Intelligenz-Olatt für die Provinz Oherheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Hungen und Friedberg an ſaͤmmtliche Großh. Buͤrgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: Das Eichen der bei dem Verkaufe des Biers gebraucht werdenden ſteinernen Krüge. Die nachſtehend abgedruckte höchſte Verfugung werden Sie zur offentlichen Kenntniß bringen, auch alle Wirthe und die Polizei-Officianten hiernach bedeuten. Hungen und Friedberg den 4. Januar 1845. . Follenius. Krach, Gr. Kr.⸗Sec. Das Großherzogl. Heſſ. Miniſterium des Innern und der Juſtiz an die Gr. Provinzial-Commiſſariate dahier und zu Gießen und an ſämmtliche Großher⸗ zogl. Kreisräthe. Da Zweifel darüber entſtanden ſind, ob die in Nr der Verordnung vom 10. Sept. 1819, den Gebrauch des neuen Flüſſigkeitsmaßes betreffend, enthaltene ausdrückliche Beſtimmung, wonach bei dem inländiſchen Verkaufe und bei dem Ausſchenken von geiſtigen Getränken keine andere Bou— teillen und Krüge, als ſolche, gebraucht und angetroffen werden dürfen, welche mit dem in 5. 1. dieſer Verordnung bemerkten Eichzeichen verſehen ſind,— auch auf die bei dem Ausſchenken des Biers gebraucht werdenden ſteinernen Krüge (Sauerwaſſer⸗Krüge) Anwenduug finde oder nicht, ſo finden wir uns veranlaßt, Sie in Gemäßheit der beſtehenden Ver⸗ ordnungen, wonach die Wirthe überhaupt keine ungeeichten Gefäße führen dürfen, darauf aufmerkſam zu machen, daß dergleichen ſteinerne Krüge, wenn ſie zum Verkaufe des Biers gebraucht werden, jederzeit nach der Vorſchrift geeicht ſein muͤſſen. Darmſtadt den 12. December 1844. . v. Stein. Sonnabend, den 18. Januar Der Großherzoglich Heſſiſche Kreisrath des Kreiſes Friedberg an ſämmtliche Bürgermeiſter dieſes Kreiſes. Betreffend: Die Tompletirung der Feldtruppen im Jahr 1845. Gleichzeitig mit dieſem Ausſchreiben theile ich einem Jeden von Ihnen ein Exemplar der von großh. Provinzial⸗ Commiſſar zu Gießen in rubricirtem Betreff erlaſſenen Be⸗ kanntmachung unter der Weiſung mit, dieſelbe alsbald in jeder Gemeinde Ihrer Bürgermeiſterei anheften zu laſſen und auf dieſe Art zur öffentlichen Kenntniß zu bringen. Aus dieſer Bekanntmachung iſt zu entnehmen, daß aus dem Kreiſe Friedberg diejenigen jungen Leute, welche bei der vor— jährigen Muſterung die Nr. 1 bis 115 gezogen haben, marſchpflichtig ſind, die Nr. 116 bis 125 aber noch nach dem 1. April l. J. einbeordert werden können. Sie haben alle diejenigen, welche hiernach eine Marſchnummer gezogen haben, davon ſpeciell in Kenntniß zu ſetzen und zugleich anzuweiſen, auf an ſie gelangende Ordre zu dem Regimente oder Corps, welchem ſie zugetheilt ſind, ſich unverzüglich zu begeben. Sollte einer oder der andere durch ein begrunde⸗ tes Hinderniß hiervon abgehalten ſein, ſo iſt mir unter An— ſchluß des erforderlichen Zeugniſſes über den Abhaltungs⸗ grund ſogleich berichtliche Vorlage zu machen. Friedberg den 12. Januar 1845. e N — J., D. V. Krach, Gr. Kr.⸗Sec. Bekanntmachung. In der Nacht vom 28. auf den 29. Dec. v. J. wur⸗ den auf einem Grundſtücke des Gr. Pfarrers Leun in Muün— zenberg, in daſiger Gemarkung, acht Stück Obſtbaume von ruchloſen Händen zerbrochen. Demjenigen, welcher den Thäter in einer Weiſe be— zeichnet oder namhaft macht, daß deſſen gerichtliche Verfol— gung und Beſtrafung erfolgen kann, wird eine Belohnung von fünf und dreißig Gulden zugeſichert. Hungen den 10. Januar 1845. Großh. Heſſ. Kreisrath des Kreiſes Hungen Folleni us. 427 2 2 42. Bekanntmachung. In Folge der vom Höchſtpreißlichen Miniſterium des Innern und der Juſtiz unter dem 13. Dec. 1827 erlaſſe⸗ nen Verfügung bringe ich hierdurch zur öffentlichen Kennt⸗ niß, daß die Prüfung der Bauhandwerker, welche Meiſter werden wollen, für den Kreis Friedberg und Büdingen an folgenden Tagen jedesmal um 8 Uhr, Morgens anfangend, auf dem Rathhauſe zu Friedberg vorgenommen wird. 10 Montag den 27. Januar 1845, 2) Montag den 7. April 1845, 3) Montag den 7. Juli 1845, 4) Montag den 6. October 1845. Friedberg den 15. Januar 1845. Der Gr. Heſſ. Kreisbaumeiſter des Baubezirks Friedberg Stockhauſen. Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 2. I. Bekanntmachung Gr. Oberpoſtinſpection, vom 16. Dec. 1844, daß von dieſem Tage an, ſtatt der ſeither beſtandenen Cariolpoſt zwiſchen Seligenſtadt und Dieburg, eine Fahrpoſt errichtet wird, welche am Montag und Freitag 6% Uhr Morgens von Seligenſtadt abgeht und in Dieburg um 8½ Uhr Morgens zum Anſchluß an den von Erbach nach Darmſtadt gehenden Wagen eintrifft, und an denſelben Tagen, nach An⸗ kunft des von Darmſtadt nach Erbach zurückgehenden Eilwagens, von Dieburg Abends 5½ Uhr wieder zurückkehrt und in Seligenſtadt Abends 7% Uhr ankommt. Mit dieſer Poſt werden Perſonen, Briefe und Päcke⸗ reien befördert und iſt für Aufnahme erſterer in Spitzaltheim eine Per⸗ ſonen⸗Annahmeſtelle errichtet worden. II. Bekanntmachung derſelben Behörde, vom 17. Dec. 1844, daß vom 15. d. M. an, ſtatt der ſeither zwiſchen Büdingen und Hanau beſtandenen Brief⸗ und Cariolpoſtwerbindung, ein täglicher Fahrpoſteours errichtet worden iſt, mit welchem Briefe, Päckereien, ſowie Perſonen be⸗ fördert werden. III. Eine weitere Bekanntmachung dieſer Behörde, vom 19. Dec. 1844, daß der Worms⸗Darmſtädter-Poſtwagen, der ſeither täglich über Eich und Gernsheim courſtrte, vom 1. Jan. 1845 an eine ſolche Leitung erhält, daß derſelbe an zwei Tagen, nämlich Mittwoch und Sonntag, auf dem rechten Rheinufer über Bürſtadt, Biblis, Groß⸗ rohrheim und Gernsheim, an den übrigen Wochentagen aber über Eich courſiren wird. Um die Poſtverbindung dem Publicum zu⸗ günglich zu machen, wurden in den Orten Bürſtadt, Biblis und Groß⸗ rohrheim zugleich Perſonen⸗Annahmeſtellen errichtet. VI. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: Nachdem von S. K. H. dem Großherzoge von Baden dem Kriegsminiſter, Generallieut. Frhrn. v. Steinling das Großkreuz des Gr. Badiſchen Ordens vom Zäh⸗ ringer Löwen, ſodann dem Oberſt Wachter, Commandeur des 2. Inf.⸗ Regiments, das Commandeurkreuz 2. Cl. und dem Oberſtlieut. Glock im Garderegiment Chevauxlegers das Ritterkreuz deſſelben Ordens verliehen worden, haben S. K. H. der Großherzog am 18. Decbr. 1844 die Ge⸗ nehmigung zur Annahme dieſer Orden zu ertheilen geruht. VII. Militärdienſt nachrichten: Am 4. Dec. 1844 wurde der Lieut. Gerſchlauer von der Pionniercompagnie auf Nachſuchen wieder zur Infanterie verſetzt und dem 2. Regiment zugetheilt, ſodann der Lieut. Toul mann von dieſem Regiment zur Pionniercompagnie transferirt; am 26. Decbr. dem Oberſtlieut. v. Bubna der Charakter als Oberſt ertheilt. Orthographie wetter auiſcher Woͤrter. Fortſetzung von Nr. 95 de 1844.) 9) Die Ahne oder Brechahne, d. i. das von Hanf oder Flachs beim Brechen abgefallene Stengelſplit⸗ terchen. So ſchreibt auch Jacob Grimm das Wort. Alt⸗ deutſch und noch vor 300 Jahren bedeutete es die leeren Getraidehülſen und Stachelſplitter der Aehren, überhaupt was wir Spreu nennen. Der Wetterauer Alberus ſchreibt 1540 aun, aber falſch, denn er ſchreibt das Wort nur ſo der Aehnlichkeit nach, weil wir auch z. B. Age, Lage, lafe 26, für hochdeutſch Auge, Lauge, laufen ꝛc. ſprechen. Andere ſchreiben im Hochdeutſchen die Agen(eigentlich heißt es die Agene) welches die ganz richtige Form iſt, denn altdeutſch ſagt man die Agana, und wie wir Wetterauer mit langem a z. B. ſahn, Wahn, klahn ꝛc. ſagen anſtatt ſagen, Wagen, klagen, ꝛc., ſo auch die Ahne anſtatt die Agene, wie man eigentlich richtig ſchreiben und ſprechen ſollte. Wir ſind aber einmal Ahne gewöhnt. 10) Die Urſchwinge, d. i. der Abfall des Flachſes oder Hanfes beim Schwingen. Das Wort bedeutet ur⸗ ſprüͤnglich das Ausgeſchwungene; denn das vornen ſtehende Wörtchen ur bedeutet altdeutſch ſo viel als„aus,“ und wirklich ſagt man auch in einem Theil der Schweiz anſtatt unſers Urſchwinge: das Ausſchwing. Jenes„ur- haben wir noch übrig in Urlaub, Urtheil, Urſprung ꝛc., und ſo hat ſich denn auch das uratle Wörtchen in unſerm faſt rein wetterauiſchen die Urſchwinge erhalten. Sonſt ſagt man, z. B. in Schwaben, die Aeſchwinge, Ehſchwinge, wo— rin ä(eh) nach dem Altdeutſchen vor Wörtern auch ſo viel als„aus“ bedeutet. 210, Die Urſchlechten oder Urſchlächten d. i. die Blattern, eine bekannte Kinderkrankheit. und ſpricht man den wetterauiſchen Ausdruck die Urſchlichte im Hochdeutſchen. Hier haben wir wieder dasſelbe Wört⸗ chen ur⸗, wie in Urſchwinge; auch hier bedeutet ur- na⸗ türlich weiter nichts, als yaus,“ denn Urſchlechten(ſo ſchreibt auch der Wetterauer Alberus) iſt wörtlich„Aus⸗ ſchlage,“ da ſchlechten in Urſchlechten urſprünglich von ſchlagen abgeleitet iſt. Pocken und dergleichen aber nennen wir ja im Hochdeutſchen einen Ausſchlag. Nun iſt Urſchlechten, die Mehrzahl; die Einzahl, welche wir in der Wetterau nicht haben(Alberus ſchreibt der wetterau⸗ iſchen Ausſprache nach Urſchlicht), lautet im Bayeriſchen die Urſchlecht, Urſchlecht. Anderwärts ſagte man vor Alters die Urſchlacht. Das Wort iſt ubrigens ein in Süd⸗ und Mitteldeutſchland ſehr übliches. 12 uräß, d. i. überdrüßig. Wir haben auch ein Zeitwort uräßen, d. i. etwas überdrüßig ſein und es dar⸗ um nicht mögen. So ſchreibt man im Hochdeutſchen die Wörter, welche wir wetterauiſch ores und oreſe(mit dem Ton auf dem o) ſprechen. Uräß iſt aus dem altdeutſchen ur-, welches wie wir in Urſchwinge, Urſchlechten geſehen haben,„aus“ bedeutet, und einem veralteten äß aus„at⸗ zen“(von„aß“ in eſſen) zuſammengeſetzt und bedeutet da⸗ her urſprünglich ſo viel wie„ausgegeſſen“(ſo daß man der Speiſe uberdrüßig iſt und ſie einem zum Ekel wird), wie denn auch zu Ulm uräß ſo viel iſt, als: der ſich über⸗ geſſen hat(S. Schmid's ſchwäbiſches Wörterbuch S. 527), und weshald man auch an der Ober-Nab in Bayern ſagt: „Mir iſt uräßig“ in dem Sinne von„mir iſt übel“(ich bin des Eſſens ſo überdrüßig, daß mir es davon weh wird zum Uebergeben). Daher dann die weitere Bedeutung über⸗ drüßig, welche wir mit ur aß verbinden. uräßen gebrau⸗ chen wir aber noch vom Vieh, welches ſeines Futters über⸗ drüßig iſt und es darum nicht mehr mag. Hier haben wir alſo noch die ältere, urſprüngliche Bedeutung. W. *) So ſagten vor tauſend Jahren unſere Vorfahren z. B. ſie gehen ur den Gräbern anſtatt„ſie gehen aus den Gräbern hervor.“ Localſection des Gr. Heſſ. Gewerbvereins im Kreiſe Friedberg. Monatliche Sitzung, Montags den 27. Januar, um 8 Uhr Abends. Vorträge: über eine tragbare Handmuͤhle. — die Erzeugung künſtlicher Magnete— die Flügel von Tannenſaamen als Material zur Füllung von Matrazzen und Kopfkiſſen— Meſſingdächer— einen eichenholzähnli⸗ chen Anſtrich auf Holz— Verhütung des Einlaufens von Wollengarn beim Färben— Reinigung des Krapplacks So ſchreibt DS 2 2 S S SS — — D 2 2 32 2 em D S SSD Bekan 0 Betreffe Wagne Y Na Oderdeſ ten den ſo werd. enen Rechtsan haben, de dem auf 1 Ateraum jeſchnetem Nhörig L widrigenfa ſendes Pr ſhloſen n Deeret 9. 62) A dollſtak mittags 52 23. und die Lackbildung uͤberhaupt— einen neuen Stellwinkel 25. dem Burger und Schuhmachermeiſter Heinrich Lippert ein Sohn, fuͤr Schreiner— ein Inſtrument zur Beſtimmung des ſpe— Iluſtiakei 5 25. cifiſchen Gewichts von Flüſſigkeiten— einen neuen Schuh Tochter für Pfähle. Soldan. 29. Kirchenbuchs⸗Auszug vom Dezember 1844. Butzbach. Getraute: 29. Johann Friedrich Küchler, Bürger und Frachtfuhrmann dahier, des verlebten Oekonomen zu Dwiſte im Fürſtenthum Waldeck Friedrich Küchler nachgelaſſener ehelich lediger Sohn Schütz, des verlebten hieſigen Bürgers und Schuhmachermeiſters Johann Friedrich Schütz nachgelaſſene ledige Tochter. Getaufte: 8. Dem Bürger und Taglöhner Jakob Wüſtenhöfer eine Tochter, Clara Suſanna, geb. den 18. Nov. 8. Dem Bürger und Chirurgen Wilhelm Berg II. ein Sohn, Jakob Chriſtian Eduard, geb. den 22. Nov. 22. Dem Bürger und Collektor der geiſtlichen Fonds Moritz Kuhl Tochter, Anna Katharina Eliſabeth, geb. den 2. Dec. 24. Dem Trompeter im Gr. Heſſ. Garde-Regiment Chevauxlegers Hein⸗ rich Malzan, ein Sohn, Heinrich, geb. den 17 Dec. 25. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Jakob Wilhelm Berner eine Tochter, Katharine Eliſabeth, geb. den 27. Nov. 25. Dem Bürger, Maurer und Weißbindermeiſter Friedrich Rockmer ein Sohn, Heinrich, geb. den 24. Nov. Adam, geb. 24. December. Frie ind eingegangen: v. und Anna Eliſabeth f. dirt v N. N. in Bönſtadt 30 kr.; zuſammen 9 fl. 24½ kr., deren Empfang ich den gütigen Gebern mit herzlichem Danke beſcheinige. Friedberg am 15. Januar 1845. Konrad, geb. den 15. Dec. Dem Bürger und Sattlermeiſter Philipp Konrav Cramerding eine 5 Anna Chriſtine geb. den 7. Dee Dem Bürger und Zimmermeiſter Gottlieb Oehlſchläger ein Sohn, den 2. Dec. Beerdigte: 26. Der am 24. Dec. getaufte Heinrich Malzan, alt 7 Tage, 5 den Für die armen Felsberger einem hieſigen Israeliten 1 fl. 10 kr. mit folgendem wahrhaft rührenden Schreiben: zu Jeruſalem verrichtete der H beſonderes Gebet für die Scharons-Bewohner(deren Wohnungen der Gefahr des Einſturzes durch Verſumpfung oder Ueberſchwemmung des Thales, welches bekanntlich langs des mitelländiſchen Meeres lag, ausge⸗ ſetzt waren), daß„die Häuſer der Bewohner Scharons nicht einſt ihre Gräber werden möchten.“ drohten armen Felsberger, nach meinen ſchwächen Kräften, wiederhole, „ eine erlaube ich mir zugleich Ew. Hochwürden ein Scherflein für dieſelben hierdurch zu überſenden. Florſtadt 1 fl. 45 kr.; v. Pachter Alles daſ. 1 fl.; v. einem Ungenannten 1 fl.; v. Präceptor Pabſt in Bönſtadt 1 fl.; durch denſelben 2 fl. 59 kr.; Hochwürdiger ꝛc.— Zu Zeiten des Tempels heprieſter jahrlich am Verſöhnungstage ein Indem ich dieſes Gebet für die ähnlich be— Zugleich——; v. Rentmeiſter Müller in . L. Matthias, Caſſier. Bekanntmachungen von Be⸗ hörden. N Edictalladung. Betreffend: Das Schuldenweſen des Adam Wagner zu Fauerbach. ( Nachdem Großh. Hofgericht der Provinz Oberheſſen über das Vermögen des Rubrica— ten den förmlichen Concursproceß erkannt bat, ſo werden alle diejenigen, welche aus irgend einem Grunde Forderungen oder ſonſtige Rechtsanſprüche an gedachten Adam Wagner haben, hiermit aufgefordert, ſolche ſo gewiß in dem auf Dienſtag den 4. März k. J. Vormittags 9 Uhr, anberaumten Liquidationstermin bei unter— zeichnetem Gericht, in Selbſtperſon oder durch gehörig Bevollmächtigte, geltend zu machen, widrigenfalls ſie ohne ein beſonders zu erlaſ— ſendes Präcluſiodecret von der Maſſe ausge— ſchloſſen werden. Decret. Nidda den 18. December 1844. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. tre in. Bekanntmachung. (32) Auf der Neuherberge bei Nieder— wöllſtadt ſollen den 20. Januar 1845, Vor— mittags 11 Uhr, öffentlich, nach den bekannt zu machenden Bedingungen, verkauft werden: a) zwanzig Stämme Rüſtern oder Ulmen— holz, im Ganzen 412 Kubikfuß, bg ein und vierzig Wurzelabſchnitte von dem— ſelben Holz. Kaufliebhaber werden mit dem Bemerken zu dieſer Verſteigerung eingeladen, daß das unter a erwähnte Holz zu allen Wagnerar— beiten beſonders tauglich iſt Aſſenbheim den 31. December 1844. Gräfl. Solms-Rödelheim'ſche Rentei— verwaltung. Bekanntmachung. (62) Es wird biermit bekannt gemacht, daß auf hieſiger Gräflichen Ziegelhütte ſtets Ziegel waaren und Kalk abgegeben werden und fol— gende Preiſe feſtgeſetzt worden ſind: 19) Ziegeln pr. 1000 9 fl. 2) Backſteine, 10 Zoll lang, 5 Zoll breit, 2 Zoll dick, pr. 1000 11 fl. ö 1 3) Backſteine, 10 Zoll lang, 5 Zoll breit, 1½ Zoll dick, pr. 1000 10 fl. 4) Backſteine, 9 Zoll lang, 4% Zoll breit, 2 Zoll dick, pr. 1000 9 fl. 5) Plättchen, 7 Zoll lang, 7 Zoll breit, Zoll dick pr. 1000 8 fl. 6) Forſtziegel, pr. Stück 5 kr. 7) Kalk, pr. Butte 2 fl. 10 kr. Wegen Verkauf der Ziegelwaaren baben ſich die Käufer an die unterzeichnete Stelle und wegen des Kalks an den Bauaufſeher Löffler dahier zu wenden. Laubach am 11. Januar 1845. Gräfl. Solmſ. Rentamt Heiniz. Bekanntmachung (88) Donnerſtag den 23. d. M., Vormit— tags 10 Uhr, ſoll der Lohn für die Fällung des Holzes und das Schäten der Lobrinden im bieſigen Gemeindewald für 1845 auf dem Rathhauſe dahier wenigſtnehmend veraccordirt werden. Die Herrn Bürgermeiſter werden erſucht, dieſes in ihren Gemeinden gefälligſt bekannt machen zu laſſen. Vilbel den 12. Januar 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Hinkel. aft ach y g. (70) Montag den 27. Januar l F., Mor⸗ gens um 10½ Ubr, ſollen in hieſigem Rath— hauſe nachfolgende, den Kaufmann Grödel's Kindern dahier gehörende, in der Burggemar— kung liegende Gärten auf ſechs nach einan— der folgende Jahre verpachtet werden, als: 1) Pag. u. Nro. ½, circa 00 Klftr.(71% Rth.) in der 1. Gewann, zwiſchen der Pfingſtweide, an Frau Gerichtsſchreiber Kraft; 2) Pag. u. Nro.%, circa 00 Klftr.(61 Rih) in der 9. Gewann, im Ried an Konrad Heß; 3) Pag. u. Nro.%.], circa 00 Klftr.(82 Rth.)] an der Burgleimenkaut, an Philipp Lippert. Friedberg am 15. Januar 1845. Der Beigeordnete Bender. Gärten-Verſteigerung. (75) Auf den Antrag der Frau Diſtriktsein— nehmer Specht dahier ſollen Montag den 27. Januar, Morgens 10 Uhr, in hieſigem Rath⸗ bauſe nachſtehende in hieſiger Gemarkung lie— gende Gärten öffentlich meiſtbjetend verſtei⸗ gert werden, als: 1) Nro. u. Pag. /b, circa 00 Klftr.(82 Rth.) in der 2. Gewann an der Hock— mühle, an Serg. Bücklers Wittwe, gibt Zins der Kirche zu Friedberg 11½ kr.; 2) Nro. u. Pag%%, circa 00 Klftr.(105 Rth.) in der 7. Gewann an der Straße nach Fauerbach, getheilt mit Wilhelm Thönges. Friedberg am 15. Januar 1845. Der Beigeordnete Bender. Holz ⸗Verſteigerung. (76) Montag den 20. Januar 1845, Vor⸗ mittags 9 Uhr, ſoll in dem Kleinkarber Ge— meindewald, Diſtrikt Langenbuchen, nachfol⸗ gendes Holz, als: 1) 6 Stecken buchen Scheitbolz, .„ Prüugelbolz, 30 21* eichen Scheitholz, 8„ Prügelpolz, oͤffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle ver— ſteigert werden. Kleinkarben den 14. Januar 1845. Der Grßb. Heſſ. Bürgermeiſter Storck. Faſelochs⸗ Verkauf. (77) Dienſtag den 21. Janvar 1845, Vor— mittags 11 Ubr, ſoll ein der Gemeinde Oſſen— heim gebörender Faſelochſe, 2½ Jahr alt, auf dem Rathhauſe daſelbſt, meiſtbietend verkauft werden. Bauernheim den 15. Januar 1845. Oer Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Walther. dN t 2* Privat- Bekanntmachungen. Herzl. Naſſauiſches Anlehen von 2 Million 600,000 fl. Ziehung am 1. Februar 1845. (60) 1000 Treffer, im Betrag von 46,300 fl., als fl. 25,000, 5000, 2000, 1000, 2 à 400, 2 à 200, 2 à 100, 20 à 50, 70 à 40, 900 à 29. Bei unterzeichnetem Handlungsbaus kann man ſich auf billige Art betheiligen. Es wer⸗ den nämlich Originallooſe à 31 fl. 30 kr. aus⸗ gegeben, die ich nach der Ziehung à 209 fl. wieder zurücknehme, daber zur Portoerſparung die Einrichtung getroffen iſt, daß nur 2 ff. 30 kr. einzuſenden ſind. Inlius Stiebel jun. Banquſer in Frankfurt a. M. Ein Bur ſche (660) von braven Eltern kann in meine Merk- ſtätte in die Lehre treten, wodei ich bemerke. daß ſich die Lehrbedingungen je nach den Ver⸗ häͤltniſſen geſtalten können. Friedberg.: Wilbelm Hanſtein, Wagnermeiſter. An die Herrn Geiſtlichen, Hürger⸗ meiſter und Vorſtände der Gemeinden. Den Verein zur Unterſtützung armer Kranken betreffend. (78) Cs bat ſich vor längerer Zeit zu Darm' ſtadt ein Verein edler Menſchen gebildet, der den Zweck hat, arme Kranke und namentlich Ortsfremde und Kranke vom Lande auf ſeine Koſten heilen zu laſſen. Der öf⸗ fentliche Jahresbericht über die Leiſtungen des Vereins vom Jahr 1844 weiſt nach, daß von 290 unentgeltlich behandelten Kranken 69 Per⸗ ſonen freie Arznei und alle nothwendigen Pflegmittel erhalten und dadurch zum bei weitem größten Theil ihre Geſundheit wieder erlangt haben, namentlich ſowohl von Ent⸗ zündungskrankheiten, als von Hautausſchlä— gen, Knochenkrankbeiten, Scropbeln ꝛc. ꝛc. und von vielen äußerlichen Uebeln mit oder ohne Operation und Verbände geheilt worden ſind. — Da ſich durch fernere Unterſtützungen die Mittel dieſes Vereins vermehrt haben, ſo erſu⸗ chen wir Sie, uns ihre thätige Beihülfe da⸗ durch zu leiſten, daß Sie uns ſolche Kranke, welche noch heilbar, aber ohne die Unter⸗ ſtützung des Vereins hülflos ſind, mit ge⸗ nauen und rückſichtlich der Mittelloſigkeit und Hülfsbedürftigkeit wohlbegründeten Zeugniſſen Unter der Adreſſe des Unterzeichneten zuſen⸗ den wollen. Darmſtadt, im Dezember 1844 Dr. Küchler. Z um Ausleihen. (679) In der Stiftungs⸗Caſſe von Schrau⸗ tenbach zu Friedberg liegen 1200 Gulden zu 4½ PCt. auf liegende Güter zum Ausleihen bereit. Fritſch, Rechner. Empfehlung. (S0) Ich mache meinen hieſigen und aus⸗ wärtigen Freunden hiermit die ergebenſte Anzeige, daß ich das Decadiren von Herrn G. Wilhelm practiſch und gründlich erlernt habe und bitte deßhalb mich mit recht zahl⸗ reichen Aufträgen zu beehren. Butzbach den 13. Januar 1845. W. Frank, Chirurg. Logis ⸗-Vermiethung. (810 Der zweite und dritte Stock meines Hauſes ſind im Ganzen oder getheilt zu ver⸗ miethen und können ſogleich bezogen weeden. G. Kettinger. Ein Logis (820 im zweiten Stock iſt zu vermiethen und kann daſſelbe bis den 1. April d. J. be⸗ zogen werden. Tönges. Verſteigerung. (83) Mittwoch den 22. Januar, Nachmit⸗ tags 2 Uhr, laſſe ich in der Behauſung des Gaſtwirths Gerlach dahier eine Parthie vor⸗ zügliche punſch⸗Eſſenz und ächten Rum de Jamaica, theils in Flaſchen und kleinen Fäß⸗ chen, meiſtbietend gegen gleich baare Zahlung verſteigern. Friedberg den 16. Januar 1845. In Auftrag: L. Bernhardt. ** 24. Nro. 6. des Wetterauer Sonntagsblattes von 14 zu 14 Tagen erſcheint eine Nummer Und koſtet das Semeſter hier 18 kr., durch die Bezirksboten 24 kr.) wird mit dem heu— tigen Intelligenzblatte ausgegeben. Inhalt:„Am Neformationsfeſte.“— Nro. 5. enthält:„Jeſns, der Welthei⸗ land.“ Die zweite Abendunterhaltung (69) des bhieſigen Geſangvereins findet Sonn⸗ 0 den 19. d. M. im Trapp'ſchen Lokale att. Zur Beachtung. (840 Nach mehrſeitiger Aufforderung habe ich die Einrichtung getroffen, Mäd⸗ chen von fünf Jahren und darüber in weiblicher Handarbeit Unterricht zu er⸗ theilen. Da ich mehrere Jahre in einem Inſtitute zu Frankfurt als Mitlehrerin dem Unterrichte mich gewidmet, ſo glaube ich dem Wunſche der Eltern, welche mir ihre Kinder anzuvertrauen geneigt ſein ſollten, in aller Hinſicht entſprechen zu konnen. Meine Wohnung iſt bei Frau Spah⸗ mer in der Metzgergaſſe. Friedberg den 15. Januar 1845. Chriſtina Nagel. Bekanntmachung. (85) Die unterzeichneten laſſen in Auftrag des Herrn Ludwig Hoffmann zu Hofgill, das demſelben zuſtehende, in der Gemarkung Wöl⸗ fersheim gelegene Gut, beſtehend in 21 Mor⸗ gen Ackerland, parcellenweiſe Montag den 20. d. M., Morgens 9 Ubr, in dem Gemeinde⸗ hauſe in Wölfersheim öffentlich verſteigern. Butzbach und Münzenberg. 3 Hirſch Mayer Söhne. Theater in Butzbach. (860) Sonntag den 19. Januar 1845 wird aufgelührt: 5 Der verwunſchene Prinz. Eduard Geyſer, Director. Arbeits- Verſteigerung. (877) Montag den 20. d. M., Nachmittags 4 Uhr, ſoll im Heinrich Müller'ſchen Garten am Mainzerthor verſchiedene Hand- und Pla⸗ nirarbeit an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Fried berg im Januar 1845. Leinene, auch baumwollene und kat⸗ tunene Lappen werden für meine lithographiſche Anſtalt an⸗ gekauft und je nach ihrer Brauchbarkeit bezahlt. C. Bindernagel. Frankfurter Gold-Cours vom 16. Januar. 2 kr. Neue Louisd'or 11 4 Friedrichsd'or 9 45 Holländiſche 10 fl. Stücke 9 53¼ Rand⸗Ducaten 5 34 20 Frankſtücke 9 25 Engliſche Souverains 11151 Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Sonntag Septuageſimä den 19. Januar. Pfarramtliche Funktionen verrichtet: Herr Pfarrvicar Landmann. Vormittags predigt in der Burgkirche: Herr Pfarrvicar Landmann. (Antrittspredigt.) (Abendmahl.) Nachmittags predigt in der Burgkirche: Herr Candidat Schüler I. Mittwochs-Betſtunde, Nachmittags von 3— 4 Uhr, halt Herr Candidat Diefenbach II. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg. — r ücht preiſ e N 9. Jan. 10. Jan. 7. Jan. 9 Gattung. Fried⸗ Groß⸗ berg Mainz gerau fl. tr. tr. f. kr. Waizen pr. Malter] 7 40 737 740 , 5915434 570 Gee„ 4 40 5 4 40 2 Hafer„„ 240 3471 3 rel Polizei ⸗ Taxe für die Städte Friedberg und Butzbach 1 vom 19. bis 25. Januar 1845. 4 Detef — 9 Fried⸗Butz⸗ 3 Brod⸗Preiſe. berg. bach. bůchſr S. 1 kr. pf. kr. pf. fordern 1 Leib⸗Roggenbrod e e Geſagt 2 5 7. 4 3 4 2 15 60 44 5 5 9 2191 unt Lth. Lth. wellere — Milchbrod 15 15 gel, de — Waſſerweck 16 16 März,! —Gemiſchtes(Tafel⸗/ Brod 16/1 u b Fleiſch⸗Preiſe. pf. pf. ſhriſtsm Ochſenfleiſch 8 11— 1114— 5 f gemäſtete 9— 9— Kühfleiſch Jungemäfetes 8— 8— . z gemäſtetes 8 21 8— 5 Rindfteiſch!ungemäſtetes. „ Kalbfleiſch 7— 7— „ Schweinenfleiſch 11— 11— Das 0 „ Hammelfleiſch 9— 9— „ Schaaflleiſch 711— d „Wurſtvon blos Schweinen 12— 12— 5 1 Gemiſchte Wurſt 81— 81— „ Bratwurſt 14— 14— 50 „Schwartenmagen 14— 144— g „ Geräucherter Speck 20— 20— 1 „Schinken 16— 16— einen) 57 Dörrfleiſch 16— 16— Jahre „ Schweinenſchmalz, Grog ausgelaſſen 20— 20— 1 unausgelaſſen 18— 18— ſberien „ Nierenfett 18— 18— offnen: „ Hammelsfett 151— 1151— 1 Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Friedberg i der! Küchler. A, Die Polizei⸗Tarxe für die Stadt Butz bach n gilt auch für den Kreis Hungen. heckt Der Gr. Heſſ. Kreisrath d. K. Hungen lun ſſt, Follenius. fed aus wüthſch, eiſe J