Hebhaber 4 Aber. ſogleich Jaden etzt. telz. de regel. s Jahr für die Provinz Ohberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Ein neues Vierteljahr⸗ Abonnement auf das wöchentlich zweimal erſcheinende„Intelligenz⸗Blatt für die Provinz Oberheſſen“ beginnt am 1. October. Geneigte Beſtellungen wolle man recht bald entweder bei dem Unterzeichneten, oder bei den den verehrlichen Abonnenten zunächſt gelegenen löblichen Poſtämtern einreichen.— Intelligenz-Olatt Abonuementspreis: das Viertelfahr 24 kr.— Inſeratgebühren: die beiden erſten Zeilen zuſammen 7 kr.; die dritte und jede folgende Zeile 2 kr.— Aufnahme der Inſeraten: alle bis zum Sonntag Abend eingehenden Juſerate kommen in das Mittwochs⸗Blatt, und alle, welche bis zum Mittwoch Abend eintreffen, in das Samſtags⸗Blatt. Carl Bindernagel. Amtlicher Theil. Verkauf von Schwytzer Zuchtſtieren betrff. Gelegentlich des am 7. Oktober dahier in Gießen abgehalten werdenden Viehmarktes ſoll zur Erleichterung der Coneurrenz fur die Bewohner des weſtlichen und nörd— lichen Theils der Provinz Oberheſſen, unter freier Concur— renz für Inländer, eine Parthie der ſchönſten Schwytzer Zuchtſtiere, in der Hofraithe des Großherzoglichen Bürger— meiſters Reiber dahier, Vormittags 10 Uhr, zur Verſteigerung gebracht werden. Die Thiere ſelbſt ſind von Montag den 5. October an dahier in Gießen aufgeſtellt und von Liebhabern ein— zuſehen. Gieſſen am 29. September 1846. Der Präſident des landwirthſchaft. Vereins von Oberheſſen von Firnhaber-Jordis. Friedberg den 25. September 1846. Nachträglich zu dem Aufſatze vom 5. September d. J. Nro. 70. des Int. Blattes haben wir zu bemerken, daß eine neuere, nach der nun eingetretenen günſtigeren Witterung ſtattgehabte, Ermittelung des muthmaßlichen Kartoffelerträg— niſſes im Kreiſe Friedberg nunmehr die Ausſicht auf einen Geſammtertrag von 373,900 Malter, mithin von 61,497 Malter mehr, als früher, eröffnet hat. Zugleich fuͤgen wir dem, als Erwiederung auf eine Anfrage in der Grßh. Heſſ. Zeitung, noch die Bemerkung bei, daß in der in jenem Aufſatze enthaltenen Annahme des Brodfrucht-Bedarfs den eingelaufenen Berichten zufolge zugleich das Bedürfniß fur die Ausſaat inbegriffen war. Dagegen war dabei auf einen Verbrauch als Viehfutter aus dem Grunde nicht gerechnet, weil ein ſolcher Verbrauch nicht nothwendig und bei dem Stande der jetzigen hohen Preiſe auch weder lohnend, noch wahrſcheinlich iſt. Dem nachfolgenden Aufſatze laſſen wir das Sprüchlein vorausgehen, welches, wie uns Göthe auf S. 17 Bd. 20 ſeiner ſämmtlichen Werke erzählt, an der Wand des Rath— hausſaales zu Frankfurt zu leſen war: Eines Mannes Rede Iſt keines Mannes Rede: Man ſoll ſie billig hören beede. Die Redaction. Vom Hüttenberg im Auguſt 1846. An die Mäßigkeitsvereinsfreunde! Mäßigkeit— Branntwein— das ſind zwei große Feinde, von welchen einer dem Andern den Rang ablaufen möchte, ohne daß ſie es bisher fertig gebracht haben, ſind zwei ſo unvereinbare Stoffe, wie ungeloſchter Kalk und Sand, ſo daß, wie bei dieſen, ſo auch hier Waſſer hinzu— gegoſſen werden muß, um eine Verbindung zu bewerkſtelligen. Um deßhalb auf der einen Seite der jungfräulichen Süßlich— keit, womit man die Sache oft betreibt, auf der andern Seite dem vagabundirenden Fuſelgeiſte entgegenzutreten, er— laube ich mir hiermit, beide Gegner zu einem kleinen Gläs— chen Bitterwaſſer oder auch Magenbitter einzuladen, weil beide Ingredienzien ſowohl den Durſt löſchen, als auch nicht leicht eine zu große Portion wünſchen laſſen, ſomit Durſt und Mäßigkeit zufrieden ſtellen und die Verdaulichkeit der 2 25 . . bisher noch ſehr unverdauten Mäßigkeitsvereinsſache zu be⸗ 5 * 312* fordern im Stande ſein möchten. Nun, ſo trinket das Ver⸗ ſohnungstränkchen!— Was will der Mäßigkeitsverein? Er will etwas ganz Uraltes, was der Apoſtel Paulus deut— lich genug ausdrückt mit ſeinen Kernworten: Saufet Euch nicht voll Weins, woraus ein un ordentlich Weſen entſteht. Lieber Landmann! Wie oft haſt Du ſchon dieſen Spruch von der Kanzel gehört, wie oft haſt du ſchon das Laſter des Trunkes, die Gefahren des Branntweins, die trau⸗ rigen Folgen in Haus und Familie mit den ſchrecklichſten Farben ſchildern hören? Und immer wird noch zuerſt ge⸗ nippt und dann getrunken und endlich geſoffen, weil es dir gut ſchmeckt, beſſer ſchmeckt, am beſten ſchmeckt. Wie dem nun abhelfen? Da kommen denn die ſogenannten orthodoxen Geiſtlichen(lieber Landmann, wenn du nicht weißt, was das für Leute ſind, ſo frage deinen Herrn Geiſtlichen, oder wenn du auf einem Filiale wohnſt, deinen Herrn Schullehrer oder gehe über Pohlgöns nach Wetzlar zu) und bilden keine Mäßigkeits vereine“), ſondern predigen ohne Weiters: du Sünder von Mutterleibe an, kreuzige dein Fleiſch, trinke Waſſer,— ſonſt biſt du ein Kind der Hölle! Und was richten ſie aus? Nichts! Und nun die Herrn Rationaliſten oder Heterodoxen!(Frage, lieber Landmann.) Was thun dieſe? Nun, ſie wollen doch unſerem Fleiſche und Blute, unſerem Verſtand und unſerer Vernunft noch ein bischen Recht zukommen laſſen und meinen es auch mit den Leuten recht gut; da ſie aber ſehen, daß es von der Kanzel herab nicht mehr gut thun will, ſo ſagen ſie zu ihnen: kommt doch heute oder morgen und an dem und dem Tage da und da hin; da haben wir wieder Mäßigkeitsvereinsverſammlungs⸗ berathungsprotocollsabhörung und höret, was da als ge⸗ ſprochen wird. Nun ſo laß' uns einmal da hingehen, lie⸗ ber Landmann, allein das rathe ich dir in Gutem, nur kein Branntwein, wenn du von Haus weggehſt— ſondern nur Kaffee und wenn es ſelbſt Surrogatsbruͤhe wäre.— Es ſind viele Herrn im Sitzungsſaale, in ſch warzen Fräcken und feinen Tuchröcken, in behaglicher Ruhe und Selbſtzufriedenheit über ihr großes menſchheitbeglückendes Werk! Denn warlich, es iſt ein großes Stück, in ſeinen vier Wänden zu rathen und zu denken, in Schlafrock und Pantoffeln, auf dem Sopha oder in dem Studierſeſſel, mit einer brennenden Pfeife und einem ganz kleinen Gläschen Wein— zu rathen und zu denken über die Mäßigkeit, während der Landmann nur ſeine Hacke auf den Buckel zu nehmen hat und bei Wind und Wetter— Hitze und Froſt ſich amüſiren darf. Wie kann man da Langeweile haben oder Durſt bekommen bei einem ſo großen Vergnügen auf dem Lande? Doch zurück in den Sitzungsſaal! Dort werden nur ſalbungsvolle Reden gehalten“)— ohne Wein, denn ihr ſollt ja mäßig ſein; ) Ich berufe mich auf Claus Harms, welcher es für einen ſchlechten Ausweg hält, Mäßigkeitsvereine zu ſtiften, ſo lange man noch die Bibel in der Hand hat. ) Ferdinand Röſe hat in ſeinen Schwänken und Geſchichten für das deutſche Volk beinahe am Ende eine Mäßigkeitsrede aus dem Hausfreund für Hütten und Paläſte von Steffens ſehr gewandt, originell und genial abzuſchreiben gewußt! dort werden Branntweinpeſtgeſchichten erzählt— ohne Wein, denn ihr ſollt ja mäßig ſein; dort werden neue Mitglieder aufgenommen— ohne Wein, denn ihr ſollt ja mäßig ſein. Der langen Rede kurzer Sinn: ſei mäßig! Man ſagt be⸗ klommen und leiſe: Ja, geht wieder nach Haus und zur Belohnung für die Sache und wegen der Müdigkeit der Glieder wird noch einmal ein Gläschen genommen, um ihm dann auf immer Valet zu ſagen, das heißt, bis zum nächſten Male! Iſt es nicht ſo? Doch, räſonniren iſt leicht und beſſer machen das Schwierige. Allein wie ſoll ich das anfangen, da ich weder Orthodoxer noch Hetherodoxer bin, und mich überhaupt allen Oxen fern halte? da bin ich warlich übel daran„ weil bis auf dieſe Stunde noch keine andere Menſchenklaſſe anerkannt worden iſt. Nun, ich will deßhalb auch ganz leiſe auf⸗ treten, als ob ich gar kein Recht hätte und nur ein paar Fragen aufwerfen. Mäßigkeitsvereinspräſident— oder Aus⸗ ſchuß oder Secretär! Haſt du kein Tröpfchen Wein in deinem Keller?— chalblaut) Ach ja, denn es kommen doch zuweilen mäßige, fremde Gäſte, die ich bewirthen muß. Schön, ich laß' es gelten. Haſt du dich dieſes Jahr noch gar nicht gefreut auf den 1846, der bald gekeltert werden wird? Willſt du nicht einigen jungen Moſt in Schläuche ſammeln?(leiſe) Warum denn nicht?— Du biſt aber doch bei dem Mäßigkeitsvereine! Thut Nichts, Herr Nichtox, höre ich da ſagen, Herr Nichts wiſſer, Herr Reformator, Herr Antimäßigkeitsprediger; wiſſen Sie denn nicht, daß wir nur gegen den Branntwein zu Felde ziehen? Ach ſo, nun geht mir ein Licht auf, nun begreife ich Euern Eifer, der ſich feſthält an dem Rebengeländer und mit Rheinwein⸗ begeiſterung predigt gegen den Schnapps. Ich nehme Alles an, was Ihr mir da ſagt; darum nun auch mein Wort in Ehren. Vor allem Andern geht doch hinaus auf die Ortſchaften und arbeitet einmal ſo von Peterstag bis Mar⸗ tini, dieſem Schreckenstag aller Schreckenstage, traget den Schweiß und die Mühe des Bauers, eſſet ſein derbes Schwarz⸗ brod und ſeine trocknen Kartoffeln, genießet ſeinen feſten und ungeſtörten Schlaf— ob das ſo ganz ohne Schnapps vor ſich gehen kann! Warum denn nicht, ſagſt du. Er trinke Wein. Nun, ſo thut zuerſt Mildthätigkeitsvereine und ähnliche menſchenfreundliche Anſtalten auf, woraus ihr dem Bauer Wein kauft: täglich ſo ein Schöppchen rothen Ingel⸗ heimer zum Frühſtück mit einem Sardellenbutterbrödchen oder kaltem Cotelettchen; Mittags einen Schoppen Nier⸗ ſteiner à 24 kr. und Abends einen Schoppen Forſter Tra⸗ miner, oder Geiſenheimer oder Ruppertsburger mit einer Portion boef steak und geröſteten Kartoffeln. Das iſt ja doch gewiß ein ganz leidlicher, mäßiger Geſchmack! Freund⸗ chen, wenn da das Branntweintrinken nicht von ſelbſt auf⸗ hört, dann laß' ich mich alsbald auf die Liſte der beliebigſten Oxen ſetzen. Verſtehſt du wohl, wo ich jetzt hinauswill? Höret deßhalb auf, wenn ihr Freunde der Menſchheit und Förderer des Wahren und Guten und Schönen genannt ſein wollt, höret auf mit euren langen, langweiligen und geiſtloſen Moralpredigten, denn ſie gleichen dünnen Waſſer⸗ ſuppen, womit man allenfalls Wöchnerinnen und nerven⸗ ſchwache, bäderbeſuchende Leutchen abfüttern kann, und kei⸗ nen gie Lande Lunge den le aul 45 de guler yilſt, hellen? ein, Krank Pfart vetein Adolfe ſollen, nd ge dann 30 1 laß des buch 8 die in def die 2 recken und die S Hunfel hard ut en) correß leitet Bek. (112 Kumm und 5 circa! lag de ſigem ſteigert Termin den en Fauerb beauftt Steigl Fri⸗ (143 gen un, daselbst von den lehne e beſchlo tialſchr Geme dem 1 in Ha dandig Kopitg Vein, uiglieder big sein. ſagt be, nd zur elt der n dann Male 1 machen Y weder t allen eil big erkannt . auf⸗ r paar r Aus⸗ ein in en doch Muß. noch derdeg lauche Fr doch lichter, mator, „ daß ſch ſo, Eifer, wwerm⸗ e Alles Wort uf die Mar⸗ et den adj feſten dapps Er e und dem nge; chen Nier⸗ Tra⸗ einer iſt ja „ 313* nen grobgegliederten, nervenfeſten, an derbe Koſt gewöhnten Landmann ohne Gleéhandſchuhe und Zeugſtiefelchen, ohne Lorgnette und Spazierſtöckchen à la Strohhalm. Laßt doch dem Bauer ſeinen Schnapps, zumal da man noch Patente ausſtellt für Schwarz'ſche Apparate, zumal da man jeden Tag weiter ſchreitet im Deſtilliren und Filtriren. Der Bauer iſt ein Freund des Geiſtes. Wenn du ihm helfen willſt, nur nicht mit Maͤßigkeitsvereinen. Allein wie da helfen? Turnen, das iſt uͤberflüſſiig, denn er turnt Jahr ein, Jahr aus und iſt darum friſch an Körper, frei von Krankheit, fröhlich im Herzen und fromm wie ſein Herr Pfarrer! Singen— das geſchieht ja überall! Singvögel— veceine, Bienenvereine, Landwirthſchaftsvereine, Guſtav⸗ Adolfsvereine, Peſtalozzivereine, die noch geboren werden ſollen, Miſſionsvereine— und doch wird noch getrunken und geſoffen! Und wenn gar der Mäßigkeits verein einginge? dann wird es wohl nicht ärger werden, lieber Freund! Ich wüßte noch ein Mittelchen und das ſoll probat ſein: laß den Bauer leſen. Allein nicht immer in dem Geſang— buch, in dem Katechismus, in der Bibel; er möchte ſonſt dieſe Bücher, heilig und verehrungswürdig, wie ſie ſind, in den langen Winderabenden gar bald bei Seite ſchieben, die Brille abthun, ſich die Augen ausreiben, die Glieder recken, gähnen und mißmuthig hinter der Bank hervorgehen und wohin? Ins Wirthshaus oder der junge Burſch in die Spinnſtube, dort getrunken und geplaudert— hier ge— trunken und Zoten geriſſen. Darum laßt ihn leſen in Lien hard und Gertrud, in der Spinnſtube, in den Dorfgeſchich— ten; ſchreibt an die verſchiedenen Volksſchriftſtellervereine, correſpondirt mit den Buchhändlern, regt die Sache an, leitet ſie beſonnen und leſet mit dem Landmanne, damit er was Vernünftiges zu denken hat und der Bauer hat Geiſt— er denkt gern und ſcharf— urtheilt grad und richtig und vergißt ſo den Branntwein und weiß nicht wie. Nicht wahr, lieber Landmann, ſo iſt es? Ich halte viel, Alles auf Dich— halte Du aber auch ſelbſt auf Dich etwas und fuͤhle, daß Du in Deiner natürlichen Unverdorbenheit viel, viel leiſten kannſt! Sei Menſch, ſei Bürger und ſei Chriſt! Aus zu ng aus dem Civilſtands-Regiſter der iſraelitiſchen Religions— Gemeinde zu Friedberg für das I. Semeſter 1846. Geborne: 1. Dem hieſigen Einwohner und Kaufmann Lndwig Fürth eine Tochter, Emilie, geb. den 19. Februar. 2. Dem Bürger und Kaufmann zu Butzbach Gerſon Lind— heimer eine Tochter, Sophia, geb. den 27. Februar. 3. Dem hieſigen Bürger und Kaufmann Iſidor Lindheimer eine Tochter, Rega, geb. den 23. Marz. Getraute: 1. Ludwig Grödel, Bürger und Kaufmann dahier, ehelich lediger Sohn des hieſigen Bürgers und Kaufmanns Hirſch Baruch Grödel, und Eliſe Hanau, ehelich ledige Tochter des hieſigen Bürgers und Uhrmachers Löb Hanau, getraut zu Butzbach am 10. Februar. 2. Ludwig Simon, Bürger und Weißgerber dahier, ehelich lediger Sohn des Bürgers und Seifenfabricanten Gott— ſchalk Simon zu Fauerbach II., und Henriette Gold— mann, ehelich ledige Tochter des hieſigen Einwohners und Kaufmanns Lazarus Meier Goldmann, getraut dahier am 7 Juni. Beerdigte: 1. Gottſchalk Hirſchhorn, hieſiger Einwohner und Han⸗ delsmann, 75 Jahre alt, ſtarb am 22. Februar. 2. Beß Mannheim, ledig, 83 Jahre alt, ſtarb am 3. Mai. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rer Verſteigerung. (1426) In Auftrag des Kaufmann Wilh. Kummich dahier werden deſſen, in Friedberger und Fauerbacher Gemarkung gelegene und in circa 16 Morgen beſtehende, Guterſtücke Mon. tag den 5. Oktober, Morgeas 9 Uhr, in bie⸗ ſigem Rathhauſe öffentlich meiſtbietend ver⸗ ſteigert, mit dem Anfügen, daß ſechsjährige Termine anberaumt, die Güterverzeichniſſe bei den einſchlägigen Flurſchützen in Friedberg, Fauerbach und Ockſtadt einzuſehen und Letztere beauftragt ſind, die einzelnen Parzellen den Steigluſtigen zu zeigen. 1 Friedberg am 28. September 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (1433) Nachdem die Gemeinde Heldenber⸗ gen und Namens derſelben der Gemeinderath daſelbſt die Rückzahlung des ganzen Reſtes von dem am 1. Januar 1838 negociirten An⸗ lehns von 68000 fl. auf den 3. Januar 1847 beſchloſſen hat, werden die Inhaber von Par⸗ tialſchuldſcheinen den 3. Januar 1847 bei dem Gemeindeeinnehmer Henſch dahier, oder bei dem Handlungshaus Hrn. Daniel Brandt in Hanau zu präſentiren und gegen Aus⸗ händigung dieſer guittirten Schuldſcheine die Kapitalienbeträge in Empfang zu nehmen, in⸗ dem von dieſem Tage an keine weitere Zin— ſen mehr von der Gemeinde vergütet werden. Heldenbergen den 28. September 1846. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Pauly. Bekanntmachung. (143 Freitag den 9. d. M., Nachmittags um 2 Uhr, werden in dem Hofe des Militaͤr— Lazareths dahier, namhafte Quantitäten alte Baumaterialien, wobei ſich insbeſondere meb— rere Parthien noch gebräuchliche Thüren und Fenſter mit Beſchläge, ſodann 5 Oefen ꝛc. ꝛc. befinden, gegen gleich baare Zahlung verſteigert. Friedberg den 1. Oktober 1846. J. A.: Geö lz. Oberquartiermeiſter. NUN Privat ⸗ Bekanntmachungen. Anzeige. (14210 Alle Sorten Uhren, Gold-, Silber- und Neuſilberwaaren, Brillen, Thermometer und alle in dieſes Fach einſchlagende Artikel verkauft billigſt Friedberg. L. Hanau, Uhrmacher. Kirchweihfeſt zu Bauernheim. (14335) Sonntag den 4. und Montag den 5. October iſt bei Gelegenheit des Kirchweih⸗ feſtes bei mir gutbeſetzte Tarzmuſik(Trom⸗ peter des Reiter-Regiments in Butzbach) an⸗ zutreffen, wozu ich höflichſt einlade Bauernheim. Gaſtwirth Walther im Solmſiſchen Hof. Zu Verkaufen. (1136) Ein vollſtändig noch ganz neu und gut ervaltenes Buchbinder-Werkzeug iſt billig zu verkaufen. Bei der Exped. d. Bl. das Nähere. Ein vollſtändiges Logis (11377) bat zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden bei 1 Friedrich Briel in Friedberg. Ein vollſtändiges Logis (138) iſt zu vermiethen und ſogleich zu bezieben. Desgleichen kann auch ein möblir⸗ tes Zimmer nebſt Kabinet vermiethet werden bei Schreinermeiſter Pfeffer. Eine Wohnung, (1439) beſtehend in einer heizbaren Stube, Kammer, Küche und Keller, nebſt Stall und Miſtplatz, hat zu vermiethen und kann ſogleich bezogen werden bei Carl Häußers Wtw. in der Seemühle dahier. Das Nauheimer Kirch— weihfeſt (14100 findet den 4. und 5. und das Nach⸗ kirchweihfeſt den 11. d. M. ſtatt. Zu bei⸗ — den lade ich freundlichſt ein und bemerke noch beſonders, daß meine verehrten Gäſte außer einer guten Tanzmuſik, vorzügliche Speiſen und Weine bei mir finden werden und ſehe ich deßhalb einem zahlreichen Beſuche entgegen. Nauheim den 1. Oktober 1846. Bernhard Salzmann, Gaſtwirth zur Krone. Ein geräumiger Stall, (1440 zweiſtöckig und in ſehr gutem Zu⸗ ſtande, iſt auf den Abbruch zu verkaufen. Wo? ſagt die Exped. d. Bl. Nauheimer Teichhaus. (IAn2) Sonntag den 4. und Montag den 5. October wird auf hieſigem Teichhauſe das Nauheimer Kirchweihfeſt geſkiert. In⸗ dem ich meine verehrten Gönner und Freunde zu dieſem Vergnügen höflichſt einlade, be⸗ merke ich zugleich, daß ich für gute Weine und Speiſen, beſonders vorzügliche Karpfen, ſowie für gute Muſik beſorgt ſein werde. Nauheim den 29. September 1846. Henkel. Wohnungsveränderung. (1443) Einem geehrten publikum die An⸗ zeige, daß ich mein ſeitheriges Logis verlaſſen und nunmehr bei Wittwe Erbes(nächſt der Burg) wohne, ſowie ich gleichzeitig bemerke, daß ich mit einer bedeutenden Auswahl Regen⸗ ſchirmen, Stöcken, ſowie mit geköbertem Zeug zu Schirmen beßtens verſehen bin und Repa— raturen an alten Schirmengeſtellen übernehme, verſpreche ich billige und prompte Bedienung. Friedberg am 29. September 1846. 3. Garde, Regenſchirmfabrikant. Waarenempfehlung. (1A Einem geehrten Publikum die er⸗ gebene Anzeige, daß ich mit neuen Meßwaaren, namentlich alle Sorten Tücher, ſowte mit Modewaaren in ſchönſter Auswahl beßtens verſehen bin. Indem ich billige und prompte Bedienung verſpreche, bittet um zahlreichen Zuſpruch J. Adler neben der Poſt. Eine Setzerlehrlingsſtelle kann in der Buchdruckerei des Unterzeichneten durch einen ſoliden jungen Menſchen, welcher die erforderlichen Schulkenntniſſe hat, beſetzt werden. Auch kann ein geſitteter junger Burſche dauernde Beſchäftigung erhalten bei g C. Bind er nagel. Literariſche Anzeige. (1399) Verlag von H. L. Brönner in Frankfurt a. M., zu haben in allen Buch⸗ handlungen, in Friedberg bei C. Binder— nagel: 5 Metzger, der Banernſpiegel, oder Peter Lang, der vollſtändige Bauer und Bürgermeiſter. Geh. Preis fl. 1. 12 kr. Inhalt: Wie ſoll man in den Dörfern bauen.— Die Backſteinbrennerei auf dem Felde.— Die Kalkbrennerei.— Die Dung⸗ grube und der Abtritt.— Kein Gewerbe bringt mehr ein, als der Grund und Boden. — Die Obſtſaatſchule.— Der Werth des Obſt⸗ baumes.— Welche Obſtarten ſoll der Land⸗ „ 314* wirth pflanzen?— Das Einſchlagen und Ab⸗ ſtecken der Obſtbäume.— Das Anfertigen der Baumlöcher und Setzen und Beſchneiden der Bäume.— Das Anlegen der Gartenzäune.— Das Anbinden und Schützen der Obſtbäume. — Die Winterbeſchäftigung.— Der Weinbau in den Dörfern.— Das Keimen der Obſtkerne und die Behandlung der Obſtſaatſchule.— Die Anlegung einer Baumſchule.— Die Sommer⸗ getreideſaat.— Die Behandlung der Obſt— baͤume im Obſtgarten.— Die Kartoffelkrank— heit.— Wann werden die Pfropfreiſer ange ſchnitten?— Das Veredeln der Obſtbäume überhaupt.— Die Benutzung der Zeit.— Das Einſtreuen des Sandes in den Kuhſtall. — Das Pfroofen oder Zweigen.— Das Ko⸗ puliren.— Die Bereitung des Baſtes.— Das Okuliren oder Aeugeln.— Die Behandlung der Obſtbäume in der Baumſchule im erſten Jahre nach der Veredlung.— Die Behand— lung der Obſtbäume im zweiten und dritten Jahre nach der Veredlung.— Wie es in P. Langs Haus, Hof, Stall und Feld ausſieht.— Peter Lang wird zum Bürgermeiſter erwählt. — Der Bürgermeiſter ſorgt für eine beſſere Faſſelhaltung.— Die Viehverſtellung im Orte hört allmälig auf und wird den Juden ent— zogen.— Der neue Schullehrer unterrichtet mit Beihülfe ſeiner Frau die Jugend.— Ein vernünftiger Vorſchlag des Lehrers, wie man Holz erſparen und eine Bücherſammlung ohne beſondere Koſten anſchaffen kann.— Wann iſt das Halten von Schweinen, Federvieh und Pferden am Platze und wie kommen wir am beſten zu Pferden?— Wie ſtark ſoll unſer Viehſtand ſein?— Wie müſſen die Kühe der Kuhbauern beſchaffen ſein?— Wie ſoll man das Rindvieh füttern und geſund erhalten?— Wie der Bürgermeiſter die Bettler zur Arbeit bringt.— Wie der Bürgermeiſter den Feld⸗ und Waldfrevel einſtellt und eine verbeſſerte Waldwirthſchaft einführt.— Die Errichtung eines Gemeindebackofens, verbunden mit der Wachtſtube, Obſtdörre und einem Waſchhauſe.— Die neue Güter⸗ und Feldwegeintheilung.— Die Verſchönerung des Dorfes.— Der Bür— germeiſter ſorgt für ein beſſeres Hypotheken— weſen.— Die Trockenlegung eines Sumpfes und Einführung einer geregelten Wieſeneul⸗ tur.— Die künſtliche Kopfholzzucht.— Die Weidenkultur.— Wie können unfruchtbare Sandhügel nutzbar angelegt werden?— Wie es jetzt in der Gemeinde ausſieht und wie die Verdienſte des Bürgermeiſters von der Re⸗ gierung und der Gemeinde anerkannt werden. — Wie ſoll man einen Friedhof anlegen.— Die letzten Lebensjahre des Peter Lang. Nro. 20. des Wetterauer Sonntagsblattes (von 14 zu 14 Tagen erſcheint eine Nummer und koſtet das Semeſter hier 18 kr., durch die Bezirksboten 24 kr.) wird mit dem heu— tigen Intelligenzblatte ausgegeben. Inhalt: Die Dankbarkeit gegen Gott.— Beharrlicher Sinn.— Him⸗ mel und Hölle. Frankfurter Gold-Cours vom 2. October. N Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 47 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 54½ Rand⸗Ducaten 5 35 20 Frankſtücke 9 1277 Engliſche Souverains 11157 Kirchliche Anzeigen N für Friedberg. f 17, Sonntag n, Trinitatis d. 4. Oktbr. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. (Abendmahl.) 5 Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Bingmann. Fruchtpreiſe⸗ 1. Okt. 25. Sep. 28. Sep. Gattung. Fried⸗ Groß⸗ berg Mainz 6 5 fl. kr. fl. kr. fl. kr. 2 pr. Malter 14 30 14 19 14 30 orn — 0 64215 Gerte 9—1 925 1 5 Hafer„„ 4130—1— 1 430 Polizei ⸗Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 4. bis 10. October 1846. 2 50 Fried- Butz⸗ 5 Brod ⸗Preiſe. berg. bach. 2 kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 0 2 2 2 7 77 9— 9— 4„ 2 18 25 17 15 th. Lth. — Milchbrod 1 9 1 8 — Waſſerweck 13 Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 14 14 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 0185 8 5 12— 1 S gemäſtete 8794 2 „ Kühfleiſch e 7 19 73 f z% gemäſtetes 8— 18— 3 Rindſſeiſch angemäßſtes Min 7 Kalbfleiſch 8— 772 „ Schweinenfleiſch 134— 13— „ Hammellleiſch 8— 82 „ Schaaflleiſch Noöfg „Wurſtvon blos Schweinen 14— 14— „ Gemiſchte Wurſt 10———ͤ— „ Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 24— 24— „Schinken 17— 17— „ Doörrfleiſch 17— 17— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 23— 23— unausgelaſſen 22— 21— „ Nierenfett 22— 20— „ Hammelsfett 17— 17— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg Küchler. 5 Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg⸗ gerau