r im Allgemeinen, l die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen 6— und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. ——.—— Intelligenz Glatt für die 155 Provinz Oberheſſen 1 Die Allgemeine Rentenanſtalt zu Darmſtadt und ihre 4* Amortiſationsordnung. e Unter den gemeinnützigen Anſtalten der neueſten Zeit, 7 7 2 welche bei einer ausgebreiteten Wirkſamkeit einen unberechen⸗ 8 4 baren Einfluß auf das Wohl der Staatsangehörigen zu Butzbach üben geeignet ſind, nimmt die im vorigen Jahre gegruͤndete, Ws. unter dem Protectorate Sr. Königlichen Hoheit des Erb— — großherzogs und unter der Oberaufſicht der höchſten Staats⸗ a. Sach behörde ſtehende allgemeine Rentenanſtalt zu Darmſtadt eine 58. der er“ 1 Stellen ein, und ſie verdient mit vollem Rechte e Theilnahme, welche ſie ſeit ihrem kurzen Beſtehen —— dẽ 18 en Ständen bereits gefunden hat. 1271 Wenn auch der Zweck dieſer Anſtalt zunächſt der iſt, 5% 1% ihren Mitgliedern, d. h. allen denjenigen, fuͤr welche irgend 1* eine Kapitalſumme eingelegt wird, vorzüglich im höhern 9 00 Lebensalter Verſorgung zu gewähren, ſo will ſie doch, einen doppelten Zweck erſtrebend, auch nach anderer Seite hin noch dadurch gemeinnützig wirken, daß ſie die empfangenen Kapitaleinlagen gegen gerichtliche Sicherheit an Gemeinden und Geſellſchaften ſowohl, als an Privatperſonen nicht blos gegen gewöhnliche Verzinſung, ſondern auch auf allmäh— liche Rückzahlung oder Tilgungsrente ausleiht, unter den nachfolgenden näheren Beſtimmungen der dabei zu Grunde liegenden Amortiſationsordnung: i 1) Das Darlehn ſoll nicht unter 500 fl. betragen. — 2) Die Tilgungsrente, d. h. die jährliche gleiche Zahlung auf Kapital und Zinſen, muß wenigſtens 6 vom Hun— — dert betragen und darf nicht 30 vom Hundert überſtei— gen, und es kann der Kapitalaufnehmer ſich für eine beliebige Tilgungsrente von 6 bis 30 prCt. erklären. 3) Außer der bedungenen Tilgungsrente kann der Anleiher nach vorausgegangener vierteljähriger Aufkündigung wei— tere Abſchlagszahlungen, jedoch nicht unter dem einjäh— N rigen Betrage der Tilgungsrente, machen, ſowie die ganze 1 27 Reſtſchuld jederzeit abtragen, oder auch im Laufe der bung Tilgungsperiode ſich für eine höhere oder geringere Til— gungsrente als die anfangs bedungene erklären. n r * W 33. Mit woch, den 22. Oktober 4) Die Tilgungsrente kann zur Erleichterung fur den Schuld ner in viertel⸗ oder halbjährigen Terminen bezahlt werden. Nicht in der Vermehrung der Gelegenheit zu Kapital⸗ anlehn an ſich, woran es wohl ſelten fehlen dürfte, ſondern in der gegebenen Möglichkeit, eine Kapitalſchuld allmählich, wie es die Verhältniſſe des Schuldners geſtatten und dabei mit beträchtlichem Vortheil zu tilgen, liegt der große Werth und Vorzug dieſer Art von Kapitalanlehn, und ſie verdient ö es darum wohl, der Aufmerkſamkeit des Publikums empfoh⸗ len zu werden. Der bedeutende Vortheil, welcher dem Anleiher eines Kapitals gegen Tilgungsrente erwächſt, ergibt ſich am beß— ten, wenn man ein Rechnungsexempel anſtellt. Zu dem 0 Ende angenommen, es wolle jemand ein Anlehn von 1000 fl. f bei der Anſtalt mit 6 prCt. Tilgungsrente abtragen, ſo zahlt 4 er in 33 Jahren jährlich 60 fl. und im 34. Jahr einen Reſt N von 48 fl. 20 kr., im Ganzen alſo.. 2028 fl. 20 kr. 15 Zieht man hiervon das Kapital ſelbſt ab mit 1000„—„ 0 ſo hat er an Zinſen bezahlt 1028 fl. 20 kr. alſo 30 fl. 14 kr. per Jahr, oder 3 fl. 2 kr. jährlich von N 100 fl. Die allmähliche Tilgung wirkt alſo für den Schuld—. ner gerade ſo, als ob er von 100 fl. des Anlehns nur 3 fl. 0 2 kr. jährliche Zinſen 34 Jahre lang zu bezahlen hätte und dann ſein Kapital auf einmal abtrüge. ö Wäre hingegen das Kapital zu 4½ prCt. Zinſen, ohne Rückzahlung, geliehen, ſo hätte der Schuldner in 34 Jahren an Zinſen zu bezahlen 1530 fl. dazu das Kapital mit 1000„ zuſammen 2530 fl. während er bei 6 prCt. Tilgungsrente nach oben nur 2028 fl. N zu bezahlen hätte, folglich gewonnen haben würde 502 fl. ö 1 Auch dann, wenn ein Kapital von. 1000 fl. nur mit 4 prCt. zu verzinſen, mithin in 34 Jah⸗ 0 ren an Zinſen 2 1360„ g zuſammen alſo 2360 fl. davon zu bezahlen wären, bleibt bei einem Anlehn — 2 * 332 K. auf Tilgungsrente, welche nach oben mit 6 prCt. 2028„ beträgt, noch ein Gewinn von 332 fl. Ja ſelbſt bei einer Verzinſung mit 3 ½ prCt. des Anlehns, von welchem, obiges Beiſpiel angenommen, in 34 Jahren 1100 fl. e 1000„ zuſammen 2190 fl. aufgewendet werden müßten, während bei 6 prCt. . 2028 zu bezahlen wären, gewinnt der Schuldner in die⸗ ſem Falle immer noch die Summe von 162 fl. Dieſer Vortheil bei Kapitalanlehn auf Tilgungsrente (Amortiſation) erklärt ſich daraus, daß das, was der Schuld— ner über die Zinſen hinaus bezahlt, auf Zinſeszinſen zu 4 ¼ prCt. angelegt erſcheint. Der Schuldner kann alſo ſelbſt die kleinſten Beträge, welche in Ermanglung einer ſolchen Gelegenheit gewöhnlich nicht aufgeſpart, ja ſehr häu⸗ ſig verſchleudert werden, auf eine höchſt vortheilhafte Weiſe zinstragend machen, was bei der gewöhnlichen Verzinſung der Kapitalien nicht möglich iſt.— Die Sache verdient aber namentlich da, wo der Zinsfuß nahe zu auf 5 und ſelbſt auf 5 prCt. ſteht, die höchſte Beachtung. Es darf daher nicht unerwähnt bleiben, daß die all⸗ gemeine Rentenanſtalt bei Darlehn auf Tilgungsrente halb⸗ jährige, ja ſelbſt vierteljährige Zahltermine dem Schuldner zur Erleichterung geſtattet und das Kapital zu keiner Zeit, auch dann nicht, wenn der Zins fuß im All⸗ gemeinen, zu ihrem Nachtheile, ſteigen ſollte, kündigen kann, es ſey denn, daß der Schuldner mit der vertragsmäßigen Zahlung im Rückſtande bliebe, oder daß der Werth der Unterpfänder um ½ oder mehr ſich vermindere. Der Schuldner wird alſo in ſeinem Tilgungs— plan nicht unterbrochen, er erſpart folglich auch die Koſten und den Zeitverluſt, welche bei einer Kündigung von Seite des Gläubigers mit einer anderweitigen Kapitalaufnahme verbunden ſind, während er ſelbſt hier jederzeit, wie es ſeinen Verhältniſſen angemeſſen erſcheint, größere Zahlun⸗ gen auf das Kapital bewerkſtelligen, oder den Reſt deſſel⸗ ben auf einmal abtragen darf.— Der große Nutzen dieſer Anſtalt iſt unverkennbar; er dürfte vorzüglich dem ſo wich⸗ tigen Mittelſtande zu gut kommen und es bleibt daher im Intereſſe des letzteren zu wünſchen, daß die hier dargebotene Gelegenheit, ſich mittelſt eines regelmäßigen kleinen Zu— ſchuſſes zu den Zinſen allmählich von Kapitalſchulden zu befreien, von Gemeinden, Corporationen und Privaten, welche in dem Falle ſind, Anlehn zur Abtragung anderer Schulden oder zu ſonſt irgend einem Zwecke zu machen, immer mehr benutzt und dadurch ihre ſegenreiche Wirkſam— keit eine immer größere werde. Der Wohlthätige Einfluß ſolcher Anſtalten auf Ver— beſſerung der Creditverhältniſſe eines Landes und Hebung des Nationalwohlſtandes läßt ſich erkennen, wenn man er— fährt, welche ungeheure Summen für dieſe Zwecke in an— dern Ländern, wirkſam ſind, wo ähnliche Anſtalten ſchon ſeit Jahren wirken. So hat die Verſorgungsanſtalt im Groß— herzogthum Baden vom Monat Juli 1837 bis Ende 1843 an 2,860,000 fl. Kapitalien auf Tilgungsrente zu verſchie⸗ denen Zwecken ausgeliehen, namentlich zur Abtragung an— derer Schulden, zu Ankauf oder Errichtung von Gebäuden, Ankauf von Grundſtücken, für landwirthſchaftliche Zwecke, Ablöſung von Grundlaſten und zur Erweiterung und Ver⸗— beſſerung von Gewerbsanlagen. Und doch gewährt letztge— nannte Anſtalt nicht die Vortheile für den Anleiher, welche unſere vaterländiſche Rentenanſtalt darbietet, da jene aus ſolchen Darlehn 5 prCt., dieſe aber nur 4/ prCt. Zinſen zieht, woran jedoch der Verluſt an Zwiſchenzinſen in Ab⸗ zug zu bringen wäre, wenn man den reinen Gewinn der Anſtalt berechnen wollte. Orthographie wetterauiſcher Woͤrter. (Fortſetzung von Nr. 81 d. Bl.) 46) Auch in der Wetterau, wie in Oberheſſen, auf dem Weſterwalde ꝛc., hört man die Wörter: der Ulrich, d. i. das Weheſein zum Erbrechen, dann das Erbrechen ſelbſt als Folge eines Trinkgelages oder doch des Zuviel— trinkens, und Ulrich rufen oder, was daſſelbe iſt, ulrichen, d. i. Ueblichkeit empfinden zum Erbrechen, dann ſich er⸗ brechen in Folge eines Trinkgelages oder des Zuvieltrinkens. Die wetterauiſche Ausſprache iſt: Ullerich, Ullerich ruffe“), ulleriche, letzteres ein von dem Hauptworte Ullerich abgeleitetes Zeitwort.— Zu Grunde liegt der Ausdruck„Ulrich rufen“, welcher als vollſtändige Redens⸗ art, wie ſie noch in alten Urkunden und Schriften vorkommt, „Sanct Ulrich anrufen, Sanct Ulrich rufen lautet; dieſe vollſtändige Redensart hat natürlich auch die Bedeu— tung„ſich erbrechen“, wie unſer„Ulrich rufen.“ Der berühmte, 1591 geſtorbene Fiſchart gebraucht in dieſer Redens⸗ art ſogar die Abkürzung von Ulrich(altdeutſch: UVodalrich, Uodilrich), nämlich Uetz, und ſagt:„dem Uetzen ruffen“*). Nun fragt es ſich aber, wie kam die Redens⸗ art Sanct Ulrich anrufen(rufen) auf und daß man Ueblichkeit und Erbrechen nach einem Trinkgelage ſchlechthin den Ulrich nannte? Das iſt alſo zugegangen. Die alten heidniſchen Deutſchen hatten eine Art Ehrentrinkens bei feſt⸗ lichen Opfern und Gelagen, indem ſie die Becher auf das Andenken eines Gottes oder der Götter leerten. Das nann— ten ſie das Minnetrinken(d. i. Andenkentrinken, Liebesge— dächtnißtrinken). Nachdem ſie aber Chriſten geworden waren, behielten ſie dieſe Sitte inſofern bei, daß ſie nun das An⸗ denken Chriſti, der Jungfrau Maria und der Heiligen tran— ken*) und dadurch ihrer Liebe und ihres Segens theil— *) Uller ich ruffe iſt in der ſüdöſtlichen Wetterau(. B. zu Alten⸗ ſtadt ꝛc.) nicht gebräuchlich, wie man ſchon an ruffe fieht. Dem dort würde man ſagen:„Ullerich roufe.“ Das aber kommt, ſo viel ich weiß, nicht vor. 2) Siehe Vilmar in der Zeitſchrift des Vereins für heſſiſche Geſchichte 4. Bd. S. 96, wo dieſer Gelehrte den Ausdruck Ulrich in der oben gegebenen Bedeutung beſpricht. rar) Siehe Jacob Grimms deutſche Mythologie S. 52—55 der Ulrich „ ulrichen haftig zu werden glaubten. Beſonders trank man im Mit⸗ telalter zu Ehren und Andenken des Apoſtels Johannes, der heiligen Gertrud und des heiligen Ulrich; jenen beiden zu Ehren tranken vornehmlich Scheidende, Reiſende und Friedliebende, zu Ulrichs Ehren aber Schwerbeängſtigte und die in Noth und Gefahr waren. Denn man hatte den Glauben, wer aus oder über des heiligen Ulrich hinterlaſſe— nem vergoldeten Silberkelche, den er einſt bei der Meßhand— lung zu Schloß Firmion bei Botzen in Tyrol gebraucht hatte, ihm(dem heil. Ulrich) zu Ehren tränke, dem werde wunderbar von ſeinem Uebel geholfen; wer aber dieſe Wun— der verachte, der werde ſchwer geſtraft. So leerte man gern bei Gelagen und Gaſtmahlen die Becher zu Ehren und Liebesgedächtniß des heiligen Ulrich, der um Hilfe angeru— fen, von den größten Beängſtigungen(maximis angustiis) und Nöthen befreit und(nach den Wundererzählungen von ihm) ſelbſt den Trunk, der über Gebühr geſchah, geſegnet hatte; aber den Verächter dieſes Ehrentrinkens ſtrafte er hart als einen Frevler an ihm“). So mußte es denn wohl auch dem, der einem Trinkgelage beigewohnt und zuviel getrunken hatte, ergehen, wenn er nicht zu Ehren und zum Liebesgedächtniß des heiligen Ulrich getrunken hatte, und nun, beim Erbrechen, rief er in ſeinen Nöthen Sanct Ulrich um Befreiung an. Die Redensart kam zuerſt in Süd⸗ deutſchland auf““), wo Ulrich, welcher 973 als Biſchof von Augsburg geſtorben und 993 vom Papſte Johannes XV. heilig geſprochen worden war, als ein gar beiiebter und angeſehener Heiliger verehrt wurde und man viel Wunder von ihm erzählte. Später gab man dem Erbrechen ſelbſt den Namen des Ulrich, gleichwie man den Namen des heiligen Valentin(Sanct Velten) aus Umbrien, wel⸗ chen Heiligen man als Hilfsheiligen gegen unheilbare Krank— heit bei der fallenden Sucht anrief, geradezu für dieſe Krank⸗ heit ſelbſt ſetzte! xe). Ja, der oben genannte Fiſchart ge⸗ braucht den Namen Uetz(d. i. Ulrich) ohne Weiteres ſelbſt von dem, der ſich erbricht, z. B.„Halt den kopf dem Vtzen.“ Uebrigens merkt Dr. L. Diefenbach in ſeiner Sammlung wetterauiſcher Wörter an, daß man auch(wohl in der Gegend von Laubach) ſcherzhaft für„ſich erbrechen ⸗ ſage:„nohch Ulrichſtan gihn/(die n an den beiden letzten Wörtern ſind ſtumpf zu ſprechen) d. i. nach Ulrich⸗ ſtein gehn. Dieſe Redensart lag als Scherz nur wegen des Namens Ulrich nahe und iſt ohne alle weitere Be— deutung. „) Man ſehe die Acta Sanctorum mensis Julii, 2. Bd. S. 85. 88. 89-90. 134. und 126— 127(wo das 10. 11. 12. u. 13. Mira⸗ kel nachzuleſen ſind, in deren einem erzählt iſt, wie ein Weißbecker, Namens Luitnot, zu Bopfingen gezwungen wird, über Gebühr zu trinken; da er es aber zu Ehren des heiligen Ulrich thut, ſo wird er unverwundbar für den Tag). ) In Bagern iſt noch üblich: den heiligen Ulerich oder Uler an⸗ rufen. S. Schmellers baperiſches Wörterbuch 1. Thl. S. 46. e) So z. B. in des Marburgers Gilhauſen Comödie Grammatica (Gedruckt 1597) S. 73:„Geh, ehe ich dir Sankt Velten fluch d. i. die fallende Sucht anwünſche. Desgleichen in des Gießener — Schuppius Schriften S. 982:„wünſchte er ihm alle 8. Veltin!“ „ 333. Kirchenbuchs⸗Auszug vom September 1845. Butzbach. Getraute: Heinrich Chriſtoph Diehl, hieſſger Bürger und Schrei⸗ nermeiſter, des verlebten Bürgers und Schreinermei⸗ ſters Chriſtoph Dietrich Diehl nachgelaſſener ehelich le⸗ diger Sohn und Katharina Bachmayr, des Ortsbür⸗ gers und Webers zu Fornbach, königlich balriſchen Landgerichts Pfaffenhofen, Andreas Bachmayr ehelich ledige Tochter. 28. D Getaufte: „Dem Bürger und Inſtrumentenmacher Jakob Marguth ein Sohn, Johann Georg Wilhelm, geb. den 10. Aug. 8. Dem Bürger und Wagnermeiſter Johann Wilhelm Bruckhof ein Sohn, Johann Wilhelm, geb. den 24. Aug. 11. Dem Bürger und Bäckermeiſter Gernand Sauerbier ein Sohn, Auguſt, geb. den 13. Aug. 28. Dem Bürger und Schreinermeiſter Heinrich Chriſtoph Diehl ein Sohn, Wilhelm, geb. den 9. Sept. 30. Dem Bürger und Schreinermeiſter Gernand Bang ein Sohn, Jonas Emil, geb. den 10. Sept. Beerdigte: 13. Heinrich Wilhelm Seulburger, Bürger und Metzger— meiſter dahier, alt 56 Jahre, 9 Monate und 28 Tage, 1 den 11. 15. Eine uneheliche Tochter, Johanna Louiſe, alt 24 Tage, den 14. 22. Maria Hartman, gebürtig von Burggemünden, Kreiſes Alsfeld, ſtarb auf der Durchreiſe den 21., alt 22 Jahre. 25. Ein ungetaufter unehelicher Sohn, alt 8 Tage, 5 den 23. 27. Johannes Bock, des hieſigen Bürgers und Bäckermei— ſters Johann Georg Bock ehelicher Sohn, alt 10 Jahre, 11 Monate und 22 Tage, f den 25. 29. Eliſabeth Binding, des verlebten Oberwachtmeiſters in der 2. Schwadron des Garderegiments Chevaux— legers Ernſt Ludwig Binding hinterlaſſene eheliche Toch— ter, alt 7 Jahre, 7 Monate, t den 26. * Guſtav⸗ Adolf Stiftung. Einladung. Den 12. November ſollen in Darmſtadt drei neue Mitglieder zum engern Verwaltungsrathe des Großh. Heſſ. Hauptvereins der Guſtav⸗Adolf⸗Stiftung gewählt werden. Damit nun bei dem in Darmſtadt vorzunehmenden Wahl- acte der Wetterauer Zweigverein gehörig vertreten werde, erſcheint es nothwendig, einen eigenen Deputirten zu dem— ſelben abzuordnen. Es werden darum alle Mitglieder des genannten Zweigvereins eingeladen, Mittwoch den 22 Oktober, Morgens um 10 Uhr, ſich auf dem Rath— hauſe zu Friedberg zur Wahl eines Deputirten gefälligſt einfinden zu wollen. 5 Dr. Cröß mann, L. Matthias, Vorſitzender. Secretär Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Edictalla dung. Betreff.: Das Schuldenweſen des Heinrich Greif zu Echzell. (446) ueber das Vermögen des Rubri⸗ caten iſt von Großh. Hofgericht der Provinz Oberheſſen der förmliche Concoursproceß er⸗ kannt, und das unterzeichnete Gericht mit deſſen Leitung beauftragt worden. Demnach werden alle, ſowohl bekannte als unbekannte Gläubiger des Heinrich Greif biermit aufge⸗ fordert, ihre Forderungen oder ſonſtige Rechts⸗ Anſprüche, ſo gewiß in dem auf Dienſtag den 9 December l. J., Morgens 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermin dahier anzu⸗ zeigen und geltend zu machen, widrigenfalls ſie, ohne ein beſonders zu erlaſſendes Präclu⸗ ſidvecret von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Nidda den 7. Oktober 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Kattrein. Edictalla dung. (1467) Die Erben der Caſpar Steins Che⸗ leute zu Köddingen haben verſchiedene, in der dortigen Gemarkung gelegene Grundſtücke, worüber Grundhuchs-Auszug bei den Acten und zu Jedermanns Einſicht offen liegt, ver— kauft, können jedoch das Eigenthum daran nicht urkundlich nachweiſen, weßhalb man alle Diejenigen, welche dingliche oder andere Rechte an dieſe Immobilien anſprechen wollen, zu deren Anzeigen, Geltendmachung binnen vier Wochen aà dato um ſo gewiſſer aufgefordert, als ſonſt die Veräußerungsurkunden beſtätigt werden. Ulrichſtein den 10. Oktober 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Zimmermann. Frucht ⸗Verſteigerung. (IA TT) Donnerſtag den 23. l. M., Mor⸗ gens 10 Uhr, werden in hieſigem Rathbauſe nachſtehende, von dem Gute der erſten Pfar⸗ rei geärnteten Früchte und Geſtröh öffentlich meiſtbietend verſteigert, als: 1) 8 Mltr. 2 Sim. 1 Kpf. Waizen, 20 9 77 2 7 1 7 Korn, 3) 19 W—„ 2„Hafer; Geſtroͤh: 4) 2 Fuder 40 Gebund Waitzenſtroh, 533 2 7 Kornſtroh, 60 3 17 8 1 Haferſtroh, 77 39 5 Wirrſtroh u. 8) die vorhandene Spreu. Friedberg am 15. Oktober 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. Anlieferung von Schachtpfählen betr. (1492) Montag den 27. d. M., Vormit⸗ tags 11 Uhr, ſoll die Anlieferung von 8000 Stück Schachtpfählen auf die Bergwerke zu Wölfersheim und Weckersheim auf dem Bu⸗ reau des Unterzeichneten, in 1oco Hungen, öffentlich wenigſtnehmend veraccordirt werden. Hungen den 19. Oktober 1845. Der Rentamtmann 2 Kießling. Edictal ladung. (1493) Johannes Stein, Balſers Sohn, von Vobenhauſen und ſeine Ehefrau, geb. Zöller, haben gemeinſchaftlich mebrere, in der Gemarkung Bobenhauſen belegene, Immobi— „ 334* lien erkauft, welche im Grundbuch dem Erſte⸗ ren zugeſchrieben ſind, worüber ſie keine Er⸗ werbsurkunden beſitzen. Auf Antrag des Jo— hannes Stein werden Diejenigen, welche an die fraglichen Immobilien, worüber ein Grund. buchs⸗Auszug in der Landgerichts Regiſtratur zu Jedermanns Einſicht offen liegt, Eigen⸗ thums⸗ oder ſonſtige dingliche Anſpruche bilden zu können vermeinen, aufgefordert, ſolche ſo⸗ gewiß binnen vier Wochen, von heute an, datier geltend zu machen, widrigenfalls die Genannten als Eigenthümer der fraglichen Immobilien angeſeyen und denſelben eine ihr Eigenthumsrecht beſcheinigende Urkunde zuge⸗ fertigt werden wird. Auf den Kirchenkaſten von Bobenhauſen, der an einigen dieſer Immobilien ein am 5. Mai 1819 conſtituirtes Pfandrecht hat, be⸗ zieht ſich dieſe Aufforderung nicht. Ulrichſtein den 16. October 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. t Privat- Bekanntmachungen. en; e (1470) Waizenkleye von der Dampfwalz⸗ mühle bei Mainz, wegen ihren mehlreichen Beſtandtheilen als Maſtfutter ſehr zu empfeh⸗ len, iſt bei Unterzeichnetem zu haben und wird Dienſtag, Donnerſtag und Samſtag abgegeben. Vilbel den 11. Oktober 1845. J. C. ten Brink. E nl a (1181) Mittwoch den 22. d. M., als an dem hieſigen Markttage, findet gut beſetzte Tanzmuſik bei mir ſtatk, wozu höflichſt einladet G. Gerlach. Eine Magd oder Köchin, (1485) welche bürgerlich gut kochen kann, wird auf dem hieſigen Hofe geſucht und kann ſolche, welche wo möglich gleich eintreten kann, auf hohen Lohn rechnen. Glaubwürdige Zeugniſſe ſind unerläßlich. 5 Bucghof Cleeberg bei Butzbach im Oktober 1845. Freiherr von Bibra. Deutſcher Phoͤnix, Verſicherungs-Geſellſchaft in Frankfurt a. M. Bekanntmachung. (1490 Wir zeigen hierdurch an, daß die bisher getrennt beſtandenen beiden Verſiche⸗ rungs-Anſtalten, die Geſellſchaft des Badiſchen Phönix in Karlsruhe und die Frankfurter Verſicherungs-Geſellſchaft, in Folge eines abgeſchloſſenen Unions Vertrags und kraft Autoriſation des Großbzl. Badiſchen Höchſt— preislichen Staatsminiſteriums(Reſeript d. d. 18. Juli 1845) und des Hohen Senates der freien Stadt Frankfurt(Rathsſchluß vom 20. May 1845) ſich vom 1. May d. J. an zu Einer Geſellſchaft vereinigt haben, welche die Firma: „Deutſcher Phönix“ führt, und alle Rechte und Verpflichtungen der beiden früheren Geſellſchaften übernom⸗ men hat.— Der Sitz des Deutſchen Phönix, ſeines Verwaltungsrathes und ſeiner Direk⸗ tion ſind in Frankfurt. Der Verwaltungsrath beſteht aus 14 Mit⸗ gliedern; fünf derſelben ſind aus dem im Großherzogtbum Baden anſäßigen Aktionairen und neun aus den übrigen Aktionairen er⸗ nannt, die in Frankfurt ihren Wohnſitz haben. Das Geſammt⸗ Grund⸗Kapital beträgt durch Vereinigung der Sicherheits⸗Kapitalien der beiden früheren Geſellſchaften die Summe von 3½ Millionen Gulden. Der Wirkungskreis der Geſellſchaft umfaßt ſtatutengemaͤß alle Verſicherungen gegen Feuer⸗ ſchäden auf unbewegliche und bewegliche Ge⸗ genſtände, und die Verſicherung auf Waaren beim Transport zu Lande und zu Waſſer. Der Verwaltungsrath des deutſchen Phönix: Hofrath Forſtboom Brentano, Präſident in E. F. Pfeffel, Vice⸗Präſident Frank⸗ Auguſt Andreae-Goll, furt. Philipp Donner, M. G. Goll in Carlsruhe. Moritz Grunelius in Frankfurt. Max von Haber in Carlsruhe. Friedrich Bauer in Mannheim. J. A. Martin in Stauffen. Georg Rittner L. Schlamp Moritz Schuſter G. L. Springs feld Adolph Zimmern in Heidelberg. Der Direktor des Deutſchen Phönix: Julius Löwengard. Der unterzeichnete Haupt⸗Agent iſt zum definitiven Abſchluß von Mobillar-⸗Verſiche⸗ rungen zu billigſt feſtgeſtellten Prämien und zur Ausfertigung der Policen ermächtigt und mit Vergnügen bereit nähere Auskunft zu geben. Vilbel den 18. October 1845. J. C. Bermann, Haupt⸗Agent des Deutſchen Phönix. N (1495) Nach dem Abgange meiner bisheri⸗ gen Zöglinge bin ich ervötig einige neue an⸗ zunehmen und ſtelle den Preis mit Koſt und Logis auf 20 Louisd'or. Emil Münch, Pfarrvicar zu Villingen bei Hungen. Zum Verkauf. (1496) Meine noch aut erbaltene einſpäͤn⸗ nige Droſchke bin ich Willens zu verkaufen. Münch, Pfarrvicar zu Villingen. in Frankfurt. Allgemeine Rentenanſtalt zu Darmſtadt. Bea nn (1497) Mit dem 30. November d. J. wird die 2. Jahresgeſellſchaft der hieſigen Allgemeinen Rentenanſtalt geſchloſſen, worauf man diejenigen, welche dieſer Geſellſchaft noch beitreten, oder Nachzahlungen auf frühere Einlagen bewerkſtelligen wollen, hierdurch aufmerkſam macht. Darmſtadt den 13. October 1845. Die Direktion. Zur Entgegennahme ron Beitrittserklärungen und Ertheilung näberer Auskunft iſt ſtets bereit: Johs. Phil. Fritz zu Friedberg, Bürgermeiſter Seippel zu Butzbach, Decanatsrech⸗ ner Jung zu Grünberg, Rentamtmann Kießling zu Hungen, Stadtrechner Zöckler zu Lau⸗ bach, Gemeindeeinnehmer Dietrich zu Lich, Rentamtmann Jordan zu Lindheim, Kataſter⸗ geometer Grosholz zu Vilbel. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. 29 3 2