Intelligenz-OGlatt für die 1 Provinz Oherheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Entweichung des Schulknaben Heinrich Gehringer, Sohn von Heinrich Gehringer, von Beltershain aus ſeiner Heimath. Rubricat, welcher ſchon mehrmals auf der Vagabun⸗ dage ergriffen worden iſt und auch wegen Diebſtahls ſchon in Unterſuchung geſtanden hat, hat ſich von neuem heimlich von Haus entfernt, wahrſcheinlich um auf unerlaubten Wegen ſich herumzutreiben. Ich weiſe Sie darum an, ge⸗ naue Nachforſchungen nach demſelben anſtellen und ihn im Betretungsfalle arretiren und an mich abliefern zu laſſen. Grünberg den 10. April 1847. a Sn Derſelbe an dieſelben. Betreffend: Die Abweſenheit der Suſanna Thron von Ilheshauſen L. R. B. Lauterbach. Die Rubricatin hat ſich mit Zurücklaſſung eines vier— jährigen Kindes von Haus entfernt und ſoll ſich mit einem Zuhälter, Namens Mohr von Wallersdorf herumtreiben. Ich weiſe Sie an, auf dieſelben zu invigiliren, ſie im Be— tretungsfalle arretiren und anher einliefern zu laſſen. Grünberg den 16. April 1847. Dau dachi er Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 13 von 1847. J., Eine aus allerhöchſtem Auftrage unterm 23. März d. J. von Gr. Miniſterium der auswärtigen Angelegenheiten, erlaſſene, aus 8 89 beſtehende Verordnung, die Einführung von Dienſtbüchern für die Schiffsmannſchaft auf dem Rhein betr. 5 II. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection vom 18. März, daß der ſeither zwiſchen Frankfurt und Würzburg beſtandene und über Seligenſtadt geleitete Packwagen⸗Coürs mit dem 1. April l. J. aufporf; von dieſem Zeitpunkte au wird an deſſen Stelle ein Eilwagen ehen, welcher auf der Tour nach Würzburg 8¼ Uhr Morgens, auf der Retour nach Frankfurt aber 7¼ Uhr Abends durch Seligenſtadt paſſirt. Mittwoch, den 21. April III. Bekanntmachung derſ. Behörde vom 28. März, daß mit dem 1. April in Gedern verſüͤchungsweiſe eine Poſtexpedition in Wirk⸗ ſamkeit treten und deren Verbindung mit Ortenberg, zur Beförderung von Brief- und Fahrpoſtſendungen, in der Art ſtattfinden wird, daß eine Botenpoſt täglich um 4 Uhr Morgens aus Gedern abgeht, in Orten— berg um 7 Uhr(zum Anſchluß an den Büdingen-Gießer Poſtwagen) eintrifft und um 9 Morgens von da wieder zurückkehrt. VII. Namensveränderung. Am 23. Febr. wurde dem Han⸗ delsmann Iſaak Oppenheimer V. zu Oberingelheim geſtattet, künftig die Vornamen„Iſaak Heinrich“ zu fuͤhren— VIII. Ertheilung von Patenten: Am 15. Febr. dem Hand⸗ lungsbefliſſenen Carl Trapp zu Gießen auf die nächſten 5 Jahre für das ganze Großherzogthum das ausſchließliche Recht, den von ihm nach der übergebenen Beſchreibung neu erfundenen Sprengapparat, jedoch mit Aus⸗ ſchluß der nicht neuen auf die Entzündung des Sprengpulvers durch eine galvaniſche Batterie gerichteten Einrichtung, allein verfertigen und ver- kaufen 20 dürfen, unter dem ausdrücklichen Vorbehalte, daß für jeden ein— zelnen Theil des Apparats ein Preis feſtgeſetzt werden muß.— Desgl. am 18. Febr. dem Aug. Quidde zu Braunſchweig, die von ihm nach der übergebenen näheren Beſchreibung erfundene Verbeſſerung der horizon⸗ talen Windmühlenflügel allein in Anwendung bringen zu dürfen. IX. Dienſtnachrichten: Am 9. Febr. wurde dem Schulvicar Gilbert zu Weiterſtadt die 2. evang. Schullehrerſtelle daſ. übertragen; 15. der von den Freiherrn v. Riedeſel auf die ev. Schullehrerſtelle zu Freienſteinau präſenkirte Schulvicar Raſch daf. für dieſe Stelle beſtätigt; 19. der Decan des evang. Decanats Dornheim, Pfr. Clotz zu Stock— ſtadt, widerum auf 5 Jahre zum Decan dieſes Decanats ernannt; 25, dem Schulvicar Ehatt zu Weinolsheim die kath. Schullehrerſtelle daf, über- tragen: am 1. März dem Andr. Veith aus Hechtsheim das Patent als Geometer 3. Cl. für den Landkreis Mainz ertheilt; 5. der von den Frhrn. v. Rledeſel zur Stelle eines 2. Aſſeſſorg m. St. bei dem Landgerichte zu Lauterbach präſ. Hofg.⸗Seeret.-Acceſſiſt Bindewald von Lauterbach für dieſe Stelle beſtätigt; 8. der von dem kath. Pfr. und dem Ortsvorfſtande zu Oppershofen auf die kath. Schullehrerſtelle daſ. präſentirte Schulamts⸗ vicar Groß zu Lindenfels für dieſe Stelle beſtätigt; dem Geometer 2. Cl. für den Landratbsbezirk Erbach, Heinrich v. Touſſaint, dermalen zu Nie- deringelheim, das Patent als Geometer 2. Cl. für den Kreis Bingen er⸗ theilt: 9. der Forſtmeiſter v. Die mar zu Battenberg zum Forſtmeiſter des Forſtes Seligenſtadt ernannt; 16. dem Pfarrer Welffenbach zu Born⸗ heim die evang. Pfarrſtelle zu Boſenheim und dem Caplan Küllian zu Hernsheim die kath. Pfarrſtelle zu Guntersblum übertragen; die Hofge⸗ Seeretariats-Acceſſiſten Dlery aus Worms, Pfannmüller und Seyd aus Gießen unter die Zahl der Advocaten und Procuratoren bei dem Hofgerichte der Provinz Oberbeſſen aufgenommen. X. Charakterverlethung: Am 5. Febr. dem Verwaltungs⸗ beamten für die Salzhäuſer Werke, Ta ſche, als Bergverwalter. XI. In den Ruheſtand wurden verſetzt: am 2. Feb. Schullehrer Haſſelbaum zu Großhauſen; 26. Febr. Revierförſter Billhardt zu Bingen. XII. Concurrenz für: dle 4. evang. Schullehrerſtelle zu Groß bieberau, mit jährlich 244 fl, einſchließlich des Map'ſchen Legats und der Entſchädigung für Heizung des Schullocalg. XIII. Geſtorben ſind: am 19. Nov. 1846 Landgerichtsdiener Willenbücher zu Beerfelden; 22. Jan. Stabsquartiermeiſter Stieler im Gardereg, Chevauxlegers; 30, kalh. Pfarrer Boll zu Worms; 20. Febr. Auditeur Pilger im 4. Inf.⸗Reg.z ingetiv. Grenzaufſeher Weber 1 zu Neuſchloß; 21. Landrichter Berchelmann zu Seligenſtadt; 22. Schul⸗ lehrer Einloft zu Silberberg; 23. penſ. Revierförſter Eiſſen zu Ober⸗ roden; 3. März kath. Pfr. Jungblut zu Gonſenheim; 5. Rentamtmann Amend zu Großgerau; penſ. Canzlei⸗Seeretär Haack dahier; 6. penſ. Diſtrictseinnehmer und Salzmagazinsverwalter Köhler zu Lauterbach; 9. penſ. Bereiter Banſa zu Gießen; 13. penſ. Präceptor Eberhardt zu Echzell; 15 Phyſicatswundarzt Semiller zu Erbach; 21. Landrichter Mosler zu Butzbach. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 14. von 1847. I. Das Gr. Miniſterium des Inn. u. d. Juſtiz hat aus aller⸗ höchſtem Auftrage unterm 7. d. M. folgende Verfügung, den Verlag des literariſchen Inſtituts zu Heriſau betr., erlaſſen: Da das literariſche Inſtitut zu Heriſau, in der Schweiz, fortwährend ſich beſtrebt, aufregende Schriften ſeines Verlags in Deutſchland zu verbreiten, ſo haben des Großherzogs Königl. Hoheit ſich bewogen gefunden, den Debit ſämmt⸗ licher Verlagsartikel dieſes literariſchen Inſtituts zu Heriſau innerhalb des Großherzogthums, unter Androhung der Beſchlagnahme und einer Polizei⸗ ſtrafe von 10 fl. für jedes Exemplar, zu unterſagen. Es wird dieſes hierdurch mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß dieſe Verord⸗ 110 1 8 Tage ihres Erſcheinens im Regierungsblatte an in Wirkſam⸗ eit tritt. II. Bekanntmachung Gr. Miniſteriums der Finanzen vom 9. April, die Erhebung des Ausgangszolles von dem über einige Theile der Zollvereinsgrenze ausgehenden Getraide und Mehl betr. III. Eine weitere Bekanntmachung Gr. Miniſt. der Finanzen vom 9. April, den Vollzug des Art. 16. des Handels⸗ und Schifffahrts⸗ Vertrages mit dem Königreiche Belgien vom 1. Sept. 1844 betr. * Vom Schneeſchreiben. Hans Jakob, ein Knabe von zehn bis zwölf Jahren, war nicht dumm, aber er wußte es auch, daß er nicht dumm war und wie es ſo Vielen geht, die wiſſen, daß ſie nicht dumm ſind, ſo ging es Hanſen— er war eitel und wollte nur immer etwas Beſonderes ſein und haben. Einſt ſchickte ihn ſeine Mutter in ein benachbartes Dorf, um dortſelbſt etwas zu holen, als gerade Schnee gefallen war. Hans ging, ſein Stöckleiu in der Hand, flink einher und machte ſich einen Zeitvertreib daraus, während des Gehens allerlei Figuren in den Schnee zu graben. Endlich kam er auf den Gedanken, dieſen Figuren allen eine beſtimmte Geſtalt zu geben und gar bald ver— fiel er auf die Anfangsbuchſtaben ſeines Namens, wobei er dachte:„dann ſehen auch die Leute, daß du des Weges gekommen biſt.“ Alle Paar Schritte ſchrieb er alſo H. I. in den Schnee, manchmal auch den ganzen Namen: Hans Jakob. Viele Menſchen kamen des Weges. Einige gingen in tiefen Gedanken, mit ihren eignen Angelegenheiten beſchäftigt und bemerkten nicht die Zeichen, die der Knabe gemacht hatte. Andere bemerkten ſie wohl, allein ſie kannten Hanſen 555 und ſo legten ſie keinen Werth auf das, was ſie ahen. Etliche kannten ihn und als ſie ſeinen Namen laſen, ſprachen ſie:„ſiehe da, Hans iſt auch daher gegangen— 'n pfiffiger Bub' das, der Hans.“ Auch ein alter Mann kam fürbaß des Weges und als er die hunderte von Buchſtaben im Schnee ſah, ſprach er:„dummer Junge, hätt'ſt auch was Beſſers thun können, als die koſtbare Zeit mit dem ewigen Wiederſchreiben deines Namens verderben.“ Folgenden Tages kam Thauwetter und in wenigen Stunden war der Schnee und mit ihm die Buchſtaben alle, die Hans Jakob in ihn geſchrieben hatte, verſchwunden. Der alte Mann, von dem oben die Rede geweſen, war aus der benachbarten Stadt der Magiſter Feder, ein grundgelehrter Mann, der auch, wie der von ihm zwar 2 8 nicht gekannte, doch aber geſcholtene Hans Jakob, den Fehler der Eitelkeit in hohem Grade beſaß. Von Jugend an hatte er den Wunſch, ſeinen Namen berühmt zu machen und für das beſte Mittel dazu hielt er das Bücherſchreiben. Er hatte auch deren ſchon viele verfaßt, ſonſt aber war er wenig darauf bedacht, ſich der Menſchheit nützlich zu beweiſen; ſeine Angehörigen ſahen ihn nur bei Tiſche und in ſeinem Amte that er nur das Allernöthigſte. Viele Menſchen aber erfuhren von ſeinen Schriften nichts, denn ihr Lebensberuf wies ſie auf andere Dinge hin. Andere laſen wohl die Titel der Bücher, die Bücher ſelbſt aber nicht und hatten es darum gar bald wieder vergeſſen, daß es einen Magiſter Feder gebe. Etliche laſen die Bücher und freuten ſich ihres In⸗ halts, ſprachen wohl auch:„iſt doch ein ganzer Kerl, der Feder, weiß doch über Alles was zu ſagen!“ Etliche ſagten auch:„könnt ſeine Zeit auch beſſer benutzen, als zu immerwährendem Schreiben. Thun iſt die Hauptſache— Thun!“— Diarnach kam Thauwetter; Feder nnd alle, die ihn kannten, verſchwanden von der Erde; die Menſchen traten in neue Entwickelungsphaſen, die Schriften Feders, vor— her doch von Einzeln wenigſtens geleſen, wurden ganz bei Seite gelegt; ſein Name— ſein unſterblicher Name— ward nicht mehr genannt. Und die Moral!?— iſt ſo ſchwer wohl nicht zu fiuden, ſie liegt, wie ſie für Jeden paßt, in den Worten:„Thun iſt die Hauptſache— Thun!“— und zwar Thun, Wirken ohne ſelbſtiſchen Zweck, Wirken in den Kreiſen, in die die Vorſehung den Menſchen geſtellt hat, in der Familie und im bürgerlichen Berufe zunächſt, und erſt über dieſe Grenzen hinaus, wenn die Zeit und Kraft es geſtattet; nur aber bei Leibe nicht am Tempel vergänglichen Ruhmes eigen⸗ ſüchtig gebaut oder eitele Poſſereien getrieben, um ſich be⸗ merklich zu machen und darüber der Pflichten die zunächſt liegen, vergeſſen. Wie ſchon bemerkt, es wird Keinem ſchwer fallen, die Anwendung des Geſagten auf ſich zu machen, welchem Stande und Berufe er auch angehört; 1 905 dieſe Anwendung bei Allen eine fruchtbringende ein!— i Ueberſicht des im Jahr 1846 von den Metzgern zu Wohnbach geſchlachteten Viehes: Kühe 21, Rinder 53, Kälber 26, Hämmel 12, Schafe 33, Ziegen 7. Aufgeſtellt Wohnbach den 22. März 1847. Die Fleiſchbeſchauer Georg Schäfer. Reinhardt Jung. Zur Beachtung. Die Stadt Grünberg hat auch von dem von dem Staate angekauften Korn zur Linderung der Noth der Be⸗ dürftigen 60 Malter erhalten. Ich habe nun unterm heu⸗ tigen, um der Intention der höchſten Staatsbehörde gehörig nachzuleben, das Mahlen dieſes Korns einer Verſteigerung bei den hieſigen Müllern ausgeſetzt, dabei zur Bedingung gemacht, daß von einem Malter Korn à 180 Pfund, 155 Pfund gutes Mehl und 19 Pfund Kleien zu liefern ſeien, ſo daß der Staubabgang zu 6 Pfund berechnet iſt. Unter dieſen Bedingungen übernahm Heinrich Zimmer in der Stein⸗ mühle dahier, als Wenigſtnehmender das Mahlen per Malter zu 21 kr., wobei er die Verpflichtung hat, das Ab⸗ und An⸗ fahren, des Mahlguts zu beſorgen. Im Intereſſe des öffent⸗ lichen Wohls glaube ich dieſe Mittheilung dem Publikum nicht akob, den n Jugend J machen ſchreiben. ader war uͤßlich zu Eiche und Schriften dinge hin. die Bücher ud wieder ihres In⸗ Kerl, der uch beſſer Thun iſt e die ihn en traten ers, vor⸗ den ganz Name— zu fiuden, n:„Thun in, Wirken in die die amilie und ſe Grenzen nur aber ies eigen⸗ m ſich be⸗ ie zunachſt rd Keinem uf ſich zu angehört; tbringende — Wehnbach Kälber 20, dt Jung. * 129 vorenthalten zu durfen, und behalte mir vor, mich demnächſt über die Norm der Brodtaxe noch auszuſprechen. Grünberg den 13. April 1847. Der Großherz. Büͤrgermeiſter, Henriey. 17. a ‚ 2 a 23, Kirchenbuchsauszug vom Januar 1847. 41 Ulrichſtein. Getraute: 29. 17. Der hieſige Ortsbürger und Ackermann Joh. Georg Rühl, des hieſigen Bürgers und Ackermanns Johannes Rühl I. ehelich lediger Sohn und Anna Maria Geiß, 25. des Burgers, Ackermanns, Maurers und Bezirksſchorn⸗ ſteinfegers Conrad Geiß eheliche ledige Tochter. 19. Johannes Hofmann, Bürger und Taglöhner, des Orts. 29. bürgers und Ackermanns zu Köddingen Caspar Hof⸗ mann ehelich lediger Sohn und Katharine Muller, des 41 3- hieſigen Buͤrgers, und Taglöhners Heinrich Muller, Bäckers eheliche ledige Tochter. Getaufte: Dem hieſigen Ortsbürger und Ackermann Johannes Horſt ein Sohn, Johannes Wilhelm, geb. den. 3. Jan. Ein unehelicher Sohn, Conrad, geb. den 17. Jan., den 12. Febr. a Dem hieſigen Buͤrger und Schuhmacher Joh. Heinrich Flohr ein Sohn, Andreas, geb. den 10. Jan. Eine uneheliche Tochter in dem Entbindungshauſe, Ka⸗ tharine, geb. den 17. Jan. Beerdigte: Heinrich Trapp, Soldat, des hieſigen Bürgers Heinrich Trapp unverheuratheter Sohn, alt 22 Jahre, 1 Monat und 19 Tage, k den 22. Januar. Johannes Joſt, Franke Eidam, hieſiger Bürger und Ackermann, alt 44 Jahre, 7 Monate und 25 Tage, den 26. Januar. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. a νννε Edictalladung. (320) Großh. Hofgericht hat über das Ver⸗ mögen des verſtorbenen Johann Heinrich Jung ledig von Traishorloff den förmlichen Con⸗ curs⸗Proceß erkannt, weßhalb alle bekannte und unbekannte Gläubiger aufgefordert wer⸗ den, ihre Anſprüche an dieſen Nachlaß im Termin den 27. April d. J., Vormittags 9 Uhr, ſo gewiß dahier anzumelden und zu be— gründen, als ſonſt ſie ohne weiteres Präcluſiv⸗ Dekret von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Bekannte Gläubiger, die ausbleiben, wer⸗ den ſo angeſehen, als wären ſie den Beſchlüͤſ⸗ ſen, die im Termin von der Mehrheit der erſchienenen gefaßt werden, beigetreten. Laubach am 9. März 1847. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhard. Bekannlimachung. (871) Die zur Concursmaſſe des Ludwig Volk zu Niederohmen gehörigen Liegen⸗ ſchaften, beſtehend aus 7 1/648 Grdbch. 95[] Klftr. Hofraithe, die Kirſchmühle, nebſt Mühlgerätbſchaften, 7/443 Grdbch. 30[] Klftr. Grabland, der Keilsgarten, 1/549 Grdb. 2049[J Klftr. Wieſe hinter der Kirſchmühle. XI/257 Grdb. 340[] Kiftr. Aecker vor dem Krummacker, 5 XLI/94 Grdb. 336[] Klftr. Aecker auf der See, 17352 Grdb. 11 0] Grabland auf der Glock⸗ wieſe, ſollen 5 Montag den 26. d. M., Vormittags 10 uhr, auf dem Gemeindehauſe zu Niederohmen durch das unterzeichnete Gericht unter an⸗ nehmbaren Bedingungen öffentlich verſteigert werden. An die Verſteigerung der Liegenſchaften wird ſich unmittelbar die der nicht unbedeu⸗ tenden Mobilien anreihen. Indem man Kaufliebhaber hiezu einladet, und die Grßb. Bürgermeiſter um möglichſte Verbreitung dieſer Bekanntmachung in ihren reſp. Gemeinden hiermit erſucht, fügt man die Bemerkung an, daß zum Mitbieten auf die werthvollen Liegenſchaften nur ſolche per— ſonen zugelaſſen werden können, deren Zah⸗ lungsfaͤhigkeit entweder offenkundig iſt, oder die ſich ſofort in der genannten Beziehung auszuweiſen vermögen. Grünberg den 8. April 1847. Großh. Se 1 daſ. e cke r. Verſteigerung von Bauarbeiten. (592) Die bei Erbauung eines neuen Oeko' nomiegebäudes in der Schulhofraithe zu Fauer— bach I. erforderliche Maurerarbeit, veranſchlagt zu 126 fl.— kr. Zimmerarbeit 252„ 40 Dachdeckerarbeit 201 10 Schreinerarbeit 30—„ Glaſerarbeit. 3„—„ Schloſſerarbeit 37— Weiß binderarbeit 7„5 50„ Steinhauerarbeit 7 das Brechen, Beifahren und Aufſetzen von 7.0 Klftr. Mauerſteinen, die Lieferung von 1,2 Klafter Sand, 36 Bütten Kalk, 2500 Backſteinen, 1000 eiche⸗ nen Stickſtecken, 0,25 Klafter Lehm und 20 Bund Roggenſtroh, ſoll Donnerſtag den 22. April d. J., Vormit⸗ tags 11 Uhr, auf dem Gemeindehauſe daſelbſt wenigſtnehmend in Akkord gegeben werden, und hat jeder nicht genügend bekannte Steig⸗ luſtige ſich über ſeine Gewerbsberechtigung genügend auszuweiſen. Friedberg den 14. April 1847. Der Gemeindebaumeiſter Ruths. Verſteigerung. (607) Freitag den 23. April d. J., Mor⸗ gens 11 Uhr, werden auf Anſtehen der Frei⸗— herrlich von Bibraiſchen Familie, Theile deren in Cleeberger Gemarkung gelegenen Guts, 52 Aecker und 30 Wieſen, jene ſowohl als dieſe zum Theil mehrere Morgen groß, ſowie ein dreiſtöckiges Wohnhaus, ein zwei⸗ ſtöckiges Haus, ein Schaafſtall und ein Schwein⸗ ſtall zum Abbruch anf der Gemeindeſtube zu Cleeberg verſteigert. Bemerkt wird noch, daß das obenerwähnte Wohnhaus in 1843 ganz neu, beſonders ſtark, in Holz erbaut und ſehr zweckmäßig für jeden Gebrauch eingerichtet worden iſt. Die Länge derſelben beträgt 72 Fuß, die Tiefe 31 ¼ Fuß, Grßh. Heſſ. Maas, und iſt daſſelbe mit einem Knieſtock an dem mit Schiefer gedeckten Dache verſehen. Das andere ebenfalls zur Verſteigerung kommende Haus iſt 46 Fuß lang und 18 Fuß tief, mit Ziegeln gedeckt. Uſingen den 16. April 1847. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerey Schapper. Aufforderung an die Schuldner der pfand⸗ und Leihanſtalt zu Friedberg. (608) Die Schuldner der Friedberger Pfand⸗ anſtalt, deren Pfänder bis jetzt verfallen ſind, werden aufgefordert, dieſelben bis zum 15. Mai l. J. einzulöſen oder zu prolongiren, als ſonſt deren Verſteigerung ſtattfinden ſoll. „Bemerkt wird noch beſonders, daß die Aus⸗ löſung, ſowie die Renovation nur an den dazu beſtimmten Tagen, Montag, Mittwoch und Samſtag geſchehen kann. Friedberg den 17. April 1847. Für die Pfandbaus Verwaltung Faatz. Carl Klein. Arbeits-Verſteigerung. (609) Freitag den 23. d. M., Morgens 10 Uhr, werden auf dem Gemeindehauſe zu Hochweiſel die an den daſigen Pfarr-, Schul⸗ und Gemeindegebaͤuden nöthigen Bauarbeiten und Lieferungen, beſtehend in 1) Maurerarbeit, veranſchlagt 108 fl. 30 kr. 2) Zimmerarbeit 1 12 1 7) Pflaſterarbeit 1 8) Handarbeiten 1 9) Lieferung von 7 Cubikklaf⸗ tern Mauerſteinen, veran⸗ ſchlagt 154%—„ 10) Lieferung von 1 Cubikklafter Pflaſterſteinen, veranſchlagt 36— 11) Lieferung von 40 Buütten Kalk 80 7—„ wenigſtnehmend in Accord gegeben. Hochweiſel am 16. April 1847. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Reuter. Holz⸗Verſteigerung. (610) Freitag den 23. l. M., Vormittags 10 Ubr, ſollen in dem Oſſenheimer Wäldchen 1½ Stecken eichen Stockholz und 71„„ Durchforſtungsreiſer öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Aſſenheim den 16. April 1847. Graͤfl. Solms-Rödelheim'ſche Forſtverwaltung. Bekanntmachung. (611) In der Nacht vom 10. zum 11. De⸗ cember v. J. wurde in der Gemarkung Fried⸗ berg an der von Friedberg nach Homburg füb⸗ renden Staatsſtraße ein junger Birnbaum boshafter Weiſe abgebrochen. Desgleichen in der Nacht vom 3. zum 4. Februar l. J. in 3) Schreinerarbeit„ 17—„ 4) Weißbinderarbeit„ 17„ 1 5) Steinhauerarbeit 12%—„ 6) Schloſſerarbeit 1 14,—„ der Gemarkung Aſſenbeim an der von Nieder- wöllſtadt nach Sornaſſenheim führenden Staats⸗ ſtraße. Da die ſofort eingeleitete Unterſu⸗ chung zur Ermittelung der Thaͤter nicht ge⸗ führt hat, ſo ergeht andurch, in Gemäßheit der Landesverordnung vom 3. Februar 1797, öffentliche Aufforderung zur Namhaftmachung der reſp. Thäter, unter Zuſicherung einer Belohnung von 30 fl. aus den betreffenden Gemeindecaſſen für jeden einzelnen Fall. Friedberg den 11. April 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Hofmann. Dr. Gilmer. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Vilbel. (612) Montag den 28. d. M., des Vor⸗ mittags 11 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe die Lieferung von circa 4000 Bütten Waſſer⸗ kalk, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an den We⸗ nigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Vilbel den 15. April 1847. i Der Gr. Heſſ. Sections⸗Ingenieur Eickemeyer. Holz⸗Verſteigerung (613) Samſtag den 8. Mai d. J., Mor⸗ gens 11 Uhr, werden in dem Weizer felder Gemeindewald: 5 19 Diſtrict Hardt Zr Theil. 1 eichen Werkholzſtamm zu 17 Cofß., 4 Klftr. buchen Prügelholz, 1500 gemiſchte Wellen, 7 Gerüſthölzer und 17½ Klftr. Erdſtöcke. 5 2) Diſtrict Hardt 2r Theil. 4% Klftr. buchen Prügelholz und 1725 gemiſchte Wellen verſteigert. Uſingen den 14. April 1847. 5 Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerey Schapper. Arbeits⸗Verſteigerung zu Wiſſels⸗ heim. (611) Samſtag den 24. d. M., Nachmit. tags 2 Uhr, ſollen auf dem Bureau des Grßh. Beigeordneten zu Wiſſelsheim nachſtehende Ar⸗ beiten, als: 157 a 1) Handarbeiten an dem Vicinalwege in der Gemarkung Wiſſelsheim, 5 2) Anfertigen verſchiedener Gräben in den daſigen Wieſen, 3) Ausweißen der Schulſtube und 5 4) das Anliefern von 1,0 Cubiklafter Chauſſeeſteinen an die Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Friedberg den 16. April 1847. In Auftrag Güatz ert. Arbeits Verſteigerung. (615) Die bei Herſtellung der baufälligen Scheuer im Pfarrhofe zu Niederweiſel erfor⸗ derlichen Bau- und Reparaturarbeiten, als: Zimmerarbeit, veranſchlagt zu 177 fl. Dachdeckerarbeit 47„ Maurerarbeit 20. Schloſſer- und Schmiedearbeit 8% ſollen Freitag den 23. d. M., Nachmittags um 1 Uhr, auf dem Büreau Grßh. Bürger⸗ meiſters daſelbſt an übernahmsfähige Meiſter wenigſtnehmend in Accord gegeben werden. Friedberg den 17. April 1847. Der Gemeindebaumeiſter t hes. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (616) Montag den 26. d. M., Vormittags 10 Uyr, ſollen nachſtehende, bei Erbauung einer Schmied. und Wagnerwerkſtätte vorkommen⸗ ** 130 den Arbeiten auf dem Rathhauſe dahier öffent. lich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden: 1) Maurerarbeit veranſchl. zu 204 fl. 14 kr. 2) Lieferung von 1575 Stück Backſteinen 225, 35 3) Lieferung von 1,2 Cbllftr. Sand 3„ 12„ 4) Zimmerarbeit 531% 14 5) Schreinerarbeit 41% 40„ 6) Schloſſerarbeit SIE Zeichnung und Voranſchlag liegen vom 20. d. M. an auf dem Bureau des Unterzeichne⸗ ten zu Jedersmanns Einſicht bereit. Friedberg den 16. April 1847. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur 8 der Section Friedberg Hochgeſand. Bekanntmachung, Holzverſteigerung im Revier Oberrosbach betr. (617) Freitag den 23. d. M., Morgens 8 Uhr, werden in Großherzogl. Domanialwald Frauenwald bei Niedermörlen an die Meiſt⸗ bietenden öffentlich verſteigert: 1 Stecken birken Scheitholz, 12% Stecken birken Obſtbaum-, 1 Stecken lärchen, 4 Stecken weiden Prügelholz, ½ Stecken larchen Stockholz, 5 1725 Wellen Obſtbaum⸗ birken, 1050 Wellen weiden, 100 Wellen lärchen Reiſerholz, 4 Wagen, 2 Läſte Leſehölz, 7 lärchen Stämme von 6 bis 8“ Durch⸗ meſſer und 20 bis 30“ Länge, 1 lärchen Stange von 5“ Durchmeſſer und 15“ Länge. Oberrosbach den 16. April 1847. Der Großh. Heſſ. Revierfoͤrſter Reviers Oberrosbach Bingmann. Lohrinde-Verſteigerung. (618) Freitag den 30. April, Vormittags 10 Uhr werden in der Behauſung des Unter. zeichneten circa 60 bis 70 Centner Lohrinden aus dem hieſigen Gemeindewald Bodenhard öffentlich meiſtbietend verſteigert. Pohlgöns am 16. April 1847. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Schöpf f. Holz-Verſteigerung. (619) Mittwoch den 28. April, Vormittags 9 Uhr, ſoll im Gemeindewald Burggräfenrod, Diſtrikt Unterwald, nachſtehende Holzſorti⸗ mente, als: 1) 40 Stecken Eichen⸗Scheitholz, 2) 13 2„ Prügelholz, 3) 42% 5„ Stockholz, 4) 84 Stämme„ Bau- und Werkholz, 8678 Cubikfuß enthaltend, 5 5) 1 Eichen ⸗Stange von 4 Eubikfuß, an Ort und Stelle meiſtbietend öffentlich ver⸗ ſteigert werden, wobei noch bemerkt wird, daß ſich Stämme dabei befinden, welche 276 Cubf. ausmeſſen. Burggräfenrod den 16. April 1847. Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Mo ſcheroſch. N Privat- Bekanntmachungen. Ein junger Mann- (882) wünſcht hier als Seribent eine Stelle Näheres zu erfragen bei der Expedition d. Bl. Zum Vermiethen (620) In meinem von Herrn Steuerkom⸗ miſſar Bingmann erkauften Hauſe iſt der „Stock zu einem, auch zwei Logis, ſowie ein Theil vom unteren Stock zu vermiethen, und können bis den 1. Juli bezogen werden. Friedberg im April 1847. 85 F. Schäfer, Meſſerſchmied. Alle Sorten Uhren, Gold-, Sil⸗ ber⸗& Neufilber⸗Waaren, ſo⸗ wie auch Brillen und Ther⸗ mometer 8 (621) habe ich wieder in reicher Aus wahl ocrräthig und empfehle ich ſolche zu billigen Preiſen. Friedberg. L. Hanau, uhrmacher. eee. (622) Meine Angabe, als habe Feldſchütz Feuth von Obererlenbach Obſt entwendet, nehme ich hiermit vergleichsmäßig zurück. Obererlenbach. Wirth Dähle. Zum Verfaufen. (629) Der unterzeichnete iſt geſonnen fol⸗ gende Gegenſtände aus der Hand zu verkaufen 1) ein Pferd, 2) ein Wagen, 3) ein Pflug nebſt Egge, 4) Schiff und Geſchirr, Altenſtadt den 12. April 1847. 5 Andreas Köbel. 5 Prüf ung der hoheren Töchterſchule zu Friedberg. (62) Zu der auf Sonnabend den 24. d. M. feſtgeſetzten Prüfung der höheren Töchterſchule lade ich die verehrten Eltern, ſowie alle Freunde der Schulbildung biermit ein. Zugleich bemerke ich, auf die in Nr. 21 und 22 dieſes Blattes enthaltene Anzeige mich beziehend, daß die Verhältniſſe die Aufnahme von Mädchen noch geſtatten und füge hinzu, daß der neue Cur⸗ ſus am 3. Mai beginnt. Friedberg den 18. April 1847. Kar ſt, Lehrer an der höheren Töchterſchule. Eine Schabrake (625) wurde von unterzeichnete gefunden und kann der Eigenthümer dieſelbe gegen die etwaigen Koſten wieder zurück erhalken. Burggräfenrod den 17. April 1847. Konrad Traband, Gaſtwirth. ö Literariſche Anzeige. (626) Als ſehr brauchbar iſt zu empfehlen die 10te verbeſſerte, 5000 Exempl. ſtarke Auf⸗ lage von: G. W. Campe, gemeinnütziger Briefſteller für alle Fälle des menſchl. Lebens, mit der Titulaturen-Angabe für alle Stände. Preis: 34 kr. Dieſer ausgezeichnete Briefſteller enthält 180 vorzügliche Briefmuſter zur Nachahmung und Bildung, wie auch 72 For⸗ mulare zur zweckmäßigen Abfaſſung von Ein⸗ gaben, Geſuchen und Klageſchriften an Behörden, Kauf-, Mieth⸗, Pacht⸗, Bau⸗, Lehrcontracten, Erbverträgen, Teſtamenten, Schuldverſchreibungen, Quittungen, Vollmach⸗ ten, Anweiſungen, Wechſeln, Akteſten, Anzei⸗ gen und Rechnungen über gelieferte Wagren. Vorräthig in der C. Binder nagelbſchen Buchhandlung. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindern agel in Friedberg. id — ä