Intelligenz-Olatt für die Provinz Oherheſſen im All gemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich. Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſämmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Johannes Tröller von Ober⸗ ohmen wegen Diebſtahls. Rubricat, welcher unter polizeilicher Aufſicht ſteht, hat ſich heimlich und ohne Legitimationspapiere von Oberohmen entfernt. Sie werden denſelben im Betretungsfalle arretiren und wohlverwahrt an mich abliefern laſſen. Grünberg am 10. Auguſt 1846. In Beurlaubung Gr. Kreisraths: v. Rabenau. Signalement. Alter: 37 Jahre, Größe: 7 1“, Haare: braun, Stirn: hoch, Augenbrauen: braun, Augen: blau, Naſe: ge⸗ bogen, Mund: klein, Bart: ſtark und ſchwarz, Geſichtsfarbe: geſund, Statur ſtark. Derſelbe an dieſelben. Betreffend: In Unterſuchungsſachen gegen Louis Haberkorn von Rein⸗ hardshain und Conſorten wegen Wilderei und Widerſetzung. i obige Unterſuchung verwickelte, nachſtehend beſchriebene Philipp Luh von Geilshauſen hat ſich heimlich von da entfernt, und iſt ſein Aufenthaltsort nicht bekannt. Sie haben auf denſelben invigiliren und ihn im Betretungs⸗ falle verhaften und an mich abliefern zu laſſen. Grünberg am 11. Augnſt 1846. Ouvrier. Signalement. Alter: 35 Jahre, Größe: 77, Haare: dunkelblond, Stirn: gewöhnlich, Augenbrauen: dunkelblond, Augen: blau, Naſe: ordinär, Mund: ordinär, Kinn: länglich, Geſicht: oval, Geſichtsfarbe: geſund. — Sonnabend, den 15. Auguſt Derſelbe an dieſelben. Betreffend: Die Aufftellung der Viehſtands tabellen pro 1846. Sie haben nunmehr die Viehſtandstabellen für dieſes Jahr aufzuſtellen und binnen 14 Tagen unfehlbar an mich einzuſenden. Bei Berechnung des Kapitalwerthes ſind fol⸗ gende Durchſchnittspreiſe zu Grunde zu legen: 1 Pferd: 104 fl.— 1 Fohlen: 40 fl.— 1 Bullen: 58 fl. 1 Ochſe: 68 fl.— 1 Kuh: 42 fl.— 1 Rind: 24 fl. 1 Schaf: 5, fl.— 1 Schwein: 11 fl.— 1 Ziege: 3 fl. n Grünberg am 8. Auguſt 1846. In Beurlaubung Gr. Kreisraths: v. Rabenau. Jakob Wilhelm Braubach, Geometer I. Claſſe. J. W. Braubach wurde 1812 am 14. Junius zu Butzbach in einer hochgeachteten Bürgerfamilie geboren; ſein Vater zeichnete ſich ſtets durch ſeine weiſe Milde und ſein ſinniges Weſen, die Mutter durch Feſtigkeit, klaren Verſtand und Beſonnenheit aus. Biederſinn und ächte Frömmigkeit ſind von je her der ſchönſte Schmuck dieſes Elternpaares geweſen. Des Vaters und der Mutter Vor⸗ züge ſchienen in dem kleinen Wilhelm vereinigt, und früh ſchon erwachte in ihm der Entſchluß, die akademiſche Lauf⸗ bahn zu betreten. Von den Segenswünſchen ſeiner Eltern und ſeiner Lehrer begleitet, bezog er 1825 das Gymnaſium in Gießen, wo er im Hauſe ſeines Vetters, des nunmehrigen Realſchuldirectors Prof. Dr. Braubach wohnte. Als Gym⸗ naſiaſt zeichnete er ſich durch Ordnungsliebe, Fleiß und Regelmäßigkeit in ſeinen Fortſchritten aus; vor andern wiſſenſchaftlichen Fächern ſchienen Mathematik und Natur⸗ wiſſenſchaften, namentlich in ihrer Anwendung auf das Leben, ſeinen Geiſt zu feſſeln; doch zeigten einige poetiſche Verſuche und ſeine ſtyliſtiſchen Arbeiten, daß der großartige Geiſt, der in den Sprachen des Alterthums weht, auch ihn er⸗ griffen hatte. Im Herbſt 1830 wurde Braubach als Studioſus der Cameralwiſſenſchaften auf der Univerſität Gießen immatrieulirt. Fleißig beſuchte B. ſeine Vorleſungen, fleißig ſtudirte er zu Hauſe, und von Anfang ſeines Stku⸗ dentenlebens bis zu deſſen Schluß zeigte er ſich als denſel⸗ Mit Geſchicklichkeit wußte er auf dem Fecht ben Mann. boden die Klinge zu fuͤhren, und im Kampfe mit geſchärften laſſen, aber nie ſuchte er Händel, ſtets ſprach er gegen die Raufluſt auf den deutſchen Hochſchulen; mit Gewandtheit und Kraft ſchwang er ſich auf Barren und Reck, aber dem geübten Turner fiel es nie ein, unter ſeinen Genoſſen Die— jenigen zu verachten, welchen das Turnweſen fremd war; durch ſeine Heiterkeit und ſeinen muntern Geſang wußte er angenehm zu unterhalten, aber nie überſchritt ſtine muntere Laune die Grenzen der Sitte und Ordnung; manche Früchte ſeines Fleißes beurkunden ſein Talent als Zeichner, doch nie war ihm die Zeichenkunſt ein Mittel, um leicht— fertigem Spotte oder gemeinem Spaſſe zu dienen. Er dachte ernſtlich daran, ſich zu einem Examen in ſeinem Fach⸗ ſtudium vorzubereiten, aber nicht um einſeitige Bildung in Dem allein, was ihm Brod ſchaffen ſollte, galt es ihm; er ſtrebte nach jener Allſeitigkeit, wie ſie jeder junge Mann auf der Univerſität durch Umgang mit ſtrebſamen Männern von andern Fächern gewinnen ſollte. Der Studioſus Brau- bach wurde von Vielen geliebt und geachtet, mit der Uni⸗ verſitätspolizei bekam er nie Verdruß, das elterliche Haus war ihm theuer, wie in den Tagen ſeiner Kindheit, Vater und Mutter hatten um ſeinetwillen Kummer und ſchlafloſe Nächte noch nicht empfunden.. Das Jahr 1833 war in B's. Leben bedeutungsvoll. Er gehörte zum Studentenverein der ſ. g. Burſchenſchaft, einem Verein, der zur Ungebühr geprieſen und verläſtert worden iſt. Ohne Zweifel war aber demſelben ein kindlich⸗ reiner, ſtreng-ſittlicher, wiſſenſchaftlicher Sinn eigenthümlich, und daß ſeine Mitglieder den Fragen der Zeit eine größere Aufmerkſamkeit ſchenkten, als der Anwendung und Entwick⸗ lung des Bier- und Pauk⸗Comments, kann wohl nicht ge⸗ tadelt werden. Wer ſich in jene Zeit zu verſetzen weiß, wird ſich erinnern, daß man ganz offen auf Univerſitäten von einer bevorſtehenden Umgeſtaltung der bürgerlichen Ver hältniſſe ſprach und ſprechen durfte. Auf dem Wege der fortſchreitenden Bildung und der erſtarkenden Ueberzeugung ſollte dieſes Ziel erreicht werden, doch zeigte das Attentat in Frankfurt, daß manche Jünglinge auch die Macht der Waffen nicht verſchmähten, und ſeit dieſer Zeit war die Aufmerkſamkeit der Univerſitätsgerichte zwar auf alle Stu⸗ dentenvereine, namentlich auf den der Burſchenſchaft gerich— tet; ja Leute, welche als vollgültige Beurtheiler der ſtaat— lichen Verhältniſſe angeſehen wurden, ſprachen ſich dahin aus, daß die Mitglieder der Burſchenſchaft ſchwerlich auf eine Anſtellung im Staate rechnen dürften. Unter dieſen Umſtänden verließ Braubach mit Anfang des Sommer⸗ halbjahrs 1833 Gießen und arbeitete zu Hanau in der Werkſtätte eines Mechanikus. In politiſche Unterſuchung gezogen, wurde er in demſelben Sommer verhaftet und „ 256 i brachte einige Monate in dem Gefängniſſe zu Gießen Waffen hätte er gewiß den Gegner nicht ungezeichnet ge⸗ kn i en een in dem zu Friedberg zu, bis er im Frühjahr 1834 auf freien Fuß geſtellt wurde. Durch einen Ausflug nach der Schweiz im Frühjahr 1835 entging er einer zweiten Ver⸗ haftung. Er lebte in der Schweiz und in Frankreich als Mechanikus, und als 1839 der Landesvater nach Beendigung der politiſchen Unterſuchungen von dem ſchönen Vorrechte der Begnadigung Gebrauch gemacht hatte, ſchlug auch die heißerſehnte Stunde, welche Braubach in das Vaterhaus zurückführte, im Jahr 1841. Ja, die Regierung that ver⸗ ſöhnende Schritte, welche beweiſen, wie ſehr Braubach ſich ihres hohen Vertrauens zu erfreuen hatte. Nachdem das Reſultat des gerichtlichen Prozeſſes für B. günſtig ausge⸗ fallen war, wurde ihm auf ſein Nachſuchen geſtattet, das Geometerexamen zu beſtehen, und er auch als Geometer 1. Klaſſe für den Kreis Friedberg beſtätigt. Im Jahr 1846 wurde er zum Geometer der Eiſenbahnſtation Friedberg er—⸗ nannt, und freudig wirkte er mit gewohnter Thätigkeit in ſeinem neuen Beruf, bis ihn am 28. Juni der Unfall traf, in Fauerbach II. bei der Rückkehr von dem Kirſchenfeſte zu Oſſenheim aus der Chaiſe geſchleudert und ſtark am Kopf verletzt zu werden. Die nöthig gewordene Operation des Trepanirens ertrug Braubach mit Faſſung und Heiter— keit; die gute, durch keine Ausſchweifungen geſchwächte Natur, die ſtarke Energie des Geiſtes hielt ihn aufrecht, und wohl dieſer moraliſchen Kraft allein iſt es zuzuſchreiben, daß er bis zum 22. d. M. das Bewußtſein behielt und durch Scherz ſogar die Seinigen aufrecht erhalten konnte. Vielleicht war aber eine vollſtändige Geneſung nicht zu hoffen; denn von jenem Tag an verlor ſich die Klarheit des Bewußtſeins, und am 26. Juli, Morgens 9 Uhr trat der Tod ein.„ Seine Freunde, deren er im Staude der Gelehrten und Beamten, der Geſchäftsleute, Künſtler und Handwerker viele zählt, weihen ihm eine Thräne und ehren den Schmerz der Eltern über den Verluſt eines Sohnes, der ihnen ſchon öfter genommen und dann wieder geſchenkt, zuletzt aber gerade durch ein herbes Geſchick zu einer Zeit entriſſen wurde, in welcher die Ausſicht in die Zukunft ſich freundlich ge⸗ ſtaltet hatte. i Eben, nachdem wir dieſe Zeilen geſchrieben haben, vernehmen wir, daß ſich bei ſeinem Begräbniß in Friedberg eine außerordentliche Theilnahme gezeigt hat. Der 34jährige Mann, ſo reich an Erfahrung und Kenntniſſen, durch Lei⸗ den geprüft, milde und feſt zugleich, hatte an ſeinem neuen Wohnort Liebe und Achtung gefunden, und mit Denen, welche über ſeinem Grabe geſungen und geſprochen haben, ſagt auch Einſender Dieſes: Friede ſeiner Aſche! Geſchrieben am 27. Juli 1846. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Bekanntmachung. (1132) Kaſpar Dillemuth von Rommel⸗ haufen iſt ſeines liederlichen Lebenswandels wegen unter Curatel geſtellt und ihm Hein⸗ rich Füngſt von Rommelhauſen als Curator beigegeben worden. 5 Man bringt dieſes unter dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß alle ohne Mitwir⸗ kung des genannten Curators vorgenommenen Geſchäfte rechtlich keine Gültigkeit haben werden. Groskarben den 21. Juli 1846. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. Jäger. Limpert. Edietal ladung. (1185) Anſprüche an die Verlaſſenſchaft des Peter Löchel von Odenhauſen, ſind im Termine Donnerſtag den 17. September l. J., Vormittags 9 Uhr, 3 ſogewiß dahier anzumelden und zu begründen, widrigenfalls ſie bei der Ordnung dieſer Ver⸗ laſſenſchaft keine Berückſichtigung finden werden. Grünberg den 21. Juli 1846, Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Edictalla dung. (1150 Nachdem Grßb. Hofgericht dahier uͤber den ſehr verſchuldeten Nachlaß des zu Heldenbergen verſtorbenen Pfarrers Bertram das Concursverfahren angeordnet, und dem Unterzeichneten die Einleſtung deſſelben über⸗ tragen hat, ſind Anſprüche jeder Art, auch wenn ſie ſchon bekannt oder bereits angemel⸗ det ſein ſollten, ſammt etwaigen Vorzugs⸗ rechten in dem Freitag den 25. September d. J., Vormittags 8 Uhr, zu Heldenbergen abzubaltenden Termine anzumelden und zu begründen, widrigenfalls Ausſchluß von der Maſſe erfolgt. Gießen den 21. Juli 1846. 5 In Auftrag Gr. Heſſ. Hofgerichts: Völker, Hofgerichtsrath. Edietalladungen. (1130) Jobannes Nickel von Ils⸗ dorf entlieh lt. Eintrag im gerichtlichen Pfand⸗ buche für Ilsdorf am 14. Februar 1805 bei Peräquator Semmler 50 fl. zu 5% und verpfandete/ Flrbch. Wohnhaus u. Scheuer. liehen u. g Dow fordetun reſp. St gezeigt Auf des Jo Glaubig aufgefüh zu mach! piſſer zur Anze deset de e Cin folgen; Grü Abl Kraͤr 29 den de dieß halten offent Vil ſigkeit ip fall traf ſchenfeſtt am Kopf non des Heſter⸗ wachte aufrecht, chreideg, n zu Klarheit Uhr trat elehrten dwerker Schmerz len ſchon etzt aber u wurde, Vin rmin enfalls richts! ath. 2) Laut Eintragen im gerichtlichen Pfand⸗ . für Grünberg hat Jobannes Hof⸗ ann Ad. S. dahier erkauft. 5 am 20. April 1812 vom Gaſtwirth Hein⸗ rich Krämer dahier ag. u. Num. Flrbch. deu alt g %%%„½is Wobnbaus in den Höfen, Gaſt⸗ haus zum Schwanen, % 186%. 3. 4. Garten am Lehnheimer Weg, r 1400 fl. und nach Inhalt des Kaufbriefs zſten auf Hofraithe und Garten außer obiger aufſchillingsforderung noch 1400 fl. Kauf⸗ eld des Daniel Herrmann lt. Kaufbrief vom 7. Mai 1811: N 300 fl. Kapitalforderung der Job. Weigel'ſchen deicommißmaſſe lt. Nachhypothek vom 2. zuli 1811. J am 7. November 1816 von Job. Georg Hofmann dahier gag. u. Num. Flrbch. neu alt 20 3— 0 12 Acker auf der Leimenkaute fur 202 fl. 30 kr., worauf außerdem noch laſten ſollen 405 fl. Laufgeld der Oekonom Hofmanns Erben nach Taufbrief vom 24. April 1806; a ) am 16. September 1817 von der Ludwig Hartmänniſchen Concursmaſſe Hag. u. Num. Flroch. neu alt %s zs Scheune in den Höfen für 420ffl. 3) Laut Eintrags im Gerichts ⸗Pfandbuche Für Grünberg haben am 7. Oktober 1816 zoh. Konrad Feldmann, Bäcker dabier und zeſſen Frau bei Georg und Sebaſtian Hof— mann dahier 300 fl. zu 5% verzinslich ent⸗ ehen und verpfändet. Pag. u. Num. Flrbch. alt 3 735 45 1526 neu 1 15 45 n Sowohl die Kapital- als Kaufſchillings⸗ forderungen ſollen berichtigt ſein, Quittungen veſp. Schuldurkunden können jedoch nicht vor⸗ zezeigt werden. 5 Auf Anſtehen des Johannes Nickel und des Johannes Hofmann werden benannte Bläubiger oder wer ſonſt Anſprüche an die zufgeführten Schuldbeträge reſp. Pfandrechte zu machen gedenkt, aufgefordert, dieſe ſo ge— wiſſer binnen 6 Wochen bei hieſigem Gerichte zur Anzeige zu bringen, als ſonſt nach Ablauf dieſer Friſt die Löſchung ſämmtlicher benann— ter Einträge in den Hypothekenbüchern er⸗ folgen wird. Grünberg den 27. Juli 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt Welcker. Abhaltung des Vieh⸗ und Kraͤmer⸗Marktes zu Vilbel. (1201) Dienſtag den 18. und Mittwoch den 19. dieſes Monats wird zu Vilbel der dießjährige Vieh⸗ und Krämermarkt abge⸗ halten, was der Unterzeichnete hiermit zur öffentlichen Kenntmiß bringt. Vilbel den 5. Auguſt 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Breiter. Oeffentliche Bekanntmachung. (1205) In Gemäßbeit Auftrag's Großh. Hofgerichts der Provinz Oberheſſen ſollen die bei dem hieſigen Landgerichte als unbrauchbar ausgeſchiedenen älteren Acten, in 8½ Cent⸗ ner beſtehend, in kleineren Abtheilungen Mittwoch den 26. d. M., Morgens 11 Uhr, gegen gleich baare Zahlung an den Meiſtbie⸗ tenden auf hieſigem Landgerichte verſteigert werden. e 1 „% 257 Indem dieſes zur öffentlichen Kenntniß ge⸗ bracht wird, bemerkt man, daß gelegentlich dieſer Verſteigerung von Acten, circa 7 Ries ganz neues gedrucktes Deckelpapier, welches zu verſchiedenen Zweigen von Gerichts-Acten beſonders gebraucht werden kann, mitverkauft werden ſollen. Butzbach den 4. Auguſt 1846. Der Großh. Landgerichts-Actuar Dreſcher. Verpachtung. (1208) Das circa 300 Normal⸗Morgen haltende, dem Gr. Heſſ. Fiskus geböcige Gut in der Kaſchener Gemarkung mit dazu ge— böriger, Wohnhaus, Scheuer, Stallungen und Hausgarten enthaltenden Hofralthe, wird Freitag den 21. d. M., Mittags 12 Uhr, in dem Gemeindehaus zu Kaichen nochmals im Ganzen der öffentlichen Verpachtung auf 12 Jahre, von Anfang 1848 an, ausgeſetzt. Friedberg den 8. Auguſt 1846. Der Gr. Heſſ. Rentamtmann des Rentamts Friedberg, Domänenrath Bau ß. Edictalladung. (1180) ueber das Vermögen des Konrad Obiy zu Oppershofen iſt der Concurs erkannt worden. Es werden deßhalb Alle, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche an ihn haben, aufge— fordert, dieſelben im Termin Mittwoch den 16. September l. J., Morgens 9 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe dabier anzuzeigen, zu begründen und etwaige Vorzugsrechte geltend zu machen. Butzbach den 30. Juli 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Mosler. Dr. Irle. Edictalla dung. (1187) ueber das Vermögen des Heinrich Will von Köppern iſt der Concurs erkannt, und werden daher alle Diejenigen, welche Forderungen an denſelben zu haben vermeinen, aufgefordert, dieſelben im Termin Freitag den 11. September d. J., Vormittags 9 Uhr, bei Meidung des Ausſchluſſes von der vor— handenen Maſſe, dahier auzumelden und zu begründen. Der Präcluſiv- Beſcheid wird nur auf der Amtsſtube eröffnet. Homburg den 31. Juli 1846. Landgräflich Heſſ. Juſtiz-Amt Dr. v. Haupt. Oeffentliche Bekanntmachung. (1189) Die zum Nachlaß des zu Ober— erlenbach verlebten Generalagenten Jakob Leiß— ler gehörenden Immobilien, namentlich auch ein geräumiges Wohnhaus mit Stallung, Scheuer und Garten, ſollen nebſt dem dazu gehörigen Braunkohlenbergwerke, deſſen Be— trieb mit Erlaubniß der höchſten Staatsbe— hörde auf den neuen Erwerber übergehen kann, unter den im Verſteigerung termin zu eröff— nenden näheren Bedingungen Montag den 31. Auguſt l. J., Vormittags 10 Ubr, zu Obererlenbach öffentlich verſteigert werden. Indem man dieſes zur öffentlichen Kennt⸗ niß bringt, bemerkt man noch, daß das Wobn⸗ haus eine ſehr ſchöne Ausſicht darbietet und gleich dem Braunkohlenbergwerke 1 Stunde von Homburg v. d. Höhe und nicht viel wei⸗ ter von der im Bau begriffenen Main⸗Weſer⸗ Eiſenbahn gelegen iſt, auch die Güterſtücke meiſtens mit Obſtbäumen, welche zum Theil edle Sorten tragen, bepflanzt ſind. Der Curator des Nachlaſſes Müller Falken⸗ ſtein zu Obererlenbach iſt angewieſen, den Liebhabern die Beſitzung zur Einſichtsnahme zu zeigen. Groskarben den 51. Juli 1846. Großb. Heff. Landgericht daſ. Jager. Schmidt. Aufforderung. (1212) Das Vermöͤgen des abweſenden Jobann Wilhelm Häuſer von bier, geboren dahier 15. Zuni 1756, wurde bisher curatoriſch verwaltet. Daſſelbe beträgt nach der letzten Rechnung 165 fl. 57/% kr. Da Häußer das 90ſte Lebens- jahr zurückgelegt haben würde, ſein Aufent- balt aber wie ſeine Erben unbekannt ſind, ſo werden letztere aufgefordert, ſich binnen 3 Monaten anzumelden und ihre Erbanſprüche zu begründen, widrigenfalls mit dieſer Maſſe weiter was Rechtens verfügt werden wird. Friedberg am 23. Juli 1846. Großh. Heſſ. Landgericht Hofmann. Löw. Verſteigerung von Bauarbeiten. (1213) Donnerſtag den 20. d. M., des Vormittags um 10 Uhr, ſollen in dem Ge— meindehauſe zu Wohnbach, die zur Herſtellung des Schul- und Gemeindebauſes daſelbſt er forderlichen Reparaturarbeiten, veranſchlagt zu 1) Maurerarbeit 358 fl. S kr. 2) Zimmerarbeit 70„ 40 3) Dachdeckerarbeit 49 36„ 4) Schreinerarbeit 306„20„ 5) Schloſſerarbeit 208 25„ 6) Glaſerarbeit 43 37„ 7) Welßbinderarbeit 489 54„ unter den bei der Verſteigerung bekannt ge— macht werdenden Bedingungen öffentlich an den Wenigſtnebmenden verſteigert werden. Poranſchläge und Steigbedingungen liegen in meinem Geſchäftslocal zur Einſicht offen. Wohnbach den 7. Auguſt 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Herget. Bekanntmachung. (1214) Dienſtag den 18. und Mittwoch den 19. d. M, ſollen in den Domanialwald⸗ diſtricten Cichelſaͤchſer Auerberg und Sauberg folgende Holzſortimente verſteigert werden: J. Dienſtag den 18. im Eichelſächſer Auerberg: 15 5 Stecken eichen Scheitholz, 2121237 buchen„ 1. Klaſſe. 2 6 5 3 17 25 1 e eichen Prügeiholz, 1 buchen„ 1. Kl 6) 174 1 7 7 2. „ eichen Stockholz, EN buchen 1 9) 93„„ Reiſerbolz, II. Mittwoch den 19. im Sauberg: 19) 190% Stecken buchen Scheitholz, 1. Kl. 23 28„ 7 1 N N„ Prügelholz, 1.„ 43 6 5 15 1 3 5) 244%„„ Stockſholz, 6) 289 ½%„„ Reiſer. Die Verſteigerung beginnt an beiden Tagen Morgens präeis 9 Uhr; die Zuſammenkunft iſt den 18. bei dem Kanal auf dem Eichel⸗ ſächſer Weg, den 19. auf der Kohlplatte im Sauberg. Schotten am 10. Auguſt 1846. Der Großh. Heſſ. Revierförſter des Reviers Eichelſachſen Dr. Juſtus. Arbeits- Verſteigerung. (1215 Dienſtag den 18. Auguſt J. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen die Planirarbeiken in einzelnen Looſen, die Lieferung der Ma⸗ terſalſen zu den erforderlichen Dohlen, ſowie die hierbei vorkommende Maurerarbeit von dem zwiſchen Großkarben und Burggräfenrod neu zu erbauende Vicinalweg öffentlich und im Beiſein des Großh. Heſſ Kreisbaumeiſters des Baubezirks Friedberg an die Wenigſtneh⸗ menden verſteigert werden. 1) Planirarbeit veranſchlagt im fl. kr. Ganzen zu 2127 43 2) Lieferung der erforderlichen Mauerſteine u. Aufſetzerlohn 98 3) Sandlieferung 5 9 Kalklieferung. 30 5) Maurerarbeit 50 6) Die Lieferung von 112 lauf. Fuß Sandſteindeckplatten 162 Indem man dieſes zur öffentlichen Kennt⸗ niß bringt, bemerkt man noch, daß mit der Verſteigerung am Ludwigsbrunnen bei Groß⸗ karben der Anfang gemacht wird. N Burggräfenrod, Groß⸗ u. Kleinkarben den 10. Auguſt 1846. Die Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Moſcheroſch. Storck. 3Z5lʃͤI. Main- Weſer⸗Eiſenbahn. Section Butzbach. Verſteigerung von Bauarbeiten. (1216) Die zu Erbauung eines Durch laſſes in Abtheilung 61 der Gemarkung Kirch⸗ göns erforderlichen Arbeiten und Lieferun⸗ gen, als: die Maurerarbeit veranſchlagt zu 126 fl. 14 kr. „Steinhauerarbeit,„„ 145„ 8„ das Brechen, Fahren und Aufſetzen von 3 Cubikklafter Mauerſteinen für das Fundament, ſowie von 1,5 Cubikklaftern Mauerſandſteinen, endlich die Lieferung von 10 Bütten Kalk und 0,4 Cubikklafter Mauerſand, werden Dienſtag den 18. l. M., Vormittags 9 Uhr, im Gaſt⸗ hauſe zum Stern dahier öffentlich verſteigert. Butzbach den 8. Auguſt 1846. Der Groß b. Sections Ingenieur ey er. Main⸗Weſer⸗Eiſenbahn, Lieferung von Werkzeugen. (1217) Freitag den 21. d. M., des Vor⸗ mittags um 9 Uhr, ſoll in dem Gaſthaus zum Promnadehaus dahier die Lieferung von 200 Stück Schubkarren mit Rädern von Eiſenguß, ſowie von 100 Stück zweirädrigen Handkar⸗ ren an den Wenigſtnehmenden öffentlich ver⸗ ſteigert werden. Zeichnungen und Uebernahmsbedingungen, ſowie die Muſterkarren können vom 19. d. M. an auf dem Bureau des Unterzeichneten eingeſehen werden. 5 Gieſſen den 10. Auguſt 1846. Der Grßh. Heſſ. Sectionsingenieur der Section Gieſſen E. L ien det Bekanntmachung. (1218) Mittwoch den 26. d. M., Morgens 10 Ubr, ſoll die Anfertigung von 22 Stück gut gonſtruirten Waiſenhausbüchſen an den Wenigſtnehmenden auf dem Bureau des Un⸗ terzeichneten verſteigert werden, wozu Steig⸗ liebhaber eingeladen werden. Friedberg den 31. Juli 1846. Der Großb. Heſſ. Kreisrath Küchler. Tc ⏑ο⏑ t MN Privat ⸗ Bekanntmachungen. A f for (1209) Diejenigen, welche noch Zahlungen an mich zu leiſten haben, fordere ich hierdurch * 258 auf, ihre Zahlungen binnen 2 Monaten von heute an, an mich zu bezahlen, indem ich nach Verlauf dieſer Friſt aus den Dienſten det Handelsmanns Amſel Schiff trete. Obererlenbach den 5. Auguſt 1846. Heinemann Stiefel. Ein Junge (1195) kann die Schmiede ⸗Profeſſion er⸗ lernen bei Butz bach. A. Grauer, Schmied⸗Meiſter. Selſerbrunnen bei Okarben. (1219) Sonntag den 16. Auguſt findet an hieſigem Mineralbrunnen Harmonie- und Tanz⸗ muſik ſtatt, wozu die Freunde des geſelligen Vergnügens hiermit hoͤflich ſt eingeladen werden. a Havenecker. Einladung. (1220) Für das am 17. d. M. hier ſtatt⸗ findende landwirthſchaftliche Feſt iſt in mei⸗ nem Garten von Morgens 9 Uhr an Reſtau⸗ ration und Harmonie-Muſik anzutreffen, wo. zu ſch mit dem Bemerken höflichſt einlade, daß bis 2 Uhr blos kalte Speiſen ſervirt werden. Bei prompter und reeller Bedienung ſieht einem recht zahlreichen Beſuch entgegen J. M. Simon. Einladung. (1221) Zur Feier des hohen Namenstags Sr. Kömglichen Hoheit unſeres aller durchlauch⸗ tigſten Großherzogs, iſt am Tage des Haupt⸗ ſchießens den 24. d. M., Mittags 1 uhr, Table d'hôte mit Harmonie⸗Muſik, und Dien⸗ ſtag den 25. d. M., Abends von 5 Uhr an, gut be⸗ ſetzte Tanzmuſik auf dem Schießplaß, Schützen⸗ rain, anzutreffen, wozu höflichſt. ri tz. Tanz ⸗Muſik. (1222) Der unterzeichnete iſt geſonnen, Sonntag den 16. d. M. Tanz⸗Muſtk abzu⸗ halten, wozu er höflichſt einladet. Bönſtadt. g Gaſtgeber K. Wiegand. 25 0 fl. (1223) liegen zum Ausleihen bereit bei dem Schulvacanzrechner La un in Melbach. Wohnungs⸗ Veränderung. (1224) Ich beehre mich hiermit ergebenſt anzuzeigen, daß ich meine ſeitherige Wohnung bei Herrn L. Buchecker vor dem ehemaligen Mainzerthore verlaſſen und nunmehr in das ſeebenbaus meiner Schwiegereltern am Fauer. bacherthor gezogen bin. Gleichzeitig empfehle ich meine ſeit meinem Hierſein betriebene Metalldrückerei und be⸗ merke, daß ich mit allen in mein Fach ſchla⸗ genden Artikeln ſtets in größter Auswahl ver⸗— ſehen bin. Carl Frick, Spenglermeiſter. ———— Frankfurter Gold-Cours vom 14. Auguſt. fl. Jr Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 49 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 55 ¼ Rand⸗Ducaten 5 35 20 Frankſtücke 9 30 Engliſche Souverains 11157 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. N 10. Sonntag nach Trinitatis d. 16. Aug. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Pfarrpicar Baur. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. f Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Bingmann. Dienſtag Nachmittags von 3—4 Uhr hält Betſtunde: Herr Candidat Baiſt. Frucht preiſe⸗ F unis 13. Aug. 7. Aug. 4. Aug. Gattung. Frled⸗ Ip n. Groß⸗ berg Mainz 5 fsh. A.A. ir Waizen pr. Malter] 13 30 14 2513 30 1. 2 5 3013 15/12— 0 ii 874855 dar„„ 525 82 84 Polizei⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 16. bis 22. Auguſt 1846. 2 65 Fried⸗ ö Butz⸗ 8 Brod⸗Preiſe. berg. bach. kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 14 1 41 2 77 71 81 11 8 1 4 5 7 16 65 17 1 f h.“ eth. — Milchbrod ö 13% 137 —Waſſerweck 1 37% 25 —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 14 14 Fleiſch-Preiſe. pf. 72 1 Ochſenfleiſch 1 1— 12— 1 gemäſtete 2710 0 Kühfleiſch e 9 9 72 Nind gesch gemäſtetes 9— 9— „(Rindfleisch ungemäſtetes 8——— „ Kalbfleiſch 9 „ Schweinenfleiſch 12— 12— Hammelfleiſch e „ Schaaffleiſch 5 6— 5— „Wurſtvon blos Schweinen 14— 14 „ Gemiſchte Wurſt 110——— „ Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 21— 21 „Schinken 160— 16— „ Dörrfleiſch 16— 16— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 211— 20— unausgelaſſen 19— 18— „ Nierenfett 20— 20— „Hammelsfett 15— 15— Der Gr. Heſſ. 3 d. K. Friedberg J. d. A.: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. 1 Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Veranlwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. e * b an ſän Betreffel Ole andere 12 treiben de ben fahn einliefern G. 0 an Betref . bis zum boten ent Fr — ö Velen e noch gar freund, war vn über ihn Compli und de lichen 5