Jeder Nachdruck aus dem Inhalt dieser Zeitschrift wird strafrechtlich verfolgt werden. zu den Oberhessischen UMachrichten. Nr. 5. Gießen, den 31. Januar. Die Schwestern. Von Frida Schanz. (Schluß.) Wit einem kräftigen, willensstarken Entschluß raffte ich mich endlich aus meinem Brüten empor.— Wieder und wieder, bis ich mich völlig überzeugt glaubte, hielt ich es mir vor, wie tollkühn es sei, an einem Glück zu mäkeln, das mir der Himmel in über⸗ schwenglicher Güte an's Herz gelegt,— wie sündhaft, die un⸗ vergleichliche Treue und Sanftmuth einer so ungewöhnlich edlen, vornehmen Mädchenerscheinung, wie Marianne es war, gegen die Vorzüge einer anderen abzuwägen. Mit dem Gefühl eines erkämpften Sieges über eine erwachende Leidenschaft kam mir endlich meine Ruhe wieder und mit ihr ein 5** 5 9— 77 1 1 Hauch jener Freude, die ich noch vor wenig Tagen so voll und wohl⸗ thuend bei dem Gedanken an das Kommende empfunden hatte. Dringender, als je vorher, erwuchs mir nun das Bedürfniß nach einer Aussprache mit Mariannen. Im Darlegen meiner Zukunfts- pläne, der künstlerischen Errungenschaften und Hoffnungen, die mir aus dem Pariser Aufenthalt erwachsen, wollte ich mir Bestätigung ihres Verständnisses, ihrer Theilnahme, ihrer seelenvollen Neigung uchen.— Ihren klangvollen Namen leise auf den Lippen tragend und ihr liebenswürdiges, anmuthiges Bild mit meinem geistigen Auge um⸗ fassend, schritt ich die Treppe nach ihrem Zimmer hinab. „ 0 0 K Zum ersten Mal stand ich, Einlaß begehrend, vor diesem Mädchenheiligthum still.— Vielleicht wäre alles, alles anders ge⸗ kommen, wenn jetzt, da mein ganzes Herz ihr ehrlich entgegen— schlug, ihr trautes„Herein“ auf mein erwartungsvolles Klopfen erklungen wäre, wenn sie mir vergönnt hätte, in ihrer reinen Nähe von dem kaum bezwungenen Sturm zu rasten, mein heißes Haupt knieend in ihren Schooß zu bergen und meine bedrückte Seele im Vertrauen auf ihre geduldige Liebe ihrer Bürde zu entlasten. Aber das mit Zittern erwartete:„Herein“ erscholl nicht, kein Laut, kein Tritt regte sich drinnen!— Als ich voll Erregung und Ungeduld die Thür k öffnete, fand ich das Zimmer leer und sah mich nun in selbstvergessener Rührung in dem traulichen Nestchen um, von dessen Ordnung und Harmonie nur das in scheinbarer Achtlosig— keit über die Lehne eines Divans gebreitete Brautkleid abstach. Zum ersten Male überkam mich im Banne dieses kirchenstillen, resedaduftenden Gemachs mit seinen weißumwallten Fenstern, seinen von der braunen Wand abstechenden, edelschönen Büsten und Zeich⸗ nungen, seinem blumengeschmückten Arbeitstischchen und den mit den zartesten und sinnigsten Luxusgegenständen bedeckten Konsolen eine Ahnung des Opfers, welches das Weib in selbstloser, stillschweigen— der Zärtlichkeit dem Manne bringt, mit dessen Heim sie das theuere Asyl ihrer Mädchentage vertauscht. Ein rascher Schritt, der auf der Treppe erscholl, weckte mich aus meinem Sinnen. „Ah, Du hier, Veit,“ ertönte Oktav's Stimme von der Thür her,„hast Du nicht Käten gesehen?“ „Nein, aber ich suche Mariannen, vielleicht kannst Du mir helfen!“ „Gewiß,“ entgegnete er.„Ich glaubte, Du seist bei ihr.— Soeben sah ich ihr Kleid noch zwischen den Rüstern im Park.— Ich muß nämlich Ausschau halten, daß ihr Beide uns nicht zu nahe kommt, wir halten Proben ab.— Wo nur Käte steckr?: „Wenn ich sie sehe, schicke ich sie Dir,“ rief ich ihm noch nach, als er mich an der Hausthür verließ, um dem Gartensalon wieder zuzueilen, durch dessen Glasthüren ein köstliches Gemisch von jungen lachenden Stimmen in die geheimnißvolle Schwüle des sinkenden Sommernachmittags hinein hallte. Ich weiß nicht, ob es der glückverheißende Klang dieser Stimmen allein war oder die Zusammenwirkung derselben mit dem flimmern⸗ den Sonnenduft, der durch das reglose Laub auf Büsche und Halme rieselte, dem lichtüberströmten Himmel, dem feinen geheimnißvollen Hauch, den Fichtenharz und Rosen in die Luft webten und dem in meinem Innern nachhallenden wehmüthigen Entzücken, das ich aus Mariannens Zimmer mit hinweggenommen, was mich plötzlich in eine so eigene, traurig-süße Feststimmung versetzte. Mit jedem Schritt, den ich in das immer dichter verwebte Düster des Parkes that, wurde die Sehnsucht, mit der ich Mariannen entgegenblickte, weicher und zärtlicher, die Hoffnung auf das Werdende freier und sorgloser.— Die lieblichen Strophen von Heyse's stimmungsvollem Hochzeitslied für mich hinsummend, ging ich dem Ruf einer Drossel nach, weiter und weiter in das lichtdurchblitzte, dämmergrüne Meer hinein, in dessen Tiefe ich mir ein Stelldichein mit meinem Mädchen träumte, das die Qualen der letzten, furchtsamen Ahnungen, die mir noch den Sinn beschwerten, für immer bannen sollte. Während ich so, mit allen Fasern meines Seins in dem mir zugedachten Glücke Wurzel zu schlagen suchte, übertönte plötzlich ein leises, schmerzliches Schluchzen das verheißungsvolle Drossellied, das mich dahergelockt hatte. Ueber Ranken und Gestrüpp hinweg folgte ich dem seltsamen Klageton bis in einen pfadlosen, mit Ginsterstauden überwucherten Theil des Parkgehölzes, dessen schlanke Fichtenstämme gleich Säulen aus dem goldigblübenden, lichtüberströmten Untergrund emporragten. An einem dieser Stämme lehnte Käte im dünnen, weißen Fest⸗ gewand, welches ein blitzender Gürtel leicht und malerisch zusammen— hielt. Ihr langes, wundervolles Haar, das in weichen Wellen über die weißen Falten fluthete, schmückte ein schlichter, goldener Reif, dessen Farbe sich kaum von dem flimmernden Glanze des ent— fesselten Gelocks abhob. Beim Schall meiner Schritte hob sich das junge Gesicht, d 2 as —— 8 Lächeln voll Muth und Ergebung.— Der kleine Kahn, zur Hälfte mit Seerosen gefüllt, trieb auf den Wellen. „Sie wollte sich Blumen zum Feste holen und hat sich zu weit vorgeneigt!“ klagte Oktav mit den jungen Gästen. Nur Marianne und ich,— wir wußten es besser!“ Auf meinen Armen trug ich die liebliche Leiche ins Haus; kein Belebungsversuch erzeugte auch nur eine Spur von Roth auf ihren Wangen. Des Freiherrn entsetzliches Weh, Oktav's herzbrechender Jammer, Gottlieb's und der Uebrigen Erschütterung zu beschreiben, wäre unmöglich. 5 N Nur Mariannens Augen und die meinen blieben thränenlos. In stummer Verzweiflung kniete ich am Bett der Todten, bis eine barmherzige Ohnmacht ihre düsteren Schleier um mich wob. Lange, lange lag ich besinnungslos, in seligem Vergessen. Als ich im Mittagssonnenschein des nächsten Tages erwachte, führte mich Oktav, der schluchzend an meinem Lager gesessen, durch die verödeten Gastzimmer nach jenem rothen Saal, wo nun die Gestorbene unter den strahlenden Augen ihrer Mutter in den Sarg gebettet lag.— Ihr schöner Leib war von Mariannens Brautkleid umhüllt und auf dem gelösten, goldenen Haar ruhte der Myrthenkranz, den sie der Schwester nicht überreichen wollte. Zehn Jahre sind seit jenem Scheiden verflossen.— Ich habe dieselben im weitesten Sinne der Trauer um die süße Todte ge— widmet, denn mein Leib und mein Geist war durch die Erschütterung des Schmerzes in ein langes, thatloses Siechthum verfallen, aus dem mich weder ärztlicher noch geistlicher Beistand zu erretten ver⸗ mochte. Auch meine Kunst war mit meinem Glücke gestorben.— In Florenz, wohin ich mich vor der quälenden Theilnahme meiner Freunde flüchtete, fristete ich mir von dem Ertrage einiger Zeichen⸗ stunden mühsam mein Leben. Hier war es, wo Octav, der liebe, treue, geduldige Gesell, mich meiner feindseligen Verbitterung zum Trotz vor Kurzem aufgespürt hat.— Das Wiedersehn mit dem jungen Genossen, der inzwischen schön und edel wie ein Apoll herangeblüht war, erschütterte mich so gewaltsam, daß zum ersten Mal seit zehn Jahren ein heißer Thränenstrom meine im Schmerz erstarrte Seele von ihrem Eises— bann befreite. Unermüdlich hat der geliebte Freund indessen sein Samariter⸗ werk fortgesetzt, dessen Vollendung er sich, wie er in seiner heiteren, frischen Weise sagt, zur Aufgabe gestellt hat, ehe er nach seines greisen Vaters Wunsch die Bewirthschaftung von Sassen übernimmt, um derentwillen er seiner militärischen Karriere entsagt hat. Indem er mir seine Hoffnungen und Pläne enthüllte, zwang er auch mich mit sanfter Gewalt, von dem Vergangenen zu plaudern und in der Zukunft Zwecke und Ziele, die ich verloren hatte, wieder— zufinden. Sogar arbeiten lernte ich auf's Neue, da er nun, wie in ver— gangener Zeit, mit den treuen Augen den Bewegungen meines Pinsels folgt. 2 Als wir vor einigen Tagen an einem naßkalten Decemberabend durch die dämmernden Straßen gingen, blieb er plötzlich stehen. „Weißt Du, daß es bald Weihnachten wird und daß ich nach Haus muß?— Der Vater und Marianne allein zum Fest mit ihrer Wehmuth,— das ist unmöglich! Und doch gehe ich nur unter einer Bedingung. Ich will es nicht besser haben, als Du! — Komm Du mit mir, das ist meine Bedingung!“ Da nach zehnmaligem traurigem„Nein“ sich endlich ein schwer— müthiges„Ja“ meinen Lippen entwand, jubelte er:„Nun habe ich gewonnen! Weißt Du noch, wie wir vor langen Jahren zum ersten Male in Sassen einfuhren? wie Mariannens liebe Augen uns willkommen hießen?— Ach, Veit, wenn Du wüßtest, wie weh es ihr thut, daß Du Dein Leid so allein vertrauerst! Meinst Du, daß sie kein Recht habe, Dir eine Freundin zu sein?— Aber was sehe ich?— Nein, nein,— jetzt keine Thränen!— Du hast es versprochen, Du bist unser Weihnachtsgast! Und— vielleicht ent— zündest Du Dir zum zweiten Male eine Lebenshoffnung am Lichte der Christtanne!“ 36 WD hatte auch für den flüchtigen Beobachter etwas Fesselndes. Zuweilen Hein bester Freund. Novelle von Karl Wartenburg. Es war ein großer, aber trotzdem anheimelnder Raum das Café national, in dem ich zur Zeit, da sich die nachstehende Geschichte zutrug, mit meinen Freunden verkehrte. Die dunklen Tapeten, von Cigarrendampf und Gasgluth gebräunt, paßten zu dem mächtigen Pfeiler in der Mitte, von dessen Kopf die hohen Schwibbogen der Decke ausliefen, wie zu den Tischen mit braunen Holzplatten und den kleinen Sesseln mit Strohgeflecht. Der Cafetier, ein alter, dicker, weißköpfiger Graubündtner, der vor vier Jahrzehnten als junger Mensch in diese große Handels- und Universitätsstadt ein⸗ gewandert war und es durch Sparsamkeit und Fleiß vom armen Zuckerbäckergehilfen bis zum wohlhabenden Eigenthümer gebracht hatte, hielt weniger auf Vergoldungen, Marmortische und Wand⸗ spiegel, als auf guten Kaffee und echtes Kirschwasser. Auch fand man bei ihm die meisten Zeitungen. Der alte Selly hatte, als in der Schweiz der Sonderbundskrieg 1847 ausbrach, eine be⸗ deutende Summe für die Verwundeten in die schweizerische Hei— math geschickt, da er zu dick war, um selbst die Flinte zu ergreifen. Das Bildniß des Gemahls Dufour, des Besiegers des Sonderbundes, hing in einer Nische inmitten der Portraits Robert Blum's und Friedrichs von Schiller. 5 Robert Blum war für ihn der unvergeßliche Freiheitskämpfer und Märtyrer des Jahres 1848; und in Schiller verehrte der alte Schwyzer den Sänger des Tell. 8 Diese Bilder waren übrigens die einzigen Kundgebungen Sellys bezüglich seiner politischen Meinung. In Unterhaltungen über Politik ließ er sich nie ein. Seine ganze Beschäftigung bestand darin, hinter seinem Büffettisch, wo er Sommer und Winter in heller Jacke, die weiße Schürze über den dicken Leib gebunden, saß, die beiden Kellner, junge Landsleute von ihm, zu überwachen. Das Cafe war der Sammelplatz freisinniger Männer aller Stände, wenn schon auch Andersdenkende dasselbe besuchten. Den Parteihaß von heute, der sogar öffentliche Lokale für Anhänger einer gewissen Richtung in Acht und Bann thut, kannte man damals noch nicht. Es war in den ersten Tagen des Jahres 1859. Der bleierne Druck, welcher nach dem Scheitern der großen Volksbewegung von 1848 und 1849 auf Deutschland lag, begann zu weichen. Noch saß zwar der Bundestag zu Frankfurt am Main, noch hielten die Beust, Dalwigk, von der Pfordten, die Minister des Rückschritts, die Zügel in den Händen, aber die Reaktion schauerte schon zu⸗ sammen vor dem frischen Hauch, der durch Deutschland zu wehen anfing. Das Rußland des Czaren Nikolaus war mit Sebastopol in Trümmer gesunken, der Czar selbst in das Grab. In Preußen war die neue Aera angebrochen. 5 Im Café national ging es um diese Zeit stürmisch zu. Man stritt sich stundenlang darüber, ob es zwischen Oesterreich und Frank reich und Italien zum Kriege kommen werde, welche Rolle der deutsche Bund und Rußland spielen würden, wer siegen werde. Die große Mehrheit der Gäste, Studenten, Schriftsteller, Kaufleute, Künstler, Gelehrte, Techniker wünschten die Niederlage Oestreichs, in dessen Regierungssystem sie den Erbfeind der deutschen Einheit und Freiheit erblickten. Blos ein paar junge Regierungsassessoren traten für Oesterreich in die Schranken, da es zum deutschen Bund gehöre; deshalb müsse man seiner Armee auch den Sieg wünschen. Unter den Besuchern des Café National gab es nur Einen, der sich niemals an diesen Gesprächen betheiligte, obwohl er ein täglicher Gast in dem Lokal war. Es war dies ein schlanker, blasser, bärtiger Mann in mittleren Jahren, der regelmäßig um sechs Uhr Abends mit seinem Hund erschien, sich in die Fensternische mit den Bildern setzte, seinen Kaffee trank und die Zeitungen las. Zuweilen raunte er ein Wort seinem Hund zu, der, stets zu seines Herrn Füßen liegend, der unzertrennliche Begleiter des Mannes war. Es war ein mittelgroßes schwarzes Thier mit langen herab⸗ hängenden Ohren und weißen Vorderpfoten. Der Hund war nicht mehr jung. Er konnte seine elf oder zwölf Jahre auf dem Rücken haben. Man sah es auch an dem klugen, verständigen Ausdruck seines Gesichts, besonders seiner braunen Augen, daß er seine Er— fahrungen gemacht hatte. Das Verhältniß zwischen dem Hund und dem blassen Mann een . e. r 1 Der Stutzer vom Jahre 1793. der nahen Apostelkirche f 238 DR hörte man, wie der Mann dem Thier etwas zuflüsterte, ein Wort, das kaum die Nächstsitzenden hörten, das aber von dem Hunde ver— standen und mit einem verständnißvollen Blick beantwortet wurde. Gewöhnlich verweilte der Fremde, dessen Namen selbst den Kellnern noch ebenso unbekannt war, wie am ersten Tage seines Erscheinens, eine Stunde im Kaffeehaus. Wenn es auf dem Thurm sieben Uhr schlug, legte er die Zahlung auf das Kaffeebrett und ging. Nur selten, wenn die Zeitungen besonders interessante Nachrichten brachten, blieb er länger, nicht zum Vortheil seiner sichtlich sehr angegriffenen Lunge. Denn um diese Zeit füllte sich das Café mit zahlreichen Gästen, deren dampfende Cigarren die Luft verschlechterten und die Brust des Unbekannten zu heftigem Husten reizten. Dann erhob sich der Hund, legte seinen Kopf auf die Kniee seines Herrn und blickte denselben so ausdrucksvoll an, daß dieser, unfähig der stummen, aber doch eindringlichen Mahnung zu widerstehen, die Zeitung weglegte. Wenn er sich dann zum Gehen erhob, folgte ihm das Thier froh wedelnd, erfreut, daß sein Herr seiner Aufforderung gefolgt war. Zuweilen traf es sich, daß ich zufällig zu gleicher Zeit das Café verließ; dann kam es mir vor, als spreche der Mann mit dem Thier, das immer dicht neben ihm herschritt. 1 Meine Freunde und mich interessirte der Mann, obwohl wir nie ein Wort mit ihm gewechselt hatten. Er wich jeder Unter⸗ haltung aus. Doch entging es uns nicht, daß der stumme Gast, wenn die Unterhaltung auf die politischen Tagesfragen kam, mit großer Theilnahme lauschte. Zumal, wenn sich die Meinung geltend machte, daß eine Niederlage Oesterreichs in Italien eine Auferstehung der Freiheit und Einheit Deutschlands zur Folge haben werde. Bei solchen Worten leuchtete es in den Augen des Unbekannten auf und über sein blasses, krankhaftes Gesicht flog ein flüchtiger rosiger Schimmer. Mit jedem Tag wuchs indessen die Spannung auf dem politischen Schauplatz. Die Wahrscheinlichkeit eines Krieges wurde immer größer. Jugleich aber wurden die Vertheidiger der österreichischen Herrschaft in Italien zahlreicher und lebhafter. Es waren vor Allen zwei jüngere Assessoren und ein ihnen befreundeter Baron von Grüner, welche diesen Standpunkt ver— traten. Baron Grüner, ein Mecklenburger von Geburt, war ein Mann von einigen vierzig Jahren. Groß, breitschultrig, mit wein— rothem Gesicht, kurzgeschnittenem flachsartig blonden Haar, starkem röthlichen Schnurrbart, den er in lebhafter Erregung durch die Finger laufen ließ. Von seinem Vorleben wußten wir nur Weniges. Er war in sehr jungen Jahren Lieutenant in einem österreichischen Kavallerieregiment gewesen, später Adjutant im Dienst eines kleinen deutschen Fürsten. Eine reiche Heirath hatte es ihm ermöglicht, den Dienst zu quittiren. Er war Wittwer. Er hielt sich wegen einer Prozeßsache aus einer Erbschaft in der Stadt auf und seine Bekanntschaft mit den Regierungsassessoren war die Veranlassung, daß er auch öfters in das Cafe kam. Er war auffahrend, stolz, anmaßend, ein Feind jeder freisinnigen Meinung. In seinen Augen waren die Völker die leibeigenen Sklaven der Fürsten, wie vor noch fünfzig Jahren die Bauern in seiner mecklenburgischen Heimath das Eigenthum der Ritterguts— besitzer gewesen waren. Er duldete nur ungern einen Widerspruch und renommirte viel mit seinen Duellen, die er bestanden habe. In seinen Augen waren die Italiener Rebellen, die sich gegen ihren Landesherrn empörten, Kerle, die den Korporalstock, Spießruthen und Galgen verdienten. Pulver und Blei seien noch viel zu gut für sie. Da gab es nun zuweilen sehr leidenschaftliche Auseinander— setzungen, die vielleicht nur deshalb keine ernsteren Folgen hatten, weil man den Baron für etwas beschränkt hielt und ihn nicht sehr ernsthaft nahm, und weil sodann die Bekannten desselben, die beiden Regierungsassessoren, gute und artige Menschen, als Vermittler guftraten. Eines Tages indessen, an einem kalten Februarabend, war der Baron, der von einem sehr reichlichen Diner kam, verletzender als je. g Das Café war sehr gefüllt, auch der Mann mit dem schwarzen Hunde saß still in seiner Nische, in unmittelbarer Nähe des Barons Grüner und las in der„Augsburger Allgemeinen Zeitung,“ welche damals die zahlreichsten Mittheilungen über die Vorgänge in Italien enthielt. Ein Ingenieur meinte, wenn Italien frei von der österreichischen Herrschaft würde, dann müsse das auch für Deutschland gute Folgen haben. Daun würde das Werk, das man 1848 begonnen, zu einem guten Ende geführt werden. 2 „Sie meinen das Werk der Freischärler,“ fiel der Baron ein, „der Banditen, die den Fürsten Lichnowsky und General Auerswald todtschlugen und den Kriegsminister Latour in Wien an den Laternen— pfahl aufhingen?“ 5 „und Robert Blum, den Windischgrätz todtschießen ließ, obwohl er als Mitglied des Parlaments unverletzlich war? Und die unga⸗ rischen Generale, die Haynau in Arad hängen, die Frauen, welche er in Brescia peitschen ließ? Von anderen Gräuelthaten gegen die Volkskämpfer gar nicht zu reden,“ entgegnete der Ingenieur lebhaft. „Volkskämpfer?“ höhnte der Baron und zog seinen rothblonden Schnurrbart durch die Finger.„Volkskämpfer nennen Sie die Kerls von Achtundvierzig? Räuber, Bummler, schlechte Subjekte waren sie Alle! Gegen ihren rechtmäßigen Souverän haben sie gefochten,“ schrie er dunkelroth vor Wuth,„die Schleswig-Holsteiner waren eben solche Rebellen, wie die Italiener. Und ich wiederhole es, alle diese Volkskämpfer von Achtundvierzig, mögen sie nun auf den Barrikaden oder in Schleswig-Holstein gestanden haben, sind Lumpengesindel gewesen... Alle...“ wiederholte er herausfordernd und den Ingenieur und ein paar Studenten, die sich bei diesen Worten er— hoben hatten, scharf fixirend. g Da, noch ehe Jemand etwas erwidern konnte, sprach hinter dem Baron eine ruhige, klare, fast sanfte Stimme: 05 „Das ist eine Verleumdung, die Niemand beweisen kann.“ Alle Köpfe wandten sich überrascht nach dem Sprecher. Das Er⸗ staunen wurde noch größer, als man entdeckte, daß es der Unbekannte war, welcher den Widerspruch erhoben hatte. Der Baron wurde purpurroth im Gesicht. Seine Stirnadern quollen auf und lagen wie Stricke über den Schläfen. Mit rascher, heftiger Geberde stand er dem blassen unbekannten Manne drohend gegenüber, Auge um Der Unbekannte, der sich hoch aufgerichtet hatte, war eben Auge. so groß als der Baron, nur viel schlanker, schmächtiger, seine Hal— tung, nach vorwärts geneigt, wie das bei Brustkranken der Fall, weniger stramm. Sein Hund hatte sich gleichfalls erhoben und seine klugen treuen Augen wanderten beobachtend von den Zügen seines Herrn auf das drohende Gesicht des Burons.— f „Wer sind Sie? Wie können Sie sich unterstehen, sich in unser Gespräch zu mischen?“ fuhr Herr von Grüner den Unbekannten an. Zu jener Zeit herrschte noch nicht die militärische Vorstellungsweise von heut zu Tage in gesellschaftlichen Kreisen. Man trat damals noch nicht in öffentliche Lokale an einen Tisch und stellte sich mit den Worten„Kaufmann Schulze“ oder„Assessor Lamm“ der Tafel— runde vor, sondern überließ die Vorstellung dem Zufall und der Gelegenheit. N Der Unbekannte hatte diese Gelegenheit nie gesucht. Desto mehr überraschte seine heutige Einmischung. Auf die brutale Frage des Barons zuckte er leicht mit den Achseln. „Mein Name thut nichts zur Sache,“ entgegnete er, dem drohen— den Blick des Barons begegnend.„Aber das, was Sie soeben sagten, war eine Verleumdung.“ f Es lag etwas in dem Wesen des Fremden, das auf jeden An— wesenden einen tiefen Eindruck machte. Etwas Entschiedenes, Festes, das sich nicht leicht durch laute, drohende Worte einschüchtern ließ. Der Baron mochte selbst so etwas fühlen. „Ich bin der Baron von Grüner, Ritter..“ Er nannte eine Anzahl Orden, die ich vergessen,„Erb, Lehn- und Gerichts- herr auf Klein-Malchow und Groß-pelzin.“. Als der Fremde den Namen hörte, zuckte er leicht zusammen und richtete einen raschen forschenden Blick auf das vunkelrothe zorn— glühende Gesicht des Barons. Es schwebte ihm sichtlich eine Frage auf den Lippen. Dann aber bezwang er sich und entgegnete ruhig: „Ich habe nichts dagegen, ich möchte Sie nur bitten, Ihre Ver⸗ leumdung zurückzunehmen.“ g „Herr, Sie werden unverschämt,“ schrie jetzt der Baron.„Wer sind Sie, frage ich noch einmal?“ Der Andere zögerte einen Augenblick. Auf seinen blassen Wangen brannten zwei glühend rothe Flecken. ö „Meine Name thut nichts zur Sache,“ sagte er endlich in halb— lautem Tone,„indessen wenn Sie ihn kennen wollen ich heiße Walther Frank. Aber nun bitte ich Sie nochmals,“ setzte er mit lauter, fester Stimme hinzu,„Ihre Behauptung zu widerrufen.“ Der Vorgang hatte etwas Eigenthümliches, so daß die sämmtlichen En — r——————— ·-w—.————— 8 ö 39 W= 0 J Geäste des Cafe's, welche die Beiden umgaben, lautlos seiner Ent— Polnische Nationaltänze.„Wer ein polnisches Dorf gesehen hat, weiß, 1 wickelung folgten, ohne weder für den Einen, noch für den Andern 1 een sagt das e das mau mit gleicher Wahrheit thatsächlich Partei zu ergreifen, wenn auch die Sympathie der Mehr— cbenfallg. Du ist zuerst 1 70 Cena pole abgetan rare, alt z scherlic f Seite 8 e 0. ee 1 8 0* 5 55 9 er Franzose 0 zahl sicherlich auf Seite, des Unbekannten stand, der übrigens Mann despotischer Barbar, der Ungarwein, wie Wasser und Champagner wie genug zu sein schien, sich zu vertheidigen. Ungarwein trinkt. In ihm regt es sich noch immer, seine Unterthanen wie Vielleicht hatte auch der mecklenburgische Baron eine solche da Zeiten der glorreschen Republik Polonia mit Füßen zu treten. Außer CExumpfindung. Bas. dem Edelmanne giebt es noch Bauern, die jenem weit aus dem Wege gehen „Ich soll widerrufen?“ lachte Herr von Grüner höhnisch, und Jeden für einen Edelmann halten, der einen hohen Hut trägt. Der 1 Bauer vergißt nur bei einer Gelegenheit seine unterdrückte Lage; wenn es „lieber Herr, ich soll das, was ich über die Freischärler und Barri- zum Tanze gebt. Die Schänke ist der Ort, wo das Landvolk sich mit 9 1„„—„ g„— N 0 seine dati 4 9 1 ie Di zusik 0 1 1 1 kadiers gesagt, widerrufen, ich, der Baron Grüner, weil Sie, Leidenschaft seinen Nationaltänzen hingiebt. Die Musik besteht meistentheils 1 aus Geige und Baß. Die Spieler haben gewöhnlich auf irgend einem Tische oder Fasse Platz genommen und fiedeln munter zu den Tänzen auf. Im Norden wird Mazurek, im Südosten Miniago bevorzugt. Wenn in dem ersten sich Stolz und Kühnheit aussprechen, so giebt sich in dem andern, den Ruthenen und Weißrussen ebenfalls, tanzen, eine ungemeine Herr Walther Frank, es verlangen... Sie... Sie.. Ah, das ist zu komisch!“ Und er ließ seinen Schnurrbart in fieberischer [Eile durch die Finger gleiten. „Sie weigern sich also?“ fragte der Andere mit einem Zug ee 8 f 0 98 0. 0— 5 5 e Heiterkeit kund. Er stellt die Begrüßung der geliebke Tänzeri ihre e, Ff 5 5 8 18 b 50 grüßung geliebten Tänzerin und ihren 4 kiefer Erredung 1 Mund, 1 wollen nicht die Beschimpfung Dank dar. Der polnische Vauer vergißt die größte Trübseligkeit beim 0 zurücknehmen, die Sie gegen Männer ausgestoßen haben, die aus Tanz, und kommt der Branntwein noch dazu, daun hat sich ihm der Himmel 7 Liebe zum Vaterland und zur Freiheit ihre Existenz, Alles das, gu Erde gesenkt. Er jauchzt, er springt doppelt so hoch und stampft mit was man Glück nennt, ihr Leben in die Schanze schlugen? Ich den Stiefelabsätzen gewaltig die Dielen oder den Estrich, je nachdem die 1 hätte es mir denken können. Komm Findlin wir haben mit Schänke diese oder jenen besißt. Dabei bedarf der Pole keinen weiten g 1 90 9 g a 3 16 0 e 60 it Raum, das kleinste Zimmer genügt ihm zum Tanz, man könnte sagen: der ö diesem Herrn weiter nichts zu sprethen.“ Und mit einem ver- kleinste Winkel desselben. W. 0. ächtlichen Blicke wandte er sich zum Gehen.„ 9 Weniger die Worte Frank's, als der Blick, den er auf den Der Herzog von Noquelaure, ein Güustling Ludwig XIV. hatte 6 g„ ö ö e i 5 e 0 Baron fallen ließ, reizten diesen auf's Aeußerste. ae e 1 0 11 5 105 9 auen e 1 44 N See schrfe er 1*„ Cee En eine ade. veim König nachsuchen wollte. 5 oque aure prach ur ihn 1600 von 15 Stelle,“ schrie er, purpurboth im Gesichte und und sagte dem Könige, daß er diesem Manne viel Verbindlichkeit schuldig dem Anderen den Weg vertretend,„Sie haben mich beleidigt, mich, sei. Die Bitte wurde gewährt. Später fragte der König den Herzog, den Baron Grüner. Ich will Ihnen die Gamaschen anpassen. Sie welche Verbindlichkeiten er gegen diesen Auvergnaken habe.„Ach, Sire,“ 1 7„*! 1**„ 6* 1 orte 9 0 jese 9 1 Ar. N b 4 1 0 1 0 sollen einen alten Offizier von den Windischgrätz-Dragonern kennen Frantreic er, gohne diesen Pavian wäre ich der Häßlichste in ganz ü 9 19 55„ ö 1 7 Frankreich. 1 lernen.“ Und zu dem Regierungsassessor gewendet, der ihn be⸗ 5 0 8 15 schwichtigen wollte, rief er:„Der Kerl muß mir Satisfaction geben. 0 Er muß sich mit mir schießen.“ 3 3 4 5 Der Fremde zuckte die Achseln wie Einer, welcher den Andern Auflösungen der Räthsel. N einer ernsthaften Ankwort nicht mehr für werth hält, und sagte nur Auflösung der e Charade in voriger Nummer: Anfang; 10 — des Silben⸗Räthsels: 1. Wellington. 2. Jowa. 3. Lokomobilen. 4 it festem Tone onergischer Geberde:„Bitte e 0 4 15 1 und energischer Geberde:„Bitte, geben Sie mir Livingstone. 5. Schandau, 6. Tuba, 7. Denar. 8. Umlauf. 9. Gothen. g e e N 8 F 10. Ernestine. II. Natal. 12. Arnold. 13. Unze. 14. Elivi. 1 „Ihre Karte will ich haben. Cher lasse ich Sie nicht von der 15. Rabe. 16. Frauenlob. 17. Anker. 18. Honoluln. 19, Rubin. Stelle. Ich will wissen, wo ich Sie finde. Wo wohnen Sie?“ 20 80 1 735 ee 4 25 24. Schaf. 5 schrie Grüner, durch die Geberde Frank's noch mehr gereizt. 5, Sirocco, i teen e Chateaubriant 4 eine, 29. Iser⸗ f g ee Wohnung zu nennen, schien 15 Fremden Ae e eee sich ziemt, so frage nur bei in Verlegenheit zu bringen. Er antwortete nichts, sondern sah zur Ich wand ein Sträußlein Morgens Doch als ich Abends kam zum Tanz Erde nieder, mit der Hand über den Kopf seines Hundes streichend. früh, Und that verstohlen und sachte, N(Fortsetzung folgt.) Das ich der Liebsten schickte; Da trug sie die Nelken am Busenlatz . g Nicht ließ ich sagen ihr, von wem, Und schaute mich an und lachte. eee Und wer die Blumen pflückte. — des Kreuz⸗Räthsels: Lose Blätter. HFI S 4 Der Stutzer vom Jahre 1793.(Siehe Illustration.) Die große R E 1 Revolution brachte in Frankreich nicht nur das Königthum zu Fall, sondern 3 auch die Zopfperrücke. Mit der politischen Umwälzung ging jene auf dem ö W XE Gebiet der Mode Hand in Hand. Die Revolutionsmäuner trugen ihr Kopf. e haar frei, schnitten es über der Stirn kurz ab und ließen es im Nacken MAT G D E BUR lang werden. An Stelle des dreieckigen Hütchens trat der kühner auf 5 5 7 E N E E R strebende zweispitzige Filz, welcher später in Deutschlaud unter dem Namen 2 2 R 5 2 25 Napoleonshut in Aufnahme kam. Die dreifarbige Kokarde schmückte den M ON* B L A N 0 Hut jedes Citoyens. An Stelle der zierlich geschnittenen enganschließenden, 3 J reichgestickten Seiden- und Sammetröcke traten derbe Tuchröcke mit breitem F.* 8 Brustlatz und langen Schößen, welche über der Brust zugeknöpft, und durch eine—— Schärpe über den Hüften geschmückt wurden. Eine hohe Kravatte mit F E. feiner Spitzenkrause umschloß den Hals. Weiße Manchetten traten aus den 2 RNaockärmeln und legten sich über die Hände, welche auf der Straße in der AR E* geggel ein spanisches Rohr mit Metallknopf oder eine Schnupftabaksdose trugen. Aus der linken Westentasche hing in der Regel ein farbiges Uhr⸗ band oder Berloque herab. An Stelle der zierlichen Schuhe und Strümpfe traten hohe Stiefel. So ließ die Mode erkennen, daß„die goldene Jugend“ 5 o mony m. Frankreichs sich vom Salon hinaus auf die Straße begeben hatte, daß ernste Ereignisse das Andenken au eine galante Zeit verdrängten. Die Kriegsstürme riefen alle Männer in's Feld und jene wählten eine derbere, bequemere und kühner aussehende Tracht. Auch die Umgangsformen wurden freier. Während vor der Revolution ein Herr in Damengesellschaft es niemals wagen durfte, die Beine übereinander zu schlagen, that man dies nun ohne Bedenken, bewegte sich in freiester Weise und ließ auch die umständlichen Höflichkeits— hrasen fallen. Unser Bild, das von E. van den Bussche gezeichnet ist, schlldert die Trachten aus der Revolutionszeit und zeigt, daß in die Ver⸗ guügungen der galanten Welt ein Schreckgespenst hineinragte. Jener Stutzer, welcher seiner Dame Schutz und Geleit gewährt, muß an der Guillotine 0 1 8 1 ö porüber. Ein Sansculotte sitzt auf dem, Sockel der grausigen Maschine Kebchene Aufeuthalt soll ich Dir künden! und sein forschender Blick scheint die Schöne zu beunruhigen. Der Stutzer Wohl unn, 555 eme sei eo Dir, drängt vorwärts. Wer in jenen Tagen den Vergnügungen von Paris nach- Kannst im Wort im dritten Sinn sie finden, ging, der beeilte sich, an der Guillotine vorüber zu kommen, wo die Köpfe In dem Schlosse, gar nicht weit von mir. fielen wie reife Brombeeren und das Blut in Bächen niederfloß. 3 40 R E. 1— Nicht dem Menschen war es jemals eigen, Was im ersten Sinn das Wort Dir nennt, Drum wird nimmer seinem Blick sich zeigen, Was der Gottheit Schranke von ihm trennt. Aber seiner Töne sauftes Schwellen Stärkt, im zweiten Sinn, den matten Geist, Wenn auf reiner Harmonien Wellen Kunstgenuß der Erde uns entreißt. Ni e e 9 8————————— = 40 D 5 Problem Nr. 370, Rö sselsprung. von J. Fetow in München. FF f 5 Schwarz. und ein mich deh⸗ seh⸗ er gen treu⸗. e 9 7 ,, 5 0 5 5 5 2 9. nun nen nen sein schmie⸗ ein ein 1, e 17 7 1, 1 , A.. zieht ein wan⸗ wie ten zu es an 1. 2 1 95 1 6 .,,, vom ich mer haus birg sich mer herz, 0 5 19, 5 2 2 2 e. e, e. 7 1 sü⸗ drer ge- schat⸗ die das gen herz 4 3 8 5 ,. 2 ,.,, , möcht' schim: wie fühlt im zum mö⸗ im 7 4 7 8 7 f 3 . aus ßes mor⸗ ufer⸗ ber flie⸗ froh flu⸗ 2 2* 2 2 1—, 8 wärts a⸗ weh see then abends] ven 2. 1 Weiß Citaten⸗Rät 0 be. Weiß zieht an und setzt mit dem dritten Zuge Matt. Aus folgenden neun Citaten ist je ein Wort zu wählen. Die neun Partie Nr. 209, erhaltenen Wörter bilden ein Citat von Schiller. 5 ee 0 J. So sehen wir uns wieder. Weiß: M. Tschigorin in Schwarz: A. Hellwig in 2. Den Bösen sind sie los, die Bösen sind geblieben. Petersburg. Moskau. 3. Ein Pferd! ein Pferd: ein Königreich für'n Pferd! 1) e2— er e e5 26) Df7 baz Kbé6- 7 4. Was rennt das Volk, was wälzt sich dort 2) 1214 e5—f4: 27) TJhl-g1 Dg5 6 Die langen Gassen brausend fort? 3) LI c 7—f5 28) Dbs-es D663 5. Man füblt die Absicht und man wird verstimmt. 4) 8b1-es!) Dds—h4T 29) b2— cs: Tas- ds 6. Seid 19105 dich eus— 11 5) Kel f! 8781 30) 7Jg1—-g7 aufgegeben. 7. Sie wollen dich enthaupten, diesen Hals, 6) Sc3—e4: 986; Den blendend weißen, mit dem Beil durchschneiden. 70 8g1 3 Dh4-h?) Stellung nach 35 13. Zuge von Weiß. 8. Bei Ale weten wir uns wieder. 8) 1 55 72 2 5 9. Wir Alle wollen handeln, 9) d2- da d7-d 9 05 Um seinen Kerker aufzuthun. 10) Se4-f6f Dh6=f6: K N 11) Le- do: c 4 4, 12) 191 11,, i 1 13) Lol- dz 848. 720 Arithmogriph. 14) d4—d5 Ibs eds) 15 11 2. Aus folgenden Ziffern sind 9 Worte zu bilden, deren Anfangs⸗ und 15) Pd2— 63 Dfe—18. e e 15 Endbuchstaben von oben nach unten gelesen, das Heldenpaar eines bekannten 16) De2—d2 Lg 1-3:* ,. Epos ergeben. 17) do- cf Le7-d6s),. 1 25 14 2 5 13 13 5 2 15 15— Verstorbener deutscher Dichter. 18) g2-f: Sbs ct: 7 2 12 3 4 8 4— Amerikanischer Freistaat. 19) Les-g: Ds-e) 11 ee, 5 6 7 38 6— Wagner'sche Oper. 20) Lg7-h68) De7 6,, 6 9 47— Weiblicher Vorname. 21) L651 D6—g5:, 8 4 7 5 1 10 9 11 12 3 13— Eine Krankheitserscheinung. 22) Dd2- déf Kds-c. 16 12 14 14 75— Ein Krustenthier. 23) Db3- e64. Tes eG: 20 5 N 1 . 5 uß in Hochasien. 24) Dad ef KcS c 9 2 12 1177— Ein Musikinstrument. 25) De6 477 K- b6 Weiß. 17 18 5 11 14 12 3 17— Stadt in Preußen.— m[ö— 1) Die übliche Fortsetzung ist: 4) Des Dha ft 5) Kdi fte 6) Scl: 755 2) Weit besser als Uh wonach das Handbuch die für Weiß vortheühaste Fortsetzung: 4 8 W ene den Haßdbuche daß eg ma infolge des Bauernopfers im Quadrak Räthsel. 9. 11 5 zu befferer Entwickelung gelangt sei, wird 5 Chess- Mausi entschieden wider⸗ 0 h e Springer abzutauschen, um den Bauern dt schlagen zu können, wäre durchaus verfehlt; denn 13).. Lig: 14) g ts! Ddd:? 15) Tel Deb! 16) Les und Schwarz kann ent⸗ — f——— scheidenden Nachtheil nicht mehr vermeiden. 5) Nimmt die Dame den Bauern be, so wird der Angriff durch Tel bald unwider⸗ 9 8 stehlich, z. B. 14). Dbe: 15) Tel Dl 16) L De? 17) her kes 16) Teil Df 19) ds —„— Dd! Unicht sd wegen 20) Des und Matt im nächsten Zuge] 20) Tg: Dg4! 21) Lessf gc. ö t e over 10).. Tits? 17) dé! Ldé: 18) Ldé: und die Dame darf nicht wieder nehmen. ö 6) Ker hätte zur Folge gehabt 18)„b? Lb: 19) Lab und N in den nächsten e Zügen oder 18) 82 1% 082 f4—fà 20) bi- bs: wird Springer 1.2 . 1 1 Dg: 20) Det Ddr 21) Dia: wäre das Spiel auf die Dauer ebenfalls nicht F 3 3— ö 8) Den nun drohenden Verlust eines zweiten Bauern mußte Schwarz durch Des ab⸗ h n deb versuchen, durch den gewählten Vertheidigungszug, Dl6, wird die Qualität ein⸗ FF 1 Aus der Schachwelt. Die freien Felder der vorstehenden Figur sind je mit einem Buch— staben so auszufüllen, daß die sechs ae Reihen und ebenso die erste und letzte senkrechte Reihe bekannte Wörter ergeben Diese acht Wörter jedoch in anderer Reihenfolge, nennen: 1. Einen Den Namen eines 1 Komponisten. Gott der semitischen Völker. 2. 3. Eine n 4. Einen männlichen Vornamen. Ein Musik: instrument. Ein Meer. 7. Stadt in Preußen, an der Ems. 8. Den Namen eines f bene deutschen Dichters. Das internationale eee des Schachvereins Lusatia in Görlitz, bei welchem J. Minckwitz und H. v. Gottschall das Preisrichteramt verwalteten, ist zu Entscheidung gelangt. Den Preis für die beste Sendung und zugleich den für den beste Dreizüger erhielt O. Nemo in Wien, den zweiten Preis für Dreizüger L. W tesnik in Wyinyslinich, den Preis für den besten Zweizüger J. Pospisil in Kre bei Prag. Zur Concurrenz waren 32 Sendungen mit 92 Aufgaben eingesandt worden, von denen eine größere Anzahl noch durch ehrende Erwähnung ausgezeichnet wurde. Unter dem Namen British. Chess-Club hat sich ein neuer Schachklub in London kon⸗ stituirt. Der schon über 100 Mitglieder zählende Verein hat eine Herausforderung des e Schachklubs zu einem Match durch Korrespondenz angenommen, zu dessen ührung auf englischer Seite die Herren Bird, Blackburne, Gunsberg, Hoffer, Mace Donnell und Mason ausersehen sind. Nach einer Mittheilung der Frankfurter Schachzeitung hat Steinitz die erste Partie gegen Zukertort gewonnen. 3 8 1 5 1 P Verantwortlicher Redakteur: Dr. A. Phillips in Berlin, Lützowstr. 105. — 9 — 7... ͤ 52 T