t. In tell igenz⸗ Blatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Ein neues Halbjahr ⸗ Abonnement auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Juntelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. Juli. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei dem Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Abonnements reis: das Vierteljahr 24 kr.— Inſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr.; die dritte und jede folgende Zeile 2 kr.— Aufnahme der Inſeraten: alle bis zum Sonntag Abend eingehenden Inſerate kommen in das Mittwochs⸗Blatt, und alle, welche bis zum Mittwoch Abend eintreffen, in das Samſtags⸗Blatt. Carl Bindernagel. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisräthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen an ſammtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: Die Behandlung der nach Amerika auswandernden Unter⸗ thanen des Großherzogthums Heſſen an den Seeplätzen. f Nachſtehendes höchſte Ausſchreiben laſſen wir Ihnen zur Nachricht und Belehrung der Auswandernden hierdurch zugehen. Friedberg, Grünberg und Hungen den 29. Juni 1846. Küchler. Ouvrier. Follenius. Das Großh. Heſſ. Miniſterium des Innern und der Juſtiz an die Gr. Provinzial ⸗Cemmiſſariate dahier und zu Gießen und an ſämmtliche Gr. Kreisraͤthe. Diurch die bisher gemachten Erfahrungen hat ſich be— ſtätigt, daß im laufenden Jahre an faſt allen Seeplätzen ein außerordentlicher Andrang von Auswanderern ſtattfin— det und daß deren Weiterbeförderung häufig wegen man— gelnder Schiffsgelegenheit mit Schwierigkeiten verbunden iſt. Hierdurch iſt es gekommen, daß viele Auswanderer an den Seeplätzen längere Zeit ihrem Schickſale überlaſſen blieben und bei dem Mangel an den nöthigen Mitteln in harte Bedrängniß gerathen ſind. Da dieſes zum größten Theile daher rührt, daß die Einſchiffung nicht an einem in den Ueberfahrtsverträgen zum Voraus feſtgeſetzten Tage erfolgt, ſo beauftragen wir Sie, ſämmtliche in ihren reſpectiven Verwaltungsbezirken wohnende Agenten, welche ſich mit dem Transport von Auswanderern aus dem Großherzogthum befaſſen, im In⸗ tereſſe der Auswanderer anzuweiſen, künftig in den Ueber⸗ fahrtsverträgen einen feſten Abfahrtstag von den See⸗ plätzen, an welchen die Einſchiffung nach Amerika ſtatt findet, zu beſtimmen und dabei, wie bisher ſchon in den Contracten einiger Agenten in ähnlicher Weiſe geſchehen iſt, ausdrücklich zu bemerken, daß, wenn die Contrahenten an dem feſtgeſetzten Abfahrtstage nicht befördert werden ſollteu, ſie auf eine Verköſtigung von 42 Kreuzer pr. Tag für die erwachſene Perſon und von 28 Kreuzer pr. Tag für ein Kind unter zehn Jahren Anſpruch hätten, die ihnen von den Schiffsrhedern zu leiſten ſey. Erfolgt die Einſchiffung an einem Seeplatze nicht direet nach Amerika, ſondern nach einem anderen Seeplatze, von wo aus die Weiterbeförderung reſp. Ueberſchiffung ſtatt hat, ſo iſt für beide Seeplätze ein beſtimmter Ab⸗ fahrtstag in den Ueberfahrtsverträgen unter der nämlichen Bedingung feſtzuſetzen. Gegenwärtige Verfügung haben Sie durch Ihre Amts— blätter, ſowie durch die Bezirks-Intelligenz- Blätter zur öffentlichen Kenntniß zu bringen und zugleich die Auswan— derer darauf aufmerkſam zu machen, daß, wenn an einem Seeplatze die vorſtehende Bedingung nicht erfüllt werden ſollte, ſie dem daſelbſt befindlichen Großherzoglichen Conſul alsbald Anzeige davon zu machen hätten, welcher ſie in jeder möglichen Weiſe mit Rath unterſtützen und ſich ihrer an— nehmen werde. Da es uns von Intereſſe iſt, die Bedingungen ken— nen zu lernen, unter welchen die einzelnen Agenten für den Transport von Auswanderern bisher die Ueberſchiffung derſelben nach Amerika übernommen haben, ſo weiſen wir Sie an, ſich von den in Ihren Verwaltungsbezirken woh— nenden Agenten die Formulare ihrer Contracte vorlegen zu laſſen und ſolche an uns einzuſenden. Darmſtadt am 17. Juni 1846. In Verhinderung des Staatsminiſters: v. Lehmann. v. Rabenau, D % 206. Einweihung des Turnplatzes in Butzbach. Am 2. Juni hatten wir eine Feier, welche ſich durch ihre Eigenthümlichkeit von unſeren gewöhnlichen Pfingſtbe⸗ luſtigungen merklich unterſchied. Der hieſige Turnverein beging die feſtliche Einweihung ſeines Turnplatzes. Am 1. Juni kam eine Anzahl Turner, welche auf Veranlaſſung des A. Ravenſtein eine Fahrt über den Taunus, nach Braunfels, Wetzlar und Gießen unternommen hatten. Dieſe wackeren Gäſte, unter denen ſich auch Leute aus Dillenburg und Siegen befanden, wurden mit Herzlichkeit. von den Bewohnern unſerer Stadt aufgenommen. Am 2. Juni Morgens langten noch Turner von Gießen an; in feier⸗ lichem Zug, mit klingendem Spiel zog man darauf den Turnern von Friedberg entgegen, und als durch dieſe verſtärkt, die ausgezogene Schaar zurückkehrte, ſtrömten maſſenweiſe die Zuſchauer nach dem im Garten des Herrn K. Becker an— gelegten Turnplatz. Der Erholung und dem freundſchaft⸗ lichen Verkehr wurde noch einige Zeit gewidmet; gegen 10 Uhr bildeten die Turner auf dem Turnplatz einen Kreis und es wurde das ſchöne Lied:„Harr' aus in deinen Spie⸗ len, angeſtimmt. Der Vorſitzer des hieſigen Turnvereins, Collector Kuhl, eröffnete das Feſt durch eine Einleitungs⸗ rede und brachte den fremden Turnern ein freundliches Gut Heil, welches herzlich von A. Ravenſtein erwiedert wurde. Der Vorſitzer des Friedberger Vereins, Gemeinde⸗ baumeiſter Ruths, erinnerte hierauf daran, daß der von ihm vertretene Verein am 9. November vorigen Jahres eine Turnfahrt hierher unternommen und hier in dem zum Garten gehörigen Hofe ſeine Uebungen angeſtellt habe, um ſo erfreulicher ſei es bei der gegenwärtigen Turnfahrt einen ſo ſchön eingerichteten Turnplatz zu finden und dieſem und der Turngemeinde brachte er ein dreimaliges Gut Heil. Unter Leitung des A. Ravenſtein begannen nun die Uebungen an Barren, Reck, Klettergerüſt, Schwingel, Sprin⸗ gel, Springgraben und die Kraftübungen im Freien. Auf Trompetenſtoß wechſelten die Riegen, und der hieſige Muſik⸗ verein begleitete mit ſeinem Spiel die Darſtellungen der Turnenden. Die letzten Uebungen waren ein Wettziehen und ein Dauerlauf. Der Himmel begünſtigte das Feſt durch das ſchöoͤnſte Wetter, und eine Menge von Männern, Frauen und Jung⸗ frauen erſchienen auf den Ehrenplätzen, welche für die außer⸗ ordentlichen Mitglieder errichtet waren, im Garten ſelbſt ſtanden die Zuſchauer Kopf an Kopf, und auf den Bäumen der benachbarten Grundſtücke erſchien Mancher, der ſich von Oben die Sache beſehen wollte. Alle bewunderten Kraft, verbunden mit Gewandtheit, die heiterſte Fröhlichkeit bei brüderlicher Eintracht und unermüdlicher Ausdauer, das un⸗ gezwungene Weſen der Turner gepaart mit Achtung vor den Turngeſetzen, Zucht, Ruhe und Anſtand. f 5 Conrector Steinberger hielt die Schlußrede, worin er den Turnern und Turnfreunden dankte, dem Publikum den Verein zur weiteren Theilnahme empfahl und auffor⸗ derte, dem Landesvater, als dem huldreichen Beſchüͤtzer der Turngemeinden, ein dreimaliges Hoch zu bringen, welches von den Anweſenden mit Begeiſterung angeſtimmt wurde. So war mit 12 Uhr das Feſt auf dem Platze been⸗ digt, und die Turner nebſt vielen Freunden der Turnkunſt verſammelten ſich im Beckeriſchen Saale zu einem frugalen Mittagseſſen, bei welchem mancher Trinkſpruch, Ernſtes und Heiteres, das Mahl würzte. Es gilt hier, die Be⸗ ſchreibung in Einem Artikel zu geben, darum können wir der einzelnen Reden und der Redner nicht vollſtändig Er⸗ wähnung thun. Doch fuhren wir hier Ravenſteins Rede an; „Einer unſerer wackren Friedberger Freunde hat bei der Einweihungsfeier des dortigen Turnplatzes im vorigen Jahre ein mit vieler und gerechter Begeiſterung aufgenom⸗ menes Gedicht geſprochen, worin er ie. löſen ſuchte: Was iſt ein Turner?— Der echte, biedere, fromme, freie und wahre Mann, den er uns als Ideal des Turners ſchilderte, lebt noch in friſchem Andenken unter uns, und dennoch komme ich auf die Frage zurück: Was iſt ein Tur⸗ ner? Ich fühle aber, daß es vielleicht nicht unzweckmäßig iſt, dieſe Frage gerade heute, wo wir abermals das Stif⸗ tungsfeſt einer neuen Turngemeinde begehen, auch einmal von dem Standpunkte der nüchternen Proſa aus zu beant⸗ worten. Die Wahrheiten, welche dabei zu Tage kommen, mögen ſie uns nun gefallen oder nicht, bitte ich als die Herzeusmeinung eines älteren Turnbruders aufzunehmen, der Keinem zu Lieb oder zu Leid, die Jüngeren auf den feſten Boden füyren möchte, wo ſie nicht als Halbgötter, wohl aber als einfach tüchtige Menſchen gedeihen und zu Männern, wie ſie das Vaterland braucht, heranreifen können. „Ja: ſo fragt man, was iſt ein Turner 2 Man fragt dies bald im Ernſt, bald im Scherz, bald mit ſchlecht ver⸗ ſtecktem Hohn. Nun⸗ denn ihr Frager, ſo wißt vor allen Dingen, ein Turner iſt ein Menſch, wie andre Menſchen auch, aber auch nicht ſo ganz, wie ein andrer Menſch, denn was noch Viele für überflüſſig oder lächerlich halten, das hat er gethan. Er hat den feſten Vorſatz gefaßt, ſeine kör⸗ perlichei Kräfte möglichſt und allſeitig zu entwickeln, ſie mit den geiſtigen Kräften in's Gleichgewicht zu ſetzen und auf dieſe Weiſe immer höhere Stufen ſlittlicher Tüchttgel und Vollendung zu erreichen. In dieſem ernſten Vorſatze, dem jeder wackre junge Mann gerne die erkünſtelten un⸗ natürlichen Genüſſe unſerer Zeit zum Opfer bringt, liegt das Weſen und der wahre Begriff eines Turners. Nicht daß wir's ſchon ergriffen hätten, wir jagen ihm aber nach, auf daß wir's ergreifen möchten.— l „Da haben wir denn das ungeſchminkte Bild eines Turners, da hat der Name einen beſcheidenen Klang. und der ernſte Frager wird unſeren Vorſatz gut heißen; da wird der Name durch kein Gaukelſpiel entweiht, und der ſcherzhafte Frager wird verſtummen müſſen; da wird der Name kein Aushängeſchild mehr ſein, und der höhniſche Frager wird keinen Vorwand mehr finden, uns zu verſpotten.— Noch eins aber muß ich hinzufügen: es gibt auch Abarten unter den Turnern, Leute, die ein falſches Ziel vor Augen haben, Leute, die ihren Vor⸗ ſatz nur halb ausführen, kurzum ein Unkraut unter dem Waizen. Sind's gleich ihrer nur Wenige, ſo dürfen wir ſie darum nicht unter uns aufkommen laſſen, ſind ſie eines Beſſeren nicht zu belehren, ſo müſſen wir ſie ausſcheiden. „Ein falſches Ziel aber verfolgt die Abart der Maul⸗ und Modeturner. Ihr lächelt; das Turnen iſt wirklich Mode geworden, und es gibt bereits hier und da Leute, die nur deshalb ſich in Turngeſellſchaften aufnehmen laſſen, um dort mit dem Maul zu turnen; in ſo weit wäre dieſe Abart wohl unſchädlich. Wenn aber ein ſolcher Modetur⸗ ner ſich in die Bruſt wirft, von deutſchem Volksthum ſpricht und allem Schönen und Großen, was der beſſeren Jüng⸗ linge und Männer Herz im Innerſten ergriffen hat, wenn er ſich gebehrdet, als wolle er das Unterſte zu Oberſt keh⸗ ren, wenn er nun gar— der er als Turner doch nur mit ſich ſelbſt und dem Aufbaue der Grundlagen für das Staatsgebäude beſchäftigt ſein ſollte— wenn er nun gar, ſage ich, ſich in die höheren Regionen der Politik und Staatskunſt verſteigt und nach ſeiner oberflächlichen Auf⸗ faſſung das Turnen damit vermengt, dann wird er lächer⸗ lich und gefährlich zugleich. Fort mit ihm! denn er gehört mit ſeiner Weisheit an den Putztiſch der Mode⸗Mamſellen oder auf die Bierbank, nicht aber auf den Turnplatz.— „Wir kommen nun zu derjenigen Abart unter den Tur⸗ 2 Urner, Feinde, danit ihr uns uch ziehung Lebe Tun kt⸗ und 9 M oer die her ner, die mittelbal aber als detſelben Turner, ſchweben „ augehende ſichte zer geichnete würdige ſätzen, d Bekan⸗ 0 (983) Vetzinger kant wor. Mſpruüͤche aufgeforder Frei ba Derm ſchluſſed (998) ugs 0 Ven gemel arbeite 7) die An ſteinen nern, die bei Erfuͤllung ihres Vorſatzes auf halbem Wege ſtehen bleiben, das ſind die Geſundheitsturner. N Leute, die ſich zu der Idee ſittlicher Tüchtigkeit noch nicht aufgeſchwungen haben, die aber ihre körperliche Untüch⸗ Dieſe turnen vorzugsweiſe nur, um der Leibeskraft und um des Leibes Wohlbehagens wil⸗ len; inſoweit ſind ſie allerdings für uns unſchädlich; wiſſen wir ja doch, daß mit der fortſchreitenden Leibesbildung ge⸗ wöhnlich die ſittliche Bildung gleichen Schritt hält, und daß ſchon mancher ehemaliger Geſundheitsturner jetzt mitten unter den Beſſeren eine ehrenvolle Stelle einnimmt. aber der Geſundheitsturner als Beſpöttler unſerer ſitt- eins. lichen Beſtrebungen auf, erturnt er ſich gar wohl deshalb die größere Kraft, um im Dienſte der Ueppigkeit deſto reich⸗ licher frohnden zu können, dann wird er uns verächtlich, tichkeit recht wohl fühlen. und die Gemeinde ſtößt ihn aus. „ 207* Es ſind ihr dieß?“ Tritt bleiben? wollt ihr ſie zu Zeugen deſſen aufrufen? Wollt Bei dieſer Frage erhoben ſich die Turner, wie Ein Mann und riefen ein Ja, ſo herzlich und ſo kräftig, daß es eine Luſt war. Ein Gaſt bemerkte: Wenn doch vor dem Altare Braut und Bräutigam auch ſo herzlich ihr Ja rufen wollten! „Wohlan denn, ſo ſeid ihr wahrhaft eingetreten in den Kreis der Turngemeinden. einfachen, aber feſten Grundlage, die ihm gegeben iſt, blühen und gedeihen. Und nun ergreift mit mir die Gläſer und laßt uns ſie leeren auf das Wohlergehen des neuen Ver⸗ Er lebe dreimal hoch! Turner Jaffé von Friedberg, aufgefordert, das von ihm verfaßte, noch nicht ſämmtlichen Turnern bekannte Ge⸗ dicht: Was iſt ein Turner? vorzutragen, entſprach dieſer Aufforderung, und ſeinem kräftigen und feurigen Vortrag dankte ein vielſtimmiges Bravo. Möge euer Werk auf der „Ihr wißt nun wohl auch in Proſa was das iſt, ein Turner, ſeine Abarten ſind auch ſcharf gezeichnet, die Feinde, die uns gefährden, ſind auch kenntlich gemacht, damit ihr ſie beſſern oder meiden mögt.— Nun aber laßt uns auch von unſern Freunden ſprechen und von ihrer Be⸗ ziehung zu dem jungen Vereine, den wir heute begrüßen. Liebe Turner, das ſind die ehrenwerthen Männer des Bür⸗ ger⸗ und Beamtenſtandes, deren wir mik Freuden Mehrere in unſerer Mitte ſehen, das ſind die Staatsbehörden ſelbſt, die unſerem lebensfriſchen Treiben ihren Beifall zollen, Män⸗ ner, die ihrer Jahre und Würde wegen nicht glauben, un⸗ mittelbar in unſere Reihen eintreten zu können, die uns aber als Stammhalter der Turnvereine und Ehrenmitglieder derſelben nahe ſtehen, Männer, die zum Theil früher ſelbſt Turner, der Jugend als Vorbild zur Nacheiferung vor⸗ ſchweben ſollten. „Wollt ihr denn, ſo frage ich jetzt zum Schluſſe die angehenden Turner aus Butzbach, vor dem geiſtigen Ange⸗ ſichte jener Männer, deren gerade dieſe Stadt ſo ausge⸗ zeichnete beſitzt, und unter den Augen ihrer hier anweſenden würdigen Vertreter das Gelöbniß ablegen, den guten Vor⸗ ſätzen, die ihr heute gefaßt, treu und von Abwegen fern zu Gegen 5 Uhr verließen die Friedberger Turner unſere Stadt, nachdem vorher die Turner von Siegen und Dillen⸗ burg die Heimreise angetreten hatten, und ſpäter ſchieden auch Ra venſtein mit ſeinen Begleitern aus Frankfurt und die Turner von Gießen. Das Feſt war ſchön, ſehr ſchön, und die Erinnerung an daſſelbe wird ſich noch lange friſch und lebendig erhal⸗ ten. Aber wir hoffen, daß ſolche Feſte zu einer richtigeren Beurtheilung und Würdigung, ſowie zur weiteren Verbrei⸗ tung und Aufnahme des Turnens dienen, und daß ſich nicht nur in Städten, ſondern auch in Landgemeinden Turnver⸗ eine bilden möchten. Im Einklang mit Geſang⸗, Muſlk⸗ und Leſevereinen werden ſie zu einem erfreulichen Aufſchwung eines kräftigen Volkslebens beitragen, die geſelligen Freuden veredeln, der Ueppigkeit und Verweichlichung, ſowie einem wüſten Genußleben entgegen wirkend, Achtung vor dem Ge⸗ ſetz und Liebe zu Fürſt und Vaterland befeſtigen. Freunde der Zucht und Ordnung, Beförderer des wah— ren Volkswohls werden gerne das Turnweſen unterſtützen. Möchten ſie daher anregen, rathen und begründen, wo es Noth thut! Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. rr Edietalladung. (9083) ueber das Vermögen des Ludwig Petzinger zu Langenhain iſt der Concurs er⸗ kannt worden. Es werden deßhalb Alle, welche Anſprüche an denſelben zu haben glauben, aufgefordert, dieſelben im Termin Freitag den 7. Auguſt l. J., 5 Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigenden Aus⸗ ſchluſſes von der Maſſe dahier auzuzeigen und gehörig zu begründen. Butz bach den 20. Juni 1846. Gr. Heſſ. Freihl. von Löwiſches Landgericht Mosler. Dr. Jrle. Arbeits ⸗Verſteigerung. (998) Montag den 6. Juli d. J, Vormit⸗ tags 10 ubr, werden nachſtehende an den hie⸗ ſigen gemeinheitlichen Gebäuden erforderlichen kr. Bauarbeiten, als: 2 fl. 1) Maurerarbeit, veranſchlagt zu 10 2) Steinhauerarbeit,„ 1 44— 3) Schloſſerarveit, 15 5 90 4) Spenglerarbeit,„* 46 35 5) Weißbinderarbeit,„ 0 11 5— 60 Pflaſterarbeit, 135 54 1 7. 7 7) die Anlieferung von 6,7 Köklftr. Pflaſter⸗ ſteinen, 8) desgl. die Anlieferung 6 Koklftr. Sandes, 9) der Steine und das Sandmeſſen, unter den im Termin eröffnet werdenden Bedingungen wenigſtnehmend in Akkord ge⸗ geben. Niederros bach den 27. Juni 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bullmann. Bekanntmachung. (993) Das Konſiſtorialguk, oder die ſoge⸗ nannten Kirchheimiſchen Aecker in Dorheimer und Fauerbacher Feldmark, welche mit Petri— tag k. F. leihefaͤllig werden und überhaupt 21 Morgen, 2 Viertel, 24½ Rutben halten, ſollen abermals entweder zuſammen, oder theil⸗ weiſe mit Genehmigungsvorbehalt auf 9 Jahre verpachtet werden. Hierzu iſt Termin auf Mittwoch den 15. Juli d. J, des Vormittags um 11 Uhr, in das Bingel'ſche Gaſthaus zu Dorheim anberaumt worden, wozu die Pacht⸗ liebbaber hierdurch eingeladen werden. Hanau den 26. Juni 1846. Der Kirchenverwalter Rühl. Verſteigerung von Bauarbeiten. (999) Die zur Einrichtung des Rathhauſes zu Großenlinden zu einem Schulhauſe erfor⸗ derlichen Arbeiten und Lieferungen, beſtehend in fl. kr. Mauer- und Steinhauerarbeit, ver⸗— anſchlagt zu 1536 8 Zimmerarbeit, veranſchlagt zu 1469 20 Dachdeckerarbeit,„. 381 23 Schreinerarbeit, veranſchl. zu 1145 15 Schloſſerarbeit,„ 1 888 53 Glaſerarbeit, 1* 382 28 Weißbinderarbeit,„ 2 672 20 Spenglerarbeit, 15 5 73 48 Oann Brechen und die Beifuhr von 12.8 Kuübikklafter Mauerſteinen aus den Stein- brüchen auf der Lohr bei Kirchgöns, Die Beifuhr von 3 Kuübikklafter Mauerſand aus der Lahn, und die Lieferung von 50 Bütten Kalk ſollen Montag den 6. Juli d. J, Vormittags um 10 Ubr, auf dem Ratbhauſe zu Großen linden wenigſtfordernd verſteigert werden. Die Riſſe, der Voranſchlag und die Ver⸗ ſteigerungsbedingungen können auf dem Bureau des Unterzeichneten eingeſeben werden. Großenlinden den 23. Juni 1846. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Menges. Bekanntmachung. (1010) Mittwoch den 8. Juli, Vormittags 10 Uhr, ſoll dahier ein der Gemeinde zuſtehen⸗ der Kirſchbaumſtamm von circa 12 Fuß Lange und 2 Fuß Dicke im Durchmeſſer, welcher ſich für Schreiner ſehr eignet, öffentlich meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Rendel den 30. Juni 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Beck. Bekanntmachung. (1011) Montag den 6. Juli, des Vormit⸗ tags 11 Uhr, werden in Loco Niederrosbach — —— ——— — ———— N —— auf der Ratbſtube nachſtehende Wegbauarbei⸗ ten und Lieferungen der gemeinſchaftlichen Gemarkung Nieder- und Oberrosbach, als: 1) Handarbeiten, im Ganzen veranſchlagt zu 289 fl. 26 kr. 2) die Anlieferung 5 10 Kbklftr. Steinen, 3)„ 9„ Kies, 4) das Stein- und Kiesmeſſen, in mehreren Abtheiungen, unter den im Ter⸗ min eröffnet werdenden Bedingungen, wenigſt⸗ nehmend in Accord gegeben. Nieder- u. Oberrosbach d. 29. Juni 1846. Die Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Bullmann. Blecher. 56 fl. (1012) pfarrbeſoldungskapital liegen gegen gerichtliche Sicherheitsurkunde zum Ausleihen bereit und können gleich bezogen werden. Steinbach am 22. Juni 1846. Der Kirchenrechner Kromm. Holz⸗Berſteigerung. (1013) Mittwoch den 8. d. M., Pormit⸗ tags präcis 9 Uhr anfangend, ſollen im Ock⸗ ſtädter Gemeindewald, Schlag Nr. VI, 15 Stecken geſchältes eichen prügelholz, 20 47„ birken Prügelholz, 3) 4713 Stück eichen Schälwellen, 4) 185„ kiefern„ u. ungefähr 5) 23 Wagen, 16 Läſte Allerleiholz, öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Die Zuſammenkunft iſt in oben genanntem Schlag zunächſt des Winterſteins. Ockſtadt den 1. Juli 1846. Der Grßh. 972 Bürgermeiſter t i n. e e ba (101) In Nr. 48 d. Bl. ſteht irrthümlich in der Bekanntmachung Nr.(949):„Die Mühle des Heinrich Konrich, Muller/ ſtatt „Die Mühle des Heinrich Konrad Müller. Hungen den 29. Juni 1846. Gr. Heſſ. 8 Solmſ. Landgericht Hofmann. Vieboeſcherunge Anſtalt des Kreiſes Hungen. (1015) Die bei dieſer Anſtalt betheiligten Viehbeſitzer werden hiermit benachrichtigt, daß die Rechnung vom Jahr 1845 abgeſchloſſen iſt und Montag, den 6. Juli, Vormittags 8 Uhr, im Gaſthaus zum Solmſer Hof dahier vorgelegt und abgehört werden ſoll. Zugleich werden ſämmtliche Betheiligte eingeladen, die⸗ ſer Rechnungs-Ablage beizuwohnen und die Herrn Bürgermeiſter erſucht, Vorſtehendes den Betheiligten bekannt machen zu laſſen. Hungen den 30. Juni 1846. Der Director der Vieh verſicherungsanſtalt des Kreiſes Hungen Hunſinger. Arbeits-Verſteigerung. (10160 Dienſtag den 7. Juli d. J., des Vormittags 10 Uhr, ſollen 975 dem Rathhaus zu Niederwöllſtadt die zur Decke der Fahr⸗ bahn erforderlichen Steine aus dem Aſſenhei⸗ mer Bruch auf den Vicinalweg nach Rodheim bin anzufahren, ſowie die Handarbeit in Accord gegeben werden, nämlich nach Voranſch lag: 2,5 Cubklftr. Steine anzufahren 45 fl.— kr. das Aufſetzen derſelben 3„ 20„ das Zerſchlagen derſelben 25„ die Handarbeiten 23„ 30„ Planirarbeit an der Naßtrendt 31 12 N 2 148 2„ Niederwöllſtadt den 1. Juli 1846. J. A.: der Wegaufſeher Köbel. 208 Privat ⸗ Bekanntmachungen. N Dankſag ung. (1017) Noch nicht aufgerichtet von dem übergroßen Schmerz, der uns durch den Tod unſerer treuen Lebens-Gefaͤhrtinnen(zweier Schweſtern, gleich ausgezeichnet durch Sanft⸗ muth, Fleiß und Pflichterfüllung) niedergebeugt und für den Augenblick in eine ſchwere Lage verſetzt, müſſen wir doch, folgend dem Drange unſerer Herzen, allen guten Bewohnern Vil⸗ bels unſern innigen Dank ausſprechen für die Theilnahme, welche ſie unſern Gattinnen, die doch nicht geborne Vilbeler, ſondern Fried⸗ berger waren, in ihren leidensvollen Krank⸗ beiten bis zur Todesſtunde bewieſen, welche ſie bethatigten durch die ſo überaus zahlreiche e zum Friedhofe in echt chriſtlicher iebe Möge der Allvater gnädig auf ſie nieder⸗ blicken und ſie ſegnen!— Uns aber moge ihre Freundſchaft und Freundlichkeit, auf die wir in Freud' und Leid bauen und trauen und ſtolz ſind, nie verſiegen. Vilbel den 29. Juni 1846. Die beiden Gatten: Carl Feudtner. Martin Cramer. Schwalheimer Brunnen. (1018) Sontag den 5. Juli Harmonie⸗ u. Tanzmuſik, wozu höflichſt einladet Henk e l. Ein weiß leinenes Taſchentuch, (1019) mit den Anfangsbuchſtaben der Eigen⸗ thumerin verſehen, wurde am 30. Juni auf der breiten Straße verloren. Der redliche Finder wird gebeten, daſſelbe gegen eine Be⸗ lohnung an die Expedition dieſes Blattes ab⸗ zugeben. 190 Gulden, (1020) Vormundſchafts⸗Geld, ſind bei Gerbard Thomas in Fauerbach II. aus⸗ zuleihen. Selſerbrunnen bei Okarben. (1021) Sonntag den 5. Juli iſt am hieſi⸗ gen Mineralbrunnen wohl beſetzte Harmonie⸗ und Tanzmuſik anzutreffen, wozu ich mit der Verſicherung billigſter und prompter Bedie⸗ nung hoͤflichſt einlade. Havenecker. Kirſchenfeſt zu Ockſtadt. (1022) Sonntag den 5. Juli iſt in meinem Garten gut beſetzte Harmonie- und Tanzmu⸗ ſik anzutreffen, wozu ich mit dem Bemerken höflichſt einlade, daß ich den mich beehrenden Gäſten mit einem vortrefflichen Kirſchenkuchen, ſowie noch mit ſonſtigen ſchmackhaften Spei⸗ ſen und Getränken, als Wein, baieriſchem Bier und Aepfelwein, aufwarten und durch prompte Bedienung meine geehrten Gäſte zu⸗ frieden ſtellen werde. Ockſtadt. N. Steyer. Anzeige. (1023) Ich erlaube mir hiermit einem ge⸗ ehrten Ppudlikum ergebenſt anzuzeigen, daß ich vom Juni an in Vilbel, im Gaſthaus zum grünen Baum, wohne und empfehle mich dem⸗ ſelben zu zahlreichen Aufträgen in allen in mein Fach einſchlagenden Arbeiten. Heinrich Spahr, Dachdeckermeiſter aus Lich. Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 4. Sonntag nach Trinitatis d. 5. Juli: Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Pfarrvicar Baur. a Vormittags predigt in der. Burgkirche: Herr Candidat Heinrichs. Nachmittags predigt in der Burgtirche: Herr Stadtpfarrer ert ſch. 120 Dienſtag Nachmittags von 3— 4 4 hält Betſtunde: Herr Candidat Pfaff. Fruchtpreiſe 5 2 Juli 26. Juniſ23. Juni attung. Fried⸗ Groß⸗ Mainz gerau fl. tr. H. Tr, f. tx. Waizen pr. Malter] 12— 13 44 13 20 or!„ 9 6—2 9 40 10 5 — Gerſtee„„— 71141 7 30 Hafer; 151 51271 5 — Polizei⸗Taxe fuͤr die Staͤdte Friedberg und Butzbach vom 5. bis 11. Juli 1846. 2 f 5 Fried⸗ Butz⸗ Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 8 A 1j Leib⸗Roggenbrod e 21„ 7 f 6536 40 7 7 13 1 13 2 0 th. Lt Milchbrod 1 35 1 355 — Waſſerweck 13% —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 14% 15 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 115 5— 121— . gemäſtete 2 10— „.Kühfleiſch ungemäſtetes 9— 9— : 0% gemäſtetes gh ee 2 Rindſteiſc angemäſtetes 8 „ Kalbfleiſch 6— 166— „ Schweinenfleiſch 111 2711/0 „ Hammelfleiſch 9— 9— „Schaaflfleiſch 6— 5— „Wurſt von blos Schweinen 13— 12— „ Gemiſchte Wurſt 10 „ Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 1 1 „ Geräucherter Speck 20— 20— „Schinken 16 16— „ Dörrfleiſch 15— 15— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 20— unausgelaſſen 18— 18— „ Nierenfett 20— 20— „Hammelsfett f 151— 115— Der Gr. Heff. er d. K. Friedberg Die Polizei⸗Tare für die Stadt Vußbac gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. 80 2 d. K. Hungen leni us. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. a das Wöc Wee wog. Abonnem Zeile 2 kt welche bis 0 Ed Monats gehalten dieſer Ta z ſtark Miwoch ind Rödel gerichts⸗ Be Vehelligter Fri 5 Juni) auf benswürd wurde, he ein bella lic, wen ſen beſetzt dura ſhrende n bodmutend 0 fan ſache uz ſcher an vorüber f daß der; Weit day b.