1282 Nee 110 Intelligenz-OGlatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 8„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ wird im Jahre 1846, ganz in derſelben Weiſe wie im Jahre 1845, wöchentlich zweimal(Mittwochs und Samſtags) erſcheinen ö Der Abonnementspreis, 1 ſtets bei der Beſtellung zu entrichten iſt, beträgt bei mir, wie bisher, für 1 Jahr 1 fl. 12 kr., für ½ Jahr 40 kr.— Durch alle Poſtverwaltungen des Groſherzogthums Heſſen iſt das Intelli enz⸗Blatt, nach einer beziehen des hochlöblichen Oberpoſtamts zu Darmſtadt, pr. Jahr für 1 fl. 24 kr. und pr. Semeſter für 48 kr. zu ziehen“). Die Einrückungsgebühren betragen, wie bisher, für die geſpaltene erſte Zeile 4 kr, für die zweite 3 kr., für die dritte und jede folgende 2 kr.— Ein Beleg wird mit 2 kr. berechnet.— Alle Inſerate, welche von dem Donnerſtag Morgeu bis den Sonntag Abend bei mir eingehen, finden in dem Mittwochs erſcheinenden Blatte eine Aufnahme; alle Inſerate, welche ich von dem Montag Morgen an bis den Mittwoch Abend erhalte, werden in das Samſtags erſcheinende Blatt aufgenommen.— Gemeinn ütz ige Aufſätze werden ſtets mit Dank für mein Blatt angenommen. iedberg. C. Bindernagel. J Die verehrlichen Abonnenten des Kreiſes Hungen erlaube ich mir darauf aufmerkſam zu machen, daß vom Jahre 1846 an mein Bote nur einmal wöchentlich(jeden Dienſtag) nach Hungen gebt und das Intelligenzblatt nicht mehr dahin bringt, ſondern daſſelbe blos durch die Großh. Poſterpedition in Hungen zu beziehen iſt. Etwaige Beſtellungen auf das Intelligenzblatt bitte ich daher nicht mehr an Herrn Kreis- bureaugehülfen Funk, ſondern an die genannte Expedition in Hungen gefälligſt abzugeben. D. O. 5 10 Binnen drei Tagen nach Ablauf des, in dem Ver⸗ 2 m tl l ch er 7 U e. looſungs⸗Regiſter zu 97— Abfuhrtermins hat der Ge⸗ 5 meinde⸗Einnehmer ein Verzeichniß Derjenigen, welche, ohne Der Großherzoglich Heſſiſche Friſt oder Erlaß erwirkt zu haben, in der feſtgeſetzten 15 ö 16 5 die Loosholzauflage nicht bezahlt haben, unter Anmerkn Kreisrath des Kreiſes Friedberg der von 5— 4 n Nummern, aufzuſtellen— an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes, dem Bürgermeiſter einzuhandigen. Betreffend: Erſatz des Macherlohns von dem in den Gemeinden an die 2) Der Bürgermeiſter hat dieſes Verzeichniß ohne Ver⸗ Ortsbürger abgegebenen Loosholz. zug dem Forſtſchützen zuzuſtellen, damit dieſer bemerke, welche Nach der nachſtehend abgedruckten höchſten Verfuͤgung Nummern noch nicht abgefahren ſind. Binnen drei Tagen vom 10 J. M. werden Sie ſich nicht nur ſelbſt genau be— hat der Forſtſchütze dem Bürgermeiſter dieſes Verzeichniß meſſen, ſondern auch die Gemeinde- Einnehmer hiernach wieder zurückzuliefern. bedeuten. 3) Hiernach ordnet der Buͤrgermeiſter die Wegbrin⸗ Friedberg den 10. Januar 1846. gung des noch nicht abgefahrenen Holzes auf Koſten und Küchler. Gefahr des Reſtanten an. Die Fuhrleute ſind mit ſpecieller 8 ei ſchriftlicher Legitimation zu verſehen. r Großh. Heſſ. Ministerium des Innern. 9 4) Das auf Anordnung des Burgermeiſters wegge⸗ Juſtiz an die Gr. Provinzial Commiſſariate dahier brachte Holz wird den Beſitzern der Nummern überliefert, und zu Gießen und an ſämmtliche Gr. Kreisraͤthe. unter Zurückbehaltung eines ſolchen Theiles, welcher zur Es iſt ſeither beobachtet worden, daß, obwohl Das. Deckung der Auflage und der Koſten des Wegbringens er— jenige, was die Loosholz⸗Empfänger für den Empfang des forderlich iſt. a 5 f Loosholzes— ſei es für Macher⸗ und Setzer-Lohn, oder 65) Dieſer Abzug ſoll in allen Fallen nicht unter einem an ſonſtiger Auflage— an die Gemeindekaſſen zu entrichten Viertheil Stecken Holz oder 25 Wellen oder nach Bedürfniß haben(Loosholz- Auflage) ordnungsmäßig vor dem Bezuge mehreren Viertheilen betragen, auch wenn die Große der des Loosholzes entrichtet werden muß, doch öfter dergleichen Loosholz-Auflage den Werth dieſes Holzquantums nicht er⸗ Abgaben in den Liquidationen der Gemeinde-Ausſtände er⸗ reicht, ſo daß demnach eine Abmeſſung nach kleineren Thei⸗ ſcheinen und zuweilen ſogar als uneinbringlich niedergeſchla- len als je nach Viertheilen Stecken Holz oder je 25 Wellen gen werden muͤſſen. nicht Statt findet. f 8 Um nun hierin die noͤthige Ordnung herzuſtellen, wird 6) Das zurückbehaltene Holz wird von dem Buͤrger⸗ Folgendes beſtimmt. meiſter verſteigert, wobei es geſtattet iſt, das von mehreren . 14 Reſtanten Zuruͤckbehaltene in eine Verſteigerungs⸗Nummer zu vereinigen.. 1 7) Von dem Erlöſe werden zuvörderſt die rückſtändigen Auflagen und die Koſten gedeckt. Der Ueberſchuß bleibt der Gemeinde, wenn er den Preis von einem Viertheil Stecken Holz oder 25 Wellen von jeder Nummer nicht erreicht. Iſt letzteres der Fall, ſo bleibt der Gemeinde der Ueberſchuß ſoweit, als er den Preis von einem oder mehreren Vierthei⸗ len Stecken Holz oder Viertheilen Hundert Wellen überſteigt, das Uebrige wird den Nummern⸗Beſitzern, nach Verhältniß ihrer Betheiligung, zurückgegeben. 8) Wird das Loosholz von den Nummernbeſitzern weg⸗ gebracht, ehe die nicht creditirte oder erlaſſene Auflage be— zahlt worden iſt, ſo unterliegt es der Beſchlagnahme nach §. 10. Nr. 2.,§. 11. Nr. 2. u. f.,§. 12. der Inſtruction für die Forſtſchützen vom 8. Juli 1841. Die Beſchlag⸗ nahme iſt indeſſen auf den zur Deckung der Auflage und der etwaigen Koſten genügenden, nach Nr. 5. zu bemeſſen⸗ den Theil zu beſchränken, oder, wenn dieſer Theil im Augen⸗ blick der Beſchlagnahme nicht ſogleich bemeſſen werden kann, alsbald auf denſelben zu reduciren. Mit dieſem Theil iſt nach Nr. 6 und 7 zu verfahren. 9) Die durch die Befolgung der obigen Beſtimmungen veranlaßten Einnahmen und Ausgaben ſind in der Gemeinde⸗ Rechnung zu verrechnen. 10) Es bleibt den Ortsvorſtänden uͤberlaſſen, den Revierförſtern, zum Behufe der Controle der Thͤtigkeit der Forſtſchützen, diejenigen Loosholz- Empfänger, welche ihr Holz nicht nach Zahlung der Auflage in der feſtgeſetzten Zeit weggebracht haben,(Art. 73. des Forſtſtrafgeſetzes), ſowie diejenigen, welche das Holz vor der Zahlung der Auflage weg— gebracht haben(Art. 71. des Forſtſtrafgeſetzes), anzuzeigen. 11) Die Loosholz-Empfänger ſind bei der Verlooſung von den Nachtheilen in Kenntniß zu ſetzen, welche ſie treffen werden, wenn ſie das Holz nicht nach Zahlung der Auf⸗ lage zur feſtgeſetzten Zeit wegbriugen, oder wenn ſie es vor der Zahlung wegbringen. In dem Verlooſungsregiſter iſt zu bemerken, daß den Empfängern dieſe Eröffnung gemacht worden iſt.„ 120 Die Bewilligung von Friſten zur Zahlung der Auflage nach der Abfuhr iſt der Genehmigung des Kreis⸗ raths(Landraths) unterworfen. 13) Für dürftige Einwohner kann die Auflage mit Genehmigung des Kreisraths(Landraths) aus der Gemeinde- kaſſe beſtritten werden, was jedesmal auf dem Abfuhrſchein zu bemerken iſt. Sie werden ſich hiernach bemeſſen, ſowie die Bürger⸗ meiſter und Gemeinde⸗Einnehmer Ihrer Verwaltungsbezirke ſachgemäß inſtruiren. Darmſtadt den 10. Dezember 1845. du Th Il. Derſelbe an dieſelben. Betreffend: Auszug aus der gemeinſchaftlichen Addreſſe der beiden Kam⸗ mern der Stände über den Hauptvoranſchlag für 1845/47; insbeſondere die ſtändiſche Bitte wegen Maaßregeln zur Verminderung der uneinbringlichen Geldſtrafpoſten. 5 Es iſt darüber Beſchwerde geführt worden, daß das mit der Beitreibung der Forſt⸗ und Feldſtrafen beauftragte Executionsperſonal hin und wieder bei den Ortsvorſtänden häufig nicht die gehörige Unterſtützung fände, indem letztere geneigt ſeien; namentlich bei den Forſtſtrafen, den Schuld⸗ nern in ihrem Beſtreben, ſich als zahlungsunfähig darzu⸗ ſtellen, beizuſtehen. Es werden demzufolge die Ortsvor⸗ ſtände ernſtlich angewieſen, daß ſie ihre Obliegenheiten bei der Beitreibung gedachter Strafen nach Maaßgabe der Vor⸗ ſchriften der Steuerexecutionsordnung ebenſo gewiſſenhaft er⸗ v. Lehmann. 05 füllen, als bei der Beitreibung der Steuern, das Beitrei⸗ bungsperſonal in ſeinem inſtructionsmäßigen Vorſchreiten nach Kräften unterſtützen, namentlich auch keine ihnen be⸗ kannte Pfandobjecte der Schuldner verſchweigen, ſondern durch deren Angabe den Domänenboten(Oberſteuerboten) zur Hülfe dienen, und, wenn etwa dieſe ihre Schuldigkeit nicht thun ſollten, davon Anzeige machen. Den Gemeinde⸗ räthen iſt dieſe Verfügung von Ihnen insbeſondere bekannt zu machen und darüber, daß dies geſchehen, in Ihrer Rergi⸗ ſtratur eine Beſcheinigung niederzulegen. Friedberg den 8. Januar 1846. Küchler. Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nr. 1 von 1846. I. Großh. Edict, vom 3. Dec. 1845, die Ergänzung der Feld⸗ truppen im Jahr 1846 betr., wornach hierzu 1600 Mann erforderlich, welche aus den Aufrufsfähigen des Jahres 1845 ausgehoben werden ſollen.— II. Bekanntmachung der Miniſterien des Innern und des Kriegs, vom 2. Jan., welche zur Vollziehung dieſes allerhöchſten Edicts vom 3. Dec. die Vertheilung des Rekrutenbedarfs auf die Provin⸗ zen verfügt Nach den von den Recrutirungsräthen aufgeſtellten Haupt⸗ liſten über die Reſultate der Muſterung von 1845 find an tauglichen Dienſtpflichtigen, einſchließlich der in das Depot geſetzten, vorhanden: in Starkenburg 1967, Oberheſſen 2078, Rheinheſſen 1296, Sa. 5341. Im Verhältniß der Geſammtzahl aller tauglichen Dienſt⸗ pflichtigen hat demnach zu ſtellen: Starkenburg 589, Oberheſſen 623, Rheinheſſen 388, Sa. 1600 Rekruten. Die Großh. Provinzialbehör⸗ den werden nunmehr die alſo beſtimmten Contingente auf die verſchiedenen Bezirke vertheilen und das Weitere beſorgen.— V. Ordens verleih ungen am 25. December 1845: dem Pro⸗ vinzialcommiſſär von Starck und Geh Oberfinanzrath Bierſack das Commandeurkreuz 2r Claſſe, dem Provinzialcommiſſär von Dalwigk das Ritterkreuz Ir Claſſe des Ludewigs⸗Ordens; dem Geh. Reg.⸗ Rath Beck, den Kreisräthen Küchler und Kritzler, den Landrichtern Klingelhöffer und Klipſtein, dem Oberbaurath Laubenheimer, „Oberfinanzrath Sartorius, Legationsrath von Biegeleben, Provin⸗ ztalbaumeiſter Opfermann, Rittmeiſter Scheerer von der Gendar⸗ merie das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Groß⸗ müthigen. Siebenter Jahresbericht der Augenheilanſtalt des praktiſchen Arztes Dr. Küchler. Die Augenheilanſtalt hat ihre Beſtimmung zur Heilung operativer Kranken nicht verändert. Ihre Eigenthümlichkeit, ihr langer Beſtand, ihre wachſenden Leiſtungen und ihre vor⸗ zugsweiſe Thätigkeit in einer Jahreszeit, wo der Arzt ſonſt weniger angebunden iſt, erlauben und fordern, ſie auch in Zukunft neben dem größeren Verein für arme Kranken zu pflegen, der unſre Thätigkeit jetzt in Anſpruch nimmt. Es ſind die ſchönſten dankbarſten Heilungen, die durch dieſe Anſtalt errungen werden. Die Kunſt iſt auch in dieſem Zweig in ſtetem Fortſchritt, und wir bemühen uns gern ihm zu folgen. Es iſt uns in dieſem Jahre gelungen, durch ſub⸗ cutane Muskeltrennung am Augenlid, Augapfel ꝛc. manche noch vor kurzem unheilbare Uebel gründlich aufzuheben; wir haben durch Ausſchälung furchtbarer Schwämme oder Ge⸗ ſchwüre mehreren Kranken entſchieden das Lebeu erhalten (Mitſch, Hechler); eine Reihe von Kranken hat das ganz verlorne Geſicht wieder erhalten, Staare, Fiſteln, Staphylome und Verwachſungen, Krebsleiden und dergleichen ſind mit gleichem Glücke als früher behandelt worden. Aerzte erhal⸗ ten durch ärztliche Zeitſchriften von Zeit zu Zeit Bericht über die merkwürdigſten Heilungen. Wir beſchränken uns hier darauf, die wichtigſten vorgekommenen Fälle wie früher aufzuzählen und die Namen den Herrn Herausgebern“) ein⸗ zuhändigen. Geheilt wurden: a *) Das Verzeichniß iſt bei mir einzuſehen. C. Bindernagel. „ 15 1) an Staarblinden 14 Fälle an 12 Individuen, 4 wei⸗ tere in Frage, 1 ungeheilt, 2) vom Hornhautſtaphylom 1 Fall, 3) von fleiſchartiger Verwachſung des Augenlids mit dem Apfel 3 Fälle an 3 Individuen, 4) von gänzlichem Austreiben des Augapfels aus ſeiner Höhle 1 Fall, f 5) von Thränenfiſtel 4 Fälle an 3 Individuen, 6) durch ſubcutane Muskeltrennung 4 Fälle an 2 Indi⸗ viduen, 7) von einer cariöôſen Augenhöhlenfiſtel 1 Fall, 8) von Blutſchwamm 4 Fälle, 9) vom Hautkrebs 2 Fälle, 10) vom Schielen 2 Fälle, Außer dieſen kamen zur Heilung 2 Klumpfuͤße, mehrere Aus⸗ und Einwärtswendungen der Augenlidränder, Bälge und dgl. Ungeheilt blieb eine Verwachſung im innern Auge. Darmſtadt den 26. Dezember 1845. Dr. Küchler. Friedberg.— Kürzlich hatten wir hier das Ver⸗ gnügen die Sänger⸗Familie Daberger aus Tyrol in einer im Trappiſchen Saale gegebenen Abendunterhal⸗ tung zu hören, welche ſo ſehr anſprach, daß auf vielſeitiges Verlangen bis nächſten Donnerſtag eine zweite von dieſen Künſtlern daſclbſt veranſtaltet wird. Empfangs-Beſcheinigung. Zum Beßten der Waiſenhaus⸗Anſtalt ſind 0 gangen: von Gerf. Lindheimer 3 fl. 30 kr., Iſid. Lindheimer 3 fl. 30 kr., Anſ. Lindheimer 3 fl. 30 kr., Simon Lindheimer's Wittwe 3 fl. 30 kr., Wittwe Katzen⸗ ſteiu 1 fl., S. Katzenſtein 1 fl., Maper Hirſch 1 fl. 45 kr., L. J. Fürth 2 fl. 42 kr., Geſchwiſter Fürth 1 fl., L. Hanau 1 fl. 30 kr., M. Gold⸗ mann 30 fr., M. Schwarz 48 kr., J. Rappolt 1 fl. 45 kr., J. May 30 kr., D. Grödel 1 fl. 12 kr., H. Grödel 1 fl., B. Grödel 45 kr., Wittwe Grödel 2 fl. 33 kr., N. Hirſchhorn 40 kr., H. Neuhof 30 kr., Sigmund Simon 48 kr., Wittwe Bing 30 kr., Wittwe Imrod 24 kr., R. Hirſchhorn 36 kr., K. Neuhof 35 kr., S. Hirſchhorn 40 kr., J. Engel 30 kr., Simon Simon 36 kr., J. Goldbeck 24 kr., Kammmacher Caſella 48 kr., S. Battenberg 24 kr., Z. Garde 18 kr., S. Scckendorf 12 kr., L. Schloß 12 kr., S. Engel 24 kr. Summa: 40 fl. 31 kr., welchen Betrag ich(nach Abzug von 31 kr. für den bei der Collecte beſchäftigten Gemeindedr.) an Gr. Kreisrath zur gefälligen weiteren Beförderung über⸗ geben habe. Indem ich den Empfang beſcheinige, ſage ich den Gebern und Geberinnen und insbeſondere den Herrn Anſelmo Lindheimer und B. Grödel, welche ſich bereitwilligſt der Mühe des Einſammelns unter⸗ zogen haben, öffentlichen Dank. Friedberg den 8. Januar 1846. Der erſte Vorſteher L. J. Fürth. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. N Brod lieferung für die Garniſon Butzbach. (23) Da Donnerſtag den 15. dieſes Mo⸗ nats, Vormittags 10 Uhr, die Brodlieferung für die bieſige Garmſon auf die Monate Fe⸗ bruar, März, Apeil. Mai und Juni d. 3. nochmals durch Soumiſſion in Accord gegeben werden ſoll, ſo ſetzt man die Intereſſenten hiervon in Kenntniß. Butzbach den 5. Januar 1846. J. A.: Cellarius, Unterquartiermeiſter. Verfügung. 35) Die wegen Betrugs dabier in Unter⸗ uchung ſtehende Johanna Kohlmann von Friedberg bat ſich heimlich von hier entfernt und ergeht daher Aufforderung an die reſp. in⸗ und ausländiſchen Behörden, dieſelbe im Betretungsfalle arretiren und anher abliefern zu laſſen. Friedberg am 8. Januar 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt Hofmann. Dr. Gilmer. Garten-⸗Verſteigerung. (36) Donnerſtag den 15. Januar, Vormit⸗ tags um 11 Ubr, wird in bieſigem Ratbhauſe der 2 Groß'ſche Garten, in der Ge⸗ markung Ockſtadt liegend, nochmals öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg am 10. Januar 1846. In Auftrag Großb. Landgerichts Friedberg der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Edictalladung. (17) Anſprüche jeder Art an den für con— curs erklärten Nachlaß des Johannes Müller zu Holzhauſen ſind in dem auf Dienſtag den 10. März d. F., Vor⸗ mittags 9 uhr, anberaumten Liquidationstermine bei Vermei— dung des ſonſt ſtillſchweigend eintretenden Ausſchluſſes von der Maſſe anzuzeigen und zu begründen. Großkarben am 2. Januar 1846. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Jäger. Edietalladung. Die Ablöſung der, mehreren Berechtigten zu⸗— ſtehenden, Grundrenten aus den Gemar— kungen von Bellersheim, Bettenhauſen, Muſchenheim und Niederdeſſingen, Landge⸗ richtsbezirks Hungen, betr. (140 Nach den Acten der Adminiſtrativbe, börde, wie ſie im Auszug mitgetheilt worden, haben folgende Berechtigte aus Gemarkungen hieſigen Bezirks Grundrenten zu bezieben, deren Ablöſung verhandelt und beſchloſſen worden. 1) Herr Graf Friedrich von Degenfeld Schön— burg zu Stemholz, Kaiſerl. Oeſterreichiſcher Kammerherr und Generalmajor, bezieht aus der Gemarkung Bellersheim Grund— renten im jährlichen Betrag von 2 fl., 38 kr., 3 Hllr. mit berechnetem Abkaufs— capital von 47 fl., 37 kr., 2 Hllr. 2) Herr Graf Philipp Cugen Erwin von und zu Lehrbach, Großb. Heſſ. Kammerberr Hofmarſchall und Generalmajor, aus der Gemarkung Niederbeſſingen jährlich 66 fl., 26 kr., 3 Hllr. mit Abkaufscapital von 1196 fl., 1 kr., 2 Hllr. 3) Die Freiherrl. Familie von Rotsmann, der— malen in den Perſonen des Großh. Haupt⸗ manns Freiberrn Jobann Philipp von Rots— mann zu Hollbof und Großb. Rittmeiſters Freiherrn Friedrich von Rotsmann zu Darmſtadt, bezieht aus den Gemarkungen von Bettenbauſen, Bellersheim und Mu— ſchenheim Grundrenten vom Theilzebnten. im Ganzen laut Vertrag in ein Abkauf— capital von 1000 fl. feſtgeſtellt, wonach ſich die einjäbrige Rente, nach 18fachem Betrage, zu 55 fl., 33 kr., 1 Hllr. berechnet. Da dieſe ſämmtlichen Grundrenten, wie be— reits angedeutet, abgelöſt werden ſollen, ſo wird nach Anleitung der Art. 23 und 24 des Geſetzes vom 27. Juni 1836 biermit öffent— lich an bekannte und unbekannte Betheiligte bekannt gemacht, daß etwaige Rechtsanſprüche binnen 2 Monaten um ſo gewiſſer dahſer an⸗ zuzeigen ſind, als widrigenfalls die Auszablung der Ablöſungscapitalien an die bezeichneten Berechtigten geſtattet werden wird. Rückſichtlich der Renten unter 3) insbeſon— dere wird bemerkt, daß dieſelben dem Groß— herzoglichen Hauſe durch Lehnsverband ver⸗ baftet ſind, und ſind die deßfallſigen Anſprüche als bereits angemeldet zu betrachten. Hungen den 30. Dezember 1845. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Edi ent eilen (J) In den Hypothekenbüchern von Lauter ſind die nachfolgenden Verpfändungen als: Namen und Wohnort des Schuldners 2—ů—— 22— Namen und Wohnort des Gläubigers d Zeit Betrag der Errichtung der Schuldurkundeſ Schuld Konrad Rock daſelbſt Johs. Höres Wittwe daſ. Caſpar Opper daſ. eingetragen. Pietanz daſ. . Gerhard Wetzſtein von Lauter[Hoſpital in Grünberg Ro Johannes Weigel daf. 5 Joh. Heinrich Rock jun, daſ. J Armenkaſſe daf. Oblig, v. 3. Oct. 174118 fl. Capit „10. Jan 178050 9„ „„16. Feb. 1805509„ „„27. Sep. 181550 Kaſpar Ruͤbls Erben auf der] Kauſbrief v. 11. Dec.] 8 fl. 20 kr Grundmühle bei Lauter 1812 Kauſſchill Die Erben der Schuldner und die Beſitzer der Pfandſtücke haben die Abfübrung dieſer Schuldbetrage wahrſcheinlich gemacht und um ihre Löſchung gebeten, können aber die qulttirten Urkunden zu dieſem Behufe nicht vorlegen. Es werden deßbalb auf ihr Anſtehen alle Diejenigen, welche irgend Anſprüche an die extrablrten Forderungen bilden zu koͤnnen glauben, bierdurch auf— gefordert, ſolche ſo gewiß binnen 8 Wochen von beute an bei dem unterzeichneten Gerichte anzumel— den und zu begründen, widrigenfalls die fraglichen Verpfändungen für erloſchen erachtet und in den Pfandbüchern ausgeſtrichen werden. Grünberg den 19. Dezember 1845. Das Großb. Heſſ Landgericht daſelbſt Welck er. Edictalladung. (4788) Sämmtliche dem Herrn Grafen Otto zu Solms⸗Laubach in der Gemarkung Gonterskirchen zuſtehende, abloͤsbare Grund⸗ gefälle ſollen gegen das durch Uebereinkunft beider Theile auf im Ganzen 16179 fl. 25 kr. beſtimmte Ablöͤſungs⸗Capital abgelöſt werden. Etwaige Anſprüche hiervon ſind daher bin⸗ nen 8 Wochen a dato dahier anzumelden und geltend zu machen, gegenfalls nach Maaßgabe des Ablöſungsgeſetzes vom 27. Juni 1836 die Auszahlung des Capitals an genannten Herrn erechtigten verfügt werden wird. Laubach am 17. Dezember 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solms. Landgericht daſ. Brum hard. Bekanntmachung. (87) Montag den 28. I. M., Morgens um 9 Ubr, wird in hieſigem Ratkhaufe auf An⸗ trag der Adam Kehr'ſchen Eheleute dahier deren Hofraithe,„zum goldnen Anker“, am ſüdlichen Eingang der Stadt gelegen, benebſt 73 Morgen Gelände, und zwar erſt im Gan⸗ zen, ſodann einzeln öffentlich, freiwillig, meiſt⸗ bietend verpachtet. g a Die Bedingungen der Verpachtung liegen bis zum Verpachtungstermin bei Gemeinde⸗ rathsmitglied Herrn Georg Steinhäuſer mit dem Anfügen offen, daß bei der Einzelver⸗ pachtung das Gelände parcellenweiſe zur Ver⸗ pachtung gebracht wird. Sodann Dienſtag den 27. d. M., Mor— gens um 9 Uhr, wird in der Hofraithe die Verſteigerung mit dem Vieh, beſtehend in 3 lungen Pferden, 12 Stück Rindvieh, Schiff und Geſchirr an den Meiſtbietenden vorgenommen. Friedberg am 10. Januar 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Holz ⸗Verſteigerung. (88) Freitag den 16. Januar l. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſollen in dem Oberrosbacher Ge⸗ meindewald, Diſtrict große Johannes⸗Hecke, nachfolgende Holzſortimente, als 1) 13 Stecken eichen Scheitholz, 9 5„ Prügelholz, 3) 8 7 17 Stockholz, 4) 46% Wellen„ Reiſerbolz, 59 822 Cubikf.„ Stammholz, 6) 3 Schichte Werkholz, 7) 1 Pflugsreh, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt an dem Hauptweg deſſelben Diſtrikts. Oberrosbach den 9. Januar 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Blech er. Aufforderung. (39) Da die ſtädtiſche Schaͤferſtelle erledigt iſt, ſo werden diejenigen ſoliden Schäfer, welche Luſt haben, fragliche Stelle zu übernehmen, hiermit aufgefordert, ſich bei Un erzeichnetem binnen 14 Tagen von heute an zu melden und haben die Meldenden ein von den btr. Grßh. Bürger meiſtereien beglaubigtes Sitten⸗ zeugniß bei der Anmeldung zu überreichen. Friedberg am 10. Januar 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben de r. diet al dung (40) Pachter Ludwig Alles und Ehefrau in Florſtadt entliehen am 8. Auguſt 1822 bei Frau Amtmann Kiehm dahier 600 fl. unter Verpfändung mehrerer Immobilien. Des Schuldners Erben behaupten, daß dieſes Kapi⸗ tal längſt abgetragen, die Schuldurkunde aber verloren ſeye und haben deßhalb gebeten, ſolche „FFFFFFFFFFTF. „ 16„ nach öffentlicher Aufforderung etwa Berech⸗ tigter fur erloſchen zu erklaren. Etwaige An⸗ ſprüche aus jener Hypothek ſind daher ſo ge⸗ wiß binnen 3 Y onaten von beute an hier anzuzeigen, als ſonſt dieſelbe als nicht mehr beſtehend erachtet und der deßfallſige Eintrag in den Hypothekenb chern gelöſcht werden wird. Friedberg am 9. Januar 1846. 5 Gr. Heſf. Freih. v. Löw. Landgericht Hofmann. Mobilien-Verſteigerung. (410 Montag den 19 Jan. l. J., Morgens 1 wird der Nachlaß der Kreis⸗ bote Kiſter's Wittwe in der Wohnung des Familienkutſchers Heinrich Briel in der Kloſter⸗ gaſſe, beſtehend in Holzwerk, Bettung, Weiß ⸗ zeug, Kupfer, Zinn, Blech u. ſ. w., öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Friedberg am 10. Januar 1846. In Auftrag Gr. Heſſ. Landgerichts Friedberg: Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. N ιιιεο Privat ⸗ Bekanntmachungen. Ge f Rag. (80) Line reinliche, im Kochen bewanderke und mit guten Zeugniſſen verſehene Magd wird zu dingen geſucht. Das Nähere bei der Expedition d. Bl. Verſteigerung. (42) unterzeichneter beabſichtigt ſeine in der Mitte von Kaichen, an der von Friedberg nach Hanau führenden Landſtraße gelegene Hof⸗ raithe, beſtehend in einem geräumigen Wohn⸗ bauſe, einem Brenn⸗ und Brauhauſe nebſt Scheuer und Stallung, ſowie circa 16 Mor⸗ gen Ackerland, Wieſen und Baumſtücke, Mon⸗ tag den 26. d. M. einer öffentlichen frei⸗ willigen Verſteigerung auf dahieſigem Rath⸗ hauſe auszuſetzen. N Bemerkt wird noch, daß die Gebäulichkeiten ſaͤmmtlich neu und im beßten Zuſtande ſind und ſich zu allen Gewerbsbetrieben, nament⸗ lich für Wirthſchaft, Bierbrauerei, Krämerei, Metzger⸗ und Färberei eignen. Das Nähere über Kaufbedingungen kann bei mir zu jeder Zeit erfragt werden. Kaichen den 11. Januar 1846. Jacob Chriſtian Weitzel. Ge ſu ch. (43) In eine Tabaksfabrik wird ein junger Mann, welcher beſonders im Tabaksſpinnen gut bewandert iſt, ge⸗ ſucht. Näheres bei der Expedition dieſes Blattes. 2 Pferde-Teppiche (A0) ſind von Friedberg bis Oſſenheim verloren gegangen. Der redliche Finder wird gebeten, dieſelben an die Exped. d. Bl. abzugeben. Bekanntmachung. (45) Dienſtag den 20. Januar 1846, Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſollen in der Bürgermeiſterei zu Vilbel circa 100 Centner gute trockne Loh⸗ rinden gegen gleich baare Zahlung öffentlich verſteigert werden. Friedberg am 11. Januar 1846. g Der Kreisbote Seibert. 1000 fl. 46) Vormundsgelder liegen bei dem Unter⸗ J zeichneten zu 4½ Przt. zum Ausleiben bereit. Niederurſel am 10. Januar 1846. Daniel Becker. Grßh. Badiſches Anlehen von Fünf Million Gulden. Ziehung den 1. Februar 1846. (47) mit Haupttreffern von 35000, 10000, 5000, 3000, 2 à 1500, 4 à 1000, 10 à 250, 25 à 125, 80 à 100, 1175 à 65 fl. Hierzu erläßt unterzeichnetes Handlungs⸗ haus Originalloſe à 64 fl. und hält ſich zu Aufträgen beſtens empfoblen. 4 Julius Stiebel jun., Banquier, Wollgraben in Frankfurt a. M. Literariſche Anzeigen. C. Bindernagel in Friedberg iſt in den Stand geſetzt, alle Bücher zu demſelben Preiſe gegen baare Zahlung zu liefern, wie ſolche von Frankfurter Antiquaren an⸗ gezeigt werden. Zum Beiſpiel: 0 Fortſetzung.) Zſchokke, die klaſſiſchen Stellen der Schweiz und deren Hauptorte in Original⸗ Anſichten, auf Stahl geſtochen von Winkles ꝛc. 2 Bde: gr. 8. 2 Thlr. 16 Ngr. Says Nationalökonomie, übers. u. erläut. v. Prof. Dr. Morstadt. 3. Aufl. 9 Bde. 4 Thlr. Complément du Dictionnaire de I'Academie frangaise., Ib. 4. 5 Thlr. 22 Ngr.. Custine, La Russie. 5. ed. 4 vols. Ib. 8. 2 Thlr. 8½ Ngr. Thiers, Histoire de la révolution fran- gaise. Edition iIlustrée. 2 vols. gr. in-S. 4 Thlr. Mignet, Histoire de la révolution fran- gaise. 12. éd. augmantée de I'hist. de la Restauration jusqu'à Taveènéèment de Louis Philippe par E. de Bonnechose. pap. vél. S. 26 Ngr. Thierry, Histoire de la conquète de J Angleterre par les Normands. 3 vols. Brux 8. 2 Thlr. Béranger, Oeuvres complétes. Ed. illu- stréèe par Grandville. Liège. gr. in-S. 2 Thlr. 8 Viet. Hugo, Notre-Dame de paris, 3 vols. Brux. pet. in-S. 17 Ngr. Babel. 6 vols. Paris. pet. in-S. 1 Thlr. Shakspeare's complete works. Leipzic, E. Fleischer Lex-S. In Leinwand geb. 2 Thlr. 8½ Ngr. Percy's Reliques of ancient english poetry. London 1844. gr. 8. In reich vergoldetem engl. Cambric-Bande. 2 Thlr. 26 Ngr. Johns on's dictionary of the English language. 2 vols. Heidelb. Lex.-8. cart. 2 Thlr. 8½ Ngr. Roscoe, The Life of Lorenzo de' Medici. 4 vols. with portrait and cuts, Ib. gr. 8. 1 Thlr. 22 Ngr. Roscoe, The Life of Leo X. 4 vols. With Portrait. Ib. gr. 8. 2 Thlr. 8½ Ngr. Th. Moore, The Epicurean, Ib. 12. cart. 8½ Ngr. Lady Morgan, The O'Briens and the O Flaberty's. 4 vols. Ib. 12. cart. 21 Ngr. The english Fireside upon the banks of the Rhine. With engravings. Ib. 12. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. In Futteral u. Goldschnitt. 10 Ngr. grund