812 R Intelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. M 84. Mittwoch, den 28. Oktober 346. * 2 2* Amtlicher Theil. 5 Betreffend: Die Aufſtellung der Feldrügeregiſter. An ſämmtliche Gr. Bürgermeiſter des dieſſeitigen Ge— richtsbezirks, den Gr. Beigeordneten in Wiſſelsheim und den Gr. Polizeicommiſſär in Wickſtadt. 5 In den Feldrügegerichtsregiſtern kommen häufig ſolche Perſonen als Denuncianten vor, von welchen es vermöge ihrer dienſtlichen Stellung zweifelhaft iſt, ob ſie auf den Feldſchutz beſonders verpflichtet ſind und daher nach dem Ausſchreiben Gr. Oberfinanzkammer II. Section Nr. 6 vom Jahr 1843 zum Bezug von Denunciationsgebühren berech— tigt erſcheinen, z. B. Feldgeſchworene, Polizeidiener ꝛc. Zur Vermeidung deßfallſigen zeitraubenden Erörter— ungen weiſen wir Sie an, in Fällen der angegebenen Art d. h. ſo oft Denunciationen von andern Perſonen, als von den notoriſch auf den Feldſchutz verpflichteten Flur- und Gartenſchützen und den Gensdarmen oder von Privaten er— hoben werden, den betreffenden Poſten, bei Strafe der Ord— nung, die Bemerkung beizufügen, ob Denunciant auf den Feldſchutz verpflichtet iſt. Friedberg den 17. Oetober 1846. Großh. Heſſ. Landgericht. Hofmann. Dr. Gilmer. Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 32 von 1846. (Schluß.) VI. Dienſtnachrichten: Am 17. März wurde der von dem Hrn. Grafen zu Erbach⸗Fürſtenau zum 2. weltlichen Mitgliede des Con⸗ ſiſtoriums zu Michelſtadt präſentirte Kammerdirector v. Plönnies zu Michelſtadt für dieſe Stelle beſtätigt; 19. Juni der Reg.-Tambour im 2. Inf.⸗Reg. Müller zum Kanzleidiener bei der Rechnungskammer; 25. Aug. der kathol. Pfr. Böß wald zu Ilbenſtadt zum ordentl. geiſtl. Mitgliede der Bezirksſchulcommiſſion zu Friedberg auf 5. Jahre ernannt; 26. Aug dem Schullehrer Strein zu Untermoſſau die 5. oder evang. Elementar⸗Schullehrerſtelle zu Wimpfen a. B. übertragen und der von dem Gemeinderath zu Gernshnim mit dem daſigen Pfr. und dem Kreis⸗ rathe 1 auf die 2. Knabenſchullehrerſtelle zu Gernsheim prä⸗ bet Aceſf, Beule ug daß für dieſe Stelle beſtaligtz 28. Geh. Se⸗ dir Sale 2e Schleiermacher zum 2. und Oberbau⸗ r.⸗Secret. Ewald zum 3. Geh. Seerktär bei dem Ministerium der Finanzen ernannt; 4. Sept. dem Kaplan Dr. Lindt zu Freimers heim die kath. Pfarrſtelle zu Nierſtein; 7. dem ſeither als Bauaufſeher 1. Cl. proviſoriſch verwendeten P. Jockel aus Griesheim die Stelle eines Bauaufſehers 1. Cl. in dem Baubez. Alsfeld übertragen; der von dem Hrn. Fürſten zu Iſenburg⸗Birſtein auf die evang. Schullehrerſtelle zu Götzenhain präſent. Schulvicar Augſt für dieſe Stelle beſtätigt; S. dem Gerichtsacceſſ. Nolde aus Mainz die Gerichtsſchreiberſtelle bei dem Frie⸗ densgerichte zu Wöllſtein übertragen; der von dem Stadtvorſtande zu Alsfeld auf die 2. evang. Mädchenſchullehrerſtelle daſelbſt präſentirte Schul lehrer Lang zu Heidelbach für dieſe Stelle beſtätigt; 11. dem Schulleh⸗ rer Vetth zu Niedernhauſen die 1. evangeliſche Schullehrerſtelle zu Rüſ— ſelsheim übertragen, ſodann der von dem Hrn. Fürſten zu Iſenburg⸗Bü⸗ dingen auf die evang. Schullehrerſtelle zu Aulendiebach präſentirie Schul⸗ vicar Lüft für dieſe und der von dem Herrn Grafen zu Erbach⸗Schön⸗ berg auf die evang. Schullehrerſtelle zu Gadernheim präſentirte Schulvi⸗ car Bormuth für letztere Stelle beſtätigt. VII. Charakterverleihungen: am 28. Aug. dem Geh. Se⸗ cretär, Oberfinanzrath Rothe dahier als Geh. Oberfinanzrath nnd am 1. Sept. dem Rechrungskammerdirector Ludwig, in Anerkennung ſeiner langjährigen treuen und erfolgreichen dienſtlichen Wirkſamkeit, als Gehei⸗ merath. a VIII. In den Ruheſtand ſind verſetzt worden: am 26. Aug. Schullehrer J. Kempf zu Gernsheim; 11. Sept. Schullehrer Hirchen⸗ hain zu Haingründau; 12. Schullehrer Leip zu Nierſtein. IX. Geſtorben ſind: am 24. Juni der penſ. Waſſerzollverwal⸗ ter Will zu Steinheim; 10. Juli penſ. Diſtrictseinnehmer Heſſemer zu Rüſſelsheim; 28. Aug. penſ. Amtsdiener Löchel zu Burggemünden; 31. evang. Stadtſchullehrer Ruhland zu Worms; 14. Sept. penſ. Revier⸗ förſter Damm dahier. Ehre, dem Ehre gebührt! Vor mehreren Wochen hatten die Getraidehändler zu Glauchau alles Korn aufgekauft und den wenigen Bauern, welche noch Getraide zu Markte brachten, zehn Thaler fur den Scheffel bezahlt. Die armen Weber mußten deßhalb ebenfalls gleichen Preis zahlen, und viele konnten nicht ein— mal für ſchweres Geld ihre Bedürfniſſe befriedigen. Sie klagten ihre gerechte Noth ihrem Stadtrathe. Dieſer, den Bürgermeiſter Pfotenhauer an der Spitze, war ſchnell entſchloſſen, aus der Ferne Getraide herbeizuſchaffen, um eine Konkurrenz mit den Getraideſpekulanten zu bilden. Allein die Stadtkaſſe iſt leer! Da ſtreckt ein achter Liberaler, der verehrungswürdige Kaufmann Ziegler zu Glauchau, ein unverzinsliches Darlehn von 2000 Thalern vor. Der Bürgermeiſter und der Bäcker Reichen- bach eilen nach Halle, kaufen dort mehrere Hundert Schef⸗ fel Korn, und— drei Tage darauf konnte der Scheffel für 8 Thlr. 15 Ngr. aus dem improviſirten Stadtmagazin an die Bürger verkauft werden. 5 1 Was thun die Händler? Sie verkaufen nun den Scheffel für 8 Thlr. und bringen dadurch den Stadtrath in einen Verluſt von 15 Ngr. für jeden Scheffel. Allein die Stadtvertreter ſind freiſinnig genug, dieſen Verluſt auf die Stadtkaſſe zu übernehmen. Es ſind ja durch dieſe Ope⸗ ration vielleicht mehr als 1000 Thlr. in den Beuteln der Bürger geblieben und haben die Wanderung in die Beutel der Händler wahrſcheinlich fuͤr immer aufgegeben. Ich halte für nöthig, dieſe Thatſachen zu veröffentlichen. Denn ſie zeigen beſſer, als lange Abhandlungen, wie man Theurung ſchafft und— wie man Kornwucher zu Schande macht; andere, weniger patriotiſche Stadtbehoͤrden aber werden durch dieſes Beiſpiel vielleicht zur Nacheifrung an⸗ geſtachelt.) Lob und Preis daher dem wackeren Bür⸗ germeiſter und den Stadtverordneten zu Glau⸗ chau! Dem Ziegler aber die Bürgerkrone 11! Ein Bürger aus Waldenburg. (Herold Nr. 79.) ) Hier wird man unwillkührlich an das Ausſchreiben des Gr. Kreis⸗ raths des Kreiſes Friedberg in Nr. 79 dieſes Blattes erinnert. Gewiß haben recht viele Bürgermeiſter die Wichtigkeit deſſelben ins Auge gefaßt und ſich über die zu verwendenden Mittel mit ihrem Gemeinderathe berathen.— Wetterauer Ortsnamen. Ich gebe hier eine Anzahl Wetterauer Ortsnamen, welche mit einem Mannsnamen zuſammengeſetzt ſind. Dieſer Name wird wohl der des Anbauers oder des älteſten Orts⸗ herrn geweſen ſein. Ober⸗ und Niederwöllſtadt. Was iſt Wöll⸗ ſtadt? Dieſer Ortsname lautete im Jahr 1177 Willenstat, 1235 Willinstat, dann mit einer bei andern mittel⸗ und niederdeutſchen Wörtern vor Alters nicht ſelten vorkommen⸗ den Auslaſſung des i nach w Wlenstat und daher mit u (und weiter o) 1255 Wullenstat, 1256 Wullynstad, 1249 Wollensiat!), endlich in ſpäterer Zeit Wöllſtadt. Der Ortsname bedeutet nichts anders als:„Ort(Wohnſtatt) des Will., Will aber, ein noch bekannter Zuname, iſt ein alter Mannsname und heißt altdeutſch Willo. Der Genitiv davon(d. i. der Fall, wann„des“ vor dem Namen ſteht) lautet Willin, Willen. Ilbenſtadt hieß vor Alters z. B. 1215, 1276 El- venstat, auch mit Auslaſſung des n 1250 Elvistat, 1276 Elvestat, Elffstat, 1405 Elwinstat, deſſen w ſpäter in b übergieng. Der Name bedeutet:„Ort(Wohnſtatt) des Elf.“ Es gab nämlich einen altdeutſchen Mannsnamen Elfo, deſſen Genitiv Elvin(Elſin), Eiven lautet. Büdesheim wird vor Alters Budenesheim(d. i. urſprünglich Budinsheim, wie noch im Jahr 1304 vor⸗ kommt), Budensheim(1304, 1318), dann in ſchlechterer Form mit verſchlucktem n Buodesheim(ſtatt Budesheim) u. ſ. f. genannt. Der Name bedeutet:„Wohnſitz(Heimat) des Budo.“ Budo aber, Buto, Puto iſt ein altdeutſcher ). So kommen die Namen vor in Baur's Urkunden zur heſſiſchen Landes⸗, Orts⸗ und Familiengeſchichte S. 63, 70, 74, 77, 81 und in Schmidt's Geſchichte des Großherzogthums Heſſen 2. Bd. S. 175, 177, 178, 180. Bei Baur kommt S. 101 auch noch im Jahr 1274 ein Heinrich Graf von„Wilinouwe vor; deſes Wilinouwe aber iſt ſo viel als„Aue des Will“ oder wiei wir ſagen würden„Wills Au.“, * 339 Mannsname, deſſen ag eie Budins, Budens, lau- tet). Der Name iſt noch in dem Zunamen Puth bekannt. Ortenberg hieß auch vor Alters, z. B. ſchon 1333, ſo. Der Name bedeutet:„Berg des Orto.“ Orto(im Genitiv Ortin, Orten), der jetzige Zuname Ort, iſt ein altdeutſcher Mannsname?), den wahrſcheinlich derjenige hatte, welcher ſich zuerſt auf dem Berge anſäßig machte und ihn darum nach ſich benannte. Arnsburg, vor Alters Arnisburg, Arnesburg Arnsburg, iſt nicht Adlersburg(von Aar d. i. der Adler), wie man geglaubt hat, ſondern:„Burg des Arno.“ Denn Arno iſt ein altdeutſcher Mannsname, deſſen Genitiv ur— ſprünglich Arnins lautet, aber mit verſchlucktem n Arnis, Arnes, gerade wie vorhin Budes ſtatt Budins, Budes vorkam. Kolnhauſen, vor Alters Colenhüsen(um das Jahr 1150 u. ſ. f.), bedeutet:„zu den Häuſern des Colo.“, Cholo, der jetzige Zuname Kohl, iſt ein altdeutſcher Manns⸗ name), deſſen Genitiv Cholin, Colin, Colen lautet. Griedel, vor Alters Gredewilre, Gretvilre, Gred- la(d. i. Gredwila), heißt ſo vicl als:„Dorf des Gred.“ Gred, Gret nämlich muß ein alter Mannsname ſein, von welchem der altdeutſche Mannsname Greting abſtammt), und das altdeutſche Wort wilre, wilari(unſer„Weiler ⸗) iſt ſo viel als„Dorf“(Vgl. Intelligenzblatt 1846 Nr. 11.). „ ) Unser größter deutſcher Sprachtenner und Landsmann Jacob Grimm ſagt mir von dieſem Genitiv auf ins ens, er ſei ur⸗ altdeutſch. Den Namen ſelbſt ſ. in Graffs Sprachſchatz 3. Tül. S. 82. ) Dieſer Mannsname Orto kommt z. B. vor in Baur is Urkunden S. 9 bei dem Jahr 1209. f ) Ein Mann, Namens Cholo, kommt vor als Zeuge 1220 in Baurs Urkunden S. 69. Ein M. Gretingus kommt vor 1261 in Baur's Urkunden S. 31. Kirchenbuchsauszug vom September 1846. Friedberg. Getraute: 20. Joſeph Bender, angehender hieſiger Bürger und Zim⸗ mermann, des weiland hieſigen Bürgers und Maurer⸗ meiſters Heinrich Bender nachgelaſſener ehelicher lediger Sohn und Regina Füller, des hieſigen Bürgers und Zimmermeiſters Johannes Füller eheliche ledige Tochter. 27. Chriſtoph Martin Reitz, angehender hieſiger Bürger und Schreiner, des hieſigen Bürgers und Taglöhners Jo— hannes Reitz ehelicher unverheiratheter Sohn und Marie Chriſtine Schwätz, des Ortsbürgers und Schneider— meiſters Johannes Schwätz in Altenſtadt eheliche un⸗ verheirathe Tochter. Getaufte: 6. Dem hieſigen Bürger und Bäckermeiſter Johann Jakob Lochmann eine Tochter, Eva Liſette, geb. den 24. Aug. 13. Dem hieſigen Bürger und Gerbermeiſter Emmerich Dörr ein Sohn, Johann Heinrich, geb. den 24. Aug. 13. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Weynandt ein Sohn, Johannes, geb. den 3. Sept. 13. Dem hieſigen Bürger und Handelsmann Johannes Jöckel ein Sohn, Ferdinand Franz Auguſt, geb. den 17. Auguſt. 5 13. Dem hieſigen Bürger und Büchſenmacher Heinrich Engel ein Sohn, Chriſtian, geb. den 4. Sept. ä—— 1320 G. O8 ber bo wirthſ An urer⸗ diger und 20. Dem hieſigen Bürger und Schneidermeiſter Karl Lud⸗ wig Klein ein Sohn, Juſtus Karl, geb. den 2. Sept. 20. Dem hieſigen Bürger, Conditor und Bäckermeiſter Georg Martin Philippi eine Tochter, Emilie Katharine Phi— lippine Clara Karoline, geb. den 18. Auguſt. Beerdigte: 10. Johann Georg Dingeldein, Gemeiner in der 3. Schwa⸗ „ 340 dron Gr. Heſſ. Garde- Regiments Chevauxlegers, aus Reichelsheim im Landrathsbezirk Erbach, alt 1 Jahre, 7 Monate und 22 Tage, f den 9. Die Sonntagsſchule nimmt Sonntag den 1. November wieder ihren Anfang in dem bekannten Lokal. nahme am Unterricht, wolle man ſich an Herrn Profeſſor Dieffenbach wenden. Friedberg den 19. Oktober 1846. Wegen der Aufnahme, reſp. der Theil⸗ In Auftrag des Huͤlfsvereins: C. Bindernagel. 14. Anna Eliſabetha Pendling, des weiland hieſigen Bür⸗ gers und Pfandhausverwalters Dominicus Pendling nachgelaſſene Wittwe, alt 67 Jahre, 1 u den 12. 18. Katharina Maria Walther, des hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Otto Rudolf Walther eheliches Töch⸗ terchen, alt 2 Monate und 2 Tage, 1 den 17. 21. Friedrich Konrad Wilhelm Schneider, des Ortsbürgers zu Bönſtadt und dermalen hier wohnenden Geometers S. 48 fr.; von K. Andreas Schneider eheliches Söhnchen, alt 1 Jahr und 14 Tage, 1 den 20. 25. Katharina Kreuter, des hieſigen Bürgers und Metzger⸗ meiſters Ludwig Kreuter eheliches Töchterchen, alt 1 Jahr und 24 Tage, 1 den 24. 29. Ein uneheliches Töchterchen, Katharine, alt 1 Jahr, 1 Monat und 5 Tage, f den 28. F üer find bei dem Unterzeichneten ferner eingegangen: von einer Ungenannten 1 fl. Der Geſammtbetrag bis heute 4 fl. Friedberg den 24. Oktober 1846. Für die Brandbeſchädigten zu Betzenrod bat der Unterzeichnete weiter von edlen Menſchenfreunden, nämlich von N. Z. 1 fl.; von einem Ungenannten 20 kr.; aus der Caſſe des Hülfsvereins dahier 5 fl.; und von einigen Mitgliedern des Hülfsvereins am 18. Oktober 2 fl. 56 kr. früheren milden Gaben bis heute 3 fl. 2 kr. erhalten. l Friedberg den 24. Oktober 1846. Im Ganzen mit den Bu ß. Dieſelben C. Bindernagel. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. d ννιειενιανινννσ Mobilien Verſteigerung. (1320 Die in der Bebauſung des Herrn G. Schäfer dahier, der Poſt gegenüber, ſeit⸗ ber von Zacharias Garde geführte Gaſt⸗ wirthſchafk, beabſichtigt derſelbe in der Kürze aufzugeben und eine Verſteigerung von über⸗ flüſſig werdenden Mobilien zu veranſtalten. Aus dieſem Grunde wird in obenerwähn— ter Bebauſung Dienſtag den 3. November 1846, Morgens 9 Uhr, eine Verſteigerung von verſchiedenen Mobilien, als namentlich: ſechs gute und vollſtändige Betten mit Bettſtellen, Weißzeug, Haus und Küchengeräthſchaften, Faͤſſer und mehrere Ohm reingehaltenen Wein u. ſ. w. ſtattfinden, was ich hierdurch zur öffentlichen Kenntniß bringe. Friedberg den 22. Oktober 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verpachtung. (1521) In Auftrag der Heinrich Benders Wittwe und deren Kinder werden Donnerſtag den 29. l. M., Morgens um 9 Uhr, in hie⸗ ſigem Rathhauſe die denſelben gehörenden, in der Burg⸗Gemarkung liegenden Grundſtücke auf ſechs Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg am 22. Oktober 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter en der. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. 152) Mittwoch den 28. Oktober l. J., ormittags 10 uhr, ſollen auf dem Rathhauſe dahier, die mit Erbauung eines Kalkſchoppens verbundenen Arbeiten und Materiallieferungen, als: fl. kr. Maurerarbeiten, veranſchlagt zu 44 28 Zimmerarbeiten, 7 1 605 31 Schloſſeranbeiten,„ 5 34 24 und die Lieferung von 24 Bütten blauem Kalk 0070 unter den bei der Verſteigerung bekannt ge⸗ macht werdenden Bedingungen öffentlich an die Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. 5 155 Zeichnung und VPoranſchlag konnen täglich auf dem Bureau des Unterzeichneten einge⸗ ſehen werden. Friedberg den 19. Oktober 1845. Der Großh. Heſſ. Sections Ingenieur ver Sectton Friedberg Hochgeſand. Verlooſung Stadt Niddaer Obli— gationen. (1525) Bei der beute ſtattgefundenen 8. Verlooſung des durch das Handlungshaus Hrn. Simon Lindheimer in Friedberg ad 65,000 fl., zu 3½% Zinſen negociirten Anlehens hie— ſiger Stadt wurden folgende Nummern: Lit. B Nr. 82 300 fl. „ C„ 148 200 fl. „ D„ 180 und 238 à 100 fl. 200 fl. zur Rückzahlung auf den 31. December d. J. gezogen. Dieſes wird den Intereſſenten unter dem Anfügen hierdurch mitgetheilt, daß es ihnen frei ſteht, den Betrag bei obigem Handlungs— haus oder an der Stadtkaſſe dahier in Emgfang zu nehmen und daß vom 31. Decbr. d. J. an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Nidda am 1. Oktober 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Riddel. Oeffentliche Aufforderung. (1461) ueber das Vermögen der Chriſtian Eckmäyers Cheleute zu Niedermörlen iſt von Großh. Hofgericht zu Gieſſen der ſörmliche Concursproceß erkannt, und es iſt dem hie— ſigen Landgericht deſſen Leitung übertragen worden. Demgemäß werden Alle, welche an das benannte Vermögen aus irgend einem Rechts— grunde Anſprüche erheben zu können glauben. hiermit aufgefordert, dieſelben um ſo gewiſſer Mittwoch den 2. Dezember, 0 Vormittags 9 Uhr, dahier anzugeben und zu begründen, als ſie ſonſt von der Concursmaſſe ausgeſchloſſen werden. Bevollmächtigte einzelner Gläubiger können nur dann zugelaſſen werden, wenn ſie ſich durch ſpecielle, gerichtlich beglaubigte, die Be⸗ ſugniß zur Abſchließung eines Vergleichs und zur Erklärung über Veräußerung und Ver⸗ waltung der Maſſe ausdrücklich enthaltende Vollmacht auszuweiſen vermögen. Butz bach den 26. September 1846. Großh. Heſſ. Landgericht Mosler. Edietal ladung. (1507) Heinrich Stamm's Eheleute von Felda haben mehrere, in dortiger Gemarkung gelegene, Grundſtücke verſteigert. Da kein urkundlicher Eigenthums nachweis vorliegt, ſo fordert man alle diejenigen, weiche Anſprüche an dieſe Grundſtücke, worüber Grundbuchs⸗ Auszug dahier eingeſehen werden kann, zu haben glauben, hiermit auf, ſolche ſogewiß bin⸗ nen 4 Wochen, von heute an, dadier anzu⸗ zeigen und zu begründen, widrigenfalls die Kaufbriefe beſtätigt werden. Ulrichſtein den 13. Oktober 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Bekanntmachung. (1539) Zu Selgenhof bei Ulrichſtein iſt gute Hammelwolle zu verkaufen und wird in Parthien zu 3— 4 Pfd., ganze Vließe oder Schöper, gegen baare Zahlung zu 38 kr. pr. Pfd. jeden Freitag abgegeben. Ganze Gebunde zu ½ Ctr. werden zu 37 kr. und ein Centner zu 60 fl. abgegeben. Schotten am 22. Oktober 1846. Der Gr. Rentamtmann Prätorius. Bekanntmachung. (1540) Am 3. d. M. iſt dem Wirtb Kon⸗ rad Alles zu Oberhörgern ein ohngefähr 4 Monate altes weißes Mutter- Schweinchen zugelaufen. Der Eigenthümer kann ſolches gegen die Inſeratgebühren und Vergütung des Futtergeldes in Empfang nehmen. Oberhorgern am 21. Oktober 1846. Der Gr. Hef. 1 1 Bürgermeiſter e s. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn. (15410 Montag den 9. November l. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen auf dem hieſigen Mathhauſe nachſtehende Lieferungen, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, in Accord gegeben werden. 1) 500 kieferne Diele, 18 Fuß lang,(16 alte Werkſchuhe), 10 Zoll breit und 2 Zoll dick, veranſchlagt zu 750 fl., 400 Stück 16ſchuhige Bretter und 100 Stück fichtene Gerüſtſtangen, 0 2) 50 Hand⸗ und 50 Schubkarren, und 3) 4000 Bütten Waſſerkalk. Friedberg am 25. Oktober 1846. Der Großh. Heſſ. Sections⸗Ingenieur der Section Friedberg Hochgeſand. Main Weſer⸗Eiſenbahn. Section Vilbel. (132) Die Lieferung von 200 Bütten blauem Kalk ſoll Freitag den 30. d. M., des Vormittags 10 uhr, auf bieſigem Rathhauſe an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Vilbel am 25. Oktober 1846. 5 Der Gr. Heſſ. Sections⸗Ingenieur Eickemeyer. Obligations⸗Verlooſung. (153) Bei der heutigen Verlooſung der für 1846 zur Abtragung beſtimmten 2100 fl. hieſiger Gemeinde⸗Obligationen, ſind die Num⸗ mer 1, 11, 35, 36, 41, 75 rückzahlbar gewor⸗ den, was den Inhabern derſeiben mit dem Bemerken eröffnet wird, daß der Betrag bei dem Handlungshauſe Simon Lindheimer in Friedberg oder bei der hieſigen Gemeindekaſſe bis den 1. Januar 1847 in Empfang zu neh⸗ men iſt, indem von dieſem Tage an keine weiteren Zinſen vergütet werden. Södel am 23. Oktober 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Väth. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Section Vilbel. (1810 Den 30. d. M., des Vormittags 10 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe die Lie⸗ ferung von 3600 Stuck eichenen Schwellen, 9 Fuß lang 6 auf 8 Zoll und 6 auf 10 Zoll ſtark, öffentlich an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Die Bedingungen werden bei der Verſteigerung bekannt gemacht. Vilbel am 20. Oktober 1846. 5 Der Großh. Sections-Ingenieur Eickemeyer. Verſteigerung. (1815) Die Erben des Friedrich Hahn ſel. dahler ſind wegen Ablebens ihrer Geſchwiſter geſonnen, nächſten Donnerſtag den 29. und Freitag den 30. d. M., von Morgens 8 Uhr an, nachſtehende Gegenſtände, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öffentlich meiſtbietend verſteigern zu laſſen: 1) 1 Pferd nebſt Geſchirr, 2) 6 Stück Rindvieh, 3) einige Schweine, 4) 1 Wagen, 5) 1 Pflug und 1 Egge, 6) eine Quantität Roggen⸗„ Waizen⸗ und Futterſtroh, 7 5 Heu, Grummet u. Spreu, 8)„„ Dickwurzeln, Rüben und Kraut, 9) circa 70 Malter Kartoffeln und 10) noch verſchiedene landwirthſchaftliche Ge⸗ räthſchaften. Kaichen den 26. Oktober 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Hahn. c e ντνν % 341* Privat ⸗ Bekanntmachungen. Zu Verkaufen. (1838) Bei unterzeichnetem iſt ein erſt zwei Jahre gebrauchter„Friedrichshütter Kochofen“ beſter Sorte um den halben Ankaufspreis und eine noch ſehr brauchbare Kartoffelmühle ſehr billig beide veraͤnderungs⸗ halber baldigſt zu verkaufen. Burghof Cleeberg bei Butzbach* im Oktober 1846.: Friedrich Freiherr von Bibra. Erklärung. (15400 um ſo mannigfachen Gerüchten, welche ſich ſeit einer kurzen Zeit hauptſächlich in Friedberg in Bezug auf meine Perſon verbreitet, finde ich mich nothgedrungen in dieſem Blatt dem Publikum eine Erklärung zur Verſtändigung zu geben. Im Februar 1840 verehelichte ich mich mit meiner im März d. J. verſtorbenen Frau, einer geb. Finkernagel aus Friedberg. Sechs volle Fahre lebte ich in ſtiller häuslicher Eintracht und Zufriedenheit, worunter 1 Jahr kränklich und 36 Wochen gänzlich an das Bett gefeſſelt, erlag ſie endlich ihrer Qual und ſchied aus Solche Um⸗ diefem in ein beſſeres Leben. ſtänden wirkten nachtheilig auf die häuslichen Verhältniſſe, das iſt leicht einzuſehen, zumal wenn man bedenkt, daß ich in letzter Zeit einige Wochen das Bett meiner Frau kaum verlaſſen konnte. Dies war zwar meine Pflicht und ich erfüllte dieſelbe gerne, obſchon mein Geſchäft darunter Noth litt und meine Cxiſtenz nur durch die Rückſicht wohlgeſinnter Mit⸗ menſchen aufrecht erhalten wurde. Meine Frau brachte mir nichts als eine beſcheidene Aupſtuttung und einen Säugling in die Che, welchen letzteren ich wie ein Vater 6 Jahre lang liebevoll erzog. Nach dem Tode ſeiner Mutter übergab ich das Kind, weil meine häuslichen Verhältniſſe es nicht anders geſtatteten, meinem Schwager Jacob Fin⸗ kernagel in die Pflege und bezahlte dem⸗ ſelben 1 Monat Koſtgeld und da mir nun das Kind zu leid that, nahm ich daſſelbe, allerdings ohne Einwilligung ſeines ſeitherigen Pflegvaters von Friedberg mit nach Vilbel. Dieſes brachte mir, weil man mich für einen Men⸗ ſchenräuber erklärte, eine mebrtägige Amts⸗ gefängnißſtrafe, doch eine höchſte Behörde ge⸗ ruhte in Gnade mir die genannte Strafe zu erlaſſen. Aber noch mehr, man verkaufte das urſprüngliche Eigenthum meiner Frau, und da die Verſteigerung in Vilbel nicht gelingen wollte, ſo brachte man ſämmtliche Effecten nach Friedberg und verwerthete dieſelben dort, wie aber? das weiß ich nicht, denn man hat mich nicht einmal von dem Tage der Ver⸗ ſteigerung in Kenntniſt geſetzt. Schmerzlich! — man gönnte mir nicht einmal die Mög⸗ lichkeit etwas aus dem Nachlaſſe meiner Frau mir zum Andenken ankaufen zu können. Vor meiner Verehelichung hatte ich doch ein Bett und andere Geräthe, auch dieſes wurde mir zur Rungenſchaft gehörig, verſteigert und ich hatte nichts, als was ich mir ſelbſt wieder ſteigerte. Doch mache ich dem Gericht keinen Vorwurf, ich ſelbſt machte einen Fehler, ich wahrte meine Rechte nicht gehörig, ich hätte mich ſchon früher entſchädigen können, jedoch mein Gefühl fur Recht vertrug ſich nicht mit ſocher That. Deſſen ungeachtet ſucht man mich noch zu verdächtigen, ich weiſe ſolches lügenhafte Gerede hierdurch von mir ab, und überlaſſe es den Leſern dieſes Blattes weiter in der Sache zu urtheilen. Vilbel den 19. Oktober 1846. Carl Feudtner. Ein pferde (1847) welches in der Oekonomie entbehr⸗ lich geworden, ſteht auf ber Hammermühle bei Büdingen zu verkaufen. Ann z e i g e.. e, 1 3 November d. J. ndet bei dem Unterzeichneten Sänger ⸗B ſtatt, wozu höflichſt einladet anger ⸗ n Florſtadt den 23. Oktober 1846. Wagner. Zwei Schneidergeſellen, (1549) welche in ibrer Arbeit gut ſind können bei mir eine Stelle finden Nidda. Ludwig Wage mann. Z ur Nach eri ch t. (1550) Auf dem Nonnenhof bei Ilbenſtadt wurden vor Kurzem zwei Gußräder von einer Kartoffelmühle, ohngefähr 20 Fuß Bleirohr und ein kleiner Spengler⸗Ambos entwendet. Wer Auskunft darüber geben kann, bekommt eine gute Belohnung. 838 G. Klee, achter. Verſtei gerung. (15310 Donnerſtag den 5. und Freitag den 6. November l. F. ſollen— und zwar jedes⸗ mal von Morgens 9 Uhr an— in dem Pfarr⸗ haufe zu Oſſenheim nachfolgende Gegenſtände, gegen gleich baare Bezablung, einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden, als 8 Fuder Stroh, 30 Centner Heu, 50 Körbe Sßreu, 20 Gebund Flachs, 45 Mltr. Kartoffeln, wo⸗ runter ein Malter engliſche und ein Malter kleine blaue, eine Partie Kleebeu, Kraut, weiſe Rüben, Rangen uud Kohlraben; ein kupferner Waſchkeſſel, eine Standuhr, Oeko⸗ nomie⸗ und Küchen⸗Geräthſchaften, Tiſche, Stüble, Bettſtellen, Schränke u. dgl.; einige hundert Bücher; eine vorzügliche il 1 i e ene eee Müchkuß d. Literariſche Anzeige. Bei C. Bindernagel in Friedb i erſchienen: 4 a U Uebungs⸗Aufgaben für das ſchriftliche Rechnen für Volks ſchulen. Von einem Vereine von Lehrern in der Wetterau. Drei Hefte: à 6 kr. Auflöſungen dazu geh. ö kr. Ferner ſind bei demſelben angekommen: Der heſſiſche Hausfreund für das Jahr 1847. (Preis: 8 kr.) Landkalender fuͤr das Groß⸗ herzogthum Heſſen auf das Jahr 1847. (Preis 4 kr.) Derſelbe mit weißem Papier durch⸗ ſchoſſen.(Preis: 6 kr.) Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. N