eigen Na 1847, berichtet: tſch. Surglirche: ut. Burgkürche: dell Intelligenz-Olatt ſür die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. * 35. „den 5. Mai Mittwoch Amtlicher Theil. ——— Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen an ſaͤmmtliche Gr. Heſſ. Furſtl. und Graͤfl. Solmſ. Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: Auswanderungen nach Nordamerika. Das nachſtehend abgedruckte höchſte Ausſchreiben vom 24. Febr. d. J. theilen wir Ihnen unter dem Auftrage mit, die Auswanderer hiernach zu bedeuten und ſie vor zu ſpäter Abreiſe zu verwarnen. Friedberg, Grünberg und Hungen den 27. April 1847. Küchler. Ouvrier. Follenius. Das Großherzogliche Heſſiſche Miniſterium des Innern und der Juſtiz an die Großherzoglichen Provinzial⸗ Commiſſariate dahier und zu Gießen und an ſämmt⸗ liche Großherzogliche Kreisräthe. Durch Nachrichten, welche uns über Auswanderer, deren Abreiſe nach Nordamerika in zu weit vorgeruͤckter Jahreszeit ſtatt gefunden hat, zugekommen ſind, finden wir uns veranlaßt, darauf aufmerkſam zu machen, daß die gün⸗ ſtigſte Zeit zur Ueberſiedelung nach Nordamerika im Früh⸗ jahre, die ungünſtigſte aber im Spätſommer oder Herbſte iſt, indem die Leute alsdann zu ſpät in den Landungsplätzen ankommen, um noch in das Innere des Landes reiſen zu können und daher den Winter über an den Seeplätzen zu⸗ bringen müſſen, woſelbſt ſie gewöhnlich die Mittel ver⸗ zehren, mit denen ſie in einer günſtigeren Jahreszeit im Stande geweſen wären, die Reiſe nach dem Innern auszuführen, wo ihnen beſſere Ausſichten bevorſtehen, als in großen Städten. Wir beauftragen Sie, die Auswanderer hiernach zu bedeuten und ſie vor zu ſpäter Abreiſe zu verwarnen. Darmſtadt den 24. Februar 1847. du Thi l. v. Rieffel. Dieſelben an dieſelben. Betreffend: Die Auswanderungen aus Deutſchland nach Nordamerika über Belgien. Von nachſtehend abgedrucktem Miniſterialausſchreiben vom 6. d. M. wollen Sie die betreffenden Auswanderer in den ſpeciellen Fällen aufmerkſam machen. Friedberg, Grünberg und Hungen den 27. April 1847. Küchler. Ouvrier. Follenius, Das Großherzoglich Heſſiſche Miniſterium des Innern und der Juſtiz an die Großherzoglichen Provinzial⸗ Commiſſariate dahier und zu Gießen und ſämmt⸗ liche Großherzogliche Kreisräthe. Nach einer Mittheilung der Königl. Belgiſchen Ge⸗ ſandtſchaft hat ſich die Königl. Belgiſche Regierung ver⸗ anlaßt geſehen, die Anordnung zu treffen, daß künftig nur ſolche Auswanderer an der belgiſchen Grenze zugelaſſen und mit der Staats⸗Eiſenbahn weiter befördert werden, welche entweder 1) an baaren Reiſemitteln 93 fl. 20 kr.(200 Franken) für jede Perſon über 15 Jahren, und 70 ft.(150 Franken) für jede Perſon bis zu 15 Jahren(Säuglinge bleiben außer Berechnung) vorzuzeigen im Stande ſind, oder 2) ſich im Beſitze von Verträgen mit Schiffsrhedern oder Agenten von ſolchen in Deutſchland befinden, wonach die Letzteren ſowohl die Ueberſchiffung, als auch die Ver⸗ köſtigung und Verpflegung der Auswanderer während der Reiſe durch das Königreich Belgien bis Antwerpen über— nommen haben,— oder endlich 3) im Beſitze ſolcher Papiere, aus denen hervorgeht, daß ihre Ueberfahrt geſichert iſt, ſind und weiter die nöthi— gen Mittel zur Beſtreitung ihrer Bedürfniſſe während der Reiſe auf belgiſchem Gebiete bei ſich haben. Wir beauftragen Sie, dieſe Anordnung der Königlich Belgiſchen Regierung durch Ihre Amtsblätter, ſowie durch die Bezirks⸗Intelligenzblätter in Ihren reſpectiven Verwal— tungsbezirken zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und künftig alle diejenigen Auswanderer nach anderen Welt⸗ theilen, welche ihren Weg durch das Königreich Belgien zu nehmen beabſichtigen, noch ſpeciell auf die gedachte An⸗ ordnung aufmerkſam zu machen. Darmſtadt den 6. April 1847. du Thi l. v. Lehmann. * 14 238, binnen 144 Tagen bis auf 134, binnen 180 Tagen bis auf 518, binnen 216 Tagen(ſieben Monate) endlich Der Großherzoglich Heſſiſche f Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die dermalige Theurung, und den hierdurch herbeigeführten Nothſtand, nunmehr die deßfalls nöthige möglichſte Be⸗ ſchränkung der Gemeinde- Ausgaben. Da die Gemeinden bei der anhaltenden Theurung durch die Unterhaltung und Unterſtützung ihrer bedürftigen Anhorigen zu nicht unbedeutenden Opfern genöthigt werden, ſo werden Sie ſich angelegen ſein laſſen, bei allen übrigen Gemeindeausgaben ſoviel als möglich zu erſparen und ſolche auf das allernothwendigſte zu beſchränken. Dieſe Rückſicht werden Sie auch bei Aufſtellung der Gemeindevoranſchlägen für 1848 beachten. Grünberg den 29. April 1847. Sur er. Vermehrung der Mäuſe. Die in Nro. 28. d. Bl. enthaltene Anfrage: bis auf welche Zahl die in dem Winterfelde der Gemarkung Petter— weil getödteten 4000 Stück Mäuſe binnen ſieben Monaten in gewöhnlicher Weiſe ſich wohl vermehrt haben würden? iſt durch die verehrliche Redaction d. Bl. ſogleich dahin be⸗ antwortet worden, daß, da man annehmen könne, daß die im Frühjahre vorhandenen Mäuſe bis zum Herbſte wenig— ſtens fünfmal, und zwar jedesmal im Durchſchnitte 6 Junge würfen, die erwähnten 2000 Paare bis dahin ſich um wenig⸗ ſtens 60,000 Jungen vermehrt haben würden. Bei dieſer Berechnung iſt jedoch die weitere Vermehrung dieſer Jungen ſelbſt, ſowie die abermalige Vermehrung der Jungen dieſer letzteren u. ſ. w. gänzlich unberückſichtigt geblieben. In einem im Jahre 1832(in Commiſſion bei Hofbuchhändler Pabſt in Darmſtadt) von mir herausgegebenen Druckſchrift— chen:„Die Beeinträchtigungen des Ackerbaues ꝛc. durch das beſtehende Jagdweſen- habe ich(Seite 11) unter anderem nachgewieſen, daß, wenn jedes Mäuſe⸗ paar monatlich 8 Junge erzeugte, dieſe aber in einem Alter von anderthalb Monaten abermals Junge zur Welt brächten“), die Geſammtnachkommenſchaft von einem einzigen Paare in einem halben Jahre ſich ſchon auf 2162, in ſieben Monaten auf 7706, in acht Monaten hingegegen bereits auf 25,186 Stück belaufen würde. Hiernach wurden unter begünſtigenden Umſtänden obige 4000 Stück Mäuſe innerhalb ſieben Monaten ſelbſt bis auf 15 Millionen 412 tauſend ſich haben vermehren können, welche allerdings faſt unglaubliche, wie wohl leider nur zu häufig durch die Er⸗ fahrung ſich beſtätigende Vermehrung der Feldmäuſe man früher ſo wenig ſich zu erklären vermochte, daß man die Hervorbringung einer ſolchen Menge von Mäuſen faſt all⸗ gemein den— Hexen zuzuſchreiben pflegte. Aber ſelbſt auch die Zwiſchenzeit, binnen welcher die Mäuſe Junge zu werfen pflegen, auf 36 Tage, das Alter einer zum erſten— male Junge zur Welt bringenden Maus aber auf 48 Tage, ſowie die mittlere Anzahl der jedesmaligen Jungen gleichfalls nur auf 6 geſetzt, würde nichts deſto weniger ein einziges Mäuſepaar binnen 108 Tagen bereits bis auf ) Wir bezweifeln, daß dieſe Annahme richtig iſt, da in allen uns be⸗ kannten Naturgeſchichten angegeben wird, daß die junge Maus erſt nach 8 Monaten völlig ausgewachſen und fähig ſei, ihre Art fort⸗ 1 Demnach könnte höchſtens die erſte Hecke ſich noch in demſelben Jahre fortpflanzen. e Die Redgetion. 4 K bis auf 1412 Stück ſich vermehren, ſo daß bei Annahme auch nur dieſer weniger raſchen Fortpflanzungsweiſe jene 4000 Stück Mäuſe doch gleichwohl nach ſieben Monaten bereits 2 Millionen 824 tauſend hervorgebracht haben würden. Welcher Berechnungsweiſe man indeſſen auch hier beipflichten möge: ſo viel ſteht feſt, daß die im Frühjahre ſelbſt auch nur ſpärlich vorhandenen Feldmäuſe bis in's Ungeheure ſich zu ver—⸗ mehren im Stande ſind, und daß es deßhalb ſehr rathſam iſt, die Vertilgung derſelben ſo zeitig als möglich vorzu— nehmen. Petterweil im April 1847. 5 H. C. Flick. Ueberſicht über das in den letzten drei Jahren von den Metzgern in Friedberg geſchlachtete und verkaufte Vieh: 1844 1845 1846 Ochſen 350 352 353 Kühe 123 123 109 Rinder 29 21 56 Stiere 5 3 15 Hämmel 854 833 Schafe 194 380 561 Ziegen 7 9 9 Kälber 947 1219 Schweine 2102 2146 Rechnet man nun: einen Ochſen im Durchſchnitte 550 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 12 kr., eine Kuh im Durchſchnitte 250 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 9 kr., ein Rind im Durchſchnitte 200 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 8 kr., a einen Stier im Durchſchnitte 250 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 8 kr, einen Hammel im Durchſchnitte 40 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 8 kr., ein Schaf im Durchſchnitte 30 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 6 kr., 8 eine Ziege im Durchſchnitte 30 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 5 kr., ein Kalb im Durchſchnitte 40 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 6 ½ kr., a i 8 ein Schwein im Durchſchnitte 140 Pfd. ſchwer und das Pfd. Fleiſch zu 12 kr., ſo ergibt ſich, daß im vergangenen Jahre dahier 533 Stück ſog. Großvieh und 5330 Stück Kleinvieh im Gewichte von 669,450 Pfd. und im Werthe von Einmal Hundert ein und zwanzig Tauſend acht Hundert und drei und ſechzig Gulden conſumirt worden ſind. Friedberg im Februar 1847. Dr. Ritzel, Thierarzt und Fleiſchbeſchauer. Kirchenbuchsauszug vom Februar 1847. Friedberg. a Getraut e: 11. Philipp Konrad Kopp, Burger und Handelsmann da⸗ 2 1 ùů 0 Tagen ) endlich * Annahme diſe jene Nonaten wurden. pflichten auch nur c zu ver⸗ tathſam 9 vonzu⸗ S etzgern schaut. 1 1847. mann d 2¹. 23. 28. 75 hier, ein Wittwer und Maria Eliſabetha Charlotte Thon, des weiland hieſigen Bürgers, Eſſig und Liqueur⸗ fabricanten, Wilhelm Karl Heinrich Thon, hinterbliebene Wittwe. Johannes Füller, Bürger und Zimmermeiſter dahier, ein Wittwer und Barbara Hanſtein, des weiland hie— ſigen Bürgers und Weißgerbermeiſters, Thomas Han— ſtein, eheliche ledige Tochter. Chriſtoph Matthäus Wüſt, Bürger und Barbier zu Worms, des daſigen Bürgers und Tünchermeiſters, Georg Friedrich Wüſt, ehelicher unverheuratheter Sohn und Katharina Eliſabethe Müller, des hieſigen Bürgers und Weißgerbermeiſters, Chriſtian Heinrich Müller, eheliche unverheurathete Tochter. Konrad Kuh, hieſiger Bürger und Handarbeiter des weiland hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Jakob Kuh, ehelicher lediger Sohn und Chriſtiane Luiſe Egert, des weiland Friedrich Egert, Ortsbürgers und Bergarbeiters zu Thalitter eheliche ledige Tochter. Getaufte: Grßh. penſionirtem Major Georg Karl Friedrich Schäfer dahier eine Tochter, Maximiliane, Caroline, Eleonore, geb. den 27. Decbr. Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Hartmann Wilhelm Wagner ein Sohn, Friedrich Ludwig, geb. den 8. Jan. Dem hieſigen Bürger und Spenglermeiſter Karl Rauſch eine Tochter, Anna Margaretha, geb. den 28. Jan. *. Dem hieſigen Burger und Oekonomen, Chriſtian Kaſi— mir Reuß, ein Sohn, Chriſtian, geb. dem 26. Jan. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter, Heinrich Chriſtian Weller, ein Sohn, Johannes, geb. den 8. Jan. Dem Bürger und Wagenmeiſter dahier, Heinrich Klees ein Sohn, Friedrich Ehriſtian, geb. den 7. Febr. „Dem Burger und Barbier zu Worms, Chriſtoph Mat⸗ thäus Wüſt eine Tochter, Friederike Chriſtiane, geb. den 30. Jan. 28. Dem Bürger in Alzei und Kappenmacher dahier, Hein— rich Frank, ein Sohn, Wilhelm, geb. den 14. Febr. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Heinrich Mack, eine Tochter, Katharina, geb. den 12. Febr. Beerdigte: Johanne Luiſe Caroline Eliſabetha Margaretha Hamm, des hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters, Karl Wilhelm Balthaſer Hamm, eheliches Töchterlein, alt 1 Jahr und 15 Tage, 5 den 6. Febr. Eliſabetha Ewald, ledig, alt 51 Jahre, den 11. Febr. Friedrich Wilhelm Hermann Ackermann, des Gr. Ober- feldwebels, Wilhelm Friedrich Ackermann, eheliches Söhnlein, alt 4 Monate und 8 Tage, 1 den 24. Febr. Katharina, geb. Bechtel, des hieſigen Bürgers und Zeugſchmides, Johannes Filmar, Ehefrau, alt 23 Jahre und 11 Monate, 7 den 25. Febr. Katharina Margaretha Renker, des penſionirten Ser— geanten, Johannes Renker dahier, eheliche ledige Tochter, alt 25 Jahre und 9 Monate, F den 26. Febr. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (669) Dienſrag den 11. Mai, Vormittags 11 Uhr, ſoll auf dem Rathhauſe dahier, die Lieferung von 50 Stück 2räderigen Handkar⸗ ren, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an die Wenigſtnehmenden öffentlich in Akkord gegeben werden.. Friedberg den 27. April 1847. Der Großb. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (670) Samſtag den 8. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen auf dem Rathhauſe dahier nach— ſtehende Arbeiten zur Erbauung eines Kanals bei Abtheiſung 25% in der Gemarkung Bru⸗ chenbrücken, an die Wenigſtnehmenden ver⸗ ſteigert werden Maurerarbeiten veranſchl. zu 119 fl. 12 kr. Steinhauerarbeiten 372„7 24, Friedberg den 22. April 1847. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Bekanntmachung. (6110 In der Nacht vom 10. zum 11. De⸗ cember v. J. wurde in der Gemarkung Fried— berg an der von Friedberg nach Homburg füh— renden Staatsſtraße ein junger Birnbaum boshafter Weiſe abgebrochen. Desgleichen in der Nacht vom 3. zum 4 Februar l. J. in der Gemarkung Aſſenbeim an der von Nieder— wöllſtadt nach Dornaſſenheim fübrenden Staats— ſtraße. Da die ſofort eingeleitete Unterſu⸗ chung zur Ermittelung der Thäter nicht ge— fübrt hat, ſo ergebt andurch, in Gemäßheit der Landesverordnung vom 3. Februar 1797, öffentliche Aufforderung zur Namhaftmachung der reſp. Thäter, unter Zuſicherung einer Belohnung von 30 fl. aus den betreffenden Gemeindecaſſen für jeden einzelnen Fall. Friedberg den 11. April 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Hofmann. Dr. Gilmer. Edictalladung. (654) ueber das Vermögen des Jacob Morſchel III. zu Obermörlen iſt der Con— cursproceß erkannt worden. Es werden deß— balb die Gläubiger deſſelben aufgefordert im Termin Samſtag den 19. Juni, Morgens 8 Uhr, ihre Anſprüche dahier geltend zu machen, widrigenfalls der ſtillſchweigende Ausſchluß von der Maſſe erfolgt. Im Termin ſoll zugleich ein Arrangement verſucht und, wenn ein ſolches nicht zu Stande kommt, ein Curator ernannt und wegen Ver⸗ äußerung der Maſſe Beſtimmung getroffen werden. Gläubiger, welche nicht perſönlich erſcheinen, werden in dieſer Beziehung als den Beſchlüſ— ſen der Mehrheit der erſchienenen Gläubiger beitretend angeſehen werden. Butzbach den 19. April 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. J. E. d. L Calmberg. Dr. Irle. Der Director der Vieh-Verſicherungs— Anſtalt des Kreiſes Grünberg an die Herrn Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betr. Die Vieh-Verſicherungs-Anſtalt für den Kreis Grünberg. (685) Wie Ihnen bereits bekannt geworden iſt, ſo tritt wahrſcheinlich bald eine Verſiche— rungsanſtalt für Pferde und Rindvieh für die Provinz Oberheſſen ins Leben. Um dieſer zweckmäßigen Anſtalt nicht hemmend in Weg zu treten, wird die ſeither für den Kreis Grünberg beſtandene Verſicherungsanſtalt für Rindvieh und Schweine vom 1. Mai laufen- den Jahres an für aufgehoben erklart. Allenfallſige Anſprüche auf Entſchädigung für bis zum 30. April gefallenes Vieh ſind ſogewiß bis zum 8. d. M. bei Unterzeichnetem durch Vorlage eines vorſchriftsmäßigen Scheins geltend zu machen, als ſonſt eine Entſchä⸗ digung nicht mehr geleiſtet werden wird. Sie wollen dieß in Ihren resp. Gemeinden bekannt machen laſſen. Grünberg den 1. Mai 1847. Bötticher. Schäferei⸗Verpachtung zu Steinbach (596) Dienſtag den 11. Mai d. J., Mit⸗ tags 12 Uhr, wird zu Steinbach in der Ge— meindeſtube, die dem Großb. Heſſ. Fiscus zu— ſtebende Schäferei in der daſigen Gemarkung, welche mit ungefähr 450 Stück Schafvieh be⸗ trieben werden kann, auf 3 oder 6 Jahre meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 13. April 1847. Der Gr. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts „Friedberg Domaͤnenrath Buß. Schaafpferche-Verpachtung. (686) Donnerſtag den 6. Mai, Morgens um 11 Uhr, werden in hieſigem Rathhauſe 5— 10 Schaafpferche, welche den 16. Mai ihren Anfang nehmen, öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg am 3. Mai 1847. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Offentliche Bekanntmachung. (6877) Der Wittwer Karl Otto Schaad von Ruppertsburg iſt von Gr. Hofgericht für einen Verſchwender erklärt und deßhalb unter Curatel des Philipp Schaad III. von Ruppertsburg geſtellt worden, was mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht werde, daß alle Rechtsgeſchaͤfte die mit Carl Otto Schaad von jetzt an ohne Zuſtim— mung ſeines Curators abgeſchloſſen werden, keine rechtliche Wirkung äußern. Wer Forderungen an Carl Otto Schaad zu machen hat, bat dieſelben ſogewiß den 1. Juni d. J., Vormittags dahier anzumelden, als ſonſt darauf bei Regulirung dieſes Ver⸗ mögens keine Rückſicht genommen werde. Laubach am 28. April 1847. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht. Brumhard. Gras ⸗Verſteigerung. (688) Freitag den 7. Mai, Morgens 9 uhr anfangend, werden in hieſigem Rathhauſe die Begraſungen ſämmtlicher Allmeien in den bei⸗ den Gemarkungen für das Jahr 1847 meiſt⸗ bietend verpachtet, mit dem Anfügen, daß die Begraſungen der beiden Bleichplätzen an der Seewieſe und jenſeits der Uſa am Graubert', ſchen Garten ebenfalls zur Verpachtung kommen. Friedberg am 3. Mai 1847. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (689) Samſtag den 8. Mai l. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen Erdarbeiten zur Herſtel⸗ lung des Bahnkoͤrpers in der Gemarkung Fauerbach II. an Ort und Stelle, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht wer⸗ denden Bedingungen, öffentlich in Accord ge⸗ geben werden. Die Steigluſtigen haben vor der Verſteigerung ſich über ihre Kautions⸗ fähigkeit auszuweiſen. Das Loos 8. iſt veranſchlagt zu 18,878 fl. 24 kr. „„ 9.„ 17„ 16,729 7 12 77„ 10. 1 77 77 9,438„—* Der Ort der Zuſammenkunft iſt an dem Mainzerthorweg. 5 Friedberg den 29. April 1847. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Bekanntmachung. (690) Montag den 10. Mai l. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen auf hieſigem Bürger⸗ meiſterei⸗Büreau ca. 250 Centner eichen Loh⸗ rinden, welche zur 1847 r Ernte kommen, öffentlich und an den Meiſtbietenden verſtei⸗ gert werden. Höch ſt am 1. Mai 1847. 8 ö Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Meininger. Main ⸗Weſer⸗ Eiſenbahn. (691) Dienſtag den 11. Mai d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden auf dem Rathhauſe dahier nachſtehende Arbeiten, zur Herſtellung einer Speißmaſchine in dem Roſenthal bei Friedberg, an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben, nämlich: Maurerarbeit, veranſchlagt zu 54 fl. 48 kr. Zimmerarbeit 5„ 63„510, Schloſſerarbeit 7„ 825 A1 Gußarbeit 77„ 282,— 7 Zeichnung und Voranſchlag können auf dem Bureau des Unterzeichneten eingeſeben werden. Friedberg den 29. April 1847. Der Grßh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (692) Das Fabren von 28 Cubikklaftern Steinen aus dem ſtaatseigenthümlichen Bruche bei Butzbach, zu dem Viaduct uber den Spül⸗ weg in der Gemarkung Butzbach, wird Mit⸗ woch den 12. d. M., Vormittags 9 uhr, im Gaſthauſe zum Stern dahier verſteigert. Butzbach den 2. Mai 1847. Der Grßh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Butz bach Meyer. * 146* Bekanntmachung. Die Begebung der diesjährigen Chauſſee⸗unterhaltungsarbeiten betreffend. (693) Freitag den 21. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen auf hieſigem Rathhauſe die diesjährigen Chauſſee⸗Unterhaltungsarbeiten, nämlich: J 1) Die Anlegung einer Mulde, Graben des Sandbetts ꝛc., im Anſchlag von 2 fl. 14 kr. Lieferung der Pflaſterſteine 15%—„ Beifuhr f 5%—„ Lieferung des Sandes 18%— 1 Pflaſterarbeit 6 43% 2) Anlage eines Canals. Ausgraben ꝛc. 4 fl. 12 kr. Herſtellung des Mauerwerks. 34, 7 Ausbeſſerung eines Canals 37% 36„ 3) Anlage eines Geländers mit ſteinernen 1 Pfoſten. Lieferung von vier Pfoſten ꝛſc. 14 fl.— kr. Zwei Gelaͤnderriegel von Eichenholz 28, 40 Beſchlagen des Gelaͤnders mit Latten 9, 6 Setzen und Befeſtigen der pfoſten 17% 36, öffentlich an den Wenigſtnehmenden begeben werden. Reichelsheim den 29. April 1847. Herzogl. Naſſ. Chauſſee⸗Brzirks⸗Inſpection. v. Preu ſ chen. Bekanntmachung. (691) Der am Fauerbacher Thore gelegene, vor mehreren Jahren neu erbaute Lohmühlen⸗ Bau, ſo wie das innere Werk, noch im beſten Zuſtande, von Mechanikus Engel in Worms erbaut, ſoll, da er in die Eiſenbahnlinie fällt, Montag den 31. Mai, Morgens um 11 Uhr, an Ort und Stelle auf den Abbruch verkauft werden. Friedberg am 3. Mai 1847. In Auftrag von Georg Steinhäuſer u. B. Grödel, Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. c Privat ⸗ Bekanntmachungen. Mobilienverſteigerung. (695) Donnerſtag den 6. Mai, Mocgens 9 Ubr, wollen die Erben des Rudolf Müller, Erbvertheilung wegen, folgende Gegenſtaͤnde meiſtbietend verſteigern laſſen: 1) ein gutes Zug⸗Pferd, 2) ein Fohlen, 3) eine Kub und ein Rind, 4) zwei Zuchtſchweine, 5) drei Schaafe, 6) ein Pferdewagen und ein Vorderwagen, 7) ein Branntweingeſchirr, wovon der Keſſel 81 Maaß hält, 8) eine Kelter mit Mahltrog, 9) Hausrath aller Art, Fäſſer, ungefähr 3 Ohm Branntwein, 10) Stroh, Heu, Grummet und Kar⸗ toffeln. 110 18 Stecken Werk⸗ und Brennholz, Ockſtadt den 3. Mai 1847. Die Erben des Rudolf Müller. A e e en e. (696) Auf die Anzeige in Nr. 34 d. Int.⸗ Blattes, wegen Vermiethung meines Hauſes, bemerke ich hierdurch, daß dieſes von heute an ver miethet iſt. Friedberg den 3. Mai 1847. Simon Simon. Nachricht fuͤr Auswanderer von Bremen nach Nordamerika. 697) In der Kürze erpedire ich ein ſchönes ſchnellſegelndes Seeſchiff nach Nordamerika und kann bei zeitiger Anmeldung Paſſagiere unter den billigſten Bedingungen zur Ueber⸗ fahrt nach dorten annehmen. Friedberg den 3. Mai 1847. Chr. Hech t. Ein möblirtes Zimmer (698) nebſt Cabinet hat zu vermiethen Friedberg. Johannes Frick. Einen großen Heuboden, (699) ſowie einen geräumigen Pferdeſtall hat zu vermiethen Adam Kehr, am Mainzerthor. Zur Nachricht. (700) Zablungen für mich ſind an mich zu leiſten; desgleichen wolle man alle Forderun⸗ gen an mich bei mir einreichen. Friedberg am 24. April 1847. 5 Adam Kehr. Literariſche Anzeige. (701) Bei C. Langlois in Burgdorf iſt erſchienen und in allen Buchhandlungen der Schweiz und des Auslaades, in Fried⸗ berg bei C. Bindernagel, zu haben: Sfkrauß und dit Evangelien, oder das Leben Jeſu von Dr. Strauß. Für denkende Leſer aller Stände bearbeitet von einem 5 * evangeliſchen Theologen. Zweite, unveränderte, von dem Ver⸗ faſſer mit einer Vorrede verſehene Auflage. 35 Octavbogen. Geheftet. Umſchlag. (Preis: 2 fl. 24 kr. rhein.) In elegantem (702) Ferner: Dursli, der Branntwein ſäufer, oder Der heil. Weihnachtsabend. Zweite, von dem Verfaſſer in's Hoch⸗ deutſche übertragene Ausgabe. 8 Duodezbogen. Gehef. Preis: 30 kr. Dieſes Schriftchen, gegen die Unſitte des Genuſſes geiſtiger Getränke, die damit ver⸗ bundenen böſen Gewohnheiten und Laſter ge⸗ richtet und die ſchlimmen Folgen derſelben im Hauſe und der Gemeinde, für Leib und Seele, mit kräftigen Zügen ſchildernd, ohne im ge⸗ ringſten in eine trockene Moralpredigt über⸗ zugeben, enthält die lebens friſche, tief aus dem Volksleben ſelbſt gegriffene Geſchichte des Dursli und ſeiner Familie. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. * en