— leer U 1 aurbng Intelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 34. Mittwoch, den 27. Oktober ———— 1847. Ueber die dritte Generalverſammlung der deutſchen Vereine gegen das Branntwein— trinken, welche den 12. Oktober d. J. zu Braunſchweig ſtattfand, liefert die treffliche jedem Deutſchen ſehr zu empfehlende „Deutſche Zeitung folgenden Bericht, den wir unſern Leſern in der Ueberzeugung mittheilen, daß viele derſelben ibn. beſonderem Intereſſe leſen werden. eser Krieg gegen den Branntweingenuß, der in den vereinigten Staaten begonnen, in England fortgeſetzt, in Irland mit ſo glänzenden Erfolge gekrönt wurde und ſeit 10 Jahren auch in Schweden und Deutſchland die Werbetrommel hören läßt, iſt eine Erſcheinung, welche die Aufmerkſamkeit eines Jeden auf ſich ziehen muß, der dem Zeitgeiſte nach dem Pulſe zu führen gewohnt iſt. Sie verdient auch hier eine Be— ſprechung. Im nördlichen Deutſchland iſt es dieſe Angelegen⸗ geit geweſen, welche neben dem Mittel der Propagnanda durch Schriften, die es zu einer eigenen Enthaltſamkeits⸗ Literatur kommen ließen, auch das der Volksverſammlungen angewendet hat, und mit einem Erfolge, der nicht nur im Sinne der beförderten Richtung bedeutend geweſen iſt, ſon⸗ dern auch für die politiſche Entwickelung. Sie hat nach Außen hin gezeigt, daß Tauſende ſich ohne Gefahr für den Staat verſammeln, ihre Leiter ernennen und Beſchlüͤſſe faſſen önnen, wenn nur der Geiſt, in deſſen Namen man tagt, ein guter iſt. Sie hat aber auch nach Innen der politiſchen Entwickelung, der Aneignung palamentariſcher Formen Vor⸗ ſchub geleiſtet. Wenn dennoch die politiſche Preſſe dieſer Richtung, in der ſich der Aſſoziationsgeiſt in Deutſchland Bahn gemacht hat, bisher ſelten Gerechtigkeit widerfahren ließ, ſo lag das zum Theil in den Mißgriffen einzelner Führer der Bewegung, zum Theil in den Berichterſtattern ſelbſt. Von jenen haben Manche, worunter viele Geiſtliche, durch den guten Zweck, das Volk aus den verdumpfenden und entſittlichenden Banden des Branntweingenuſſes zu er⸗ löſen, ſich verleiten laſſen, in den Mitteln nicht allzu wäh⸗ leriſch zu ſein; ſie haben oft mit Himmel und Hölle für den Zweck gekämpft, und wenn der Blick in die Ewigkeit nicht ziehen wollte, ſogar den weltlichen Arm der Polizei zu Hülfe gerufen. Von Letzteren, den Referenten und politiſchen Organen, iſt ſo oft das Kind mit dem Bade verſchüttet, die Sache verworfen worden, weil viele Anhänger derſelben ihr nicht auf die rechte Art dienten. Damit wird es nun hoffentlich beſſer werden, denn die Thatſachen reden, und der Geiſt der jetzigen Verſammlung iſt ein entſchieden frei⸗ heitlicher. Thatſache iſt aber, daß im nördlichen Deutſch⸗ land, wo ſeit etwa 70 Jahren der Branntwein anfing, von den Tafeln der Reichen in die Wirthshäuſer und Verſamm⸗ lungsorte der Armen herabzuſteigen, ſeine Konſumtion in Deutſchland intenſiv ſich gewöhnlich in je 10 Jahren beinahe verdoppelt hat, extenſiv aber immer mehr Raum gewann, und daß ſeit 1840, von wo an man das Beginnen des Ein— fluſſes der ſogenannten Mäßigkeits vereine datiren kann, ein Stillſtand, ſeit 1842 aber eine rückgängige Bewegung dieſes Feindes der Volkswohlfahrt bemerkt worden iſt. Die Be⸗ obachtungen, die hierüber in der Mark Brandenburg, in Schleſien, Hannover, Oldenburg und an andern Orten an⸗ geſtellt ſind, geben ungefähr dasſelbe Reſultat. Und zwar iſt, wie früher in 10 Jahren eine Verdoppelung der Kon⸗ ſumtion, ſo in den letzten 5 Jahren ein Zurückgehen im Verhältniß von 8: 6 bemerkt worden, alſo daß in 10 Jahren eine Verringerung um die Hälfte zu hoffen iſt. Was es aber auf ſich hat, wenn z. B. in einem Lande wie das Her⸗ zogthum Braunſchweig 3— 4000 Orxhoft Branntwein jährlich weniger vertrunken werden(im Herzogthum Olden— burg mit 230,000 Einwohnern ſank zwiſchen 1840 und 1846 die Verzehrung von 10,800 auf 6,200 Orhoft)— das kann nur der aufmerkſame Beobachter des Volkslebens in den niederen Ständen im vollen Maße würdigen. Für Braunſchweig, in welchem dieſe Reformbeſtrebungen bisher, wahrſcheinlich weil es ganz an einer einheimiſchen Preſſe fehlt, die ſich mit ſittlichen und politiſchen Zuſtänden lebhaft beſchäftigt, kaum feſten Boden gewonnen haben, hat man die beſten Erwartungen von den Erfolgen der hier Statt findenden Verſammlung von 60 Vertretern deutſcher Vereine * 360 K 1 und Vereins⸗Gruppen. Mehrere Verſammlungen, bei denen das größere Publikum Zutritt hatte, haben ſchon außerhalb des Kreiſes der Repraͤſentanten-Berathungen Statt gefunden, und einzelne Sendlinge dieſer haben im hieſigen Publikum eine lebhafte Betheiligung zu erregen gewußt. Hr. v. Seld aus Berlin z. B. ſprach heute ſchon zum dritten Male vor einer zahlreichen Verſammlung und jedes Mal ließen ſich 80—100 neue Mitglieder, heute meiſt aus den erſten Kreiſen der Geſellſchaft, in den Bund aufnehmen, in welchem ſie verſprechen, Branntwein in irgend einer Ge— ſtalt weder zu trinken noch zu verabreichen. Man hofft noch andere Anweſende, unter denen ſich Kaplan Soling aus Osnabrück, Arzt La Roche aus Poſen und Paſtor Huch— zermeyer aus Schildeſche in Weſtfalen als Volksredner einen Namen gemacht haben, hier zu hören. Paſtor primar. Bödecker aus Hanover hat geſtern die Feſtrede in der Brü— derkirche gehalten, einen beredten Vortrag über den Text: „Wenn du dermaleinſt dich bekehrſt, ſo ſtärke deine Brüder.“ In den Berathungen der Repräſentanten, die unter dem Vorſitz des verdienten Paſtor Böttcher am 10. begonnen wurden, wird eine unparteiiſche Kritik den guten Geiſt nicht vermiſſen, an der Form aber Manches zu tadeln haben. Sein erſter Vorſchlag,„die Verſammlung möge beſchließen, daß ſich eine fortdauernde Vertretung ſämmtlicher deutſchen Vereine, durch Abgeordnete der Zentral- und, Provinzial⸗ Vereine bilden möge“, wurde abgelehnt. Ein zweiter Vor⸗ ſchlag enthielt zum Theil eine Wiederholung des ſchon fruher Vorgekommenen. Schon vor 4 Jahren hatte man, auf der erſten Generalverſammlung zu Hamburg, die Frage er⸗ wogen, ob der deutſchen Art die Einwirkung durch ſogenannte Agenten nicht widerſtrebig ſein würde. Der Erfolg hat im Allgemeinen verneint, indem zuerſt Soling in Mathew's Art, dann Schaffraneck in Oberſchleſien, und in proſtetan⸗ tiſchen Kreiſen Büttner(früher in Hamburg), Huchzenmayer und v. Seld bedeutende Erfolge ihrer Beredſamkeit geſehen haben. Doch kam die Angelegenheit abermals in Frage, theils weil hie und da die Wahl ungeeigneter Perfonen den Erfolg zweifelhaft machte, theils weil Einigen das Abnehmen eines Verſprechens in Folge raſch erweckter Begeiſterung, wie meiſt in Uebung iſt, nicht zuſagte. Die Debatte ſchloß indeß mit der Annahme des Beſchluſſes: die Generalverſamm— lung empfehle den einzelnen Vereinen wiederholt und drin— gend, das jetzt bewährte Mittel der Ausſendung von Send— boten in Anwendung zu bringen. Osnabrückiſcher Seits wurde empfohlen, die Criminal- und Armenpflege⸗Statiſtik in Bezug auf das Branntweintrinken mehr als bisher geſchehen zum Gegenſtand der Arbeiten zu machen, und die Verſamm⸗ lung verſuchte, durch eine beifällige Erklärung die Thätig— keit innerhalb der einzelnen Vereine in der bezeichneten Richtung zu beleben. Mittheilungen über derartige Ar— beiten des Bürgermeiſters Stüve, der von je 100 Verar- mungen Erwachſener 28 unmittelbar und außerdem 30 zum Theil mittelbar dem Branntweingenuſſe zur Laſt legte, trugen zu dieſer Erklärung bei. Den Geldſack, den Brodſchrank, den Eſſt lung, laßt 8 niemals leer, ſagt Nachbar klug. Becker, Noth⸗ und Hülfsbüchlein. Lieben Leute! vergeſſet das Eſſigmachen nicht! Aus den ausgedrückten, mit Waſſer eingeweichten Treſter Eſſig machen, taugt nichts. — Sorgt Euch, bei dem Ueberfluß von Obſt, jetzt fuͤr guten und geſunden Eſſig, und dann ſpart Ihr das Geld, was ihr bisher für den ſchlechten, von Branntweinnachlauf fabricirten Eſſig ausgegeben habt. Ein würdiger Geiſtlicher theilte mir dazu Folgendes mit, was ich befolgen will, und auch Ihr thun werdet. Man keltert ſein Obſt, die Fäſſer werden gut verſpundet, Rund der Boden, worinnen ſonſt der Krahnen eingeſchlagen wird, bleibt weg, die Fäſſer werden aufrecht geſtellt. So⸗ wohl in dieſe Fäſſer, als auch in disponible Butten wird der Moſt eingefüllt und mit einem Tuch zugedeckt. Die atmosphäriſche Luft wirkt ſo auf dieſen Moſt, daß er in 20—30 Tagen ſauer wird. Es bildet ſich oben eine Haut, welche man abnimmt und den hellen, klaren Eſſig zur Auf⸗ bewahrung in ordentliche Faſſer, die aber nicht geſchwefelt werden, einfüllt. Möchten auch Eſſi gfabrikanten⸗ dieſes thun, ſie e wurden es in den folgenden Jahren nicht bereuen. a Bingenheim den 23. Oktober 1847. Schmidt, Diſtriktseinnehmer. Der Dekan des evang. Dekanats Friedberg an ſaͤmmtliche Dekanats Angehoͤrigen. Indem ich mich auf die Extrabeilage zu Nr. 277. der Gr. Heſſ. Zeitung vom 6. Okt. 1847 und auf die Er⸗ mächtigung durch Ausſchreiben Gr. Heſſ. Oberconſiſtoriums vom 5. Oktober 1847, zu Nr. O. C. 7278, beziehe, wor⸗ nach ich zur Empfangnahme von Subſcriptionen und dem⸗ nächſtigen Ablieferung der eingehenden freiwilligen Beiträge zum Zweck der„Prälat Dr. Köhler⸗Stiftung“ ermächtigt worden bin, erkläre ich meine pflichtmäßige Bereitwilligkeit, für dieſen edeln Zweck Subſcriptionen und Beiträge aus dem hieſigen Decangt in Empfang zu nehmen. die Herren Bürgermeiſter, dieſes Blatt den Herren Geiſt— lichen mittheilen zu wollen, welche daſſelbe etwa nicht Weh Friedberg; den 20. Oktober 1847. Dr. Cröß ma nn. Malt kt Bericht Grünberg, am 23. Oktober 1847. Aufgefahrenſ Verkauft a Gattung. wurden wurden Mittelpreiſe (ltr.(Mltr.) fl. kr Waizen 200 190 11 30 175 5 160 120 8 45 erſt e 100 80 6 40 Oger 60 45 5— Roggenmehl..———— Kartoffeln——— NIE In Grünberg wurde das Malter 2 Waitzen zu 200, Korn 190, Gerſte 170, und Hafer 120 Pfund gerechnet. Ich erſuche Kü Eſſottug, 0 1 Aug. e bißzichen * ausgedrückten . augt nichts Ob, jetzt für Ar das Geh, untetinnachlai dazu Folgendes un werdet. gut verſpundet, en eingeſchlagen dt geſtellt. So⸗ Noſt, daß er in eben eine Hau 1 Eſſg zur Auf⸗ nich gaihwefel chun, ſie würden inktscinnthmer. n 18 18 Friedberg vorigen. e zu Nr. 27, und auf die Et⸗ Oberconſiſtorium beziche, wor⸗ en Und dem⸗ igen Beiträge „ ermächtigt ereitwilligkeit, „Satträge aus * Ich erſuch Herren Geiſ⸗ i nicht hallen. 8 476 „ aßt Kirchenbuchsauszuͤge vom Auguſt 1847. 8 2361 I. Lich. Getraute: 10. Der hieſige Ortsbuͤrger Maurer und Steinhaurer Wil⸗ helm Chriſtian Volz II., des hieſigen Ortsbürgers und Maurermeiſters Georg Philipp Volz ehelich lediger Sohn, und Anna Eliſabetha Mörle, des hieſigen Orts— bürgers und Schmiedemeiſters Heinrich Mörle II., ehe— lich ledige Tochter. Der hieſige Ortsbürger und Leinweber Heinrich Al⸗ bach II., des hieſigen Bürgers und Leinwebermeiſters Herrmann Philipp Albach ehelich lediger Sohn, und Marie Eleonore Reuß, des hieſigen Bürgers und Satt— lermeiſters Joh. Friedrich Reuß, ehelich ledige Tochter. 26. Der hieſige Ortsbürger und Schneider Joh. Chriſtoph Schmidt II., des hieſigen Ortsbürgers und Maurers Johannes Schmidt ehelich lediger Sohn, und Anna Eliſabetha Meier, des verſtorbenen hieſigen Ortsbürgers und Drehermeiſters Philipp Friedrich Meier ehelich ledige Tochter. 5 Getaufte: 1. Dem hieſigen Ortsbürger und Kutſcher bei S. Durch⸗ laucht dem Prinzen Ferdinand zu Solms Lich Mathäus Schützner eine Tochter, Anna Katharine Theodore, geb. den 17. Juli. Dem hieſigen Ortsbürger und Krämer Konrad Koch eine Tochter, Marie Eliſabetha Bertha, geb. den 26. Juli. f Dem hieſigen Ortsbürger und Metzgermeiſter Joh. Heinrich Volz II. eine Tochter, Anna Eliſabethe, geb. den 1. Auguſt. Dem hieſigen Ortsbürger und Bäckermeiſter Philipp Chriſtian Heller ein Sohn, Joh. Adam, geb. den 27. Juli. 19. 26. 26. 26. 27. 29. 15. * Ein unehelicher Sohn, Joh. Georg Ferdinand, geb. den 12. Auguſt. Dem hieſigen Ortsbürger und Schuhmachermeiſter Heinrich Förſter III. eine Tochter, Eliſabetha Katharina Wilhelmine, geb. den 12. Auguſt. Dem hieſigen Ortsbürger und Bäckermeiſter Johannes ee ein Sohn, Joh. Chriſtoph, geb. den 13. uguſt. Beerdigte: Karl Eiſe, des hieſigen Ortsbuͤrgers und Polizeioffici⸗ anten Joh. Heinrich Eiſe eheliches Söhnchen, alt 7 Monate und 19 Tage, f den 5. Auguſt.* Johannes Panz, hieſiger Ortsbürger, Taglöhner und geweſener Schließknecht, alt 75 Jahre, 9 Monate und 13. Tage, t den 24. Auguſt. Ein unehelicher Sohn, Karl Friedrich, alt 2 Monate und 18 Tage, 7 den 25. Auguſt. 4 II. Ulrichſtein. Getraute: Der hieſige Burger und Ackermann Johannes Schleu⸗ ning zu Langwaſſer, des Bürgers und Ackermanns Konrad Schleuning zu Langwaſſer ehelich lediger Sohn, und Anna Maria Appel von hier, des hieſigen Buͤrgers und Schmieds, wie auch Beigeordneten Konrad Appel, ehelich ledige Tochter. Getaufte: Dem hieſigen Buͤrger und Schneider Joh. Konrad Koller ein Sohn, Heinrich, geb. den 30. Juli. Beerdigte: Anna Margaretha Fuchs, des hieſigen Bürgers und Taglöhners Heinrich Fuchs hinterlaſſene Wittwe, alt 69 Jahre, 7 Monate und 29 Tage, fl den 31. Juli. Bekanntmachungen von Be⸗ 3) Aus dem am 1. Januar 1847 bei dem hoͤrden. S νν Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Han dar beider. 11741) Bei den Erdarbeiten in der Section Butzbach finden Handarbeiter an mehreren Stellen dauernde Beſchäftigung mit einem Verdienſte von gegen 50 Kreuzern in der Regel. An dem Einſchnitte im Gambacher Wald iſt eine Baracke mit Schlafſtätten und eine Speiſeanſtalt zur Benutzung für Fremde errichtet. Butzbach den 15. Oktober 1847. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Butzbach. Meyer. Obligations-Verlooſung. (1735) Bei der für 1847 Statt gehabten Berlooſung von Heldenberger Partial⸗Schuld⸗ ſcheinen ſind auf den 1. Januar 1848 rück⸗ ahlbar geworden: 1) Aus dem am 1. Januar 1835 bei dem Handlungsbauſe Simon Lindheimer zu Friedberg negociirten Anlehn zu 26,000 fl. Nro. 13, zu 400 fl. und Nro. 109 zu 100 fl. 2) Aus dem bei demſelbhen Hauſe am 1. Okt. 1840 errichteten Anlehen von 5000 fl. Nro. 4 zu 500 fl. Handlungshauſe Danlel Brandt zu Hanau negocſirten Anlehen von 40,000 fl., Lit. A. Nro. 3 zu 1000 fl., „ B.„ 35 zu. 500 fl., „ C.„ 61 und 75 jede zu 250 fl. Ich bringe dieſes hierdurch mit dem Be— merken zur Kenntniß der Inhaber, daß nach deren Willen die Kapitalien am 1. Januar 1848 bei den oben erwähnten Handlungshaͤu⸗ ſern in Empfang genomman werden konnen, indem von da an keine weiteren Zinſen ver— gutet werden. Heldenbergen den 18. Oktober 1847. Der Großh. Heſſ. Bürgermeiſter Pauly. Ob ſtbaume Verkauf. (1757) Der Ausverkauf der Obſtbäumchen in der Baumſchuſe des Großh. Schullehrer⸗ ſeminars wird dieſen Herbſt fortgeſetzt. Nur die ſchönſten Stämmchen werden zu den früheren, die anderen zu ſehr ermäßigten Preiſen abgegeben. Intereſſenten wollen ſich an den Unterzeichneten wenden. Friedberg den 21. Oktober 1847. 0 J. A. J. Wahl, Seminarlehrer. Edicetalladung. (1767) Nach dem Tode des Martin Thaler von Ockſtadt ergab ſich, daß deſſen Vermögen zu Tilgung der Schulden nicht anreiche. Zu Abwendung eines Concurſes, der gegen alle * Erben des Martin Thaler, mit Ausnahme des Reinhard Thaler aus Nauheim, hätte erkannt werden müſſen, haben nun die be⸗ kannten Gläubiger der Thaler'ſchen Kinder— mit Aus nahm; des J. R. Weydt zu Frank⸗ furt, uber deſſen Verbindlichkeit dem Arrange— ment beizutreten noch geſtritten wird und der Erben des Großh. Heſſ. Hofgerichtsadvokaten Muller, deren Forderung noch illiquid iſt— einen Nachlaßvertrag mit Reinhard Thaler abgeſchloſſen, in Folge deſſen dieſem die ganze Maſſe überwieſen werden ſoll. Um die theil⸗ weiſe Statt gehabte Veräußerung der Im⸗ mobilien beſtätigen zu koͤnnen, werden alle vielleicht noch nicht aufgetretene Gläubiger des Martin Thaler, resp. deſſen Kinder auf⸗ gefordert, elwaige Einwendungen gegen das abgeſchloſſene Arrangement oder Anſprüche auf die auf M. Thalers ſtehenden Immobilien ſo gewiß bis zum Freitag den 26. November d. J. bier geltend zu machen, als ſonſt der Nachlaßvertrag und beziebungsweiſe der Im⸗ mobilienverkauf beſtätigt wird. Friedberg am 16. Oktober 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Hofmann. Edietalla dung. (1768) Liſſete Frankfurter von Friedberg hat ein Viertheil eines Wohnhauſes, welches ganz unter 70%4 7½5 71/6 und 71/7 im Flurbuche eingetragen und neben Fried. W. Reuß gelegen iſt, verkauft, kann aber Eigen⸗ thums nachweis nicht vorlegen. Außerdem iſt jenes Haus von Auſcher Frankfurter am 7. Februar 1769 wegen einer Summe von 62 fl., ſo jener aus der von Rauiſchen Debitmaſſe durch die Kaiſerliche auf die mittelrheiniſche Ritterſchaft transſcribirte Commiſſion darge⸗ lieben erhalten, verpfändet und es kann die deßfallſige Schuldurkunde, obwobl das Kapital längſt abgetragen ſein ſoll, zur Löſchung nicht vorgelegt werden. Auf Antrag der Liſette Frankfurter werden daber alle, welche auf das ihr angeblich zuſtehende,/ an jenem Hauſe (71/26 des Flurbuchs) Anſprüche bilden oder den Fortbeſtand der erwahnten Verpfändung behaupten wollen, aufgefordert, ihre deßfall⸗ ſigen Anſprüche ſo gewiß bis laͤngſtens zum 31. Dezember d. J. hier anzuzeigen, als ſonſt dem Kaufbriefe über das gedachte* Haus die gebetene Confirmation ertheilt, die ober⸗ wähnte Hypothek für erloſchen erachtet und der deßfallſige Eintrag in den Hypotheken⸗ büchern geſtrichen werden wird. Friedberg den 16. Oktober 1847. * Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Hofmann. Bekanntmachung. (1769) Freitag den 29. d. M., Nachmit⸗ tags um 2 uhr, werden in dem Domanial⸗ wald Mainzerhecken: ungefähr 15 einſpännige Wagen voll Heiden und Moos zu Streu und 900 Gebund Heiden zu Backholz, Samſtag den 30. d. M., ebenfalls Nach; mittags um 2 Uhr, in dem Domanialwald Frauenwald bei Niedermörlen, ungefäbr 25 einſpännige Wagen voll Moos zu Streu an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Oberrosbach den 23. Oktober 1847. Der Großb. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1770) Samſtag den 30. d. M., Vormit⸗ tags um 10 Ubr, ſoll in dem Gaſthaus zum Promenadehaus dahier der Transport von etwa 7000 Centner Bahnſchienen von der Mainkur bei Offenbach auf die Bauſtelle des Stationshauſes bei Lollar unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen an den Wenigſtnehmenden öffentlich in Accord gegeben werden. Gießen den 20. Oktober 1847. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Gieſſen Wande. Aufforderung. (17710 Wir beabſichtigen ein Kapital von 3000 fl. à 4% für die hieſige Gemeinde auf⸗ zunehmen. Diejenigen, welche daſſelbe zu leihen Willens ſind, haben ſich an den Unterzeichneten zu wenden. Steinfurth am 22. Oktober 1847. Der Grßh Heſſ. Bürgermeiſter Thönges. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (1772) Die Lieferung von 21,000 Stück Schienenkloben, im Gewicht von etwa 33 Ctr., veranſchlagt zu 594 fl., zur Fertigung einer proviſoriſchen Bahn, ſoll Donnerſtag den 4. November d. J., Vormittags 10 Uhr, auf dem Rathhauſe dahier, unter den bei der Ver⸗ ſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedin⸗ gungen öffentlich an den Wenigſtnehmenden in Akkord gegeben werden. Friedberg den 20. Oktober 1847. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. „ 362. Bekanntmachung. (1773) Mittwoch den 3. November, Nach⸗ mittags 2 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe cirea 4 Malter Korn, „ 11„ Waitzen und „ 5„ Gerſte 5 aus der Erndte 1846, an von der dahier ſtattgehabten Unterſtützung unbemittelter Ein⸗ wohner übrig gebliebenen Früchten, öffentlich verſteigert werden. Reichelsheim den 23. Okkober 1847. Herzogl. Naſſ. Amts Armen⸗Commiſſion v. Preuſchen. Privat ⸗ Bekanntmachungen. Lokalveränderung. (1762) Einem verehrlichen Publikum ver⸗ fehle ich nicht ergebenſt zur Anzeige zu bringen, daß ich mein ſeither bewohntes Local bei Herrn Gaſtwirth Supp auf der breiten Straße verlaſſen, und das käuflich an mich gebrachte Haus in der Wilhelminen⸗Straße, zwiſchen den Herren Bäcker Stelz und Gebrüder Grödel, bezogen habe. Einer zahlreichen Kundſchaft entgegenſehend, werden ſich die mich beehrenden Käufer von meiner prompten Bedienung zu überzeugen Gelegenheit haben. Friedberg den 20. Oktober 1847. Wilhelm May. Nicht zu uͤberſehen. (1696) Friſche Hagedorniſche Dampfhefe iſt ſteis zu haben bei J Zacharias Garde, im Hauſe des Herrn Bäcker Graf. Zur Nachricht (177) dienet, daß das Muſeum durch einſtimmigen Beſchluß der Mitglieder am 21. Oktober aufgelöſt wurde. Es werden nun⸗ mehr Alle, welche noch eine Forderung an die aufgeloͤſte Geſellſchaft zu haben glauben, aufgefordert, dieſelbe bis zum 27. d. M. bei dem Unterzeichneten geltend zu machen, weil an dieſem Tage, Abends um 6 Uhr, über das vorhandene Vermögen ſtatutengemäß verfügt werden ſoll. Im Namen des früberen Vorſtandes: Dr. Matthias. 106 Gulden 9 Kreuzer (1775) liegen in der Kirchenkaſſe zu Aſſen⸗ heim zum Ausleihen bereit. Fett⸗Grieben Kuchen (1776) die zum Mäſten der Schweine ſehr anwendbar ſind, ſind wieder in Vorrath zu haben bei Friedberg im Oktober 1847. Sigmund Simon, Seifen- und Lichter Fabricant, wohnhaft in der großen Auguſtiner⸗Schulgaſſe. Kirweihfeſt zu Wetterfeld. (1777) Sonntag den 31. Oktober und Montag den 1. November d. J. iſt bei mir gutbeſetzte Tanzmuſik anzutreffen. „Für gute Speiſen und Getränke, ſowie für reelle Bedienung wird beſtens geſorgt ſein und ladet höflichſt ein Wetterfeld den 22. Oktober 1847. C. Hofmann, zum ſchwarzen Rappen. Zum Verkaufen. (17780 Eine vollſtändige Branntwein Bren⸗ nerei⸗Einrichtung mit zwei kupfernen Keſſeln iſt in Offenbach zu verkaufen und bei dem Na Schreck das Nähere zu er⸗ ragen. Ein trächtiges Mutterpferd (1779) und ein 1¾ jähriges Fohlen, ſind zu verkaufen bei Nauheim im Oktober 1847. Georg Euſer's Wittwe. Einladung. (1780) Künftigen Mittwoch und Donners⸗ tag, als den 3 und 4, November l. J,, findet der Jahrmarkt dabier ſtatt, wo bei dem Unter⸗ zeichneten gut beſetzte Harmonie u. Tanzmuſik, von einem Corps des k. k. öſtreichiſchen In⸗ fanterie-Regiments Rainer zu Mainz unter Leitung des Herrn Kapellmeiſters Stas oy, anzutreffen iſt. 8 Alle Freunde des geſelligen Vergnügens ladet hiermit der Unterzeichnete ergebenſt ein, indem er es an guten Speiſen und Getränken, ſowie an prompter Bedienung, nicht fehlen laſſen wird. Okarben den 25. Oktober 1847. Chriſtian Karl, zum Karlshof. Literariſche Anzeige. Bei E. Binderagel in Friedberg i. d. Wetterau iſt erſchienen und durch alle Buchhand⸗ lungen zu beziehen: Ein Dutzend Umriſſe zur Jobſiade von Erwin Preuſchen, cand. theol. Subſcriptionspreis 15 Ngr.— 45 kr. rhein. Späterer Ladenpreis 20 Ngr.— 1 fl. 6 kr. Dieſe Umriſſe werden ſicherlich überall den größten Beifall finden. Der junge, geniale Künſtler hat, wo man ſeine Leiſtungen kennen lernte, die Aufmerkſamkeit aller Sachverſtändigen in hohem Grade und mit vollem Rechte auf ſich gezogen. 8 Lite variſche A nzzeeri ge. Göthe's ſämmtliehe Werke, vollſtändige Octavausgabe letzter Hand, 55 Bänden nebſt 5 Supplementbänden und dem Regiſterbande von Musculus und Riemer. Stuttgart und Tübingen 182742.— Ladenpreis 65 fl. 54 kr.— können gegen 22 fl. baar bezogen werden von der Buchhandlung des C. Bindernagel in Friedberg. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Car! Bindernagel in Friedberg. —