Intelligenz- Glatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Mittwoch, den 15. Juli Ein neues Halbjahr ⸗ Abonnement auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Jntelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. Juli. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei dem Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Abonnementspreis: das Viertelfahr 24 kr.— Juſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr.; die dritte und jede folgende F 0 welche bis zum Mittwoch Abend eintreffen, in das Samſtags⸗ Blatt. ufnahme der Juſeraten: alle bis zum Sonntag Abend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochs⸗Blatt, und alle, 1 Carl Bindernagel. Ueber den Einfluß des Branntweins auf den Wohl⸗ ſtand, die Geſundheit und Sittlichkeit des Volkes. (Schluß.) Doch gegen das Letzte ſpricht ſich auch Herr Weller mit Entſchiedenheit aus, Er meint den Gewohnheisſäufern müßte der Branntwein ſo vertheuert werden, daß ſie die Naſe davon zu laſſen genöthigt wären. In den Wirths⸗ häuſern ſoll der Verzapf mit enormer Steuer belegt wer⸗ den. Ganz gut, und ich hoffe auch Erhöhung der Zapfge⸗ bühr. Aber, wenn nun der Hausverbrauch weniger bela⸗ ſtet würde, was würde die Folge ſein. Gar Mancher, der jetzt kein Fäßchen im Keller hat, würde ein ſolches ſich ein⸗ legen und hierbei könnte man gewiß das Sprüchwort be⸗ wahrheitet finden: Gelegenheit macht Diebe. Soll durch Steuer geholfen werden, ſo muß auch der Hausverbrauch einer erhöhten Abgabe unterlie⸗ gen. Doch ich verweiſe auf meine Schrift Seite 150. Wenn nun Herr Weller die Frage wegen eines paſſenden Erſatzmittels für die Hauptſache erklärt, ſo muß ich ihm meine Uebereinſtimmung verſagen. Eine entbehr— liche, oder vielmehr ſchädliche Sache bedarf an und für ſich keines Stellvertreters. Nahrung giebt der Branntwein nicht und der Arbeiter würde beſſer daran ſein, wenn er für ſeine Branntweinkreuzer ein anderes Zu⸗ gebröd z. B. Käſe, Butter, Wurſt ſich anſchaffen wollte. Manche Familie könnte für das Schnapsgeld ein Schwein mäſten, oder ein gemäſtetes kaufen, oder auch ein friſches Stück Fleiſch ſich verſchaffen. Wäre das nicht ein zweck⸗ mäßiger Erſatz? Man entſage doch einmal dem Wahne als ob man bei der Arbeit etwas Spirituoſes genießen müſſe und laſſe die Tauſende und Millionen Beiſpiele aus den verſchiedenſten Ländern und Zeiten zur Belehrung und Warnung dienen. Selbſt der Säufer und Trunkenbold kann ſeine Gewohnheit ändern, wie die Vereine gegen den Branntwein durch redende Thatſachen beweiſen. Zittern und die ſonſtige Unbehaglichkeit vergeht bei zweckmäßiger Lebensweiſe, bei dem Genuſſe des friſchen Waſſers, oder, wenn man will, anderer Arzneimittel. Verlangt man außer dem geſunden Waſſer ein anderes Getränk, ſo bleibt für die gewöhnlichen Verhältniſſe ein geſundes nicht allzuſtarkes Bier das Beſte, und es freut mich daß Herr Weller mir in die Hände gearbeitet hat. Daß die Bierfabrikation die Brennereien bei der Landwirthſchaft ſo reichlich erſetzen, daß namentlich die Träber die Stelle der Schlempe vertre— ten würden, hätte ich doch nicht auszuſprechen gewagt, weil mir hierzu die nöthigen Kenntniſſe und Erfahrungen fehlen. Ebenſo wünſche ich mit ihm, daß das Brauen für den Landwirth moͤglichſt erleichtert werde. Hierbei geben aber viele Gemeinden bei uns einen Vortheil, der ander— wärts fehlet. Ich meine die öffentlichen Brauereien, durch welche auch die minder Bemittelten in den Stand geſetzt ſind, ſich Hausbier zu verſchaffen. Ich bitte daher im Namen des Volkes die Gemeinde- Vorſtände nicht aus anderen Gründen ſich verleiten zu laſſen, die Brauereien zu veräußern, vielmehr gegen möglichſt geringen Preis an Privatleute zu öffnen. Auch noch eine Bitte an die größeren Gutsbeſitzer wage ich öffentlich auszuſprechen, ſie mochten dem Beiſpiele vieler ihrer Collegen in anderen Ländern folgen und dem Geſinde weniger oder gar keinen Branntwein geben. Gar Mancher iſt durch längeren Aufenthalt auf den Höfen, wo ſchon zum erſten Imbiß das Branntweinglas gefüllet wurde, zum Trunke verleitet worden. Ich hatte noch Manches auf dem Herzen um die Vereine gegen das Brauntwein-Trinken zu empfehlen, allein ich fürchte ſchon zu weitläufig geworden zu ſein, und behalte mir ihre ſegensreiche Wirkungen zu ſchildern, auf eine paſſende Gelegenheit vor. Wer aber, wie Herr Weller wenig von denſelben erwartet, der leſe was in Norddentſchland und Schleſien von denſelben aus⸗ gerichtet worden iſt, vielleicht werden die Millionen Mit glieder, die Tauſende gebeſſerter Säufer ihn eines anderen belehren. Herrn Weller danke ich übrigens, daß auch er „ 218* über die Verwerflichkeit des Branntweingenuſſes ſich aus⸗ geſprochen und Vorſchläge zu deſſen Entfernung gemacht hat. Zuſatz. Es thut mir leid, daß ſich einige Perſo⸗ nen und vielleicht gerade Solche, an welche ich gar nicht gedacht habe, durch den erſten Theil dieſes Aufſatzes belei⸗ digt gefühlt haben. Ich wollte Niemanden beleidigen, ſon⸗ dern nur die Leiden der Menſchen, die Thränen von Weib und Kind zu vermindern mich bemühen. Möchten dies Alle beherzigen, und nicht Ort und Perſonen deuten, wo ich Solche verſchwiegen habe. Wer ſich aber ſagen muß, auch von ihm könnte man Aehnliches erzählen, der beſſere Sinn und Wandel und verſorge die Seinen wie es Chri⸗ ſten geziemt. Gott gebe ihm Kraft und Stärke hierzu! Oberros bach den 11. Juli 1846. K. Strack. Druckfehler. In Nr. 52 d. Bl., Seite 210, Spalte 1, Zeile 19 v. u. lies 4 bis 600,000, ſtatt 4,600,060.. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Mai 1846. Friedberg. Getraute: 3. Johann Jacob Uhrig, Gr. Heſſ. evang. Pfarrer zu Neu⸗ iſenburg, Kr. Offenbach; und Katharine Auguſte Louiſe Groß, des weiland hieſigen Bürgers und Kaufmann's Georg Groß nachgelaſſene ehelich ledige Tochter. 3. Chriſtian Caſimir Reuß, hieſiger Bürger und Oekonom, ein Wittwer; und Eliſabethe Pfeffer, des zu Grün⸗ berg verſtorbenen Bürgers und Hutmachers Johannes Pfeffer nachgelaſſene ehelich ledige Tochter. 10. Stephan Finzel, hieſiger Bürger und Baumwollen⸗ zeugweber, des weiland hieſigen Bürgers und Weber⸗ meiſters J. Jacob Finzel ehelich lediger Sohn; und Margarethe Eliſabethe Rück, des hieſigen penſ. Fahnen⸗ trägers Kaspar Rück ehelich ledige Tochter. 10. Cyriſtian Auguſt Marbach, hieſiger Bürger und Dach⸗ decker, des weiland hieſigen Bürgers und Dachdeckers Heinrich Marbach ehelich lediger Sohn; und Liſette Wilhelmine Löw, des Schuhmachers Michael Löw zu Alzey in Rheinheſſen ehelich ledige Tochter. Getaufte: 3. Dem hieſigen Bürger und Uhrmacher Chriſtian Frie⸗ drich Ludwig Anton Eich ein Sohn, Karl Friedrich Ludwig, geb. den 10. April. 3. Dem Gr. Bauaufſeher Johannes Kreß dahier ein Sohn, Philipp Karl, geb. den 25. April. 10. Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Andreas Graubert ein Sohn, Wilhelm, geb. den 2. Mai. 19. Dem hieſigen Bürger und Bäckermeiſter Karl Friedrich Graff ein Sohn, Philipp, geb. den 19. Mai. 31. 31. 31. 31. 10. 18. 30. 30. Dem hieſigen Buͤrger und Oekonomen Johannes Ober⸗ länder ein Sohn, Friedrich Karl, geb. den 10. Mai. Dem hieſigen Bürger und Schreinermeiſter Konrad h ein Sohn, Karl Konrad Kaspar, geb. den Mai Dem hieſigen Burger, Kuͤfer⸗ und Bierbrauermeiſter, wie auch Wirth Johann Friedrich Adam Rodaug eine Tochter, Maria Regina, geb. den 8. Mai. Dem hieſigen Bürger und Seilermeiſter Chriſtian Gottlieb Stadelmann eine Tochter, Katharine Philip⸗ pine, geb. den 7. Mai. 5 Dem hieſigen Bürger und Kammmachermeiſter Philipp Karl Kiefer eine Tochter, Eliſabethe Magdalene, geb. den 17. Mai. ö 6 Dem hieſigen Bürger und Kaminfegermeiſter Ferdinand 815 eine Tochter, Margarethe Helene, geb. den 14. Mai. 5. 9 5 Wer e Beerdigte: Maria Eva Burck, geb. Stoll, des hieſigen Bürgers und Malers Heinrich Burck Ehefrau, alt 21 Jahre, 1 Monat und 19 Tage, f den 30. April. Katharine Sophie Henriette Elbert, geb. Hennemann, des zu Hungen verſtorbenen Gr. Steuercommiſſärs Ernſt Elbert nachgelaſſene Wittwe, alt 65 Jahre, 10 Monate und 24 Tage, t den 30. April. Carl Friedrich Ludwig Keim, der Theologie Student, des weiland Gr. Majors Caspar Friedrich Wilhelm Keim nachgelaſſener ehelich lediger Sohn, alt 20 Jahre, 5 Monate und 6 Tage, 1 den 5. Mai. Anna Syyvilla Schimpf, geb. Thomas, des weiland hieſigen Bürgers und Fuhrmannes Johann Philipp Schimpf hinterlaſſene Wittwe, alt 63 Jahre, 4 Monate und 3 Tage, 7 den 8. Mai. 5 Chriſtian Georg Ferdinand Bitſcher, Gr. Hofgerichts⸗ advocat dahier, alt 56 Jahre, 6 Monate und 23 Tage, T den 16. Mai. . Ludwig Heinrich Ernſt Auguſt Schäffer, hieſiger Buͤr⸗ ger und Sattlermeiſter, alt 48 Jahre, 1 Monat und 14 Tage, t den 17. Mal. 5 Philipp Graff, des hieſigen Bürgers und Bäckermei⸗ ſters Karl Friedrich Graff eheliches Söhnchen, alt 6 Stunden, t den 19. Mai. 8 Charlotte Eliſabethe Trapp, geb. Franz, des hieſigen Großh. Hofgerichtsadvocaten Friedrich Ludwig Wil⸗ helm Trapp III. Ehefrau, alt 42 Jahre und 15 Tage, den 24. Mai.. Bartholomäus Kopp, hieſiger Burger und früher ge⸗ weſener Stadtſoldat, alt 74 Jahre, 11 Monate und 11 Tage, 1 den 25. Mai. g f Maria Eliſabethe Hedderich, des hieſigen Burgers und Metzgermeiſters Heinrich Hedderich eheliches Töchter— chen, 1 den 29. Mai. 4 5 Eliſabethe Simmrock, geb. Kräger, des hier ver⸗ ſtorbenen Bürgers und Oekonomen Jakob Simmrock nachgelaſſene Wittwe, alt 59 Jahre, t den 28. Mai. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. 3* rr Gläubiger Aufforderung, (10 ueber das hinterlaſſene Vermögen des zu Queckborn verſtorbenen Zimmer⸗ meiſters Jobannes Müller bat Gr. Hof⸗ gericht zu Gießen den Concurs erkannt, weß⸗ balh alle, welche Forderungen oder ſonſtige Anſprüche irgend einer Art an das um 1138 fl. 4 kr. überſchuldete, nur 380 fl. 29 kr. be⸗ tragende Vermögen zu bilden beabſichtigen, hiermit aufgefordert werden, ſolche bei Mei⸗ dung des ſonſt ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe. Donnerſtag den 27. Auguſt d. J., 4 Vormittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen. Auch ſoll alsdann die Gute verſucht und über die Wahl eines Maſſepflegers, Glau- bigerausſchuſſes u. ſ. w. verhandeſt werden. Alle nicht perſönlich erſcheinende Liquidanten werden in Bezug auf die angedeuteten Punkte als der Mehrzahl der Erſcheinenden beitretend angeſehen werden. 5 a Grunberg den 21. Juni 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. [Gerſtenſchroth„Lieferung für die Garniſon Butzbach. 1046) Da die Lieferung des Ger ſten⸗ ede der Garniſon Butzbach vom gegeben Büd irgers Jahre, mann, ars e, 10 Welt, ilbelm 1 20 eiland dilipp nate chid⸗ D V Bir⸗ a und ermei⸗ alt 6 eſigen Wil⸗ Tage, her ge⸗ te und und ſchter⸗ t ver⸗ mmtod 1 2⁰ — anten punkte itetend icht do ür 5“ er ſtell 0 don Monat Auguſt an bis Ende dieſes Jahrs s den 16. dieſes Monats, Vormit⸗ 841 40 f auf dem Wege der Soumiſſion in Accord gegeben werden ſoll, ſo wollen die zur Uebernahme dieſer Lieferung Luſttragenden ihre Soumiſſionen verſiegent und mit der Aufſchrift„ Gerſtenſchroth⸗ Lieferung bete. längſtens bis dahin in das am Eingange zum bieſigen Militär Verwaltungsbureau aufge- bängte Soumiſſionskäſtchen einlegen, indem leich nach Ablauf bemerkter Stunde ſämmt⸗ liche Soumiſſionen geöffnet werden ſollen. Die Lieferungsbedingungen, welche zugleich das Soumiſſionsverſabren enthalten, liegen von beute an zur Einſicht offen. Butzbach den 8. Juli 1846. e i f J. A. Cellarius, Oberquartiermeiſter. Wein ⸗Verſteigerung. (1030) Aus den Füͤrſtl. Weinkellern dahier ſollen i Dienſtag den 21. Juli d. J., Vormittags 10 Uhr, 5 in dem hieſigen S pioſſe nachbezeichnele Weine: circa 11 Obm Büdinger 1842er, 5 1 7. 5* 1836er, „ 18½%„ 7 1834er, 6 4 1.. 1822er, 999„ Nierſteiner 1811er, „ 7½„ Hochheimer 1798er öffentlich meiſtbietend verſteigert werden, wel⸗ ches mit dem Anfügen bekannt gemacht wird. daß Proben an den Fäſſern am Tage der Verſteigerung, von Morgens 8 Uhr an, und am Tage vorber, Nachmittags von 2 bie 6 Uhr, gegeben werden.. Büdingen den 30. Juni 1846. g Die Fürstlich Plenburgiſche Hoföconomie⸗Inſpection Brodrüch. Main ⸗Weſer⸗Eiſenbahn, Section Butzbach. (108) Die Lieferung von 200 Stück zweirädrigen Handkarren mit hölzernen Rädern und von 200 Stück Schiebkarren mit gußeiſernen Rädern wird Mittwoch den 22. laufenden Monats, Vormittags 10 Ubr, im Gaſthauſe zum Stern dahier öffentlich verſteigert. 7 Die Probeſtücke und die Verſteigerungsbe⸗ dingungen koͤnnen 8 Tage lang vorher auf meinem Bureau dahier eingeſehen werden. Butzbach den 7. Juli 1846. Der Großh. Sections-Ingenieur — Meyer. Edietal ladung. (1062) Bei Inventariſation des Nachlaſſes des Herz Karben zu Lich und ſeiner Che⸗ frau Jüdle, geborene Abraham, hat ſich eine Ueberſchuldung deſſelben ergeben, und iſt der: ſelbe von den Kindern unter Rechtswohlthat des Inventars angetreten worden. Alle Diejenigen, welche an dieſe Nachlaß maſſe einen Anſpruch haben, werden hiermit aufgefordert, denſelben Mittwoch den 26. Auguſt 1846, 5 Vormittags 9 Uhr, bei Gr. Landgericht anzumelden, die Güte zu verſuchen, namentlich ſich mit den Beneficial⸗ erben über den Zuſchlag der Hofraithe und Verwaltung der Maſſe, ſowie über Perthei⸗ lung derſelben zu verſtändigen. Die Ausblei⸗ benden haben zu gewärtigen, daß nach den Anträgen der Beneficialerben und der er⸗ ſcheinenden Gläubiger verfabren wird. Insbeſondere haben ſich auch Diejenigen in obigem Termin zu melden, welche an die zu dieſer Maſſe gehörigen Immobilien, über deren Erwerb urkunduch nichts vorliegt, einen An⸗ g ſprüch machen, namentlich Flurbuch fol. 25 Nr. 44a neu Flur 1 Nr. 353, ein zweiſtöckig Wohnhaus, Skallbau und Hofraum, widrigen⸗ falls den Käufern Kaufbrief daruber zu Hän⸗ den geſtellt wird. a Zugleich werden alle Diejenigen. welche an den nach ſeinen Aeltern geſtorbenen Sohn obiger Eheleute, Abraham Karben zu Lich, deſſen ganzer Nachlaß in ſeinem Erbantheil an dem Nachlaß ſeiner Aeltern beſteht, eine Forderung machen, auf denſelben Termin zur Angabe ihrer Forderungen und Theilnahme an erwähnten Verhandlungen mit demſelben Bedrohen vorgeladen. Lich den 29. Juni 1845. 5 Gr. Heſſ. Fürſtl. Solms'ſches Landgericht Dittmar. Edictalladung. (1063) Der verſtorbene Conrad Belzer zu Üiphe ſchoß der Gemeinde Ütphe unterm 25. April 1804 ein Kapital von 500 fl. vor und ſoll der hierüber ausgeſtellte Schuldſchein ver⸗ loren gegangen ſein. Es werden daher alle diejenigen, welche Rechte irgend einer Art dar⸗ aus ableiten zu können vermeinen, hiermit öffentlich aufgefordert, ſolche ſo gewiß binnen 60 Tagen a dato dahier geltend zu machen, als ſonſt ſie damit ausgeſchloſſen werden und die Schuldurkunde für nicht mehr gültig er⸗ klärt wird.. Laubach den 6. Juli 1846. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhardt. Edictal ladung. (1061 Im Freienſeener Gerichts und Srtshypothekenbuch ſtehen noch die zu der Bei⸗ lage zu Nr. 138 der Gr. Heſſ. Zeitung vom 19. Mai d. J. näher bezeichneten Hypothek einträge offen, obgleich es ſehr wahrſcheiglich gemacht iſt, daß die Capitatien abgetragen und die Verpfändungen alſo erloſchen ſind. Wer daher aus dieſen Verpfändungen, beziehungs⸗ weiſe den desfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, hat dieſelben ſo gewiß binnen ſechs Wochen von heute an dier geltend zu machen, als ſonſt jene Ein⸗ träge für erloſchen erklärt und im Hppotheken⸗ buche geſtrichen werden. Gleichzeitig werden alle Diejenigen, welche nicht ſchon früher von dem be⸗ ſtellten Commiſſär, Actuariatscan⸗ didaten Bauer, aufgefordert worden ſind, oder demſelben ihre Urkunden vorgelegt baben, gleichwohl eine noch rechtsgültige auf irgend ein Objekt, in der Gemarkung Freienſeen radi— cirte gerichtliche Pfandurkunde be⸗ ſitzen, hiermit vorgeladen, ſolche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in be— glaubigter Abſchrift dahier vorzulegen, als ſonſt etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypotbekenbuch nicht aufgenom⸗ men werden und ſie ſich die des fallſigen Nach⸗ theile ſelbſt zuzuſchreiben baben. Lau bach den 4. Juli 1846. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Brumhardt. Bekanntmachung. (1065) Konrad Rühl, Johs Sobn von Feldkrucken, iſt von Gr. Hofgerichte zu Gie⸗ ßen für einen Verſchwender erklärt und von dem unterzeichneten Gerichte unter Curatel des Heinrich Keil 1. von Feldkrücken geſtellt worden. Man bringt dies mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntniß, daß Konrad Rühl ohne Zuſtimmung ſeines Curators Rechtsge⸗ ſchaͤfte gültig nicht eingeben kann, und for⸗ dert zugleich alle Diejenigen, welche Forde— rungen an denſelben haben, auf, dieſelben ſo— gewiß den 13. Auguſt l. J., Morgens 8 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, widri⸗ genfalls ſie bei der Richtigſtellung des Inven⸗ kars nicht berückſichtigt werden. Ulrichſtein am 9. uli 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Brück. Oeffentliche Bekanntmachung. (1066) Dem Sobannes Birx von hier, wel⸗ cher im Jahre 1843 von Gr. Hofgerichte für einen Verſchwender erklärt worden war, iſt nunmehr die ſelbſtändige Verwaltung ſeines Vermögens wieder überlaſſen worden, was hiermit öffentlich bekannt gemacht wird. Ulrichſtein am 9. Juli 1846. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Brück. Arbeits-PVerſteigerung. (1067) Freitag den 17. Juli l. J., Mit⸗ tags 12 ÜUbr, ſoll dabier die Verbeſſerung des Eingangs in das Schullocal resp. Verlegung einer Treppe wenigſtnehmend in Accord ge⸗ geben werden. Die dabei vorkommenden Arbeiten ſind ver⸗ überſchlagt: l. 1) Maurerarbeit, auf 14 2) Zimmerarbeit,„ 85 3) Schloſſerarbeit,„ 3 4) Sandſteinplattenlieferng, auf 12 Die Herrn Bürgrrmeiſter des Kreiſes Fried⸗ berg werden um gefällige Veroffentlichung dienſtergebenſt erſucht. Obereſchbach den 11. Juli 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Himmelreich, Bekanntmachung. (1068) Die Räume in dem Herrſchaftl. Speicherbaue dahier, das Salzmagazin genannt, werden Montag den 20. d. M., Nachmittags 3 Uhr, in dem Antslocale des Unterzeichneten auf 1 Jahr. an den Meiſtbietenden vermiethet. Friedberg den 11. Juli 1846. Der Grßh. Heſſ. Domänenrath Bu ß. Bekanntmachung. (1069) Mittwoch den 22. Juli l. J. und die folgenden Tage, von Morgens 8 Uhr an, ſollen in der Wohnung des Georg Walther UI. Erben dahier, erbvertheilungshalber nach⸗ ſtehende Gegenſtände, als: zwei braune Wallachpferde, 4. Jahre alt, drei Kühe und drei Rinder, ſechs Schweine, worunter ein Faſelſchwein und zwei fett ſind, ein neuer und ein alter Wagen, eine einſpännige Chaiſe, ein Plug und Egge, Wagen- und ückergeſchirr, Ketten und ſon⸗ ſtiges Eiſenwerk, Zinn und Kupfer, Kleider⸗ ſchränke und Kommoden, Tiſche, Stühle, Bettwerk, Weißzeug und Kleidungsſtücke, mehrere Gewehre, worunter eine Doppel— flinte und eine Scheibenbüchſe, Faſſer und Büͤtten benerſt ſonſtigen Hausgeräthſchaften einer öffentlichen Verſteigerung meiſtbietend ausgeſetzt werden. Die Herrn Bürgermeſſter der Umgegend werden erſucht, ſolches in Ihren Gemeinden öffentlich bekannt werden zu laſſen. Bauernheim den 13. Juli 1846. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Walther. d NN Privat⸗ Bekanntmachungen. Bad Soden. 80 Im Gaſt⸗ und Bad⸗Haus zum Naſſauer Hof werden elegant möblirte Zimmer zu fl. 3 bis fl. A pr. Woche vermiethet. Dietrich; Laubach: Stadtrechner Zöcklerz 0 Butzbach: Gr. Bürgermeiſter Seippel,) un Zugleich macht man darauf aufmerkſam, Schluſſe deſſelben Jahres ergänzten Einlagen für 1 rente beträgt dieſelbe für alle Altersklaſſen 3 fl. 36 kr., we Allgemeine Nentenanſtalt zu Darmſtadt. (1070) Der Rechenſchaftsbericht dieſer Anſtalt für das Jahr 1845 iſt erſchienen und kann dahier durch den Rechn wie aus. ts dur f Herren Agenten derſelben(in Friedberg: Joh. Ph. Fritz; Grünberg: Decanatsrechner Jung; Hungen; Rentamt Aegting; eich Gere entgeldlich bezogen werden. b 2 daß die Jahresrente, welche die im Jahr 1844 beigetretenen Inhaber von vollen, reſp. bis zum 846 zu beziehen haben, im letzten Quartal des laufenden Jahres ausbezahlt wird. Als Anfangs⸗ gen deren Erhebung man auf die 9. 44—47, 50 und 114 der Statuten hinweift. a An dieſe Bekanntmachung knüpfen wir noch die Einladung zur Beteiligung bei der mit dem 1. Februar d. J. eröffneten l ſchaft, welche am 31. Dezember d. J. geſchloſſen werden wird.. 5 5 99 5 e Darmſtadt, 6. Juli 1846. Die Direction. Aufforderung an die Schuldner der Pfand⸗ u. Leihanſtalt zu Friedberg. (1055) Die Schuldner der Friedberger Pfandanſtalt, deren Pfänder bis jetzt verfallen ſind, werden aufgefordert, dieſelben bis zum 1. Sept. l. J. einzulöſen oder zu prolongixen, als ſonſt deren Verſteigerung ſtattfinden ſoll. „Bemerkt wird noch beſonders, daß die Aus⸗ löſung, ſowie die Renovation nur an den da⸗ zu beſtimmten Tagen, Montag, Mittwoch u. Samſtag, geſcheben kann. Friedberg den 7. Juli 1846. j a Für die Pfandhaus⸗Verwaltung Faatz. Carl Klein. Lehrlings⸗-Geſuch. (1061) Ein mit den nöthigen Vorkennt⸗ niſſen verſehener junger Menſch kann unter vortheilbhaften Bedingungen in einer hieſigen Handlung in die Lehre kreten. Das Nähere bei der Expedition d. Bl. GE. F. Grünewald (107) empfiehlt ſich mit mehreren Sor⸗ ten Kalk, von welchen käglich auf ſeiner Zie⸗ gelbrennerei ohnweit Friedberg ausgehoben und für die nachbemerkten Preiſe zu haben ſind: 1) Marmorkalk die Bütte 2 fl. 10 kr. 29 Urkalk 17 7 2,—„ 3) Tonkalk 17„ 1„% 50„ 4) Muſchelkalk 1 1 40„ 5) Mergelkalk„ e Auch iſt gelöſchter Kalk, die Bütte Weiß— kalk zu 1 fl. 20 kr., Mauerkalk 1 fl. 10 kr. und gefertigter Speiß die Bütte zu 40 kr. zu haben. Bei größeren Abnahmen, von 5—10 Büt⸗ ten, von welchen man jedoch wenigſtens acht Tage vorher Nachricht zu erhalten bittet, wer— den auch die preiſe erniedrigt; bei kleineren aber, d. h. Theilen einer Bütte, dieſelben er⸗ höht. Hierbei wird noch bemerkt, daß ſich eine Butte zu 10 Meſten alten Kalkmaßes und zu 12 Meſten Fruchtmaßes verhält. Friedberg im Juli 1846. Nachricht für Auswanderer nach Nordamerika. (1072) Den 15. Auguſt d. J. erpedire ich mit einem ausgezeichneten Seeſchiff eine Aus⸗ wanderungsgeſellſchaft von 80 Perſonen, theils aus der Gegend von Hanau und Kreiſe Fried⸗ berg c. von Bremen nach Baltimor und kön⸗ nen unter billigen Bedingungen mit dieſer Gelegenheit noch Paſſagiere angenommen wer⸗ den, welche ſich jedoch binnen 14 Tagen anzu⸗ melden haben. Friedberg den 9. Juli 1846. Chr. Hecht. Anzeige. (1073) Das auf Sonntag den 19. d. M. angekundigte Concert der Gieſſener Dilettan⸗ ten im Curſaal zu Salzhauſen kann eingetre— tener Hinderniſſe wegen erſt Sonntag den 26. d. M. Statt finden. f Bettfedern-Reinigung. (1074) Ich zeige hierdurch ergebenſt an, daß ich durch den Beſitz einer guten Bettfedern⸗Rei⸗ nigungsmaſchine in den Stand geſetzt bin zu jeder Zeit Aufträge zum Reinigen der Federn anzunehmen und beßtens auszuführen Indem ich noch bemerke, daß ich das Federnputzen nach Verlangen auch in der Woßnung der geehrten Beſteller in und außerhalb Friedberg beſorge, verſpreche ich die billigſten Preiſe und bitte um zahlreichen Zuſpruch. Friedberg. 5 Katharine Nees. Eck der Wolfenſtraße an der Kirche. Daguerreotyp⸗ Portraits (1075) werden von Unterzeichnetem täglich von 9 Uhr Morgens bis 4 Uhr Nachmitkags angefertigt.— Sowohl einzelne Perſonen bis zu Familiengruppen von 10 Perſonen. Die Preiſe ſind ganz ſolio geſtellt. F. Willner aus Breslau, wohnhaft bei Hru. Philippi im ſteinernen 8 Hauſe. Der Ziegenberger Sängerverein (1076) beabſichtigt zur Erinnerung ſeines Gründungstages kommenden Sonntag den 19. Juli durch Muſik und Geſang im Freien(bei ungünſtigen Umſtänden im Saale des Gaſt⸗ wirths Volz) zu feiern. Alle Freunde der Muſik und des Geſangs werden hiermit mit dem Bemerken höflichſt eingeladen, daß der Tanzluſtige 24 Kreuzer zu bezahlen hat. Ziegeßerg am 12. Juli 1846. . g Der Vereins⸗Vorſtand. Ber 6 f nt binhu nch (1077) Man veröffentlicht häufig Beiſpiele uneigennütziger Hingebung und Aufopferung muthiger, edler Menſchen und dies iſt gewiß nur lobenswerth. Würden aber nur die guten Handlungen der Menſchen aufgezählt und ſchlechte verſchwiegen, ſo würde man gegen die Menſchheit partheiiſch verfahren. Und ſo finde ich mich denn veranlaßt, ſo ſchmerzlich mir auch deſſen Erinnerung iſt, nochmals auf den Un⸗ gluͤcksfall durch das Umfallen einer Chaiſe bei Fauerbach am 28. v. M., hinzuweiſen. 5 Es wurden leider hierbei 5 Paſſagiere mehr oder weniger verletzt, mein Bruder, der Geo—⸗ meter I. Kl. W. Braubach ſogar lebensge⸗ fährlich, indem ihm der Hirnſchädei eingedrückt worden war und er beſinnungslos am Boden lag. Ein Vorübergehender, Herr Karl Spiel⸗ mann v. Windecken, half mir den Unglücklichen nach dem nächſten Hauſe, demjenigen des Feld⸗ ſchützen R. Thomas, bringen, das uns der; Eigenthümer aber nur ungern öffnete, es in⸗ deß, ungeachtet meiner flehentlichſten Bitten, nicht zugab, ihn in ſein Zimmer zu bringen. Wir mußten den Schwerverwundeten, der mit Blut uͤberdeckt war und fortwährend die Augen geſchloſſen hielt und deſſen Anblick, verbunden mit meinem Webklagen, wohl das Herz eines Wilden gerührt haben würde, im Haus auf einer Stiege niederlegen. Nachdem er wieder Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Binder nagel in Friedberg. 1 Auerbachs Dorfge⸗ einigermaßen zur Beſinnung gekommen war, mußten wir die ungaſtliche Wohnung wieder verlaſſen und ihn in das naheliegende Haus des braven Wirths Neiſel bringen, der auch die übrigen Verwundeten bereikwilligſt auf⸗ genommen hatte. 5 Dem Herrn Karl Spielmann danke ich hiermit im Namen meines Bruders herzlich. „ Ae. 5 Z u m Verkaufen. (1078) Ein vor mehreren Jahren neu ge⸗ fertigter Maiſch⸗Deſtillir⸗Apparat, mit welchem in 10 Stunden 6 800 Maaß Maiſche abgetrieben werden können, ſteht mit allen dazu nöthigen Geräthſchaften in Gießen zu verkaufen und iſt das Nähere bet Herrn Ku⸗ pferſchmied Kir ſch daſelbſt auf frankirte Briefe zu erfahren. Großes Preis- Kegelſchieben. (1079) Daſſelbe beginnt Sonntag den 19. Juli, wird fortgeſetzt den 20., 25. u. 26. und den 2. Auguſt beendigt. Zur Theilnahme ladet ergebenſt ein 0 J. M. Simon. Literariſche Auzeigen. C. Bindernagels Buchhandlung in Friedberg macht hierdurch wiederholt darauf aufmerkſam, daß durch ſie alle Werke, welche von Frankfurter Antiquaren zu ermäßigten Preiſen angekündigt werden, zu denſelben Preiſen gegen baar bezogen werden können und weiſ't bei dieſer Gelegenheit namentlich hin auf: a i 1 J. G. Seume's 2 3* 7 5 ſaͤmmtliche Werke, acht Bande mit Portrait. Schiller format, Preis: 3 fl.(ſtatt 6 fl 18 kr.) a. und„ Steger, allgemeine Weltge ſchichte für das deutſche Volk Drei Bände nebſt einem Kunſtblatt. Preis: 2 fl. 24 kr. (ſtatt 6 fl.) 1 9 5 Durch dieſelbe Buchhandlung kann in der Kürze bezogen werden: 912 1 Für 1 fl. 43 kr. (früherer Preis: 3 fl. 30 kr.) N ſchichten. Diejenigen, welche dieſes vortreffliche Volksbuch zu dem ge⸗ nannten Preiſe zu erhalten wünſchen, wollen ſolches oben erwähnte Buch⸗ handlung gefälligſt bald wiſſen laſſen. n a doc d woe mag Abonnen Zeile 2 kr welche bis 6 an n Betreffe v. bie Gem Vermeidu zuſenden. Hur — Au Auszu r Bel ait Bezugn (Regbl. Nr an die Abe auch füt d