Intelligenz- Blatt für die Provinz Oherheſſen „N im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — ß Mittwoch, den 28. Januar 13846. — Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Den Geſchäftsplan der Kataſterarbeiten für die Finanz⸗ periode von 18. Diejenigen Gr. Bürgermeiſter, welche meiner Ver— fügung vom 13. November v. J. noch nicht entſprochen haben, werden an deren Erledigung binnen 8 Tagen bei Meidung von 1 fl. 30 kr. Strafe erinnert. Friedberg den 20. Januar 1846. Küchler. Derſel be an die ſaͤmmtlichen Gr. Buͤrgermeiſter des Kreiſes und den Polizei⸗Commiſſaͤr zu Wickſtadt. Betreffend: Die Muſterung und Conſcription für 1846. Sie haben alsbald in Ihren Gemeinden zur öffent— lichen Kenntniß zu bringen, daß vom Mittwoch den 27. d. M. an die Hauptbezirksliſte der dießjährigen Militärpflichtigen, das eine Exemplar auf meinem und das andere auf dem Bureau Gr. Bürgermeiſters zu Groskarben, 14 Tage zu Jedermanns Einſicht offen liegt. Friedberg am 23. Januar 1846. Küchler. Der Großherzoglich Heſſiſche Rentamtmann des Bezirks Gruͤnberg an die Gr. Bürgermeiſter dieſes Bezirks. Beireffend: Die Erhebung der Feldſtrafen von der 6. Periode 1845 bei dem Rentamte Grünberg. 8 Die Erhebregiſter über die Feldſtrafen von der 6. Periode 1845 ſind bis zum erſten Februar angefertigt und können an den bekannten Zahltagen, Donnerſtags und Sam— ſtags, Feldſtrafen bezahlt werden, was Sie im Intereſſe der Beſtraften in Ihren Gemeinden bekannt machen wollen. Grünberg am 23. Januar 1846. Bötticher. Die Spinnſtube. Der Geburtstag im Forſthauſe. (Schluß.) „Als der Tag graute, war Karl wach. Er kleidete ſich an und weckte die Jägerburſchen, und dieſe Arnold. Alle ſchlichen hinab unter des Forſtmeiſters Fenſter. „Hier begann Karl, der Meiſter auf dem Horne war, die Melodie des Lieblingsliedes ſeines Vaters„Friſch auf zum fröhlichen Jagen“ zu blaſen und nun fielen die drei Andern ein und die ſchöne Melodie jubelte auf. „Der Forſtmeiſter erwachte beim erſten Tone Karls. Großer Gott, rief er aus, was ſind das für Töne? Mut— ter, haſt Du's gehört? So blies Karl. Wer iſt der Vierte? „Ach ſagte die Mutter, Du biſt ſo aufgeregt und Deine Einbildungskraft iſt ſo thätig. Es war unſer Arnold und der Vierte iſt der fremde Jaͤgerburſche, denn ich ſah ſie noch geſtern Abend die vier Hörner hinaufholen. „Der Forſtmeiſter ſtand auf, um am Fenſter fuͤr den ſchönen Waidmannsgruß zu danken; aber ſie waren ſchon weg, und er legte ſich noch einmal nieder; aber die Mutter ſtand auf, denn es war ja ſo Vieles noch zu beſchicken und zu ordnen zum Geburtstagfeſte. „Auch die Mädchen waren ſchon auf. Nun gings denn an's Ordnen der Geſchenke. Um des Vaters Bud wurde von Arnold und Malchen der Kranz befeſtigt. „Wie habt Ihr ſchön geblaſen! flüſterte ſie dem gelieb⸗ ten Manne zu. Und er lächelte und ſagte leiſe: Der Gruß galt unſerm Vater. Das Mädchen erröthete und ſchwieg und die Arbeit ging rüſtig fort. Malchen ſelbſt brach die ſchöͤnſten Blüthen von ihren Heliotropen, Monatroſen und Hyazinthen, die ſie ſorglich am Doppelfenſter gezogen, und ſteckte ſie hier und dort in den Epheukranz, was den beiden Knaben, die auch ſchon da waren, nicht geringe Freude machte. Jetzt breitete Roſa, auf deren Wangen heute ſeit langer Zeit ſich eine friſche Röthe zeigte, von der Arnold ſagte, es ſey das Morgenroth des Wiederſehens, ihre ſchön geſtickte Pferdedecke über der Kommode aus. Die Mutter, legte den neuen, reichverzierten Hirſchfänger darauf, Mal— chen brachte das prächtige Bandelier, das ſie geſtickt und Arnold ſeine Pfeife, die geſtopft war mit duftigem Knaſter. Eine jede Gabe wurde geprieſen nach Verdienſt; als aber Arnold die Pfeife hinlegte, brach ein Ach der Verwunderung N aus aller Munde, denn die Schnitzarbeit war ſo meiſterhaft wie die Zeichnung. „Die Mutter nahm ſie in die Hand und beſah ſie mit leuchtenden Augen; denn ſie kannte ihres Gatten Lieb⸗ haberei und beſonders ſein Leid, als ihm der Kopf zerbrach, der ihm hier in erneuerter und ſchönerer Geſtalt gegeben werden ſollte. „Kinder, ſagte ſie, wir ſind alle überboten. Seht dieſe Schönheit und dieſen Fleiß. So ganz dem zerbroche— nen ähnlich und doch ſo viel ſchöner. Liebſter Arnold, ſagte ſie, ſeine Hand faſſend, Sie bereiten da dem Vater eine unausſprechliche Freude. Nehmen Sie meinen innigſten Dank vorweg. g „Es war ein ſchöner Anblick für den, der mit beben⸗ dem Herzen hinter dem Fenſterchen des Nebenzimmers her⸗ vorſah. Die Knaben beſahen alles mit großer Neugierde. Roſa lehnte an der Wand. Ihre Gedanken begleiteten den Geliebten auf ſeinem Wege zur Heimath. Wonne und Schmerz lag in ihren Blicken. Der Mutter Antlitz glänzte in ſeliger Freude, indem ſie die Geſchenke muſterte, die die Liebe bot. „An Arnolds Arm lehnte Malchen und die Blicke, welche ſie wechſelten, mochten beweiſen, wie gut ſie ſich ſeyen. „O wie pochte Karls Herz. Wie hätte er mögen hinüberſtürmen und ſie alle an ſein Herz preſſen; doch er durfte ja noch nicht. Die Stunde war ja noch nicht da. „Kommt, Kinder, ſagte nunzdie Mutter, als Alles ge— ordnet war, der Vater wird aufſtehen. Malchen und Rös— chen macht den Kaffee. Ich bin nur begierig, ſagte ſie, ob er nicht brummt, denn ich habe ihm die Staatsuniform an's Bett gelegt. „Sie gingen nun alle hinweg. „Der Alte war ſchon aufgeſtanden. Er hatte ohne ein Wort die Staatsuniform angelegt. Er ſah's kaum, daß ſie es war; denn ſeine Seele war bei Karl, dem Sohne, den er wiederbekommen ſollte. So rauh auch die Außen⸗ ſeite des alten Werner war, ſo tief war ſein Gefühl. Seine Seele umfaßte ſeine Kinder mit unendlicher Liebe, Und Karl war ein ſo hoffnungsvoller Jüngling geweſen. Sein Verluſt hatte ihn tief gebeugt. Und jetzt fiel ein Strahl von Hoffnung in ſeine Seele. Er ſollte ihn wieder- haben. So tief ſein Gefühl war, ſo innig war ſein from— mer Glaube. Heute hatte er wärmer und inniger als je gebetet. „Seine Seele war klar und ruhig geworden; aber auch die Hoffnung war feſter. Noch dann und wann ſtieg ein Zweifel auf. Er wollte den Menſchen heute noch ein— mal ſcharf auf's Korn nehmen; aber der war ja ſo wild— fremd. Er wollte in des Forſtmeiſters Dienſte treten. Da hätte ſich ja früher oder ſpäter ſeine füge kund geben müſſen. Die Zweifel ſchwanden wieder, und heiterer als je, trat er aus ſeinem Schlafgemach in das Wohnzimmer, wo ſie alle ſtanden. Er war überraſcht. Alle beſtürmten ihn mit ihren Glückswünſchen und mit ihren Gaben. „Nun mußte er beſehen. Wie freute er ſich, wie dankte er ſo gerührt. Wie innig drückte er Arnold an ſein Herz. 5 „Kinder, ſagte er, es iſt heute ein Tag der Freden, wie ich ſelten einen erlebt. Gott, ich danke dir! „Du haſt mich ſehr lieb, mehr, als ich verdiene! du giebſt mir die Hoffnung, den Verlornen wiederzuſehen, den Vielbeklagten; du gabſt mir liebe, gute Kinder, alle ſind geſund; erhielteſt mir mein theures Weib.— Seine Stimme wankte. Alle ſtanden da mit gefalteten Händen und beteten mit ihm. i 8 „Die Mutter ſank weinend an ſein Herz. 30„„ 8 „Nach einer ſtummen Pauſe, ſagte der Vater: Ach, daß er jetzt bei uns wäre! „Er iſt da! rief Arnold und öffnete die Thüre. „Alle wandten ſich um— und aus dem Zimmer trat— Karl und flog an des Vaters Bruſt. „Einen Augenblick ſtand der Alte wie verſteinert, dann drückte er den ihn umſchlingenden ſanft von ſich, drehte ihn gegen das Licht— ſah ihm in's Angeſicht und riß ihn dann mit dem Ausrufe: Ja er iſts! an ſeine Bruſt. „Alle Andere ſtanden wie vom Donner gerührt. „Die Mutter ſah ihn ſtarr an, ohne ſich bewegen zu können. Roſa ſank in den Stuhl zurück— Malchen und die Knaben drängten ſich an ihn. „Jetzt ſank er in der Mutter Arme— dann eilte er zu ſeiner Roſa— zuletzt zu Malchen und den Brüdern. „Etſch! rief Fritz, wir haben ihn doch zuerſtgeſehen und hat uns den Kranz machen und tragen geholfen; aber ſo wie jetzt, ſah er nicht aus! 5 5 a „Nachdem die Ueberraſchung und der erſte Sturm der Freude vorüber war, zog ihn der Vater neben ſich nieder. „Sag' an Kind, wo kommſt Du heute ſchon her?— doch— er fuhr raſch herum zu Arnold, wo iſt der fremde Burſche, der uns vorbereitete?— „Hier! ſagte Arnold, auf Karl deutend. „Wie rief der Vater aus, Du warſt's ſelbſt? Wie blind waren wir! Und du Mutter und du Roſa, Ihr habt ihn nicht erkannt! Na, das muß ich ſagen; Aber mein Sohn, du ſahſt auch abſcheulich aus! Wer hätte das geahnet? „Ihr Schelmen!— Ach, Karl, als du heute früh Solo bließeſt, da ging mir der Ton durch die Seele. Ich kannte ihn. ö „Aber wie haſt du's ſelber ausgehalten? fragte die Mutter. „O Mutter, wie ſchwer wurde mir's! Und doch mußte ich, wenn ich nicht am Ende die Freude in Leid verwan⸗ deln wollte. „Roſa ſtand neben ihm. Die Augen voll heller Thrä— nen und doch ſo ſelig froh. „Aber du haſt da eine garſtige Schmarre Kind, ſagte der Vater. Wo erhielteſt du die? Doch halt! Ich will erſt einmal ſehen, ob dir die Narbe etwas geſchadet hat. „Er ſtand auf, nahm Roſa's Hand und legte ſie in die ſeines Sohnes. „Röschen, ſagte er, haſt du nichts dagegen, wenn ich deine Hand in die dieſes narbigen Soldaten für immer lege? Du kannſt ohne Sorge ſeyn, wenn er als Jäger nicht mehr beſtehen kann, ſo verdient er ſein Brod als Schauſpieler, denn dazu hat er, wie du geſehen haben wirſt, außerordent⸗ liche Anlagen. 5 5 „Das Mädchen erglühte und wurde bleich. Sie lehnte ſich an des Oheims Bruſt und lispelte leiſe! Lieber Oheim!— „Soll eigentlich heißen: lieber Karl; verbeſſerte der Forſtmeiſter, Halt ihn feſt, Kind, ſonſt lauft er dir noch einmal weg. Er legte die Glückliche an Karl's Bruſt, der ſie an ſein Herz preßte.. „Gott ſegne Euch! ſprachen die Eltern. „Damit aber die Hochzeit die Alten nicht durch eine baldige Wiederholung zu viel koſte, fuhr der Forſtmeiſter fort, ſo denke ich, wir feiern gleich zweie. Er trat zu Arnold und Malchen und ſagte lächelnd: „Wie ſtehts? Habt Ihr Euch immer noch lieb! Ja, ja! rief Arnold und Malchen ſenkte erröthend das Köpfchen. „Auch ihre Hände fügte er in einander mit ſeinem Segen. i „Dann zog er ſeine Frau an ſeine Bruſt. Mutter, ſagte er, ſieh doch, wie gluͤcklich die Kinder ſind. * Bekant 5 6600. keihfallig toöbach, ſchoͤnſten den 23. auf der! dc weiſ Ober 00 heſſſchen ge die och mußte verwan⸗ ler Thrä⸗ id, ſagte will erſt „und wir! ſagte die Mutter. f „Und gewiß waren ſie alle glücklich. „Aber unſern Kranz ſiehſt du gar nicht! ſchmolten die Kleinen. b „Da lobte ihn der Vater freudig und herzte ſie und auch ſie waren glücklich und zufrieden.“ 2- ** 31 Zuſammenſtellung“) Kirchenbuchs-Auszug vom November 1845. Ulrichſtein. Getraute: 23. Johann Philipp Hildebrand, des verſtorbenen Orts— bürgers und Müllers zu Stadeken im Canton Nieder— olm, Provinz Rheinheſſen, ſpäter zu Odernheim im Kreiſe Alzey, Philipp Hildebrand und ſeiner ebenfalls verſtorbenen Ehefrau, Anna Eliſabetha, einer Gebor— nen Dechant, Sohn, Ortsbürger zu Odernheim, Großh. zu Göbelnrod bei Grünberg und Mariane des hieſigen Bürgers und Gaſtwirths Hr. Georg Pfannſtiel und ſeiner Ehefrau Johannette, einer Tochter. Schulvicar Pfannſtiel, Gebornen Kühn von hier, Get aufte: 30. Dem hieſigen Bürger und Maurer Bernhard Kraft ein Sohn, Georg, geb. den 8. Nov. Beerdigte: Keine. des in den Jahren 1844 und Metzgern geſchlachteten Viehes: 1845 in Friedberg von den 1844. 1845. Ochſen: 350. 352. Kühe: 123. 123. Rinder: 29. 2 Stiere: 5. 3. Hämmel: 854. 833. * Schaafe: 194. 380. Ziegen: 25 9. Kälber: 947. 1219. Schweine: 2102. 2146. Die Erſcheinung, daß im Jahre 1844 272 Kälber weniger geſchlachtet wurden, als im Jahre 1845, läßt ſich leicht dadurch erklären, daß der durch Futtermangel im Jahre 1843 ſehr verringerte Rindviehſtand der Oeconomen im folgenden Jahre durch Aufſtellen von Kälbern wieder vollzählich gemacht werden mußte. Dr. Ritzel, Thierarzt und Fleiſchbeſchauer ) Wir wiederholen unſern ſchon früher geäußerten Wunſch, daß alle Fleiſchbeſchauer der Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen eine ähnliche Zuſammenſtellung auf dem Dienſtwege zur Veröffent⸗ lichung uns zukommen laſſen möchten. Die Redaktion. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N ι⏑ Wirthshaus⸗ Verſteigerung. (68) Das auf Johannistag dieſes Jahres leihfallig werdende Stadtwirthshaus zu Ober⸗ rosbach, welches an der Chauſſe und in der ſchönſten Lage der Stadt liegt, ſoll Montag den 23. Februar l. J., Vormittags 11 Übr, auf der Rathſtube in demſelben Haus öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden. Oberrosbach den 17. Januar 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Blech er. 8 Holz ⸗ Verkauf. 185) Nachſtebend bemerktes Gehölze im Kur⸗ heſſiſchen Staatswalde bei der Naumburg, als: 6 Stämme eichen Werkholz, 6 22 buchen 15 14¾ Klafter„ Scheitholz, 41 Schock Stammreiswellen, 8„ Zopfreiswellen, 3½ Klftr. Erdſtöcke, 45 Stück Rüſtreitel 1% Schock Baumpfähle und 19 Schock Bohnenſtangen ſoll Donnerſtag den 29. d. M., Mor- gens 10 Uhr, in der Behauſung des Gaſt⸗ wirths Mörſchel in Erbſtadt verſteigert werden. Windecken am 17. Januar 1846. Kurheſſiſche Renterei Hitzeroth. Verpachtun g. (870 Dienſtag den 3. gebruar I. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll Au bieten Rathhauſe das mitten im Ort an der Hauptſtraße zu Vilbel gelegene Wirthshaus zum Faß mit den dazu gehörenden geräumigen Stallungen und Scheuer auf 6, vom 1. April d. J. an, lau⸗ fende Jahre an den Meiſtbietenden unter den beim Verſtrich eröffnet werdenden Bedingungen in Pacht gegeben werden. Vilbel den 9. Januar 1846. Der Großh. Heſſ. Beigeordnete Hinkel. Verkauf. (91) Nachbenannte durch Geſchaͤfts⸗Nieder⸗ legung entbehrlich gewordene Objecte hat Unterzeichneter aus der Hand abzugeben: 1) einen ganz guten eichenen Bier⸗Gährtrog von 17 Fuß Länge, 21 Zoll Breite und 16 Zoll Tiefe im Lichten(Frankfurter Werkmaas), 2) eine ſchadenfreie Malzdoͤrre von ſtarkem Ciſenblech, 10 Zus Länge und 6½ Fuß Breite. Desgl. 3) eine ſehr ſtarke in gutem Stande befind— liche Aſpännige Drotſchke mit Halbverdeck, jedoch vierſitzig und 4) zwei dazu gehörende leichte Kummetgeſchirr mit Hinterhalt. Vilbel den 19. Januar 1846. Der Großh. Heſſ. Beigeordnete Hinkel. Edictalladung. (63) Gr. Hofgericht zu Gießen hat über das Vermögen des Eckhard Horſt II. zu Ober⸗ ohmen den Concurs erkannt, weßhalb alle, welche Anſpruͤche irgend einer Art an das um mehr als 3000 fl. überſchuldete Vermögen bilden wollen, ſeyen ſie dem Gericht bekannt oder unbekannt, hiermit aufgefordert werden, ſolche ſogewiß in dem auf Montag den 2. Maͤrz 1846, Vorm. 9 uhr, feſtgeſetzten Liguidationstermine dabier anzu— zeigen und zu begründen, als ſonſt ſie von der Concursmaſſe werden ausgeſchloſſen werden. Da ſodann in dieſem Termine auch die — Güte eifrig ſt verſucht, über Beſtellung eines Maſſepflegers und Ernennung eines Gläubi⸗ gerausſchuſſes Beſchlüſſe gefaßt werden ſollen, ſo baben diejenigen Liquldanten, welche in Selbſtperſon zu erſcheinen verhindert ſind, Ver⸗ treter zu ſenden, deren Vollmachten auch auf Vergleichsabſchluß mitgerichtet ſind. Grünberg den 27. Dezember 1843. Grßb. Heſſ. zum Landgericht daf. geh. Patrimonialgericht der Freſhrn. Riedeſel zu Ciſenbach Welcker. Edictal ladung. (40) Pachter Ludwig Alles und Ehefrau in Florſtadt entliehen am 8. Auguſt 1822 bei Frau Amtmann Kiehm dabier 600 fl. unter Verpfändung mehrerer Immobilien. Des Schuldners Erben behaupten, daß dieſes Kapi— tal längſt abgetragen, die Schuldurkunde aber verloren ſeye und haben deßhalb gebeten, ſolche nach öffentlicher Aufforderung etwa Berech⸗ tigter fuͤr erloſchen zu erklären. Etwaige An⸗ ſprüche aus jener Hypothek ſind daher ſo ge— wiß binnen 3 Monaten von heute an bier anzuzeigen, als ſonſt dieſelbe als nicht mehr beſtebend erachtet und der deßfallſige Eintrag in den Hypothekenbüchern geloͤſcht werden wird. Friedberg am 9. Januar 1846. Gr. Heſſ. Freſh. v. Löw. Landgericht Hofmann. Mühl-Verſteigerung. (100) Donnerſtag den 12. Febr. ſoll bei Niedergemünden bei Homberg an der Ohm die ſogenannte Roſelmühle ſammt den dazu gehörigen Oeconomie-Gebäuden des Kaſpar Fleiſchbauer, als 1) die Mühle mit 2 Mahlgängen und einem Schlaggang unterſchlichtig, 2) 17 Morgen 70 Klafter Ackerland, ſo wie 2 Morgen 285 Klafter Wieſen und 1 Mor— gen 94 Klafter Garten in der Behauſung des Kaspar Becker, Vor⸗ mittags 12 Uhr, einer freiwilligen öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden, wozu Steig⸗ liebhaber hiermit einladet Niedergemünden den 22. Jan. 1846. In Auftrag 5 Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bünding. Bekanntmachung, Holzverſteigerung im Wehrholz bei Oberros⸗ bach betr. (1010 Montag den 2. Februar d. J., Morgens 8 ½ Uhr beginnend, wird in dem bei Oberrosbach gelegenen Kiefern⸗ wäldchen, Wehrholz genannt, das nach⸗ bemerkte Kiefernholz: 5 47 Stecken Scheit⸗, 25 Stecken Prügel⸗, 27 Stecken Stock-, 987 Wellen Reiſer⸗, 2 Wagen voll Leſeholz, 39 Stammabſchnitte von 5½ bis 15½ Zoll Durchmeſſer und 1 Stange an die Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Zuerſt kommt das Brennholz und dann das Stamm- und Stangenholz zum Ausgebot. Oberros bach den 21. Januar 1846. Der Grßh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bing mann. Holz-Verſteigerung. (102) Donnerſtag den 29. und Freitag den 30. Januar l. J., jedesmal von Morgens 10 Uhr an, ſollen in dem Rockenberger und Oppershofer Markwalde, Wirtbſchaftstheil 1 bis VII, folgende Holzſortimente, als: 1 1665 Cbkfß. eichen Bau- und Werkholz, 2% Stecken buchen Scheitholz 1. Klſſ. 3) 240„ 1 5 2. Klſſ. eichen Scheitholz, 5) 30½%„ buchen Prügelholz, 60 6„ eichen Prügelholz, 7).2971% Wellen buchen Reisholz, 8) 200„ eichen 5 9) 4150 7 gemiſchtes„ öffentlich meiſtbietend unter den vor der Ver⸗ ſteigerung eröffnet werdenden Bedingungen verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt im Forſtgarten, wohin man die Steigliebhaber hoͤflichſt ein⸗ ladet. Wer geſonnen iſt, Bau- und Werkholz zu ſteigern, wird erſucht, am 1. Tage der Verſteigerung beizuwohnen. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend bittet man um gefällige Bekanntmachung. Oppershofen am 23. Januar 1846. Weil, Markgegenſchreiber. Verſteigerung. (103) Montag den 2. Februar l. J., Mor⸗ gens um 11 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe das Anfertigen eines Grabens in der Lang⸗ gaſſe, zunächſt an der Fauerbacher Grenze, 95 Klafter lang, öffentlich wenigſtnehmend verſteigert. Der Voranſchlag liegt bis zum Verſtei— gerungstermin in dem Geſchäftszimmer des Unterzeichneten zu Jedermanns Einſicht offen. Friedberg am 26. Januar 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. A u fer u f. (10) Johann Heinrich Albert, Sohn der verſtorbenen Cheleute Peter und Margarethe Albert aus Niederbeſſingen erhielt bereits 1802 landesherrliche Erlaubniß, in den Kö⸗ niglich Preußiſchen Kriegsdienſt zu treten, ſoll auch wirklich eingetreten, ſeit der Zeit „ 32. aber über Leben und Aufenthalt keinerlei Nachricht eingegangen ſein. Albert ſteht der⸗ malen im 60ſten Lebensjahre, ſein Vermögen iſt ſeither curatoriſch verwaltet worden und die Präſumtiverben, eine noch lebende Stief⸗ ſchweſter und die Kinder einer verſtorbenen anderen Stiefſchweſter, haben das Anſuchen geſtellt, daß ihnen ſolches gegen Caution über⸗ laſſen werde. Inſofern nicht binnen 3 Monaten von Heinrich Albert ſelbſt, oder andern Intereſſen⸗ ten, die nähere Anſprüche zu haben vermei⸗ nen, Einwand gegen die Gewährung erfolgt, wird dem Anſuchen gemäß verfügt und ver⸗ fahren werden.* Hungen, den 14. Januar 1846. l Grßh. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Frucht verkauf. (105) Donnerſtag den 12. Februar, Morgens 11 uhr, ſollen I. in loco Hungen von daſigem herrſchaftlichen Boden 8 Achtel Waizen, 75%„ Korn, . 5„ Goevſtes Freitag den 13. Februar, Morgens 11 Uhr, II. in Ioco Wölfersbeim 1) vom daſigen herrſchaftlichen Boden 150 Achtel Korn, 70„ Gerſte, 2) vom Boden zu Rodheim bei Friedberg 29 Achtel, 5 Meſten, 1 Geſch. Korn öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Hungen am 24. Januar 1846. * Der Rentamtmann Kießling. Edictalladung. (106) Forderungen jeder Art an das Ver⸗ mögen des concursfälligen Heinrich Richber von Oberſeibertenrod ſind bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſiodecret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe im Termin Donnerſtag, den 2. April d. J, Morgens 8 Uhr, anzumelden und richtig zu ſtellen und wird, unter dem Anfuͤgen, daß die Maſſe zur Deckung der Illaten Forderung der Frau des Cridars und der Forderungen der Hypotbekar⸗ Gläubiger nicht hinreicht, noch bemerkt, daß im Fall des Zuſtandekommens eines Ver⸗ gleichs die nicht perſönlich erſchienenen oder nicht durch zum Vergleichs-Abſchluß Ermäch⸗ tigte vertretenen Gläubiger als demſelben bei— getreten angeſehen werden. Ulrichſtein, am 20. Jan. 1846. Gr. Heſſ. Landgericht das. Zimmermann. Holz ⸗Verſteigerung. (107) Dienſtag den 17. Februar d. J. Morgens 11½ Uhr im Diſtrict Hohardt iter Theil anfangend und die darauf folgenden Tage, werden iu dem Brandoberndorfer Ge⸗ meindewald in folgenden Diſtricten: 1) Hohardt 1ter Theil. 2 Eichſtaͤmme von 43, 87 und 45 Cbfß: 14 Klftr. buchenes, 13¼„ eceeichenes Scheitholz, 5„ Prügelholz, 130 Stück buchene Wellen, 40„ eichene. 13% Klftr. Erdſtöcke und 9 4 Karrn Abraumholz. 2) Hohardt 2ter Theil. 2 eichene Stämme von 46 C.“, 4% Klftr. buchenes Scheitholz, 7%, eeichenes 0 30 Stück buchene Wellen, 35 Stück eichene Wellen, 8 Klftr. Erdſtöcke und 1 Karrn Abraumbolz. a 3) Hohardt Zter Theil. 4 Eichſtämme von 57, 191, 72½ u. 19 C'. 21 Klftr. buchenes Scheit⸗ Holz, * 3 Prügel 0 9½ eichenes Scheit 1 0„ Prügel 200 Stück buchene Wellen, 30 eichene 14% Klftr. Erdſtöcke, 6 Karrn Abraumholz und 1 buchene Achſe öffentlich verſteigert. Uſingen den 20. Jan. 1846. Hzol. Naſſ. Landoberſchultheißerey Schapper. Holz⸗Verſteigerung. (108) Montag den 2. Febr. d. J. ſoll das dem Gr. Fiskus durch Loos zugefallene Mark⸗ Landholz in der Rockenberger Mark, beſte⸗ hend in a 19 214% Stecken buchen Scheit⸗Holz 1. Cl. 2) 37% 5 0 Prügel ⸗„ 3) 1468/ Stück. Wellen 2. unter den bei der Verſteigerung bekannt ge, macht werdenden Bedingungen meiſtbietend verſteigert werden. Der Anfang iſt Morgens um 9 Ubr am Forſtgarten. Ich erſuche die Gr. Bürgermeiſter dieſes in ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Obbornhofen am 21 Jan. 1846. Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Münzenberg Marchand. A Privat ⸗ Bekanntmachungen. An ß ß is e. (109) Ein vor mehreren Jahren neu ge⸗ fertigter Maiſch⸗Deſtillir- Apparat, mit welchem in 10 Stunden 6- 800 Maas Maiſche abgetrieben werden können, ſteht mit allen dazu nöthigen Geräthſchaften in Gießen zu verkaufen und iſt das Näbere bei Herrn Kupferſchmidt Kieſch daſelbſt auf frankirte Briefe zu erfahren. Wohnungsveraͤnderung. Chr. Fr. Eich, Uhrmacher, (110) wohnt gegenwartig auf dem Markt⸗ platze bei Hrn. Sattlermeiſter Hofmann, zwiſchen den beiden Apotheken. ö Literariſche Anzeigen. Bei C. Bindernagel in Friedberg ſind ſo eben nachſtehende intereſſante Neuigkeiten angekommen und zu beigeſetzten Preiſen zu haben. Ronge, Johannes. Rede, gehalten am 23. Sept. 1845 in der Münſterkirche zu Ulm. Preis 6 kr. Uhlich's Vortrag bei der Verſammlung der proteſtant. Freunde in Breslau am 30. Juli 1845. Preis 9 kr. 8 5 5 Die Nachbarn. Geſpräche über die reli⸗ giöſen Verhältniſſe unſerer Zeit. Motto: Und ihr werdet dle Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen. Joh. 5 71 Offenbach a. M. 1846. Preis: 2 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. niß z gung zu Or Vormi nehmen 0 etre, 2 ten Wi dung e Ne Geme Kreis denten