Intelligenz-BGBlatt ſür die Provinz Oherheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 10. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an die Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Verordnung, den Betrieb und die Beaufſichtigung des Gewerbes der Mäkler mtt Getraide, Hülſenfrüchten und Kartoffeln. Indem ich Sie benachrichtige, daß 1) Eberhard Staämmler von Grünberg, 2) Heinrich Herzberger von Flenſungen, 3) Johannes Bock von Köddingen, als Mäkler verpflichtet worden ſind, trage ich Ihnen auf, Dieß, ſowie die nachſtehend regulirten Gebühren, welche dieſe Mäkler zu beziehen haben, in Ihren Gemeinden zu ver— offentlichen. Grünberg den 27. Januar 1847. in o r„. Tarif für die Gebühren der Mäckler. 1 Malter Waizen in loco 2kr., auswärts 4 kr. 1 77 Korn 77 77 2 77 7 4 7 6„ Gerſte 7 77 2„ 7 4„ 1 77 Hafer 5 5 2„„ 4» 1 1 Erbſen 0 77. 5 4„ 1 17 Linſen 5„ 20 5 4„ 1 7 Kartoffeln 7 5 27„ 2„ Die ſchlechte Zeit. Betrachtungen eines Menſchenfreundes. Immer noch die alte Klage über die ſchlechten Zeiten, welche ich ſchon vor Jahren, oder Jahrzehnden vernommen habe. Sie ſcheint gerade in dem verfloſſenen Jahre neuen Nahrungsſtoff erhalten zu haben. Millionen ſeufzen in dieſer theuren Zeit. Sie können kaum das Nothwendigſte er— ſchwingen zu ihrem Lebensunterhalte. Familien gehen zu— rück, von welchen ich eher das Gegentheil vermuthet hätte, die Gerichtsdiener wandern mit Mahnzetteln und Pfandungs— befehlen an manchen Orten von Haus zu Haus. Es ſtehen Namen auf ihrer Liſte, über welche man erſtaunen wuͤrde. Die Geſchäftsleute beſchweren ſich über den Mangel an Verdienſt. Die Beſoldeten behaupten nicht auszureichen, ſo lange die Lebensmittel nicht wohlfeiler würden. Der Mißmuth iſt allgemein, nur bei Denen nicht, welche doppelten Preis für den Vorrath ihres Speichers erhalten. Doch ſollte es wirklich ſo ſchlimm ſtehen in der Gegenwart, als es den Anſchein hat? Die Geſtalt der Städte und Städt— chen hat ſich, ſo weit meine Erinnerung reicht, bedeutend verändert. Die Häuſer ſind freundlicher geworden, die Straßen und die Umgebungen ſchöͤner; die Kramläden haben ſich nicht nur in großer Anzahl vermehret, ſie haben auch in ihrer äußeren Geſtaltung gewonnen. Im Innern der Häuſer ſind die altfraͤnkiſchen Möbel gewichen, Sopha's und gepolſterte Stühle, Bilder mit vergoldeten Rahmen haben den Groß— vatersſeſſel vom Ofen verdrängt und die Holzbänke von der Wand. Die Tapeten ſind bis in die kleineren Hütten ge— drungen. Das Reiſen iſt leichter und wohlfeiler geworden. Aber wie viel wird auch heute gereiſt gegen ehemals? und immer bleibt das Sprüchwort wahr:„Reiſen koſtet Geld.“ Die Vergnügungsorte werden zahlreich beſucht. Nicht zu Fuß wollen Viele in der fröhlichen Mitte erſcheinen. Es muß gefahren ſein. Man konnte auch den koſtbaren An— zug verderben. Sehet ihr nicht die Pracht in den Kleidern, welche bis zu den unterſten Ständen gedrungen iſt? Sind das die Wahrzeichen, woran man die ſchlechten Zeiten er— kennen ſoll? Wären die Koſten nicht zu erſchwingen, ſollte da nicht mancher Familienvater Einhalt gebieten, damit es kein trauriges Ende nähme? Sind auch in jeglichem Ge— ſchäfte die Nebenbuhler zahlreicher geworden, ſo iſt auch die Menſchenmenge gewachſen und die Bedürfniſſe haben ſich gemehrt. Die Großmutter hatte ihr halbes Leben an dem Sonntagsputze, die Enkelin kaum ein halbes Jahr; die Mode wechſelt in Kleidern und Möbeln; darum wird viel mehr gebraucht. Hierbei findet der Arbeiter und Han— delsmann ſeinen Verdienſt. Das iſt die erfreuliche Seite bes herrſchenden Luxus; er vermehret die Nahrungsquellen für die Geſchäftsleute. Nur 9 4 38 2 5* Eins iſt es, was mich hierbei betruͤbt, daß man ſo gerne die Lebensregel vergißt: Ein Jeder ſtrecke ſich nach ſeiner Decke. Ich vergönne Niemanden das Verlangen nach den Freuden dieſer Welt, ebenſo wenig tadele ich den Sinu für ſchöne Kleider und dergl. Ein jeder Menſch, wer er auch ſei, ſoll ſein Vergnügen haben. Nur den Grundſatz möchte ich einem Jeden zu beherzigen geben, welchen ein Pfarrer vor dem Preußenkönige Friedrich Wil—⸗ hem III. geäußert hat. Als dieſer ihn fragte, wie er mit ſeiner geringen Beſoldung die Haushaltung beſtreite, erwie— derte er: Ich folge der Regel, daß ich nicht mehr ausgebe, als ich einzunehmen habe. Ein goldener Spruch. Warum ſollte ich in einer kleineren, einfacheren Wohnung nicht zufrieden leben, wenn mir eine andere zu theuer iſt? Warum ſollte ich mit wohlfeiler Nahrung mich nicht ſättigen können, da doch Millionen bei ihrem Schwarz brod und ihrem ländlichen Gemüuͤſe des Lebens ſich freuen? Und wenn ich ſeltener die Vergnügungen beſuche, genieße ich dieſelben nicht um ſo mehr, weil ſie mir nichts Gewöhn— liches ſind? Iſt es denn uöthig, gerade Aufwand zu treiben, wenn ich einmal mich mit den Meinigen erhole? Soll ich denn ebenfalls einſtimmen in das Wort: Kleider machen Leute! Sollte ich nicht meine Perſönlichkeit höher achten, als daß ich ſis zu einem lebendigen Modejournal herab— würdigen möchte, zumal wenn mein Beutel Einſprache thut? Iſt es nicht ehrenwerther, ein beſcheidenes Gewand zu tragen, und für das Wohl der Familie zu ſorgen, als mit erborgtem Putze ſich zu ſchmücken? Und wenn ich meine Freunde zu mir lade, muß da aufgetiſcht ſein mit koſtbaren Weinen und Confitüren? Wäre es nicht ſchöner, wenn die Familien in Freundſchaft ungenirt und nicht genirend ein⸗ ander beſuchten, als bei unſeren Viſiten, wo die Etiquette gebietet, die Nachahmung herrſcht und die Langeweile nicht ſelten zu den Gäſten ſich geſellet. Ueberhaupt geſtehe ich ein, daß das ausländiſche Wort: Viſite, meinem deutſchen Sinne wiederſtrebt, und daß ich es gerne mit dem heimiſchen: Freund⸗ ſchaftsbeſuche vertauſchen möchte. Möchte doch die Eitel⸗ keit die Menſchen verlaſſen, daß es Einer dem Andern gleich, ja zuvor thun will, gewiß die Klagen würden weniger werden in dieſer Welt. Erſt das Nothwendige, dann das Entbehrliche. Erſt das Nützliche, dann das Angenehme, ſo ſollte Jedermann denken, beſonders in dieſem Jahre. Doch ich habe bisher hauptſaͤchlich der Städte gedacht, wo der Aufwand verbreiteter iſt als in den Dörfern, dennoch aber auch in dieſen das Jammern über die böſe Zeit. Die Landwirthe behaupten, mit ihrem reinen Gewinne nicht mehr auszureichen. Die Taglöhner nun gar, daß ſich Gott erbarm, bei ihnen herrſcht Hunger und Kummer. Wie aber läßt ſich dieſes Trauergemälde mit der Behauptung ſachverſtändiger Leute vereinen, daß der Wohlſtand im Wachſen wäre? Das Feld hat ſeit einigen Jahren faſt einen doppelten, wo nicht höheren, Werth erhalten! Iſt damit nicht auch das Vermögen der Beſitzer gewachſen? Ich bin ſelbſt in andern Gegenden geweſen, wo faſt all— gemeine Zufriedenheit unter den Landleuten zu finden war. Sie freuten ſich der Erleichterungen, welche ihnen durch Verwandelung der Zehnten und Entfernung anderer Laſten gewehrt worden ſind. Sie behaupteten auf ihrem kleineren Gute mehr zu erziehen, als ihre Väter auf dem größeren. Auch die Landwirthſchaft hat Fortſchritte gemacht, und der Bauer ſelbſt darf hinter den Anforderungen der Zeit nicht zurückbleiben. Iſt nicht in unſerer geſegneten Wetterau in dieſer Beziehung noch Manches zu wünſchen? Einzelne Dörfer ſind mir bekannt, welche ſich ſeit 20 Jahreu außer- ordentlich gehoben haben. Ich denke z. B. an Pl, Om u. a. Hier haben tüchtige Oeconomen ein gutes Beiſpiel gegeben und Nachahmung gefunden; könnte es nicht ander— wärts eben ſo ſein? Warum hängen denn noch ſo Viele am Alten?„Warum verſchlafen Manche während des Sommers die beſten Arbeitsſtunden? Warum heißt es bei ihnen: Kommſt du heute nicht, ſo kommſt du morgen? Wa⸗ rum werden die Wieſen nicht gewäſſert, wo es geſchehen könnte? Warum fließet die beßte Dungkraft aus den Höfen weg, die Straßen zu verunreinigen? Warum noch wuͤſte oder unbebaute Aecker in bevölkerten Gegenden? Warum noch immer die Dreifelderwirchſchaft in ihrer Strenge mit ihren Fehlern und Gebrechen? Nicht die Zeiten ſind anzu— klagen, ſondern die Menſchen, wenn es in ſolchen Orten nicht beſſer wird. Und wie könnte ich mir verhehlen, daß auch manche ärmere Familie auf dem Lande die Bratpfanne oder den Kaffeetopf oft zur Unzeit gebraucht. Ich kenne deren nicht wenige, welche durch Naſcheceien und gutes Eſſen ihren Untergang beſchleuniget haben. Und nun der Branntewein— doch ich will ſchweigen davon. Leider liefert jedes Dorf Warnungsexempel in Menge. Es iſt ſchon ſo häufig in dieſem Blatte davon die Rede geweſen, daß der Gegenſtand anfängt langweilig zu werden. Wer hören will, hat genug gehört. Aber auch ſchuldlos,(wer wollte es läugnen?) geht manche rechtſchaffene Haushaltung dem Verderben entgegen. In dieſem Winter beſonders iſt Mangel und Noth vorhanden. Dürften wir zögern mit der Hülfe? Manches geſchieht in unſern Tagen, die Leiden der Menſchheit zu mindern. Un⸗ glücksfälle erwecken Erbarmen und erweichen das Herz des Begüterten; doch die Fürſorge für die Armen könnte und ſollte noch beſſer werden. Wie ſelten wird doch den Duͤrf⸗ tigen, welche ſich des Bettelns und Bittens ſchämen, von freien Stücken die nöthige Gabe gereicht? Wie ſelten greift man zur gehörigen Stunde dem Bedrängten unter die Arme, wenn er ſich zwar nicht durch ſich ſelbſt, aber mit einiger Beihülfe wieder erheben könnte! Und ſollte man nicht ſo weit als möglich für Beſchaͤftigung ſorgen? Könnte nicht in der verdienſtloſen Zeit durch Anrottung einer Wüſte, durch Anlegung eines Weges u. ſ. w. manchem rüſtigen Arbeiter geholfen werden? Ueberſteigen auch bisweilen die Koſten den ſichtbaren Gewinn in ſolchen Fällen, ſo ſollte die Communalbehörde es als eine Unterſtützung für die Armen betrachten. Das iſt eine heilige Pflicht, den Duͤrf— tigen Gelegenheit zum Verdienſte zu bieten. Doch gegenwärtig reicht der Taglohn nicht aus. Man bedenke 24—30 kr. Einnahme und 20 Kreuzer für den Leib Brod. Iſt ein einziger hinreichend für 6— 8 Perſonen! Woher rer Laſten d fleineren u größeren. i, und der Zeit nicht Wetterau Einzelne eu außer⸗ AI, Dm des Beispiel ncht ander⸗ 9 ſo Veele drend des eißt es bei gen? Wa⸗ geſchehen den Höfen noch wuͤſte u Warum enge mit ſind anzu⸗ chen Orten ſchlen, daß Bratpfanne Ich kenne und gutes ud nun der Leider ge. Es i de geweſen, rden. Wer unn, von den geist die Arme, 2 einiger n nicht 0 nonte nicht iet Wüſte, 3 rüſtigen — len die * ſollte be nun Kleider und Schuhes Salz und Schmalz? u. ſ. w. u. ſ. w. Dazu noch der Umſtand, daß nicht jeden Tag der Handarbeiter beſchäftigt iſt. Man zaudere noch nicht zu helfen, ſo lange es Zeit iſt. Möchte man doch wenigſtens für die Dürftigen, welche das Brod kaufen müſſen, einen Zuſatz von einigen Kreuzern aus der Gemeindekaſſe verwil— ligen, wie im vorigen Winter hier und da geſchehen iſt.“) In dieſem Jahre iſt eine boͤſe Zeit darum wacker voran. Einen fröhlichen Geber hat Gott lieb. Wann aber Menſchenliebe ſich reget, ſind die Zeiten nicht ſchlecht. r Pyrrhus der Alte und Pyrrhus der Junge. Ehe ich den verehrten Leſern d. Bl. das ſage, was ich ihnen eigentlich ſagen will, muß ich vorher ein kleines Stückchen Geſchichte erzählen. Wo das heutige Königreich Griechenland nordweſt— lich an die Türkei grenzt, war in uralter Zeit ein zwar nicht großes, doch aber ſelbſtſtändiges Königreich,— hieß Epirus, wie man auch heut zu Tage noch die türkiſche Provinz Niederalbanien, mit der Hauptſtadt Janina, nennt. In dieſem Lande war vom Jahre 311. bis 271. v. Chr. Pyrrhus, ein kriegeriſcher Fürſt, König. Als nun ums Jahr 280. die Römer mit den Tarentinern Krieg führten, riefen die letztern, die der römiſchen Macht nicht gewachſen waren, den König von Epirus zu Hülfe. Das war dem Pyrrhus Waſſer auf die Mühle; er kam mit einem zahlreichen Heere und ſchlug im Jahre 280 die Römer bei Heraklea total auf's Haupt. Er ſelbſt aber hatte die Niederlage der Römer ſo theuer erkauft, daß er, als er nach beendigtem Kampfe ſeinen Verluſt bemeſſen konnte, in die denkwürdigen Worte ausbrach:„noch einen ſolchen Sieg und— ich bin ver— loren.“— Alſo: man kann gewinnen und doch ver— lieren!— Das hat auch der Mann erkannt, dem ich den Namen Pyrrhus d. J. gegeben habe. Wollte ich da neulich, wie ich wohl manchmal zu thun pflege, mit mehreren Freunden ein Stündchen verplaudern und damit es für Jeden ohne 9 Mit dem Beſchluſſe mancher Gemeinden, Getraide anzuſchaffen, um es den Einzelnen zu verkaufen und bis Herbſt zu verborgen, kann ich nicht in jeder Beziebung übereinſtimmen. Dieſe Hülfe iſt dankenswerth, aber nicht hinreichend. Mancher ſam— melt ſich hierdurch eine ſolche Schuldenmaſſe, daß er Jahre lang darunter zu leiden hat. Man verſchaffe, wie oben bemerkt, wohl— feileres Brod, man lege Suppenanſtalten auch in den Dörfern an. In außerordentlichen Zeiten müſſen auch von dem Gemeindevorſtand außerordentliche Mittel er— griffen werden, um die Minderbemittelten und Mit— telloſen nicht gänzlich ſinken zu laſſen. 39 + viel Aufhebens im eigenen Hauſe geſchehen konnte, begaben wir uns an einen öffentlichen Ort. Dort angekommen, ward der Eine von uns, ein Rechtsgelehrter, ſogleich von einem fremden Manne in Anſpruch genommen und verſchie— dentlich gefragt, wie es denn mit dieſem und wie es mit jenem Proceſſe, den er habe, ſtehe. Der Rechtsgelehrte verſicherte ihn, der Wahrheit gemäß, daß ſeine ſämmtlichen Streitſachen gut ſtünden, namentlich eine, die er ſchon ein— mal in allen Inſtanzen gewonnen habe und die jetzt wieder ſpruchreif ſei. Da fuhr ſich der Mann plotzlich in die Haare und ſagte ernſthaft:„ach Herr Gott, ich gewinne mich noch zu Tode.“ Alſo: man kann Proceſſe gewinnen und doch verlieren. Die Gedanken zu dieſen beiden einfachen aber wahr— haften Geſchichten kann ſich Jeder ſelber machen und den Sinn der Lehren, die drin liegen, kann Jeder erkennen, wenn er nicht gerade ſtockblind iſt. Ich will darum nur noch ein Reimlein hinzufügen, das ich Jung und Alt zum Auswen— diglernen und zum Beherzigen im reinſten Wohlwollen em— pfehle: Gewinn iſt beim Proceſſiren Gar oft nicht beſſer als verlieren. Kirchenbuchsauszug vom November 1846. Laubach. Getraute: 5. Andreas Göbel, Bürger und Kappenmacher, des Joh. Göbel Bürgers und Kappenmachers dahier, ehel. led. Sohn, und Maria Petronella Jochem, des Bürgers und Ackermanns, Heinrich Jochem, led. Tochter. Getaufte 8. Dem Bürger und Metzgermeiſter Konrad Weiſel ein Sohn, Georg, geboren den 13. Oktober. 8. Dem Bürger und Hammerſchmied Georg Gräf, ein Sohn, Martin, geboren den 11. Oktober. 8. Dem Bürger und Ackermann Chriſtian Diehl, eine Tochter, Maria Katharina, geb. den 22. Oktober. 15. Dem Bürger und Ackermann Heinrich Jochem, ein Sohn, Johann Konrad, geb. den 23. Oktober. 22. Dem Bürger und Glaſermeiſter Peter Hertel, II. eine Tochter, Maria Eliſabetha, geb. den 30. Oktober. Beerdigte: 24. Wilhelm Conrad Franck, des Burgers und Schreiner— meiſters, Heinrich Franck VI. Söhnchen, alt 3 Jahre, 9 M. und 28 Tage, f den 21. November. 28. Johannes Eberling, Taglöhner, alt 69 Jahre, 1 M. und 16 Tag, 1 den 25. November. bieſigen Beigeordneten Friedrich Kratz geſtellt Regulirung des Vermögens keine Rückſicht Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. t N Edictalladung. (JI) Adolph Franciscus, der Sohn des ver⸗ ſtorbenen Hofgärtners Franciscus don hier, iſt wegen Verſchwendung unter Curatel des worden, was mit dem Anfügen öffentlich be— kann gemacht wird, daß Rechtsgeſchäfte, die mit ihm ohne Zuſtimmung ſeines Curators abgeſchloſſen werden, keine Gültigkeit haben. Wer bis jetzt Forderungen an Adolph Fran— cisens zu machen hat, hat dieſelben ſogewiß Montag den 22. Febr. k. J., Vormittags 10 Uhr, hier anzumelden, als ſonſt darauf bei genommen wird. Laubach den 24. Dezember 1846. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brum hard. Edietalla dung. (63) Anſprüche irgend welcher Art an das ſehr bedeutend überſchuldete Vermoͤgen des 5 Müller Ludwig Volk zu Niederohmen, früher wohnhaft zu Queckborn, über welches Gr. Hofgericht zu Gießen den Concurs erkannt bat, ſind im Liquidationstermine Montag den 8. März l. J., Vormit. 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, gegen⸗ falls Ausſchluß mit ſolchen erfolgen wird. Im Falle eines zu Stande kommenden Vergleiches werden die nicht perſönlich er⸗ ſcheinenden Liguidanten als der Mehrzahl der erſchienenen beigetreten erachtet werden. Grünberg den 2. Januar 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welck er. Verſteigerung. (65) Mittwoch den 24. Febr. l. J., Morgens um 10 Uhr, wird im bieſigen Ratbhauſe eine in der Joh. Waßmuth'ſchen Güterverſteigerung erſteigerte Parzelle, im großen Galgenfeld, hieſiger Gemarkung, beim Dachspfad, an Heinrich Horn liegend, 228 Ruthen oder 446 I Klafter haltend, öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert. Friedberg am 14. Januar 1847. In Auftrag Großherzoglichen Landgerichts: Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. 1 Aufforderung. (Ss) Die Erben der Konrad Michels Witlwe, Eliſabethe geborne Möbs von Aſſenhein, be⸗ ſitzen zwei Grundſtücke, welche die Michels Mittwe angeblich durch Teſtament der Maria Schäfer vermacht worden ſind, nämlich: 62/5 16½ Ruthe Grabgarten in den Litzelgaͤrten 247) 18 10% Ruthe Acker im Schnellfort ohne Eigenthumsurkunden zu beſitzen. An⸗ ſprüche an dieſe Grundſtücke ſind binnen 2 Monaten vorzubringen, widrigenfalls ange⸗ nommen wird, ſie ſeien Eigenthum der er⸗ wähnten Erben und werden ſie in die Loos⸗ zettel derſelben aufgenommen werden. Friedberg am 18., Januar 1847. Grßh. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Löw. Edictal ladung. (92) Cisenthums oder ſonſtige Anſprüche an den nachgenannten, von den Heinrich Döringiſchen Eheleuten zu Meiches verkauf— ten Grundſtücke, als: 5 Gemarkung Meiches. 1) 399% a und b. VII/53 400[] Klafter im hinterſten Elend, 2) 393/ VIII/I7 360— Klafter Acker im * lend. 3) 579% vIn/64 360[]. Klafter Wieſe im 5 hinterſten Elend ſind binnen vier Wochen a dato um ſo ge⸗ wiſſer dahier anzuzeigen und zu begründen, als ſonſt der Kaufbrief beſtätigt wird. ulrichſtein den 20. Januar 1847. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Obligations-Verlooſung. (1100) Bei der heutigen Verlooſung wurden die Nummer 94 und 108 gezogen. Es wer⸗ den ſomit die Inhaber dieſer Schuldverſchrei⸗ bungen bierdurch aufgefordert, die betreffenden Beträge bis zum 1. Februar l. J. bei der hie⸗ ſigen Gemeindekaſſe oder dei Herrn Simon Lindheimer in Empfang zu nehmen, indem von dieſem Tage an keine weitere Zinſen ver⸗ gütet werden. Rockenberg am 17. Januar 1847. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter S tir e b. Holz ⸗Verſteigerung. (1170 Dienſtag den 9. Februar l. J., Vor⸗ 1 „ 40. mittags 10 Uhr, ſoll im Gemeindewald zu Holzhauſen, Diſtrikt Bornberg, nachſtehendes Holz, als: 1) 23 Stecken buchen Scheitbolz, 9„ Prügelhbolz, 35 ͤ adspen„ 4) 208„ buchen Stockholz, 55 2„ eichen„ 6) 14„ aspen„ 7) 37 Stück Wellen buchen Reisholz, 85.265„ aspen 17 meiſtbietend verſteigert werden. Holzhauſen den 30. Januar 1847. Der Grßh.. Bürgermeiſter i e d. Hofraithe-Verſteigerung. (118) In Gemäßbeit des von Großberzl. Landgerichte Butzbach erhaltenen Auftrags vom 6. Januar l. J., ſoll die dem unter Curatel ſtehenden ledigen Ludwig Langsdorf, Schuſter, dahier gehörige vor 40 Jahren neu erbaute Hofraithe, gelegen an der Hauptſtraße, am Südende von Pohlgöns, beſtehend in: a, einem zweiſtöckigen Wohnhaus von 53 Fuß Länge, 31 Fuß Breite, mit vier heizbaren Zimmern, zwei Kammern, zwei Küchen und zwei gewölbten Kellern; p. einer Scheuer von 80 Fuß Länge, 32 Fuß Breite, mit zwei doppelten Wirthſchafts⸗ ſtällen; c. einem Nebenbau, 71 Fuß lang, und d. einem Stall, 92 Fuß lang, mit 150 IKlaftern Hofraithegrund und einem 165 5 haltenden Garken, Montag den 15. März l. J. Vormittags um 9 Uhr, auf der hieſigen Bürgermeiſterei öffent⸗ lich zu Eigenthum an den Meiſtbietenden ver⸗ ſteigert werden. Die Bedingungen ſind bei dem Unterzeich⸗ neten, ſowohl beim Verſteigerungstermine, als auch früher ſchon, zu erfahren. Bemerkt wird, daß dieſe Hofraithe zu einer Gaſtwirth⸗ ſchaft ꝛc. vorzüglich geeignet iſt. Pohlgöns den 30. Januar 1847. Der Grßh. Heſſ, Bürgermeiſter Schöpff. Oeffentliche Aufforderung. G9 Die Johann Conrad Gatzert's Ehe⸗ leuke zu Sſtbeim entliehen am 8. Mai 1840 von Pachter Balthaſar Weber, damals noch zu Oſtheim, ein Capital von 480 fl. gegen gericht liche Schuld. und Pfandverſchreibung. Es ſoll dieſes Darlehn abgetragen werden; die Erben des inzwiſchen verſtorbenen Darleihers erklä— ren ſich jedoch außer Stand, die Schuldurkunde vorzulegen, und verſichern, daß ſie ihnen ent⸗ kommen ſei. Auf deren Anſtehen werden die Beſitzer der benannten Schuld- und Pfandverſchreibung, ſowie Alle, welche etwa aus Ceſſion, oder aus irgend einem anderen Rechtsgrunde Anſprüche an dieſelbe zu bilden können glauben, hiermit aufgefordert, um ſo gewiſſer von heute an binnen 8 Wochen dahier anzugeben und zu begründen, als ſonſt die erwähnte Schuld urkunde für erloſchen erachtet und der bezüg⸗ liche Eintrag in den Hypotheken⸗Büchern für erloſchen erachtet und der bezügliche Eintrag in den Hypotheken⸗Büchern außer Wirkſam⸗ keit geſetzt wird. Butzbach den 20. Januar 1847. Großh. Heſſ. Landgericht. 8 Mosler. Edietal⸗Ladung. (1200) Anſprüche jeder Art an die von Hein⸗ rich Fuchs, Müller, auf der Schmittmühle bei Ulrichſtein, verkauften Immobilien, worüber Grundbuchsauszug zu Jedermanns Einſicht in der Landgerichts ⸗Regiſtratur offen liegt, ſind ſo gewiß binnen 4 Wochen, von, heute dahier geltend zu machen, widrigenfalls die Kauf⸗ briefe beſtätigt werden. Ulrichſtein den 28. Januar 1847, Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. A Privat ⸗ Bekanntmachungen. Warnung! (121) C. Müller und D. Fuchs, Kupfer⸗ waarenhändler von Oberurſel, warnen hiermit Jedermann, dem am 19. Januar d. J. von ihnen entlaſſenen Gehülfen Nicolaus Zinn Zablung fur ſie zu leiſten oder Waaren für deren Rechnung zu verabfolgen, indem ſie ſolche in keinem Falle anerkennen werden. Ein vollſtändiges Logis. (122) Mein Hinterhaus in der Engelsgaſſe, welches ſehr bequem eingerichtet iſt, bin ich geſonnen zu vermiethen und kann daſſelbe bis den 1. Mai l. J. bezogen werden. Friedberg im Februar 1847. Philipp Werner, Apotheker. Ein geſpielter gut gehaltener Flügel, (123) von 6½ Octav, ſtebt zu dem billigen Preis von 95 fl. zu verkaufen; alte Mainzer⸗ ſtraße J. Nro. 43 in Frankfurt a. M. Bekanntmachung. (120 Künftigen Montag den 8. Feb., Nach⸗ mittags um 3 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhaus, nach Abhörung der Rechnung die der hieſigen Holzzunft zuſtehenden Mobilien, als: ein Leichentuch und die Zunftlade, einer öffent⸗ lichen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Friedberg. P. Falk. Literariſche Anzeige. Dringende Bitte an die Herrn Fa⸗ brikanten in Friedberg und Umgegend. (125) Bei C. H. Hoßfeld in Leipzig er⸗ ſcheint binnen Kurzem: Vollſtändiges Verzeichniß ſämmtlicher Fabrikanten in Deutſchland. Da dieſes Werk möglichſt alle Firmen der Herren Fabrikanten in ſich faſſen ſoll, ſo hat die unterzeichnete Buchhandlung die Beſorgung derſelben von Friedberg und Umgegend über⸗ nommen und erſucht die Herren Fabrikanten, dem Reiſenden, welcher in kurzer Zeit zu Ihnen kommen wird, Ihre Adreſſe gütigſt zu über⸗ geben.— Sollte jedoch der Reiſende aus Verſehen bis Ende Februar zu einem der Herren Fabrikanten nicht gekommen ſein, ſo wird ge⸗ beten, die Adreſſe gefälligſt, wie untenſtehend rubrizirt, kranco an die unterzeichnete Buch⸗ handlung gelangen zu laſſen, woſelbſt auch Probe⸗ blätter vorräthig ſind. Das ganze Werk wird circa 60 Bogen (1000 Seiten) gr. Ropal⸗Oktav ſtark, ſchön und korrekt gedruckt und nur 3½ Fl. Rh. koſten.— Bei Einſendung der Adreſſe iſt ge⸗ fälligſt zu bemerken, ob auf 1 Expl. des Wer⸗ kes reflectirt wird. Die Adreſſe iſt folgender⸗ maßen zu rubriciren: Firma.— Beſitzer.— Ort und Provinz.— Was für eine Fabrik? Was für Meſſen werden bezogen? Buchhandlung von C. Bindernagel in Friedberg. f Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. dN.ʃʃł