1⁵ riedberg Butzbat ungen — — Intelligenz- Blatt für die Provinz Oberheſſe im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Mittwoch, den 24. Juni Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg i und Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: Die Fruchtpreiſe und den Fruchthandel, insbeſondre den 2 Eingangszoll vom Mehl. Mit Rückſicht auf die dermalen beſtehende außerordentliche Theuerung der Brodfrüchte iſt von dem Gr. Finauz⸗Miniſte⸗ rium genehmigt worden, daß von jetzt an bis zur bevorſtehenden Erndte der Eingangszoll von fremdländiſchem in das Groß— herzogthum eingehendem Mehle, welches etwa Gemein⸗ den zur Erleichterung und Unterſtützung ihrer bedürftigen Einwohner ankaufen werden, nachgelaſſen werden ſoll. Wir beauftragen Sie, dies unverzüglich zur Kenntniß der Ge⸗ meinderäthe zu bringen und wenn dieſelben von dieſer Be— günſtigung Gebrauch machen wollen, uns ſogleich über die desfalſigen Beſchlüſſe reſp. die Art und Weiſe, wie der An- kauf geſchehen ſoll, zur weiteren Verfügung ſpecielle Vor⸗ lage zu machen. Friedberg, Grünberg, Hungen den 21. Juni 1846. Küchler. Ouvrier. Follenius. Die Errichtung von Gemeinde⸗Compoſthaufen zur Ver— beſſerung der unbewäſſerbaren Gemeindewieſen. Die Gemeindewieſen ſind ein ſehr vernachläſſigter Theil des Gemeindegutes— wenige Gemeinden unſerer Provinz werden keine derſelben beſitzen, noch mehr wird es eine Ausnahme ſein, wenn dieſe Flächen einen ſo reichen Boden haben, daß jedes Jahr reiche Heuerndten ohne Wiedererſatz von ihnen genommen werden können.— Im vergangenen, dem Graswuchſe keineswegs ungünſtigen Jahre, wurde an vielen Orten der Grasertrag eines Mor— gens ſolcher Gemeindewieſen zu 1 bis 3 fl. verſteigert, während der Centner gutes Heu allgemein mit 48 kr, bezahlt wurde.— Man denke ſich, wie gering der Ertrag an gewöhn⸗ lich noch ſchlechtem, zur Fütterung verwerflichem Futter, und welch' bedeutende Summen mit jedem Jahre durch die ver— nachläſſigte Cultur dieſer Ländereien im großen Volkshaus halte verloren gehen. Die Urſache der geringen Erträge iſt höchſt einfach: ſeit undenklichen Zeiten iſt man nur gewöhnt, von dieſen Flachen zu erndten, nie aber hat man daran gedacht, dem Boden diejenigen Beſtandtheile deſſelben zurückzugeben, die ihm in den ſtets wiederkehrenden Erndten entzogen worden ſind. Der obere Boden iſt erſchöpft, und die Wur⸗ zeln der beſſeren Graspflanzen gehen nicht ſo tief, um aus dem unteren Theile der Krumme oder gar dem Untergrunde die zu ihrem Wachsthume unentbehrlichen Nahrungsſtoffe aufnehmen zu können. f Jedermann weiß, daß ſolche Wieſen auf eine Zeit⸗ lang wieder reiche Erndten zu gewähren im Stande ſind, wenn man ihren Raſen gleichmäßig abſchält, den Boden tüchtig bearbeitet, und alsdann den Raſen wieder auflegt und feſtſchlägt. Durch die größere Poroſität wird die Ver⸗ witterung begünſtigt, und die für die Wurzeln der Gras⸗ pflanzen unerreichbaren und ihnen nothwendigen Nahrungs— theile werden zu ihrer Dispoſition in die Höhe gebracht. Allein ſolche Manipulationen ſind mit groͤßeren Koſten und mancherlei Schwierigkeiten verknüpft— Urſachen ge— nug, um dieſen Verbeſſerungen keinen großen Eingang zu verſchaffen. Wo die Bewäſſerung möglich, iſt allerdings das nach— haltigſte Mittel zur Erzeugung reicher Erndten gegeben, ohne dafür andere düngende Beſtandtheile in Anſpruch zu nehmen, als die das Waſſer in ſich aufgelöſt enthält. Wo dieſelbe aber nicht möglich iſt, muß fuͤr eine andere Düngung Sorge getragen werden, die jedoch nur wenig koſten, und vor Allem nicht aus ſolchen Materialien beſte⸗ hen darf, welche anderen Ländereien gebühren, und denſel⸗ ben nicht entzogen werden dürfeu, ohue dieſelben um die darin enthaltenen mineraliſchen Beſtandtheile ärmer zu ma⸗ chen. Dieſe Düngung läßt ſich nun erreichen durch einen guten Compoſt, der für unbewäſſerbare Wieſen der nutz⸗ barſte Dünger iſt, einen Reichthum von füßem, geſundem Futter erzeugt, Mooſe und Flechten vertilgt, und dieſe Wie⸗ ſen nachhaltig verbeſſert.— Alle fleißigen Landwirthe ken⸗ nen die großen Wirkungen eines guten Kompoſts— die Anwendung eines folchen, der zweckmäßig zuſammengeſetzt und gehörig bearbeitet worden, würde die geſunkene Frucht⸗ barkeit ſo vieler tauſend Morgen von Gemeindewieſen wieder zu erhöhen im Stande ſein. Für die Reinlichkeit in den Dörfern iſt namentlich in der letzten Zeit ſehr viel geſchehen; Manches bleibt auch noch zu wünſchen uͤbrig, allein in den meiſten Fällen be⸗ gnügt man ſich damit, den Straßenkoth, welcher an den polizeilich beſtimmten, oder an den Tagen, wo der Verwal⸗ tungsbeamte in einem Dorfe erſcheint, zuſammengekehrt iſt, in der Eile in eine Vertiefung, oder, wie ich es geſehen, in den durchfließenden Bach zu ſchütten, oder, wie es am ewöhnlichſten iſt, ihn an den Wandungen der Häu⸗ ſer, wahre Erdhügel bildend, anzuſchlagen, von wo dann auch wohl Einzelne Dasjenige, was der Regen nicht wieder abſchwemmt, zuweilen auf ihre Wieſen führen. — Dieſer Straßenkoth, welcher bekantlich mancherlei dün⸗ gende Theile enthält, iſt es nun, welcher ein Hauptmate⸗ rial zur Errichtung von Gemeinde-Compoſthaufen abgeben kann, indem man ihm noch verſchiedene Zuſaätze giebt, welche ſowohl Maſſe wie Wirkung vermehren, und indem man ihn mit dieſen Zuſätzen von Zeit zu Zeit gehö⸗ rig vermiſcht und bearbeitet. f Es wird wenige Gemeinden geben, die nicht alte oder in ihren Vermögensverhältniſſen zurückgekommene Leute zu ernähren, oder zu unterſtuͤtzen haben, die leicht zur An⸗ ſammlung derjenigen Materialien verwendet werden können, welche die Hauptmaſſe abgeben und nicht gekauft werden müſſen.— Ueberall aber wird es arme Leute genug geben, denen man auf dieſe Weiſe einen Verdienſt zuweiſen kann, und ſelbſt, wenn der höhere Mehrertrag der Wieſen die auf den Kompoſt verwendeten Koſten nicht überſteigt, ſo ſollte die Erreichung letzteren Zweckes mit der zu erlangenden größeren Reinlichkeit, ſchon Anregung genug zur Errichtung ſolcher Gemeinde⸗Compoſthaufen ſein. Zu der Bereitung derſelben wählt man in der Nähe des Dorfes einen, oder, wenn daſſelbe ſehr ansgedehnt iſt, mehrere gelegene Plätze, auf welche der Straßenkoth und die übrigen Materialien hingebracht werden. Dieſe Plätze müſſen ſo groß ſein, daß man mehrere Haufen in eiuiger Entfernung von einander aufzuſetzen vermag, damit ſie ſpäter bequem umgeſetzt und umgeſtochen werden können, ohne einander im Wege zu liegen.— Sowie nun der Gyps z. B., oder irgend ein anderes Mineral oder Kno⸗ chenmehl u. dgl. ohne andere Beimengung angewendet, nicht allein unſere Cultur⸗Pflanzen zu ernähren vermag, ſo wird auch nur derjenige Compoſt ſehr wirkſam ſein kön⸗ nen, der aus allen möglichen düngenden Subſtanzen zuſam⸗ mengeſetzt iſt, welche zur Ernährung der Pflanzen dienen, und deren Anweſenheit im Boden nothwendig iſt, um ein ſtärkeres Wachsthum der Wieſenpflanzen möglich machen zu können. Man fügt alſo zu dem Straßenkoth die zuſammen⸗ gekratzten Haufen der Chauſſeen, beſonders derjenigen, die mit Baſalt oder Kalkſteinen beſchlagen werden, Haide⸗ und Raſenplaggen, die Erde von Rainen⸗ und Grabenrändern, Kalk oder Mergel, Bauſchutt ꝛc. und kauft nun, um ihn recht kräftig und wirkſam zu machen, für jeden Haufen etwas Aſche, Gyps, Knochenmehl, Viehſalz u. dgl.— Dann verwende man dazu die Abtritte der öffentlichen Gebäude, wie z. B. des Rathauſes, der Schulen u. ſ. w., ſtreue vor den Brunnen, um die Excremente der an denſelben getränkt werdenden Thiere zu ſammlen, und benutze mit Sorgfalt die vielen gegebenen Gelegenheiten, um als Dünger ſo Man⸗ ches nutzbar zu machen, was bisher unbeachtet geblieben war. Bei der Anlage der Haufen dürfen die verſchiedenen Materialien nicht wüſt und planlos hingeſchüttet werden, ſondern wenn letztere nach und nach auf dem Platze ange— ſammelt ſind, giebt man ihnen eine paſſende Form, indem man ſſe ſchichtenweiſe unter einander bringt.— Zu unterſt nimmt man, wo möglich, eine Schichte von Raſen oder Erde und nun abwechſelnd darauf die übrigen Materialien. — Nach Verlauf eines Vierteljahres wird der ganze Hau⸗ fen auf die Weiſe umgeſtochen und gearbeitet, daß Alles „ 194 moͤglichſt homogen gemiſcht unter einander kommt, und er in derſelben Form neben ſeinem früheren Platze aufgeſetzt wird. Je nach der verſchiedenen Zuſammenſetzung des Haufens kann dies Umſtechen im Laufe des Jahres, da er 9— 10 Monate liegen ſoll, noch ein oder mehrmal noth⸗ wendig werden. Alle Haufen müſſen ſtets in gehörig feuch⸗ tem Zuſtande erhalten werden, weshalb man ſie zuweilen begießen muß, und ſie auf ihrer Oberfläche etwas mulden⸗ förmig anlegt. Man wird zuweilen den Platz für die Compoſthaufen ſo wählen können, daß man die beim Regen⸗ wetter häufig abfließende Jauche in ihrer Nähe auffangen, und dieſelben damit begießen kann. Der fertige Compoſt wird dann im Herbſte und Winter auf die Wieſen gefah⸗ ren, recht gleichmäßig uͤber dieſe vertheilt, und nach einiger Zeit mittelſt einer mit Dornen durchflochtenen Egge, oder einer Ackerſchleife, die man hinten noch mit Reiſig behän⸗ gen kann, mehrmals überzogen und zuletzt noch angewalzt. s Im Frühjahre, ſo wie die Vegetation ſich zu regen beginnt, bricht das Gras durch, während Mooſe und Flech⸗ ten erſticken, und wenn es nicht zu ſehr an der Feuchtigkeit gebricht, die für die Aufnahme der düngenden Salze fuͤr alle Pflanzen unumgänglich nöthig iſt, ſo wird eine reiche Erndte für die Düngung lohnen, deren Wirkung je nach der Zuſammenſetzung des Compoſts, 4— 5 Jahre anhalten kann, während welcher Zeit die übrigen Wieſenflächen ſich der gleichen Verbeſſerung erfreuen können. Betrachtet man nun alle die Vortheile, die einer Ge⸗ meinde durch die Errichtung von Gemeinde-Compoſthaufen zu Theil, und die verſchiedenen Zwecke, die dadurch im Intereſſe ihrer Angehörigen erreicht werden, ſo findet man: 1) Beförderung der Reinlichkeit; s 5 2) Benutzung des düngenden Straßenkoths, der entweder W ging, oder nicht verdientermaßen gewürdigt urde; 8 3) Benutzung einer Menge von anderen Dungſtoffen, die gleichfalls entweder verloren gingen, oder deren Weg⸗ ſchaffung häufig noch Koſten verurſachte; 4 Erhöhung der Fruchtbarkeit unergiebigen Gemeindegu⸗ tes, wodurch das Gemeindeeinkommen erhöht und in vielen Fällen die Möglichkeit geboten wird, die immer⸗ während ſteigenden, drückenden Comunallaſten zu ver⸗ mindern; 5) Vermehrung des Futters, und Duͤngermaterials für den Acker; 6) Beſchäftigung und Verdienſt fuͤr ärmere Gemeindean⸗ gehörige; und N 7) Aufſtellung eines guten Beiſpiels in zweckmäßiger Anlage und Verwendung der Compoſthaufen. Dieſe von einer jeder Gemeinde leicht zu erringenden gro— ßen Vortheile, machen es höchſt wunſchenswerth, daß in recht vielen derſelben der baldige Anfang mit Errichtung derglei⸗ chen Compoſthaufen gemacht werde. Mögen die Gemein⸗ devorſtände einen eben ſo kräftigen Willen dabei zeigen, wie die Sache leicht in ihrer Ausführung iſt. 5 Gießen im März 1846. 0 C. Fries, landwirthſchaftl. Techniker und Secretär des landw. Vereins von Oberheſſen. A n fr Es wäre überflüſſig, wenn die Trefflichkeit der Spar⸗ und Leihkaſſen hier angerühmt werden ſollte. Die Kreiſe, innerhalb welcher dieſes Blatt geleſen wird, beſitzen ſolche Anſtalten. Bei allem Guten, das ſeither durch ſie geſtiftet worden iſt, wird jedoch Ein Mangel ſchwerlich überſehen worden ſein— ſie ſind zu wenig Ortskaſſen. Die den 155381 1455 K ler al freſwillgen b. J., Nö end dc. Hung N Vers (980) tags 10 1 Cron einer Kite und Veze 19 Die beil, 2 Dies ) Die! ferne. 9 Die! 5) Die 9 60„ 1 Hläne, del det u offen, be glaubwür bor dem haben. Laute ö (93 mittags der Gen Morgen, werden. Woh. pferd (0 0 beuadet anſtalt 14 ſchuſſe 5 9 linge Langsdo ſtadt un den erh arbeitenden Klaſſen angehörenden Perſonen haben manchmal einen kleinen Vorrath von Geld; es fehlt an Anregung, denſelben nach der Kreisſtadt zu tragen, oder es dünkt die⸗ ſes zu umſtändlich: genug, eine Zeit lang werden geringe Erſparniſſe im Kaſten aufgehoben, und in Einer Stunde ſind ſie für Tand und Spielereien ausgegeben. Manches neue Ehepaar fängt mit Nichts an, während es recht gut früher Etwas hätte erübrigen können; in ſeinem ganzen Haushalt wird niemals geſpart, weil das Sparen nicht bei Zeiten erlernt wurde, ohngeachtet eine Spar- und Leihkaſſe im Kreiſe geweſen iſt.— In Gambach, Kreiſes Hungen, Es iſt Ehrenſache geworden, ſich bei derſelben zu betheiligen, und Eine Waffe gegen den iſt eine Ort sſparkaſſe. „% 195. werden? Pauperismus iſt wenigſtens gezückt. Erfreulich würde es ſein, wenn in dieſem Blatt etwas Näheres uber dieſe An— ſtalt mitgetheilt würde.— Sollte es aber nicht geſchehen können, daß die Spar- und Leihkaſſen des Kreiſes ſich noch in Nebenkaſſen für jeden Landgerichtsbezirk und dieſe ſich in Ortskaſſen verzweigten? Sollte bei gemeinnützigem Mitwir⸗ ken der Ortsvorſtände die unvermeidlichen Verwaltungskoſten nicht unbedeutend werden? Sollte bei einer ſolchen Einrich⸗ tung nicht 10mal, 100mal, 1000mal mehr an kleinen Er⸗ ſparniſſen eingelegt werden, als bisher?— Könnte nicht auch zugleich dem Wucher hierbei kräftiger entgegengewirkt Männer, welche das Spar- und Leihkaſſen-Weſen kennen, übernehmen wohl gerne die Mühe der Beantwortung. . Ein Freund der Proletarier. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. N πνν Bekanntmachung. K. die Müble des Heinrich Konrich, üller an der Wetter bei Gambach ſoll nach freiwilligem Antrag Samſtags den 11. Juli d. J., Morgens 10 Uhr, zum zweiten und letztenmal öffentlich meiſtbietend in der Muͤhle ſelbſt zu Eigenthum verſteigert werden. Hungen den 16. Juni 1846. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Draudt. Verſteigerung von Bauarbeiten. (9300 Dienſtag den 7. Juli d. J., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen bei Gaſtwirth Dechardt in Stockhauſen nachſtehende zur Erbauung einer Kirche daſelbſt erforderlichen Arbeiten und Lieferungen öffentlich verſteigt werden: . 19 Die Maurer- und Steinhauerar⸗ 0 beit, veranſchlagt zu 11374 32 2) Die Zimmerarbeit, veranſchlagt zu 4814 27 3) Die Dachdeckerarbeit,„„ 1596— ferner 5 g 2) Die Herbeifuhr von 129 Kbklftr. Mauer⸗ ſteinen, 5) Die Lieferung von 38 Köklftr. Sand, 60„.„ 721 Bütten Kalk, 79 2.„11500 St. Backſteinen. Pläne, Voranſchlag und Bedingungen liegen bei der unterzeichneten Behörde zur Einſicht offen, bei welcher auswärtige Luſttragende glaubwürdige Zeugniſſe über ibre Qualification vor dem Termin der Verſteigerung einzureichen haben. 1 Lauterbach den 16. Juni 1846. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Lauterbach A. Lindt, D. Z. Vicar. Gras Verſteigerung⸗ (951) Freitag den 26. Juni 1846, Por- mittags 9 Uhr, ſoll an Ort und Stelle das der Gemeinde zuſtehende Heugras, circa 70 Morgen, parcellenweis meiſtbietend verſteigert werden. 5 Wohnbach am 18. Juni 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Herget. Pferde⸗Verſicher ung im Kreiſe Hungen. (982) Die Herren Bürgermeiſter werden benachrichtigt, daß die Pferdeverſicherungs⸗ anſtalt für den Kreis Hungen mit dem 1. Juli d. J. ins Leben tritt und daß von dem Aus⸗ ſchuſſe die Herren Bürgermeiſter Zimmer in Villingen, Bopp in Bellersbeim, Köhler in Langsdorf, Vogt in Lich, Tempel in Cber⸗ ſtart und Diehl in Münzenberg als diejeni⸗ gen Experten ernannt worden ſind, welche nach§. 34 der Statuten den Schätzern bei der Taxation der Pferde beigegeben werden müſſen. Diejenigen Herren Bürgermeiſter, welche mir den Beitritt von Pferdebeſitzern angezeigt haben, werden nun nächſter Tage von einem der obigen Herren Experten be— nachrichtigt werden, an welchem Tage die Aufnahme der zu verſichernden Pferde ſtatt finden ſoll. Hungen am 12. Juni 1846. Der Director der Viehverſicherungsanſtalt für den Kreis Hungen: Hunſinger. Holz⸗Verſteigerung. (953) Montag den 6. Juli d. J., Morgens 11 Uhr, und den darauf folgenden Tag, wer⸗ den in dem Brandoberndorfer Gemeindewald. 1) im Diſtrict Sankhardtsheck 3 Klafter eichen Scheitholz, „„ Prügelholz, 6 7 Erdſtöcke, 252 Stück Geruſthölzer und Leiterbaͤume, 17„ Deichſeln und ahnliche Raidel, 19 eichen Bauhoiz⸗ u. 25„ Werkpholzſtämme von 894½ Kfß. 17 a1 Werkholzſtamme von 133 Kfß. u. Ach 2 im Diſtriet Hohardtsberg 2% Klafter buchen Scheitbolz, 22„ Prugelholz, 6¼%„ eichen Scheitholz, 6„„ Prügelholz, %„ Lagerbolz, 9/%„ Erdſtöcke, 19 eichen Baubolzſtaͤmme und 8„ Werkbolzſtämme von 791 Kbfß. 1 buchen Werkholzſtamm von 31 Köofß. 1 hainbuchen ⸗ von 16 Köofß. 5 birken. von 28 ½ Kbfß. 136 Stück Gerüſthölzer und 15 Stck Deichſeln und ähnliche Raidel verſteigert. Uſingen den 15. Juni 1846. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerey S chapper. Bekanntmachung. (9500 Der hieſigen Stadt iſt von der hoͤch⸗ ſten Staatsbehörde gnädigſt geſtattet worden, jeden Freitag einen Frucht« und Victualien⸗ wochenmarkt abhalten zu dürfen, was man mit dem Anfügen hiermit zur öffentlichen Kenntniß bringt, daß der erſte Wochenmarkt Freitag den 26. Juni l. J. abgehalten werden ſoll. Die zuläſſigen Verkaufsgegenſtände ſind ins⸗ beſondere folgende: Waizen, Korn, Gerſte, Hafer, Erbſen, Linſen; Mehl, Cyer, Butter, Käſe; alle einheimiſchen Sämereien und Ge⸗ müſe, nämlich: Bohnen, Pflanzen, Sallat, Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln ꝛc.; Obſtbaum⸗ früchte, friſch und gedoͤrrt; Saamen und Lein⸗ kuchen; alle Sorten von Federvieh; Spanfer⸗ kel; Fiſche; Wildpret; auch Handarbeiten, welche die Leute im Winter fertigen, als Rechen, Beſen, Flachs, Garn, Leinwand u. Indem man zu zahlreichem Beſuche dieſes von allen Seiten ſo ſehr gewünſchten, für die Stadt und Umgegend ſo wohlthätigen, den Ein- und Verkauf oben erwähnter Gegen⸗ ſtände ſo ſehr erleichternden Wochenmarkts hiermit einladet, bemerkt man noch, daß die höheren Orts genehmigte Marktordnung bei Unterzeichnetem offen liegt, und daß von Sei⸗ ten der Stadt alles Mögliche aufgekoten wer⸗ den wird, um den Ein- und Verkauf zu er⸗ leichtern und die Frequenz des Marktes zu befördern. 5 Ich erſuche daher die Herrn Bürgermeiſter des Kreiſes Grünberg, vorſtebende Bekannt⸗ machung im Intereſſe ihrer Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß bringen zu laſſen. Homberg den 28. Mai 1846. Der Bürgermeiſter G. Repp. Frucht⸗Verſteigerung. (935) Freitag den 3. Juli, des Vormittags um 9 Uhr anfangend, werden auf dem Spei⸗ cher zu Odenhauſen bei Londorf 5 Malter Weizen, 3 Korn, 20 Gerſte und 35 Hafer meiſtbietend öffentlich in kleinen Partien ver. ſteigt werden. Rabenau bei Londorf am 20. Juni 1846. Der Rentmeiſter W. Engel. Oel Lieferung. (956 Die Oellieferung auf die Bergwerke zu Wolfersbeim und Weckesheim vom 1. Juli bis 31. Dezember d. J. ſoll an den Wenigſt⸗ nehmenden vergeben werden. Es können zu dieſem Zwecke bis zum 29. d. M. Mittags 12 Uhr verſchloſſene frankirte Forderungen mit der Aufſchrift„Oellieferung betr.“ einge⸗ reicht werden. Das Oel muß reines, abge⸗ lagertes Rüböl ſein und frei auf die Berg— werke angeliefert werden. Ueber die Quali⸗ tät der Lieferung bat das techniſche Berg⸗ werksperſonal zu erkennen. Die Zurückbrin⸗ gung der leeren Fäſſer übernimmt der Lie⸗ ferant. Hungen am 18. Juni 1846. Fürſtl. Rentamtmann Kießling. Heugras- Verſteigerung. (957) Das diesjäbrige hieſige Gemeinde Heugras von Circa 130 Morgen Wieſen, ſoll auf Donnerſtag als den 25. d. M. Vormit⸗ tags 10 Uhr in Parcellen auf Ort und Stelle einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden. Traishorloff am 6. Juni 1846. Der Gr. Heſſ. Grafl. Solmſ. Bürgermeiſter Mom berger. Grasverſteigerung zu Hochweiſel. (958) Samſtag den 27. d. M., Morgens 8 Ubr, wird die dießjährige Grasnutzung auf den Gemeindewaldwieſen, Saubecke, Hinter⸗ brunnen und Iſſel einer öffentlichen Verſtei⸗ gerung ausgeſetzt. Dann ſoll an demſelben Tage, Nachmittags 2 Uhr, das diesjährige Heugras auf den Ge⸗ meindewieſen, Brühl⸗ und Neuwieſen ge⸗ nannt, meiſtbietend verſteigt werden. Die erſtere Verſteigerung beginnt an Ort und Stelle, an der Sauhecke anfangend, die letztere auf dem bieſigen Gemeindehauſe⸗ Hochweiſel am 15. Juni 1846.. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Reuter. Verſteigerung von Bauarbeiten. (931) Zur öffentlichen Verakkordirung der bei dem Umbau hieſiger Nidderbrücke erfor⸗ derlichen fl. kr. Maurerarbeit, veranſchlagt zu 184 46 Zimmerarbeit, 1 7 1296 44 Steinhauerarbeit,„ 5 59— Schloſſerarbeit, 1 40— Weißbinderarbeit,„ 73 Lieferung von 80 Bütten Waſſerkalk und 33 von 3,0 Kubklftr. Mauerſand iſt Termin auf Donnerſtag den 25. d. M., Vormittags um 11 uhr, auf hieſiger Gemeinde⸗ ſtube anberaumt, und werden tüchtige, gewerbs⸗ berechtigte Meiſter hierzu eingeladen. Bü deshe im den 17. Juni 1846. Der Gemeindebaumeiſter Ruths. Der Grßh. Heſſ. Bürger meiſter He eb. Brod lieferung. (939) Die Lieferung des Brodes für die Garmiſon Friedberg pro Auguſt u. September d. J. wird auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben, und es ſind die desfallſigen Sou⸗ miſſtonen in das am Eingange des bieſigen Militär⸗Verwaltungdbüreaus befindliche Käſt⸗ chen einzulegen. Hierbei wird bemerkt: f 1. daß die eingegangenen Soumiſſionen hier⸗ über am 29. d. M., Vormittags um % 11 Uhr auf dem gedachten Büreau eröffnet werden, wobei die Soumitten⸗ ten oder deren Stellvertreter zugegen ſein können, bei den nicht erſcheinenden Soumit⸗ tenten angenommen wird, daß ſie von ihren Geboten nicht abgehen. „die Ratification vorbehalten bleibt und die betreffenden Accords-Bedingungen, welche mit Ausnahme der Brodquan⸗ titäten und deren Entſendung in die Exercierſtationen, denen für die Brod⸗ lieferung pro Juli d., J. gleich ſind, auf dem erwähnten Verwaltungsbü⸗ reau zur Einſicht offen liegen. Friedberg am 22. Juni 1846. N J. A. Gölz, Oberquartiermeiſter. Arbeits PVerſteigerung. (960) Montag den 29. l. M. um 10 Uhr ſoll dahier die Anfertigung einer neuen Mauer am Friedhof, fl. kr. vervoranſchl. zu 47 6 Desgleichen an der Brunnenkammer 17 10 an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Wölfersheim den 22. Juni 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Allwohn. Arbeits Verſteigerung. (961) Samſtag d. 27. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſollen nachſtehende Arbeiten und * „„ 196*. Material⸗Lieferungen zur Unterbaltung der Ortsſtraßen, ſowie auch wegen Einfriedigung des Friedhofs öffentlich an den Wenigſtneh⸗ menden veraccordirt werden: 1 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 92 fl. 24 kr. 2) Lieferung v. 45 Bütten Kalk, 5 veranſchl. zu 5 3) Planir⸗ und Pflaſterarbeit, okranſchl. zu 208 a 30 Steinfurth am 16. Inni 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Thönges. Verſtei gerung. (962) Montag d. 29. Juni, von Morgens 9 Uhr an, ſollen die in dem ehemaligen Ar⸗ chiv dabier befindlichen 95 Stück Brandkiſten, jede mit vier Schubladen, von tannen Holz, mit Oelfarbe angeſtrichen und mit Schloß und Griffen verſehen, ſtückweiſe meiſtbietend verkauft werden. Arnsburg am 18. Juni 1846. Der Gräfl. Solmſ. Rentamtmann Fabricius. O07—„ a νι Privat ⸗ Bekanntmachungen. Beachtenswerthe Anzeige. (830 Das unterzeichnete Commiſſions⸗ Bureau iſt in den Stand geſetzt, Allen, welche bis zum 31. Juli d. J. deßhalb in frankirten Briefen bei ihm anfragen(alſo ein gerin⸗ ges Porto nicht ſcheuen), ein ſehr vor⸗ theilhaftes und einzig in ſeiner Art daſtehendes Anerbieten unentgeldlich zu machen. Lübeck, im Juni 1846. Commiſſions⸗Bureau, Petri⸗Kirchhof Nr. 308. 1080 Gulden (909) liegen bis zum zweiten Aug in dem lutheriſchen Kirchenkaſten zu Hol Kreis Friedberg, zum Ausleihen bereit. S An ne n Ge (939) Meinen reſp. Geſchäfts⸗Freunden mache hiermit die Anzeige, daß ich nunmehr das von mir in meinem väterlichen Hauſe zu Fauerbach II. ſeit einer Reihe von Jahren betriebene Gerber Geſchäft auf hieſigem Platze etablirt habe, und empfehle mich ſowohl im Verkaufe von Leder, wie auch im Einkaufe roher Felle.. 5 Friedberg im Juni 1846. f Louis Simon, Weißgerbermeiſter, wohnhaft neben Herrn M. L. Goldmann. Zur Nachricht. (963) Heinrich Schäfer und Joſeph Engel in Friedberg verkaufen das Pfund Kühfleiſch für 9 Kreuzer. e Cin Logis (9611) im zweiten Stock hat zu vermiethen Friedberg. Fr. Ro daug. Ge ſ iu ch (965) Ein hieſiger Schloſſermeiſter ſucht einen Lehrling. Ausgeber d. Blattes ſagt wo. A n z e is gan (966) Ich empfehle mich im Kleidermachen meinem lh Publikum und bitte um ge⸗ neigten Zuſpruch. Liſette Marbach, ö wohnhaft bei Bierbrauer Schu dt in der Engelsgaſſe. Zur Nachricht. (967) Es beſtept dabier der Gebrauch, daß die Militärpflichtigen nach ihrer Rückkehr von der Ziehung mit einem Kleekorb an einer langen Stange herumziehen, um Eier, Speck ic. aufzuheben. Es haben ſich ſchon viele achtbare Bürger mißbilligend hierüber ausgeſprochen und dieſen wird es erwünſcht ſein zu vernehmen, daß ſich mehrere ihrer Mitbürger vereinigt haben, bei einer dieſes Jahr allenfalls wiederholt Statt findenden Bettelfahrt Nichts zu verab⸗ reichen, und ſie erſuchen Gleichgeſinnte ſich ihnen anzuſchließen. f Butzbach den 20. Juni 1846. Mehrere Bürger. An; e e. (968) Freitag den 26. Juni, Abends iſt Reſtauration und Har⸗ moniemuſik in meinem Garten, wozu höflichſt einladet NB. Der 1 5 Ci 17 5 l 0 Al e F (969) Ich erlaube mir hiermit einem ge⸗ ehrten Publikum ergebenſt anzuzeigen, daß ich vom Juni an in Vilbel, im Gaſthaus zum wilden Mann, wohne und empfehle mich demſelben zu zahlreichen Aufträgen in allen in mein Fach einſchlagenden Arbeiten. 1 „ Hefntich Spahr⸗ a n Dachdeckermeiſter aus Lich. Hochfreiherrlich von Rau'⸗ ſches 4 pr tges Anlehen, auf das Hofgut Heibertshauſen, d. d. 1. Juli 1842. (970) Aus Auftrag Sr. Hochfreiherr⸗ lichen Gnaden des Herrn Freiherrn Fr. W. G. A. v. Rau, Herrn zu Beienheim ꝛc. ꝛc., ſind nach⸗ verzeichnete ApCtige Partial⸗Obli⸗ gationen des rubricirten Anlehens: Lit. A. Nr. 1 12 à fl. 500 jede fl. 6000 Nr. 116 4 19 570 jede fi. 4000 Nr. 140 u fl. 200 fee fl. 8000 Nr. 170 à fl. 100 jede fl. 7000 1 5 fl. 28000 zur Rückzahlung auf den 31. Dezbr. A. C. beſtimmt, wovon das unterzeich⸗ nete Handlungshaus die reſpeetiven Intereſſenten mit dem Anfügen in Kenntniß ſetzt, daß von da ab, ſomit deren Verzinſung aufhört. Friedberg ei. d. W. im Juni 1846. Simon Lindheimer. Ein junger, kräftiger Burſche, (971) welcher mit guten Zeugniſſen verſeben, wird in eine hieſige Handlung als Hausknecht geſucht. Bei der Expedition d. Blattes das Nähere. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. erläßt Betreff Betreff