Intelligenz⸗Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Beförderung der Obſteultur, insbeſondere die Anle— gung von Gemeinde-Obſtbaumſchulen. Indem ich Sie auf mein Ausſchreiben vom 24. Feb. 1844, in Nr. 19. des Intelligenzblattes von dieſem Jahr, verweiſe, ſehe ich der Einſendung der dort verlangten Be⸗ richte bis zum 30. d. M. entgegen. Friedberg den 5. Februar 1845. Kü ſch ler Derſelbe an dieſelben. Betreffend: Die Muſterung und Conſcription für 1845. Sie werden alsbald in Ihren Bürgermeiſtereien be— kannt machen, daß vom 21. d. M. an ein Exemplar der Hauptbezirksliſte auf meinem Bureau und eins auf dem des Bürgermeiſters zu Großkarben 14 Tage lang zu Jedermanns Einſicht offen liegt. Friedberg am 17. Februar 1845. Küchler. Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Gruͤnberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Beförderung der Obſtcultur, insbeſondere die Anle— gung von Gemeinde-Obſtbaumſchulen. Mit Bezug auf mein Amtsblatt Nr. 5 vom 24. Feb. v. J.,„die Beförderung der Obſtcultur, insbeſondere die Anlegung von Gemeindeobſtbaumſchulen betreffend, fordere ich Sie zur ungeſäumten Berichtserſtattung über den Er— folg Ihrer Bemühungen, über den Zuſtand der vorhande— nen Baumſchulen und die an einzelnen Orten der Errich— tung derſelben etwa entgegenſtehenden Hinderniſſe auf. Grünberg den 12. Februar 1845. Ouvrier. Derſelbe an dieſelben. Betreffend: Die Muſterung des Jahrs 1845. Sie werden zur öffentlichen Kenntniß bringen, daß die Liſten der dießjahrigen Kriegsdienſtpflichtigen vom 21. Februar bis zum 6. März ſowohl auf meinem Bureau, als auf dem Bureau des Gr. Bürgermeiſters zu Ulrichſtein zur Einſicht offen liegen. Grünberg den 13. Februar 1845. Du ver ien Bekanntmachung zur Polizei-Taxe. Der Preis des Kalbfleiſches iſt in der Taxe vom 16. bis 23. Februar l. J. irrig auf 7 kr. pr. Pfd. angegeben. Derſelbe beträgt nur 6 kr. pr. Pfd. Friedberg den 17. Februar 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Friedberg F Auszüge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 6. II. Ueberſicht des Beſtandes der Hospitaliten im Hospital Hofheim i. J. 1844. Zu Ende 1843 waren im Hospital Hofheim ver⸗ blieben: 351 Perſonen(206 Männer, 145 Weiber). Im Laufe des Jah res 1844 find zugegangen 69(33 M., 36 W.). Es waren mithin im Laufe des Jahres in der Anſtalt anweſend: 420(239 M., 181 W.). Hiervon ſind abgegangen: 1) geheilt entlaſſen 19(9 M., 10 W.), 2) gebeſſert entlaſſen 8(6 M., 2 W.), 3) auf unbeſtimmte Zeit beurlaubt 2 W., 4) als ungeeignet entlaſſen 3(2 M., 1 W.). 5) geſtorben 31 (22 M., 9 W.). Summa 63(39 M., 24 W.). Es blieben mithin zu Ende des Jahres anweſend 357(200 M., 157 W.). Von dieſen leiden an: Geiſteszerrüttung 195(107 M., 88 W.), Schwach- oder Blödſinn 97 G56 M., 41 W.), Epilepſie 34(18 M., 16 W.), Blindheit 8(2 M., 6 W.), Lähmung, Gebrechlichkeit, bösartigen Geſchwüren 17(13 M., 4 W.), Altersſchwäche 5(3 M., 2 W.), Trunkſucht 1 M. Außerhalb der Anſtalt erhielten außerdem noch 86 Perſonen Unterſtützung. Von den 161 der Reihenfolge nach die Exſpectanz zur Aufnahme habenden Perſonen gehören 75 in die 1. und 86 in die 2. Abtheilung.— Von den außer der Reihe aufgenommenen Perſonen find 14 noch nicht einge troffen.— 20 7 —— 2 8 1** „ 58 ,. II. Bekanntmachung Großh. Provinzialcommiſſariats der Prov. Oberheſſen, vom 4. Jan., daß, in Berückſichtigung der in neuerer Zeit mehrfach ſtattgefundenen auffallenden Feuersbrünſte in den Gemein⸗ den Eichelhain, Ilbeshauſen, Veitshain, Salz, Steinfurth, Radmühl und Banne rod, Landrathsbezirks Lauterbach, mit Genehmi⸗ gung der höchſten Staatsbehörde der Art. 10 des Geſetzes vom 21. Febr. 1824 auf dieſe Orte in Anwendung gebracht wird.— V. Bekanntmachung Großh. Oberfinanzkammer 1. Sect. vom 23. Jan., daß auf der num vollendeten Straßenſtrecke durch die Gemarkung Steinbach die Erhebung des geſetzlichen Chauſſeegeldes v. 1. April d. J, an beginnen wird. Die Entfernungen auf dieſer Strecke betragen: J) von der nördlichen herzoglich naſſauiſchen Grenze(zwiſchen Weiskirchen und Steinbach) bis Steinbach 500 und 2) von da bis zur ſüdlichen her⸗ zoglich naſſauiſchen Grenze gegen Eſchborn 500, im Ganzen 1000 Klafter.— XI. Namensveränderung: Am 10. Jan. wurde der Eleonore Philippine Wannemacher dahier geſtattet, künftig den Namen„Rühl“ zu führen.— XII. Promotionen auf der Großh. Landesuniverſität Gießen: Von der mediciniſchen Facultät erhielten die Doctorwürde der Mediein, Chirurgie und Geburtshülfe: am 3. Oct. 1844, E. E. Wenck aus Darmſtadt; am 4. Val. Fritzel aus Obereſchbach; am 9. Karl Zinßer aus Gladenbach; am 4. Nov. Karl Rouge aus Hungen.— Von der philoſophiſchen Facultät die Doctorwürde der Philoſophie: am 23 Dec. 1844, Georg Renz aus Worms; am 30. Joh. Gröſer, Medici⸗ nalrath zu Mainz; Joh. Karl Fried. Bruch, Notar zu Mainz; Joh. Schenkel aus Heppenheim.— XIII. Erlaubniß zur Annahme fremder Orden: Nachdem von S. M. dem König von Würtemberg dem Oberſt Wachter, Com- mandeur des 2. Inf.⸗Reg, das Commenthurkreuz des Ordens der Wür⸗ tembergiſchen Krone, und dem Oberſtlieutenant Glock im Gardereg. Chevauxlegers das Ritterkreuz deſſelben Ordens verliehen worden, haben S. K. H. der Großherzog am 7. Januar die Erlaubniß zur Annahme dieſer Orden zu ertheilen geruht.— XIV. Dienſtnachrichten: Am 14. Jan. wurde dem Pfarrer Seitz zu Lämmerſpiel die kathol. Pfarrſtelle zu Aſtheim und dem Pfarrer Reuter zu Engelthal die kath. Pfarrſtelle zu Sprendlingen(Kr. Bingen) übertragen; am 16. dem Gefangenwärter Decher zu Alzey die Stelle eines Kreisdieners zu Friedberg ertheilt; am 21. der von den zur Präſen⸗ tation berechtigten Allodialerben des ehemaligen fuldaiſchen Geheimeraths v. Buſeck, genannt Münch, von Winnrod, auf die evang. Pfarrſtelle zu Reiskirchen präſentirte Pfarramtscandidat Strack aus Londorf für dieſe Stelle beſtätigt und demſelben zugleich die evang. Pfarrſtelle zu Burk⸗ hardsfelden übertragen; am 24. der Decan Pfarrer Fitting zu Alzey zum Decan dieſes Decanats auf weitere 5 Jahre ernannt; am 28. dem Schulvicar Kraußmüller zu Arnshain die evang. Schullehrerſtelle zu Oberſorg übertragen.— XV. Charakterverleihungen: Am 3. Jan. dem Syndicus ſämmtlicher proteſtantiſcher Kirchenfonds der Provinz Starkenburg, Hofge⸗ richtsadvocaten Winter dahier, und dem ſtändigen Anwalt für die in dem Reſſort des Miniſteriums-des Innern und der Juſtiz zu führenden Proceſſe des Centralfiscus, Hofgerichtsadvocaten Reatz dahier, als „Juſtizrath“; am 7. dem Collector, Rentmeiſter Seibert zu Umſtadt als „Rentamtmann“; am 14. dem Bauauffeher 2. Cl. Freihöfer zu Wimpfen als Bauaufſeher 1. Cl.— XVI. Dienſtentlaſſung: Am 13. Jan. der Poſthalter Schenck zu Nidda.—.— XVII. Conecurrenz für: die 2. evang. Pfarrſtelle zu Büdingen mit jährlich 734 fl.(Präſentation des Hrn. Fürſten zu Iſenburg-Büdingen.) XVIII. Geſtorben ſind: Am 20. Februar 1844 der penſ. Schul⸗ lehrer Lepper zu Crumbach, Kr. Gießenz am 30. Dec, der Schullehrer Hornung zu Bermuthshain. » Zur Wetterauer Chronik. Ein beklagenswerthes Ereigniß iſt uns von glaubwür⸗ diger Perſon in folgender Weiſe erzählt worden: Am 6. d. M. gieng am Abend, als jedoch ſchon die Nacht ihre ſchwar⸗ zen Fittige über die Erde ausgebreitet hatte, ein Bewohner hieſiger Stadt, der Schneidermeiſter H..„ von Friedberg nach Fauerbach II., in der Abſicht, dortige Gefreundete zu beſuchen. Er kam bis in die Nähe des Friedhofs. Dort ſah er ſich mit einem Male von einem ihm unbekannten Kerle angefallen, ſeines Stockes beraubt, zu Boden gewor— fen und ſogleich auf die empfindlichſte Weiſe mißhandelt; nur dem Umſtande, daß H. alle Streiche mit dem Arme auf— fing, iſt es zuzuſchreiben, daß er nicht ein Opfer des An⸗ falles wurde, und nur ſeiner warmen dicken Bekleidung hat er es zu verdanken, daß der Uebelthäter ihm nicht den Arm zerſchmetterte. Schmerzlich getroffen von der furchtbaren Geiſel, die immer auf's Neue wieder über ſeinem Haupte geſchwungen wurde, rief endlich H.: der Unmenſch ſolle ihm doch wenigſtens das Leben laſſen, er wolle ihm ja Alles geben, was er bei ſich habe. Nun hörten die Streiche auf, H. erhob ſich und— während der Räuber ſich umſah, ob nicht Jemand komme, ergriff er die Flucht. Aber hinten nach rannte in wilder Wuth der Wegelagerer und würde vielleicht auch den durch den ganzen Auftritt geängſteten, durch die erlittene Mißhandlung geſchwächten H. wieder er⸗ reicht haben, wenn es nicht auch hier der weiſe Rath Got⸗ tes beſchloſſen gehabt hätte, die Unſchuld zu ſchützen und die That der Nacht an's Licht zu bringen. Dort, wo man in der Nähe von Fauerbach ſeitab gehet nach Bruchenbrücken, dort kam der Retter in der Perſon des hieſigen Bürgers und Lohnkutſchers B..., der von Fauerbach hierher zu— rückkehrte. Mit zwei Worten hatte H. dem B. den Grund ſei— ner Flucht angegeben, beide traten nun dem daher ſtürmen— den Wüthrich entgegen und ihren vereinten Anſtrengungen gelang es, ihn zu Boden zu werfen, zu entwaffnen, zu bin⸗ den und nach Fauerbach abzuliefern. Nachdem man ihm dort in der Nacht Zeit gelaſſen hatte, über den Vorfall nach— zudenken, brachte man ihn am andern Tage hierher, wo er ſich vorläufig freier Koſt und freien Logis in dem Bezirks— gefängniſſe zu erfreuen hat. Der Burſche ſoll aus dem Kreiſe Alsfeld gebürtig und das Kind wohlhabender Eltern ſein, ſeit längerer Zeit aber ſchon ein vagabundirendes Leben geführt und namentlich in der letzten Zeit in einer Geſell— ſchaft ſich aufgehalten haben, der man den Vorwurf, daß ſie die Sitten verfeinere und beſſere, nicht ſoll machen kön⸗ nen. Obwohl nun aus dieſer Erzählung faſt unzweideutig hervorgeht, daß es auf eine Beraubung des Angefallenen abgeſehen war, ſo ſtehen doch mit dieſer ſcheinbaren Veran⸗ laſſung des begangenen Verbrechens einzelne Aeußerungen nicht im Einklang, die der Inhaftirte während der Miß⸗ handlung H.'s gegen hieſige Beamte ſoll ausgeſtoßen haben und die vielmehr die Racheluſt, als die Habſucht als Urſache des Geſchehenen erſcheinen laſſen. Die anzuſtellende gericht— liche Unterſuchung wird das Wahre ermitteln und der Rich— ter den verdienten Lohn, in gebührendem Maaße, zuerkennen! gal l 10 9 Harzge Kals des Harzes w vornehm! gligiöſer tern und und Spi lichkeiten Chrſtentl u Waffen in De dalge Helben da ſch taufen ihrer Vater der Stile Waldbetg wie Me nicht üb Kaiſer d. dieſeniger konnte,! hatten. am Fuße verhaften, Bekaum (495) lach ſich dus geric hut und Heihrich 9 U r Wie es gekommen ſei, daß man glaubte, Hexen verſammelten ſich in der Walpur— gisnacht auf dem Brocken? Der lächerliche Aberglaube, daß die Hexen in der Nacht zwiſchen dem letzten April und erſten Mai mit Beſen, Heu- und Ofengabeln nach dem Brocken— höchſte Spitze des Harzgebirges— zögen, kam vorzüglich in den Zeiten Karls des Großen in Deutſchland auf. Die Bewohner des Harzes waren vor dieſem Kaiſer noch Heiden. Eins ihrer vornehmſten Feſte feierten ſie den 1. Mai. Sie zogen in religibſer Prozeſſion auf die Waldberge, opferten den Göt— tern und beluſtigten ſich die ganze Nacht hindurch mit Tanz und Spiel. Sie glaubten, ſie wären bei ſolchen Opferfeier— lichkeiten mit den Göttern in einem recht vertraulichen Um— gange.— Als nun Karl der Große mit den Sachſen einen recht blutigen, viele Jahre dauernden Krieg führte, faßte er den Entſchluß, ſie mit Gewalt zu unterjochen und zum Chriſtenthum zu bekehren. Man zwang ſie daher mit den Waffen in der Hand zur Annahme der chriſtlichen Religion. Die Folge dieſer gewaltſamen Bekehrung war, daß viele Heiden das Chriſtenthum zwar äußerlich annahmen, d. h. ſich taufen ließen; aber ihre Herzen blieben der Religion ihrer Väter zugethan. Sie beſuchten heimlich, bei ſchweigen— der Stille der Nacht die ehemaligen Opferplätze auf den Waldbergen, beſonders auf dem Blocksberge, und hiengen wie Alle, die man von einer neuen Wahrheit oder Lehre nicht überzeugend unterrichtet hat, am Alten feſt. Als der Kaiſer dieß erfuhr, ließ er alle Götzenbilder zerſtören, und diejenigen? mit dem Tode beſtrafen, die man überführen konnte, daß ſie ſich eines ſolchen Vergehens ſchuldig gemacht hatten. Um die Zeit des erſten Mai's ſtellte er Soldaten am Fuße des Brocken mit dem Befehle auf, diejenigen zu verhaften, welche den Berg beſteigen wollten. Allein die Sachſen erſannen ein liſtiges Mittel, durch welches ſie die Wächter verjagten. Sie kleideten ſich nämlich in ſo ſelt⸗ ſame Geſtalten, nahmen ſo fürchterliche Larven vor das Ge⸗ ſicht, heulten und brummten ſo ſchauerlich, führten ſo unge⸗ wöhnliche Waffen, als: Beſen, Heugabeln ꝛc. ꝛc. mit ſich;— daß die Soldaten, die auch nicht frei von Aberglauben waren, die Flucht ergriffen und davon liefen. Welch' eine beſchämende Furchtſamkeit! Wer ſeine Soldatenpflicht ſo arg verletzt, wer ſeinen Poſten verlaͤßt, ohne abgelöſ't zu ſein; der entgehet auch der geſetzlichen Strafe nicht. Das wuß⸗ ten die Haſenfüße auch recht gut. Darum erzählten ſie ihren Vorgeſetzten und Andern die nächtliche Vorfallenheit mit vielen Zuſätzen und Erweiterungen. Dieſe erzählten es ihren Kindern, dieſe erzählten es wieder ihren Kindern, und ſo erhielt ſich das ſchmähliche Mährchen bei Einfältigen bis auf den heutigen Tag. O. S. Kirchenbuchs⸗-Auszug vom Januar 1845. Hungen. Getraute: Keine. Getaufte: Dem Bürger und Schuhmacher Johs Eiſenhuth V. eine Tochter, Marie Eliſabethe Katharine Lina, geb. den 17. Dez. 1844. 12. Dem Bürger und Taglöhner Konrad Fink eine Toch⸗ ter, Philippine, geb. den 25. Dez. 1844. 12. Dem Bürger und Kreisbureaugehülfen Chriſtoph Funk eine Tochter, Louiſe Eliſabethe Katharine Caroline, geb. den 18. Dez. 1844. Beerdigte: Gertrude Theis, geb. Jockel, Ehefrau des Bürgers und Decanatsrechners Valentin Theis, alt 29 Jahre, 3 Monate und 19 Tage, 7 den 2. Jan. 21. Peter Schmidt, Bürger und Sattler, alt 39 Jahre und 10 Monate, 7 den 18. Jan. i = * Bekanntmachungen von Be⸗ hoͤrden. NN NN ν Edictal ladung. (195) Nachdem Jacob Melchior von Butz⸗ bach ſich der Verwaltung ſeines Vermögens aus gerichtlich gebilligten Grunden begeben hat und ihm demgemäß in der Perſon des Heinrich Melchior und Philipp Lippert von da Beiſtände beigegeben worden ſind, wird dieſes unter dem Anfügen bekannt gemacht, daß für die Folge Rechtsgeſchäfte mit Jacob Melchior nur in ſofern als rechtlich wirkſam behandelt werden können, als ſie von ſeinen beſtellten Beiſtänden genehmigt wurden. Zugleich wer— den alle diejenigen, die Forderungen oder ſon— ſtige Anſprüche an Jacob Melchior zu machen haben, aufgefordert, dieſe ſo gewiß im Termin Donnerſtag den 20. März a. e, früh, dahier anzuzeigen, gegenfalls dieſelben bei der Regulirung des Vermögenſtandes nicht weiter berückſichtigt werden können Butzbach den 6. Februar 1845. Grßh. Heſſ. Landgericht daſ. Ray ß. Bekanntmachung. (200) Die Braunkoblenconſumenten des Dor⸗ heimer Bergwerks, welche Kohlen auf Credit beziehen, werden hierdurch in Kenntniß ge— ſetzt, daß für die Folge jedes Quantum Koh— len, welches auf einen Bürgſchein bezogen wird, längſtens einen Monat vor Ablauf der geſtat— teten Creditzeit abgefahren werden muß und auf ſolche Bürgſcheine, welche bis zu dieſem Zeitpunkte noch nicht ausgefahren ſeyn ſollten, unter keiner Bedingung mehr Kohlen verab— folgt werden. Bemerkt wird hierbei noch, daß der gegen- wärtige Kloͤtz-Vorrath zur Neige geht und da— her diejenigen, welche jetzt noch Kohlen auf bereits eingelegte Bürgſcheine zu beziehen wünſchen, deren Abfuhr beeilen wollen, indem keine Kohlenklötze, eine geringere Quantität für die Wenigbemittelten der Stadt Friedberg ausgenommen, zurückbehalten werden. Neue Bürgſcheine werden für den jetzigen kleinen Klötzvorrath nicht mehr angenommen. Dorheimer Bergwerk den 6. Februar 1845. A. Storch. Mobiliar- Verſteigerung. (218) Mittwoch den 19. Februar l. J. und die darauf folgenden Tage, von Morgens 9 Uhr an, ſollen auf Verfügung Gr. Heſſ. Land— gerichts dahier erbvertheilungshalber die zum Nachlaſſe des dahier verſtorbenen Dr. Aſſor Levi von Offenbach gehörigen Mobiliar-Gegen— ſtände, beſtehend in einem bedeutenden Vor— rathe von Gold- und Silbergegenſtänden, ſo— wie Prätioſen, ferner Moͤbel, Kleidung, Bett— werk, Weiszeug, Glas, Porcellan, Lampen, Ciſen, Blech, Kupfer, Zinn, eine Sammlung mediciniſcher und ſonſtiger Schriften und ver— ſchiedene Haushaltungs-Gegenſtände öffentlich meiſtbietend in dem Sterbhauſe, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen verkauft werden, was hierdurch mit dem Bemerken zur allgemeinen Kenntniß gebracht wird, daß Donnerſtag den 20. Febr., von Nachmittags 2 Uhr an, die Gold- und Silbergegenſtände ſowie Prätioſen der Ver— ſteigerung ausgeſetzt werden. Friedberg im Februar 1845. A. Der Beigeordnete Bender. Hofraithe-Verſteigerung. (201) Montag den 24. l. M., Vormittags um 10 Uhr, wird in hieſigem Rathhauſe die dem Bürger Ludwig Mann gehörende Hof— raithe, beſtehend in Wohnhaus, Hinterbau und Stall, an Johs Spamer gelegen, öffentlich meiſtbietend verſteigert. Friedberg den 10. Februar 1845. In Auftrag Gr. Landgerichts Friedberg Der Beigeordnete Bender. Verſteigerung von alten Baumaterjg— lien. (227) Dienſtag den 25 Februar, Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen in dem Pfarrhauſe u 2 45 r Rockenberg 8 Stück zweifluglichte Fenſterrah⸗ men mit Glas und Beſchlag, 11 Paar dazu gehörige Jalouſteläden in noch ganz brauch⸗ barem Zuſtande, ſowie 6 zweiflüglichte Fen⸗ ſterrahmen ohne Glas, eine Parthie altes Eichenholz und ein alter Ofen öffentlich an die Meiſtbietenden gegen gleich baare Zahlung verſteigert werden. Friedberg den 15. Februar 1845. Der Großh. Heſſ. Kreisbaumeiſter Stockhauſen. Holz- Verſteigerung. (228) Freitag den 21. Februar, Vormittags Uhr, ſollen in hieſigem Gemeindewald, Diſtrikt Langenbuchen, 95 Stecken buchen Stockholz, 1, eichen„ 8 250 Stück eichen Wellen, öffentlich meiſtbietend verkauft werden. Ich erſuche die Herrn Bürgermeiſter der umliegenden Orte, dieſes in ihren reſp. Ge⸗ meinden gefälligſt bekannt machen zu laſſen. Kleinkarben den 14. Februar 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Storck. Holz⸗Verſteigerung. (229) Freitag den 21. d. M. ſollen in hie⸗ ſigem Gemeindewald 2½ Stecken buchen Scheitholz, 50„„ Prügelholz, 14„ eichen„ 9 1„ Stockholz, 26„ buchen Reiſerholz, 30 5 eichen Reisholz, 38 eichen Bau- und Werkdolzſtämme, 2167 Kubikfuß enthaltend, meiſtbietend verkauft werden. Der Anfang iſt des Morgens 8 ubr und die Zuſammenkunft bei der Wald- hütte. Wölfersheim den 14. Februar 1845. Der Grßb. Heſſ. Buͤrgermeiſter Allwohn. Bekanntmachung. (230) Von den Fruchtvorräthen des Kugel⸗ haus- und Armenfonds ſollen auf hieſigem Rathhauſe an nachbemerkten Tagen, Vormit⸗ tags 11 Uhr, und zwar: Freitag den 21. Februar d. J., 7„ 14. Marz d 2175 9„ 11. April d. J. 1„16. Mai 8 „ e ee „ 18. Juli 55 * 5 jedesmal 27 Malter Korn und 42 Malter Gerſte öffentlich verſteigt werden. Butzbach am 13. Februar 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Seippel. Edietal ladung. (231 Heinrich Helfrich von Feldkrücken hat dem Gr. Forſtfiscus Flur 14/2 323[IKlafter Wieſe, die Adges⸗ wieſe, „ 14/24 672[!Klafter Wieſe daſelbſt, und Heinrich Schleuning, Konrads Sohn, da— ſelbſt demſelben Flur 14/17 403[IKlafter Wieſe, das Lauchen⸗ rod, verkauft, können aber ihr Eingenthum an fraglichen Grundſtücken urkundlich nicht nach— weiſen. Es werden darum alle diejenigen, welche an dieſe Grundſtücke CEigenthums⸗ oder ſonſtige dinglinge Anſprüche bilden zu können vermeinen, aufgefordert, ſolche binnen vier Wochen dahier an- und auszuführen, widrigen— falls die Kaufbriefe beſtätigt werden. Ulrichſtein den 13. Februar 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. „% 60 K. Holz-Verſteigerung. (2832) Freitag den 21. d. M., Vormittags d Uhr, ſoll in dem Gemeindewald zu Höchſt, Diſtrikt Roſt, 176 Stämme eichen Bau- Werk⸗ und Nutzholz, unter den bei der Verſteigerung bekannt gemacht werdenden Bedingungen, öf⸗ fentlich an den Meiſtbietenden verſteigert werden. Höch ſt an der Nidder am 14. Febr. 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Meinninger. ON Nνιν Privat⸗ Bekanntmachungen. Humaniſtiſche Leih- und Leſe⸗Biblio⸗ thek zu Schotten. (207) Ich erlaube mir, ein geehrtes Publi⸗ kum zu benachrichtigen, daß ich die humani⸗ ſtiſche Leih⸗ und Leſe-Bibliothek der J. Ricker'⸗ ſchen Buchhandlung in Gießen, kaͤuflich an mich gebracht habe, und das Abonnement mit dem 1. April d. J. zu eröffnen gedenke. Abonnements Beiträge. a) für 1 Jahr 3 fl. 30 kr. b) 77 77 5 7. 2,—„ G Y M 1„ 15„ Bemerkt wird noch, daß die Kataloge vor Eröffnung des Abonnements ausgegeben und Abonnements-Beſtellungen ſchon jetzt mit Vergnügen angenommen werden. Schotten den 5. Februar 1845. Chr. Cellarius, Buchbinder. Geſchäfts-Empfehlung. (2210 Einem geehrten hieſigen und benach⸗ barten Publikum mache ich hiermit die erge⸗ benſte Anzeige, daß ich mein Geſchäft als Schweinenmetzger und Wirth dahier eröffnet habe und bitte um recht zahlreichen Zuſpruch. Friedberg im Februar 1845. Georg Buchecker, wohnhaft bei Herrn Adolph Windecker in der Wilhelminenſtraße. Zum Ausleihen. (222) Ich bin beauftragt, 40,000 fl. gegen erſte Inſatz Hypotheke zu verleihen. Diejeni⸗ gen, welche daher Kapitalien anleihen wollen, können ihre Taxationen zu mir bringen. Ich bemerke jedoch, daß ich erſt den 20. d. M wieder in meinem Locale anzutreffen bin. Friedberg am 12. Februar 1845. Baruch Hecht, bei Herrn Seckendorf in der Judengaſſe in Logis. Bekanntmachung. (283) Diejenigen, welche Ihren Beitritt zur allgemeinen Renten- Anſtalt zu Darmſtadt für die 1844r Jahresgeſellſchaft bei mir an— gezeigt haben, werden erſucht, die Renten⸗ und Interimsſcheine ꝛc. gegen Zurückgabe der von mir ausgeſtellten Interimsquittungen in Empfang nehmen zu laſſen. Friedberg den 14. Februar 1845. Johs. Philipp Fritz. Ge ſ uch. (230 Auf hieſigem Gute wird eine Köchin geſucht. tragen, haben bei der Meldung glaubwür— dige Zeugniſſe über Fleiß, Redlichkeit und Reinlichkeit vorzubringen. Ohne dieſe Zeug⸗ niſſe iſt jede Meldung umſonſt. Cleeberg bei Butzbach d. 12. Febr. 1845. Der Freih. v. Bibraiſche Oberverwalter Fuchs. Ein F arre en, (235) zwei und ein halbes Jahr alt, don— nersberger Race und von gelber Farbe, ſteht zu verkaufen bei Oeconom Hammel in Altenſtadt. Perſonen, die zu dieſer Stelle Luſt⸗ Theater in Friedberg. Mit hoher obrigkeitlicher Genehmigung (2360 wird Donnerſtag den 20. Februar 1843 zum Erſtenmal aufgeführt: Doctor Wespe. Luſtſpiel in 5 Acten, von Roderich Benedix. Perſonen: Herr von Zündorf, reicher Wechsler, Herr Storre. Clifabeth, ſeine Tochter, Fräulein Geyſer d. ä. Thekla, ſeine Nichte, Frau von Hoxar. Theudelinde, ſeine Schweſter, Fräul. Weidner. Doctor Alfred Wespe, lyriſcher Dichter, Re⸗ dacteur eines Localblattes und Dramaturg, Herr v. Hoxar. Ludwig Honau, Maler, Herr Weiſe, Wellſtein, ein junger Kaufmann, Herr Bügler. Schreier, ein Renomiſt, Herr Geyſer d. j. Chriſtoph, Zündorf's alter Diener, Herr Waleéd. Adam, Wespe's Aufwärter, Herr Kern. Friederike, Cliſabeth's Kammermädchen, Fräu⸗ lein Herzog. Johanne, Theudelinden's Kammer⸗Mädchen, Fräulein Geyſer d. j. Ort der Handlung: ein deutſches Bad. Preiſe der Plätze: Parterre 30 kr.— Zweiter Rang 18 kr.— Dritter Rang 9 kr. Das Theaterlocal iſt bei Herrn Gaſthalter Gerlach. Kaſſe⸗ Oeffnung: 6 Uhr.— Anfang: präcis 7 Uhr.— Ende: 10 Uhr. (NB. Das Tbeaterlocal wird geheitzt.) Eduard Geyſer, Direktor. Eine Parthie (237) vorzügliches Heu und Grummet iſt zu verkaufen. Wo? ſagt die Expedition d. B. Literariſche Anzeige. Bei Carl Bindernagel in Friedberg ſind vorrätbig: Ronge, Johannes,„Rechtfertigung, 2 r. ——„An die niedere katholiſche Geiſtlich— keit.“ 5 9 kr. ——„An die katholiſchen Lehrer.“ 6 kr. —— Ein Wort an die Römlinge in Deutſch⸗ land, und nur an dieſe, zum Neujahr 9 15 kr. Regenbrecht, Dr. Profeſſor,„Abſage⸗Brief von der römiſch-katholiſchen Kirche an den Weihbiſchof Dr. Catuſſeck in Breslau.“ 3 kr Katholiſche Stimmen über die Trieriſche Ausſtellung im Jahr 1844. 6 kr Robert Blum, Katholik,»die Wunder des heiligen Rocks.“ 6 kr. Wagner, F. L. W.,„der heilige Rock zu Trier. Katholiſcher Text mit proteſtanti⸗ ſchen Noten.“ 6 kr. Goebel, K.,„der heilige Rock, ein evange⸗ liſches Zeugniß abgelegt in einer Predigt über Johannes 19, 23 und 24 am J. Sep⸗ tember 1844. Mit einer Nachſchrift ver⸗ mehrte zweite Auflage.“ 9 kr. An die Chriſten und Deutſchen.„Ein fliegender Brief in Sachen der Kirchenfeh⸗ den. Von einem Chriſten. 1845.“ 4 kr. „Hirtenbrief des Hochwürdigſten Herrn petrus Leopold Kaiſer, Biſchofs von Mainz, Doctors der Theologie und Commandeurs erſter Klaſſe des Großherzoglich Heſſiſchen Ludewigs⸗Ordens, an die Geiſtlichkeit und die Glaͤubigen ſeines Kirchenſprengels bei dem Anfange der Faſtenzeit 1845.“ 9 kr. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg ⸗ Bettefſer U ſchriften Nro. 36 gegen . Fr daß die Agen Nei zur Ein Y Waͤlſe