All * S Intelligenz Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Gedaͤchtnißfeier Peſtalozzö's. An den verſchiedenſten Orten Deutſchlands und der Schweiz regt ſich gegenwärtig das Beſtreben, durch wür⸗ dige Begehung des 100 jährigen Geburtstages Peſtalozzi's die Anerkennung und Dankbarkeit der Jetztwelt gegen dieſen großen Reformator der Volkserziehung an den Tag zu legen. Man fühlt, daß trotz des Mißlingens der von ihm gegruͤn⸗ deten techniſchen Anſtalten, ſeine tiefen Ideen, ſeine Liebe zu dem armen Volke und ſeine Herablaſſung zu den An— ſchauungen der Kindheit es geweſen ſind, welche unſerm heutigen Volksſchulweſen den humanen Charakter aufgeprägt und den Unterricht ſelbſt der niedrigſten Claſſen zu einem wichtigen Agens des Staatslebens erhoben haben. Und je ungerechter ein großer Theil der Zeitgenoſſen die Aufopferun— gen Peſtalozzi's um ihrer ungelenken Ausführung willen be⸗ urtheilte, und je verdammender noch jetzt eine gewiſſe Par⸗ tei über die von ihm angeregte Bildung der Maſſen ſich ausſpricht, um ſo mehr iſt es Pflicht der aufgeklärten Volks⸗ und Jugendfreunde, durch Betheiligung an ſeinem Ehren⸗ feſte, Peſtalozzi's Andenken in dem Lichte geſchichtlicher Wahrheit und umgeben von den Gefühlen des Dankes und der Hingebung erſcheinen zu laſſen. Schritte hierzu ſind ſchon manche geſchehen. Nachdem Seminardirector Dieſter⸗ weg in Berlin ſchon frühe und auf ein falſches Datum fußend zu einer Feier am 12. Januar 1845 eingeladen hatte, hat ſich in Berlin ein Comite gebildet, um eine Lieblingsidee Peſtalozzi's auszuführen, ein Rettungshaus für ſittlich ver— wahrloſete Kinder als Muſteranſtalt fur Deutſchland zu ſtif⸗ ten. Ganz ähnlich iſt kürzlich ein Aufruf aus der Schweiz erlaſſen worden. Man hofft, aus Gaben des deutſchen und ſchweizeriſchen Vaterlandes in Neuhof, der erſten pädagogi— ſchen Gründung Peſtalozzi's und ſeinem letzten Zufluchts⸗ orte, ein großartiges Aſyl für die ſittlich verwahrloste Ju— gend zu gründen. Zſchokke's Name gibt dieſem Aufrufe einen guten Klang. Indeſſen iſt es bei dieſen Anregungen nicht geblieben. Eine große Anzahl Schulmänner und Geiſt— liche Frankfurts und der Umgegend haben am 8. Dol, d. J. eine vorberathende Verſammlung zu der am 12. Jan. 1846 zu begehenden Peſtalozzifeier gehalten und die Abſicht aus⸗ geſprochen, nicht nur ſo viel als möglich alle Freunde Peſta⸗ lozzi's aus Frankfurt, Offenbach, Hanau, Darmſtadt, Mainz, Wiesbaden, Friedberg und deren Umgebungen zu einer ge⸗ meinſchaftlichen Feierlichkeit in Frankfurt zu vereinigen, ſon⸗ dern auch dieſen Tag durch eine dauernde Stiftung zu ver- ewigen. Ob nun aber die Stiftung ſich an die zu Berlin oder Aarau anlehnen oder eine ſelbſtſtändige werden ſoll, darüber hat erſt die vollzählige Feſtverſammlung am näch⸗ ſten 12. Jan. zu entſcheiden. Einſtweilen iſt das Comite beauftragt, die bereits vorliegenden und noch vorzulegenden Vorſchläge zu prüfen, insbeſondere die in Ausſicht ſtehen— den Mittel zu erwägen und an dem Feſttage der Verſamm⸗ lung darüber Bericht zu erſtatten. Außer den oben erwähn⸗ ten Vorſchlägen von Zſchokke und Dieſterweg waren bereits zur Sprache gebracht: 1) Die Gründung eines Ret— tungshauſes in der Nähe von Frankfurt durch Beiträge aus der Stadt und den angrenzenden Staaten und verhältnißmäßiger Benutzung d er⸗ ſelben.) Gründung eines pädagogiſchen Sti— pendiums. 3) Gründung eines Waiſenhauſes für die Hinterlaſſenen der Lehrer. 40 Gründung ei⸗ ner Anſtalt für Blödſinnige. Alle dieſe Vorſchläge, welche ſich eines mehr oder weniger localen Intereſſes nicht entwinden können und die Beſchaffung großer Geldmittel vorausſetzen, gehen in einem 5. Vorſchlage auf: Grün⸗ dung eines Vereins zur Rettung ſittlich ver— wahrloſeter Kinder innerhalb der Familiener ziehung nach Art der zerſtreuten Waiſenerziehung oder des Vereins zur Beſſerung entlaſſener Sträflinge. Die Mit— glieder des Vereins würden in zwei Claſſen zerfallen, in erziehende, wozu insbeſondere Lehrer und Geiſtliche gehören könnten, und in unterſtützende, welche durch milde Gaben die Erziehung durch jene möglich machten. Der Verein könnte im kleinen Raume und mit kleinen Mitteln begin⸗ nen und von ſeiner innern Thätigkeit wurde die weitere Verbreitung abhängen. Wo ihm große Mittel zu Gebote 3 — — —— 88 6 — 328 ſtünden, konnte er Rettungshäuſer gründen, wo nicht, ſich mit Einzelnerziehung begnügen. Auch ſtünde Nichts im Wege, daß er ſich ſowohl an die ſchweizeriſchen, als an die berliniſchen Beſtrebungen anſchloͤſſe, dieſelben ergaͤnzte und einigte. Durch ihn würde der drohenden Zerſplitterung der Kräfte am ſicherſten vorgebeugt.— Zu dem Comite hat die Verſammlung 6 Mitglieder aus Frankfurt vorgeſehen, die Wahl ſelbſt wird in den nächſten Tagen erfolgen. Jede zum Anſchluß bereite Stadt oder pädagogiſche Corporation erwählt 1 Mitglied in das Hauptcomite nebſt einem Erſatz⸗ mann. Einſtweilige Mittheilungen werden an eins der Mit⸗ glieder des proviſoriſchen Comites gerichtet(Director Bagge, Oberlehrer Jekel, Oberlehrer Schäfer in Frankfurt, Inſpector Röder in Hanau, Seminar⸗Director Curtman in Friedberg). Lieder und Vorträge, welche bei dem Feſte benutzt werden ſollen, werden unter verſiegelten Namen an das Comite ge⸗ ſchickt, welches eine Auswahl trifft. Termin bis zum 1. December.— Möge der ſchöne Anfang erfreulichen Fortgang gewinnen und Sonderinterſſen in dieſer menſchheitlichen Angelegenheit nicht beengend eintreten! Um Peſtalozzi's Ver⸗ dienſte ganz zu würdigen, iſt es erforderlich, ſich auf einen höheren Standpunct zu ſtellen, als Gemeinde, Staatsgrenze, geſellſchaftlicher Stand oder Confeſſion ihn gewähren. Ein Mitglied der Verſammlung zu Frankfurt. Getrocknete Kartoffeln, ein zeitgemaͤßes Mittel, die⸗ ſelben vor Faͤulniß zu bewahren. Um dem Verderben der Kartoffel vorzubeugen wird auf Folgendes aufmerkſam gemacht, was Dr. Putſche in ſeiner Monographie der Kartoffel ſagt: 1) die Kartoffeln werden rein abgewaſchen, die grindichten und faulen ſchwar⸗ zen Stellen ausgeſchnitten. Hierauf trocknet man ſie in einem Backofen, nachdem das Brod herausgenommen wor⸗ den iſt, wodurch ſie welk werden, aller Keimtrieb er⸗ ſtickt und(was Hauptſache iſt) die Fäulnißfähigkeit entfernt wird. Je größer die Kartoffeln ſind, die man dörren will, deſto heißer muß der Ofen ſein; ſollte er nach dem Brodausnehmen ſchon zu kalt ſein, ſo muß er noch etwas geheizt werden, jedoch auch nicht zu heiß, daß die Kartoffeln braten könnten. Man läßt die Kartoffeln eine Stunde in dem zugemachten Backofen, nach dem Oeffnen deſſelben nimmt man ſie erſt nach einiger Zeit heraus. Man nimmt nun die faſt garen Erdäpfel, ſchüttelt ſie auf Hür⸗ den, Tennen oder mit Stroh belegte Bretter, wo man ſie, dem Luftzuge ausgeſetzt, einige Tage liegen läßt und hierauf in Körben oder Käſten trocken aufbewahrt. Beim Gebrauch bedarf es nur einer ſehr kurzen Zeit, ſie gar zu kochen. 2) Nachdem man die rohen Kartoffeln etwa eine Viertel— ſtunde mit kochendem Waſſer überſchüttet, laſſen ſich die Schalen ſehr leicht abziehen. Hierauf werden dieſelben in Schnitt- oder Würfelform gebracht und, wie vorhin angegeben, gelinde getrocknet. In dieſem Zuſtande können ſelbige ſehr leicht gemahlen werden, und dienen trefflich zur Bereitung von Suppen, Kartoffelbrei, Klößen ꝛc. 3) Werden rohgeſchälte Kartoffeln zerquetſcht oder zerrieben, wiederholt in einem runden mit einem Loch und Zapfen ver⸗ ſehenen Faß ausgelaugt, hierauf ausgepreßt und getrocknet, ſo laſſen ſich dieſe Kuchen im trocknen Zuſtande unverändert Jahre lang aufbewahren. Es lohnt ſich demnach gewiß der Mühe, frühzeitig Sorge zu tragen, daß der Fäulniß vor⸗ gebeugt wird. v Oberurſel im Jahr 1550. Der Graf von Königſtein ein' Stadt Nicht fern von Frankfurt liegen hat. Wann man will gehn ins Heſſenland, So liegt die Stadt zur linken Hand, Heißt Urſel, und das Völklein iſt Keins Trugs gewohnt, noch Hinterliſt, Keins Aufſatzs, Wuchers, Hurerei, Man hört von keiner Buͤberei, Sondern ſie ſind züchtig, fromm und ſchlecht); Gottes Wort wird ihnen gepredigt recht Nach Doctor Martin Luthers Weiß, Das hört man da mit ganzem Fleiß.) Beid, Männer und die Weiber, ſein) Am Leib geſchickt!), gerad' und fein, Darzu han ſie ein'n guten Herrnz Was wollten ſie doch mehr begehrn? Von keinem Schätzen?) haben ſie In langer Zeit gehöret nie. Erasmus Alberus Buch von der Tugend und Weisheit S. 210—211. ) d. i. in unſerer damaligen Sprache: ſchlicht, einfach, geradeaus. ) Erzbiſchof Schweickard von Mainz vertilgte hier ſpäter mit großer Härte die lutheriſche Lehre und vertrieb die, welche ihrem Glauben treu blieben. W. ) d. i. ſind. ) d. i. wohlgeſtaltet. ) d. i. keiner Steuerzahlung. Kirchenbuchs⸗Auszug vom September 1845. Friedberg. Getraute: 3.(In Muͤnſter) Matthäus Ranft, Taglöhner dahier und Ortsbürger zu Bodenrod, des daſigen Ortsbürgers und Schweinhirten Johann Adam Ranft ehelich lediger Sohn, und Anna Katharina Strackbein, des hieſigen Bürgers weiland Heinrich Strackbein eheliche ledige Tochter. 7. Joh. Philipp Wolf, Bürger und Schuhmachermeiſter dahier, ein Wittwer, und Maria Anna Berg, des Bür⸗ gers und Tuchmachers zu Heidelberg weiland Georg Berg eheliche ledige Tochter. 5 14. Jacob Baier, Bürger und Kammmacher zu Limburg im Herzogthum Naſſau, der Eliſabetha Baier daſelbſt lediger Sohn, und Juliane Martine Ruppel, des hie⸗ ſigen Bürgers und Fuhrmanns weiland Adam Ruppel eheliche ledige Tochter. 8 5 5 28. Konrad Scheig, Bürger und Schneidermeiſter dahier, des hieſigen Bürgers und Poſtknechts weiland Joh. Georg Scheig ehelich lediger Sohn, und Anna Doro⸗ thea Hormann von Mainzlar, Kr. Gießen, des daſigen Ortsbürgers weiland Heinrich Adam Horman ehelich ledige Tochter. 21. N. — „ 329 7 Getaufte: 1. Dem Gr. Hauptmann im 2. Bataillon des 4. Infan⸗ terie-Regiments Georg Schäffer eine Tochter, Juliane Wilhelmine. geb. den 29. Auguſt. 7. Dem hieſigen Buchdrucker und Bürger zu Darmſtadt Ludwig Friedrich ein Sohn, Karl, geb. den 21. Aug. 11. Dem hieſigen Bürger und Müllermeiſter Heinrich Dietz eine Tochter, Eva Katharina Maria Eliſabetha, geb. den 7. September. 14. Dem hieſigen Bürger und Kappenmacher Jakob Ben⸗ der eine Tochter, Philippine Eliſe, geb. den 1. Sept. 17. Dem hieſigen Bürger, Gemeinderath und Gerbermeiſter Georg Steinhäuſer ein Sohn, Heinrich Karl, geb. den 3. September. 18. Ein unehelicher Sohn, Johannes Friederich, geb. den 5. September. 21. Dem hieſigen Bürger und Sattlermeiſter Georg Wil⸗ helm Klein eine Tochter, Chriſtiane, geb. den 26. Aug. 21. Dem Gr. Bergrentmeiſter Karl Textor dahier eine Tochter, Friederike Auguſte Wilhelmine, geb. den 7. September. 21. Dem hieſigen Bürger und Metzgermeiſter Ludwig Kreu⸗ ter eine Tochter, Katharina, geb. den 30. Auguſt. 21. Dem hieſigen Bürger und Glaſermeiſter Ludwig Schulze ein Sohn, Karl Heinrich, geb. den 1. Sept. Nachtrag vom Monat Auguſt. 25. Dem hieſigen Burger, Maler ꝛc. Heinrich Burk eine Tochter, Maria Alexandrina, geb. den 30. Juli. Beerdigte: 3. Maria Katharina Lorenz, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Thomas Lorenz Töchterchen, alt 2 Jahre, 3 Monate und 20 Tage, f den 1. Septbr. 8. Ein todtgebornes Söhnchen, geb. den 7. September. 12. Peter Friederich Enders, des hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Johannes Enders Söhnchen, alt 5 Monate und 15 Tage, 7 den 11. September. 14. Wilhelm Dönges, Großh. Gartenaufſeher in hieſiger Burg, alt 54 Jahre, 8 Monate und 25 Tage, f den 12. September. 15. Maria Frick, des hieſigen Bürgers und Schornſtein⸗ fegermeiſters Johannes Frick Töchterchen, alt 1 Monat und 24 Tage, 1 den 12. September. 15. Sophie Emilie Wilhelmine Karoline Volk, des Grßh. Lehrers an hieſiger Muſterſchule Jakob Volk Töchter⸗ chen alt 5 Monate und 18 Tage, f den 13. Sept, 17. Heinrich Eck, Bürger und Schneidermeiſter dahier, alt 79 Jahre, 9 Monate und 18 Tage, F den 15, Sept. 25. Ein bald nach der Geburt geſtorbenes Söhnchen, geb. den 24. Sept. 27. Eine todtgeborne Tochter, geb. den 20. Sept. 29. Erneſtine Friedericke Eliſabetha Wilhelm, des hieſigen Bürgers und Taglöͤhners Georg Wilhelm Töchterchen, alt 5 Jahre, 3 Mon. und 27 Tage, 7 den 27, Sept. Zux Nachricht. Vielfältigen Anfragen zu begegnen, ſehe ich mich zu der Erklärung veranlaßt, daß ich weder Verfaſſer noch Ein— ſender der Artikel über Ulrichſtein in Nro. 71. und 80. des Jutelligenzblattes bin. Ulrichſtein den 12. October 1845. Dr. Fer d. Bel d. Vorſtehendes beſtätigen wir der Wahrheit gemäß. Die Redaktion. Guſtav- Adolf- Stiftung. Einladung. Den 12. November ſollen in Darmſtadt drei neue Mitglieder zum engern Verwaltungsrathe des Großh. Heſſ. Hauptvereins der Guſtav-Adolf-Stiftung gewählt werden. Damit nun bei dem in Darmſtadt vorzunehmenden Wahl— acte der Wetterauer Zweigverein gehörig vertreten werde, erſcheint es nothwendig, einen eigenen Deputirten zu dem— ſelben abzuordnen. Es werden darum alle Mitglieder des genannten Zweigvereins eingeladen, Mittwoch den 22. Oktober, Morgens um 10 Uhr, ſich auf dem Rath— hauſe zu Friedberg zur Wahl eines Deputixten gefälligſt einfinden zu wollen. Dr. Cröß mann, Vorſitzender. L. Matthias, Secretär. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. A Bekanntmachung. (1476) Mittwoch den 22. Oktober d. J., Mittags 10 Uhr, ſoll das Gemeinde- Haus öffentlich und meiſtbietend auf den Abbruch verſteigert werden. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden zu eröffnen, da⸗ mit die ſich vorfindenden Käufer an dem ge⸗ dachten Verſteigerungstermine bei dem Unter⸗ zeichneten einfinden können. Weickartshain am 10. Oktober 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter r I Frucht ⸗Verſteigerung. (1477 Donnerſtag den 23. l. M., Mor⸗ gens 10 uhr, werden in hieſigem Rathhauſe nachſtehende, von dem Gute der erſten Pfar⸗ rei geärnteten Früchte und Geſtröh öffentlich meiſtbietend verſteigert, als: 1) 8 Mltr. 2 Sim. 1 Kpf. Waizen, , 2̃ Korn, 3) 19-—„ 2 Hafer; Geſtröh: 4) 2 Fuder 40 Gebund Waitzenſtroh, 3 2 1 Kornſtroh, 60 3* 8 1 Haferſtroh, 7)—„ 39„ Wirrſtroh u. 8) die vorhandene Spreu. Friedberg am 15. Oktober 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. 2000 Gulden (1478) ꝓpfarrbeſoldungs ⸗ Kapital werden gegen gerichtliche Verſicherung zu 5% in der Kirchen ⸗Kaſſe zu Obermoxſtadt mit dem 1. Januar 1846 ausgeliehen. Anleſher wollen ſich bei dem Unterzeichneten in Zeiten melden, daß das Weitere beſorgt wird. Obermoxrſtadt den 14. Oktober 1845. Der Kirchenrechner Mickel. Obligations-Verlooſung. (1479) Bei der beute ſtattgehabten Ver⸗ looſung von 500 fl. älterer hieſiger Gemeinde, Obligationen wurde die Nummer 9 rückzahl⸗ bar. Der Inhaber gedachter Partial⸗Schuld⸗ verſchreibung wird hiermit aufgefordert, dieſes Capital bis zum 1. Januar 1846 bei der hie⸗ ſigen Gemeindekaſſe in Empfang zu nehmen, da von dieſem Tage an keine weitern Zinſen vergütet werden. Rödelheim am 8. Oktober 1845. Der Grßh. Heſſ. Burgermeiſter Hieronimus. Bekanntmachung. (1180) Es wird hiermit öffentlich bekannt gemacht, daß die Landſtraße von Büdesheim nach Niederdorfelden wegen Fertigung eines Canals vom 20. bis zum 26. d. M. nicht ge⸗ fahren werden kann und alles Fuhrwerk nach Rendel fahren muß. Man bittet die Hrn. Bürgermeiſter es gefälligſt in ihren Gemein—⸗ den bekannt machen zu laſſen. Rendel den 14. Oktober 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Beck. NN ν NN Privat- Bekanntmachungen. Dre (1470) Waizenkleye von der Dampfwalz. mühle bei Mainz, wegen ihren mehlreichen Beſtandtheilen als Maſtfutter ſehr zu empfeh⸗ len, iſt bei Unterzeichnetem zu haben und wird Dienſtag, Donnerſtag und Samſtag abgegeben. Vilbel den 11. Oktober 1845. J. C. ten Brink. N 1 ö — ,,, — 7 Empfehlung. (1473) Einem geehrten Publikum mache ich die ergebene Anzeige, daß ich geſonnen bin, mich wieder in Friedberg als Kleidermacher niederzulaſſen. Das Geſchäft wird durch einen von mir aus Frankfurt mitgebrachten Ge⸗ ſchäftsführer betrieben, welcher im Stande iſt, alle Kleidungsſtücke nach neueſter Pariſer Art zu verfertigen. Indem ich ein geehrtes Publikum hierauf aufmerkſam mache, bitte ich um geneigten Zuſpruch und verſpreche durch prompte Bedienung und aäußerſt billige Preiſe meine Kunden zufrieden zu ſtellen. Meine Wohnung iſt bei Herrn Spenglermei⸗ ſter Ludwig in der Metzgergaſſe. Friedberg den 9. Oktober 1845. Ludwig Finzel. Einladung. (147) Sonntag den 19. Oktober d. F. zur Feier des Nachkirchweihfeſtes iſt bei mir gut beſetzte Harmonie und Tanzmuſik, wozu höflichſt einladet Niederweiſel. J. J. Adam i im Hirſch. % (1481) Mittwoch den 22. d. M., als an dem hieſigen Markttage, findet gut beſetzte Tanzmuſik bei mir ſtatt, wozu höflichſt einladet G. Gerlach. A nz e (1482) Mein nach Münchener Art gebrau. tes Baieriſch Bier, iſt nun wieder in Zapf genommen und wird auch nach Belieben in Faß abgegeben. Friedberg im Oktober 1845. Anton Burck, Bierbrauermeiſter, an der Stadtkirche wohnhaft. Bekanntmachung. (1483) Alle diejenigen, altere ſowohl, als jüngere Perſonen hier und in der Umgegend, welche für den bevorſtehenden Winter und auch für die Folge Arbeit in unſerer Tabak— oder Cigarrenfabrik finden wollen, mögen ſich bis 1. November hier melden. Friedberg den 16. Oktober 1845. Morell u. Hertwig. Todesanzeige. (14180 um 2. d. M. ſtarb nach ſchwerem Leiden meine geliebte Gattin, Mathilde, geb. Snell, im achten Jahre unſres Ehe— ſtandes. Allen Freunden in der Naͤhe und Ferne, deren wahrhaft rührende Theilnahme die Ver— klärte in ihren ſchmerzlichen Kämpfen geſtärkt, ihre Angehörigen in ihrem Kummer aufgerich⸗ tet, drücke ich hierdurch öffentlich meinen Dank aus. Möge die Liebe und Hochachtung gegen die fromme Dulderinn, welche ſelbſt an ihrem Grabe noch ſich Kund gegeben, deu be— tagten Eltern, den liebenden Geſchwiſtern zum Troſte, mir, dem gebeugten Gatten, zur Er⸗ hebung gereichen, meinem einzigen, nun mut⸗ terloſen Kinde aber als ſegeureichſte Mitgabe für das ganze Leben verbleiben. Grünberg am 11. Oktober 1845. F. Steinberger, Pfarrer. Eine Magd oder Köchin, (14850 welche bürgerlich gut kochen kann, wird auf dem hieſigen Hofe geſucht und kann ſolche, welche wo möglich gleich eintreten kann, auf hohen Lohn rechnen. Glaubwürdige Zeugniſſe ſind unerläßlich. Burghof Cleeberg bei Butzbach im Oktober 1845. Freiherr von Bibra. W 330. Geſchäfts⸗ Eröffnung. As) Bei meiner vor Kurzem dahier er⸗ folgten Niederlaſſung, habe ich gleichzeitig mein Geſchäft eröffnet und empfehle mich hierdurch einem geehrten Publikum mit allen Sorten und Farben von wollenem Tuche, Biber, Hoſen⸗, Weſten⸗, Bett-, Futter⸗ und gedruck⸗ ten Zeugen, mit wollenem Garn und mit allen kurzeu Waaren, unter Zuſicherung auf⸗ richtiger und pünktlicher Bedienung. Friedberg im Oktober 1845. Lazarus Eſchborn, wohnhaft bei Frau Nic. Windecker Wttw., Ludwigsſtraße Nr. 41. Faſelochſen Verſteigerung. (1487) Bei Konrad Himmelreich in Obereſchbach ſtehet ein Zjähriger grauer, ein 1 jähriger rothſcheckiger und ein 1½ jähriger gelber Faſelochs zu verkaufen. Ein Logis, (1488) welches bis zum 12. November be⸗ zogen werden kann, hat zu vermiethen Ferdinand Volp in der Vorſtadt. Eine geſunde kräftige Amme (1489) wird geſucht, um das erſte Kind zu ſtillen; ſie muß gleich eingehen können. Benachrichtigung. (1490) Ich zeige bierdurch ergebenſt an, daß ich bei den Hrn. Gebrüdern Reiß in Ulrich⸗ ſtein eine Niederlage von Punſch und Grog⸗ Eſſenzen, ſowie Rum und Arac, etablirt dabe und daß dieſelben zu den Fabrikpreiſen abge— geben werden. Nidda den 15. Oktober 1845. Dr. Borberg. Literariſche Anzeige. (14910 Soeben bat die Preſſe verlaſſen und iſt in allen Buchhandlungen zu haben: Knorr, L., Gr. Heſſ. Hofgerichtsrath, das Executionsverfahren nach gemei— nem Rechte, vom geſetzlichen und geſetzgeberiſchen Geſichtspunkte aus betrachtet, in Verbindung damit, wie ſich ſolches im Großherzogthum Heſſen dieſſeits des Rheines ausgebildet hat. gr. 8. Broſchirt 36 kr. rhein. Ein unentbehrliches Hülfsmittel, beſon⸗ ders für alle praktiſche Juriſten und ſelbſt die nicht juriſtiſch gebildeten Perſonen, welche öfters gerichtliche Geſchäfte zu beſorgen haben. Letztere werden unter andern durch dieſe in einer allgemein faßlichen Sprache abgefaßte Schrift, welcher ein reichliches Inhaltsverzeich— niß angeſchloſſen iſt, vollſtändig in den Stand geſetzt, nicht nur die geeigneten Anträge im Executionsverfahren zu ſtellen, ſondern auch das gerichtliche Verfahren zu controliren. Vorräthig bei C. Binder nagel in Fried⸗ berg. Gießen im October 1845. G. F. Heyer's Verlag. Frankfurter Gold-Cours vom 16. Oktober. E Neue Louisd'or 111 Friedrichsd'or 9 43½/ Holländiſche 10 fl. Stücke 9 53 Rand⸗Ducaten 5 36 20 Frankſtücke 9 26 Engliſche Souverains 11152 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. 22. Sonntag n. Trinitatis d. 19. Okt: Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Stadtpfarrer Fertſch. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Stadtpfarrer Crößmann. Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Heumann. Mittwoch Nachmittags von 3— 4 Uhr hält Betſtunde: Herr Candidat Melior. Fruchtpreiſe 16. Okt.; 10. Okt.] 9. Oct. Gattung. Fried⸗ Groß⸗ berg Mainz gerau 5 fl.] kr. fl. kr. fl. kr. Waizen pr. Malter 12 30 12 42 1 . 155 10— 9301 845 Gerſte„ 15 7—71— 6 50 Hafer„ 75 44—1 4154 350 Polizei⸗-Taxe fuͤr die Städte Friedberg und Butzbach vom 19. bis 25. Oktober 1845. — 5 Fried⸗ Butz⸗ S Brod⸗Preiſe. berg. bach. 88 kr. pf. kr. pf. 1; Leib⸗Roggenbrod 31 21 312 2 77 77 7— 6 3 44„. 2 14— 131 2 5 Lth. Lth. — Milchbrod 137% 15 — Waſſerweck 14 1 3% —Gemiſchtes(Tafel⸗) Brod 14 14½ Fleiſch-Preiſe. pf. pf. 1 Ochſenfleiſch 8 1— 1— 1 gemäſtete—— „Kühfleiſch ungemäſtetes 8——— geen! gemäſtetes 8— 18 1— 5 Rindſteiſc ungemäſtetes 7171 „Kalbfleiſch 8— 1 8.— „ Schweinenfleiſch 11 1 „Hammellleiſch 9 „ Schaaflleiſch 712174 „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— „Gemiſchte Wurſt 10——— „ Bratwurſt 16— 16— „ Schwartenmagen 16— 16— „Geräucherter Speck 20— 20— 1 Schinken 16— 16— „Dörrfleiſch 16— 16— „Schweinenſchmalz, ausgelaſſen 20— 20— unausgelaſſen 18— 18— „Nierenfett 20— 18— „Hammelsfett 161— 161— Der Gr. Hef. 1 d. K. Friedberg .: Krach, Kr.⸗Sctr. Die Polizei⸗Taxe für die Stadt Butz bach gilt auch für den Kreis Hungen. Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen Jollenius. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. wel baren üben unte groß beh der