6 Intelligenz-Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 3. VII. Ordensverleihungenz S. K. H. der Großherzog haben verliehen: am 24. Oct. dem Hofrath und Phyſikatsarzt Dr. Marſchall das Ritterkreuz des Verdienſtordens Philipps des Großmüthigen.— VIII. Dienſtnachrichten: Am 20. Dec. 1844 wurde dem No⸗ tär Theper zu Wollſtein die erledigte Notariatsſtelle zu Alzei; am 27. dem Schullehrer Glas zu Ortenberg die 1. evang. Schullehrerſtelle zu Battenberg übertragen; am 28. dem C. G. Ohnacker aus Niederohmen das Patent als Geometer 1. Cl. für den Kreis Grünberg ertheilt; am 31. der von dem Herrn Fürſten zu Löwenſtein⸗Werthheim-Roſenberg und dem Hrn. Grafen zu Erbach⸗Schönberg auf die Pfarrſtelle zu Rimhorn prä⸗ ſentirte vorhinige Pfarrer zu Fraurombach und ſeitheriger Oberlehrer zu Zürich Dr. phil. Haupt aus König für dieſe Stelle beſtätigt; am 3. Jan. der Revierförſter Frhr. v. Bibra zu Romrod zum Forſtinſpector des orſtes Heppenheim eruannt; am 6. der Diſtrictseinnehmer Amendt zu Bingen zum Diſtriktseinnehmer zu Rüſſelsheim, der Chauſſeegelderheber Rauch zu Bingen zum Diſtrictseinnehmer daſelbſt, der Diſtrictseinnehmer Dieffenbach zu Großenbuſeck zum Diſtrictseinnehmer zu Friedberg, der Diſtrictseinnehmer Höfeld zu Gedern zum Diſtrictseinnehmer zu Großen⸗ buſeck, der Geometer Klippſtein zu Thalitter zum Diſtrictseinnehmer zu Gedern und der Oberfinanzkammer⸗Sec.⸗Acceſſ. Dornſeiff zum Diſtricts— einnehmer zu Albig ernannt.— IX. Verſetzung in den Ruheſtand: Am 17. Dec. der Landge⸗ richtsactuar Hunzinger zu Fürth.— X. Concurrenz für: die Kreisbaumeiſterſtelle zu Michelſtadt(bin⸗ nen 4 Wochen bei der Oberbaudirection); die Stelle eines Controleurs bei dem Gr. Hauptzollamte zu Gießen, mit einem Gehalt von 900 fl. (binnen 14 Tagen bei der Zolldirection); die katholiſche Pfarrſtelle zu Lindenfels mit jährl. 653 fl.; die kath. Pfarrſtelle zu Großzimmern mit 804 fl.; die 1. kath. Schullehrerſtelle zu Horchheim, Kr. Worms, mit 375 fl.; einſchließlich einer Entſchädigung von 25 fl. für Heitzung des Schullocals.— XI. Geſtorben ſind: am 20. Nov. 1844 der kath. Schullehrer Neiſing zu Virnheim; am 5. Dec. der penſ. Hauptmann Glöckner; am 10. der penſ. Stabsarzt Dr Braunz am 13. der penſ. Schullehrer Georg zu Hähnlein; am 20. der Hauptzollamts-Controleur Kattmann zu Gießen; am 21. der Gymnaſialpedell Schmitz zu Mainz; am 28. der penſ. Forſtinſpektor Richter zu Beſſungen. Die für Friedberg bevorſtehende Wahl von eilf Mitgliedern des Gemeinderaths. Auch aus Friedberg haben am 25. Auguſt v. J. Viele der feierlichen Enthüllung des Denkmals beigewohnt, wel— ches dem Andenken des verewigten Großherzogs Ludwig J. von ſeinem dankbaren Volke errichtet worden. In Friedberg wird ſich das Andenken dieſes Regenten ſo gut, wie ander— wärts, mit gleicher Verehrung auf die Nachkommen verer— ben. Es iſt nur zu wünſchen, daß dieſe Verehrung rechter Art ſey und ſich durch die That ausſpreche. Schon iſt's, wenn Jemand ſeinen Fürſten preißt, wenn er erklärt, ich ſtehe keinem Andern in der vollen Anerkennung der Verdienſte des Verewigten nach. Noch ſchöner aber iſt es ohne Zwei— fel, wenn man dabei zugleich die Gaben des Geprieſenen nach dem eigenen Wunſche und Willen deſſelben recht ge⸗ braucht und dadurch beweiſt, daß man dieſer Gaben auch würdig ſey. Als der geprieſene Ludwig I. am 30. Juni 1821 ſeinem Volke die Gemeindeordnung“) gab,„um die Ange— legenheiten der Gemeinden auf die Grundlage eigener, ſelbſt— ſtändiger Verwaltung ihres Vermögens durch von der Ge— meinde Gewählte unter der Oberaufſicht des Staates zu ordnen,“ war's ſein Wille und ſeine Erwartung, daß Art. 37 dieſer Gemeindeordnung, welcher das Verfahren bei den Wahlen beſtimmt, auch treu befolgt werde. Was ſoll man nun dazu ſagen, wenn die Bürger der erfolgten Einladung zur Abſtimmung bei der Wahl von Mitgliedern des Ge— meindevorſtandes nur zum Theile Folge leiſten, wie dies bei der letzten Wahl von Gemeinderathsmitgliedern der Fall war?— Wird das Andenken des verewigten Großherzogs von den Bürgern geehrt, welche unterlaſſen, was ſeine heilſame Anordnung vorſchreibt?— Möchten ſich Viele dieſe Frage vorlegen, die Antwort kann nicht zweifelhaft ſeyn. Sie werden bei der bevorſte— henden neuen Wahl ſich zahlreicher einfinden und werden ihre Stimmen ſolchen Mitbürgern geben 1) welche ihrem eigenen Haushalte wohl vorſtehen, 2) welche den Ruf der Rechtſchaffenheit genießen, 3) welche für das Wohl der Stadt ſeinem ganzen Umfange nach Sinn haben, 4) welche wohlhabend ſind und, wo möglich, viel zu thun haben. Warum nicht gar? hör' ich da Manchen rufen, ein ſchöner Rath! Uns ſoll man verſchonen, wir haben keine Zeit, Stundenlang auf dem Rathhauſe zu ſitzen ze, 15 Dieſelbe iſt bei dem Verleger dieſes Blattes von jetzt bis zur erwähn⸗ ten 8 für 8 kr. zu haben. Nach der Wahl koſtet ſie wieder 68 kr. Entſchuldigen Sie mein werther Herr G. und F. und W. und K. und R. und S. und X. und Y. und wie Sie alle heißen, ich bleibe bei meinem Satze. Es iſt immer etwas dahinter, wenn Jemand ſein Geſchäft ſchwunghaft betreibt und viel zu thun hat, Er muß Was verſtehen, muß rührig ſeyn, bei Schwierigkeiten den Nagel auf den Kopf zu treffen wiſſen, muß einen rechtſchaffenen Sinn haben und iſt in der Regel, weil ihm ſo Manches glückt, auch guten Muthes. Dagegen wer in ſeinem Geſchäfte zurück kommt, hat ent⸗ weder das nöthige Geſchick, oder den nöthigen Fleiß, oder die nöthige ökonomiſche Einrichtung nicht gehabt. Aller⸗ dings kommt auch mancher verſtändige, geſchickte und brave Mann ohne ſeine Schuld durch Krank— heit oder andere Unglücksfälle zurück. Dann macht ihn aber ſeine eigne Lage auch niedergeſchlagen und unzufrieden, er iſt nicht aufgelegt, für das Gemeindewohl ein lebendiges Intereſſe zu bethätigen. Diejenigen aber, welche ſich's aus freien Stücken bequem machen, ſoll man ja mit Gemeinde⸗Angelegenheiten nicht ſtören; denn— mit ſeltenen und ehrenwerthen Ausnahmen— werden ſie darin eine drückende Bürde finden und auf ihrem Poſten einſchlafen. Nun, meine Herrn! wen ſoll man wählen? Können Sie zürnen, daß wir eine ſo gute Meinung von Ihnen haben? und dann ſagen Sie mir, wenn in irgend einer Gemeinde Böcke gemacht werden, wer anders darf den meiſten Macherlohn bezahlen, als Ihresgleichen? Es ſcheint mithin ganz an ſeinem Orte, daß Sie Ihre Augen dabei haben und ein Wort mitreden. Ich hoffe alle Bürger Friedbergs werden das Recht zu würdigen wiſſen, durch ihre Abſtimmung zu erklären, welche von ihren Mitbürgern an der Verwaltung der ſtädti⸗ ſchen Angelegenheiten Theil nehmen ſollen. Das wäre zu— gleich eine ſchöne thatſächliche Huldigung dem volksfreund— lichen Sinne eines verehrungswürdigen Fürſten gezollt. Ein Bürgerfreund. Das Goͤthe⸗Schiller'ſche Soldatenlied. In Nr. 96. des Int.⸗Bl. von 1844 werden die 4 Verſe des mehrbeſprochenen Göthe-Schiller'ſchen Soldatenliedes zum Wallenſteins Lager mitgetheilt, welche in dem 2. Hefte des zu Offenbach bei André herausgekommenen deutſchen Sängerſaales ſtehen, und dieſelben natürlich Göthe zuge— ſchrieben, weil ſich leicht denken laßt, daß von den 7 Ver⸗ ſen, welche das vollſtändige Lied enthält, der Herausgeber des Sängerſaales oder der Componiſt des Liedes nur die 4 erſten(von Göthe) beigeſetzt habe. Dem iſt aber nicht ſo, wie das vollſtändige Lied zeigt, welches wir jedoch ſeines wirklich anſtößigen Inhalts wegen nicht mögen abdrucken laſſen. Die beiden letzten Verſe ſcheinen, da laut des Schil⸗ ler⸗Göthe'ſchen Briefwechſels Schiller Göthe's Soldatenlied zu Wallenſteins Lager noch mit ein paar Verſen ver⸗ mehrt hat(So ſchreibt Schiller am 9. Oct. 1798 an Göthe) von Schiller. Auch dem feinſten und gediegenſten Kenner Schillers, Karl Hoffmeiſter, ſcheinen ſie Schillern allein an⸗ 4% 30 C. zugehören, denn„ſie ſind herber, und ſchmecken in etwas nach den Räubern.“ Der letzte Vers iſt in der That ſo, daß er mit Fug in Weimar bei den ſpäteren Aufführungen des Lagers nicht mehr geſungen wurde. Ueberhaupt war Schiller bei gemeinſchaftlichen Arbeiten mit Göthe kecker, als dieſer, wie wir an den ſogenannten Xenien, den Sta— chelverſen gegen Schriftſteller, literariſche Zuſtände ꝛc. der 1790er Jahre, ſehen, wo die von Schiller weit kecker ſind, als die von Göthe. Man muß bei dem Soldatenliede Schillern nicht falſch beurtheilen. Es galt, zum Eingange von Wallenſteins Lager ein Lied zu haben, welches gleich von vorn herein mit der Stimmung der rohen Soldatesca des dreißigjährigen Kriegs bekannt machte, wie ich ſchon früher bemerkte(Nr. 89 des Intelligenzblattes). Treffender aber, als das gegenwärtige, hätte nicht leicht eins für ſeinen Zweck ſein können. In dem Liede liegt ganz der rohe, wilde, alle Schranken über⸗ ſpringende Sinn der Horden Wallenſteins. Es bereitet ſo trefflich auf den erſten Auftritt im Lager vor, wo der Bauer mit ſeinem Knaben ſpricht, und ſtimmt ganz zu der Predigt des Kapuziners. Wenn aber nun diefes den züͤgelloſen Horden trefflich entſprechend zügelloſe Lied, welches an ſeinem Orte den großen Geiſtern, Göthe und Schiller, durchaus keine Unehre macht, in dem deutſchen Sängerſaal ſchlechthin unter der Ueber⸗ ſchrift„Soldatenlied- ſich befindet, ohne das Beiwort„Wal⸗ lenſteiniſches“, ſo iſt es ſeiner Beſtimmuug entrückt und allerdings unpaſſend hingeſtellt. Zudem iſt nicht abzuſehen, warum gerade auch der letzte Vers unter den vier ausge⸗ wählten ſich befindet, da er doch ſelbſt in dem Theater zu Weimer nicht geſungen werden durfte, weil man ſeinen der⸗ ben, wenn gleich für Wallenſteins Horden wahren Inhalt anſtößig fand. Wd. Für die armen Felsberger find e durch Landrichter Hoffmann v. einem Ungenannten 2 fl.; durch Adv. Trapp III. v. einer Ungenannten 5 fl. 24 kr.; zuſammen 7 fl. 24 kr., deren Empfang mit herzlichem Danke beſcheinigt Friedberg am 22. Januar 1845. L. Matthias, Caſſier. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Dezember 1844. Grünberg. Getraute: 1. Johann Kaspar Zöckler, des hieſigen Bürgers und Metzgers Johan⸗ nes Zöckler ehelicher lediger Sohn, Bürger und Metzgermeiſter dahier, und Gertrude Suſanne Weil, des Jacob Weil, Bürgers und Lein⸗ webers iu Hungen, eheliche ledige Tochter. Getaufte: 1. Dem Bürger und Schuhmacher Johann Gottfried Trinkaus eine Toch⸗ ter, Eliſe, geb. den 6. November. 15. Ein unehelicher Sohn, Karl Herz, geb. den 26. November. 17. Dem Bürger und Bäcker Johann Georg Jöckel ein Sohn, Johann Karl, geb. den 26. November. 25. Dem praktiſchen Arzte Dr. Georg Wilhelm Schlotthauer eine Toch⸗ ter, Friederike Amalie Mariane, geb. den 27. Nov. 26. Dem Großh. Bauaufſeher Jacob Amendt eine Tochter, Auguſte Frie⸗ derike Charlotte Antoinette Henriette geb. den 5. December. 27. Dem Bürger und Kreisboten Heinrich Wilhelm Hahn eine Tochter, Wilhelmine Adelheid, geb. den 19. Dee. Beerdigte: Keine. lungs halbe öffentlich a b He Ackergeſc andertde Schwein mebrete med, 8 40 Ot Erbſen rere 5 weinbee eine K Ochrar Gegef Morini Niede. B 0 Me gens um hauſe nach Kindern d kung liege der folgen U Pag Rth.) Pfing Kraft N Pag. Rig) a Kont ) Pag. th Lipot Friedt Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. . Allgemeine Rentenanſtalt zu Darm— i ſtadt. (28) Bei der Allgemeinen Rentenanſtalt zu Dar mſtadt können fortwährend größere und kleinere Kapitalien(jedoch nicht unter 500 fl.) ſowobl gegen gewöhnliche Verzinſung als auch gegen Tilgungsrenten(Amortiſation) geliehen werden. Die deßfallſtgen Geſuche wolle man unter Beiſchluß der erforderlichen Papiere(Fragebogen, Taxation und Flur— oder Grundbuchsauszüge) an die unterzeich— nete Direction portofrei einſenden. Auch macht man darauf aufmerkſam, daß die Rentenanſtalt zu jeder Zeit Depoſiten— gelder(jedoch nicht unter 100 fl.) annimmt und dieſelben mit 3% für's Jahr verzinſt. Darmſtadt den 30. December 1844. Die Direction der Allgemeinen Ren⸗ tenanſtalt. Mobilien-Verſteigerung. (47) Dienſtag den 11. Februar d. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, und die folgenden Tage werden dahier auf Anſtehen der Erben der verſtorbe— nen Andreas Haaſiſchen Cheleut, erbverthei— lungshalber, folgende Mobiliargegenſtände öffentlich an die Meiſtbietenden verſteigert: 6 Pferde mit vollſtändigem Wagen- und Ackergeſchirr, 10 Kühe, luzerner Rage, 1 anderthalbjäbriger Bullen, 5 Rinder, 30 Schweine, 2 vollſtändige Wagen, 5 Pflüge, mehrere Eggen, Heu, Stroh, Spreu, Grum⸗ met, Kartoffeln, circa 200 Malter Waizen, 40 Obm Brandwein, Korn, Gerſte, Hafer, Erbſen, Wicken ꝛc. Hausgeräthſchaften, meh⸗ rere Fäſſer und eine vollſtändige Brand weinbrennerei mit 2 Keſſel,(2 und löhmig) eine Kelter, 1½ haltend, eine eiſerne Schraube ꝛc. 5 Gegen Bürgſchaft wird Zahlungsfriſt bis Martini d. J. geſtattet. Niederwöllſtadt den 7. Januar 1845. Der Großh. Beigeordnete Ko ſt. Bekanntmachung. (70) Montag den 27. Januar 1 J., Mor⸗ gens um 10% Ubr, ſollen in hieſigem Rath⸗ hauſe nachfolgende, den Kaufmann Grödel's Kindern dabier gehörende, in der Burggemar— kung liegende Gärten auf ſechs nach einan— der folgende Jahre verpachtet werden, als: 1) Pag. u. Nro. /, 139,19 UIKlftr.(71/ th.) in der 1. Gewann, zwiſchen der Pfingſtweide, an Frau Gerichtsſchreiber Kraft; 2) Pag. u. Nro.%, 119.7[IKlftr.(61 Rith) in der 9. Gewann, im Ried an Konrad Heß; 3) Pag. u. Nro.%:, 159,57[IKlftr.(82 Rth.) an der Burgleimenkaut, an Philipp Lippert. Friedberg am 15. Januar 1845. Der Beigeordnete Bender. Gärten-Verſteigerung. (75) Auf den Antrag der Frau Diſtriktsein— nehmer Specht dahier ſollen Montag den 27. Januar, Morgens 10 Ubr, in hieſigem Rath— bauſe nachſtehende in hieſiger Gemarkung lie— gende Gärten öffentlich meiſtbietend verſtei— gert werden, als: 1) Nro. u. Pag.% p, 16,54 UIKlftr. 682 Rth.) in der 2. Gewann an der Hock— mühle, an Serg. Bücklers Wittwe, gibt Zins der Kirche zu Friedberg 11½ kr.; a 31. 2) Nro. u. Pag.%, 206,85[IKlftr.(105 Rth.) in der 7. Gewann an der Straße nach Fauerbach, getheilt mit Wilhelm Thönges. Friedberg am 15. Januar 1846. Der Beigeordnete Bender. Güter ⸗Verſteigerung. (89) Auf Antrag der Tobias Walz Wittwe, geborne Salzmann, dabier, ſollen deren in Friedberger, Ockſtäͤdter und Fauer— bacher Gemarkung gelegenen Grundſtücke, etwa 60 Morgen, Mittwoch den 29. Januar d. J., Vormittags 9 Uhr, auf hieſigem Ratbhauſe einer freiwilligen Ver— ſteigernug, unter ſehr vortheilhaften Bedingun— gen, ausgeſetzt werden. Das Verzeichniß der Grundſtücke kann ſo— wohl beider Wittwe Walz, als den Feldſchützen der vorgenannten Orte, eingefehen werden. Friedberg den 17. Januar 1845. In Auftrag Großh. Landgerichts Der Beigeordnete Bender. Bekanntmachung. (910 Nachdem die Wittwe des Philipp Webr⸗ deim, Heinrich's Sohn, zu Rodheim ſich frei— willig unter Curatel der beiden Ortspürger Caſpar Faulſtich und Caſpar Wehrheim daſelbſt begeben hat, ſo wird dieß mit dem Anfügen bekannt gemacht, daß dieſelbe nur mit Geneh— migung dieſer beiden Curatoren Rechtsge— ſchäfte gültig abſchließen kann. Zugleich wer— den alle diejenigen, welche Forderungen an die gedachte Wehrheims Wittwe machen zu konnen glauben, zu deren Anzeige und Richtig— ſtellung auf Mittwoch den 5 Februar l. J., Vormittage 9 Uhr, anber vorgeladen. Großkarben den 7. Januar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Muh l. Frucht ⸗Verſteigerung. (105) Künftigen Donnerſtag den 6. Februar laufenden Jahrs, Vormittags 9 Uhr, ſoll bei dem hieſigen Rentamte eine anſehnliche Par— thie 1844 r herrſchaftliche Früchte, beſtehend in Waizen, Korn, Gerſte und Hafer, öffent— lich verſteigt weoden. Grünberg den 19. Januar 1845. Großh. Heſſ. Rentamt daſelbſt Bötticher. Holz ⸗Verſteigerung. (106) Dienſtag den 28. d. M., Vormittags 10 Ubr, ſollen in dem Büdesheimer Gemeinde— wald, Diſtrict Hochholz, nachfolgende Holzſor— timente, als: 56 Stecken buchen Erdſtöcke und 11 Klötze buchen Werkbolz, zuſammen 440 Cubikfuß haltend, und Mittwoch den 29. d. M., Vormittags 10 uhr, in dem Raublohwald, 29 Stecken eichen Scheitholz, 13 77„ Prügelholz, 600 Stück eichen Wellen, 162 eichen Stämme Bau-, Werk- und Nutz⸗ holz, zuſammen 4587 Cubikfuß haltend, öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle ver— ſteigert werden und wird Zahlungsfriſt bis Michaelis d. J. gegeben. Büdesheim den 20. Januar 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Heep. Immobilien- Verſteigerung. (107) Die zum Nachlaſſe der Wittwe des Grßb. Steuer⸗-Commiſſärs Münch in Nie⸗ dergemünden gehörigen Immobilien, beſte— bend aus Wobnhaus, Scheuer und Stallung unter einem Dach, ſowie 10 Morg. 375 Klftr. Ackerland, 4 Morg. 53 Klftr. Wieſen und 45 Klftr. Gartenland, worüber ein Grundbuchs⸗ auszug bei dem Großh. Bürgermelſter Bun⸗ ding dahier zur Einſicht offen liegt, ſollen Montags den 10. Februar l. J., f Vormittags ſo uhr, in der Wohnung ſelbſt, unter den alsdann zu verkündenden Bedingungen, im Wege öffent⸗ licher Verſteigerung verkauft werden. Niedergemünden den 18. Januar 1845. Der Verlaſſenſchafts⸗Commiſſar 2 Rei Gr. Hofgerichts⸗Secretaͤr. Holz-Verſteigerung. (108) Donuerſtag den 30,. M. von Mor⸗ gens 10 Uhr an, ſoll in dem Gräflich Solms⸗ Rödelheim'ſchen Bainhards wald bei Roßbach das nachfolgende Holz, nämlich: 14 Eichſtämme, 52 Stecken eichen Scheitholz, 6 Aſtprügel, 8 32 3„ Nee öffentlich meiſtbietend verſteigert werden. Aſſenheim den 22. Januar 1845. Graͤflich Solms⸗Rödelheim'ſche Forſtverwaltung. NN NMNNN NU Privat ⸗ Bekanntmachungen. Herzl. Naſſauiſches Anlehen von 2 Million 600,000 fl. Ziehung am 1. Februar 1845. (60) 1000 Treffer, im Betrag von 46,300 fl., als fl. 25,000, 5000, 2000, 1000, 2 à 400, 2 à 200, 2 à 100, 20 à 50, 70 à 40, 900 à 29. Bei unterzeichnetem Handlungsbaus kann man ſich auf billige Art betbeiligen. Es wer⸗ den nämlich Originallooſe à 31 fl. 30 kr. aus⸗ gegeben, die ich nach der Ziebung à 29 fl. wieder zurücknehme, daher zur Portoerſparung die Einrichtung getroffen iſt, daß nur 2 fl. 30 kr. einzuſenden ſind. Julius Stiebel jan. Banquier in Frankfurt a. M. Empfehlung. (80) Ich mache meinen hieſigen und aus⸗ wärtigen Freunden biermit die ergebenſte Anzeige, daß ich das Decadiren von Herrn G. Wilbelm practiſch und gründlich erlernt habe und bitte deßbalb mich mit recht zahl— reichen Aufträgen zu beehren. Butzbach den 13. Januar 1845. g W. Frank, Chirurg. Für ein Mädchen, (97) welches gute Empfehlungen hat, iſt in einer Nachbarſtadt, als Ladenmädchen, in einem Manufactur- und Colonial-Waaren⸗ Geſchäft, ein Platz offen, in welches gleich nach Oſtern eingetreten werden kann. Nahe⸗ res ſagt die Redaction. Verſteigerung. (100) Der unterzeichnete iſt geſonnen, den 27. d. M., Vormittags 10 Ubr, dahier ein Pferd, Pferdegeſchirr, 1 Wagen, 1 Karrenbett, nebſt Acker⸗ und Oekonomiegeräthſchaften einer öffentlichen Verſteigerung ausſetzen zu laſſen. Wölfersheim den 14. Januar 1845. Gr. Pfarrer Bus. Eine ſtille Familie (103) ſucht mebrere Knaben, die entweder jetzt oder auf Oſtern die Realſchule beziehen wollen, in Koſt und Logis. Naͤhere Auskunft ertheilt auf frankirte Briefe Herr Dr. Schä⸗ fer Reallehrer in Darmſtadt. 7 7. Bekanntmachung. (102) Auf freiwilliges Anſteben und wegen Wohnorts. Veränderung läßt Frau Poths zu Niedererlenbach, Dienſtag den 28. Januar, Morgens 9 Ubr, durch den Unterzeichneten folgende Fictualien und zur Oekonomie gehö⸗ rigen Gegenſtände als: circa 250 Malter Waizen, 10 Malter Korn, 60 Malter Gerſte, 40 Malter Hafer, 700 Malter Kartoffeln, einige Centner deutſchen Kleeſgamen, 4 im beßten Zuſtande ſich be⸗ findenden Wagen⸗Zugpferde, worunter 2 achtjahrig, ſehr ſtark und gut gebaut, die andern zwei 9 jährig ſind, 1 Mutterſchwein mit 7 Zungen, 7 Zuchtſchweine, 1 noch gute 1 und 2ſpännige Chaiſe, ein 2ſpänniger und zwei Aſpännige noch ſehr gute Wagen mit eiſernen Achſen, 5 pflüge, 3 Eggen, 1 Walze, eine vollſtändige Brennerei mit 2 Keſſeln, der eine 2 der andere 1½ Ohm haltend, eine Parthie Faſſer, Bütten, Ket⸗ ten und Pferdegeſchirr, eine Parthie Klee⸗ heu und Futterſtrob, 2 Windmühlen und noch ſonſtige zur Oekonomie gehörigen Ge⸗ räthſchaften öffentlich an den Meiſtbietenden verſteigern. Niedererlenbach den 12. Januar 1845. Der Schultheis P. Mößer. Verſteigerung. (109) Donnerſtag den 30. Januar, Mor⸗ gens 9 Uhr, will der Unterzeichnete allerlei Holzwerk, als: Tiſche, Bänke. Stühle, Fäſſer, einige Bettladen und Handwerksgeſchirr, 2 Salzbütten und noch mehrere brauchbare Sachen, freiwillig verkaufen. Friedberg im Januar 1845. Adolph Windecker. Verſteigerung. (110) Erbvertheilungsbalber iſt Unterzeich⸗ neter geſonnen, Mittwoch den 29. Januar, Vormittags 10 uhr, in ſeiner Behauſung frei⸗ willig verſteigern zu laſſen: 1) eine trächtige Zugkuh, 2) ein jaͤhriges Rind, 3) ein trächtiges Mutterſchwein, 4) einen neuen einſpännigen Wagen, mit eiſernen Axen und ſonſtigem Zugehoͤr, 5) einen noch guten Kuhkarren, 6) einen noch neuen Voderwagen mit höl⸗ zerner Axe, 7) mehrere noch gute Karren und Wagen⸗ raͤder, 8) einen Pflug und eiſerne Egge, 9) ein Koppel, mehrere Ketten und dergl: Oeconomiegeräthſchaften. Niederwöͤllſtadt den 23. Januar 1845. Chriſtian Reitz. Ein Geſangbuch (111) mit den Buchſtaben M. N. wurde am letzten Sonntage in der hieſ. Burgkirche gefunden. Der ſich legitimirende Eigenthümer kann daſſelbe gegen Erſtattung der Koſten bei mir in Empfang nehmen. Dambmann. Zouei neue einſpaͤn⸗ nige Wagen, (112) mit eiſernen Achſen, Dunghorren und Leitern, 2 gebrauchte noch gute Karren und 2 Sitze zu einem Stuhlwägelchen, ſind billig bei uns zu verkaufen. Friedberg. Gebrüder Grödel. Zur Nachricht. (113) Der zweite und letzte Caſino⸗Ball fur dieſen Winter findet Dienſtag den 4. Jeb. d. J. im Trapp'ſchen Saale ſtatt. Friedberg den 22. Januar 1845. Der Vorſtand. „* 32. Bekanntmachung. 1 Montag den 27. d. M., Vormittags 10 Ubr, ſoll bei Gaſtwirth Neiſel zu Fauer⸗ bach das Abraumen von 70 Kuübikklafter Erde von dem Gräfl. Steinbruch zu Fauerbach an den Wenigſtnehmenden in Accord gegeben werden. Oſſenheim den 23. Januar 1845. J. A. Aehle. 500 fl. (115) liegen gegen gerichtliche Sicherheit zum Ausleihen bereit. Wo ſagt die Edxped. d. Bl. Ein Logis (1160 im zweiten Stock, beſtehend in 2 heizbaren Stuben, 2 Kammern, 2 Küchen, ſodann/ vom Hausſpeicher, 1 Keller und 1 geräumiger Stall, iſt zu vermiethen und kann daſſelbe den 1. April bezogen werden. Das Nähere iſt bei Schreinermeiſter Grau⸗ bert in der Vorſtadt zu erfragen. Friedberg den 21. Januar 1845. Erinnerung. (117) Diejenigen Herren, welche von mei⸗ nen Güterſtuͤcken geſteigert und den Termin von 1844 noch nicht entrichtet haben, werden erinnert, daß Weihnachten 1844 vorüber iſt. Heinrich Preußer. Bekanntmachung. (118) unterzeichneter iſt geſonnen, nachfol- gende Gegenſtände Montag den 3. Februar, Vormittags 9 Uhr, einem öffentlichen Ver⸗ kaufe auszuſetzen, nämlich: 19 1 Pferd, 2) 1 trächtige Kuh, 3) 1 vollſtändigen Wagen, 4) 2 Pfluge, 5) 2 Eggen, 6) 1 Strohbank, 7) mehreres Pferdegeſchirr, 8) mehrere Oekonomiegeräthſchaften. Hungen den 20. Januar 1845. Heinrich Scheld. E. Caſſella, Kammfabrikant in Friedberg, (119) bat gegenwartig ſehr ſchöne Bra⸗ ſilianer⸗ und Büffelbornſpitzen zu verkaufen. Literariſche Anzeige.“ (120) Bei G. W. Müller in Berlin iſt erſchienen und bei C. Bindernagel in Fried⸗ berg vorräthig: „Suchet in der Schrift.“ Spruchregiſter uber das Alte und Neue Teſtament, mit Ausſchluß der Apökryphen. Ein Nachtrag für die Beſitzer ſämmtlicher verſchied. Bibel⸗ werke, ſo wie ein Hülfsbüchlein für Theolo⸗ gen und Bibelleſer.(Aus Dr. F. G. Lisco's Bidel⸗Ausgabe beſonders abge⸗ druckt.) Kl. hoch J. 1844. Preis broch. 36 kr. Frankfurter Gold-Cours vom 23. Januar. N Neue Louisd'or 11 4 Friedrichsd'or 9 45 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 53 ½ Rand⸗Ducaten 5 34/ 20 Frankſtücke 9 25 Engliſche Souverains 11152 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Sexageſimä den 26. Januar. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Sell. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schüler II. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Mittwochs-Betſtunde, Nachmittags von 3— 4 Uhr, hält Herr Candidat Perſchbacher. Fruchtpreiſe 23. Jan. 17. Jan.] 15. Jan. Gattung. Fried⸗ g Groß⸗ 5 berg Mainz gerau fl. tr. ff tr.] fl. kr. Waizen pr. Malter 40 371 7 30 2 7 Korn„„ 6 5 40 5 20 Gerſte„ 7 41301 4454 2 20 2 31201 2 50 Hafer„„ Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach vom 25. Jan. bis 1. Febr. 1845. N 2 5 Fried⸗ Butz ⸗ S Brod⸗Preiſe. berg. bach. 8 kr. yf⸗ kr. pf. 1 Leib⸗Roggenbrod 2e 2 27 1— 4434 2 4 7: 75 9 29 1 Lth. Lth. Milchbrod 115 15 —Waſſerweck 106 116 —Gemiſchtes(Tafel⸗/ Brod 166% 16 Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 14 Ochſenfleiſch aetes 555— 111— 1 gemäſtete— 9— „ Kühfleiſch geen e 8 8 . 3% gemäſtetes 8 2181— 4 Rindſteiſch ungemäftetes 7 „5 Kalbfleiſch 7— 7— „ Schweinenfleiſch 11— 111— „Hammelfleiſch 9— 9— „ Schaaflfleiſch 7—4—— „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 8— 181— „ Bratwurſt 14— 14 „ Schwartenmagen 14— 14— „ Geräucherter Speck 20— 20— „Schinken 16— 16— „ Dörrfleiſch 161— 16— „ Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 20— unausgelaſſen 18— 18— „ Nierenfett 18— 18— „ Hammelsfett 151— 1151— Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg ieee Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butzbach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Follenius. — Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Re i die K D node, konnen nerſtag, 2 * ſtags F dehchn alsbald 0 — luch b. T0