EF S 888 [Seis ie. 115 Intelligenz-Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſämmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: die Verpflegung der Ellſabetha Schnell von Odenhauſen. Sie haben die geiſtesſchwache Rubricatin, welche ſich am 10. d. M. heimlich von Odenhauſen entfernt hat, im Betretungsfalle an mich abliefern zu laſſen. Grünberg, am 11. April 1846. Ouvrier. Derſelbe an dieſelben. Betreffend: J. U. S. gegen Sebaſtlan Heinrich von Grebenhain f wegen Diebftahla. f Den nachſtehend ſignaliſirten Rubricaten haben Sie im Betretungsfalle arretiren und mir vorfuͤhren zu laſſen. Grünberg, am 5. April 1846. Ouvrier. Signalement. Alter: 28 Jahre. Größe: 69 Zoll. Haare: röthlich. Stirn: hoch. Augenbrauen: blond. Augen: grau. Naſe: länglich ſpitz. Mund: gewöhnlich. Bart: blond. Kinn: rund. Angeſicht: länglich. Geſichtsfarbe: geſund. Beſon⸗ dere Kennzeichen: Narbe am Zeigefinger der linken Hand. Derſelbe trug bei ſeiner Entweichung aus dem Ge— fängniß zu Altenſtadt einen Oberrock von grünem Tuch, Beinkleider von blau geſtreiftem Sommerzeug, eine ſchwarze Tuchweſte, ein ſchwarzes ſeidnes Halstuch, eine grüntuchene Schild⸗Kappe, ein Paar hohe Stiefel, oben umgeſchlagen. Oeffentliche Nachricht. Da die nächſten Samſtag beſtimmte General⸗Ver⸗ ſammlung des Mathildenſtifts eingetretener Hinderniſſe 1 0 nicht abgehalten werden kann, ſo iſt hierzu Termin au Samſtag den 9. Mai d. J. Morgens 10 Uhr anberaumt worden. Die Mitglieder des Vereins werden hierzu ergebenſt eingeladen. Friedberg am 15. April 1846. Der Gr. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg als Präſident des Mathildenſtifts Küchler. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtl. Gr. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Erlaſſung der Wieſenpolizeiordnungen. Die Ihnen bereits fruher zugefertigten Wieſenpolizei⸗ ordnungen haben Sie alsbald zu veroͤffentlichen, jedem Wieſen⸗Vorſtandsmitgliede, Feldſchuͤtzen und Wieſenwärter ein Examplar zu behändigen, und eins in der Buͤrgermeiſte⸗ rei⸗Regiſtratur aufzubewahren. Ueber den Vollzug werden Sie binnen 8 Tagen berichten. Die jährliche Bekanntmachung Art. 1. iſt im Publi⸗ kations⸗Verzeichniß aktenmäßig zu machen. Friedberg den 10. April 1846. Küchler. Mahnungen in Beziehung auf die dießjährige Kartoffelſaat. (Aus der Landwirthſchaftlichen Zeitſchrift Nr. 14.) Eine ungewöhnliche Krankheit hat in vielen Orten unſeres Großherzogthums die vorjährige Kartoffelernte be— troffen gehabt. Sie war im erſten Anfange um ſo bedenk⸗ licher, als dieſer in eine Zeit ftel, wo der Landwirth gegen die in Folge deſſen drohenden Verlegenheiten durch Nach⸗ pflanzung anderer Gewächſe ſich nicht wohl mehr ſchüͤtzen konnte. Beſondere Beſorgniſſe hatte ſie aber hervorgerufen in Beziehung auf die Fortpflanzung eines der heutigen Be⸗ voͤlkerung ſo unentbehrlich gewordenen Naturproductes wie der Kartoffel. Hat das Uebel ſich glücklicherweiſe in dem befuͤrchteten Maaße nicht verwirklicht, haben weiſe Einſchrän⸗ kungen, größere Wirthſchaftlichkeit im Haushalte ꝛc. dem dro⸗ henden Mangel ſo ziemlich begegnet; ſo können wir uns doch in Beziehung auf den andern Punkt: die Sicherheit der Fortpflanzungsfähigkeit der vorjährigen Kartoffel, um ſo weniger außer aller Gefahr halten, je weniger über äͤhn⸗ liche Fälle aus fruͤherer Zeit Erfahrungen zur Hand ſtehen, welche uns dießfallſigen Beſorgniſſen zu entheben geeignet wären. 1 Um wie viel dringendere Aufforderung daher zur eig⸗ nen größten Aufmerkſamkeit ſowohl, wie zur gegenſeitigen Ermunterung in Allem, was uuſerer neuen Kartoffelſaat irgend zum Frommen gereichen kann. Iſt es doch leider ohnehin nur zu wahr, daß im Allgemeinen gerade mit dem für die menſchliche Geſellſchaft beinahe unentbehrlichſten Producte des Bodens— der Kartoffel— am rückſichts⸗ loſeſten verfahren zu werden pflegt. Um ſchon an der Saat zu beginnen, d. h. ſchon hier zu ſparen, ſcheut man ſich nicht, die Kartoffel in aller erdenklichen Weiſe zu verſtuͤm⸗ pfen— bei Vielen iſt dieſes zum eigenen Studium gewor⸗ den.— Von Vielen werden ſie Jahr aus und Jahr ein immer in derſelben Weiſe gepflanzt, ohne Ab⸗ und Zugeben nach den jedesmaligen Umſtänden. Viele Kartoffeläcker des dorigen Jahres zeigten bei der Ernte das Anſehen der größ⸗ ten Verwilderung, einen Boden, mitunter ſo feſt wie Tenne. Wie leicht hätte man da und dort dem Uebel durch Auf⸗ lockern des Bodens, in welchem die Kartoffeln wie einge— kittet lagen, vorbeugen können! Dazu noch ihre Behandlung bei der Ernte, im Keller u. ſ. w. Wäre die Kartoffel aus Stein oder Eiſen, für⸗ wahr jene könnte manchmal nicht ſchonungsloſer ſein. Warum aber auch nicht jede Muͤhe bei einer Pflanze anwenden wollen, welche, wie beinahe keine andere, dafür ſo reichlich lohnt! War doch ihre aufmerkſamere Behandlung, in Folge der Nachtheile durch Mangel an Keimkraft, welche man vor einigen Jahren da und dort zu erdulden hatte, nicht ſo bald eingetreten, als jener Mangel ſchon wieder zu verſchwinden begann. Unſere Mahnungen beziehen ſich auf folgende Punkte: 1. Auswahl der Kartoffeln zur Saat. Höchſt räthlich erſcheint vor Allem die völlige Aus⸗ ſchließung aller und jeder anſcheinend nicht ganz geſunden Kartoffel. Iſt es ſchon ein allgemein gültiger Satz:„Wie die Saat, ſo die Ernte,, ſo muͤſſen wir uns zu jener Vorſicht um ſo mehr aufgefordert ſehen, als nach ſicheren Erfahrungen(wie in der Thierwelt, ſo auch im Pflanzenreiche) unter allgemein ungünſtigen Verhältniſſen . 18 aufgewachſene, ſelbſt anſcheinend geſunde Gewächſe fur fernere ungünſtige Einwirkungen vorzugsweiſe eine beſondere Em⸗ pfänglichkeit zu zeigen pflegen. Und mögen auch ſelbſt er⸗ krankte Kartoffeln aus vorjähriger Ernte ſich keimungsfählg gezeigt, ja ſelbſt ſchon neue Früchte hervorgebracht haben, wo haben wir die Garantie dafür, daß dieſe nicht den Keim neuen Verderbens in ſich tragen? Der geſuͤnderen Kartoffel giebt es dermalen ſo viele und der Preis der auserleſenen Waare à 1 fl. 45 kr. bis 2 fl. pr. Malter iſt ſo mäßig, ja dieſer ſcheint nach allen Anzeichen noch ſo herabzugehen, daß kein Abhaltungsgrund dazu vorliegt. Hat man ja dieſen Preis in Jahren ohne allen Mangel an Lebensmitteln, reſp. mit geringeren Prei⸗ ſen derſelben, zu bezahlen keine Anſtand genommen. Nie und nirgends wäre ſodann das Sparen an Saatgut, durch Ausſchneiden der Keime, Zer⸗ ſchneiden der Kartoffeln und andere Künſteleien, womit man ſo gerne bei der Hand iſt, weniger am Orte, als diesmal, bei einem Saatgute, deſſen völliger Geſundheit wir nicht gewiß ſind, in einer Zeit wie der jetzigen, die nun ſchon ſeit einer Reihe von Jahren in dem Charakter der Witterung die ſo wohlthätige nöthige Abwech⸗ ſelung ſo wenig zu zeigen pflegt, wo Näſſe oder Trocken⸗ heit, Kälte oder Wärme je immer nur zu lange anzuhalten pflegen, wo ſomit der dem Schooße der Erde anvertraute Keim der ihm von der Natur angewieſenen Hülle, als Schutz⸗ mittel gegen ſolche Unbilde, nur um ſo nöthiger bedarf. Darum unterlaſſe man auch das ſonſt weniger unſichere Auslegen größerer Stücke, zumal bei nicht ganz entſchieden geſunden Kartoffeln, als, nach allen Erfahrungen, die auf ungewöhnliche Näſſe oder Trockenheit zuerſt zuruͤckbleibenden Kartoffelſtöcke immer zu denjenigen gehören, wo Stücke ausgelegt wurden. Auch die Auswahl ganzer Kartoffeln verdient, in Be⸗ ziehung auf die Größe, eine ganz beſondere Beherzigung und ganz andere Rückſichten, als die, von denen man ge⸗ wöhnlich auszugehen pflegt. Um ebenfalls an der Saat zu ſparen, werden gar häufig kleine Kartoffeln verwendet. Durch ſichere Verſuche iſt es aber längſt erwieſen, daß auf gleicher Fläche, bei gleichem Gewichte oder Quantum kleiner Saatkartoffeln die Ernte von dieſen immer etwas geringer iſt, als von dem gleichen Gewichte und Quantum größerer Saatkartoffeln. Kleine Kartoffeln, als ohnehin häufig durch Nachwuchs entſtanden, vermeide man daher um ſo pflicht⸗ licher, je weniger ihre geringe Größe in der Art der Kar⸗ toffeln ſelbſt liegt. Kartoffeln mittlerer Größe unzer⸗ ſchnitten zu legen, bleibt darum nach allem dieſen gewiß immer das Beſte. Daß man, wie in dieſen Blättern ſchon mehrmals angeregt, die Saatkartoffeln auch noch zur Zeit des Steckens vor aller Gefährdung, wie z. B. Stehenlaſſen in Säcken ꝛc., ſorgfältig zu ſchüͤtzen habe, bedarf wohl kaum einer Erinne⸗ rung. Insbeſondere huͤte man ſich vor Verletzungen der bei der gelinden Witterung des verfloſſenen Winters zum Theil ſchon ſehr vorangeſchrittenen Keime; denn mit dieſem iſt das rere ſelbſt er, figsfdhig pt haben, icht den ſo viele b k. bis ach alen ggsgrund ren ohne den Prei, Sparen 1 Zer⸗ eleien, ger am völliger wie der in dem Abwech⸗ Trocken⸗ zuhalten vertraute s Schutz⸗ bebarf. unſſchere aſchieden „„die auf leibenden Stücke in Be⸗ erzigung man ge⸗ er Saat rwendet. daß auf einer ringer rößerer 3 durch pflicht⸗ er Kar- unzer⸗ dieſen ſrmals teckens ken u, Erinne⸗ der bei Theil iſt das * 119. der Kartoffel von der Natur auferlegte Geſchäft um ſo mehr als geſchloſſen zu betrachten, je ſchwächer ihre eignen Kräfte ind. 8 N Friſcher Dünger, wenigſtens der von Pferden und Schafen jetzt noch, möchte nicht zuträglich ſein, wenigſtens nicht auf unthätigem ſchweren oder gegentheils allzuhitzigem Boden. Mit Ausnahme des letzteren würden hier Aſche, Gyps, Salzabfälle ꝛc. gewiß zutraglicher ſein. 2. Behandlung der Kartoffeln beim Legen. Das freudige Wachsthum der Kartoffeln iſt von einem mäßigen Grade von Wärme und Feuchtigkeit des Bodens weſentlich bedingt. Tritt darin ein Uebermaaß ein, ſo leidet es alsbald. Wir müſſen daher auf Schutzmittel hiergegen ſehr bedacht ſein, und zwar ganz beſonders für die erſte Zeit der Vegetation, d. h. ſo lange die Kartoffeln noch nicht kräftig genug ſind, um Unbilden jener Art zu trotzen. Mit dem gewöhnlichen Felgen Hacken) und Häufeln kommt man häufig viel zu ſpät, denn bis dahin können die Kartoffeln ſchon ſehr Noth gelitten haben. Wer es mit zur Näſſe geneig⸗ tem Boden, undurchlaſſendem Untergrunde, ja ſelbſt nur mit kaltem Boden zu thun, hat jedenfalls ganz beſondere Vor⸗ ſicht anzuwenden. Einer der ſolideſten Wege iſt der, daß man auf Boden jener Art die Kartoffeln, ſtatt in den Acker, auf den Acker, nach vorher gezogenen Streifen, legt und ſie mit der zwiſchen dieſen liegenden Erde überdeckt. Da⸗ durch iſt ſchon vom erſten Anfange an der Feuchtigkeit Ge⸗ legenheit zum Abziehen gegeben. Der Boden erwärmt ſich in ſeinen oberen Schichten früher als in den unteren und die Vegetation nimmt daher einen raſcheren Fortgang.“ Selbſt auf Boden, welcher der Näſſe weniger ausge⸗ ſetzt iſt, namentlich aber beim Einſtufen der Kartoffeln, ver⸗ ſäume man nicht, dafür zu ſorgen, daß doch wenigſtens ſpäter regelmäßige Furchen gezogen werden können. Das vorige Jahr hat ganz deutlich gezeigt, wie unter gleich guter Beſchaffenheit und Bearbeitung von wenig durchlaſſendem Boden die mit der Hand in Verband gelegten Kartoffeln weit mehr von der Näſſe litten, als die eingepflügten, weil dort allerdings die Feuchtigkeit nicht ſo leicht abziehen konnte. Beim Einpflügen der Kartoffeln ſelbſt werden häufig noch zwei Fehler begangen, nämlich a) das Legen der Kartoffeln in den Winkel der vom Pfluge gezogenen Furche, und 8 b) das zu nahe Zuſammenbringen der Schnitte. Es kann nicht fehlen, daß der Boden in jenem Win⸗ kel durch den Druck des Pfluges, zumal bei Thonboden, häufig allzufeſt zuſammengepreßt wird, ſo daß die Feuchtig⸗ keit nicht gehörig abziehen kann. Die Kartoffeln, hierher gelegt, müſſen daher, wenigſtens in ohnehin zur Näſſe ge⸗ neigtem Boden, unausbleiblich Noth leiden. Beſſer iſt es gewiß, die Kartoffeln auf den umgelegten Schnitt zu legen, wobei ſie mehr in gelockerten durchlaſſenden Boden kommen. ) Die nähere Beſchreibung dieſes Verfahrens, vom Herausgeber der a„Zeitſchrift für die landwirthſchaftlichen Vereine des Großherzog⸗ thums Heſſen⸗, findet ſich in Nr. 29 derſelben vom vorigen Jahre. Was die zu engen Kartoffelreihen betrifft, ſo werden hierbei ſchon durch den Tritt des Viehes gar manche Kar⸗ toffeln beſchädigt. Enggepflanzt erleiden ſie aber auch noch viele Nachtheile beim Felgen und Häufeln, weil manche der Kartoffelkeime(Wurzeln) um ſo eher in die Furchenlinie ſich verkriegen, je enger die Furchen beiſammen ſind und je unregelmäßiger dabei das Legen der Kartoffeln überhaupt geſchah. 3. Pflege der Kartoffeln während der Vege⸗ tation. Mit beſonderer Rückſicht darauf, daß vtelleicht manche der in gegenwärtigem Frühjahre geſteckten Kartoffeln in Folge krankhafter Beſchaffenheit ausbleiben dürften, wollen wir hier einen Weg angeben, zur Ergänzung ſolcher Lücken, einen Weg, den man auch in andern Jahren zur Vorſicht für alle Falle immer einſchlagen ſollte. Er beſteht darin, daß man auf einem Gartenbeete, in ähnlicher Weiſe wie beim Kohibau ꝛc., ſich Kartoffelpflanzen erzieht.) Ohnge⸗ fähr vierzehn Tage vor dem gewöhnlichen Anfange des Kartoffelſteckens bereitet man dazu ein wohlgedüngtes ge— ſchütztes Gartenbeet ſorgfältig zu und legt in je 2 Fuß von einander entfernte Rinnen Kartoffel an Kartoffeln und uͤberdeckt ſie endlich mit Erde 2 Zoll hoch. Nach ungefähr 4—6 Wochen hat man eine große Menge handhoher Pflanzeu. Will man ſie weiter verpflanzen, ſo hebt man eine Mutterkartoffel nach der andern ſorgfaltig aus und löſet die Pflanzen von dieſer ab. Liefern dieſe Pflanzen auch keine ſo hohe Stöcke, wie die auf gewöhnliche Weiſe geſetzten Kartoffeln, ſo er— hält man davon doch immerhin gleichartig große und mittel— große Kartoffeln, jedenfalls aber bei nicht ſehr ungünſtiger Witterung und Vorbereitung des Bodens eine gute Mittel- ernte. Dieſes Verfahren empfiehlt ſich auch für Jahre von großem Mangel an Saatkartoffeln und iſt gewiß jedenfalls ſolider als das immerhin mit Riſiko verknüpfte Zerſchneiden der Kartoffeln oder Ausſcheiden ihrer Keime. Schließlich kann, unter Beziehung auf das oben ſchon Geſagte und unter Hinweiſung auf die Erſcheinung des letzten Jahres, nicht dringend genug empfohlen werden, der Lockerung des Bodes bis zur Zeit, wo die Kartoffel ihre letzte Bildung vollendet— dem Eintritte der kuͤhlen Nächte — um ſo größere Aufmerkſamkeit zu widmen, je mehr ſich der Boden durch Regen ſchließen und darum die Verdun— ſtung von Wärme, Feuchtigkeit ꝛc., erſchweren ſollte. Mag auch das Kartoffelkraut mitunter hindernd in den Weg treten, ſo läßt ſtch doch beim ernſten Willen, wenigſtens bei kleinem Beſitze, gar Vieles erreichen. Darmſtadt, den 30. März 1846. Großh. Heſſ. Centralbehörde der landwirthſchaft— lichen Vereine. ) Beſchrieben vom Herausgeber der„Zeitſchrift für die landwirth⸗ ſchaftlichen Vereine des Großherzogthums Heſſen/ in Nr. 18 des Jahrgangs 1841. Characteriſtiſche Kennzeichen der Bruſtſäuche. 15 Da die Anſteckbarkeit der ſeit einiger Zeit hier und in der Umgegend herrſchend gewordene Bruſtſäuche der Pferde nach den gemachten Beobachtungen ganz außer Zweifel ge⸗ ſtellt worden iſt, ſo findet man ſich veranlaßt, den dermalen auf den Geſtütsſtationen befindlichen Geſtütsknechten die characteriſtiſche Kennzeichen dieſer Krankheit bekannt zu machen, um ſich darnach bemeſſen zu können. 2. Schon einige Tage vor dem wirklichen Ausbruch der N Krankheit ſtellt ſich ein öfteres Huſten ein. Nach einigen Tagen vermindert ſich die Freßluſt, die Thiere verſagen den Hafer und Heu mehr oder weniger und begnügen ſich mit dem Genuß der Streu. Der Durſt iſt vermehrt. 3 Der Kranke tritt von der Krippe zurück und ſteht mit geſenktem Kopf, mit weit geſtellten Vorderbeinen, das Ath⸗ men iſt vermehrt mit Bewegung der Rippen und Flancken, ſowie mit ſtärkerer Bewegung der Naſenflügel, die innere Naſen⸗ und Maulhaäute findet man mehr geröthet und oft⸗ mals das Zahnfleiſch und die Augenbindehäute gelb. Der Miſt wird meiſtens ſeltener, in kleinen Ballen, dunkel ge⸗ * 120 Beobachten der nöͤthigen Reinlichkeit im Stall, die Fürſorge für geſunde reine Luft; in ſo fern es die Witterung er⸗ laubt, viel Bewegung in freier Luft, ohne die Thiere zu erhitzen, gehören zu den weſentlichen Erforderniſſen, die Pferde vor dieſer Krankheit zu ſchützen. Ferner iſt den noch geſunden Pferden einige Futter mit Waizenkleye in Verbin⸗ dung mit Hafer zu geben, wozu geſtoßene Wachholderbeeren und Kochſalz zu gleichen Theilen gegeben wird. b Darmſtadt den 18. März 1846. d 5 Britſch, Großh. Marſtalls ⸗Pferdearzt. Zur gefaͤlligen Beachtung. 0 Gleichwie in den drei letztverfloſſenen, beabſichtigt der Arbeitsverein auch in dieſem Jahre eine Verlooſung von weiblichen Handarbeiten zum Beſten der Kleinkinderbewahr⸗ anſtalt.— Die Unterzeichneten erſuchen deßhalb, aufgemun⸗ tert durch die Theilnahme, welche jene Verlooſungen fan⸗ den, alle Frauen und Jungfrauen Friedbergs, einestheils durch freiwillige Gaben, die zur Ausſpielung ſich eignen, und andernthells durch Abnehmen und Unterbringen von Looſen, dieſem Beginnen ihre Theilnahme ſchenken zu wol⸗ len.— Bei jeder der Unterzeichneten können Looſe in Em⸗ färbt, und der Urin ſpärlich und braun gefärbt entleert. Der Körper iſt ohne feſte Haltung und der Gang ſchwankend und hinfällig. 4 Bei den noch geſunden Thieren iſt die Aufmerkſamkeit macht werden. auf geſunde Nahrung, als Hafer, Heu ꝛc. zu richten, ſowie es an hinlänglichem Trinkwaſſer nicht fehlen darf. Das pfang genommen und etwaige Geſchenke abgegeben werden. — Der Tag der Ausſtellung der eingegangenen Gaben, ſowie der der Verlooſung wird noch beſonders bekannt ge⸗ — Friedberg, im April 1846. 8 Eliſe Wahl. Julie Sebaſtiani. Helene Groß. Sophie Fertſch. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. a Bekanntmachung. (493) Das Soolbad zu Nauheim in der Wetterau wird in dieſem Jahre am 15. Mai eröffnet werden. Der Badearzt Herr Doktor Bo de wird jede etwa gewünſchte Auskunft in ärztlicher Beziehung ertheilen. Logisbeſtellungen für das Kurhaus ſind zeitig an die Inſpection der Anſtalt zu richten. Nauheim den 1. April 1846. Kurfſtl. Heſſ. Salzamt Schäffer. Dunker. Schmincke. F. Schreiber. Wölfersheimer Markt. Jedes Streben muß ſich heben, Das dem Bürgerſtande gilt; Dafür müßte Jeder leben, Denn dies iſt der Staaten Schild. (880) Die Zeit zur Abhaltung des Wöl. fersheimer Frühlingsmarktes nähert ſich, denn der 20. April des Jahres iſt nicht mehr fern.— In Rückſicht hierauf will ich bemerken: 1) für die Kramer: daß die Stände am Markttage Morgens präcis 9 uhr auf meinem Bureau für 1846 neu verlooſt werden, 5 2) daß der Viehmarkt auf dem früheren Markt⸗ platz abgehalten wird. Gleichzeitig will ich wünſchen, daß die viel⸗ ſeitige Theilnahme an unſern Märkten ſowohl von Krämern und Viehbeſitzern, als Käufern ꝛc. ſich noch lebhafter wiederhole, damit der Wunſch meiner beſonderen Einladung zum erſten hie⸗ ſigen Markte als erfüllt betrachtet werden kann;— damit man ſagen könne: es habe ſich der Wölfersheimer Markt zum Vortheil der Wetterau recht erhoben. Um alle nfallſige Zweifel zu beſeitigen: ob es denn auch der Mühe Werth ſei, ſich auf einen neu angelegten Mark zu begeben, kann ich auszüglich aus meinem Marktbericht für 1845 bemerken, daß auf den vorjährigen Märkten die Krämer jeder Art durchſchnittlich ſehr wohl und andere gut zufrieden waren, und daß auf beiden Märkten 4 Stück Pferde, 14 Stück Kühe, 7 Stück Rinder und 431 Stück Schweine verkauft wurden. Wölfersheim den 6. April 1846. Der Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Bürgermeiſter Allwo hen. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn. Lieferung von Pflöcken. (83) Dienſtag den 21. April l. J., Vor⸗ mittags 11 uhr, ſoll auf dem Rathhauſe dahier die Lieferung von 400 Stück 30 Zoll langen und 1000 Stück 15 Zoll langen eichenen Pflö⸗ cken, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, an den Wenigſtnehmenden vergeben werden. Friedberg den 9. April 1846. Der Großh. Heſſ. Seetions⸗Ingenſeur der Section Friedberg Hochgeſand. 270 fl. (837) liegen in der Rodheimer Gemeinde⸗ kaſſe zum Ausleihen bereit. 5 g Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter f Jdc o bi. Oeffentliche Aufforderung. (4810 Der geweſene Graͤfl. von Ingelhei⸗ Homburg a. d. Höbe abgetreten. uͤber den Erwerb der Güter der Verkäufer miſche Rentmeiſter Ehehalt von Oberorlenbach hat im Jahr 1839 von Jobann Georg und Andreas Meſſer von Weiskirchen cirea 14 Mor⸗ gen 15% Ruthen in Obererlenbacher Gie⸗ markung gelegene Güter gekauft und dieſe Güter wieder an mehrere Einwohner von Obererlenbach verkauft und den Kaufſchilling mit 1598 fl. an Kallmann Löb Rothſchild von Sowohl als resp. Käufers ſind keine genügende Eigen⸗ thums⸗Urkunden beizubringen; es werden da⸗ her Alle, welche Anſprüche an dieſe Güter, deren Verzeichniß auf Verlangen dahbier zur Einſicht gegeben wird, bilden koͤnnen, aufge⸗ fordert, dieſes binnen 4 Wochen vom Tage des Erſcheinens dieſer Aufforderung angerech⸗ net, ſogewiß bei unterzeichneter Gerichtsſtelle zu begründen, als ſonſt die erwahnten Ver⸗ kaufe als rechtsgültig angeſehen und die An⸗ weiſung an den Ceſſionar des Kaufſchillings ertheilt werden wird. 1 Groskarben den 22. Marz 1846. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. 5 Jäger. Limpert. Edictal ladung. (817) Cigentbums, oder ſonſtige dingliche Anſprüche an die von den Erben der Hein⸗ rich Kaiſer's Cheleute von Köddingen veräu⸗ ßerten Immobilien, worüber Grundbuchs⸗Aus⸗ zug bei unterzeichnetem Gericht zur Einſicht offen liegt, ſind binnen vier Wochen von heute geltend zu machen, widrigenfalls die Kaufbriefe beſtätigt werden. a 4 Ulrichſtein am 3. April 1845. Großh. Heſſ. Landger icht daſ. Zimmermann. Edictal ladung. (88) Nachdem über den Nachlaß des Dre⸗ Arzt. ber Martin Lotz von hier der Concursproceß erkannt worden iſt, ſo werden alle, welche orderungen oder ſonſtige Anſorüche an den⸗ Raben zu machen haben, geladen, dieſelben Dienſtag den 19. Mai d. J., Morgens 8 Ubr, bei Vermeidung Ausſchluſſes von der Maſſe, dabier geltend zu machen. Bekannte Glau⸗ biger, die im Termin ausbleiben, werden ſo angeſeben, als ob ſie den Beſchlüſſen der Mehrheit, die erſcheinen, beitreten wollten, was namentlich auch bezüglich eines etwaigen Vergleichs gilt. 5 Laubach den 6. April 1846. i Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhard. Main⸗Weſer-Eiſenbahn. Lieferung von Pflöcken. (549) Freitag den 24. April d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll auf hieſigem Rathhauſe die Lieferung von 500 Stück 30“ langen und 950 Stück 25“ langen eichenen Pflocken an den Wenigſtnebmenden in Accord gegeben werden. Die Bedingungen werden bei der Verſteigerung bekannt gemacht. Vilbel am 14. April 1846. Der Gr. Heſſ. Sectionsingenieur der Section Vilbel Eickemeyer. Bekanntmachung. (850) Donnerſtag den 23. l. M., Morgens um 9 Uhr anfangend, ſollen in hieſtgem Rath⸗ bauſe die Begraſungen ſämmtlicher Allmeien in beiden Gemarkungen für 1846 öffentlich meiſtbietend verpachtet werden, als: 1) der Stadtſchreibereygraben in ſieben Ab⸗ theilungen, 2) der Mühlgraben, 3 der Seergraben in acht Theilen, 2 der große und kleine Wildkautsgraben, 5) der Weg nach dem Holzpfoͤrtchen und Nebengaſſen, 6) der Ringgraben, 7) der Weg an der Fauerbacher Grenze u. Barbaragaſſe, 8 der Alleeweg, der große und kleine Schüz⸗ zenrain, in ſechs Abtheilungen, 9) die alte und neue Bleiche, 10) die Langgaſſe und Nebengaſſe, 11 der Weg nach der Schlockergaſſe, 12) ein ungemeſſenes Stuck an Salzmaun's Garten, 13) die Begraſung der verſchiedenen Wegen in der Burg⸗Gemarkung, in 14 Abthei⸗ lungen benebſt dem Fahrweg zur Hälfte an Poſtbalter Helmolt's Wieſe im Ried, 14) die Begraſung des viereckigen Weihers, 15) der Bleichplatz daſelbſt, 16) die Begraſung der Feldwege in der Burg⸗ gemarkung, 17) desgl. an den Rainen der Chauſſee, 18) die Begraſung der Bleichplaͤtze an der Seewieſe und jenſeits der Uſa, am Grau⸗ bart'ſchen Garten, 19) 5 5 177 Taubenrains und der rummen Gaſſe bis an die Straßbach, i der Stadt⸗Gemarkung, 1 5 N 200 desgl. die Mittelhohle von der Ockſtädter Grenze bis an die Straßbach, 21) der Sautrieb, 22) der ſtumpfe Graben, von der Straßbach bis an Diebsweg, 28) der dicke Rain, bis an die Straßbach, 24) der Lachenweg, bis an die Wieſen, 25) der Schützenweg, 25) der Rain an der Chauſſee. 270 die Begraſung eines an d. Rentamtsdiener Heß ſchen Hofraithe liegenden Stücks. Friedberg am 14. April 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. * 121*. Arbeits Verſteigerung. 851) Mittwoch den 22. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden zu Hochweiſel die an den daſigen Gemeinde⸗Gebäuden auszuführen⸗ den Arbeiten, als: 1) Maurerarbeit veranſchl. zu 19 fl. 10 kr. 2) Steinhauerarbeit 12 20„ 3) Schreinerarbeit 58 40 4) Schloſſerarbeit 7* 30* 5) Umſetzen eines Backofens 40— 6) Spenglerarbeit 37— 7) Weiß binderarbeit 1 20„ wenigſtnehmend in Accord gegeben. Hochweiſel am 7. April 1846. g Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter R Rute x. Verſteigerung. (852) Bei der am 11. d. M. abgehaltenen Verſteigerung von 70— 80 Ctr. Eichen⸗Loh⸗ rinde erfolgte kein annehmbares Gebot; des⸗ halb wird eine anderweitige VPerſteigerung auf Montag den 27. d. M. Mittags 1 uhr in der Behauſung des Unterzeichneten an— beraumt. 5 Pohlgons, den 14. April 1846. N Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Schöpff. Frucht⸗Verſteigerung. (853) Donnerſtag den 23: April l. J., Morgens 10 Uhr, ſollen auf dem bieſigen Rathhauſe von den Herzoglichen Domanial⸗ früchten aus der Erndte 1845 58 Malter 7 Meſten Korn 11 2 3„ Weizen 41 Fin 1„ Gerſte und 70 1 1„ Hafer, ſaͤmmtlich alten Friedberger Maaßes, gegen gleich baare Zahlung öffentlich verſteigert werden. um den minder bemittelten Conſumenten Gelegenheit zu geben, ſich bei dieſer Verſtei⸗ gerung gleichfalls zu betheiligen, ſollen, höhe rer Verfügung zufolge, ſo lange ſich das Be— dürfniß dazu zeigt, die Früchte auch in Quan⸗ titäten des Maaßes, in welches ſich das Malter zunächſt unterabtheilt, ausgeboten werden. Reichelsheim den 11. April 1846. Herzogl. Naſſ. Amt v. Preuſchen. Bekanntmachung. 85) Samſtag den 25. April, Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem hieſigen Markwalde nachſtehende Holzſortimente, als: 1) 9/2 Stecken buchen Scheidholz, 21792** Prügelbolz, 3) 83% Stück„ Wellen, öffentlich meiſtbietend gegen gleich baare Zah⸗ lung verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt am Forſtgarten. Rockenberg am 9. April 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Streb. Verpachtung. (835) Das Gemeindewirthsbaus zu Felda nebſt der mit demſelben abgegeben werdendeu guten Wieſe, enthaltend 732 Klfr., ſoll auf weitere drei Jahre vom 24. Juni d. J. an⸗ fangend, am 6. Mai Morgens 9 uhr unter den auf dem Bürgermeiſterei⸗Büreau daſelbſt zu erfahrenden Bedingungen meiſtbietend in Pacht gegeben werden. Felda am 8. April 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürger meiſter Schüßler. Arbeits⸗Verſteigerung zu Fauer⸗ bach II. (5360) Montag den 20. d. M., Vormittags um 10 Uhr, ſollen die bei Herſtellung und Unterhaltung der Straßen in und außerhalb 1 Orts nöthige Arbeiten und Lieferungen, als: 19) Pflaſterarbeit, veranſchlagt zu 23 fl. 20 kr. 2) Anliefern von Pflaſterſteinen und Kieß zuſammen vervoranſchlagt zu 52 fl. 8 kr. 3) Die Unterhaltungsarbeiten an den Vici⸗ nalmegen vervoranſchlagt zu 54 fl. 48 kr. ) Anliefern und Zerſchlagen der Unterhal— tungsſteine vervoranſchlagt zu 205 fl. auf dem Gemeindehaus an die Wenigſtneh⸗ menden verſteigt werden. Fauerbach II. am 9. April 1846. Der Gr. Heſſ. Bürgermeiſter in deſſen Auftrag: Gatzert. Heu⸗Verſteigerung. (857) Donnerſtag den 23. d. M., Vormit⸗ tags 10 Ubr, ſollen auf dem hieſigen Großh. Hauptgeſtüte 400 Cntr. gutes Heu meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Neu⸗Ulrichſtein bei Homberg an der Ohm den 15. April 1846. Die Gr. Heſſ. Geſtütsverwaltung Diegel. Frucht Verſteigerung. (858) Von den auf hieſigem Amtsſpeicher lagernden Früchten werden Dienſtag, den 21. d. M., Nachmittags 2 Uhr, im Wirthshauſe zum Hirſchen dahier 70 Malter Weizen, 10⁰0„ Korn, 150„ Gerſte und 100„ Hafer 5 an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert. Ockſtadt, am 16. April 1846. Freiherrlich v. Frankenſtein'ſches Rentamt. Angerer. Bekanntmachung. 6659) Nach geſchebener Anzeige ſoll der Pfandſchein Nr. 14,255 verloren worden ſein. Es wird desbalb Derjenige, welcher denſelben beſitzt, aufgefordert, denſelben binnen einem Vierteljahr, von heute an gerechnet, an die Unterzeichneten abzugeben, oder ſeine allen— fallſige Anſprüche geltend zu machen, anſonſt das Unterpfand nach Ablauf dieſer Friſt an den Einleger gegen Dublicatſchein zurückgege⸗ ben werden wird. Friedberg am 15. April 1846. Für die Pfandhaus⸗ Verwaltung Faatz. Carl Klein. Privat ⸗ Bekanntmachungen. Tapetenmuſter (801) nach den neueſten Dessins und in reichhaltigſter Auswahl liegen vor und nimmt Beſtellungen unter Verſicherung reeller und billiger Bedienung an Friedberg Chr. Hecht. ich. (82) Ein Kreisrath aus hieſiger Provinz ſucht einen Kutſcher, der gut mit Pferden umzugehen weiß. Die Expedition d. Blattes ſagt wo? Bekanntmachung. (86) In Frankfurt am Main, in der Betten⸗ und Matratzen Fabrik von J. N. Gräffendeich, in der großen Sandgaſſe, Lit. K. Nro. 86, im Ulmerhof, ſind die beſten Sorten Nordländer lebendig gerupfte Bettfedern und Flaumen, in gereinigter, zum Einfüllen zubereiteter, ſchöͤner Waare, zu den billigſten Preiſen zu haben. A n n e e. (810) Ich Endesunterzeichneter beehre mich — „„———T—T—T—b—T—T———— — 0 ö biermit die ergebene Anzeige zu machen, daß ich auf hieſigem Platze, neben meinem bis⸗ herigen Frucht? und Mehlhandel, en gros, nunmehr auch Mehl in allen Sorten, Früchte jeder Gattung, welche Letztere ſich namentlich wegen beſonderer Qualität für die Ausſaat eignen, im Kleinen verkaufe. Stets werde ich mir's angelegen ſein laſſen, meinen geehrten Abnehmern ſowohl durch vor⸗ zügliche Quälitäten, als auch zu außerſt billi⸗ gen Preiſen zu entſprechen. Vilbel. Marcus Strauß. Koͤniglich Sardiniſches Staats-Anlehen von 3,600,000 Franken. (817) um 1. Mai 1846 findet die erſte Gewinn⸗Vertheilung dieſes Staats ⸗Anlehens öffentlich ſtatt, bei welcher 4000 Gewinne, als Fres. 80,000, 10,000, 2000, 3 500, 10 à 100, 10 à 78 und 3974 4 10 gezogen werden.. Die Original ⸗Obligationslooſe hierzu ſind bei unterzeichnetem Handlungshauſe für fl. 20 zu erhalten.— Plane gratis.— Nach der Ziehung wird die amtliche Ziehungs⸗ liſte der gezogenen 4000 Gewinne pünktlich eingeſandt. Moriz J. Stiebel, Banquier in Frankfurt am Main. Drei möblirte Zimmer (822 im zweiten Stock. noͤthigenfalls kann auch ein viertes gleicher Erde dazu abgegeben werden, iſt in der Mitte der Stadt täglich zu beziehen. Näheres bei Ausgeber dieſes. Zum Vermiethen. (860) Die mittlere Etage meines Hauſes, beſtehend in 2 vollſtändig möbelirten Zimmern, welche ſogleich bezogen werden können, dat zu vermiethen Philipp Hanſtein, Uſa⸗Gaſſe. Ein Logis (861) mit Möbel iſt auf der breiten Straße an eine einzelne Perſon zu vermiethen. Aus⸗ geber dieſes ſagt wo? g Deutſchen und Luzerner Kleeſaamen (362) verkauft* Vilbel. Mareus Strauß. Anzeige. (363) Indem der Unterzeichnete bekannt macht, daß der Unterricht in der zu Friedberg in's Leben tretenden höheren Töchter⸗ schule am 1. Mai beginnen wird, zeigt er zugleich an, daß Hr. Kreisrath Küchler und Hr. Director Curtman auf etwaige Anfra⸗ gen über die an die Aufnahme in jene Schule geknüpften Bedingungen ſehr gern nähere Aus⸗ kunft ertheilen. Friedberg, den 10. April 1846. Candidat Karſt. Anzeige. (5600 Ein gebildetes anſpruchloſes Frauen⸗ zimmer in mittleren Jahren, am liebſten die Wittwe eines Geiſtlichen oder ſon⸗ ſtigen Beamten, wird als Haushaͤlterin und Pflegemutter zu zwei kleinen Kindern geſucht. Von wem? ſagt die Expedition d. Bl. auf mündliche und portofreie ſchriftliche Anfragen. A n e gg e. 15635) Unterzeichneter macht ſeinen Freun⸗ den und Gönnern die ergebene Anzeige, daß er ſein Geſchäft bereits eröffnet hat und bit⸗ . Gott. W t „ 122„ tet unter der Zuſicherung moderner Bedienung nach dem neueſten Journal, um geneigten Zuſpruch. 0 8 f Auguſt Seibert, Herrn⸗ und Damenkleidermacher in Friedberg. Verſteigerung. (866) unterzeichnete ſind geſonnen, ihre ſo⸗ wohl noch zum Bewohnen, als Abbrechen ges eignete Hofraithe, beſtehend in einem Wohn⸗ haus, von 49“ Länge und 23“ Breite, einer Scheuer, in 2 Theile getbeilt und 64 lang u. 30“ breit, einem Stall 34, lang u. 18 breit, einem desgl., 30“ lang u. 10“ breit, ſämmtlich von Eichenholz gebaut, Montag den 18. Mai d. J., Vormittags 9 Uhr, in bezeichneter Hof⸗ raithe ſelbſt verſteigern zu laſſen. Indem wir Kaufliebhaber hierzu einladen, bemerken wir noch, daß wir das Ganze dis zum Verſteigerungstermin auch aus der Hand verkaufen. Oſſenheim. Gg. Walther's Ecben. Bekanntmachung. (867) Mittwoch den 30. April d. J. will der Unterzeichnete den ihm zugebörigen Hof Steinkaute bei Ranſtadt, zwiſchen Nidda und Ortenberg, in einer guten und angeneh⸗ men Gegend in der Wetterau gelegen, frei⸗ willig verſteigern; derſelbe beſteht in Wobn⸗ haus, Muͤble, Scheuer und Stallung, welche zu jedem Geſchaͤft mit wenigen Koſten einge⸗ richtet werden konnen; dabei befinden ſich 50 Morgen Ackerland und Wieſen von beßter Qualitat nebſt Schaͤferey⸗ Gerechtigkeit. Die Verkaufsobjecte können jeden Tag bei mir eingeſehen werden und bemerke ich noch, daß ein Theil des Kaufſchillings darauf ſtehen blei⸗ ben und der Hof gleich bezogen werden kann. Steinkauten den 9. April 1846. J. Zaminer. Theater in Butzbach. Sonntag den 19. April 1846 (868) wird unter der Direction des Eduar d Geyſer auf Verlangen zum Zweiten mal aufgeführt: Marie, die Regimentstochter. Komiſche Oper in 2 Acten, nach dem Fran⸗ zöſiſchen des Saint⸗Georges und Bayard, von Gollmick, Muſik von Donizetti. Beſtimmte Theatertage ſind Sonntag, Dienſtag und Freitag. Eduard Geyſer. — Nro. 9. des Wetterauer Sonntagsblattes (von 14 zu 14 Tagen erſcheint eine Nummer und koſtet das Semeſter hier 18 kr., durch die Bezirksboten 24 kr.) wird mit dem heu⸗ tigen Intelligenzblatte ausgegeben. Inhalt: Wir würden glücklich ſeyn, wenn wir ſtets dankbar wären gegen 0 Der Ausdruck über Gegen⸗ ſtände der Religion.— — Frankfurter Gold⸗Cours vom 19. April. fl.] kr. Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 49 Holländische 10 fl. Stücke 9455 ½ Rand⸗Ducaten 5 35 20 Frankſtücke 9 31 Engliſche Souverains 11155 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Quaſimodogeniti d. 19. Apr. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Hert Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Crößmann. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Pfarrvicar Baur. f Fruchtpreiſe⸗ 16. Apr. 7. Apr.] S. Apr. Frled⸗ Groß⸗ berg gerau b fl. kr. A. r. ft. h. Waizen pr. Malter] 13— 13 511 Korn„„ 1102010 591045 Gerſte„ e 713018 7 1 45 Hafer„„ f 440 54 51 445 Gattung. Polizei ⸗Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 19. bis 25. April 1846. 2 5 Fried⸗Butz⸗ Brod⸗Preiſe. berg. bach. S kr. pf.] kr. pf. 11 Leib⸗Roggenbrod 313 3 3 2 7. 7. 5 7 1 7 1 44„ 7 14 2141 5 Lth. Lth. — Milchbrod 13% 103 —Waſſerweck 13% — Gemiſchtes(Tafel-) Brod 14% 14% Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch abetrs 13 15 gemäſtete—— „ Kühfleiſch eee 8 19 3 c ce gemäſtetes 81—— 5 Rindfleiſch ungemäftetes 711 „ Kalbfleiſch 6— 6— „ Schweinenfleiſch 10 2100 3 „ Hammellleiſch 8— 82 „ Schaaffleiſch 5 6—1 6— „ Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „ Gemiſchte Wurft 10—— „ Bratwurſt 15— 15— „ Schwartenmagen 15— 15— „ Geräucherter Speck 20— 20— „Schinken. 15— 15— „ TODörrfleiſch 15— 15— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 20— unausgelaſſen 18— 18— „Nierenfett 20— 20— 5 Hammelsfett 151— 151— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg Küchler Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen 5 Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg NSA 2 77575