handwagen, die auf den Fang warteten, neugierige Kinder und ebenso neugierige, dem stärkeren Geschlechte angehörende Mitglieder der Badegesellschaft hatten sich eingefunden. Ein Fischerboot nach dem andern schoß heran und bald war der Handel um die zappeln⸗ den, ihrer kühlen Tiefe so unbarmherzig entrissenen Thierchen in vollem Gange. Während Peter Geerts noch die gefangenen Fische verkaufte, schleppte sein Maat, Jan, bereits die schweren Netze den Deich hinan, um sie auf starken Pfählen zum Trocknen sorgfältig auszubreiten. Ganz im Gegensatz zu seinem Herrn war der etwa fünfundzwanzig⸗ jährige Bursche von mittler Größe, breit und untersetzt gebaut, hatte auch ein fast bartloses, kugelrundes Gesicht. Daß letzteres von Wind und Wetter dunkelroth gefärbt, seine Brauen und Wimpern dagegen schneeweiß abgebleicht waren, möchte ihm leicht ein etwas komisches Ansehen gegeben haben, hätten nicht seine zwei hellblauen, unendlich gutmüthig in die Welt schauenden Augen alles wieder gut gemacht. Jan— sein eigentlicher Name lautete Johann Bartels, aber bekannt war er nur als Jan— war bei den Fremden fast ebenso beliebt als sein Herr, und niemand unter ihnen konnte sich den Einen vorstellen ohne des Andern Hülfe. Jan hing also seine Netze auf und zwar so eifrig, daß er sich um die ganze übrige Welt nicht kümmerte, so ganz und gar nicht, daß es selbst seinen scharfen Seemannsohren entging, wie leise Schritte schleichend herannahten; erst als plötzlich von hinten ein Paar kleine, derbe Hände sich vor seine Augen legten, fuhr er zusammen, daß die Netze seiner Hand entglitten. Vor seinen kraftvollen Bemühungen, sich zu befreien, mußten freilich die ihn fesselnden Hände nieder⸗ sinken, und als Jan sich umdrehte, stand er einer jungen Dame im schmucklosen, dunklen Wollenkleide, wie die Fischermädchen in Neu- dorf sie trugen, gegenüber. Die Hände in ihre Seite stemmend, lachte sie so herzlich, mit einem so frischen Klang in der Stimme, daß ihre Heiterkeit un— widerstehlich ansteckend wirkte. Auch Jan lachte; aber der Ton kam in eigenthümlich dumpfen Lauten aus der Tiefe seiner Brust her⸗ vor, so daß man hinsichtlich ihrer Bedeutung hätte Zweifel hegen dürfen, wäre nicht zu gleicher Zeit über sein ehrliches Gesicht ein wahrer Sonnenglanz aufgegangen, und hätten nicht seine sich öffnen— den Lippen zwei Reihen starker gesunder Zähne sehen lassen. „Stinchen!“ rief er, schritt auf die Dirne zu und versuchte mit seiner breiten Hand die ihrige zu erfassen.„Stinchen, das freut' mich aber.“ „Halt, Freund Jan!“ Sie sprang noch immer lachend zurück, hielt sich aber dabei so geschickt zwischen den Netzen verborgen, daß man sie weder von dem Promenadenwege, noch vom Strande aus bemerkte.„Bleibe nur hübsch bei Deiner Arbeit,“ fügte sie dann gedämpften Tones und mit drohend erhobenem Finger hinzu,„und wenn Du es ändern kannst, schrei nicht so laut, daß die Leute stehen bleiben und sich nach uns umsehen.“ Sie blickte ihn dabei mit vor Vergnügen und Lebenslust blitzen⸗ den Augen neckend und herausfordernd an, so daß dem armen Jan ganz wunderlich um's Herz wurde. Er ließ tretz ihrer Mahnung seine Netze, wo sie eben waren, und es gelang ihm nun doch, das Mädchen zu erfassen und mit seinem starken Arm ihre schlanke Gestalt zu umfangen.„Ich habe Dich zu lange nicht gesehen, Stinchen,“ begann er wieder und diesmal nach ihrem Wunsch wirklich l „Auf Wiedersehen! Geerts; morgen 0 eee 8 5 a 1 R N 8 N n 72 N* R a 211 mit leiserer Stimme. Hause ist ohne Dich.“ „Wirklich? Wer es glauben dürfte!“ Ein wenig lächelnd, ein wenig gefallsüchtig und ganz entschieden geschmeichelt sah sie, den Kopf auf die Seite geneigt, zu ihm empor, als er aber, durch ihr Benehmen ermuthigt, sie näher an sich ziehen wollte, entschlüpfte sie ihm mit Gewandtheit wieder.„Du einfältiger Jan,“ sagte sie, „vergißt wohl ganz und gar, wo wir sind, und daß ich von Rechts- wegen gar nicht hier stehen und mit Dir schwatzen dürfte.“ „Und bist doch gekommen, mich zu sehen?“ fragte er, und wäh— rend er die Augen fast ganz zusammenkniff, zog sich sein Mund zu einem behaglichen Lachen in die Breite. „Bilde Dir das nur um Gotteswillen nicht ein. Ich war aus⸗ geschickt, und weil ich gerade hier des Weges kam, bin ich einen Augenblick bei der Mutter gewesen. Als ich da hier vorüber mußte, sah ich Dich so ganz zufällig hier zwischen den Netzen hantiren.“ „Wirklich ganz zufällig! Ist das auch wahr, Stinchen?“ Sein Gesicht glänzte ordentlich vor innerer Glückseligkeit bei der Frage, und das liebe frische Gesicht mit den lachenden Augen war ihm zu nahe— Jan konnte nicht widerstehen. Bevor das Mädchen sich dessen versah, hielt er es wieder in seinem Arm.„Wenn es ein Zu— fall war, so konnte es kein glücklicherer sein,“ begann er von neuem, „denn ich habe Dir viel zu sagen, Stinchen, ich muß Dich durch— aus in Ruhe sprechen.“ „Mußt Du? Ei, Jan, was Du sagst,“ und sie zupfte ihm dabei das von der Sonne dunkelroth gewordene Ohrläppchen. Für den Fischer war das ohne Zweifel eine sehr wohlthuende Berührung; aber die Zeit drängte.„Uebermorgen ist Sonntag,“ fuhr er daher eilend fort,„sage mir, Stinchen, wo ich Dich wäh⸗ rend desselben ungestört treffen kann. Du mußt hören, was alles mir auf dem Herzen liegt. „Und ich habe gar keine Zeit, keinen Augenblick,“ neckte sie ihn. „Die fremden Damen wissen nicht, wie sie sich bedienen lassen wollen, und da unsere Frau fast immer im Laden zu thun hat, fällt die ganze Arbeit auf mich.“ N Fan wurde beinahe ungeduldig.„Einmal mußt Du doch fort können, und wäre es nur auf eine halbe Stunde,“ drängte er.„Sei nur diesmal vernünftig, Stinchen, ich bitte Dich so sehr darum.“ In den ehrlichen, ängstlich flehend auf sie gerichteten Augen lag doch wohl eine Gewalt, die des Mädchens muthwilliges kleines Herz erweichte. „Vielleicht—, laß' mich sehen,“ sagte sie mit anscheinend ernster Miene, der aber die muntern Augen durchaus widersprachen,„viel⸗ leicht läßt es sich einrichten, daß ich so um sechs am Sonntag Nach⸗ mittag ein wenig spazieren gehe, den Strand entlang unter der hohen Klippe hinter Elisenbad.“ Sie blinzelte ihn dabei, wie um die Wirkung ihrer Worte zu prüfen, von der Seite an, gerade aber, als er mit einem dumpfen Freudenlaut sie kräftig umarmen wollte, schrie sie plötzlich leise auf:„Himmel, Vater kommt!“ und rasch, geschmeidig wie eine Eidechse, schlüpfte sie zwischen den Netzen durch und verschwand hinter den Pappeln des Promenadenweges. Jan war noch ganz verdutzt, als in der That Peter Geerts, einen Korb mit Schollen in der Hand, wie aus dem Boden ge⸗ wachsen vor ihm stand.„Was bedeutet das?“ fragte jener streng. „Da liegt das Netz am Boden und ich glaubte, Du müßtest längst mit dem Aufhängen fertig sein. Das Boot muß in Stand gesetzt werden; in einer halben Stunde schon wollen zwei Herren segeln; mach' also geschwind, daß Du aus der Stelle kommst.“ Argwöhnisch sah der Mann umher und dann wieder auf Jan, dessen eigenthümliche Verlegenheit ihm unmöglich entgehen konnte. Da aber nirgends etwas Verdächtiges zu erspähen war, der Ge⸗ scholtene auch ohne Widerrede auf's neue an die Arbeit ging, setzte Stinchen's Vater endlich seinen Weg nach dem Häuschen mit den grünen Fensterladen fort, sah sich aber noch einige Male nachdenk⸗ lich um. „Wenn Du wüßtest, wie langweilig es im I Das Wetter wurde im Laufe des Tages noch rauher, und in der folgenden Nacht stürmte es so heftig, daß die Wellen tosend gegen den Strand schlugen, daß die Badekarren am Morgen nicht in's Wasser gelassen werden durften und überhaupt an Baden nicht zu denken war. Die fremden Gäste glichen einer verschüchterten Heerde und mit Ausnahme der Muthigeren, die an dem Anblick der tobenden See ihre Freude hatten, zog sich die Mehrzahl in den wärmsten Winkel ihrer Wohnung zurück. Frau Helmich aus Hamburg, die Mutter des jungen Max, war unter ihnen allen wahrscheinlich die einzige, die das böse Wetter mit Genugthuung begrüßte, hatte doch ihr Sohn selbst einräumen müssen, daß dabei an ein Hinausfahren seinerseits mit den Fischern nicht zu denken sei. Die Dame, die in einem freundlichen und ruhigen Nebenhäuschen des großen und geschmackvollen„Hötel Hansen“ Wohnung genommen hatte, hegte für ihre Person selbst einen lebhaft ausgeprägten Wider⸗ willen gegen die See. Sie hätte weit lieber Erholung vom Meere weit entfernt, im Gebirge, suchen mögen; aber ihrem einzigen Kinde, ihrem Liebling Max, brachte sie das Opfer, gegen ihre Neigung in Neudorf sich aufzuhalten. Nach dem Tode ihres Gatten war er Alles, an dem auf der Welt ihr Herz hing, und sie hatte seinet⸗ wegen während des letzten Winters und Frühlings peinigende Sorge ausgestanden. Er war so rasch gewachsen, daß sein Zustand in der That bedenklich erschien, und der Arzt hatte gebieterisch einen Aufent⸗ halt an der See für ihn verlangt. Der Erfolg gab ihm Recht. Von Tage zu Tage erholte sich der Knabe zusehends und aus Freude darüber würde die sorgsame Mutter gern einen ihr noch weniger zusagenden Aufenthalt ertragen haben, hätte nicht Max mit seiner Vorliebe für das trügerische Element sie täglich mehr geängstigt. Schon vor seiner Reise nach Neudorf hatte er sich durch Lektüre von allerlei Seegeschichten für das Leben auf dem Meere begeistert, und seit er dasselbe nun wirklich kennen gelernt, redete er von nichts anderem mehr, als von seinem unwandelbaren Entschlusse, Seemann zu werden. Er trieb sich während des ganzen Tages am Strande umher, knüpfte mit allen Fischern Bekanntschaft an und ging mit Wonne darauf ein, als Peter Geerts, der an dem freundlichen, leb⸗ haften Knaben und seiner Vorliebe für das Wasser Gefallen hatte, ihm anbot, in der Morgenfrühe mit ihm auf den Fang hinaus⸗ zufahren. f Frau Helmich befand sich nunmehr in einer verzweifelten Lage. Zu schwach gegen den einzigen Sohn, ihm das Vergnügen zu stören, erfüllte doch sein wagehalsiges Thun und Treiben sie mit über⸗ triebener Sorge. Außerdem sah sie mit Entsetzen seine Vorliebe für den Seemannsstand sich befestigen. Sie fürchtete, ihr ganzes Lebensglück an dieser Neigung des Knaben scheitern zu sehen. Der Gedanke, vielleicht den Augenblick erleben zu müssen, indem er sie verlassen würde, um fern von ihr unter rohen Gefährten und tausend Gefahren auf wildem Meere umher zu schwimmen, verfolgte sie wie ein Schreckgespenst. Einen Tag drängte es sie, mit ihm abzureisen und der gefährlichen Nähe zu entfliehen, während am nächsten der Gedanke, daß sie seine heilsame Kur nicht unterbrechen dürfe, wieder ihre Thatkraft lähmte. Vergebens suchten verständige Leute sie durch die Bemerkung zu beruhigen, daß ein augenblicklicher Einfall des verwöhnten Knaben noch lange kein unumstößlicher Entschluß sei, daß bis zu einer ernst gemeinten Berufswahl seinerseits noch mancher Tag vergehen werde. Frau Helmich ließ sich nicht trösten und ver⸗ zehrte sich in schwarzer Furcht vor der Zukunft. Auch an jenem Sturmtage, der sie selbst in ihr Zimmer bannte, vermochte sie es nicht, den Knaben an ihrer Seite festzuhalten. Das erste Nachlassen des Regens veranlaßte ihn zu der Behauptung, daß jetzt das Wetter wieder schön sei und er hinaus an den Strand müsse. Fort stürmte er ohne Ahnung, in wie erregter Stimmung er seine Mutter zurückließ. Die Wände des wohnlich ausgestatteten Zimmers wurden ihr plötzlich zu eng; das Buch, in welchem sie gelesen, vermochte nicht mehr, sie zu fesseln. Ruhelos wanderte sie umher, und als auch ihr der Sturm etwas nachzulassen schien, hüllte sie sich in ihren Regenmantel und suchte gleichfalls das Freie. Als sie hinaus auf die Promenade kam, machte sich wirklich etwas mehr Ruhe in der Natur bemerkbar, und man vermochte den wunder⸗ vollen Anblick der noch immer gleich heftig erregten See ungestört zu genießen. Für die Mutter Max Helmich's war freilich das groß⸗ artige Schauspiel kein erfreuliches. Sie sah in der wild schäumen⸗ den, brausenden Fluth die Feindin, welche sie ihres Friedens beraubte und wendete mißgestimmt ihre Blicke davon ab. Sie ließ dieselben immer unruhiger suchend umherschweifen, bis sie endlich ihres Max ansichtig wurde. Nahe dem Strande, wo fast das Wasser um seine Füße spritzte, stand er neben Jan, der emsig beschäftigt war, die Sicherheit der Taue, an denen mehrere Böte befestigt waren, zu R 5212. prüfen. Da stand ihr Sohn wieder neben dem rohen Fischerknecht, von dem er zu ihrem Aerger immer sprach, als wäre er sein bester Freund! O, sie haßte diesen Menschen geradezu. Es entging ihr nicht, daß Jan eigentlich ein gutes Gesicht habe, und hätte sie nicht begreiflich finden müssen, daß er an ihrem muntern, zuthunlichen Knaben, an dessen Vorliebe für seinen Beruf Freude hatte? Hätte sie ihm nicht danken sollen, daß er sich seiner dienst— 7e Findg Kelt fertig annahm? Nichts* un d. von alledem regte sich in Aer wWonde 8 Frau Helmich's Herzen. Tief in demselben klagte sie vielmehr mit Erbitte⸗ rung den armen Jan der Verführung ihres Soh— nes zu unerlaubten, wage⸗ halsigen Streichen an, und ihre sonst so wohl— wollenden Züge nahmen einen verdrießlichen Aus- druck an. Sie rief Max zu sich heran und gebot dem zögernd gehorchenden Knaben, an ihrer Seite zu bleiben. Das heutige Unwetter schien übrigens die Luft zu reinigen, denn am nächsten, dem Sonntag⸗ morgen, lachte die Sonne vom wolkenlosen Himmel herab und alle Wetter⸗ gläser stiegen. Die See, noch immer sanft bewegt, plätscherte lieblich gegen den weißen Ufersand, und über sie hin trug ein leichter Ostwind den er— frischenden Hauch des Meeres. Das gab ein frohes, buntes Leben am Strande. Nicht anders, als sei an einem Tauben⸗ schlag das Thürchen ge⸗ öffnet, flatterte die Schaar der Fremden lustig in's Freie hinaus. Die Kin⸗ der gruben und spielten jubelnd im reinlichen, weißen Sande, und wo zwei Bekannte einander begegneten, grüßten sie sich mit einem frohen Blick. (Fortsetzung folgt.) Der mitternächlige rden. Erinnerung an einen Berliner Subskriptionsball. Humoreske von Marie Knauff. „Aber, lieber Piefke, was soll ich denn mit dem kohlschwarzen Zopf anfangen? Ich bin doch keine Andalusierin; ich bin doch blond, wie es sich für eine deutsche Kommerzienräthin geziemt. Wickeln Sie den spanischen Haarbusch sofort ein, um ihn wieder mitzunehmen. Ich behelfe mich heute Abend mit meinem alten Chignon.“ „Aber zur Nüance des Vorderhaares paßt er vollkommen—“ „Piefke, Sie sind unausstehlich! Ihr Zopf ist ein Rappen⸗ schwanz— fort damit!“ Mit diesen Worten machte die ungeduldige Dame alle weiteren Diskussionen überflüssig, schleuderte das Streit⸗ objekt dem Friseur mit energischer Bewegung hin und schritt zur Tagesordnung über, d. h. sie ließ sich den alten Chignon anstecken, In Einigkeit und Harmonie. Originalzeichnung von C. Koch. und fügte dann noch ärgerlich hinzu:„Wir werden zu spät auf den Subskriptionsball kommen und versäumen die Polonaise; es schlägt eben acht Uhr.“ In dem Toilettenzimmer des Hausherrn wurde unterdessen durch die hilfreichen Hände Johanns der Herr Kommerzienrath der weiteren Vervollkommnung seines äußeren Menschen entgegengeführt. Nur der tadellose Frack hing noch an der Bronzeagraffe des Stehspiegels. „Johann!“ rief der in Hemdsärmeln befindliche Hausherr plötzlich seinem dienstbaren Geist zu,„ver— giß den Orden nicht. Wo ist er?“ Johann sprang zu einem luxuriös ausge- statteten Toilettentisch und nahm von demselben einen in weißes Papier sorgfältig eingewickelten Gegenstand.„Hier, Herr Rath,“ sagte er,„bei der Bartwichse.“ Damit schickte er sich an, aus der Papierhülle ein läng— liches rothes Sammetetui zu lösen.. „Laß!“ rief wieder der Rath, indem er sich hastig umwandte und wie be⸗ schwörend die Rechte er⸗ hob,„nicht mit profanen Händen berühren! Ich will ihn nachher selbst am Frack befestigen. Stell' das Etui wieder hin. Aber fort von der Bartwichse, Du Hottentotte.“ Johann wickelte das Etui wieder in's Papier und stellte es an den alten Platz. „Wir hätten ihn mit Putzkalk etwas poliren können,“ meinte er dann, „wer weiß, ob solche Din— gerchen echt sind und nicht mit der Zeit rostig werden. Wie heißt eigentlich der Orden?“ „Schafskopf,“ sagte der Hausherr kurz und ärgerlich die Unterredung abbrechend. g „Na warte!“ murmelte er, und als er in die Küche kam, erzählte er, sein Herr habe den Schafskopforden erhalten. ** * Im Salon des Hauses saßen Eva, des Kommerzienraths einziges Töchterlein, und Vetter Franz, Auskultator und heimlicher Anbeter seines liebreizenden Kousinechens, beide in Balltoilette; sie in lichter Tüllrobe— er im tadellosen Frack. „Ich gebe Dir mein Wort, lieber Franz,“ sagte die Kleine, heimlich und scheu um sich blickend, ob auch Niemand in Sicht sei, „ich mache mir gar nichts aus dem heutigen Subskriptionsball! Bälle sind Heirathsbüreaux; was soll man dort, wenn man sein Theil hat? Ich nehme nur Dich zum Manne, das ist mein Ulti⸗ matum. Punktum!“ „Süße Eva, Du Kodex all' meiner Glückseligkeit!“ sprach der zaͤrtliche Auskultator,„ich würde das ganze Jus hingeben, und aus 8 28 8 3 Johann war beleidigt.. e 8363——— ——— — 213. S SSS Nach dem Originalgemälde von Prof. Rudolf Jordan. Die erste Lüge. 214 ö allen meinen Pandekten Papilloten für Dich drehen, wenn wir die dächtigen Franz die strenge Frage:„Hat sich Einer einen ungehörigen f Einwilligung Deiner Eltern zu unserer Verlobung erhalten könnten. Scherz erlaubt?“* 1 Es ist wirklich abscheulich, daß Papa und Mama noch immer wie Dem drohenden Ton gegenüber brach das Rechtsgefühl unseres * ein paar Strafgesetzesparagraphen vor unserm Glücke stehen. Ver. Auskultators durch.„Verzeih', lieber Onkel,“ sagte er kleinlaut, . möchtest Du nicht, ihnen wenigstens den Besuch des Subskriptions⸗„allerdings ein kleiner Scherz! Ich habe das Sammetetui vorhin, als balles auszureden?“ ich hier eintrat, auf Veranlassung Evchens“— wie er doch lügen „Unmöglich wars! Du weißt ja, Franz,“ und die kleine Eva konnte!—„welche die Neckerei ersann—“ lächelte spöttisch,„daß Papa heute Abend seinen neuen Orden zeigen„Das ist nicht wahr, er war's!“ rief Eva lachend dazwischen. will. Da müssen wir als Trabanten den neuen Stern umkreisen.„— Dort in die hintere Rocktasche Deines Paletots gesteckt.“ Ohne diesen hätte Papa nimmer an den Besuch des Subskriptions-„Welches Paletots?“ fragte unheilahnend der Onkel. balles gedacht.“„Dort in der Ecke—“ Franz wies nach dem bronzirten Kleider⸗ „Höre Schatz!“ rief Franz, von einer plötzlichen Idee begeistert, haken an der Wand, stockte aber plötzlich in seiner Rede, denn— „ich bringe den Orden auf die Seite. Er steckt in dem rothen der Haken war jetzt leer. 3 i Sammetetui auf dem Toilettentischchen. Ich lasse das Etui für einige Der Kommerzienrath sank in einen Sessel.„Weiter fehlte Zeit verschwinden, man wird suchen und suchen— wir betheuern, nichts,“ stöhnte er dumpf.„Das war Piefke's Paletot! Mein Papas Orden nicht angerührt zu haben— beweisen unsere Unschuld Orden fährt jetzt zum Frisiren nach Charlottenburg.“ — verlachen alle Indizienbeweise, denn wofür studirt man 1 Die Räthin war außer sich.„O, du mein Himmel, Franz, und erst, wenn es für den Besuch des Substriptionsballes zu spät was hast Du angestiftet!“ rief sie,„Piefke kann das Etui in der geworden ist, rücke ich mit meinem Raube wieder hervor.“ Pferdebahn verlieren.“ g 5 5 „um Gotteswillen, Franz. Du wirst doch nicht—?“ rief das„Oder sich darauf setzen,“ meinte Johann mit heuchlerischem junge Mädchen; aber schon war unser vielversprechender Mann des Bedauern,„und den Orden platt drücken.“ N Rechts fortgesprungen und hatte sich mit seinen sündhaften Plänen Aber mit strengem Tone wandte sich jetzt der Rath zu Franz. geradeswegs in des Kommerzienraths Zimmer geschlichen.„Herr Auskultator, sagte er,„wir sind geschiedene Leute. Ver. Evchen blieb einige Minuten allein, sich muthwillig und vor werthen Sie in Zukunft das Talent zu Taschenspielerstückchen bei 5 i. 2 g 1 445; Ihren juristischen E amina's, aber nicht mehr in meinem Hau 8 Verden ei eie be rebbend ob der bright: Indi f 285 ter hatte mit san Armensündermfeue 5 15 welche ihr geliebter Franz eben anzettelte. Schon kam dieser zurück.. 8 a e es i 3 Der 1 0 it aus seßen e 3 W.„ Abtheilung J., dem Wege geräumt. Der Onkel wird nun ein Kapitalverbrechen Ae 1 1 e i 1 5 5 5 5 8 5 e 1 20 aus dem Scherz machen: Anklage, Untersuchung, Beweisaufnahme, lie 5 10 1 G 0 1 bitte i. Zeugenverhör. So wird es zehn Uhr und wir entgehen dem lang⸗ 3 kresse ich in noch 15 eschäft; wenn nicht, so bitte ich Frau weiligen Ball. Aber jetzt komm, Evchen, Mama ist fertig mit Piefke sofort, nach Rückkunft ihres Mannes das weiße Patketchen in seiner Rocktasche an sich zu nehmen und so schnell wie möglich ihrer Toilette und erwartet uns.“ 1 e. 5 g in die Garderobe des Opernhauses zu schaffen. Dort kannst Du 1 eilten kichernd und kosend in das Zimmer der e den Orden dann anlegen, lieber Onkel. Aber ich hoffe, Piefke noch Während Franz und Eochen nun die Robe der Mama bewun— 5 5 8 1 5 1 inuten in der 0 derten, beendete der Hausherr seine Toilette mit Hülfe Johanns Der 8 1 Also e 05 9 Vorfahren!“ und zwängte die gedrungene Gestalt mühsam in den Frack hinein. 85 5 5 1 5 8 Johann stürzte nach Pelzen, Tüchern und Kapuzen, gab das Nur sehr prall und gefahrdrohend für alle Nähte umschloß das„ 80 f g gewaltsam ausgedehnte und krachende Kleidungsstück seinen Träger, Klingelzeichen für den Kutscher und 5 acht Minuten befand sich der 5 5 8 5 schwergeprüfte Ordensritter— leider für jetzt mit gänzlich verödetem der in der ballfestlichen Hülle an eine allzu fest gestopfte Wurst er⸗ Knopfloche— in Gesells chaft der beiden Damen auf dem Wege innerte. Der Orden, den Johann zu poliren gedacht, prangte noch na ch dem Balle 9 1 G Brust.— Piefke, unser Friseur, tänzelte jetzt Eine Viertelstunde wartete man schon in der Garderobe des f i i 2 ee dee ren e d l. kneten, rn. gin, a ler gen 1 1 0 1 15 g e 5 1 5 195 0 1 1 pn 725 wissen, was denn eigentlich vergessen sei, um was es sich handele? eien 1 0 5 Pier„Eine kleine Ueberraschung,“ sagte der Rath,„wartet's nur e Piefke, jetzt nichts mehr.“ 28 3 ab!“ Gewaltig warf er sich dabei in die Brust, die Sensation wach n len die Ohr 1 1 5 19 Hagen vorfühlend, welche der neu verliehene Orden im Freundeskreise er⸗ . a. e regen würde. 1 e e W ee en 1250 dem 9. e t 5 5 1 5 regung.„Herr und Frau Piefke waren nicht zu Hause, stammelke bronzirten Kleiderhaken seinen Paletot, den er beim Kommen im 15 fast athemlos,„ich hab's an die Kinder bestelt, sie erwarten Zimmer des Kommerzienraths abgelegt hatte, schlüpfte schnell in den ihren Vater jeden Augenblick; er frisirt in der Nachbarschaft und Rock, steckte den Zopf in die hintere Tasche und eilte mit der affen, spricht noch einmal im Geschäft vor, ehe er nach Charlottenburg fährt.“ 14 ö 1 N 1 . 1 0 4 artigen Geschwindigkeit, durch welche alle Haar- und Bartbeflissene„Was erwartest Du denn so ängstlich vom Friseur?“ fragte einer sich auszeichnen, davon. der Herren den Kommerzienrath,„etwa frische Bartwichse?“ Unterdessen plauderten die Räthin, Franz und Evchen über den„Abwarten!“ entgegnete der Gefragte mit selbstbewußtem Humor, Ball; man besprach noch einige Toilettendetails und die Mama ließ„formulitt indeß Eure Glückwünsche!“ eben mit zufriedenen Mienen die Ballrobe ihres Sprößlings eine Die Neugierde der Anwesenden stieg auf's Höchste. Jetzt kam letzte Revue passren, als im Zimmer des Papas plötzlich ein auf: plötzlich ein Garderobediener angestürzt.„Dies ist soeben für den fälliges Gepolter laut wurde. Heftige Rufe: Johann! Johann! Herrn Rath abgegeben worden,“ rief er und hielt einen kleinen, in Johann! machten sich vernehmbar. Endlich ertönte die elektrische weißes Papier eingewickelten Gegenstand in der erhobenen Rechten. Klingel. Franz und Eychen blickten sich heimlich lächelnd, mit Zeichen„Die Frau läßt sagen, es sei das Packetchen, welches sich in der des Einverständnisses an; die erschrockene Räthin wollte eben eine Paletottasche ihres Mannes vorgefunden habe.“ Frage thun, als der Hausherr auch schon in der offenen Thür er⸗ Alles horchte auf.„Papa's Orden!“ rief in jugendlichem Freuden schien. Mit geisterbleichem Gesicht rief er aus:„Der Orden ist ausbruche unser Evchen. weg! Hat einer meinen Orden gesehen? Kommt, kommt, helft suchen!“„Wie, ein Orden vom Friseur?“ wurde lachend gefragt. Alle stürzten nun in des Kommerzienraths Zimmer.„Hier stand Der Auskultator stürzte wie ein Wüthender auf den Garderobier, das Etui, neben der Bartwichse, ich weiß es bestimmt!“ jammerte bemächtigte sich des Packetchens, lüftete das Papier, und herausfiel Johann, der mit zitternden Händen auf dem Toilettentischchen herum.— Piefke's schwarzer Zopf! kramte. Aber mit durchdringendem Kriminalistenblicke musterte der Ein homerisches Gelächter erscholl jetzt von Seiten der Um⸗ Rath sämmtliche Anwesenden und richtete dann an den ihm ver⸗ stehenden.„Ich gratulire!“„Bist Du Pascha eines Roßschweifes s den del. ieee i 5 Nein n 1 N n eee e n 215.. 5 3 1 5 8 l geworden?“„Die Frau Kommerzienräthin hat ihren falschen Zopf vergessen, hahaha!“„Wo befestigt man diesen Orden?“ so tönten jetzt die heiteren Stimmen der Anwesenden in übermüthiger Laune durcheinander. „Er hat das Etui verloren!“ jammerte Frau Rath. Aber im Unglück zeigt sich erst die Größe eines Menschen. „Hier, Herr Auskultator,“ sagte ernst und würdevoll der unglückliche, beraubte Ordensritter, indem er dem betroffen dastehenden Vertreter des Jus den dunkeln Haarbusch in die offene Weste schob,„bewahren Sie ihn zur Erinnerung an Ihr erstes Spitzbubendebüt, und möge dieser schwarze Zopf sie stets daran erinnern, daß man seine Hände nicht in fremde Taschen stecken soll!“ Er wandte sich zum Gehen. „Kommt in den Saal, meine Freunde. Wir erregen hier bereits Aufsehen.“ 5 „Herr Kommerzienrath!“ rief Franz, indem er dem Erzürnten lebhaft den Weg vertrat, und mit seiner Rede die größte Heiterkeit der Gesellschaft erregte,„ich schwöre es: Ihr Orden befindet sich in der Paletottasche des Friseurs. Todt oder lebendig schaffe ich diesen Piefke noch heute zur Stelle, und wenn ich ihn bis an's Ende der Welt verfolgen sollte. Auf nach Charlottenburg!“ „Er kann das Etui verloren haben,“ jammerte Evchen,„wenn die Tasche nun ein Loch hatte?“ „Gut,“ lautete die erregte Antwort,„aber das Loch muß mir erst bewiesen werden. Ich nehme die Untersuchung selbst in die Hand.“ Wie eine Windsbraut stürzte der Auskultator dem Friseur nach, welcher seinerseits mit Brenneisen, Kämmen, Bürsten und, ihm selbst unbewußt, mit dem Orden des Kommerzienraths, fried⸗ fertig auf der Pferdebahn saß, die nach Charlottenburg fuhr. Unsere Gesellschaft begab sich endlich unter lauter Heiterkeit über die seltsamen Ereignisse in den Ballsaal. . Mitternacht war herangerückt; Evchen schluckte fortwährend Thränen herunter und die Frau Kommerzienräthin blickte neidisch auf jeden schwarzen Frack, der nur mit dem kleinsten Ordensschmuck versehen war, indem sie dabei traurig des verwaisten Knopfloches ihres armen Gatten gedachte, der so unverschuldet um den Triumph des Abends gekommen war. Aber der Rath fand einen Trost darin, mit einigen Freunden dem bekannten Monopol zuzusprechen, in dessen Anerkennung alle Politiker des Reichstages einig sind, dem Heidsick Monopole. In den süßen Tropfen dieses Göttertrankes löschte er nicht nur seinen Durst— welcher alle Ballväter aus— zeichnet— sondern auch allgemach die Erinnerung an den fatalen Umstand, daß der Traum seines Ehrgeizes in der Paletottasche Piefke's begraben liege. Zehn Minuten vor zwölf Uhr trat Franz athemlos an seinen Onkel heran.„Komm schnell, Onkel, ich hab' ihn. Ueberzeuge Dich nun selbst.“ Beide eilten aus dem Saale. bleiche und vor Schrecken schlotternde Piefke. Paletots waren umgekrempelt. „Herr Rath, man hat nichts bei mir gefunden,“ stammelte er trostlos,„der Herr Auskultator muß sich geirrt, oder ich das Etui in der Pferdebahn verloren haben. Gott! Gott! lassen wir den Orden nur morgen gleich in die Zeitung setzen. Für ein gutes Trinkgeld bringt ihn Jeder wieder.“ Mit einer wahren Berserkerwuth hatten sich nun Onkel und Neffe an's Untersuchen begeben. Franz schüttelte den armen Haar⸗ künstler rechts, der Onkel links. Man visttirte den Beklagenswerthen bis auf's Unterleibchen, seine Taschen wurden abermals um und um gekehrt. Wer weiß, wie lange diese Visitation noch gewährt hätte, wenn nicht plötzlich der Garderobier bemerkt hätte:„War etwa der Paletot defekt, und sollte etwa der Herr Auskultator das Etui an⸗ statt in die Tasche, zwischen das losgetrennte Unterfutter des Reckes und das Oberzeug gesteckt haben?“ „Dann könnte es ja zwischen Futter und Oberzeug ganz hinuntergerutscht sein!“ schrie Piefke. Franz bückte sich nun rechts, der Rath links; man untersuchte den Unterstoff des Paletots der ganzen Länge und Breite nach, und siehe da!— Franz fühlte endlich das theure Kleinod unter seinen tastenden Fingerspitzen. „Messer her! Hier steckt's, unter dem Futter!“ rief er. Welch ein Wiedersehen! Das Etui kam ganz am untern Saume In der Garderobe stand der Alle Taschen seines des Rockes wieder an's Licht der Welt. Der Orden wanderte endlich aus seiner undelikaten Verborgenheit an die Brust des Kommerzien— rathes. Mit der neu verliehenen, ihm jetzt doppelt theuren Dekoration stolzirte unser Ordensritter bald darauf strahlend, mit leuchtenden Mienen, durch die glanzerfüllten Festräume des Opernhauses, auf und ab, her und hin, in mitternächtiger Stunde. Als er plötzlich seiner Ehehälfte, welche den Tanzenden im Ballsaale zuschaute, an⸗ sichtig wurde, trat er hocherfreut an die Räthin heran und flüsterte ihr, auf den Orden deutend, heimlich zu:„Rosinchen, welche Angst habe ich um den Flüchtling ausstehen müssen, ich habe ihn mir— weiß Gott!— erst heute sauer verdient.“ f Franz und Evchen tanzten aber jetzt überglücklich alle Tänze, die das Orchester aufspielte,, und jagten wie toll durch die Ball⸗ räume; ja, der Auskultator war so übermüthig geworden, daß er einigen befreundeten Referendaren, die ihn fragten, was das für ein Orden sei, den der Onkel plotzlich trage, zur Antwort gab:„Das ist ein mitternächtiger Orden, er darf nur in der Gespensterstunde getragen werden!“ Als aber einer der Freunde weiter fragte:„Für welche Verdienste hat denn der Kommerzienrath diesen Orden erhalten?“ da neigte sich der Auskultator zum Ohre des Fragenden, damit es Evchen nicht hören sollte, und flüsterte lächelnd:„Das mußt Du den Kommerzienrath selber fragen; es hat dies— beim besten Willen! noch kein Mensch ergründen können.“ So rächte sich der Auskultator. schwarzen Zopf nicht vergessen. Er hatte seinem Onkel den Lose Blätter. Rosario de los comicos wurde die berühmte Prozession genaunt, die alljährlich am 2. Juli in Madrid stattfand. Sie wurde von den Schau⸗ spielern mit vieler Pracht ausgeführt und ist kaum seit fünfzig Jahren auf⸗ gehoben. Ein reichgekleideter Herold ritt mit der Fahne des heiligen Stephanus dem Zuge voran, in dem sich noch andere Fahnen befanden, an denen geweihte Rosenkränze hingen. Kein Priester, als die„Brüder⸗ schaft der Todsünde“, durfte diesen Zug der Bühnenkünstler begleiten. Mit Kerzen in den Händen gingen die Ordensangehörigen zu beiden Seiten der Prozession und klingelten fortwährend, so zu reichlichen Spenden ein⸗ ladend. Hin und wieder erhoben sie auch ihre Stimmen zu den Worten: „Opfert! opfert, daß wir Messe für diesenigen lesen, die in der Todsünde leben.“ So geschah es auf Befehl der Ingquisition. W. G. Der berühmte Hallesche Professor Thomasius besaß einen Hauslehrer, den Kandidaten der Rechte Rüdiger, der ihm eines Morgens erzählte, er wolle umsatteln.—„Weshalb?“—„Mir ist ein Engel heute Nachts im Traum erschienen und sagte zu mir, ich sei würdig, den Acker Gottes zu bestellen. Ich will also ein Geistlicher werden.“—„Nicht doch mein Freund! Ihr babt den Engel falsch verstanden, er hat ohne Zweifel den Gottesacker gemeint, das heißt Ihr müßt Arzt werden.“ W. G. Der Entwöhnte. In einer glänzenden Soirée zu Paris vereinten die Damen in ihren Toiletten Alles, was Geschmack, Eleganz und Reichthum nur gewähren kann; bei manchen e schien es jedoch, als hätte der Stoff in der Höhe nicht ausreichen wollen. Diese ungebührlich weit aus⸗ geschnittenen Kleider erregten allgemeines Aufsehen.—„Haben Sie je so etwas gesehen?“ fragte Jemand den anwesenden Schriftsteller Merimée.— „Nein,“ antwortete dieser,„seit ich entwöhnt wurde, nicht!“ M. Schlabrendorf. Wie wenig dazu gehörte, unter der Schreckensregierung in Frankreich den Kopf zu verlieren oder auch zu behalten, läßt sich durch eine Thatsache aus dem Leben des originellen Pariser Diogenes, des Grafen von Schlabrendorf, belegen.— Er sah mit hundert Anderen schon einige Zeit dem Tode entgegen, als eines Morgens, wie gewöhnlich, der Karren kam, die zur Hinrichtung bestimmten Opfer abzuholen. Auch sein Name wird aufgerufen; er murrt und widerstrebt nicht. Er kleidet sich schnell an, aber— die Stiefel sind nicht zu finden. Er sucht sie; auch der Kerkermeister hilft suchen— sie sind nicht da.„Ohne Stiefel kann ich nicht gehen,“ sagte er endlich zum Kerkermeister,„das sehen Sie doch ein; nehmen Sie mich d'rum morgen statt heute, es kann ja auf einen Tag nicht ankommen!“ Der Kerkermeister, von Natur nicht bösartig, willigt in einen unbedeutenden Aufschub von vierundzwanzig Stunden. Ein Kopf mehr oder weniger macht auf dem Karren keinen großen Unterschied.— Am andern Morgen steht der Graf gestiefelt da. Die Machthaber aber glaubten, sein Kopf sei abgethan, und der Kerkermeister fühlte sich nicht berufen, ihn be⸗ sonders anzugeben; er entließ ihn zwar nicht der Haft, aber es dauerte nicht lange, so war Robespierre gestürzt und Schlabrendorf frei wie hun⸗ dert Andere. 5 e ee 3 De ee eee ee ae VE 0 d 1 n g b 3 Jemand besitzt ein quadratisches Grundstück e, d, o, g, dessen eines Viertel a, b, g, f, gleichfalls F von einem Gebäude eingenommen wird, und will den übrigen Theil a, b, o, d, e, f in vier gleiche Theile theilen, welche auch gleichgestellt(also congruent) sind. Wie macht er das? Geographisches Silbenräihsel. Hau de der ja heim litz ma nei o o ra ri ro ster stricht türk za Das erste Wort ist eine Stadt der Niederlande. Das zweite ist ein Fluß in Preußens Staat, In Oestreich ist die dritte nah' am Meeresstrande. Das vierte Wort erinnert an Napoleons Heldenthat. Das fünfte kannst du in Brasilien schauen. Das letzte ist ein Fleck in Baierns Gauen. Wenn du die Anfangslettern recht zusammenstellst, Von oben abwärts einen Kelle du erhältst, Und ebeuso, wenn du am End' die Lettern liest, Von unten aufwärts es derselbe Meister ist. Magisches Quadrat. Aus folgenden Buchstaben: ee e . * 1 N* r sind vier Wörter zu bilden und so zu ordnen, daß dieselben, von oben nach unten und von links nach rechts gelesen, in den korrespondirenden Reihen gleiche Worte ergeben. Die vier Reihen ergeben: J. Einen Gott der alten Deutschen. 2. Die sagenhafte Gründerin von Karthago. 3. Ein Götzenbild. 4. Eine Stadt in Ikalien(Provinz Terra). zueisübige Charade. Mein Ganzes zählt drei Buchstaben Und vor- und rückwärts ist es gleich. Es kann mit Web und Lust begaben, Ist Hölle bald, bald Himmelreich. Du findest es in allen Zonen, In Süd und Nord, in Ost und West; In Bauernhütten und auf Thronen Beginnts mit einem Freudenfest. Du sinnst?— Vernimm' das Wörtchen, ehe Dein reger Scharfsinn es entdeckt: Doch räthst du's nun nicht, so gestehe: Das Räthsel 5 mich 15 8 Auflösung des Siilbenrötbsels in voriger Nummer: 1. Feuerwerk. 2. Richelieu. 3. Indischer Ocean. 4. Elise. 5. Darfur. 6. Rendez⸗ vous. 7. Irland. 8. Cagliostro. 9. Herder. 10. Dalelf. 11. Erich. 12. Nionerd. 13. Gay. Lussac. 14. Reichenbach. 15. Obelisk. 16. Schan⸗si. 17. Schlüter. 18. Eisenach.— Friedrich der Große; Kunersdorf, Hoch⸗ kirch;— des Räthsels: Das Glas;— des Schneckenhauses: Mitten fang zu lesen an Und du kommst an's End' alsdann, Schneckenförmig grad und krumm Schlängelt sich mein Wunsch herum! Er enthält Zufriedenheit Bis in graue Ewigkeit. Schach. Problem Nr. 456 von G. Chocholous in Bodenbach. Schwarz. .. ,. e 5 2 ** 5 8 N * , *„ 188 18.. e 1 3280. 15 3 0 Weiß zieht an und setzt mit dem dritten Zuge Matt. 8 Weiß. Auflösungen. 1 Problet Nr. 449 von E. Enderle in London. 6 1) Selb Ked4—es3 2) Sb2— 47 Kes-— dg(ea) 3) 8b3— 51. 1 4 Varianten: 1).. Sds 2) Sder kes 3 8g4 Matt Auf ee n folgt das 1 Drohspiel 2) Scbtr Kes a0 8g4 Matt; die Gegenzüge 1)„ kKd5,(5-e und 843 führen noch zu drei weiteren Endstellungen: 29. Keb: 3) 15; 2.. K4d5 3) Ts und 6 8 1 1 S. 3) 713: Matt.— Die Lösung wurde angegeben von W. Kron in B.; Dr. Boeltel 6 A. B. in C, Dr. Wehrmeister in M., Dr. Knopf in G., H. Hundt in A, Th. Kraus in. H. Michaelis in Th. Problem Nr. 450 von J. Barsdorf in Crefeld. 1) 8g3—15 Sd-c 134 2) Dbéß—a7! Scé6—a7 ꝛc. 9 3) Stö5—es, Ses resp. Df7f Varianten: 1).. Ke 2) Sde et Kes(d5) 3) Db2(45) Matt. 1) S6 zieht 2) 871 Kea 3) Ob4 Matt. i.. ab-—a5 2) Db 5 ꝛc. Die wenigen noch fehlenden Gegenzüge sind schwächer, das Matt(S7 resp. Dp) erfolgt nach demselben schon im zweiten 85 Trog des Zugzwanges bietet die Auffindung des ersten Zuges keine besondere Schwierigkeit.. starke Erwiderung, die jeden andern Versuch als Stöß und 07 auge ienscheinlich vereitelt, läßt dem Löser keine weitere Wahl, für diese Schwäche 1 85 er schöne zweite Zug des Hauptspieles.— Die Lösung wurde angegeben von in C. Hundt in A.,%, Wehr⸗ meister in M., Dr. Knopf in G., Th. Kraus in B, W. Kron in B., H. Micheelis in Th. Partie Nr. 261. Neunte Macchpartie, gespielt im britischen Schachklub zu London am 26. Mai d. J. Weiß: J. H. Blackburne. Schwarz: J. H. 2 8 1) e2—e4 27e 14) Le5-t: ö 2) 8g1—13 Sbs c 15) Sd2—13 07e* 3) III—b5 SgS 6 160 Laab Kgs hs 4) d2—d4 e5-d: 17) Ddd—h4 b7-bß 5) 0—0 a7-ab 18) Lba-es Les eb: 1 6) Lbö5-a LfS-e? 19) Teles: DdsS-d7 I 7) TfI—el!) 0—0 20) Dha-h3 9 Tas ds! 8) e4—e5 S816—48 21) Tall Dd7 7) 9) Sks- da: Sc da: 22) 8135 Df 86 10) Ddl-da: 17165) 23) Sg5— ell d6—d5 11) Lel-f4 16— eb: 24) Se4—f6: 11816: 12) LfA esd: Le7—f6 25) Te6—t6: Dg6—f6: 13) Sb1—-d2 d7-d als Remis aufgegeben. 0 f I 1) Die gewöhnliche Fortsetzung ist: 7) e4—e5 Stü—ed 8) 83 dg: 2) Das Chess- Monthly bemerkt zu diesem Zuge, daß Weiß den— 57— b5 11) Lö3s 7 — cb drohenden Offierverlast durch Dea! pariren konnte 5 Der naturgemäße aber auch allein richtige Zug! selbst auf Det wäre ein Ofstier verloren. ö N. Mit der Drohung den Springer zu schlagen. ö 5) Weiß darf nun den Bauer di nicht nehmen, da Schwarz nach Abtausch des Thurmes mit der Dame auf 22 schlagen würde. 5 ö Berichtigung. In dem Problem Nr. 453 ist ein schwarzer Bauer auf bs hin⸗ zuzufügen.. Aus der Schachwelt. Der Match zwischen Zukertort und Blackburne ist am 9 Juni zu Gunsten des —.— entschieden worden. Zukertort, welcher in der letzten Partie den* hatte, er⸗ öffnete mit ee—e4 und erst im Endspiel nach hartnäckigem Kampfe gelang es seinem Gegner. den Sieg zu erringen. Das Schlußresultat ist demnach Blackbur ne 5, Zutertort 1, bei 8 Remispartien. Druck und Verlag der„Volts-Zeitung“, Akt.⸗Ges. in Berlin, Lützowstr. 105.— Verantwortlicher Redakteur: R. Elcho in Berlin, Lützowstr. 105. —