1 — 2 eren n ntelligenz-Hlatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. 8 Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Hungen und Friedberg an ſuaͤmmtliche Bürgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: Verlegung des auf Dienſtag und Mittwoch nach Egidi fallenden Marktes zu Düdelsheim, Kr. Büdingen. Der rubricirte Markt iſt auf den erſten Dienſtag und Mittwoch im Monat Auguſt verlegt worden, was Sie in Ihren Gemeinden zur öffentlichen Kenntniß zu bringen haben. Hungen und Friedberg am 9. Mai 1845. . Follenius. Krach, Gr. Kr.⸗Skr. An die ſehr geehrten Mitglieder des naturhiſtoriſchen Vereins zum Schutze der Singvoͤgel. Die Gründe, welche die höchſten Behörden unſeres Landes veranlaßten, Geſetze zum Schutze des nützlichen Ge— fieders in der freien Natur zu geben und aus welchen die erſten, einflußreichſten Männer bewogen wurden, ſich in der Weiſe für dieſen wichtigen und nützlichen Gegenſtand zu intereſſiren, daß ſie alle Einſichtsvollen und Gleichgeſinnten unter Einen Verein verſammelten, um die ſegensreichen Zwecke der Geſetze recht vollſtändig zur Erreichung zu führen und zugleich auch die rohe Würgerhand von dieſen nützlichen Thieren, ſowie viele Grauſamkeiten abzuhalten, ſind Ihnen durch die hinlänglichen Veröffentlichungen ſchon bekannt. Der hochverehrte Vorſtand unſeres moraliſch-öconomi⸗ ſchen, auch religiöſen, mindeſtens practiſchen, Vereins zum Schutze der lieblichen Geſchöpfe Gottes, hat mich, unter Hinweiſung auf die frühere auch an Sie ergangene Auffor— derung, wegen Bildung von Localſectionen und die Mitthei— lung in Nr. 4 der Gr. Heſſ. Zeitung v. dieſem Jahre, auf⸗ gefordert, Sie, die werthen Mitglieder unſeres Vereins, recht angelegentlich zu veranlaſſen, doch Ihre ganze Wirk— ſamkeit in Kirchen, Schulen und im gewöhnlichen Leben, ſowie Ihren Einfluß auf die Forſt- und Flur⸗Schuͤtzen, auf Gr. Gensdarmen, Wieſenwärter, Gemeinde-Vorſtände und Diener, Oeconomen, Eltern, Vormünder, Lehrmeiſter, welche für ihre Befohlenen mit der Strafe haftbar ſind, unter Rückſichtnahme auf das Ihnen kürzlich mitgetheilte Schrift— chen über dieſe ſingenden Flurenbewohner, ſowie auch auf das Amtsblatt Gr. Kreisraths des Kreiſes Grünberg Nr. 2 vom Jahr 1843 und auf das Allerhöchſte Geſetz vom 7. April 1837, Regierungsblatt de 1837 pag. 254 geltend zu machen, damit die erſten diesjährigen Jungen und Eier dieſer, oft grauſam verfolgten, Weſen jetzt der Nachſtellung und Ver— nichtung entgehen. Ich entledige mich dieſes wichtigen und allen wahrhaft Gebildeten gefälligen Auftrags in dem vollen Vertrauen auf Ihre ſchätzbare Einſicht und edlen gemuͤth— lichen und gemeinnützigen Beſtrebungen, daß Sie dieſen Gegenſtand alsbald, nach den obigen Landesgeſetzen und zwar noch, wo möglich, vor“) dem Feſte, bei Ihren Ge— meinden in lebhafte Anregung und Aufnahme bringen wer— den, damit mancher Sünde an dieſen Geſchöpfen Gottes, durch welche der Schöpfer nicht nur Gärten, Wieſen, Fel⸗ der, Hain und Wälder mit fröhlichem, oft entzückendem Ge⸗ ſange belebt, ſondern auch dieſe Räume der freien Natur von den zerſtörenden Inſecten reinigt, vorgebeugt, ſowie manche Strafe von Eltern und Meiſtern abgehalten werde, wobei ich noch anfüge, daß Jeder, welcher einen Zerſtörer der Brut dieſer Thiere in der Weiſe bei den Forſt- und Flurſchützen oder bei Gr. Gensdarmen anzeigt, daß ſein Frevel beſtraft werden kann, eine ſchöne Belohnung hat, auch, nach Art. 4. 5. u. 8. des Allerhöchſten Geſetzes, die Hälfte der Strafe, alſo 2 fl. 30 kr. oder 5 fl., oder auch wohl 10 fl. für jeden Fall erhält. Unſere höchſtgeprieſene Staats-Regierung hat ſchon in dem vorigen Jahrhundert dieſem wichtigen Gegenſtande ihre beglückende Aufmerkſamkeit gewidmet und Geſetze zum Schutze dieſer lieblichen Geſchöpfe erlaſſen, welche nun in ihrer gan— zen Wohlthätigkeit und zwar um ſo mehr ausgeführt wer— den ſollen, als der Sperling und anderes ſchaͤdliches Ge— flügel zerſtört, in ſeinem Wucher gehemmt und gleichſau auch in der Natur dadurch mehr Frieden befördert werden muß. Und warum ſollte ſich auch der Menſch nicht vor— zugsweiſe zum Schutze, der ſo ſehr des Schutzes beduͤrftigen Weſen verpflichtet halten, da er auch ein Geſchöpf Gottes iſt und dies mit Selbſtbewußtſein erkennen, daß er des Schutzes und des Beiſtandes höherer Weſen bedarf, um ſeine beſſeren Eigenſchaften, wie die Sänger im Freien ihren Sang u. ſ. w., entwickeln zu können? ja da ihm Vernunft und weiſe Herrſchaft, mithin auch der Schutz über die Fiſche im Meere und über die Vögel unter dem Himmel vom Schöpfer gegeben worden iſt, es auch ein ) Leider war es nicht mehr möglich, den Brief noch vor Pfingſten in unſerm Blatte erſcheinen zu laſſen, da das Manuſtxipt uns allzu⸗ ſpät zugekommen iſt. Die Redaction. —.— n „ 156. ausdrücklicher Beſehl Jeſu, unseres Seelenveredlers iſt, die Kleinen und Schwachen mit ihren ſchönen Anlagen nicht zu drücken, ſondern gegen die Nothleidenden barmherzig zu ſein, wie unſer Vater im Himmel barmherzig iſt und auch geſagt iſt, daß ſich der Gerechte— auch der Ungerechte— ſeiner Thiere, ſelbſt am Sonntage, wenn ſie in einen Brunnen dder in eine Grube fallen, erbarmt, wie viel mehr dies?— wenn ſie unter unverſtändiger oder muthwilliger Mörder⸗ hand unſere Hülfe, unſern Schutz und unſern Beiſtand mit kläglichen Tönen erflehen und uns gleichſam zurufen: Ihr Herrn der Erde erbarmet Euch und macht, daß kein Klagen und kein Seufzen mehr ſei! Weiteres Ihnen mitzutheilen, behalte ich mir vor, bei einer demnächſt zu haltenden Verſammlung zur Localſection vorzubringen; für jetzt empfehle ich mich Ihrer Liebe und hoffe, daß ſie des hochverehrten Vorſtandes Fürbitte für die hilfsbedürftigen Flurbewohner nicht unerfüllt laſſen wer⸗ den, um ihre Leiden und Menſchenſcheu zu mindern und ihre Harmloſigkeit wie den Himmel auf Erden zu fordern. * Ein Wort uͤber Leſevereine in Doͤrfern mit beſonderer Rüͤckſicht auf den Leſeverein in Buͤdesheim. Edles bleibt uns noch viel zu verrichten, Viel auch des Guten iſt noch nicht gethan.— Von Salis. Wir leben in einem Jahrhundert, das große Anſprüche auf geiſtige Bildung macht. Vom Hohen, wie vom Nie⸗ deren fordert es nach Verhältniß gleiches Wirken, um Licht und Aufklärung überallhin zu verbreiten. Auch der Land⸗ mann bleibt davon nicht ausgeſchloſſen; auch er ſieht ſich nach einem Mittel um, ſeinen Geiſt zu bilden und an Kennt⸗ niſſen zu bereichern. Ein ſolches Bedürfniß fühlte man nun auch ſchon ſeit lange in Büdesheim, und ſo geſchah es, daß kurz nach Oſtern über 20 Familien zu einem ge⸗ meinſchaftlicheu Leſeverein zuſammentraten. Nach den Statuten des Vereins ſollen nur wiſſenſchaftlich belehrende und unterhaltende Bücher Eingang finden und jedes religiöſe Element daraus verbannt ſein. Es ſollen Bucher ſein über Acker⸗ und Gartenbau, Vieh- und Obſtbaumzucht, Länder⸗, Völker⸗ und Gewerbkunde, über Erziehung und Familien⸗ leben, dann Bücher zur Unterhaltung: anmuthige Erzaͤh⸗ lungen, geſchichtliche Darſtellungen, ſchöne Reiſebeſchreibun⸗ gen ꝛc. Alle aber ſollen ſtets einen ſittlich reinen Inhalt haben und immer dem größeren Theile der Mitglieder ent⸗ ſprechend und ihren Bedürfniſſen angemeſſen ſein. Jedes Mitglied erhalt für einen geringen Beitrag(im Anfang monatlich 6 kr. und ſpäter monatlich 3 kr.) das Jahr hin⸗ durch 8 ſolcher Bücher, ſo daß auf den Winter 6. und auf den Sommer nur 2 kommen ſollen.— Die Mitglieder wäh⸗ len jedes Jahr 3 Vorſteher, welche die Bücher ausſuchen und für die Verwaltung ſorgen. Löſ't ſich der Verein je auf, was jedoch nicht zu erwarten iſt, ſo fallen ſaͤmmtliche Bücher der Gemeinde Büdesheim zur Verwaltung ſo lange anheim, bis ſich ein ähnlicher Verein wieder gebildet hat.— Die Circulation der Bücher hat bereits ſchon ihren Anfang genommen.— Der Zweck eines ſolchen Vereins iſt ein ſchöner und der Nutzen deſſelben ſehr groß. Nicht der Körper ſoll allein wachſen und ſtark werden, ſondern auch der Geiſt ſoll mit ihm voranſchreiten und ſich immer mehr zu vervollkommnen ſuchen. Unwiſſenheit und Aberglaube werden durch geiſtige Bildung verſcheucht und Sittlichkeit und Religioſität beför⸗ dert. Der Menſch ſieht bald ein, daß ſein Geiſt, der Sterne berechnet und Welten entdeckt, nicht der Erde angehören kann, ſondern für ein höheres Leben beſtimmt ſein muß, und wird durch das Leſen ſeiner Produkte, der Bucher, gleichſam vom Irdiſchen zum Himmliſchen gelenkt.— Ja ſchlͤgt ein ſolcher Verein in einem Dorfe Wurzel, ſo werden ſich bald die ſchönſten Früchte davon zeigen. Die Jugend greift dann anſtatt nach Trinkglas und Spielkarte nach einem belehren⸗ den Buch, und die Wirthsſtube, oft der Tummelplatz roher Gelage, wird dann zu einem Leſe- und Unterhaltungszim⸗ mer umgeformt.— Mögen auch noch andere Orte der Wetterau dem ſchoͤnen Beiſpiele in Buͤdesheim folgen und kein egoiſtiſches Treiben oder Privatintereſſe die Ausbreitung und das Ent— ſtehen der Leſevereine hemmen; mögen ſie blühen und Früchte tragen bis in die ſpäteſten Zeiten und den kommenden Ge— ſchlechtern noch als Mittel zur Belehrung und Bildung ihres Geiſtes dienen!— 5— b. Kirchenbuchs⸗Auszug vom April 1845. Friedberg. Getraute: 22. Heinrich Burk, hieſiger Bürger, Lithograph, Maler, Vergolder und Lackirer, des hieſigen Bürgers und Bier⸗ brauers Anton Burk, ehelicher lediger Sohn und Maria Eva Stoll, des weiland Bürgers Sprach-, und Zeich⸗ nenlehrers Chriſtian Stoll dahier, hinterlaſſene ehelich erzeugte ledige Tochter. 25. Johann Sebaſtian Fritz, Großh. Heſſ. Domänenbote zu Alsfeld, des weiland Heinrich Fritz, Sergeanten an der Großh. Strafanſtalt zu Bobenhauſen, lediger Sohn und Katharina Koch, des hieſigen Bürgers Kuͤfer- und Bierbrauermeiſters Joh. Koch, eheliche ledige Tochter. Getaufte: 6. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Franz Albrecht Ruppel eine Tochter, Katharina Charlotte, geb. den 22. März. 13. Dem' hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Enders ein Sohn, Peter Friedrich, geb. den 27. März. 13. Dem hieſigen Buͤrger und Kammacher Johann Ludwig Rahn ein Sohn, Karl, geb. den 25. März. 15. Dem hieſigen Bürger und Oekonomen Chriſtian Reuß ein Sohn, Chriſtian, geb. den 15. April. 19. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Johannes Kopp eine Tochter, Anna Maria, geb. den 5. April. 20. Dem Großh. Lehrer an hieſiger Muſterſchule Jakob Volk eine Tochter, Sophie Emilie Wilhelmine Karo— line, geb. den 26. März. 25. Dem Gr. Domänenbote zu Alsfeld Johann Sebaſtian Fritz eine Tochter, Johanne Amalie, geb. d. 13. März. 27. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Hart⸗ mann Ehrhardt ein Sohn, Wilhelm, geb. den 15. Apr. 27. Dem hieſigen Bürger und Weißgerbermeiſter Jakob Dörr ein Sohn, Chriſtoph Heinrich, geb. den 9. Apr. Beerdigte: 5. Heinrich Pfeffer, Schneidergeſell von Hatterode, Kr. Ziegenhain, im Kurfürſtenthum Heſſen, alt 18 Jahre, 1 Monat und 10 Tage, 1 den 3. d. M. 6. Katharina Eliſabetha Stadelmann, des hieſigen Bür⸗ gers und Seilermeiſters Chriſtian Gottlieb Stadelmann eheliches Töchterchen, alt 1 Jahr, 2 Monate und 4 Tage, t den 4. d. M. 7. Ernſt Wüſt, des hieſigen Bürgers und Schuhmacher⸗ meiſters Nicolaus Wuͤſt eheliches Söhnchen, alt 3 Jahre weniger 6 Tage, den 5. d. M. 8. Ein todtgebornes Söhnchen. 9. Daniel Fritz, Großh. Bürgermeiſter der Stadt Fried⸗ berg und Landtags⸗Abgeordneter der zweiten Stände⸗ kammer des Großherzogthums Heſſen, alt 67 Jahre, 6 Monate und 23 Tage, 1 zu Darmſtadt den 7. d. M⸗ 31 7 hl 17 0 ö 601) Katharina deren So Schulfon 800 fl. a an folge 66/15 200 985/12 748% nicht ur Will Anſprüs ſolche k machen ſtaligun Grun (602) Wettſaaſ Juni 17 daſ. bei genomm Verpf 330 der und Die E Urkunde Vſchun erfolgt binnen werden Gru Die Rev bücher d (625) ebtu dieſelhe zu Nr. Marz det, w. ein I N er der dem Fut El te 5 — As 10 W 8— Oler⸗ la 4 in te 1 er Sodn und T. 10. 10. 17. 17. 17. 22. 23. „ 157 Anna Katharina Klees, des hieſigen Bürgers und Poſtillons Heinrich Klees eheliches Töchterchen, alt 4 Jahre, 9 Monate und 19 Tage, 7 den 8. April. Philippina Engel, des hieſigen Bürgers, Metzgermeiſters und Wirths Johann Heinrich Engel eheliches Töchterchen, alt 6 Jahre, 10 Mon. u. 28 Tage, 7 den 8. d. M. Anna Dorothea Reuß, geb. Schneider, des hieſigen Bürgers und Oekonomen Chriſtian Reuß Ehefrau, alt 31 Jahre, 3 Monate und 19 Tage, 7 den 15. d. M. Chriſtian Reuß, des hieſigen Bürgers und Oekonomen Chriſtian Reuß eheliches Söhnchen, alt 12 Stunden, Eden 15. d. M. Ein todtgebornes Söhnchen. Suſanna Katharina Fink, geb. Valentin, des hieſigen Kreisſecretariats-Gehülfen Heinrich Fink Ehefrau, alt 39 Jahre, 8 Monate und 19 Tage, 7 den 19. d. M. Ambros Windecker, des hieſigen Bürgers und Schuh— machermeiſters Emmerich Windecker eheliches Söhnchen, alt 2 Jahre, 9 Monate und 28 Tage, 7 den 21. Apr. 25. 2 30. 30. 423. Wilhelm Wagner, des hieſigen Buͤrgers und Schreiner⸗ meiſters Hartmann Wilhelm Wagner eheliches Söhn⸗ chen, alt 10 Monate und 13 Tage, 1 den 23. d. M. Johann Chriſtoph Menges, des hieſigen Bürgers und Wagnermeiſters Johann Adam Menges eheliches Söhn⸗ chen, alt 2 Jahre, 10 Mon. u. 17 Tage, I d. 20. d. M. Katharina Kunze, des verſtorbenen Groß, Feldwebels Johann Jacob Kunze eheliches Töchterchen, alt 1 Jahr und 2 Tage, den 28. d. M. Heinrich Jacob Hahn, des hieſigen Bürgers und Ma⸗ terialiſten Heinrich Hahn eheliches Söhnchen, alt 1 Jahr und 2 Monate, den 28. d. M. Für die Waſſerbeſchädigten iſt bei C. Bindernagel eingegangenen: durch Großh. Heſſ. Kreisrath daher v. d. G. Aſſenheim 39 fl. 32 kr., v. d. G. Bönſtadt 10 fl. 4 kr., v. d. St. Butzbach 141 fl. 2 kr., v. d. G. Fauerbach II. 6 fl. 5 kr., v. d. G. Großkarben 19 fl. 18 kr. v. d. G. Hauſen mit Oes 2 fl. 37 kr., v. d. G. Höchſt 9 fl. 46 kr., v. d. G. Rodenbach 4 fl. 33 kr., v. d. G. Rommelhauſen 1 fl. 46 kr., v. G. E. in Niederwöllſtadt 30 kr. Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. rr Procla ma. (6010 Heinrich Stoffel und deſſen Frau, Katharina, geb. Seng, von Atzenhain ſowie deren Sohn Wilbelm haben dem Provinzial Schulfond zu Gießen eine Hypothek über 800 fl. ausgeſtellt und können ihr Eigenthum an folgenden Stücken 66715 VII/ 20 Acker neben dem Bodentriſch, 1311/3 IX/148 Wieſe die Reipfütze, 985/12 XV/I13 Acker auf der Heide, 748% XVII/372 Acker vorm Heegberg, nicht urkundlich nachzeigen. Will Jemand Eigenthums⸗ oder ſonſtige Anſprüche an dieſe Stücke bilden, ſo hat er ſolche binnen 6 Wochen dahier geltend zu machen, widrigenfalls der Hypothek die Be— ſtätigung unbedingt ertbeilt wird. Grünberg den 8. April 1845. Großb. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Thaler. Procla ma. (602) Im gerichtlichen Pfandbuche für Wettſaaſen befindet fich ein Eintrag vom 3. Juni 1778 über 30 fl. von Johannes Herber daſ. bei dem Niederohmer Kirchenkaſten auf— genommen. Verpfändet ſind 330/12 Wieſe im Graben, 317/ö l auf der Heckwieſe und Wieſe allda ohne Pag. und Nr. Die Schuld ſoll abgetragen und die Schuld— urkunde verloren gegangen ſein. Da auf Löſchung des Eintrags angetragen iſt, ſo erfolgt dieſe, wenn Einwendungen dagegen binnen 6 Wochen dahier nicht vorgebracht werden. Grünberg den 10. April 1845. Großh. Heſſ. Lanbgericht daſ. Welcker. Thaler. Edietalla dung. Die Reviſion und Renovation der Hypotheken⸗ bücher des Ortes Villingen im Landgerichts⸗ bezirk Hungen betr. (625) unter Bezugnahme auf die unterm 8. Februar d. J. decretirte Edictalladung wie dieſelbe in dem allgemeinen Intelligenzblatt zu Nr. 70 der Gr. Heſſ. Zeitung vom 11. März 1845 ſich vollſtändig abgedruckt befin— det, werden alle diejenigen, welche ſich bei dem Zuſtande der fraglichen Hypothekenbücher in irgend einer Beziehung betheiligt erachten, auf jenen Abdruck verwieſen und dabei aus— drücklich bedeutet, daß ſie der in der Edictal— ladung ausgeſprochenen Aufforderung, ſoge— wiß innerbalb drei Monaten vom 11. v. M. an zu entſprechen haben, als ſonſten auf ihre etwaige Reclamationen keine Rückſicht genom⸗ men, vielmehr das Geſchäft abgeſchloſſen wer— den wird, und ſie, die Intereſſenten, die etwa damit verbundenen Nachtheite nur ſich ſelbſten beimeſſen können. Hungen den 21. April 1845. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht daſ. Hofmann. 500 Gulden. (679) liegen gegen doppelten Güter⸗Einſatz bei der Dorheimer Bergknappſchaftskaſſe zum Ausleiben bereit. Friedberg den 14. Mai 1845. Der Großh. Heſſ. Bergrentmeiſter Textor. Holz-Verſteigerung (680) Montag den 26. d. M., Morgens 9 Uhr, ſollen in dem Freih. v. Diedeſchen Kirch— walde dahier circa 40,000 Wellen von ver⸗ ſchiedner Holzart und Güte an den Meiſtbie— tenden verſteigert werden. Ziegenberg den 13. Mai 1845. Kirchner. Verſtei gerung. (700) Das erforderliche Ausweißen der Zimmer und Gänge in den Caſernen dahier, foll, vorbehältlich der Ratification, auf dem Soumiſſionswege in Accord gegeben werden. Soumiſſionen hierüber ſind verſiegelt und mit der dieſen Gegenſtand betreffenden Auf— ſchrift verſehen, längſtens bis zum 28. d. M., Vormittags um 9 Uhr, in das am Eingange des hieſigen Militärverwaltungs-Bureau be— findliche Käſtchen einzulegen, und es ſollen die eingebenden Soumiſſionen um 10 Uhr an dem erwähnten Vormittage auf dem gedachten Bureau, wobei die Soumittenten oder Bevoll— mächtigte derſelben zugegen ſein konnen, er— öffnet werden. Die deßfallſigen Accordsbedingungen liegen guf dem bemerkten Verwaltungsbureau zur Einſicht offen. Friedberg den 17. Mai 1845. J. A- Gölz, Oberquartiermeiſter. Frucht ⸗Verſteigerung. (7010 Montag den 26. d. M., Nachmit⸗ tags 2 Uhr, werden von den auf dem herr— ſchaftlichen Speicher dahier lagernden Früchten 50 Mltr. Waizen, 100 Mltr. Korn, 40 Mltr. Gerſte und 50 Mltr. Hafer an den Meiſtbie— tenden im Wirthshauſe zum Hirſchen dahier verſteigert. Ockſtadt den 14. Mai 1845. Freiherrl. v. Frankenſtein'ſches Rentamt. Angerer. Oeffentliche Bekanntmachung. (702) Es wird zur Kenntniß des handel— treibenden publicums gebracht, daß mit Ge⸗ nehmigung H. Landes-Regierung künftig auf die ſämmtlichen Uſinger Krämermärkte zu— gleich Viehmarkt abgehalten werden wird. Die Markte werden einſchließlich der früher am Hettſteinsweiher ſtattgehabten Märkte in hieſiger Stadt ſelbſt abgehalten werden und fallen die Märkte in dieſem Jahre auf Dien— ſtag den 27. d. M., Dienſtags den 24. Juni, Montag den 11. Auguſt, Dienſtag den 28. October und Montag den 1. Dezember. Uſingen den 14. Mai 1845. Herzl. Naſſ. Amt Spieß. GdDietaladong. (703) Andreas Lerch und deſſen Frau zu Meiches haben das nachbemerkte, in der dor— tigen Gemarkung gelegene, Grundſtück, als: 703/3 XXVI/I7 869[IKlftr ½ Acker u. ½ Wieſe am kleinen Hellköppel verkauft, können jedoch das Eigenthum daran urkundlich nicht nachzeigen. Es werden darum alle Diejeni— gen, welche Eigenthums- oder ſonſtige An⸗ ſprüche an daſſelbe zu haben vermeinen, zu deren Anzeige und Geltendmachung binnen 1 Wochen a dato um ſo gewiſſer aufgefordert, als ſonſt die Beſtätigung der Veräußerungs— urkunde erfolgt. Ulrichſtein den 13. Mai 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Verſteigerung von Bauarbeiten. (700 Die an den Gebäuden des Zucht— hauſes zu Marienſchloß pro 1845 vorzuneh⸗ menden Baureparaturarbeiten, beſtehend in: fl. kr. Maurerarbeit, veranſchlagt zu 198 27 Steinhauerarbeit, 115 33 Zimmerarbeit, 305 50 Schreinerarbeit, 674 07 Schloſſerarbeit, 491 48 Weißbinderarbeit, 2 Glaſerarbeit, 102 30 Spenglerarbeit, 51 44 Beifuhr von 3 Cubikklafter Kies 60— N 1 2 N ſollen Freitag den 23. d. M., Vormittags um 10 Uhr, in dem Bureau des Directors zu Marienſchloß wenigſtnehmend verſteigert wer⸗ den. Die VPoranſchläge und Verſteigerungs⸗ bedingungen liegen in erwähntem Bureau zur Einſicht der Steigliebbaber vor. Gießen den 15. Mai 1845. f Der Gr. Propinzialbaumeiſter Müller. Arbeits-PVerſteigerung. (105) Montag den 26. Mai, Nachmittags 1 Ubr, ſollen auf hieſigem Gemeindehauſe die Reparatur⸗Arbeiten an den Pfarr- und Schul⸗ wohnungen und dem Rathhauſe, ſodann das Pflaſtern einer Ortsſtraße, welche veranſchlagt fl ſind zu: kr. 1) Maurerarbeit, 21— 2) Zimmerarbeit, 3 20 3) Dachdeckerarbeit, 8— 4) Schreinerarbeit, 7— 5) Weißbinderarbeit, 4 40 6) Schloſſerarbeit, 3— 7) Pflaſterarbeit, 213 wenigſtnehmend in Accord gegeben werden, wozu Steigliebhaber hiermit eingeladen werden. Rodheim den 15. Mai 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi. Holz⸗Verſteigerung in dem Gemeinde⸗ wald Langenhain, Revier Hochweiſel. (706) Samſtag den 24. d. M., Nachmit⸗ tags gegen 1 Uhr, ſollen in dem Gemeinde— wald Langenhain, Diſtrikt Eichkopf, nachbe⸗ nanntes Holz einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden, als: 1) 1000 Stück birken Rockauerſchlagwellen I. Klaſſe. 2) 350 Stück birken Backwellen, 2 2 Stecken altes Stockholz, 40 5 Stück birken Leiterbäume, 5) 34„ erlen Rüſtreiteln, 6) 160„ birken Reifſtangen. Zugleich wird bemerkt, daß gegen genügende Bürgſcheine Zahlungsfriſt bis Martinitag d. J. geſtattet wird. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden veröffentlichen zu laſſen. Langenhain den 16. Mai 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Huth. Bekanntmachung. (707) Der Soldat Heinrich Böcher zu Lau⸗ ter iſt von Gr. Hofgericht der Provinz Ober⸗ heſſen für einen Verſchwender erklart und unter Curatel des Friedrich Böcher zu Lauter geſtellt worden. Rechtsverbindliche Geſchäfte können hiernach nur mit Einwilligung des ge⸗ nannten Curators mit ihm eingegangen werden. Grünberg den 8. Mai 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Verſteigerung von Tüncherarbeit. (708) Freitag den 30. d. M., Morgens 10 Uhr, ſoll die Herſtellung des Bewurfs an hieſigem Pfarrhauſe, öffentlich verſteigert werden. Berſtadt am 17. Mai 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Ellenberger. Bekanntmachung. (709) Auf dem Gräflich Solms⸗Rödelheim'⸗ ſchen Bergwerke bei Bauernheim ſind von heute an wieder Braunkohlenklötze und Holzkohlen um den gewöhnlichen Preis von 12 kr. pr. Ctr. zu haben. Auch auf Credit „ 158 werden dieſelben abgegeben, jedoch nur an In⸗ länder, welche genügende, auf einen Ab⸗ nehmer lautende, nicht unter 25 Ctr. geſtellte Bürgſcheine beibringen und unter der wei⸗ teren Beſtimmung, daß ſie das betreffende Kohlenguantum bis zum 1. September l. J. vom Werk abfahren, übrigens aber bis zum 1. Dez. l. J. Zablung leiſten. Aſſenheim den 17. Mai 1845. Die Gräfl. Solms⸗Rödelheim'ſche Bergwerksverwaltung. Arbeits-Verſteigerung zu Steinbach im Landgerichtsbezirk Rödelheim. (710) Freitag den 30. Mai, Vormittags 10 Uhr, ſollen bei Gaſtwirth Heck zu Steinbach die bei Erbauung eines Pfarrhauſes mit Oeko⸗ nomiegebäuden daſelbſt erforderlichen Arbeiten an die Wenigſtfordernden in Accord gegeben werden. a Nach dem VPoranſchlag betragen die Ar⸗ r beiten: 1) Maurerarbeitslohn, 780 30 2) Steinbhauerarbeit, 614 32 3) Zimmerarbeit, 1141 4 4) Dachdeckerarbeit, 284 50 5) Schreinerarbeit, 603 52 6) Schloſſerarbeit, 569 39 7) Glaſerarbeit, 235 18 8) Weißbinderarbeit, 550 58 9) Spenglerarbeit, 57 14 10) Pflaſterarbeit, 14 33 ferner die Anlieferung von 19,6 Klafter Mau⸗ erſteinen, 64,100 Stück Rnſſenſteinen, 174 Bütten Kalk, 6,9 Klafter Sand, das Aufſetzen der Steine und Meſſen des Sandes. Die Zeichnungen, Voranſchläge und Bedin⸗ gungen liegen bis zum Termin auf dem Bu⸗ reau des Unterzeichneten zur Einſicht offen. Friedberg den 18. Mai 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Arbeits- Verſteigerung. (7110 Donnerſtag den 22. d. M., Vormit⸗ tags 9 Uhr, ſollen auf bieſiger Gemeindeſtube folgende Arbeiten wenigſtnehmend verſteigert werden: 1) Die bei Herſtellung der Kirchenuhr erfor⸗ derliche Uhrmacherarbeit, veranſchlagt zu 104 fl. 2) Die bei Unterhaltung der Schulhofraithe erforderliche Maurerarbeit, verüberſchlagt zu 10 fl. Schreinerarbeit, 3„ Weißbinderanbeit, 2„ Lieferung von Kalk und Sand, 3) Die bei Herſtellung des Kirchenthurms nöthige 5 Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 10 fl. Schieferdeckerarbeit, 66„ Weißbinderarbeit, 13„ 4) Die bei Erbauung mehrerer Ueberfahrten, Durchläſſe und Feldwege vorkommende Maurer-, Hand, und Planirarbeit, Lie⸗ ferung von Steinen, Sand, Kalk und Kanaldeckeln. Die Gr. Bürgermeiſter der Umgegend wer— den erſucht, dies ihren dabei intereſſirten Orts⸗ angehörigen noch beſonders bekannt machen zu wollen. Okarben am 17. Mai 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Jung. Arbeits-Verſteigerung. (712) Montag den 26. l. M., Vormittags um 10 Uhr, ſollen die bei der Erbauung des Vicinalwegs von Oppershofen nach Rocken— berg vorkommende Planirarbeiten in Beiſein des Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſters des Baube. zirks Friedberg, öffentlich an den Wenigſtneh⸗ menden verſteigert werden. Mit der Verſteigerung wird bei Oppers⸗ hofen der Anfang gemacht. N Zu gleicher Zeit werden auch die zur Er⸗ bauung der Durchläſſe nöthigen Materialien, beſtehend in der Anlieferung von Mauerſtei⸗ nen, Deckplatten Sand und Kalk öffentlich an die Wenigſtnehmenden verſteigert. Rockenberg und Oppershofen den 17. Mai 1845. Der Gr Bürgermeiſter Der Gr. Beigeordnete Streb. Heller. N Privat ⸗ Bekanntmachungen. Eine Kindermagd, (630) wird von einer Familie in hieſiger Stadt geſucht und iſt das Nähere bei dem Ausgeber dieſes Blattes zu erfragen. Lehrlingsſtelle. (695) In einem ſehr achtbaren Großhand⸗ lungshauſe iſt für einen jungen geſitteten Menſchen eine Stelle offen. Näheres auf frankirte Anfrage bei 5 5 J. G. Appel in Gießen. Cin junger Menſch, (696) welcher ſich dem Handels fache zu wid⸗ men geſonnen iſt und dafür die nöthigen Vor⸗ kenntniſſe beſitzt, kann in einer Nachbarſtadt, mit oder ohne Lehrgeld, in die Lehre aufge⸗ nommen werden. Wo? iſt die Redaction ſo gefällig mitzutheilen. Kurheſſiſche allgemeine Hagel⸗Verſicherungs-Geſell⸗ ſchaft fuͤr Deutſchland zu Caſſel. (697) Dieſe auf Gegenſeitigkeit begründete, mit Korporations- Rechten verſehene, von einem Geſellſchafts-Ausſchuß kontrolirte und einem landesherrlichen Commiſſär beaufſich⸗ tigte Anſtalt verſichert Halm⸗ und Hülſenfrüchte zu ½ Procent, Oel- und Handelsgewächſe„ 1 8 Wein und Obſt 2 5 Taback und Hopfen„ 1 2 Statuten derſelben, ſowie Saatregiſter und Reverſe ſind bei dem unterzeichneten Agenten unentgeldlich zu haben, bei welchem auch der Rechnungs⸗Auszug des vorigen Jahres einge— ſehen werden kann und der auch bereit iſt, jede weitere zu wünſchende Auskunft und An⸗ leitung zum Verſichern zu geben. Friedberg den 9. Mai 1845. G. F. Nau. Ein Braugeſchirr, (713) deſſen Keſſel 7 Ohm hält, ſowie eine gute Bütte deßgleichen Kühlſchiff und Zuge⸗ hör iſt zu verkaufen. Ausgeber dieſes ſagt wo? Neri g (7100 In der verwichenen Nacht ſind mir vor den Fenſtern meiner Wohnung(10 Schritte von denſelben geht eine Schildwache auf und ab), Levcojen und Balſaminen⸗— pflanzen geſtohlen worden. Derjenige, wel⸗ cher mir den Dieb mit Sicherheit angeben wird, erhält Einen Gulden Belohnung. Friedberg den 19. Mai 1845. C. Bindernagel Vater. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. 2 . Burgli des W ſtattfind gen, lat ſammlu Eroffn Wette N vorge Bel Prodig (637) aus zure Verwalt ſind ihn Klein u als Vor Zuſtimn lücht ab N Forde Dienſ bei Ger falls ſi Frie 710 10 b Uberſchul Gräflch Caſtel de und mit Gericht gend eiy chen bal D