Intelligenz-Glatt ſür die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. 8 Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Hungen an ſaͤmmtliche Großh. Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die von den Großh. Bürgermeiſtern am Ende jeden Jahres einzuſendenden Tabellen, und Rachweiſungen. Sie werden, die in meiner Verfugung vom 20. Decem⸗ ber 1844 Nr. 102 des Intelligenzblattes vorgeſchriebenen Tabellen bis zum 25. d. M., bei Vermeidung der Zuſendung eines Wartboten, an mich einſenden. Dieſelben ſind auf gedrucktes Formularpapier zu ſchrei— ben, welches Ihnen mit dem nächſten Boten zugeſandt werden wird. Hungen am 7. December 1846. Follenius. Ueber Volkserziehung und Peſtalozziverein. (Schluß.) Doch nicht blos fuͤr die Einzelnen, ich kann nicht ſagen fur die Wenigen, welche wegen der leiblichen Noth in Gefahr ſind, geiſtig zu verkümmern, nein für die große Maſſe ſcheint mir ein Peſtalozziverein, wie ich ihn mir denke, eine noth⸗ wendige, wenigſtens äußerſt nützliche Stiftung zu ſein. Be— trachte ich die Erziehung wie ſolche in 1000 und 1000 Fa⸗ milien gewöhnlich iſt, gehe ich namentlich in den Häuſeru unſerer Landleute umher, um zu ſehen, wie dorten die Kinder behandelt werden, ſo fiude ich faſt allenthalben zu rügen und zu tadeln. Häufig möchte ich mit blutendem Herzen die Frage aufwerfen: Was kann aus ſolcher Behandlung Gutes entſtehen? Wenn Mann und und Weib faſt täglich mit einander hadern und ſtreiten, wenn ſie im Beiſein ihrer Kinder ſich chrenruͤhrige Vorwürfe machen, ſich einander mit Schimpfwörter belegen, kann wohl ein ſolches Trauer⸗ ſpiel auf die kindlichen Herzen wohlthätig wirken? Wenn Fluchen und Läſtern und ſchandbare Reden das gewöhnliche Tagesgeſpräch bilden, wie ſollte aus dem giftigen Samen eine heilſame Frucht ſich entwickeln? Sehen wir weiter, wie man den Kindern begegnet. Auf der einen Seite wird, beſonders in den erſten Jahren, durch ſchwache Nachgie⸗ bigkeit der Eigenſinn geweckt und befördert. Wenn die Säuglinge weinen, iſt das Mutterherz zu weich, denſelben entgegen zu treten, um ihre Thränen zu trocknen wird meiſt ihr Begehren erfüllt. Auch ſpäter haben die Aeltern nicht immer Feſtigkeit und Beharrlichkeit genug, auf dem Ge⸗ horſam zu beſtehen, wenn ſie den Kindern Etwas befohlen haben. Sie drücken aus Schwachheit die Augen zu und ſchweigen ſtille, wenn die kleinen Herrchen ſich nicht zur Folgſamkeit bequemen wollen, oder ſie drohen und ſchelten, ohne ihre ernſte Sprache zu verwirklichen. Solche Lehren ſind nicht verloren. Wir bemerken daher bisweilen Kna⸗ ben und Mädchen von wenigen Jahren deren Eigenſinn uns in Erſtaunen ſetzt; wir ſehen unerfahrene Jünglinge, welche keinen Rath, vielweniger eine Warnung und Zu⸗ rechtweiſung annehmen wollen; wir hören die Klagen der Aeltern, daß ſie mit ihren wohlgemeinten Lehren tauben Ohren predigen. Auf der andern Seite tritt uns jene ge⸗ fühlloſe Strenge entgegen, welche die kindlichen Tage ver⸗ kümmert und die jugendliche Heiterkeit verſcheucht. Der Stock iſt beinahe das einzige Erziehungsmittel welches faſt in den meiſten Familien, auf dem Lande, bekannt iſt. Er wird täglich gebraucht; nicht blos wenn die Kinder wirk— liche Unarten ſich erlauben, ſondern auch bei kindlichen Unvorſichtigkeiten, beſonders wenn dieſe den Aeltern Scha⸗ den verurſachen, wird er geſchwuugen, das Gefühl fuͤr Ehre und Menſchenwürde wird durch dieſe Zuchtruthe unter⸗ drückt. Und wie Vieles wird dabei überſehen, was am wenigſten überſehen werden ſollte. Haben die Kinder z. B. eine Taſſe u. ſ. w. in der Eile zerbrochen, ſo werden ſie mit Strenge beſtraft; ſiud ſie im Streit mit Nachbarskin⸗ dern geweſen und haben ſie hierbei allerlei Unarten ſich er⸗ laubt, ſo werden ſie entſchuldigt, vielleicht gegen die erhobenen Beſchwerden in Schutz genommen. Die freilich nicht leichte Kunſt, Liebe mit Ernſt auf eine zweckmäßige Weiſe zu vereinen, das Tadelnswerthe und Strafbare von dem zu unterſcheiden, was Nachſicht und Entſchuldigung verdient, iſt eine ſeltene Sache. Denken wir nun weiter an die rohen Schimpfwörter: du Galgenſtrick, Canaille u. J. w. welche man taglich, ja ſtündlich hören kann, denken wir, von wie vielen Aeltern der Schulbeſuch als eine drückende Bürde angeſehen wird, denken wir, wie die meiſten ſehn⸗ ſuchtsvoll die Befreiung von dieſem läͤſtigen Zwange er⸗ warten, denken wir, wie manche die Kinder noch beſtärken in ihren Klagen über den Lehrer, wie ſie denſelben in ihren Reden die gebührende Achtung entziehen, ſo haben wir ein freilich noch nicht vollſtändiges, aber immer ſchon betrü— „% 392 bendes Bild von der gewöhnlichen Erziehungsweiſe unſeres Volkes. Ein weites Feld nützlichen Wirkens iſt hiermit den Geiſtlichen, den Lehrern, ſowie den Kirchen- und Schul⸗ vorſtänden geöffnet. Ihnen liegt es ob, durch Belehrungen und gute Beiſpiele ein beſſeres Familienleben zu befordern. Doch man darf nichts Unmögliches von Ihnen verlangen. Sie ſtehen theilweiſe den einzelnen Familien zu ferne, um die einer Jeden eigenthümlichen Fehler in der Erziehung mit Gewißheit zu erkennen und zur gehörigen Stunde über dieſelben Belehrung zu ertheilen. Wenigſtens iſt es zu wünſchen, daß ihre Wirkſamkeit durch das freiwillige liebevolle Entgegenkommen der Beſſeren im Volke gefördert werde. Iſt eine Geſellſchaft zuſammengetreten deren Abſicht es iſt auf eine heilſame Erziehungsweiſe im Volke hinzuwirken, ſo muß ihr bloßes Daſein ſchon für ei⸗ nen Jeden eine Aufforderung werden, bei ſich zu bedenken, ob er ſeine Kinder auf die rechte Weiſe behandelt habe. Die Mitglieder des Vereines werden gleichſam genöthigt, ihren Nachbarn und Bekannten mit einem nach— ahmungswerthen Beiſpiele in dem Familienle⸗ ben voranzugehen. Bei den öffentlichen Verſammlungen werden Erziehungsgrundſätze auf eine gemeinverſtändliche Weiſe behandelt: es werden Schriften verbreitet, welche dem Volke in der Behandlung der Kinder den Weg zeigen ſol⸗ len. Zudem fühlen ſich die Theilnehmer der Geſellſchaft berufen und verpflichtet, ihre Freunde und Bekannten bei paſſender Gelegenheit über die begangenen Fehler mit ſanft⸗ müthigem Geiſte zurechtzuweiſen. Sollten ſie darum nicht der Sauerteig werden, daß die Maſſe des Volkes allmäh⸗ lig immer beſſer und beſſer die Jugend aufziehen lerne in Zucht und Vermahnung zum Herrn? Und ſollte nicht ein Peſtalozziverein, wie ich mir ihn denke, auch für die Er⸗ richtung und zweckmäßige Leitung von Kleinkinder⸗ und Indu⸗ ſtrieſchulen und Fortbildungsanſtalten wohlthätig wirken kön⸗ nen? Den Nutzen, ja die Nothwendigkeit derſelben brauche ich nicht weiter anseinander zu ſetzen. Es iſt ſchon öfters in die⸗ ſem Blatte davon die Rede geweſen. Und dennoch wollen ſie noch immer, beſonders auf dem Lande, keinen glücklichen Fortgang haben. Bisweilen iſt der Mangel an Geld, bisweilen auch der Mangel an Anregung die Urſache da— von. Wird nun durch den Verein die Lehre gegeben, wird der Sinn für beſſere Erziehung geweckt, ſo werden ſich auch in den meiſten Orten Mittel und Wege finden, das Bedürfniß zu befriedigen. Sind einmal hier und dort der⸗ gleichen Anſtalten ius Leben getreten und haben ſie ſich als heilſam bewährt, ſo wird, das bin ich überzeugt, eine Gemeinde der andern folgen. Durch den Verein ſoll ja auch der Wohlthätigkeitsſinn geweckt werden, daß ein Je⸗ der bereitwillig nach ſeinem Vermögen ſeine Gabe bringt, um die Erziehung der Jugend auf einen beſſeren Stand⸗ punkt zu heben. Herr gebe es, daß ſie es erlaubt, ſo wird ſie, wenn es nöthig iſt, nach Kräften unter die Arme greifen. Jeden⸗ falls ertheilt der Verein mit Freuden ſeinen Rath und ſeine Erfahrungen mit über die zweckmäßige Einrichtung, über taugliche Lehrer, Lehrerinnen u. dergl. Sollte ich nach bieſen Erörterungen noch noͤthig haben, die Menſchenfreunde zur Theilnahme an dem beabſichtig⸗ ten Vereine zu ermuntern? Iſt nicht der ſehnliche Wunſch uns Allen nahe gelegt, daß die Begründung des Ver⸗ eines, wenn ſie bisher auch aufgeſchoben wurde, doch nicht aufgehoben ſei! Möchte der 12. Jan u⸗ ar 1847 ins Leben rufen, woran man im Jahre 1846 vorgearbeitet hatl! Ein Verehrer Peſtalozzi's. Kirchenbuchsauszug vom September 1846. Ulrichſtein. Getraute: Keine. Getaufte: 27. Ein unehelicher Sohn, Conrad, geb. den 6. Sptbr. 27. Eine anerkannt uneheliche Tochter, Katharina, geb. den 26. Auguſt. Beerdigte:. 23. Anna Maria Alt, des hieſigen Buͤgers und Ackermannes Conrad Alt, nachgelaſſene Wittb., eine geborne Stöhr von Selgenhof, alt 76 Jahre, 7 Monate, 9 Tage, 1 den 20. September. Concert. Ein hier beſtehender muſicaliſcher Verein beabſichtigt, Sonntag den 13. December, Abends 6 Uhr, zum Beßten der Kleinkinderſchule dahier im Saale des Herrn Gerlach ein Concert zu geben, und ladet das verehrliche Publicum zu zahlreichem Beſuche freundlichſt ein. Billets à 18 kr. ſind bei Herrn Gerlach zu erhalten; an der Kaſſe iſt der Eintrittspreis auf 24 kr. feſtgeſetzt. Friedberg den 6. December 1846. Erlaubt es die Vereinskaſſe, und der Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. a νιν Frucht⸗Verſteigerung. (1780) Dienſteg den 15. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, werden in der Behauſung des Großh. Bürgermeiſters dahier verſteigert: 95 Malter Waizen, 130„Korn, 70„ Gerſte und 60„ Hafer. Obererlenbach den 3. Dezember 1846. Der Grfl. Ingelheim'ſche Domänenverwalter Ohmeis. Edicetalladung. (1688) Sowohl die bekannten, als unbe⸗ kannten Gläubiger des Hartmann Bernhard von Meiches, gegen welchen Gr. Heſſ. Hof⸗ gericht zu Gießen den förmlichen Concurs⸗ proceß erkannt hat, haben ihre Forderungen an denſelben den 21. Januar k. J., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſogewiß dahier anzuzeigen und zu begründen, widrigenfalls ſie dann von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Ulrichſtein den 19. November 1846. 5 Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Brück. Verſteigerung. (1760) Auf freiwilliges Anſuchen des Gott⸗ ſchalk Simon dabier, werden Mitwoch den 23. d. Mts., Morgens um 10 Uhr, die in hieſiger Gemarkung liegenden Grundſtücke circa 5 bis 6 Morgen, unter den bei der Verſtei⸗ gerung bekannt gemacht werdenden Beding⸗ nißen auf hieſigem Rathbauſe verſteigert. Der Flurſchütz dahier iſt angewieſen auf Verlangen nähere Auskunft darüber zu geben. Fauer bach II. den 10. Dezember 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Philippi. Wieſen⸗ Verpachtung. (17600 Künftigen Montag als den 14. d. M., Vormittags 10 uhr, ſollen die Gräflich Solms Laubachiſche Wieſen in Altenſtädter Gemarkung, zu Altenstadt in der Behauſung des Gaſtwirths Holzapfel und Dienſtag den 15. d. M., Vormittags 10 Uhr, desgl. in Höchſter und Oberauer Gemarkung in der Behauſung des Wirths Altvater zu Höchſt, öffentlich meiſtbietend auf 9 Jahre verpachtet werden, welches zur öffentlichen Kenntniß bringet. Engeltbal den 8. Dezember 1846. Der Gräfl. Solms⸗Laubachiſche Rentmeiſtet Grupp é. Bekanntmachung. (1762) Samſtag den 16. Januar k. F., Morgens 9 Uhr, ſoll auf die Klage des Kir⸗ chenvorſtandes zu pfaffenwiesbach, das Wohn⸗ haus der Johannes Gecks II. Eheleute, zu Dornaſſenheim, auf dem Rathhauſe daſelbſt öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Reichelsheim den 7. Dezember 1846. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheißerey Viet or, v. c. PVerſteigerung. (1763) Dienſtag den 22. l. Mts., Nack. mitkags um 2 Uhr, werden in hieſigem Rath⸗ hauſe, von dem Fruchtvorrath des Auguſtiner Schulſpeichers, 60 Malter Korn, aus dieß ⸗ 1 1 0 der? 5 ſleſſ Mili b chtigt, eßten Herrn brliche Billets Kaſſe „desgl. J in der Höchſt, pachlel tenntniß 5. ntmeiſtet 1845. theißeleh — 1 jaͤhriger um 9 Ubr anfangend, . r Ernte, zwei Malter weis öffentlich meiſtbietend verſteigert. driedberg am 10, Dezember 1846. Der Gr. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Verſteige rung. Montag den 21. l. Mts., Morgens 91 500 läßt Herr Gaſtwirth Simon dahier folgende Mobilien öf⸗ freiwillig meiſtbietend verſteigern, als: Leinengeräthe, Bettwerk, Bett⸗ federn, geſteppte Strohſäcke, Kaffeebrenner, Lichtputzen, Lampen, ein kupferner Deſtilleur⸗ apparat, eine gußene Kräuterpreſſe. einen Moörſer von zwei Centner, eine Windbüchſe und dergleichen. Friedberg am 10. Dezember 1846. Der Gr Heſſ. Bürgermeiſter e n Martin fentlich Gebrauchtes deer. Bekanntmachung. 17117 Nachſtebende Bedürfniſſe für die dieſige Anſtalt auf das Jahr 1847 ſollen an die Wenigſtfordernden vergeben werden und zwar:. 5 1. Im Wege öffentlicher Verſteige⸗ rung. 10 der Bedarf an Ochſen⸗ und Schweine— fleiſch ꝛc. für die Zuchtlinge und das Militair Commando, Montag den 14. Dezember l. J., Vormittags 10 Uhr, 2) die Lieferung von 170 Stecken Buchen⸗ Scheitholz, 3) die Anfuhr von 5000 Centner Braunkob⸗ len⸗Klötze vou dem Bergwerke bei Wöl⸗ fersheim und 4) die Lieferung des erforderlichen Sandes und Lehms,— Mittwoch den 16. Dez. I. J., Vormittags 10 Uhr. II. Im Soumiſſionswege: die Lieferung der nötbigen harten und Schmierſeife, ſowie der gezogenen Lichter, 6) die Lieferung des Leinöls und Thranes, die Lieferung der Milch, von 1500 Stuck Reiſerbeſen, die Lieferung der verſchiedenen Rohma⸗ terialien und Arbeits ⸗Utenſilien, als; a) Ciſen und Stabl⸗ Meſſing⸗ und Eiſenblech, Meſſing; und Eiſendraht, Stiften, Nieten und Schrauben, ver⸗ ſchiedener Gattungen, alle Arten von Holzſorten, Fournie⸗ ren, Dielen Latten, Rähmlinge in allen Gattungen und Dimenſionen, Reißhölzer, nach dem Heſſiſchen Cu⸗ bikfuß, am Zopfende von mindeſtens 12 Zoll Durchmeſſer, alle Gattungen von Leder, 59 b) e) d) Leinen⸗ und Baumwollengarne, un⸗ gebleichte, gebleichte und gefärbte, da⸗ runter, auch Hanfgarn, Nähſeide, Zwirn, Zeichengarn, Schnur, Band, Perlmutter und Beinknöpfe u. ſ. w., verſchiedene Farbe ⸗ und Firniß⸗ ſtoffe, Pinſel, Leim, Wachs, Stuhl⸗ rohre ꝛc. 10. f) Soda und Pottaſche, Seilerwaaren, Canephas, 1) Stein ⸗ und Holzkoblen, Fenſterglas, Glaskugeln und Glas⸗ glocken, 1 Arbeits ⸗utenſilien von Eiſen und Stabl, Wollſchlumpen und Streichen, Nadeln und Fingerhüte ꝛc. c., Lieferungsfäbige Bewerber haben ih re deß⸗ fallſigen Soumiſſionen über ſämnitliche von Nr. 5. bis 9. a—. 1. aufgeführten Gegen⸗ ſtände, oder auch über jeden Einzelnen der⸗ ſelben, längſtens bis zum 15. Dezember l. 3., Vormittags 10 Uhr, auf dem Directo⸗ Flal⸗Bureau dahier, woſelbſt auch die näheren 498* Lieferungs⸗ Bedingungen zuvor eingeſehen werden konnen, verſiegelt und mit der er⸗ forderlichen Aufſchrift verſehen, portofrei ein⸗ zureichen. Marienſchloß am 25. November 1846. A Der Verwalter Bauer. Edictalladung- (1765) Nach den gerichtlichen Pfandbüchern der Stadt Grünberg bat Johannes Jöckel, Heinrich Sohn, daſelbſt, das von Commiſ⸗ ſionswegen verkaufte, zu Johannes Botts Vermögen gebörige nun 1% alt% 2 ein- getragene Wohnhaus in der Borngaſſe, an Johannes Jöckel, mit 4 Ruthen 64 Schuh Grundmeſſung laut Kaufbrief vom 7. März 1816 fur 220 fl. baar Geld erkauft und ſind hierauf redicirt* a) 100 fl. Kapital, bei Jacob Heerzen Toch⸗ ter, laut Obligation vom 10. April 1787. b) 400 Gulden Kaufziel für Reinhard Müllers Erben, von welchen es Georg Caſpar Bott erkauft und noch nicht be⸗ zahlt hat, und c) 4400 fl. Kaufzieler für die Erbſchafts⸗ maſſe des Georg Caſpar Bott, von welcher Johannes Bott ſolches Haus neoſt einem andern Hauſe erkauft und noch nicht bezahlt. Das fragliche Kaufgeld von 220 fl., ſowie die sub a. b. c. erwähnten Forderungen ſol⸗ len abgeführt ſeyn, wenigſtens erkennen die Wittwe und Kinder reſp. Erben des Johan⸗ nes Jockel, Heinrich Sohn dahier, ihr Be⸗ ſtehen nicht an und haben um Löſchung der⸗ ſelben in den Pfandbüchern gebeten; ſie ſind indeſſen nicht im Stande, die zur Löſchung nothwendigen Urkunden vorzulegen, können auch ferner nicht das Eigenthum an der von ibnen dem Sohne und Bruder Ludwig Jöckel angeſchlagenen 2%5s bezeichneten und 32/2 Klafter hal⸗ tenden Hofraithe an Johannes Jöckel zum Stern davbier urkundlich darthun und werden deßhalb auf Antrag der Erben alle diejenigen, welche an die extrahirten Forderungen. ſowie an die bezeichnete Hofraſthe irgend Anſprüche zu bil⸗ den können glauben, hiermit aufgefordert, ſolche binnen 6 Wochen von heute an ſo ge⸗ wiß dahier geltend zu machen, widrigenfalls die fraglichen Forderungen für getilgt erach⸗ tet und in den Pfandbüchern gelöſcht, auch ferner den Kaufbrief über die dem Ludwig Jöckel angeſchlagene Hofraithe gerichtlich be⸗ ſtätigt werden wird. November 1846. Grünberg den 16. l Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Holz Verſteigerung. (1766) Montag den 14. d. M. des Vor⸗ mittags 9 Uhr, werden in den Niederros⸗ bacher Gemeindewald, Diſtrikt Waſſerdöll, folgende Holzſortimente, als: a) Brennholz. Stecken eichen und 27 1 Stecken Stecken eichen, 1. nadel und 1½ Stecken aſpen prügelholz, 1% Stecken nadel Reisholz,/ ½ Stecken buchen, 1¼ Stecken eichen u. 4 Stecken nadel Stockholz, 325 Wellen buchen, 125 Wellen eichen u. 1462½ Wellen aſpen nadel Reiſerbolz und 14 Läſte allerlei Ge⸗ hölz. p. Bau- Werk und Nutzholz. 6 Stämme eichen Baubolz von 227 Cub. Fuß, 10 Stämme nadel Bauholz von 233 Cub. Fuß, 730 Stangen Nadelholz von 204% Cub. Fuß und 2 eichene Pflugswetter öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Be⸗ merkt wird, daß die Zuſammenkunft vor dem Wald, am Nadelholzbeſtand, punct 9 Uhr und die zu Grund gelegten Be⸗ dingungen zugleich publicirt werden ſollen. Niederrosbach den 7. Dezember 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter F. Bullmann. Accordver gebung. (1767) Die Lieferung von 150 Stecken Buchenſcheitholz für die Garniſon Friedberg ſoll mittelſt Soumiſſionen und vorbehältlich der Matification, in Accord gegeben werden. Die bdeßfallſigen Soumiſſionen, welche in das am Eingange des bieſigen Militärverwal⸗ tungsbureaus befindliche Käſtchen einzulegen ſind, werden am 22 d. M. auf dem gedachlen Bureau, Vormittags um 10 Ubr, eröffnet und es können bierbei die Soumittenten oder deren Stellvertreter zugegen ſein. Bemerkt wird: 1) daß bei den nicht erſcheinenden Soumit⸗ tenten angenommen wird, daß ſolche von ihren Forderungen nicht abgehen, 2) daß die betreffenden Lieferungsbedingun⸗ gen auf dem erwähnten Bureau zur Ein⸗ ſicht offen liegen. Die Herrn Bürgermeiſter der Umgegend Friedbergs werden erſucht, Dieſes geeignet bekannt machen zu laſſen. Friedberg den 9. Dezember 1846. J. A.: Gölz, Oberquartiermeiſter. Accordver gebung. (1768) Das Ausleeren der Dunggruben pro 1847 in den beiden Caſernen dahier, wird auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben und es werden die betreffenden Soumiſſionen am 18. d. M., Vormittags um 10 Uher, auf dem Verwaltungs- Bureau des 2. Batt. 4. Inf. Regiments eröffnet. Dieſe Soumiſſionen ſind in das am Ein⸗ gange des erwähnten Bureaus befindliche Käſtchen einzulegen, und es wird angenommen, daß die bei dem Eröffnungsacte nicht erſchei⸗ nenden Soumittenten eine andere Offerte über den fraglichen Gegenſtand abzugeben nicht Willens ſind. Die Ratification bleibt vorbehalten und die deßfallſigen Accord Bedingungen können auf dem gedachten Bureau eingeſehen werden. Friedberg den 9. Dezember 1846. J A J. A.. Göl z, Oberquartiermeiſter. A NNNNN NN Privat ⸗ Bekanntmachungen. Empfehlung. (1757) Ich bringe hierdurch zur öffentlichen Kennkniß, daß ich zu bevorſtehenden Weih⸗ nachten mit guten Lebkuchen, ſowie Marzipan und Anisgebackenem beßtens verſehen bin und empfehle ſolches zu den billigſten Preiſen. Vilbel den 6. Dezember 1845. Wilhelm Chriſtian Franz, Conditor und Bäckermeiſter. ½ Morgen Ackerland (17169) in der Ockſtädter Gemarkung, un⸗ weik der Ziegelhütte gelegen, iſt aus freier Hand zu verkaufen. Auf Verlangen können mehrere Jahrestermine gegeben werden. Ausgeber Dieſes ſagt wo? Ein 1 fl. 8 kr. enthaltender Beutel o) wurde am Mittwoch von mir ge⸗ funden. Seibert, Polizeidiener. Ein möblirtes Logis ſtatt haben (17170 für einen einzelnen Herrn iſt zu vermiethen bei Joh. Frick. welche einſichtsvoll und nicht leidenſchaftlich Empfehlung. (1772) Einem verehrungswürdigen Publi- kum empfehle ich, neben meinen ſchon be⸗ kannten Schreibmaterialien und Gegenſtände der Buchbinderei, meine in ſchönſter Aus- wabl vorräthige Galanterie- und Portefeuille⸗ arbeiten, als: Reiſe., Brief. und Zulegta⸗ ſchen, Cigarren und Brillenetuis, Stamm— bücher, Touilettenkäſtchen u. ſ. w. mit und ohne Stickerei geziert. Auch fertige ich ſelbige Gegenſtaͤnde billig und geſchmackvoll nach be⸗ liebiger Beſtellung. Sollte Jemand einen Hegenſtand mit eigener Stickerei geziert wün⸗ ſchen, ſo werde ich denſeſben gewitz zur Zu⸗ friedenheit des Beſtellers auszuführen ſuchen. Louis Weis, N Buchbinder und Portefeuillearbeiter. Bauſchutt und Klötzaſche (1773) kann an dem oberen Thore meines Gartens, an der Seebach, vor der Grube ab⸗ geladen werden. Friedberg. Philipp Söllner. Ein brauchbarer Kochofen, 17700 ein brauchbarer Kochheerd, ſowie gute und ſchöne Teppiche ſind zu haben bei Mändle Garde in Friedberg. Ein Logis (1775) für eine ſtille Haushaltung oder dige Perſon iſt zu vermiethen bei Wittwe Suhra da. 184 Ruthen Ackerland, (1776) in der Schlockergaſſe, hat zu ver⸗ miethen Friedberg den 6. Dezember 1846. Groß's Ww. Ein gut erzogener, junger Menſch, (1777) der ſogleich eintreten kann, findet bei mir eine Stelle als Lebrling. 5 Nidda. Ludwig Schneider, Sattlermeiſter. Die für die Stadt Grünberg be⸗ vorſtehende Gemeinderathswahl. (1778) Auf die von dem Herrn Verfaſſer des Art.(17586), in Nr. 96 des Int.⸗Bl., vom 9. d. M. abgegebene Erklärung, in Hin⸗ ſicht der Wichtigkeit der Wahl, findet Ein⸗ ſender Dieſes ſich verpflichtet, demſelben ſeinen herzlichſten Dank abzuſtatten, inſofern ihm der Ausdruck uneigennützig keinen ſchmerz. lichen Seufzer zuruͤck gelaſſen haben mag. Der Wunſch, daß nur bei Wahlen auf ſolche Menſchen Rückſicht zu nehmen ſei, ſeyen, vielmehr in Wort und That das In⸗ tereſſe der Gemeinde beförderten, kann nur Grünbergs Bewohner, denen ebenſo, wie dem erwähnten Herrn Verfaſſer das Wohl und Wehe ihrer Stadt am Herzen liegt, willkom⸗ men ſein, wenn er wirklich in Erfüllung ginge; allein inſolange, daß ſogar Unberufene ihr Werk im Gebeimen treiben, wie dieß leider ſchon Statt gefunden hat, wird immer noch nicht der Zweck vollſtändig erreicht werden und der vom Herrn Verfaſſer ausgeſprochene Wunſch in Erfüllung kommen. Um jedoch endlich einmal zu dieſem Ziele zu gelangen und nicht mehr von Markt⸗ und Wirthshausſchreiereien getäuſcht zu werden, findet Einſender dieſes ſich veranlaßt, den Hrn. Verfaſſer des Art. 1756 aufzufordern, daruber näbere Auskunft baldig zu ertheilen, daß die Erfahrung ſchon oft gelehrt habe, daß der⸗ artige Schreier nicht das waren, für was ſie * 2394 ſie ſich ausgaben, damit bei angeſagten Wab⸗ len auf ſolche ein wachſames Auge gerichtet werden kann.* Grünberg den 8. Dezember 1846. Ein Bürgerfreund. Ein braver, junger Menſch (1779) kann als Seiler-Lehrling bei mir eine Stelle finden. Konrad Dopfer, Seilermeiſter in Nidda. Literariſche Anzeige. Zu Weihnachts⸗Geſchenken habe ich eine ſehr reiche und geſchmackvolle Aus⸗ wahl von Werken vorräthig, ſowohl für Kinder als auch für Erwachſene und ſtehen ſolche zur Einficht in meinem Ge chäftslocale bereit. Unter vielen andern empfehle ich beſonders Bünde ſich zu Feſt⸗Geſchenken eignenden ücher: Gortſetzung von Nr. 96. d. Int.⸗Bl.) A. Für Erwachſene: Bürger's Gedichte, mit einem Stahlſtich, in engliſchem Einband. 2 fl. 42 kr. Salzmann, der Himmel auf Erden, in glei⸗ chem Einband. 1 fl. 30 kr. Rückert's Gedichte. Elegante Taſchenausgabe, 2 Bände mit 2 Stahlſtichen; Einband mit Goldſchnitt. 0 5 fl. 15 fr. Bremers ausgewählte Schriften in 3 Bänden elg. geb. mit goldenen Titeln und 3 Kupfern Af. er. Sammlung geiſtl. Lieder v. Karl v. Raumer mit einem Anhang von Gebeten. Einband mit Goldſchnitt 3 fl. 30 kr. Witſchel's Morgen⸗ und Abendopfer, gebunden halbfrz. f, Wieland's Oberon. Ein romantiſches Hel⸗ dengedicht in 12 Geſängen. In prachtvoll engl. Einband mit Goldſchnitt und 1 Titel⸗ kupfer 3 fl. (Fortſetzung folgt.) B. Für die Jugend. Der Jahrmarkt. Sehenswürdigkeiten und „Scenen in bunter Reihe. 27 fl. 12 ff. Der Kinder Thiergarten. Ein nützliches und unterhaltendes Bilderbuch für kleine Kinder mit 139 colorirten Abbildungen. 1 fl. 30 kr. Nieritz, Guſtav. Das 4. Gebot, oder die ungleichen Brüder, mit einem Titelbilde geb. 54 kr. CFortſetzung folgt.) Nro. 26. de Wetterauer Sonntagsblattes (von 14 zu 14 Tagen erſcheint eine Nummer und koſtet das Semeſter hier 18 kr., durch die Bezirksboten 24 kr.) wird mit dem heu⸗ tigen Intelligenzblatte ausgegeben. Inbalt: Das Gewiſſen.— Zwei orte. Grünbergs Bewohner anſahen und für das Gedruckt und verlegt unter Verantwortli Frankfurter Gold-Cours vom 27. November. 5 fl. kr. Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 47 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 Rand⸗Ducaten 5 35 20 Frankſtücke 9 28 Engliſche Souverains N 11154 für Frie Vormittags predigt i Fer uch et p Kirchliche Anzeigen dberg. 3. Adventſonntag den 13. Dezbr. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: 1 Herr Stadtpfarrer Fertſch. n der Burgkirche: Herr Pfarrojcar Baur. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schimpff. Mittwoch Nachmittags von 3—4 Uhr f hält Betſtunde: Herr Candidat Römheld. Dp———— rei ſ e, Gattung. 10. Dez. 30. Nov.(30. No Gerſte„ Hafer 71 7, „ 1010 1019 5 10 Frted⸗ i Groß⸗ berg Mainz gerau 5 fl. kr. fl. kr. ff. r. Waizen pr. Malter 16— 16 3415 30 Korn „ 13 501347 12 30 9 4⁰ * 51 45 für die Städte Friedb Polizei-Taxe erg und Butzbach vom 13. Dez. bis 19. Dez. 1846. 2 5 Fried⸗ Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg. bach. 1 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod„ 2 7. 7 9 2 9— 4 7. 77 9 7 18 h. Lt — Milchbrod 13 30 — Waſſerweck 13 ½ Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 1 37% 14 Fleiſch-Preiſe. pf. pf 1 Ochſenfleiſch 1 12— 12— 1 gemäſtetes 8 2 „Kühfleiſch ungemäſtetes 7— 7— ind gefgeß! gemäſtetes 8— 18— * Rindfleiſh ungemäſſetes 3 „ Kalbfleisch 5 „ Schweinenfleiſch 423 „Hammellleiſch 8— 18— „Schaaflleiſch 641——— „Wurſt von blos Schweinen 14— 14— „Gemiſchte Wurſt 1 „Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 174— 17— 17 Dörrfleiſch 17— 171— „ Schweinenſchmalz, N ausgelaſſen 234—⁰ 21 ö unausgelaſſen 22— 22— „ Nierenfett. „Hammelsfett 171— 171— Der Gr. Heſſ. Kreisr ath d. K. Friedberg Feld. A. Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen F olle chkelt von Earl Bindernagel in Friedberg. nus.