7 Friedberg und 701 ntelligenz-Blatt ſür die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Du.„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ wird im Jahre 1847, ganz in derſelben Weiſe wie im Jahre 1830, wöchentlich zweimal(Mittwochs und Samſtags) erſcheinen Der Abonnementspreis, welcher ſtets % Jahr 40 rer beziehen. is bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei mir, wie bisher, 5 i durch alle Poſtverwaltungen des Groſherzogthums Heften iſt das Jutelligenz⸗ Blatt, erkügung des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr fur 1 fl. 24 kr. für 1 Jahr 1 fl. 12 25 nach einer und pr. Semeſter für 48 kr. zu Di Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Petitzeile 4 kr., für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Ein Beleg wird mit 2. kr. berechnet. Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, — Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgen bis den Sonntag Abend bei mir eingehen, nden in dem welche ich von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend erhalte, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.— Gemeinnützige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen. Friedberg. C. Bindernagel. Amtlicher Theil e Oeffentliche Bekanntmachung. die beſtehende Beſtimmung, daß Diejenigen, welche ein Darlehn aus dem Mathildenſtifte ſuchen, ſich mit den betr. Schuldſcheinen an dem Zahltage vor 11 Uhr Vormit⸗ tags an der Kaſſe einzufinden haben, ſcheint in Vergeſſen⸗ heit gerathen zu ſein und wird hiermit eingeſchärft. Zugleich wird in Erinnerung gebracht, daß während der Monate Januar und Juli zwei Zahltage, Mittwoch und Samſtag, abgehalten werden. Da jedoch oft der Andrang an einem dieſer Tage zum Nachtheil der Kaſſe und der Anſuchenden zu ſtark iſt, erſchien die Einrichtung zweckmäßig, daß am Mittwoch die Bewohner der Landgerichts⸗ Bezirke Rödelheim und am Samſtag die Bewohner des Landgerichts⸗Bezirks Butzbach vorzugsweiſe vorkommen. Die Bethelligten ſind aufgefordert, ſich hiernach zu bemeſſen und die Gr. Bürgermeiſter angewieſen, dies in Ihren Gemeinden bekannt zu machen. Friedberg den 30. Dezember 1846. Der Großh. Heſſ. Kreisrath. des Kreiſes Friedberg als Präſident des Mathildenſtifts Küchler. ä————— Zur wetterauer Chronik. Neue Soolquelle bei Nauheim. In der Nähe der kurfürſtl. heſſ. Saline Nauheim hat ſich in der ſtürmiſchen Nacht vom 21.— 22. Dezember durch die Röhre eines alten, ſeit vier Jahren verlaſſenen arteſi⸗ f ine neue mächtige Sbolquelle Bahn ſchen Borverſuchs ei gebrochen, die an Wärme, an Salz und Gasgehalt die beßten bisherigen, einige hundert Schritte davon entfernten, Quellen überkrifft und dabei mehr Soole liefert, als allet übrigen zuſammen genommen. Während der Weihnachts⸗ feiertage war eine foͤrmliche Wallfahrt aus der Umgegend nach dem ſchoͤnen Chriſtgeſchenke, das in Geſtalt einer imi⸗ poſanten mehr als mannsdicken Schaumpyramide bei 4 Fuß über die Erdoberfläche ſpringt.— Sachverſtändige ſollen behauptet haben, man würde in der Nähe von dem großh. heſſ. Dorfe Wiſſelsheim, wo früher bekanntlich eine Saline im Gange war, eine gleiche Quelle erbohren können. Die Sache wäre eines Verſuchs um ſo mehr werth, als zur Hebung der Badeanſtalt in eauheim gar wenig bis jetz geſchehen iſt.— 8 Einweihung der Synagoge in Friedberg Am 18. dieſes Mop ats fand hierörts ein wahrhaft Geiſt und Gemüth erhebendes Feſt ſtatt, nämlich die Einweihung der Synagoge der israelitiſchen Religionsgemeinde dahier, an welchem ſich der größere Theil der hieſigen Einwohner, ohne Unterſchied in Stand und Glauben, mit einer Huma⸗ nität, betheiligte, die in weitern Kreiſen bekannt zu werden verdient,. Gegen 3 Uhr Nachmittags verſammelten ſich auf dem hieſigen Rathhauſe faſt ſämmtliche Honoratioren der Stadt, die Geiſtlichen in ihrem Ornate, die Civil⸗ und Militärbef amten, in ihrer Staatsuniſörm, neben den Gliedern der is raelitiſchen Gemeinde, und zogen unter vollem Glocken⸗ geläute, welches der humane, ſtädtiſche Kirchenvorſtand einſtimmig bewilligt hatte, nach dem desfalls von dem isr. Vorſtande ausgegebenen Programme, durch die Wilhelminen⸗ ſtraße in die Judengaße vor die Synagoge. Hier angelangt überreichten die vorangegangenen Mädchen, in weißen Klei⸗ dern dem Grßh. Kreisrakh Küchler den Schlüſſel der Syng goge auf einem rothen Kiſſen. Derſelbe hielt hierauf eine ſehr A * — — * paſſende Anrede an die vor ihm ſich herangereihte Verſamm⸗ lung, indem er vorerſt ſeine Freude über das ſchöu voll⸗ brachte Werk ausdrückte und dann die Hoffnung ausſprach, daſſelbe werde eine Pflanzſtätte der Tugend, des Friedens und der wahren Gottes verehrung werden. Unter erhebendem Geſange der Mitglieder des isr. Geſangvereins„zur Eintracht“ dahier, welche ſich vor der Synagoge aufgeſtellt hatten, fand hierauf der Einzug in die feſtlich erleuchtete, eben ſo durch ihre einfache ſchöne Bauart, wie durch ihre zweckmäßige innere Einrichtung ſich auszeichnende Synagoge ſtatt. Hiernächſt eröffnete der Provinzial⸗-Rabiner Dr. Le vi f die Andacht mit einem wahrhaft Geiſt und Herz erhebendem Gebete und hielt dann nach Sechsriah Kap. 2. 14— 17, unter gelungener Anwendung der Textesworte, auf die ge— gebenen Verhältniſſe, die Feſtpredigt. Als heilige Sendung des isr. Gotteshauſes folgendes Dreifache darlegend: „Es ſolle zeugen vor Gott, davon, wie die „Israeliten Gott erkennen und verehren, es ſolle ver— „künden den Willen Gottes durch die Beleh⸗ „rung über alle unſere Lebensbeziehungen und ſolle „führen und erheben zu Gott, durch das Gebet.“ Der Gegenſtand dieſer Predigt, welche die unüber⸗ treffliche Erhabenheit der isr. Glaubens- und Sittenlehren, zum Vorwurf hatte, war höchſt ſachgemäß gewählt und ſprach in der Ausführung ſo ſehr den Verſtand und das Herz zugleich an, daß alle Anweſenden, worunter anerkannte geiſtliche Autoritäten, ſich einſtimmig lobend darüber aus⸗ ſprachen. Der Predigt reihte ſich das Schlußgebet an und das Gebet für unſern allgeliebten Landesvater, das Groß— herzogliche Haus, deſſen Räthe, Beamte, Stadt und Ge— meindevorſtände, ꝛc. ꝛc., woauf dann vom Geſangvereine wiederum unter Leitung des Herrn Seminarslehrers Wahl, welcher ſich um den Verein und die gute Sache ſehr ver⸗ dient gemacht hat, Geſänge in deutſcher und hebräiſcher Sprache vorgetragen wurden, die den Beweis lieferten, wie viel guter Wille, Fleiß und Intelligenz vermag, wenu man bedenkt, daß ein Verein, der ſeit kaum einem Jahr be⸗ ſteht, ſo viel leiſtet, daß er öffentlich zur Zufriedenheit ſich hören laſſen konnte und zur Verherrlichung dieſer Feier hauptſächlich beitrug, Nach völlig beendigtem Gottesdienſte, trennte ſich die Verſammlung gewiß mit der Ueberzeugung, daß dies ein Gotteshaus im wahrſten Sinne des Worts ſei. Hiermit war jedoch die Feier keineswegs geſchloſſen. Die Mitglieder des isr. Geſang-Vereins fühlten ſich gedrungen, dem allverehrten Herrn Kreisrath Küchler, als Stellvertreter der hohen Staatsregierung, die Bezeugung ihrer beſondern Verehrung zu erkennen zu geben und brachten ihm gegen 8 Uhr Abends unter Beleuchtung der in vielen bunten Farben prangenden Laternen, eine ſolenne Abend— muſik mit Geſang. Bei dieſer Gelegenheit hielt ein Ehren mitglied des Vereins eine übliche Anrede an den Herrn Kreisrath, worin dieſem in ſehr angemeſſenen Worten für die humane väterliche Leitung der Angelegenheiten aller ihm Untergebenen ohne Ueterſchied des Glaubens, und ins— beſondere für die hohe Protection, die er ihrer, ſo vielen Hinderniſſen begegnenden guten Sache angedeihen laſſen, ein herzlicher Dank dargebracht wurde c. ꝛc. Dieſer Anrede folgte die Antwort des Herrn Kreis— raths, welche nicht nur alle Glieder des Vereins, ſondern auch alle Anweſenden freudig bewegte, derſelbe äußerte nämlich, „daß er von jeher keinen Unterſchied der Coufeſſionen uin ſeinem Wirkungskreiſe gekannt, in dem Menſchen „nur den Menſchen erſehe und was in ſeinen Kräften velaͤge, ſtets dazu beitragen würde, dem Prinzipe der 1 8 „Humanität und einem vernuͤnftigen Fortſchrilte zu „huldigen ꝛc. ꝛc.* l Nach Abhaltung mehrerer ſehr ſchöner Geſänge, ſo— wohl vom hieſigen als vom Rödelheimer isr. Geſangvereine, welcher letztere ſich dieſer Huldigung anſchloß, trennte man ſich um dieſe Feier des andern Abends durch einen Feſtball im Trapp'ſchen Saale zu erneuern, welcher vom Geſang⸗ verein veranſtaltet wurde. 5 Dieſer Ball, zu welchem alle Stände unſerer Vater⸗ ſtadt geladen und zahlreich erſchienen waren, ging in glän⸗ zender Weiſe von ſtatten, ein einfacher Transparent, mit dem Sinnſpruch„Freut euch und erfreuet,“ woran eine Büchſe zu milden Gaben für die Landeswaiſen ange⸗ heftet, lieferte gleich wie die zu Ehren des Tages von der isr. Gemeinde bereits Tags vorher an die Stadtarmen ver⸗ theilte 200 Leib Brod, das ſo oft bewährte Zeugniß des Wohlthätigkeitsſinnes der Israeliten. Zugleich hatte man Gelegenheit, ſo viele und ſo eigen⸗ thümliche Schönheiten daſelbſt zu bewundern, wie man ſie eben ſo gerne auf unſern ausſchließlich chriſtlichen Bällen ſehen möchte. Friedberg im Dezember 1846. Ein hieſiger Burger. Brand in Vilbel. In der Mitternachtsſtunde des 23. Dezembers wurden die Bewohner Vilbels durch den Schreckensruf:„Feuer!“ aus dem Schlafe geſchreckt. Bis die Gefahr allgemein bekannt war, und noch ehe die Bewohner des Hauſes ſelbſt etwas ahneten, ſtand der An⸗ bau des Gaſthauſes„zum Landsberg“— eine Scheuer— und der obere Theil des Hauſes ſelbſt ganz in Flammen. Da der Wind von Südweſt heftig blies und ſo die Flam⸗ men über viele naheſtehenden Gebäude warf, ſo war die Gefahr groß, ſehr groß, und kaum konnte man hoffen, daß ohne große Verheerung dem furchtbaren Elemente ent⸗ gegengewirkt werden konne. Doch— Dank dem Himmel und der guten Feuerordnung!— durch die kräftigen An⸗ griffe unſerer Feuermanuſchaft mittelſt dreier Spritzen und beſonders durch das muthige Einſchreiten einiger Bauhand⸗ werker, die, Waſſerſchlauch und Axt in der Hand, mit wahrhafter Todesverachtung in den Feuerſäulen umher⸗ ſchritten ihrem Feind dem Sieg abzuringen, gelang es der weiteren Verbreitung bald Einhalt zu thun. Mittlerweile erſchien auch noch nachbarliche Hilfe und in kurzer Zeit war Alles gelöſcht. So wurde ein großer Theil des genannten Hauſes gerettet und die geängſtigten und flüchtigen Nach⸗ barn konnten, wenn auch mit bedeutendem Verluſte, doch in gewohnter Weiſe das ſonſt ſo friedliche Cbriſtfeſt feiern. Ueber den Grund der Entſtehung des Feuers hat man noch keine Sicherheit; doch iſt man darin gewiß, daß es ſeinen Anfang in der Scheuer genommen hat, und man vermuthet, daß durch Fuhrleute, vielleicht bei der Fütte⸗ rung, ein Lichtfunke oder gar eine brennende Cigarre den Anfang gegeben habe. 5 Opfer des Branntweins. Am 14. Dezember, Abends gegen 9 Uhr, fanden einige Bewohner von Nieder- weiſel auf der friſch überſchütteten Chauſſe einen bewußtloſen Mann, den ſie in ein Haus brachten, in welchem er den folgenden Tag, ohne wieder zum Bewußtſeyn zu kommen, den Geiſt aufgab. Der Mann war von Obermörlen, hatte in Butzbach dem Branntweinglaſe ſtark zugeſprochen und ſcheint in Folge deſſen auf die Straße gefallen zu ſein. Er hinterläßt eine Wittwe mit 7 unerzogenen Kindern.— . ̃— ⅛PÄ——..̃§— e...]§FAãꝗ³·. ̃] ̃.,., ̃]§ò̃§⅛Pf... 77 e N —— gegen den Empfangsbeſcheinigung. Für die arme Wittwe und die ſieben unmuͤn⸗ digen Kindern des in einer Sandgrube umge— kommenen Schlegelmilch zu Aſſenheim iſt bei mir ferner eingegangen: von Kreuzmüller B. Wagner 36 kr., von Muller Hock in uſſen— 8 1 fl., von J. C. N. 30 kr., von Mela Büdesheim 18 kr.; Geſammtbetrag 13 fl. kr 36 kr. Friedberg den 31. Dezember 1846. C. Bindernagel. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. c N νν Holz⸗Verſteigerung. (1822) Dienſtag den 5. Januar k. g., von Morgens 9 Ubr an, ſoll in dem Gräflich Solms. Rodelheim'ſchen Walde, bei Wickſtadt, das nachfolgende Holz, nämlich: 4 Stecken buchen Scheitbolz, 78„„ Stangenprügel, 15* eichen 77 7 89„ gemiſchtes Stockholz, 140„ gemiſchte Reiſer 13 Stück buchen Werkbolz Stangen, uffentlich meiſtvietend verſteigerk werden. Aſſenheim den 23. Dezember 1846. Gräfl. Solms Rödelbeimiſche Forſtverwaltung. Edictal ladung. (1809) Die Erben des Schulvicar Fried— rich Haupt von Ruppertsburg haben deſſen geringen Nachlaß ausgeſchlagen, und da dieſer Nachlaß bedeutend üterſchuldet iſt, ſo bat Großh Hofgericht darüber den Concurs erkannt. In Folge deſſen werden Alle, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an die Maſſe zu haben glauben, aufgefordert, die— ſelben Dienſtag den 12. Januar k. J.. Vormittags 10 Ubr, dahier geltend zu machen, als ſonſt ſie von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Bekannte Gläubiger werden, wenn ſie nicht erſcheinen, ſo angeſehen, als ſchlößen ſie ſich der Mehr⸗ heit der Erſchſenenen an. Laubach den 28. November 1846. Grßh. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumharrd. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. 1831) Dienſtag den 5. Januar k. J., Vocmittags 10 Uhr, ſollen Excarbeiten ſuͤd— lich von Friedberg, von dem alten Haingraben Mainzerthorweg, und an der Straßbach in der Gemarkung Fauerbach II. an Ort und Stelle, unter den bei der Ver— ſteigerung bekannt gemacht werdenden Be— dingungen, an die Wenigſtnehmenden ver ſteigert werden⸗ Das Loos 3 iſt veranſchlagt zu 981 fl.— kr. 1 4„ 2„ 639 fl. 36 kr. Friedberg den 24 Dezember 1846. Der Großh. Heſſ. Sections Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Holz Verſteigerung. (J Montag den 11. Januar k. J., Vor⸗ mittags 10 Ubr, ſollen in bieſigem Gemeinde— wald 92 eichene Bau und Nutzbolz⸗ ſowie Mühlen und Schiffsbaubolzſtaͤmme circa 9000 Cubikfuß haltend öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verkauft werden, welches Kanf— liebhabern hierdurch bekannt gemacht werden. Nauheim am 29. Dezember 1846. Der kurf. heſſ. Burgermeiſter Hartmann „ 3* Edietalladung.. 178) In dem Hypothekenbuche der Gemeinde Merlau ſtehen unter Andern noch folgende zwei Verpfändungen ungelöſcht, als des Schuldners Namen und Wohnort Gläubigers Zeit der + 1 Größe Errichtung der] unter⸗ Ades Ka⸗ Obligation pfänder pitals — ſungen Johannes Dörr von Merlau Chriſtan Kaſper von Flen⸗ 2J Johann Georg Erdmann von Konrad Zöcklers Wittwe von Merlau Grünberg 18. Jan. 1787] 13 J350fl. 21. Feb. 1818 3 1650 fl. und hat der jetzige Beſitzer mehrerer dieſer Unterpfänder dahier deren Abtragung wahrſcheinlich ge⸗ macht, ohne dieß jedoch durch Beibringung der quittirten Obligation nachzeigen zu können. Es werden daher auf deſſen Antrag alle diejenigen, welche noch etwaige Anſprüche aus die⸗ ſen Verpfändungen bilden können, hiermit öffentlich aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 6 Wochen dahier geltend zu machen, als ſonſt die erwähnten Verpfandungs⸗Einträge für erloſchen werden er⸗ klärt werden. Grünberg den 25. November 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt. Welcker. Dr. Ortwein. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Verſteigerung von Bauarbeiten. (1830) Nachſtebende bei Erbauung eines Viaducts über den Gambvacher Weg in der Gemarkung Butzbach entſtehenden Arbeiten, als: die Steinhauerarbeit veranſchlagt zu 2682 fl. „ Zimmcerarbeit 77„ 335 „ Pflaſterarbeit 1„ 196 und die Lieferung von 116 Bütten Kalk wer— den Dienſtag den 5. Januar 1847, Vormit— tags 10 ubr, im Gaſtbauſe zum Stern dahier öffentlich verſteigert. Bemerkt wird, daß den Steigerern die betreffenden Arbeiten an ſämmt— lichen Brücken und Durchläſſen der Gemar— kung Butzbach übertragen werden. Gleichzeitig wird die Lieferung von 30 Cubikklaftern Rollirſteinen und 40 Cublikklaf— tern Steinen zum Hintermauern fur ver— ſchiedene Brücken der Gemarkungen Butzbach und Griedel verſteigert. Butzbach den 21. Dezember 1846. Der Großh. Heſſ. Sections-Ingenieur der Section Butzbach. Me per. Bekanntmachung. (2) Wäbrend der hier ſtattfindenden katho— liſchen Feiertage Drei Königstag am 5. Januar, Maria Lichtmeß am 2. Februar, Maria Verkündigung am 25. März, Frobnleichnam am 3. Juni, Peter Paul am 29 Juni, Maria Magdalena am 22. Juli, Allerbeiligen am 1. November, findet auf hieſigem Braunkohlenwerk kein Verkauf ſtatt. Dornaſſenheim am 29. December 1846. 5 Ir. Schmidt, Bergverwalter. Bekanntmachung. (3) Forderungen an den nur unter der Rechtswohlthat des Geſetzes und Inventars von den Inteſtaterben angetretene Nachlaß des Gräflich Solms Rödelhermiſchen Kammer— raths Buff in Aſſenheim ſind Freitag den 5 Februar 1847, Vormittags, bei dahleſigem Landgericht anzuzeigen, widri— genfalls ſolche bei Vertheilung der Maſſe keine Veruckſichtigung finden können. Friedberg am 22. Dezember 1846. Vermöge Auftrags Gr. Hofgerichts. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſiſche Landgericht Hofmann. Dr. Gilmer. Oel lieferung. () Samſtag den 9. Januar 1847, Nach⸗ mittags 2 Uhr, auf der Braunkohlengrube Wilbelmsboffnung dabier, ſoll die Lieferung des für 1847 erforderlichen Oels an den Mindeſtfordernden vergeben werden. Der ganze Bedarf betragt: 1) An ordinarem Ruͤböl circa 4 Ohm, 2) An Lampenol(Cryſtaulöh) circa 1/ Ohm. Die Ohm zu 280 Pfund Kölniſch netto. Das Oel muß wobl abgelagert und klar abge— zapft ſein und wird in ½ und/ Ohmfäßchen vom Werk nach Bedarf abgebolt. Die Zablung erfolgt auf Rechnung am Schluß jeden Quartals, und wd von jedem Gulden des Betrags ein Kreuzer Büchſengeld zur Knappſchaftskaſſe in Abzug gebracht. Luſttragende wollen ihre Lieferungsgebote bis zum genannten Termine und unter der Bezeichnung Oellieferung verſchloſſen bei der unterzeichneten Stelle einreichen. Dornaſſenheim am 29. December 1846. Die Verwaltung der Braunkohlengrube Wilhelms Hoffnung. Fr. Schmidt, Bergver walter. Obligations Verlooſung. (8) Bei der beukigen Verlooſüng wurde, laut Voranſchlag der Gemeinde Oſſenheim, fur 1846 zur Abzahlung beſtimmten 100 fl. Partial. Schuld⸗Verſchreibungen, die Nummer 51 gezogen. Dlieſes wird biermit unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Inbaber der vorgedachten Partial Schuld- Verſchreibung den Betrag bis zum t. Januar 1847 gegen Rückgabe derſelben bei dem Ge— meinderechner H. Weiſenſee zu Oſſenbeim in Empfang zu nebmen babe, indem von da an weitere Zinſen nicht vergütet werden. Bauernbheim den 21. Dezember 1846. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Walther. Obligations-Vetlooſung. (6) Bei der beutigen Verlooſung wurde laut Voranſchlag der Gemeinde Bauernbeim für 1846 zur ubzahlung beſtimmten 100 fl. Partial- Schuld Verſchreibungen, die Nr. 3 gezogen. Dieſes wird unter dem Anfügen zur oöͤffent— lichen Kenntuiß gebracht, daß der Inbaber der vorgedachten Partial Schuld- Verſchrei— bung den Betrag bis zum 1. Januar 1847 gegen Rückgabe derſelben bei dem Gemeinde— rechner H. Meiſenſee in Oſſenheim, oder bei den Herrn Simon und Samuel vindheimer zu Friedberg, in Empfang zu nehmen babe, indem von da an weitere Zinſen nicht ver— gütet werden. Bauernheim den 21. Dezember 1846. Der Gr. Heſſ. Bürgermeiſter Walther. Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ein Schweizer, (1832) der mit guten Zeugniſſen verſehen ſſt, wird für nächſten Petritag 1847 auf mein Gut nach Niedereſchbach bei Homburg v. d. H. geſucht. Jacob Fay. Feinſte Punſch⸗Eſſenz, (183) ver Flaſche 1 fl. 12 kr., ſowie fein⸗ ſten Rum, per 1 1 fl. bei i Carl Wahl in Friedberg. Zum Verkaufen. (1836) Bei unterzeichnetem ſtehen zum Verkaufe: 1) ein einſpänniger bedeckter Reiſe-Wagen mit Stahlfedern und eiſernen Axen, 2) ein großer, gußeiſener Circulirofen, zur Heitzung eines Saals geeignet, mit kupfer⸗ nem Kochtopf, 3) eine große eiſerne Handmühle. G. C. Morell. Aun zaensi gie. (1835) Ich gebe die Flaſche guten Malaga zu 1 fl. 12 kr. ab. ü Jean Louis Dieterich zum goldnen Hirſch in Lich. Wengen iang! e. (18310 Ich mache hiermit die ergebene An— zeige, daß ich mebrere neue Guittarren, 3 Terz⸗ und 1 DeFlöte mit 6 Klappen, 4 Pic⸗ colo, 1 B⸗Clarinetle mit 16 Klappen, 1 Es mit D Stuck mit 13 Klappen, 1 Baß ⸗Poſaune mit 3 Ventillen, 1 Tenor⸗poſaune, 1 Contre⸗ und eine kleine Fagott, 1 Ventil-Trompete, 1 Serpent und alle Ar! 1 Violin- und Guit⸗ tarreuſaiten, ſowie eine Auswahl in Clarinett⸗ blättchen habe und Alles zu ſehr billigen Prei⸗ ſen verkaufe. Auch habe ich noch mehrere gebrauchte Flügel, die ich ſehr h c, kann. 0— Inſtrumentenmacher in Friedberg. Einſchlag⸗ und Zettelgarn, (7) gebleichtes und ungebleichtes, in allen gangbaren Nummern und Farben, verkauft zu den billigſten Preiſen Friedberg Nathan Hirſchhorn. Wilhelminenſtraße Nro. 244. N (8) Das von D. H. Rotbſchild zu Orten⸗ berg fabricirte Kaffeeſurrogat iſt auch zu haben bei A. Buch in Hungen. Hofraithe⸗ und Guts⸗Verkauf. (9) Die in Nro. 75. und 76.(Art 1417.) dieſes Blattes von 1846 näher beſchriebene Hofraithe und 20 Morgen Grundſtücke wer⸗ den Donnerſtag den 7. Januar 1847, Vor⸗ mittags 11 Ubr, in der Wohnung des Unter⸗ zeichneten einer öffentlichen Verſteigerung aus⸗ geſetzt. Nach Beendigung dieſer Verſteigerung wer⸗ den weiter verſteigt: 1 Kuh, 2 Oefen, worunter 1 Kochofen, 1 ſteinernes Kraut faß und verſchiedene andere Gegenſtände. Obererlenbach am 29. Dezember 1846. Chr. Staus. Zum Verkaufen. (10) Zwei Pferde und einen ſtarken zwei⸗ ſpännigen Wagen ſind unter annehmbaren Bedingungen zu verkaufen bei Friedberg. Gebrüder Grödel, „ 4. Erklärung. (11) In Beziebung auf die in Nr. 98. unter (1793) d. Bl. entbaltenen Erwiderung der dort benannten Hrn. Gemeinderaths mitglieder und mit Ruckſicht auf die in Nr. 100. unter (1812) entban tenen Erklärung des Herrn Ludwig Kammer zu Grünberg, fühie ich mich gedrungen, hierdurch zu bekennen, daß die in Nro. 94 unter(1721) dieſes Blaktes enk⸗ haltenen Anfrage, bezuglich der ſelbſtſtaͤndigen und willkührlichen Verrichtung von Burger⸗ meiſtereigeſchäften durch den Sohn eines Bur⸗ germeiſters, von mir ausge angen iſt und daß ich bierbei allerdings die Burgermeiſtereiver— waltung von Grünberg im Auge gehabt habe.— Wenn aber die Herrn Gemeinderathsmitglie⸗ der dieſer meiner Anfrage eine beabſichligte Krän⸗ kung unſers zeitigen Hrn. Bürgermeiſters uater⸗ ſtellen, oder He. Ludwig Kammer gar im letz⸗ ten Abſatze ſeiner Erklärung von Vöſem redet, das gedachter, meiner Anfrage zu Grunde ge⸗ legen babe; ſo befinden ſich ſowobl jene, als dieſer im Irrthume; ich habe weder eine Krän⸗ kung unſeres rn. Bürgermeiſters beabſichtigt, noch hat meiner Anfrage eine ſonſtige böſe Abſicht zu Grunde gelegen, ſondern ich have mich zu dieſer Anfrage veranlaßt geſeben, weil mich das Thun und Handeln des Soh⸗ nes unſers Hrn. Bürgermeiſters zweifelhaft gemacht hatte,— daß unſer zeitiger Hr. Bur⸗ germeiſter dem Bürgermeiſteramte eine Reihe von Jahren als Ebrenmann vorgeſtanden 11 dieß iſt mir eben ſo gut, wie den Hrn. Ge meinderathsmitgliedern bekannt, und 8 ſich dieſe in fernerem Ircthume, wenn ſie glauben, daß ich unſern Orn. Burgermeiſter nicht eben ſo hoch ſchätzte, als ſie denſelben achten. Ob aber hiermit die unbefugten Hand⸗ lungen des Sobnes unſers Hrn. Bürgermeiſters in Bezug auf das Amt ſeines Vaters gerecht⸗ fertigt erſcheinen, will ich der Beurtheilung des geehrten Publikums anbeim geben, indem ich mich dieſerbalb noch auf die in Nro. 96. unter(1755) dieſes Blattes enthaltene Beantwortung meiner Anfrage beziebe. Ich will die Erwiederung der Hrn. Gemeinde- rathsmitglieder vom 9. d. Mis. nicht weiter widerlegen, kann aber nicht umhin, hier zu erwähnen, daß ich von einem Gemeinderaths— mitgliede ſelbſt erfahren, daß der Sonn un⸗ ſers Hrn. Bürgermeiſters in einer Gemeinde— rathsverſammlung mitgeſprochen babe. Im Uebrigen werde ich die unbefugten Handlungen des Sohnes des Irn. Burgermeunſers nicht näher zu bezeichnen brauchen, es ſind ſolche bekannt; jedenfalls aber wind es genügen, wenn ich anfuhre, daß derſelbe bei Streitigkeiten über Privat- und Gemeindeeigenthum, unter Zu⸗ ziehung von Feidgeſchwornen ꝛc., an Ort und Stelle Augenſcheine vorgenommen hat, eine Handlung, welche unter allen Umſtänden nicht ibm, ſondern, wenn ſein Vater verhindert war, dem Hrn. Beigeordneten zukam. Unterdeſſen ſchließe ich mit dem Wunſche, daß dieſe Ver⸗ handlungen hiermit ihce Endſchaft erreicht haben möchten Grünberg den 26. Dezember 1846. Ph. 2 Sander Gold⸗ 8 vom 10. Dezember. fl. kr. Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 47 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 55 Rand⸗Ducaten 5 34 20 Frankſtücke 9 28 Engliſche Souverains 11 54 Kirchliche ne en für Friedberg. f Sonntag nach Neujahr den 3.3 Jan. 1647 pfarramtliche Funktionen verrichtete Herr 1er Baur. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Bing mann. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Mittwoch Nachmittags von 3— 4 Uhr hält Betſtunde: Herr Candidat Schmidt. Fru chtpreiſee 23. Dez. 5. Dez. 7. Dez. Gattung. örled⸗ Mainz Groß⸗ Ee kr Waizen pr. Malter 17 30 16 5016— Korn 5 1520133913 15 Gerſte„ 2 102011121015 Hafer„ 7 5115J— I 1 520 Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 2. Jan. 1846 bis 9. Jau. 1847. 8 4% 11 Fried⸗ Butz⸗ E Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8 m kr. pf. kr. pf⸗ 1 Leib⸗Roggenbrod N R 10 7 9 1 2 4 77 7. 20 2619 2 eh Lth — Milchbrod 12 12 — Waſſerweck a 12 a Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 1⸗2¼ 14 Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf 1 Ochſenfleiſch 17 750 15— 15— Are gemäſtete 2.45 8 „Kühfleiſch ae 7— 1 7— 5 zen gemaſtetes⸗ 8— 8— 8 Rindfteiſch Angemaſteles 7 7 „ Kalbfleiſch 64 24 „ Schweinenfleiſch 12— 12— „Hammeffleiſch 8.(— 8.— „ Schaaflleiſch 6——— 5 Wurſtvon blos Schweinen 14— 14— „ Gemiſchte Wurſt 10——— „ Bratwurſt 16—. 16— „ Schwartenmagen 16— 16— „[Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 17— 17— „ Dörrfleiſch 17— 17— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 24— 24— unausgelaſſen 22— 22— Nierenfeft 22— 22— 5 9 Hammelsfett 181— 17— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg d A. Ker a ch. Gr. Kr.⸗Scrt. Die Polizei-Taxe für die Stadt But bach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen 8 0 1 1 en i u 6. Gedruckt und verlegt unter Vantworlücgtet v. von v Con Bindern agel in Frievbe 1912 TTT