Intelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. — Mittwoch, den 25. Juni Das Heldenberger Saͤngerfeſt. Vielen Geſangfreunden wird es ſchon bekannt ſein, daß den 13. Juli d. J. zu Heldenbergen ein Sängerfeſt Statt findet. Wie wir vielfach vernommen, findet daſſelbe allent— halben den ſchönſten Anklang und wir glauben ſomit die Ge— ſangsfreunde ferner zu erfreuen, wenn wir denſelben nähere Kunde geben von den bereits getroffenen Vorbereitungen. Vom hieſigen Geſangvereine ging der Wunſch aus, auch in Heldenbergen, wie dies ſchon in vorhergehenden Jah⸗ ren in einigen Orten der Umgegend geſchehen, ein ländliches Sänger⸗ und Volksfeſt zu veranſtalten. Zu dieſem Behufe wurde von demſelben ein aus zwölf Mitgliedern beſtehendes Feſtcomite gewählt. Nachdem zur Abhaltung des Feſtes die hohe Genehmigung unſers allen ſchönen, edlen Beſtre— bungen, beſonders auch den Geſangvereinen ſo holden Herrn Kreisraths Küchler erfolgt war, ergingen am 26. v. M. an 30 in der nahen Umgegend beſtehende, uns bekannte Geſangvereine Einladungen. Schon haben circa 200 Sänger, unter denen auch 50 Mitglieder des Frohſinns von Hanau, ihre Mitwirkung mit wahrem Enthuſiasmus zugeſagt. Täglich gehen noch neue Zuſagen ein. Sehr erfreulich iſt noch für uns, daß der beliebte Compoſiteur Herr Heinrich Neeb von Frankfurt, welcher ſchon von früherher fuͤr die Heldenberger, wie uberhaupt fur das Volk und dieſe ſeine ſchönen Feſte eine ſo große Anhäng— lichkeit beſitzt, mit dem innigſten Vergnügen die Zuſage als Muſikdirector des Feſtes gegeben hat. Unſere Ortsbehörde, wie auch alle fürs Schöne geſinnten Einwohner bezeugen warme Theilnahme durch Wort und That. Und ſo glauben wir die frohe Ueberzeugung gewonnen zu haben, auf den guten Erfolg unſers Unternehmens mit freudiger Gewißheit ſchließen zu können. Heldenbergen den 13. Jani 1845. Das Feſtcomité. Etwas uͤber die Maͤßigkeitsvereine und namentlich gegen das Branntweintrinken. Einſender dieſes hatte einen Jugendfreund(Schulka⸗ meraden) der in jeder Beziehung zu den aufgeweckteſten und beßten Schulknaben gerechnet wurde. In allen Fächern des gewöhnlichen Schulunterrichts war er der Bewandertſte und es wurde ſich darum viel von ihm verſprochen. Zwei Jahre älter als mein Schulkamerade verließ ich auch unſere Heimath, nach meiner erfolgten Confirmation, um ſo viel früher, und erſt nach 4 Jahren erfuhr ich, daß jener ſich in die Haupt- und Reſidenzſtadt des Großherzog⸗ thums Heſſen begeben habe, um eine ſeinen Kenntniſſen an— gemeſſene Belehrung und Unterhaltung zu finden. Hier hatte er jedoch Gelegenheit, mehrere Perſonen aus verſchiedenen Klaſſen kennen zu lernen, die gerne zech⸗ ten und meinen jungen Freund ſo ſehr für ſich eingenommen hatten, daß er, ohngeachtet der ihm von mehreren guten Freunden zugekommenen Warnungen, ſich von denſelbeu ent— fernt zu halten, ſie für ſeine beßten Freunde hielt. Alles dieſes wurde den Eltern dieſer jugendlichen Geſellſchaft bekannt und jene forderten daher ihre Kinder auf, vor dem ihnen bevorſtehenden Unglück zuruͤckzuweichen; Dieſes war jedoch fruchtlos, ſie ſetzten ihr begonnenes Trei— ben fort und es wurden aus den jungen Leuten von kaum 20 Jahren Branntweintrinker. Das Endreſultat dieſer klei⸗ nen Geſellſchaft war, daß ſich der Eine erſäufte, der Andere infam caſſirt und die Anderen auf gelinde Weiſe fortge— ſchickt wurden. Hierauf ſuchte ich meinen Freund, der unter letzteren war, zu meiden, obgleich ich, wenn er mich heimſuchte, es an guten Ermahnungen, ja ſelbſt Unterſtützungen, nicht fehlen ließ. Als ich indeſſen wahrnahm, daß dieſe nichts fruchte— ten, ſo ließ ich ihn merken, daß ich gar nichts mehr mit ihm zu thun haben wolle, worauf ich ihn auch wenig und ſpäter gar nicht mehr ſah. Ich hörte zuweilen, daß er in ſeiner Trunkſucht mit Branntweintrinken fortfübre 0 1 9 N 1 96 13. und ſogar ein Virtuos darin geworden ſey,(wenn man ſich dieſes Ausdrucks in dieſer Beziehung bedienen darf.) Ich freute mich daher unendlich, als ich im verwichenen Winter (nach Verlauf von 6 Jahren) ein Schreiben von ihm er⸗ hielt, das ich, ſoweit es dieſen Gegenſtand betrifft, wörtlich folgen laſſe: Lieber Freund! „Durch vielfache Erfahrungen in Ungluͤcksfällen und zwar durch die Trunkſucht veranlaßt, bin ich endlich zur Erkenntniß gekommen und habe einſehen gelernt, daß ich hiermit nicht mehr beſtehen konnte und beſtehen kann. Um nun dieſem Laſter und hierdurch den ſchlechten Geſellſchaften gänzlich zu entgehen, wußte ich kein andres Mittel, als mich in einen Mäßigkeits verein gegen alle gebrannte Waſſer aufnehmen zu laſſen. Da nun in hieſiger Gegend(Provinz Starkenburg) kein; ſolcher Verein beſtand, wiewohl viel Branntweintrinker vorhanden ſind und auch für dieſe Pro⸗ vinz ein Mäßigkeitsverein— wie allgemein anerkannt— höchſt nützlich wäre; ſo wendete ich mich mit der Bitte an den Herrn Dekan Koch zu Wetterfeld, Kr. Grünberg, um mich in den dort beſtehenden Verein aufzunehmen, was auch, nach überſtandener Probezeit, durch ein, in die Hände die⸗ ſes würdevollen Mannes abgelegtes feierliches Gelübde ge⸗ ſchah. Seit dieſer Zeit bin ich nun wirklich ein ganz ande⸗ rer Menſch.“— Unterdeſſen habe ich mehrfach Gelegenheit geſucht und gefunden, auch mich erkundigt um Gewißheit über die An— gabe des briefl. Inhalts zu erhalten und fand ſolche in jeder Beziehung beſtätigt. Mein Freund hat einen kaum zu den⸗ kenden Abſcheu vor dem Branntwein und auf probeweiſes Anſinnen, daß jenes Getränke, mäßig genoſſen, nicht ſchädlich ſey, entgegnet er auch hier mit aller Beredſamkeit, daß es auch dann ein ſchleichendes Gift für den Körper ſey, was er recht gut beurtheilen könne. Möge dieſes Beiſpiel doch dazu beitragen, dem, nicht nur in Oberheſſen, wie in Starkenburg angenommen wird, ſondern auch dort und in allen Gegenden ſo ſehr überhand nehmenden Branntweintrinken entgegen und dahin zu wir⸗ ken, daß ſich allenthalben Vereine gegen den ſchädlichen Ge⸗ nuß dieſes Getränks bilden. Daß in der Pr. Oberheſſen (dem ſ. g. Oberfürſtenthum, wie es in der Provinz Star⸗ kenburg genannt wird), in gedachter Beziehung viel ge⸗ ſchieht, beweiſt die Niederlegung vieler früher beſtandenen Branntweinbrennereien, deren Beſitzer, früher Säufer, jetzt gar keinen Branntwein mehr trinken. Bleibe im Lande und naͤhre dich redlich.“ In Nr. 13. d. Blätter findet ſich ein Aufſatz mit der Ueberſchrift:„Für etwaige Aus wandrungsluſtige ) Wir haben zu nachſtehendem Aufſatze ſelbſt einige Bemerkungen hin⸗ zugefügt, um Herrn W. die Erwiederung zu erſparen und jeder weiteren Erörterung über den fraglichen Gegenſtand vorzubeugen. Die Redaction. nach Braſilien, dem Einſender des Nachfolgenden ent⸗ gegnen muß. Hierdurch glaubt er namentlich denen einen Dienſt zu erweiſen, die vielleicht Verwandte oder Bekannte in genanntem Lande haben; denn angeführter Aufſatz ſcheint ihm geeignet die Gemüther, beſonders derer, die lange keine Nachricht von den Ihrigen erhalten haben, zu beunruhigen. Schreiber jenes Aufſatzes erinnert ſich z. B. einer Frau, welche darum nach Braſilien ging, weil ſie hoffte, dort die Fülle guten Kaffee's immer zu haben und ſetzt hinzu: „Schwerlich werden die Leute dort gefunden haben, was ihnen ihre goldene Träume vorgeſpiegelt hatten“.— Man ſieht es dem letzten Satze zu deutlich an, daß ſich Hr. W. nicht bei ſolchen erkundet, die hierüber beſſer als jener Hamburger Artikelſchreiber Auskunft hätten geben können. Da des Einſenders eigene Familie ſich in gedachtem Lande befindet, ſo verſichert er, aus vor ihm liegenden Briefen, daß ſich genannte Frau nicht ſehr geirrt habe. Denn Einer aus des Einſenders Familie, der ſich einige Zeit am Hofe des Kaiſers von Braſilien befand, kaufte ſich eine Plantage, auf der er im erſten Jahre 3000 Pfund Kaffee ärntete. Alle Briefe, die E. von den Seinigen erhielt, die letzten ſind zwei Jahre alt, zeugen von dem größten Wohlſtande und jeder derſelben enthält die dringendſte Einladung, den Vorausge⸗ gangenen zu folgen; aber die Schriftſtelle:„Bleibe im Lande und nähre dich redlich /, ſo wie Zufriedenheit mit dem mir beſchiedenen Theile irdiſchen Glückes, bewegen mich in Ruhe und Frieden die wenigen Tage meiner irdiſchen Wallfahrt unter dem Schutze einer geliebten Obrigkeit, die hier wie dort von Gott verordnet iſt, zu beſchließen; obſchon meiner dorten, menſchlicher Vorausſetzung, ſo wie den Verſprechungen der theuren Meinigen nach, irdiſches Glück und Wohlergehen wartet. Denn Einſender durfte nur heute den Seinen mel⸗ den, er ſei geſonnen auszuwandern: ſo ſtünde ihm eine ſehr beſuchte Mühle offen, welche die Seinen verpachtet und die ihm ſeinen Lebensunterhalt mit ſeiner zahlreichen Familie ſicherten.) Doch dies ſcheint dem Einſender jenes Aufſatzes nicht der Hauptgrund geweſen zu ſein, warum er warnt vor der Aus⸗ wandrung nach Braſilien, ſondern die dortigen Religions— verhältniſſe. Freilich iſt es keine Kleinigkeit um den von den Vätern überkommenen, durch das Wort Gottes und die eigene Erfahrung in dem Herzen gegründeten Glauben; aber die Nachrichten, die wir in Händen haben und von den Unſeren ſind, belehren uns doch eines ganz Andern. Schon oben deutete ich an, daß einer aus meiner Familie am Hofe des Kaiſers geweſen, welcher bezeugt, wie freund⸗ lich der katholiſche Kaiſer gegen ihn geweſen, obſchon er Lutheraner war. Daß das Proſelytenmachen dort wie hier der Fall iſt, iſt richtig und zum Belege könnte ich Manches anführen, denn der Jeſuitismus hat ganz Südamerika um⸗ zingelt. Uebrigens iſt Niemand gezwungen ſeinen Glau⸗ *) Die hier gemeinte Familie hat jedenfalls ein beſonderes Glück in Braſilien gehabt. Auch uns ſind viele Auswanderer nach Braſilien namentlich bekannt, die nicht den hundertſten Theil haben von dem, was dem Einſ. angeboten worden iſt, und die gerne wieder nach Europa kämen, wenn ſie Reiſegeld hätten.„Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer.“ Die Redaction. male 9 2 einen ſcheint teſtan! komm Nich Wer „Si ben. der iſt d aber mach zur hat e aus k die di wi Hei ſuch 1 12. * 197 422 ben an die alte, ewig guͤltige Wahrheit des Wortes Gottes zu verleugnen. Mit der Redaction des Intelligenz-Blattes wäre auch ich Proteſtant geblieben, wenn auch jene katholiſche Geiſt⸗ lichkeit meine Todten nicht zur Erde hätte beſtatten wollen. Ich hätte meinen Todten in aller Stille begraben und zwar neben mich in meinen eigenen Garten und ihm ein pro— teſtantiſches Kreuz mit einem Anker der Hoffnung zum Denk— male geſetzt. Mit dem Glauben, oder wenn man lieber einen fremden Namen hört, mit der Religion jenes Mannes ſcheint es ſchlecht beſtellt geweſen zu ſein, oder alles pro— teſtantiſche, kirchliche Bewußtſein ſcheint ihm abhanden ge— kommen zu ſein. An ſolchen verliert die proteſtantiſche Kirche Nichts. Was nützen die Köpfe, wenn die Herzen fehlen. Wer erinnert ſich nicht hier des Ausſpruchs des Apoſtels: „Sie waren nicht von uns, ſonſt wären ſie bei uns blie— ben.“— Doch, wir wollen nicht richten, denn es iſt Einer, der die Herzen und Nieren prüft; aber obige Bemerkung iſt doch wohl aus den Umſtänden erlaubt. Man glaube aber nicht, daß Vorſtehendes Jemand auswanderungsluſtig machen ſolle, denn Einſender ſelbſt iſt nicht geneigt, aber zur Steuer der Wahrheit und Beruhigung der Gemüther hat er es mitgetheilt, was er für ſeine Pflicht hielt; nicht aus dem Hamburger Correſpondent, ſondern aus Briefen, die direkt aus beſprochenem Lande kamen, hat er geſchöpft!). Nochmals ſei auf die Ueberſchrift des Voranſtehenden gewieſen, mit dem Wunſche, daß Jeder ſein Heil und das Heil ſeiner Mitbürger, wo er auch leben möge, zu fördern ſuche. A. im März 1845. C. ) Aber auch ein Urtheil, aus einem Briefe oder aus mehreren Brie⸗ fen.— beſonders begünſtigten Perſon geſchöpft, kann einſeitig ſein. Der Hamb. Correſpondent hatte wahrſcheinlich auch Originalbriefe vor ſich.„Prüfet Alles— heißt es darum auch hier— und das Beßte behaltet.“ Die Redaction. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Mai 1845. Grünberg. Getraute: 12. Georg Franz Dieterich, des weiland Chriſtoph Fried— rich Balthaſer Dieterich, Bürgers und Bierbrauers zu Friedberg, ehelicher Sohn, verwittweter Bürger und Seiler zu Friedberg und Anna Eliſabetha Gebhard, des Johann Georg Gebhard, Bürgers und Seilers dahier, eheliche ledige Tochter. 20. Daniel Linker, des Daniel Linker, weiland Bürgers und Schuhmachers dahier, ehelich lediger Sohn, Bür⸗ ger und Polizeiagent zu Worms und Chriſtina Schütz, des Chriſtoph Schütz, weiland Bürgers und Controleurs dahier, eheliche ledige Tochter, 25. Eberhard Staͤmmler, des Nicolaus Stämmler, weiland Bürgers und Schuhmachers dahier, ehelicher lediger Sohn, Bürger und Taglöhner dahier und Juliang Daubert, verwittwete Weber, des Johann Heinrich Daubert, Bürgers zu Kirchhain, eheliche Tochter. 25. Martin Ritter, des Georg Adam Ritter, weiland Bür⸗ 1 und Schuhmachers dahier, ehelich lediger Sohn, hieſiger Bürger und Schuhmacher und Anng Marga⸗ retha Lingelbach, des Joh. Konrad Lingelbach, Bürgers und Zimmermanns dahier, eheliche ledige Tochter. Getaufte: 1. Dem Bürger und Rothgerber Joh. Daniel Kreuder eine Tochter, Eliſabetha Katharina Dorothea, geb. d. 7. April. 11. Dem Bürger und Kaufmann Philipp Heerz eine Toch— ter, Johannette, geb. den 6. Mai. 18. Dem hieſigen Burger und Auslaufer zu Frankfurt a. M. Heinrich Karl Heerz eine Tochter, Johanna Hen— riette, geb. zu Frankfurt a. M. den 20. April. 25. Eine uneheliche Tochter, Gertrude, geb. den 15. Mai. Beerdigte: 3. Eliſabetha Hedderich, des weiland Johann Konrad Hedderich, Bürgers und Schreiners, hinterlaſſene Wtw., alt 82 Jahre, 5 Monate und 8 Tage, 1 den 1. Mai. 8. Eliſabetha Meier, des Simon Ludwig Meiers, Bürgers und Rothgerbers dahier, hinterlaſſene Wittwe, alt 31 Jahre, 1 Monat und 18 Tage, 1 den 5. Mai. 10. Heinrich Ort, Ortsbürger a Großeneichen, alt 69 Jahre, 11 Monate und 10 Tage, k den 8. Mat(an den Folgen einer durch einen Frachtwagen bewirkten Beinknochenzerſplitterung.) 19. Wilhelm Arend von Witzenhauſen, Schuhmachergeſelle dahier, alt 44 J., 3 Mon. u. 28 T., T d. 16. Mai. 25. Samuel Friedrich Meier, des Joh. Meier, Bürgers und Metzgers dahier, ehelicher. alt 14 Jahre, 7 Monate und 18 Tage, 7 den 21. Mai. 28. Dorothea Dippel, des Johannes Dippel, Bürgers und Hofgutbeſtänders dahier, eheliche Tochter, alt 6 Jahre, 4 Monate und 21 Tage, 1 den 26. Mai. 30. Eberhard Schildwächter, Studioſus der Philologie, des Johann Caspar Schildwächter, n und Metzgers dahier, ehelicher Sehn; alt 19 Jahre, 3 Monate und 10 Tage, 1 den 28. Mai. Fuͤr 555 e ſind weiter eingegangen: G. Kloppenheim 2 fl. 39 kr.; v. d. G. Niedermörlen 22 fl; v 8 0 Oppershofen 3 fl. 34 kr.; v. d. G. Rocken⸗ berg 20 fl.; v. d. G. Steinbach 17 fl. 30 kr. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. N Edietalla dung. (833) Kaspar Orth, Nicolaus Sohn in auerbach II., geboren im Jahr 1774, ſonach über 70 Jahre alt, ging vor etlichen 30 Jah— ren in die Fremde und hat ſeither nichts von ſich hören laſſen. Auf deßfallſigen Antrag ergeht daher an ge— dachten Kaspar Orth Aufforderung, binnen 3 Monaten Nachricht von ſich zu geben, widri— genfalls er für verſchollen erklärt werden ſoll. In gleicher Friſt ſind etwaige, an das Ver— mögen des Abweſenden zu bildende Anſprüche ſogewiß geltend zu machen, als ſonſt daſſelbe denjenigen überwieſen werden wird, welche ſich als nächſte Erben legitimiren werden. Friedberg den 30. Mai 1845. 0 Gr. Heſſ. Gräfl. Solms-Rödelh. Landgericht Hofmann. Dr. Gilmer. Schäfereiverpachtung zu Obereſchbach. (838) Freitag den 4. Juli d. J., Vormit— lags 9 Uhr, wird in dem Gemeindehauſe zu Obereſchbach die mit ungefähr 380 Stück Schafvieh betrieben werden könnende fiscali— ſche Schäferei in der Gemarkung Obereſchbach auf anderweite 3 oder 6 Jahre, von Michaeli— tag laufenden Jahres anfangend, öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 6. Juni 1845. Großh. Heſſ. Rentamt daſelbſt Bu ß. Oeffentliche Aufforderung. (S1 Johann Philipp Dickel, geb. am 24. Auguſt 1753, und Joh. Werner Dickel, geb. am 14. Auguſt 1762, Sohne des Johann peter Dickel zu Nüvenbirg, ſchon ſeit vielen Jahren abweſend ohne Nachricht von ſich ge⸗ geben zu haben, deren etwaige Erben und Rechtsnachfolger, ſowie Alle, welche aus irgend einem Grund an das unter Verwaltung ſtehende geringe Vermögen der Erſteren An⸗ ſprüche machen, werden hiermit aufgefordert — f r und zwar die Abweſenden und deren Rechts⸗ nachfolger, dieſes Vermögen innerbalb einer Friſt von ſechzig Tagen dabier in Empfang zu nebmen, alle übrigen aber ihre Anſprüche in gleicher Friſt dahier geltend zu machen, widrigenfalls die genannten Johann Philipp Dickel und Johann Werner Dickel für todt erklart und die von ihnen nachgeaſſenen Ver⸗ mögenstheile den aufgetretenen Seitenver⸗ wandten erblih werden überwieſen werden. Butzbach den 4. Juni 1845. Gr. Heſſ. Freib. v. Köwiſches Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. Bekanntmachung. (847) Die dem Konrad Stüber 3. zu Wöl⸗ fersbeim gebörige an der Cbauſſee zwiſchen Woͤlfersheim und Berſtadt gelegene Ziegel ⸗ huͤtte, ſoll Freitag den 18. Juli d. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, in dem Gemeinde⸗Wirthshauſe zu Wölfersheim, unter den im Termin be⸗ kannt gemacht werdenden Bedingungen von Gerichtswegen verkauft werden, was mit dem Anhang hierdurch veröffentlicht wird, daß nur dem Gericht bekannte ſolvente Käufer, oder folche die ſich alsbald über ihre Zahlungs⸗ ſähigkeit auszuweiſen im Stande ſind, werden zugelaſſen werden. Hungen den 4 Juni 1845. Gr. Heſſ. Für ſtl. Solmſ. Landgericht daſ. Hofmann. Hensler. Edietalla dung. (939) Konrad Fink von Bobenhauſen und ſeine Kinder wollen einen Theil des ihnen gemeinſchaftlich zuſtehenden Grundvermögens verpfänden. Da ſie urkundlichen Eigenthums⸗ nachweis nicht liefern können, ſo werden die⸗ jenigen. welche an das von demſelben beſeſſen werdende Immobiliarvermögen, deſſen einzelne Stücke aus dem, in der Landgerichtsregiſtratur zu Jedermanns Einſicht offen liegenden Grund⸗ buchs⸗Auszug erſehen werden können, Eigen⸗ thums⸗ oder ſonſtige dingliche Anſprüche bilden wollen, aufgefordert, ſolche ſogewiß binnen vier Wochen, von heute an, geltend zu machen, widrigenfalls denſelben ihr Eigenthum beſchei⸗ nigende Urkunden zugefertigt werden. Ulrichſtein den 19. Juni 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Bekanntmachung, Brennholzverſteigerung im Revier Oberrosbach, Forſts Friedberg, betreffend. (900 Dienſtag den 1. Juli d. J., Mor⸗ gens um 7 Uhr, werden im Gr. Domanial⸗ wald Frauenwald bei Nieder mörlen, an den Meiſtbietenden öffentlich verſteigert: 10 3½ Stecken geſchält eichen Scheitholz, 2 13„ dergleichen Prügelholz, 3) 5050 Wellen dergleichen Reiſerholz, 4) 7 Wagen 16 Läſte Allerleiholz, 5) 109 Gebund Ginſtern zu Backholz, Die Bedingungen werden vor der Verſtei⸗ gerung eröffnet. Oberrosbach den 20. Juni 1845. Der Gr. Heſſ. Revierförſter des Reviers Oberrosbach Bingmann. Gras-Verſteigerung. (911) Freitag den 27. d. M., des Nach⸗ mittags 1 Uhr, ſoll das der hieſigen Gemeinde zugehörige Heugras, circa 5 Morgen, an Ort und Stelle an den Meiſtbietenden verſteigt werden. Steigliebhaber werden hierzu einge— laden. Pohlgöns am 20. Juni 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Schöpff. „* 198* Mobilien Verſteigerung. (942) Freitag den 27. d. M., Morgens 9 Ur, werden in Auftrag der Ludwig Finzel⸗ ſchen Cheleute in deren Hofraithe auf dem Hauck nachſtehende Mobilien öffentlich meiſt⸗ bietend verſteigert, als: 8 Holzwerk, worunter Kleider- und Küchen⸗ ſchranke, etwas Bettwerk, Zinn, Kupfer, Blech und ſonſtige Gegenſtände. Friedberg den 23. Juni 1845. a Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Edicetal ladung. (9113) Gegen Andreas Hoffmann von Hoch⸗ weiſel iſt der Concurs erkannt worden. For, derungen und Anſprüche an denſelben ſind deßhalb im Termine 5 Samſtags den 2. Auguſt d. J., Morgens 9 Uhr, bei Vermeidung des ſtillſchweigenden Aus⸗ ſchluſfes von der Maſſe dahier anzuzeigen und zu begründen. Butzbach den 17. Juni 1845. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. Dr. Irle. Arbeits-Verſteigerung. (911) Donnerſtag den 26. Juni d. J., Vor⸗ mittags 10 Uhr, ſoll die Chauſſirarbeit an dem Vicinalwege von Gambach auf die Pro⸗ vinzialſtraße und die Pflaſterarbeit der Orts⸗ ſtraße daſelbſt öffentlich, verſteigt werden. Deßfallſige Koſtenuͤberſchläge liegen zur Cin⸗ ſicht bei mir offen. Gambach den 16. Juni 1845. n Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Rep p- Holz-Verſteigerung. (9415) Samſtag den 12. Juli d. J., Mor⸗ gens 10 Uhr, werden in dem Cransberger Gemeindewald: im Diſtriet Jungfernberg: 112 eichen Bau- und Werkholzſtämme von 2057 Cubikfuß, 13½ Klafter eichen Prügelholz und 7700 Stück eichen und gemiſchte Wellen verſteigert. Uſingen den 17. Juni 1845. Hrzl. Naſſ. Landoberſchultheiſerei Schapper. Bekanntmachung. (96) Zufolge Decret des Herzoglichen Amtes dahler vom 19. Juni l. J., ſoll Mon⸗ tag den 4. Auguſt l. J., Morgens 9 Uhr, auf dem Rathhauſe zu Dornaſſenheim, die ein⸗ ſtöckige Hofraithe der Franz Königs Eheleute daſelbſt, taxirt zu 630 fl., öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden, welches hierdurch zur Kenntniß der Steigluſtigen ge⸗ bracht wird. Reichelsheim den 20. Juni 1845. Herzogl. Naſſ. Landoberſchultheiſerei Rullmann. i Privat- Bekanntmachungen. Zum Verkaufen. (917) Bei Sattlermeiſter Chelius zu Butzbach ſtehen ganz verdeckte, zum ein⸗ und zweiſpännigen Fahren eingerichtete, Chaischen zu verkaufen. Empfehlung. (98s) Die unterzeichnete empfiehlt ſich im Reinigen von Bettfedern, wodurch dieſelben von allen Krankheitsſtoffen befreit werden, unter Zuſicherung der billigſten Preiſe, Ob⸗ wohl ich die mir bereits in Friedberg gewor⸗ denen Aufträge ſchon früher auszuführen hoffte, ſo war dies eingetretener Hinderniſſe halber nicht möglich. Ich werde nunmehr vom 30. d. M. bis den 30. Juli meine Arbei⸗ ten in Friedberg beginnen und meine Woh⸗ nung im Gaſthauſe„zum goldenen Faß haben, auch jedes Jahr in bemerkter Zeit dort eintreffen. Um recht zahlreiche Aufträge bittet Butzbach im Juni 1845 S. Dubofs. Eine gute vollſtändige Oel-Kälter (99) mit gußenen Einſatz⸗Käſtchen, zwei Kuchen auspreſſend, nebſt dazu gehörigen Re⸗ quiſtten, für deren Güte garantirt wird, ſteht in Friedberg zu verkaufen. Zu erfahren bei der Expedition dieſes Blatts. Ein neuer großer Mahltrog (950) mit Stange, Stein und allem Zuge⸗ hör, ſo daß er ſogleich gebraucht werden kann, eine Kalter mit eiſernen und hölzernen Schrau⸗ ben und Schlüſſel, eine Ohm haltend, ſind 1 verkaufen bei Chr iſt ian Wick in Langen⸗ ain. Literariſche Anzeige. Im Verlage von C. Bindernagel in Friedberg iſt ſoeben erſchienen: Eine andre Betrachtung der neueſten kirchlichen Ereigniſſe insbeſondre der deutſch-katholiſchen Kirchenverbin⸗ dung aus dem Standpunkte des Rechts und der Politik. Von Dr. F. Kraft, Großh. Heſſ. Hofgerichtsrath zu Gießen. In Umſchlag ſauber geheftet.— Preis: 28 kr. „Die verſchiedenen Verläumdungen und Anſchwaͤrzungen, denen die Deutſch⸗Katholi⸗ ſchen bisher ausgeſetzt waren, ſowie eine Schrift eines ungenannten Staatsmannes, in welcher die Deutſch-Katholiſchen geradezu für Radi⸗ cale, Demagogen und Revolutionäre erklärt werden und worin nicht undeutlich zu verſte⸗ hen gegeben wird, daß ſie eigentlich in die Zuchthäuſer gebörten, ließen den Verfaſſer oben verzeichneter Schrift die Nothwendigkeit erkennen, daß ſich die Stimme eines Verkzei⸗ digers der gerechten Sache erbebe, um die Calumnie in ihrer Blöſe darzuſtellen, zu über⸗ zeugen, auf welcher Seite wirklich Recht und Wahrheit ſei und durch genügende Rechtferti⸗ gung der verläumdeten Unſchuld zur Aner⸗ kennung zu verhelfen, die Fortpflanzung der Diffamation(Beſchimpfung) und ihre Folgen aber möglichſt zu hemmen.“ Bei C. Bindernagel in Friedberg iſt ferner zu haben: Schrader, J. H. L., Pfarrer bei der deut. ſchen reformirken Gemeinde in Frankfurt a. M., Predigt am vierten Sonntage P. Trin. 1845, mit Rückſicht auf die neue⸗ ſten Bewegungen in der katholiſchen Kirche. Zweite Auflage. 5 9 kr. Czerski, Johannes, der Stifter der chriſt⸗ lich⸗apoſtoliſch katholiſchen Kirche zu Schnei⸗ demühl dargeſtellt in Wort und Bild. Nebſt dem Glaubensbekenntniß der chriſtlich apo⸗ ſtoliſchen Kirche zu Schneidemühl und einer Bevorwortung von Johannes Czerski, Geiſt⸗ licher an der chriſtlich-apoſtoliſch⸗katholiſchen Kirche zu Schneidemühl. 27 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg auf! wolle Abo dritle Mitter