Intelligenz Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. WM 23. Mittwoch, Wie Vetter Andreas, der Bauer, als Ellenwaaren— händler auftritt; ein Seitenſtück zum Rechenexem— pel in Nro. 18. d. Bl. Wenn wir in Nro. 18 d. Bl. eine Anzeige finden, wie ein Helfer in der Noth einem Auswandernden gegen einen Nachlaß von nur 37½%(denn für 4000 fl. gab er nur 2500 fl.) die Reiſe nach Nordamerika erleichtern und beſchleunigen half, ſo iſt dieſes in unſeren Augen etwas Unerhörtes; aber die Wucherer werden dieſen Nachlaß ganz mäßig finden, und Mancher unter ihnen dürfte beim Leſen gedacht haben„kein Vergleich gegen meine Thaten wie im bekannten Luſtſpiele: der Lügner zu ſeinem Sohne ſagt. Hat doch Einſender dieſes unlängſt eine Erzählung von zwei Landleuten über einen gewiſſen Vetter Andreas mit angehört, die ohngefähr folgendermaßen lautete: Vetter Andreas, ein begüteter Mann im Dorfe, wollte ſeinen Sohn vom Militärdienſte befreien,„ eicſem Be— hufe er ohngefähr 100 fl. bedurfte, die er in en. Augen⸗ blicke nicht hatte. Sich ſolche zu leihen, dieſes jedoch moͤg— lichſt geheim zu halten, war ſein Vorſatz; er wendete ſich daher an einen außerörtlichen Freund, an einen Helfer in Nöthen, und ſiehe da! Andreas hat ſich nicht getäuſcht, denn der auswärtige Freund ſagte bereitwilligſt Hülfe zu; aber hören wir auf welche Weiſe er ſein Verſprechen erfüllt hat!! Dem guten Andreas wurde angerathen, da er doch einmal Geld aufnehmen müſſe, einen größern Betrag als 100 fl. zu leihen, da man doch immer, wenn man Geld in Händen habe, Geld damit verdienen könne. Das Zureden half; Andreas ſtellte einen Schuldſchein im Betrage von 600 fl. aus, gieng damit zu ſeinem Freunde, und wurde von dieſem, nachdem der Schuldſchein gerichtlich beglaubigt war, zu einem Waarenhändler geführt. Hier ſollte Andreas das Geld für den Schuldſchein erhalten, wenn er ſich dazu verſtehen wollte, außer einem mäßigen Nachlaſſe, noch en 19. Maͤrz 1845. einige Waaren als Zahlung zu nehmen; der anweſende Freund mit dem ſich deshalb Andreas berieth, findet dieſe Zumuthung gar nicht unbillig(der Leſer wird wohl begreifen, daß der Freund des Andreas der Helfershelfer des kauf— männiſchen Kapitaliſten war) und wir ſehen nach Freundes Zureden den lieben Andreas, ſtatt eines Bündels Geld mit einem Bündel Waaren, aus des Handelsmannes Haus kommen, kaum, daß ihm die 100 fl. an Baar übrig blieben, für den bei weitem größeren Betrag hatte er Waaren, für die er keine Verwendung wußte, und auch nicht nach Haus bringen konnte, nehmen müſſen; doch der gute Freund ließ den gutmüthigen, aber ſehr kurzſichtigen Andreas auch damit nicht ſtecken, er wußte auch hier Rath. Die ohnedies bei— ſpiellos theuer berechneten Waaren, hat der gute Freund um einen Spottpreis dem Andreas wieder abgenommen, ihm aber dafür nichts bezahlt, ſondern für ſeine Bemühung ver⸗ rechnet. Armer Andreas! der du einmal den Pflug mit der Elle zu vertauſchen gezwungen wareſt, in welchen Ver⸗ luſt haſt du dich gebracht; Du verſchriebſt 600 fl. und haſt kaum 100 fl. mit nach Haus gebracht!— Die Verfal zeit des Scheins, der durch Ceſſion in andere Hände überge— gangen ſein ſoll, kam, und noch waren dem armen Betro— genen die Augen nicht geöffnet, daß er ſich keinem Freunde, ſondern einem wucheriſchen Ungeheuer anvertraut hatte, denn er gieng zum zweitenmale zu ihm, und ließ ſich rathen, eine förmliche Hypothek zu machen und ein großes Kapital aufzunehmen, welchem Rathe er auch Folge geleiſtet, dabei aber wiederum ſehr hart mitgenommen worden ſein ſoll, ſo daß es dem redlichen Manne ſchwer wird, zu glauben, wie einerſeits die Beſchränktheit, anderſeits das wuche— riſche Treiben in dem Maaße beſtehen kann und doch iſt nicht der mindeſte Grund vorhanden in die Erzählung der Landleute Mißtrauen oder Zweifel zu ſetzen; jedenfalls er— ſcheint eine Veröffentlichung dieſer zufällig mit angehörten Erzählung nicht Schaden bringend. 12. Ulrichſtein. Getraute: 3 Getaufte: Keine. Beerdigte: Eliſabetha Helena, des Großh. Heſſ. Landgerichtsdieners Herrn Johann Georg Scharmann, eheliche Tochter, alt 21 Jahre, 3 Monate, 13 Tage, 1 den 9. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Februar 1845. I. Friedberg. Getraute: 2) Friedrich Karl, Ortsbürger zu Ringelhauſen und Oeko— 14. 23. nom auf dem Hofe Haſelecke, des daſigen Pachters Wilhelm Karl, ehelicher lediger Sohn und Anna Mar⸗ garetha Stegk, des Erbbeſtaͤnders Johannes Stegk zu Ringelhauſen eheliche ledige Tochter. Georg Buchecker, Bürger, Metzgermeiſter und Wirth da⸗ hier des hieſigen Bürgers und Schuhmachermerſters Leo— pold Buchecker ehelich ledigerl Sohn und Eliſabetha Engel, des weiland hieſigen Bürgers, Metzgermeiſters und Wirthes, Johann Jacob Engel nachgelaſſene ehelich ledige Tochter. Joh. Konrad Nagel, Bürger und Kaufmann dahier, des weiland Carl Chriſtian Nagel, Bürgers und Buch⸗ binders zu Grünberg, ehelich lediger Sohn und Mar⸗ garetha Lehr, des Konrad Lehr, Bürgers und Oekono⸗ men zu Rohrbach, ehelich ledige Tochter. Johann Jacob Bender, Bürger und Kappenmacher da⸗ hier, ein Wittwer, des weiland Georg Sebaſtian Ben— der, Weingärtners zu Gundelsheim im Königreich Wür— temberg, nachgelaſſener ehelicher Sohn und Maria Magdalena Schwalm, des weiland hieſigen Bürgers und Schneidermeiſters Joh. Heinrich Schwalm ehelich ledige Tochter. Chriſtian Schmidt, Bürger und Taglöhner dahier, der Lukretia Büttner unverheuratheter Sohn, und Maria Volp, des weiland hieſigen Burgſoldaten und Toden— gräbers Chriſtian Volp, hinterbliebene unverheurathete Tochter. Getaufte: Dem hieſigen Bürger und Glaſermeiſter, Joh. Konrad Jung ein Sohn, Karl, geb. den 25. Januar. Dem hieſigen Bürger und Schuhmachermeiſter Joh. Joſt II. eine Tochter, Katharina Eliſabetha, geb. den 10. Febr. „Dem hieſigen Burger und Spenglermeiſter Heinrich Heidt eine Tochter, Katharina Dorothea, geb. den 8. Februar. Dem hieſigen Bürger und Fuhrmann Anton Simmrock eine Tochter, Philippina, geb. den 6. Febr. Beerdigte: Anna Juliana Jung, des hieſigen Burgers und Sa⸗ menhändlers Joh. Michael Jung, ehelich ledige Toch⸗ ter, alt 19 Jahre, 4 Monate, 23 Tage, Tu den 9. Februar. 17. 18. 19. 25. 27. n 19. 23. 24. 26. 2 1„% 90 K. ug vom Januar 1845. Wilhelm Schmidt, des hieſigen Burgers und Metzger⸗ meiſters Georg Schmidt, eheliches Söhnlein, alt 2 Jahre, 7 Monate, 20 Tage, f den 12. Februar. Heinrich Walz, des hieſigen Bürgers und Metzgermei⸗ ſters weiland Michael Walz, ehelicher lediger Sohn, alt 24 Jahre, 4 Monate, 22 Tage, k den 15. Feb. Eliſabetha Metzger, des hieſigen Bürgers und Strumpf⸗ webermeiſters Johannes Heinrich Metzger, ehelich ledige Tochter, alt 21 J., 3 M., 3 T., t den 16. Februar. Heinrich Geck, des hieſigen Bürgers und Fuhrmannes Joſeph Geck, eheliches Soͤhnlein, alt 3 Jahre, 10 Mon., 26 Tage, T den 17. Febr. Eva Eliſabetha Rückert, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Juſtus Rückert, eheliches Töchter⸗ lein, alt 4 Jahre, 7 Monate, 8 Tage, T den 23. Feb. Karl Konrad Scheibel, des hieſigen Bürgers und Schloſſermeiſters Georg Scheibel, eheliches Söhnlein, alt 9 Monate und 21 Tage, 7 den 25. Februar. II. Grünberg. Getraute: Johann Heinrich Meyer, Bürger und Bäckermeiſter da⸗ hier, des weiland Johann Konrad Meyer, Bürgers und Bäckermeiſters dahier, ehelicher lediger hinterlaſſener Sohn und Anna Maria Pracht, des hieſigen Bürgers und Rothgerbermeiſters Johann Albert Pracht, eheliche ledige Tochter. Getaufte: Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Melchior Kreu— der eine Tochter, Magaretha, geb. den 18. Januar. Dem Bürger und Ackermann Jacob Schönhals ein Sohn, Adam, geb. den 18. Januar. Dem Bürger und Maurermeiſter Johann Konrad Lin⸗ gelbach ein Sohn, Georg, geb. den 17. Januar. Dem Bürger und Hofgutbeſtänder Wilhelm Römer ein Sohn, Johannes, geb. den 20. Januar. Dem Bürger und Bäckermeiſter Johannes Fuldat eine Tochter, Katharina, geb. den 28. Januar. Dem Bürger und Zimmermann Chriſtoph Lingelbach eine Tochter, Chriſtina, geb. den 13. Februar. Beerdigte: Anna Margerethe Pabſt, des weiland Joh. Konrad Pabſt, Bürgers und Fuhrmanns dahier, hinterlaſſene Wittwe, alt 78 Jahre, 1 Monat und 1 Tag, x den 1. Februar. Hermann Chriſtian Wöll, des Caspar Wöll, Ortsbür⸗ gers und Leinwebers zu Großeneichen, ehelicher Sohn, alt 2 Jahre, 1 Monat und 4 Tage, I den 3. Feb. Hermann Jockel, des Bürgers und Rothgerbermeiſters Friedrich Jöckel, ehelicher Sohn, alt 11 Monate und 23 Tage, r den 6. Februar. Johannes Römer, des Bürgers und Hofgqutbeſtänders Wilhelm Römer, ehelicher Sohn, alt 1 Monat, 1 den 17. Februar. Ludwig Meyer lein unehelicher Sohn von Anna Eli⸗ ſabetha Meyer] alt 7 Monate und 3 Tage, r den 21. Februar. Maria Katharina Lingelbach, des hieſigen Bürgers und Zimmermanns Chriſtoph Lingelbach Ehefrau, alt 24 Jahre und 20 Tage, 1 den 22. Februar. Johannes Semler, Bürger und Leinwebermeiſter dahier, alt 63 Jahre, 10 Monate und 15 Tage, den 23. Februar. dahiet anzuze haben dieſeng zu erſcheinen nt Spechal⸗ Vergleichs zu Zuſtandekomm ſönlich erſchie nen Glauoige ehen werden Ulrichſte Cd 03) d. Soldalen Ecbſchaft u. benlars allg den Nachlaß zwei Monates gründen, widr lung der Er Ulrich ſtein (307) Di 10 Uhr, wit Stadt gebör auch der Fiſ einander folg. berpachtet. driedber, dabler vert ſers Nicola Bekanntmachungen von Be— hoͤrden. NN NN Edietalladung. (280 Nachdem über den geringen Nachlaß des im 2. Bataillon Großb. 4. Infanterie⸗ Regiments als Feldwebel geſtandenen Mar— tin Stieber von Woͤlfersbeim der Concurs erkannt worden, werden diejenigen Gläubiger, die etwa noch nicht ſich angemeldet, bedeutet, ſogewiß binnen 2 Monaten ibre Forderungen anzuzeigen, als ſie ſonſt obne weitere Bekannt- machung ſich als ausgeſchloſſen zu betrachten haben. Hungen den 22. Februar 1835. Gr. Heſſ. Fürſtl. Solmſ. Landgericht Hofmann. Edicetal ladung. (292) Forderungen jeder Art an das Ver⸗ mogen des in Concurs verfallenen Johannes Bindewald von Meiches ſind, bei Meidung des ohne beſonderes Präcluſiv-Dekret erfol— genden Ausſchluſſes von der Maſſe im Ter— min. Freitag den 25. April d. J., Morgens 9 Uhr, dahier anzuzeigen und richtig zu ſtellen und baben diejenigen Gläubiger, welche perſönlich zu erſcheinen verbindert ſind, ibre Vertreter mit Special- Vollmachten zum Abſchluß eines Vergleichs zu verſehen, indem im Falle des Zuſtandekommens eines ſolchen die nicht per⸗ ſönlich erſchienenen oder nicht gehörig vertrete— nen Gläubiger als demſelben beitretend ange— ſehen werden. ulrichſtein den 20. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Edictalladung. (293) Die Erben des zu Felda verſtorbenen Soldaten Kaspar Diegel von da haben die Erbſchaft unter der Rechtswohlthat des In— ventars angetreten. Anſpruüche jeder Art an den Nachlaß deſſelben ſind ſogewiß binnen zwei Monaten dahier anzumelden und zu be⸗ gründen, widrigenfalls ſolche bei der Verthei— lung der Erbſchaft unberückſichtigt bleiben. Ulrichſtein den 22. Februar 1845. Grßh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Verpachtung. (307) Dienſtag den 25. d. M., Morgens 10 Uhr, wird in hieſigem Rathbauſe die der Stadt gebörende Feldjagd mit Vogelfang, als auch der Fiſchfang an der Uſa auf ſechs nach— einanderfolgende Jahre öffentlich meiſtbietend verpachtet. Friedberg den 4. März 1846. Der Beigeordnete Bender. Edictal ladung. (319) Ueber den ausgeſchlagenen überſchuldeten dahier verſtorbenen Wittwe des ſters Nicolai von Offenbach iſt der förmliche Concursprozeß erkannt worden. Es werden daher alle diejenigen, welche Forderungen an die Maſſe bilden zu können glauben, hiermit aufgefordert, ſolche, bei Strafe ſtillſchweigen— den Ausſchluſſes, Donnerſtag den 17. April, Vormittags bei der unterzeichneten mit Leitung des Con— curſes beauftragten Gerichtsbebörde entweder in Selbſiperſon oder durch einen gehörig legi— timirten Bevollmächtigten zur Anzeige zu bringen, und zu begründen. In dieſem Ter⸗ von den Erbintereſſenten Nachlaß der Quartiermei— „„ 91. mine ſoll zugleich die Güte verſucht und we⸗ gen der Beſtellung eines Contradictors und Maſſepflegers Beſchluß gefaßt werden. Friedberg am 26. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. J. A. G. Hofgerichts Hofmann. Dr. Gilmer. Holz ⸗Verſteigerung in dem Gemeindewald Fauerbach I., Reviers Hochweiſel. (349) Mittwoch den 26. d. M., Vormit“ tags 9 Uhr, ſollen in dem hieſigen Gemeinde— wald, Diſtrict Heide, nachbenannte Holzſor— timente einer öffentlichen Verſteigerung aus- geſetzt werden, als: 10 6 Stecken buchen und birken Scheit⸗ holz, 2 18 Stecken dergleichen Prügelholz, 12% Stecken Stockholz, Nadelholz J. Klaſſe, 4) 132 Stecken Stockholz, Buche, Birke ꝛc. II. Klaſſe. 5) 2500 dergleichen Wellen, 6) 875 Nadelholz-Wellen. Die Gr. Buürgermeiſter werden erſucht, ſol— ches in Ihren Gemeinden bekannt machen zu laſſen. Fauerbach 1 am 12. März 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Wei Bekanntmachung. (330) Der Schreinermeiſter Dietrich Nu— ſtadt von Rödelheim iſt von Großb. Hef. Hofgericht der Provinz Oberheſſen für einen Verſchwender erklärt worden. Es wird dieß mit dem Anfügen öffentlich bekannt gemacht, daß nur ſolche von ihm ein. gegangen werdenden rechtlichen Geſchäfte Gül— tigkeit haben, zu denen ſein gerichtlich beſtell— ter Curator, der hieſige Ortsbürger und Schloſ— ſermeiſter Friedrich Baumüller ſeine Zuſtim— mung gibt Rödelheim den 13. März 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht Buff. Mark nachricht. (3510 Der Gemeinde Wölfersheim iſt von Gr. Heſſ. Miniſterium des Innern und der Juſtiz die Erlaubniß ertheilt worden, vom Jahr 1845 an, jährlich zwei Vieh- und Krä— mermärkte, einen im Frühjahr, als am 3. Montag im April und einen am 4. Montag im September abhalten zu dürfen. Der erſte dieſer Märkte, welcher für dieſes Jahr auf den 21. April fiele, ſoll indeſſen, in Rückſicht auf die Oſterfeiertage der Isra— eliten acht Tage früher, alſo am 14. des Monats April, abgeba'ten werden; der letzte dagegen, wenn nicht ganz beſondere Hinderniſſe eintreten, auf den beſtimmten Tag. Indem ich hiervon Kenntniß für das Ge— ſchäfts- und Handelspubſienm gebe, lade ich alle Geſchäfts- und Handelsleute, welche die Märkte gewöhnlich halten, ſowie alle diejeni— gen, welche Vergnügungen ſuchen, woran es nicht fehlen wird, oder diejenigen, welche die auf Märkten käuflichen Gegenſtänden zu kau— fen wünſchen, zur Theilnahme ein. Die Gr. Bürgermeiſter werden übrigens erſucht, dieſe Nachricht in ibren Bürgermei— ſtereien, beſonders veröffentlichen zu laſſen. Wölfersheim den 13. März 1845. Der Großh. F. S. Brfs. Bürgermeiſter A ll wohn. Holz ⸗Verſteigecung. (352) Donnerſtag den 27. Marz d. J., Vormittags 10 Uhr, ſollen in dem Gemeinde— wald Langenhain, Diſtrikt Filshard, nachfol— gendes Gehölz einer öffentlichen Verſteigerung ausgeſetzt werden, als 1) 3 Stecken tannen Scheitholz, „„ Prügelholz, 35 37 17„ friſches Stockholz, 4) 60*„ altes Stockholz, 5) 250 Stück Wellen Backreiſer. Es wird bierbei noch bemerkt, daß gegen genügende Bürgſcheine eine Zahlungsfriſt bis den 1. Juli d. J. geſtattet wird. Langenhain den 13. März 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürger meiſter Huth. Arbeits- Vergebung. (353) Donnerſtag den 27. März d. J. Morgens 10 Uhr, ſoll an Ort und Stelle und unter den alsdann bekannt zu machenden Be⸗ dingungen an den Wenigſtfordernden vergeben werden: 1) die Anfertigung eines neuen Fenſters in die Kirche zu Steinfurth, veranſchlagt zu 37 fl. 20 kr. 2) die Anfertigung eines Bewurfes genannten Kirche, veranſchlagt: an der n) Maurerarbeit 5 fl. b) Weißbinderarbeit 17 fl. c) Schloſſerarbeit 3 fl. Steinfurth den 15. März 1845. Für den Kirchenvorſtand Textor, Pfarrer. Edictal lad (3510 Die s Salomon Sichel zu Keſtrich haben zum Bebuf der Erbvertheilung die zu deſſen Nachlaß gehörigen Immobilien 1/157 26[IUKlafter Haus mit Grund, an dem Gemeinde-Schulhaus gele- gen, Garten an der Hofraithe und Heinrich Grauſich, verſteigern laſſen. Da ſie das Eigenthum ihres Erblaſſers urkundlich nicht nachweiſen können, ſo werden diejenigen, welche Cigenthums- oder ſonſtige dingliche Anſprüche daran bilden zu kön— nen vermeinen, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen, von heute an, dahier vorzu⸗ bringen und zu begründen, widrigenfalls der bereits ausgefertigte Kaufbrief beſtätigt wer— den wird. 6 Zugleich wird der abweſende Joel Sichel von Keſtrich aufgefordert, binnen gleicher Friſt ſeine Rechte bezuglich dieſer Veräußerung zu wahren, widrigenfalls er die Handlungen des für ihn beſtellten Curators anzuerkennen ge— halten iſt Ulrichſtein den 10. März 1845. Gr. Heſſ. zum Landgericht daſelbſt geh. Frei— herrlich v. Schenkiſches Patrimonialgericht Keſtrich. ung. Erben de 9* 17156 Zimmermann. Edietal ladung. (335) Jobannes Fritz, Lieutenants Sohn, von Ulrichſtein beabſichtigt, ſein Immobiliar— vermögen unter ſeine Kinder resp. Enkel zu vertheilen und bat zu dem Ende einen Grund— buchs⸗Auszug über ſämmtliche, ihm zugehöri— gen, Grundſtücke überreicht. Da er aber ſein Eigenthum an denſelben urkundlich nicht nach— zeigen kann, ſo werden alle Diejenigen, welche an das ron ihm beſeſſene Grundvermögen deſſen einzelne Stücke aus dem in der Land gerichts-Regiſtratur zu Jedermanns Einſicht offen liegenden Grundbuchsauszuge erſeben werden konnen, Eigenthums oder ſonſtige ding— liche Anſprüche machen wollen, aufgefordert, ſolche binnen ſechs Wochen à dato dabier an⸗— zubringen und zu begrunden, widrigenfalls das Eigenthumsrecht des Genannten an fraglichen Grundſtücken für anerkannt angenommen und demſelben eine Eigenthumsurkunde ausgefer— tigt werden wird. Ulrichſtein den 13. März 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daf. Zimmermann. 2 Verſteigerung der Maurer- und Steinhauerarbeiten für die Erbauung einer Brücke über den Pulver⸗ mühlgraben bei Gießen. (8560 Donnerſtag den 3. April 1845, Vor⸗ mittags 10 Uhr, werden auf der Lahnbrücken⸗ bauſtelle bei Gießen die zur Erbauung einer neuen Brücke über den Pulvermühlgraben bei Gießen erforderlichen Arbeiten, nämlich: 1) Maurer⸗ und Steinhauerarbeit ohne Ma⸗ terialien, veranſchlagt zu 4682 fl. 46 kr. 2) das Brechen von beiläufig 9 Cuvikklftr. 3 Fuß langen Baſaltſaͤulen in den Brüchen an dem Hangelſtein, 3 ae erbeiſte dieſer Steine auf die Bau⸗ ſtelle, öffentlich an die Mindeſtfordernden verſteigert werden. Die Riſſe, Voranſchläge und Perſteigerungs⸗ bedingungen liegen auf dem Geſchäftszimmer des Unterzeichneten zur Einſicht der Steiglieb— haber offen. Gießen den 15. März 1845. Der Gr. Provinzialbaumeiſter zu Gießen Müller. Arbeits-Verſteigerung. (357) Donnerſtag den 27. März des Nach⸗ mittags um 2 Uhr, ſollen folgende Arbeiten an hieſiger Kirche, unter den im Termin be— kannt gemacht werdenden Bedingungen, beſte— hend in: 1 1) Schreinerarbeit, veranſchlagt zu 114 16 2) Glaſerarbeit 20— öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſtei— gert werden. Wohnbach den 10. Marz 1845. Für den Kirchenvorſtand: Der Specialvikar Der Bürgermeiſter Möbius. Herget. Bekanntmachung. (358) Ich finde mich veranlaßt, hiermit bekannt zu machen, daß Flurbuchsauszuͤge nur gegen vorherige baare Einſendung des Stempelbetrags ausgefertigt werden konnen, und daß ich mich durchaus nicht mehr darauf einlaſſen kann, Stempelvorlagen und Gebuͤb⸗ ren fur Steuerberechnungen nachträglich erheben zu laſſen. Hungen den 15. März 1845. 5 Der Großh. Steuer-Comiſſär Hunſinger. c i νιν Privat- Bekanntmachungen. VWerr edeie n. (35) Samſtag am 8. d. M. ſind auf der Straße von Friedberg über Niederwöllſtadt nach Bönſtadt, ſechs Stück Kartoffelſäcke mit dem Zeichen C. HB. Nr. 78. verloren ge— gangen, der redliche Finder wird erſucht, ſie gegen Belohnung bei Gr. Bürgermeiſter Le⸗ onhardt zu Bönſtadt, abzugeben. Eine friſchmilchende Kuh (339) mit dem zweiten Kalbe hat aus freier Hand zu verkaufen Meſſerſchmied Joh. Schafer's Witb. Ein goldner Ring (360) mit rothen Steinchen wurde entweder vor oder in dem Gaſthauſe des Herrn Joutz zu Butzbach verloren. Der redliche Finder wird erſucht, denſelben gegen eine gute Be— lohnung an den Gaſthalter Herrn Joutz ab— zugeben. „ 92. Anzeige für Auswanderungs⸗Luſtige nach Nord- Amerika. (8610 Von einem achtbaren Handlungshauſe in Frankfurt a. M. habe ich den Auftrag er⸗ halten Auswanderer nach den vereinigten Stag⸗ ten von Nordamerika zu benachrichtigen, daß je⸗ nes Haus bevollmächtigt iſt Ländereien in Looſen von 50100 Accer unter äußerſt günſtigen Zah⸗ lungsbedingungen und zu ſehr geringen Preiſen zu verkaufen. Das zu verkaufende Land gehört zu dem beß⸗ ten und fruchtbarſten von ganz Nord-Amerika und liegt in dem Staate Tenneſee, welcher be⸗ reits über eine Million Einwohner, worunter über die Hälfte Deutſche, zählt. Der bedeutende Fluß Tenneſee fließt/ Stunde von jenen Län⸗ dereien vorbei und es landen daſelbſt Dampf⸗ ſchiffe, welche directe nach Neu-Orleans fahren. Es befinden ſich Eiſenbahnen ganz in der Nähe die bis nach New-Jork, Baltimore, Charleſton, Savannah ꝛc. führen. Die Ländereien ſind von zahlreichen blühenden Städten und Dörfern, Mühlen, Eiſenhütten und Fabriken aller Art umgeben, ſo zwar, daß die Producte des Landes ſowohl durch Local-Con⸗ ſumtion als durch Ausfuhr leichten Abſatz finden. Die Amerikaner, Eigenthümer jener Ländereien, ſind in Frankfurt anweſend und einer derſelben wird die Auswanderer perſönlich an Ort und Stelle begleiten; auch übernehmen dieſelben die Reiſekoſten der Auswanderer von Mainz ab bis an Ort nnd Stelle gegen Vergütung von circa 80 bis 85 fl. für erwachſene Perſonen, die Ver⸗ köſtigung einbegriffen. Kinder bis 5 Jahren ſind frei und von da an zahlen ſie die Hälfte des obigen Preiſes. Ich fordere alle Auswanderungsluſtige auf von dieſer Gelegenheit Gebrauch zu machen, um das Suchen nach Land in Nord-Amerika und die damit verknüpften großen Reiſe-Koſten und Täu⸗ ſchungen aller Art zu vermeiden. Die Karten und Zeichnungen des Landes, ſo— wie die gerichtlich beglaubigten Eigenthume⸗ Documente können in Frankfurt eingeſehen wer— den, woſelbſt auch die Kaufbriefe durch den Ge— neral⸗Conſul der vereinigten Staaten von Nord⸗ Amerika in geſetzlicher Form ausgefertigt werden. Ich werde auf perſönliche oder frankirte An⸗ fragen gerne nähere Auskunft geben. Valentin Wießler in Butzbach. Einen 2jährigen großen Eber (8620 hat zu verkaufen ö Pachter Thaler zu Friedberg. 0( 5 1— 10* (8363) Theater in Friedberg. Donnerſtag den 20. März 1845. Carl xu. auf Ruͤgen. Hiſtoriſches Luſtſpiel in 4 Akten von Both. Montag den 24. März 1845. Steffen Langer aus Glogau oder: Kaiſer und Seiler. Schauſpiel in 5 Akten von Ch. Birch-Pfeiffer. Dienſtag den 25. März 1845. Paſcha und ſein Sohn. Original⸗Luſtſpiel in 5 Akten von Feldmann. Ed. Geyſer, Schauſpiel⸗Director. * Verſteigerung. (36 Bei dem Unterzeichneten ſtehen zwei neue gut gearbeiteten, mit eiſernen Achſen verſehenen einſpännige und ein desgleichen zweiſpänniger Oeconomiewagen mit neueſtem Hemmwerke ſowie ein neu, elegant gearbei— tetes engliſches Chaischen, billig zu verkaufen. Auch nehme ich Beſtellungen an auf zu fer⸗ tigenden neue Wagen, ſowie Hemmwerke, auf jede beliebige Art ſtets an, und verſpreche billige und prompte Beförderung. Bei genü⸗ gender Bürgſchaft, geſtatte ich eine viertel⸗ jährige Zahlungsfriſt. Johs Hirtzel, Schmiedmeiſter zu Ortenberg. Verſteigerung. (365) Donnerſtag den 20 d. M., Morgens 9 Uhr, werden in der ehemaligen Conrecto— raths-Wohnung dahier 18 einſchläfrige Bett⸗ laden und mehrere Tiſche und Bänke meiſt⸗ bietend verſteigert. Friedberg den 15. März 1845. Thomas Hanſtein. Eine reinliche und brave Dienſtmagd, (366) welche mit Vieh umzugehen verſteht und auch in ſonſtigen Hausarbeiten erfahren iſt, kann ſogleich eintreten. Bei wem? ſagt die Expedition d. Bl. Z um Vermiethen. (367) Ein Logis fur eine einzelne Perſon, welches ſogleich bezogen werden kann, hat zu vermiethen N Meſſerſchmied Joh. Schäfer's Witb. Literariſche Anzeige. Bei C Bindernagel in Friedberg iſt zu haben: 5 Geheimer Friedberger Carnevalsmarſch Für's Clavier arrangirt. Preis: 3 kr. Wohlfeil und gut! (368) Bei Carl Bindernagel in Fried— berg iſt zu haben:. 5 Das Büchlein eines alten Schäfers zur Unterhaltung u Belehrung fur Jung und Alt. 7½% Bogen. geheftet. Preis 18 kr. Ein reicher Schatz fowohl von Erfahrungen in der Haus- und Landwirtbſchaft, als auch von Recepten gegen Krankheiten von Men⸗ ſchen und Vieh wird in dieſem Büchlein jedem Haus vater für eine Kleinigkeit geboten und es erſetzt ihm den beſten Rathgeber, wenn er den„alten Schäfer“ befragt. Kirchliche Anzeigen Gründonnerſtag. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Pfarrvicar Landmann. (Beichte.) Charfreitag. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Fertſch. (Abendmahl.) Kachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Perſchbacher. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. Wegen der Oſterfeiertage erſcheint Mittwoch den 26. Maͤrz keine Nummer dieſes Blattes. e Kreſsräth an summt Betreffen! Groß hat, auch allgemein Mai, zur meiſter auf nungen an beſtimmt. ß geſezt, heſer erwe beſtehenden einhaltung der deßfall ſonſtige ett haben wer Fri N * Cs daß nur Netzlos, u Hutzdort dberwegfſn gegen die haf bei Ru boſzatten berts, Lan worden ſn 5