5 fl. 4. 30 kt. 1 1 aphiſchen Rhein; ntelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. e W 338. Sonnabend, den 26. Zur Erinnerung an das Marburger Saͤnger— feſt, welches den 19., 20. und 21. Juli 1845 ſtattfand. Vom Friedberger Sängerverein hatten 24 Mitglieder ihre Mitwirkung bei dem Marburger Sängerfeſte zugeſagt und fuhren in zwei Familienwagen den 18. Juli nach 9 Uhr Abends mit fröhlichem Muthe von Friedberg ab. In Gießen wurde der Kaffee getrunken, in Bellenhauſen gefrüh— ſtückt und von da mit dem Butzbacher Sängerverein Orpheus, der in zwei, jeder mit vier Poſtpferden beſpannten, ſchön ge— ſchmückten, offenen Wagen daſelbſt gewartet hatte, gemein— ſchaftlich weiter gefahren. In dem letzten Orte vor Mar— burg wurde angehalten und Toilette gemacht, dann weiter gefahren und gegen 10 Uhr in dem Schützenpfuhl vor Marburg abgeſtiegen, wo nicht lange nachher der Verein von Dillenburg in zwei Wagen anlangte. Gegen 11 Uhr kam ein Theil des Marburger Comitees, begrüßte die ange— kommenen Vereine und übergab für jeden Sänger ein Ab— zeichen und eine Broſchüre. Dieſe enthielt: ein Programm, die Namen der Comitee-Mitglieder, der Kampfrichter und der Bewohner Marburg's, welche ſich erboten hatten, Sänger zu beherbergen, die Namen ſämmtlicher mitwirkender Sän— ger mit Angabe ihres Quartiers und den Text der Geſänge; eine Anordnung, die jedenfalls bei Feſten der Art ſehr zu empfehlen iſt. Gegen 12 Uhr langte der Verein von Her— born in zwei Wagen an und der Zug ſetzte ſich in alpha— betiſcher Ordnung der Städte, Butzbach mit ſeiner ſchö— nen Fahne voran, in Bewegung. Vor dem engliſchen Hofe wurde Halt gemacht; das ganze Comitee hatte ſich auf dem Balkon des Gaſthauſes verſammelt und ein junger Mann, wie wir hörten ein Theologe, hielt eine kurze kräf— tige Rede, worin er die Sänger im Namen der Stadt Marburg willkommen hieß. Der Zug ſetzte ſich auf's Neue in Bewegung mit der Muſik und dem Comitee an der Spitze und gelangte unter Böllerſalven und tauſendſtimmigem Jubel auf dem Marktplatze in Marburg an, wo er mit Ruſik und Geſang empfangen wurde. Nachdem das ſchöne Lied:„Brüder reicht die Hand zum Bunde, ꝛc., gemeinſchaft— lich von allen Sängern geſungen und die Fahnen auf das Rathhaus gebracht worden waren, ſuchten die Sänger ihre Gaſtfreunde auf. Viele der letzteren hatten ihre Gaſtfreund— ſchaft ſo weit ausgedehnt, daß ſie ſchon vor der Stadt in den Schützenpfuhl kamen und ihre Gäſte aufſuchten und bewillkommten. Nach der Probe, welche den Nachmittag ſtattfand, kamen die Sänger und viele Gaſtfreunde in Lederer's Garten, wo alte Bekanntſchaften erneuert und neue ange— knüpft wurden. Für die Friedberger war es beſonders er— freuend, die biederen Herborner mit ihrem ſo achtbaren und beſcheidenen Dirigenten wieder zu ſehen. Anfangs Marz 1844, wo der Herborner Verein ſich nach Wiesbaden zur Vermählungsfeier des Herzogs begab und im Simonk— ſchen Gaſthauſe in Friedberg übernachtete, hatte ſich zwiſchen dieſen beiden Vereinen ein ſchoͤnes freundſchaftliches Ver— hältniß gebildet, weil ſie gegenſeitig einſahen, daß ſie gleiche Mittel zu gleichem Zwecke ergriffen hatten: Geſang, Ver— edlung!— Dieſe Gefühle und Geſinnungen fanden in Marburg neue Nahrung und gewiß ſind beide Vereine mit gegenſeitiger noch größerer Achtung und Liebe geſchieden, als dieſes bereits der Fall war. Am Abend fand auf der Wieſe am engliſchen Hofe ein Feſteſſen ſtatt, wobei es an fröhlicher Unterhaltung mannig— faltiger Art nicht fehlte. Muſik, Geſang, Boͤllerſalven und ein recht huͤbſches Feuerwerk machte das Ganze noch man— nigfaltiger und lebhafter. Letzteres beleuchtete oft die intereſſanteſten Scenen: hier unterhalten ſich Sänger, dort umhalſen ſie ſich, hier ſchmolliren Studenten, dort ſuchen ſie einen Weißkittel mit ſeinem Gewittervertheiler betrunken zu machen, an dem einen Ende der Tafel ruft man nach Wein, am andern Ende ſteht ein Trupp Studenten auf dem Tiſch und bringt Hoch's aus, die nimmer enden wollen, hier kommt ein Kellner mit Braten geflogen und wird ſchimpfend empfangen, weil er zu lange bleibt, dort eilen Comitee Mitglieder mit ihren blauen Scharpen, um einen Aufbrau⸗ ſenden zu beruhigen, hier bleibt einer mit ſeinem Toaſt ſtecken, dort läßt einer den im Hals ſtecken geblie⸗ benen Togſt hoch leben, hier laſſen ſie Jemand hoch leben, der für einen Pietiſten gilt, bei dem aber dieſen Abend die Natur zum Durchbruch kam, dort läßt einer die Flamme hoch leben, die eben der Feuerwerker entſtrömen läßt, hier ſteht der Wirth und kratzte ſich hinter den Ohren wegen der Gäſte, die ihre Plätze verlaſſen und das Bezahlen vergeſſen hatten und dort gehen die Lichter aus— und Feuerwerk und Böllerſalven und Muſik und Geſang und Jubel verurſachen einen ſolchen Lärmen, daß der Mond aufwacht und empor ſteigt. Sein glänzend Licht blendete Manchen ſo ſehr, daß er ſeinen Nachbar nicht erkannte. In derſelben Nacht ſollen manche Stimmen verloren gegangen und auch den folgenden Tag nicht mehr zum Vorſchein gekommen ſeyn. Am Sonntag(20. Juli) Morgen wurde, wer noch um 6 Uhr ſchlief, durch einen Choralgeſang geweckt, der auf dem Marktplatz mit Muſikbegleitung ausgeführt wurde. Gegen 8 Uhr wurden die Saͤngervereine von Fran— keuberg, Kirchhain, Rauſchenberg und Wetter auf dieſelbe Weiſe empfangen, wie Tags zuvor Butzbach, Dillenburg, Friedberg und Herborn. Im Ganzen mochten nun mit Marburg's Sängern an 500 Sänger in Marburg ſeyn, die gegen 11 Uhr in die Kirche zogen, wo das Conzert ſtattfand. In dem Conzert wirkten außer den Marburger Sängern und den erwähnten acht Sänger— vereinen noch von Caſſel mit: 1 Hofſänger(Föppel), 1 Muſik⸗Lehrer, 1 Organiſt, 14 Muſiker, 1 Lehrer und 3 Dilettanten. Die Chöre wurden, wenn man die Zuſammen⸗ ſetzung und die nur einmalige Probe in's Auge faßt, ſehr gut, und die Solis, welche von Herrn Föppel und einigen Marburger Herrn ausgeführt wurden, vortrefflich vor getragen. Das Publikum, welches ſich ſehr zahlreich ein— geſtellt hatte, verließ die Kirche ſehr befriedigt. each 3 Uhr zogen nun ſämmtliche Sängervereine, auch die oben erwähnten Caſſeler Herrn, auf den Kampf⸗ raſen, wo eine Tribüne hergerichtet war, auf welcher einige Lieder gemeinſchaftlich geſungen wurden und die zugleich auch den Kampfplatz bildete, auf welchem die Wettgeſänge ausgeführt werden ſollten. Der Preis war eine Fahne, welche Marburger Damen gefertigt hatten und welche verhüllt auf der Tribüne ſtand und von einer Deputation Marburger Damen den Siegern überreicht werden ſollte. Die Reihenfolge der Wettgeſänge wurde verloost und und dabei bemerkt, daß jeder Verein nur Ein Lied ſingen dürfe. Es waren 9 Looſe: Caſſel trat auch als Concurrent auf. Man wunderte ſich ſehr, daß Muſiker vom Fach bei den Wettgeſängen von Dilettanten-Ver⸗ einen aus kleineren Städten ſich Lorbeeren errin— gen wollten. Man hätte auch wohl gegen dieſe Concurrenz proteſtiren können; allein das wäre eine Undankbarkeit gegen die Marburger Damen geweſen, die einen Banner fur hochherziges edles Streben, aber keinen Zankapfel, gefertigt hatten; es wäre eine Undankbarkeit gegen die Gaſt⸗ freunde und gegen die Marburger Sänger geweſen, hätte „ 232. man in ihr heiteres Feſt Disharmonie gebracht; nein, weder die Kampfrichter noch die Sänger konnten die Caſſeler zurück— weiſen, wenn dieſen ihr Zartgefühl nicht gebot, von ſelbſt auf den Wettgeſang zu verzichten. Friedberg zog Nr. 1.— Im Felde ergraute Krieger erzählen oft, daß der erſte Kanonenſchuß vor einer Schlacht ſie erzittern gemacht habe, daß ihnen aber mit dem Feuer der Muth und mit dem Muth die Kampfesluſt und mit dieſer der Sieg geworden ſey;— und doch galt es da nur einen phyſiſchen Kampf. Hier aber ſollte ein geiſtiger eröffnet werden, wo das ängſtliche Zittern der Stimme den Sieg zweifelhaft machen konnte. Ihr aber habt nicht gezittert, den Kampf zu eröffnen; mit feſtem Fuße ſeyd Ihr auf den Kampfplatz geſchritten und habt, hinter Euch die Preisfahne, vor Euch die Preisrichter, Piano mit Forte ver— mählt und ein Lied hinaus geſungen, leicht und klar und des Kampfes würdig, ſo daß Siegesahnung in Eure Bruſt zog und hätte man Euch nochmal in's Feuer geführt, der Sieg wäre entſchieden Euer geweſen, denn trotz daß die Caſſeler Muſiker vom Fach waren und einen Hofſän⸗ ger bei ſich hatten und ſpäter als Ihr in's Treffen ge— führt wurden, ſangen ſie doch nicht beſſer, ſondern wurden Euch und Herborn gleichgeſtellt! Caſſel, Friedberg und Herborn wurden von den Preisrichtern für gleich erkannt und ſollten um die Fahne looſen, nicht noch einmal kämpfen. Herborn traf das glückliche Loos und ließ die Damen Marburgs hoch leben. Euch, Ihr lieben Herborner, mißgönnen die Friedber⸗ ger die Fahne nicht, obgleich ſie die feſte Ueberzeugung haben, daß Ihr bei fortgeſetztem Kampf nicht Sieger ge⸗ blieben wäret und daß Ihr jetzt ſchon in Eurem Herzen ihnen den Preis zuerkennt; ſie wünſchen nur, daß die Fahne ein Talisman für Euch ſey, der Euch anfeuert auf der guten Bahn fortzugehen, die Ihr betreten habt. Die Friedberger ſangen noch einige Lieder, denen großer Beifall gezollt wurde, bis der Ruf zum Aufbruch erſcholl. Die Sänger zogen in die Stadt zurück und beeil⸗ ten ſich auf den Ball zu kommen, der im Engliſchen Hof ſtatt fand. 5 Montag, den 21., Vormittags, wurden die Sehens— würdigkeiten von Marburg betrachtet, wo denn die Eliſa— bethenkirche obenan ſteht. Eine Beſchreibung derſelben zu liefern, iſt die Zeit und auch der Raum dieſes Blattes zu beſchränkt, nur das Eine ſey erwähnt, daß an dem Ein— gang der Kirche ſo künſtlich in Stein ausgehauenes Laub⸗ werk iſt, daß in daſſelbe die Vögel ihre Neſter gebaut haben und in dem Laubwerk herum hüpfen. Den Nachmittag nahm der Friedberger Verein auf dem Marktplatz Abſchied von allen übrigen Vereinen, die ſämmtlich auf Spiegelsluſt zogen. Als gegen 5 Uhr die Friedberger mit Geſang abzogen, hatten die Studenten auf dem Marktplatz Spalier gebildet und ſchloſſen ſich dem Zug mit Geſang an. Einer aus ihrer Mitte ſtellte ſich neben den Fahnenträger und blies auf einem Klappenhorn einen Marſch bis ans Ende der Stadt. Hier ſetzte ſich der Horniſt auf eine Gartenmauer und blies die Melodie: „So leb denn wohl ꝛc./ welches Lied gemeinſchaftlich ge— ſungen wurde; dann erſcholl:„Hoch Friedberg!—„Hoch Marburg's Akademiker!“— allgemeine Umhalſung und Ab⸗ ſchied und fort ging's der Heimath zu. Schlaftrunken fuhren die Sänger nach der Geiſter— ſtunde in Butzbach ein und träumten vom Sängerfeſt und ſahen die Fahnen wehen und hörten den Jubelruf:„San— gesbrüder! Preisſänger! hoch!“ der Jubel will nicht enden, der Traum wird zur Wirklichkeit: vor den Wagen halten eine Anzahl der zu Haus gebliebenen Mitglieder des Fried— berger Säͤngervereins und andre theilnehmende Freunde mit zwei Fahnen und einem Kranz, und empfangen ihre heim kehrenden Brüder mit Abſingen des folgenden Liedes: Seid uns gegrüßt, Ihr vielgeliebten Brüder , Vom trauten Sang-Verein,: Froh zogt Ihr hin zum ſchönen Feſt der Lieder, j Und ruhmvoll zieht Ihr ein!: Froh zogt Ihr aus gen Marburg an der Lahne, ,: Ins biedre Nachbarland,: Erkämpftet ſtolz den Preis der Ehren-Fahne, 25 Geziert durch Jungfrau'n Handl: Drum bringen wir jetzt jubelnd Euch entgegen ù Den Gruß mit Herz und Mund: ,: Es walte lang der Vaterſtadt zum Segen „ Der wackre Sängerbundl: So nehmt denn hin, womit Euch Friedberg ehret, „ Nehmt hin den Lorbeerkranz,: Und wenn das Glück Euch auch den Rücken kehret, ,: Strahl' des Verdienſtes Glanzll:: Erſt gegen 6 Uhr Morgens(d. 22.) zogen ſie zu⸗ ſammen in Friedberg ein, und noch voll des angenehmen Eindrucks der„drei großen Tage“ in Marburg ſandten ſie folgende Dankſagung nach Marburg, damit ſie durch das dortige Wochenblatt veröffentlicht werde: „Wir, die Mitglieder des Friedberger Geſangvereins, fuͤhlen uns verpflichtet, für den herzlichen Empfang des Feſt⸗Comitee's und deſſen zweckmäßigen Anordnungen, für die Gaſtfreundſchaft der Bewohner Marburgs, für das ſo brüderliche Entgegenkommen der Sänger und Akademiker Marburgs und für Aller Bemühen, uns den Aufenthalt in Marburg angenehm zu machen, unſern innigen Dank auf dieſem Wege auszuſprechen. Die„drei großen Tage⸗ in Marburg werden, in Bezug auf Marburgs Bewoh— ner und Akademiker, uns ſtets eine freudige Erinne— rung ſeyn und wenn in der Folge Einer aus Eurer Mitte unſer freundliches Städtchen berührt, ſo klopfe er nur an die Thüre eines Sängers und er kann eines herzlichen Will— komms und einer gaſtlichen Aufnahme ſſcher ſeyn. „Auf fröhliches Wiederſehn bei zukünftigen Wettgeſän⸗ gen, wo ſich Muſiker vom Fach und Hofſänger nicht her— ablaſſen, mit Dilettanten in die Schranken zu treten!“ „„ 233* Kirchenbuchs⸗Auszuͤge vom Juni 1845. I. Hungen. Getraute: 15. Der Bürger und Kreisbote Peter Weigand, ehelicher lediger Sohn des Ortsbürgers Johannes Weigand zu Garbenteich, Kr. Gießen, und Margaretha Weck, ehe⸗ liche ledige Tochter des hieſ, Bürgers und Schuhmacher⸗ meiſters Joh. Georg Weck. Getaufte: 8. Dem Bürger und Schweinhirt Jakob Schmalz eine Tochter, Eliſabethe Katharina, geb. den 27. Mal. 22. Dem Bürger und Ackersmann Jakob Pauly ein Sohn, Heinrich, geb. den 1. Juni. Beerdigte: 8. Anna Dorothea, Ehefrau des Bürgers und Taglöhners Andreas Hammel, alt 68 Jahre, 20 Tage, k den 6. Juni. 17. Friedrich Henrich, Bürger und Gr. Landgerichtsdiener dahier, alt 52 Jahre, r den 14. Juni. II. Lich. Getraute: Keine. Getaufte: 12. Dem hieſigen Ortsbürger und fuͤrſtlichen Hausknecht Wilhelm Philipp Schardt eine Tochter, Marie Philip— pine, geb. den 28. Mai. 27. Dem zweiten hieſigen Stiftspfarrer Ludwig Wilhelm Theodor Gottfried Bichmann ein Sohn, Hermann, geb. den 14. Juni. 29. Dem hieſigen Ortsbürger und Maurermeiſter Conrad Bär eine Tochter, Anna Catharina, geb. den 10. Juni. 29. Dem hieſigen Ortsbürger und Metzgermeiſter Johannes Buch eine Tochter, Anna Eliſabethe, geb. den 12. Juni. Beerdigte: Keine. III. Urichſtein. Getraute: Keine. Getaufte: 1. Dem hieſigen Bürger und Schuhmacher Johann Hein⸗ rich Flohr eine Tochter, Katharina, geb. den 5. Mai. 1. Ein unehelicher Sohn, Friedrich, geb. den 23. April. 16. Eine uneheliche Tochter, Maria Eliſa, geb. am 21. Mai. 22. Dem hieſigen Bürger und Hirten Heinrich Dietz eine Tochter, Anna Kunigunde, geb. am 4. Juni. Beerdigte: 13. Der hieſige Bürger und Fuhrmann Johann Heinrich Frühling, alt 73 Jahre, 8 Monate und 26 Tage, am 11. Juni. 15. Die Tochter des hieſigen Buͤrgers und Ackermanns Georg Joſt zu Langweſſer, Maria Eliſa, alt 25 Jahre, 9 Monate und 14 Tage, 1 den 14. Juni. 0 Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. 9 Bekanntmachung. (1037) Die dem Gr. Heſſ. Fiskus gehörige bisberige pförtnerwohnung an dem hinteren Thore der dahieſigen Burg, beſtehend in Stube, Küche, Schloſſer⸗ oder Schmiedewerkſtadt, Speicher und Keller, wird Donnerſtag den 31. d. M., Nachmittags 5 Uhr, in der Amtsſtube des Unterzeichneten an den Meiſtbietenden vermiethet. Es kann ſelbige am 29. Auguſt d. J. bezogen werden. 2 Friedberg den 19 Juli 1845. Der Groͤßherzl. Domänenrath B u ß. Bekanntmachung, den Poſtcurs zwiſchen Friedberg und Grünberg betreffend. (1065) Vom 1. Auguſt l. J. wird unter Aufhebung der bisherigen, wöchentlich dreima— ligen Poſtverbindung zwiſchen Friedberg und Grünberg eine tägliche Brief-, Päckerei⸗ und perſonenpoſt zwiſchen dieſen zwei Städ⸗ ten über Hungen hergeſtellt werden, welche 1) aus Grünberg Morgens um 6 Uhr ab⸗ gehen, durch Hungen um 7 Uhr 40 Mi⸗ nuten paſſiren und in Friedberg Mor— gens kurz vor 10 Uhr zum Anſchluſſe an den Caſſel-Frankfurter Eilwagen eintreffen, 2) aus Friedberg Mittags gegen 2 Uhr nach Ankunft des Frankfurt-Caſſeler Cil⸗ wagens abgehen, durch Hungen um oder kurz nach 4 Uhr paſſiren und in Grün⸗ berg Abends gegen 6 Uhr eintreffen wird. Die Perſonentaxe betragt: fl. kr. zwiſchen Friedberg und Hungen 48 7 Grünberg 1 18 „ Hungen„ Grünberg 39 wobei 40 Pfund Reiſeeffecten unentgeldlich mitbefördert werden. In Melbach, Wölfersheim und Ber⸗ ſtadt werden für die noch nicht vergebenen Plätze Paſſagiere gegen verhältnißmäßige Taxen angenommen. Darmſtadt den 16. Juli 1845. Großh. Heſſ. Ober⸗Poſt⸗Amt. In Abw. des Großh. Ober-Poſtmeiſters Müller. 77 7 vdt. Silz. Verſteigerung. (107) Nachdem das Anliefern der Ketten zur Einfriedigung des Alleeplatzes die Geneh⸗ migung nicht erbielt, ſo wird ſolche Dienſtag den 5. Auguſt, Morgens 11 Uhr, in hieſigem Rathhauſe nochmals öffentlich an den Wenigſt— nehmenden verſteigert. Friedberg am 24. Juli 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Bekanntmachung. (1073) Auf freiwilligen Antrag des Bür⸗— gers Adam Weſp dahier werden in hieſigem Rathhauſe Montag den 11. Aug. l. J. nach⸗ ſtehende Immobilien öffentlich meiſtbietend verſteigert, als: 1) eine Hofraithe in der Stadt, beſtehend in Wohnhaus und Ställchen, an Ludwig Schäfer und dem neuen Schulhauſe, 2) 20 Ruthen(39[IKlftr.) Garten in der 4. Gewann zwiſchen der Lang- und der Barbaäragaſſe an A. Schmidt, der Stadt⸗ kirche Zins, 234* 30 25 Rutben(48 ¼[IKlftr.) in der 7. Ge⸗ wann bei der Fauerbacher Grenze an Hein⸗ rich Zimmermann. N Friedberg am 24. Juli 1845. 6 Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. 120 Gulden (1076) Legatenkapitalien liegen in hieſiger Gemeindekaſſe gegen gerichtliche Verſicherung zu 5% zum Ausleihen bereit. Rodheim den 19. Juli 1845. 0 Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi. N Privat Bekanntmachungen. Gusen Ad a d unn g. (1077) Sonntag den 27. Juli iſt bei mir gut beſetzte Harmonie- und Tanzmuſik anzu⸗ treffen, wozu höflichſt einladet Fauerbach II. im Juni 1845. Neiſel. zz e i s„. (1078) Die in Nr. 57. d. Bl. unter Arti⸗ kel 1071 angezeigte Einweihung eines neu er⸗ bauten Saales wird nunmehr durch das plötz⸗ liche Hinſcheiden meines theuren Schwieger⸗ ſohnes nicht ſtattfinden. Niederweiſel am 24. Juli 1845. J. J. Adami im Hirſch. Harmonie- und Tanzmuſik (1079) iſt bei mir Sonntag den 27. d. M. anzutreffen, wozu unter Zuſicherung prompter und reeller Bedienung höflichſt einladet Ockſtadt 1845. Steyer. Schwalheimer Mineralbrunnen. (1080) Sonntag den 27. Juli Harmonie⸗ und Tanzmuſik, wozu hoöflichſt einladet Henkel. Nauheimer Teichhaus. (10810 Sonntag den 27. Juli iſt auf dem Nauheimer Teichhauſe Harmonie- und Tanz⸗ muſik anzutreffen, wozu höflichſt einladet eee Literariſche Anzeige. Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt er⸗ ſchienen: Einige Bemerkungen und Zweifel zu der Schrift: „Ein kurzes Wort an die Denkenden in Deutſch⸗ land über die gegenwärtige religiöſe Bewe— gung, nebſt einem Blicke auf die Behauptungen des Gr. Heſſ. Hofgerichtsrath Dr. Kraft darü⸗ ber, von Leopold Schmid, Dr. der Theol. und Philoſ., Lehrer beider an der Univerſität Gießen u. Ritter des 55 Heſſ. Ludwigs⸗Ordens.“ Von Dr. Kraft, Großherzogl. Heſſ. Hofgerichts-Rath zu Gießen. (Preis geh. 12 kr.) Frankfurter Gold-Cours vom 17. Juli. fl. kr. Neue Louisd'or 11 5 Friedrichsd'or 9 49 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 56½ Rand⸗Ducaten 5 36 20 Frankſtücke 9 317 Engliſche Souverains 12 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. a 10. Sonntag n. Trinitatis den 27. Juli. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Guntrum. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Sell. Dienſtag Nachmittags von 3— 4 Uhr halt Betſtunde: Herr Candidat Chriiſt. Fruchtpreiſe— 24. Juliſ 18. Juli 15. Juli Gattung. Fried⸗ Groß⸗ berg Mainz gerau fl. kr. fl. kr.] fl. kr. Waizen pr. Malter 9— 857 835 Korn„ 7 6 6 8 610 Gerſte„ 5 4301 440 435 Hafer„„. 44—1 414771 350 Polizei⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 27. Juli bis 2. Aug. 1845. 2 Fried⸗Butz⸗ E Brod⸗Preiſe. berg.] bach. S kr. pf. kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2 25 21 2 2 7 77 51 5— 4 77 77 10 2 10.— 5 Lth. Lth. — Milchbrod 144½ 14% — Waſſerweck 15 15 — Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 15 ¼ 15¼ Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch artes 11— 111— 5 gemäſtete 9— 191— „Kühfleiſch T engentiſtteg 8 el gez eg! gemäſtetes 8 118— 5 Rindſteiſch ungemäſtetes F „ Kalbfleiſch 61 116— „ Schweinenfleiſch 952992 „Hammellleiſch 9— 9— „ Schaaffleiſch 7——— „Wurſtvon blos Schweinen 12— 2 „Gemiſchte Wurſt 8— „ Bratwurſt 14— 14 „ Schwartenmagen 14— 14— „Geräucherter Speck 20— 20— „ Schinken 14—114/— „ Dörrfleiſch 14— 714— „Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 18— 18— unausgelaſſen 16— 16— „ Nierenfett 16— 16— „Hammelsfett 15— 151— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg Küchler. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Foölle n zu.