Intelligenz Olatt für die Provinz Oberheſſen im Allgemeinen, die Kreiſe Friedberg, Grünberg und Hungen und die angrenzenden Bezirke im Beſonderen. Amtlicher Theil. Die Großherzoglich Heſſiſchen Kreisraͤthe der Kreiſe Friedberg, Gruͤnberg und Hungen an ſaͤmmtliche Bürgermeiſter dieſer Kreiſe. Betreffend: 15 diesjährigen Recrutirungsrath in der Provinz Ober⸗ eſſen. Nach einer Benachrichtigung des Gr. Provinzial— Commiſſärs der Provinz Oberheſſen finden die Sitzungen des Recrutirungsrathes dieſer Provinz am 6.— 10. Ok⸗ tober d. J. zu Gießen ſtatt. Es iſt dabei, zur Erleichter— ung dieſes Geſchäfts und zum Beßten der zum Theil weit herreiſenden Reklamanten, die Einrichtung getroffen worden, daß für alle Bezirke der Provinz nachfolgende Tage be— ſtimmt worden ſind, an welchen diejenigen Individuen, welche beim Recrutirungsrathe etwas zu thun haben, ſicher ſind vorzukommen, während an den anderen Tagen dieſel— ben den anderen Bezirken Angehörigen nachſtehen müſſen. Vorgedachte Tagbeſtimmung iſt folgende: 6. Oktober für die Bezirke Alsfeld und Vöhl, „„„„ Büdingen und Biedenkopf, 8. 5 4 5 Lauterbach und Nidda, 9 15„ Friedberg und Hungen, 10.„„„ Grünberg und Gießen. Es wird ſchon von Morgens 7— 12 und Nach— mittags 2— 4 Uhr an das Sekretariat die Anmeldungen der Erſcheinenden annehmen und werden dieſelben nach der Reihe der Anmeldungen vorgelaſſen werden. Indem wir Sie hiervon zur alsbaldigen Bekanntmachung benachrichti— gen, bemerken wir noch Folgendes: Vor dem Recrutirungs— rath müſſen alle von der Rekrutirungskommiſſion an den Rekrutirungsrath verwieſene Leute, ſo wie diejenigen, welche bei der letzten Ergänzung von den Regimentern als untaug— lich zurückgewieſen worden ſind, mit einem von dem ein— ſchlagigen Großh. Bürgermeiſter ausgeſtellten verſiegelten Signalement erſcheinen. Die zuletzt gedachten Leute haben zugleich die von den betreffenden Regimentern und Corps erhaltenen vorläufigen Entlaſſungsſcheine mitzubringen. Außerdem können auch andere, welche vor dem Re— crutirungsrath etwas vorzubringen haben, insbeſondere die— jenigen, die nach§. 65 der Verordnung vom 30. April 1831 noch zuläſſige Depotanſprüche geltend machen wollen, während der angegebenen Zeit vor demſelben Gehör finden. Dieſelben müſſen jedoch mit einem von Ihnen ausgeſtellten verſchloſſenen Signalement verſehen ſein. Schließlich ſchär— fen wir Ihnen ein, die Leute, welche wegen phyſiſcher Ge— brechen Depotanſprüche oder Untauglichkeit geltend machen wollen, darüber zu belehren, daß ſie ſich mit den nöthigen Beſcheinigungen, insbeſondere der Aerzte, Bürgermeiſter, Pfarrer, Schullehrer ꝛc. verſehen müßten, widrigenfalls ſie Abweiſung zu erwarten hätten. Friedberg, Grünberg und Hungen am 13. September 1845. Küchler. Ouvrier. Follenius. Auszuͤge aus dem Regierungsblatte. Auszug aus dem Regierungsblatt Nro. 24. (Schluß.) IX. Ermächtigung zur Annahme fremder Orden: Am 3. Aug. dem Oberſt v. Bechtold, Chef der 1. Section des Kriegsmini⸗ ſteriums, zur Annahme des ihm— ſtatt des ſeither getragenen Ritter⸗ kreuzes des Ordens der würtembergiſchen Krone— von S. M. dem Könige von Würtemberg verliehenen Commenthurkreuzes deſſelben Ordens; ſodann dem Hauptmann Schaffnit im großh. Artilleriecorps hinſichtlich des ihm von S. M. dem Könige von Würtemberg verliehenen Ritter⸗ kreuzes des vorerwähnten Ordens.— X. Dienſtnachrichten: Unterm 1. Juli haben S. K. H. der Großherzog den Geh. Staatsrath Zimmermann zum Vorſtande des Finanzminiſteriums, mit dem Titel eines Präſidenten deſſelben, zu ernen— nen geruht. Am 14. Auguſt wurde der Steuercontroleur Ochſen zu Gießen in gleicher Dienſteigenſchaft in den Controle-Bezirk Darmſtadt verſeßzt.— XI. Verſetzung in den Ruheſtand: Am 15. Auguſt der Diſtrictseinnehmer Schnabelius zu Herrnsheim.— XII. Coucurrenz für: die kath. Pfarrſtelle zu Dieburg mit jähr⸗ lich 2188 fl. 28 kr., jedoch der Verbindlichkeit, einen Kaplan zu halten und dieſem neben freier Station einen jährlichen Gehalt von 100 fl. zu verabreichen; die kath. Pfarrſtelle zu Engelthal, Kr. Friedberg, mit 501 fl. 55 kr.; die kath. Pfarrſtelle zu Hering, Kr. Dieburg, mit 669 fl. 15 kr.; die evang. Pfarrſtelle zu Udenhauſen, Kr. Alsfeld, mit 523 fl.(Präſen⸗ tation der Frhrn. v. Riedeſel zu Eiſenbach); die kath. Pfarrſtelle zu Bretzen⸗ heim, Landbezirk des Kreiſes Mainz, mit 849 fl.; die ev. Schullehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Worms mit 600 fl., wobei ſich der Lehrer die Wohnung ſelbſt zu ſtellen, die Stadt aber für Heizung des Schullocals zu ſorgen hat; die widerruflich zu beſetzende Aſſiſtentenſtelle bei der Orts— einnehmerei und dem damit vereinigten Nebenzollamte zu Darmſtadt mit 600 fl. Gehalt(binnen 14 Tagen bei ber Zolldirection); die widerruflich zu beſetzende Stelle eines Steuercontroleurs in dem Controlebezirk Gießen mit 850 fl. und einer Vergütung von 150 fl. für Unterhaltung eines — 2 A Dlenſtpferdes(binnen 14 1995 bei der Oberfinanzkammer 1. Sect.); die widerruflich zu beſeßende Stelle eines Diſtrictseinnehmers zu Herrns⸗ heim mit durchſchnittlich jährlich 600 fl.(binnen 14 Tagen bei der Ober⸗ finanzkammer 1. Seck.)— XIII. Gestorben: Am 11. Auguſt der Forſtpolizeibeamte, Forſt⸗ meiſter Frey in König. Aus dem Vogelsberge, 9. September. Von welcher Bedeutung die Jahrmärkte zu Ulrich⸗ ſtein ſind, hat wieder der, am 21, 22. und 23. Juli d. J. ſtattgehabte Jacobimarkt daſelbſt beſtätigt. Vorzüglich große Geſchäfte würden in Rindvieh gemacht, welches nach allen Richtungen hin, auf 20 bis 30 Stunden Entfernung, nach Baiern, Kurheſſen, Preußen und nach dem Rheine um billige Preiſe größtentheils gegangen iſt. Es waren nach ſicherer Angabe 4601 Stück Vieh auf dem Markte und ſind 1430 Haupthändel abgeſchloſſen worden. Was den Markt zu Ulrichſtein für das Publikum noch beſonders zugänglich und anziehend macht, iſt der Umſtand, daß von demſelben keinerlei Abgaben erhoben werden, vielmehr der Betrieb des Handels bei einer guten Aufſicht und prompten Juſtiz gänz⸗ lich frei iſt. Außer der anſehnlichen Zahl ſchöner Bullen, welche einen beſonderen Platz haben, waren 210 Kühe, meiſt mit Kälbern, 850 Zuchtochſen, 200 fette Schweine, 1150 Rinder, 21 Pferde aufgetrieben worden. Die Pferdezucht iſt im Vogelsberge nicht unbedeutend und werden ſehr gute Fohlen durch die Beſchälerſtation in Ulrichſtein in der Um⸗ gegend erzielt, jedoch iſt ein Fohlenmarkt an dieſem Platze bisher noch nicht im Gange geweſen, vielmehr werden hier nur noch gute Zugpferde in Handel gebracht. Nächſten Jahrmarkt zu Ulrichſtein(Michgelismarkt), welcher den 23. September d. J. ſtattfindet, pflegen jedoch jährige und zweijährige Fohlen zum Verkauf gebracht zu werden. Schafe waren am 21. und 22. Juli d. J. 1120, und Schweine, welche flau gingen, 1050 Stück aufgetrieben worden.— Von jeher waren die Märkte zu Ulrichſtein ſehr bedeutend, weil dieſer Ort der gelegenſte Mittelpunkt zur Betreibung der commerciellen Geſchäfte des Vogelsbergs iſt. Nament— lich iſt das Vogelsberger Rindvieh ſehr gut und hat meiſtens und auch jetzt ſehr billige Preiſe. Durch die ſehr guten und bequemen Straßen, welche von Ulrichſtein nach allen Rich⸗ tungen hinführen, wird der Handel auf dieſem Platze außer W Kirchenbuchs⸗Auszug vom Auguſt 1845. Butzbach. Getraute: 17. Georg Valentin Kalbfleiſch, Burger dahier und Sekre⸗ tär an hieſiger Poſtverwaltung, des verlebten Bürgers und Schönfärbermeiſters Chriſtoph Kalbfleiſch nachge— laſſener ehelich lediger Sohn und Anna Dorothea Brög, des verlebten Bürgers und Zimmermeiſters Georg Brög in Marburg, nachgelaſſene ehelich ledige Tochter. Getaufte: 3.(In Friedberg.) Dem Bürger zu Butzbach und Poſtil⸗ lon in Friedberg Konrad Leyerzapf ein Sohn, Joſt Heinrich, geb. den 21. Juli. 24. Dem Bürger und Schuhmachermeiſter Friedr. Schütz II. eine Tochter, Katharina, geb. den 10. Aug. 29. Dem Bürger und Kaufmann Nicolaus Flach eine Tochter, Anna Margaretha, geb. den 6. Auguſt. Nachtrag vom Monat Mai. 29. 215 1 17 Sohn, Auguſt Karl David, geb. den . Mai. Beerdigte: 9. Chriſtoph Konrad, des Bürgers und Lohgerbermeiſters wie auch Mitgliedes des Gemeinderaths Chriſtoph Küchel III. ehelicher Sohn, alt 7 Monate, 8 Tage, den 7. 11. Hermann, des Gr. Landgerichtsaſſeſſors Dr. Auguſt Irle, ehelicher Sohn, alt 3 Monate 4 Tage, den 9. 16. Helene Felicitas, des verlebten Bürgers und Schuh⸗ machermeiſters Johannes Strudel hinterlaſſene Wittwe, geb. Drach, alt 78 Jahre, 8 Monate, 28 Tage, 5 den 14. 21. Des Bürgers und Schuhmachermeiſters Chriſtoph Roth⸗ hardt eheliche Tochter, Margarethe Eliſabeth, alt 1 Jahr, 9 Monate, 8 Tage, 1 den 19. 25. Katharina Jakobina, des Bürgers und Bäckermeiſters wie auch Mitgliedes vom Gemeinderath Heinrich Feld⸗ mann I. Ehefrau, geb. Breunings, alt 33 Jahre, 7 ordentlich befördert.(Grßh. Zeit.) den 23. 5 9 Be⸗ Oeffentliche Bekanntmachung. Beilage zu Nr. 225 der diesjährigen Grßh. ee von De 41820 Die dem Sobann Ludwig Pezinger Flag on an bene i 871 ö 2 einträge offen, obgleich es ſehr wahrſcheinli hörden. nene gehörigen beiden Hofraithen gemacht iſt, daß die Capitalien abgetragen und . f die Verpfändungen alſo erloſchen ſind. Gläubiger aufruf. (122) Großh. Hofgericht zu Gießen hat uͤber das Vermögen des Johannes Kratz 3. von Oberohmen den Concurs erkannt und das unterzeichnete Landgericht mit deſſen Lei⸗ tung beauftragt. Demgemäß werden alle Diejenigen, welche aus irgend einem Rechtsgrund Anſprüche an die Concursmaſſe bilden wollen, hiermit auf⸗ gefordert, ſolche Dienſtag den 14. October l. J., Vor⸗ mittags 9 Uhr, dahier anzuzeigen und zu begründen, oder zu erwarten, daß ſie von der Maſſe ſtillſchwei⸗ gend ausgeſchloſſen werden. Da in dieſem Termine auch ein Guͤtever⸗ ſuch Statt finden wird, ſo haben alle, welche nicht in Selbſtperſon erſcheinen, ihre Vertre⸗ ter mit Vollmachten zu verſehen, welche auch auf den Abſchluß eines Vergleiches mitgerich⸗ tet ſind. Grünberg den 5. Auguſt 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Welcker. Pag. u. Nr. 37 45 109[IKlftr. Hofraithe als Wohn. haus, Scheuer, Haus, zwei Ställe und Waſchhaus an Heinrich Wiſſig, 39 49 53½¼[IKlftr. Hofraithe als: Wohnhaus, Scheuer, Stall, Schweinſtall und Holzſchop⸗ pen an dem Schulhauſe und 43 in Langenhainer Gemarkung gelegenen Grundſtücke, worüber der Flurbuchs-Auszug auf dem Bürgermeiſterei-Bureau zu Langen⸗ hain ſich befindet, ſollen im Termin Montag den 13. October, Mor- gens 9 Uhr, auf dem Gemeindebauſe zu Langenhain öffent⸗ lich verſteigert werden. Butzbach den 12. Auguſt 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. Dr. Irle. Edietalladung. (1272) Im Wohnbacher Gerichts⸗ und Orts⸗Hypothekenbuch ſtehen noch die in der Wer daher aus dieſen Verpfändungen bezie— hungsweiſe den desfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, hat dieſel⸗ ben ſo gewiß binnen ſechs Wochen vom 15. Auguſt d. J. an hier geltend zu machen, als ſonſt jene Einträge für erloſchen erklärt und im Hypothekenbuch gelöſcht werden. 8 Gleichzeitig werden diejenigen, welche nicht ſchon früher von dem beſtellten Com, miſſair, Actuariats-Candidaten Sar— torius, ſpeciell aufgefordert worden ſind, oder demſelben ihre Urkunden vorgelegt baben, gleichwohl eine noch rechts gültige auf irgend ein Objekt in der Gemar⸗ kung Wohnbach radicirte gerichtliche Pfand⸗ urkunde, beſitzen, hiermit vorgeladen, ſolche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in beglaubigter Abſchrift dahier vorzulegen, als ſonſt ſolche etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypothekenbuch nicht aufgenom⸗ men werden und ſie ſich die deßfalls entſtehen⸗ den Nachtheile nur ſelbſt zuzuſchreiben haben. Laubach den 26. Auguſt 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhard. 9 ſliſſaͤr, fordert kunden rechte Gene lache den, (130 I le Nich g 5000 en hr len „At. „Nr. erkan 6 Oeffentliche Ladung. 8 2 Gegen den Geometer Philipp Löff— 8 hat Großtbzl. Hofgericht der Provinz Oberheſſen den förmlichen Concurs— prozeß erkannt. Cs werden daher alle, welche dingliche oder perſönliche Anſprüche gegen denſelben geltend machen wollen, hierdurch aufgefordert, ſolche bei Vermeidung des ohne beſonderes Präcluſivdecret erfolgenden Aus— ſchluſſes von der Maſſe, im Liquidationstermin Montag den 6. Oktober l. J., Vormittags 9 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde anzumelden und näher zu begründen. Butzbach den 21. Auguſt 1845. Gr. Heſſ. Frh. v. Löw. Landgericht daſ. In Erledigung der Landrichterſtelle Calmberg. Edictalla dung. (1299) Im ECinartsbäuſer Gerichts- und Orts⸗Hypothbekenbuch ſtehen noch die in der Beilage zu Nr. 238 der diesjäbrigen Gr. Heſſ. Zeitung näher bezeichneten Einträge offen, ob— gleich es ſehr wahrſcheinlich gemacht iſt, daß die Capitalien abgetragen und die Verpfän— dungen alſo erloſchen ſind. Wer daher aus dieſen Verpfändungen be— ziehungsweiſe den deßfallſigen Urkunden noch Rechte ableiten zu können glaubt, bat dieſelben ſo gewiß binnen ſechs Wochen vom 15. Aug. d. J. an hier geltend zu machen, als ſonſt jene Einträge für erloſchen erklärt und im Hypothekenbuch geſtrichen werden. Gleichzeitig werden alle Diejenigen, welche nicht ſchon früher von dem beſtellten Com— miſſär, Actuariats-Candidaten Bauer, aufge— fordert worden ſind, oder demſelben ihre Ur— kunden vorgelegt haben, gleichwohl eine noch rechtsgültige, auf irgend ein Objekt in der Gemarkung Einartshauſen radicirte gericht— liche Pfandurkunde beſitzen, hiermit vorgela— den, ſolche ſo gewiß binnen obiger Friſt im Original oder in beglaubigter Abſchriſt dahier vorzulegen, als ſonſt etwaige Verpfändungen in das neu zu errichtende Hypothekenbuch nicht aufgenommen werden und ſie ſich die deßfalls entſtehenden Nachtheile ſelbſt zuzu⸗ ſchreiben haben. Laubach den 2. September 1845. Gr. Heſſ. Gräfl. Solmſ. Landgericht daſ. Brumhard. Verſteigerung. (13010 Mittwoch den 1. October d. J., Vormittags um 9 Uhr, wird die Lieferung von: 1) 1800 Stück Weißkraut, 2) 1800„ Würſing, 3) 500 Malter Kartoffeln à 240 Pfund pr. Malter,. 4) 25 Centner untererdige Kohlraben, 30„ gelbe Rüben, 60 1%½„ Zbwiebeln, 7) 25 Ohm Sauerkraut, für die Anſtalts-Menage dahier an die, Wenigſt⸗ fordernden verſteigert. Marienſchloß am 3. September 1845. In Auftrag Gr. Zuchthaus-Direction Weigel, Speiſemeiſter. Publican dum. (1308) Das nachſtehende rechtskräftige „Ur t U S „In Unterſuchungs-Sachen gegen den Dögel— „müller Conrad Gruner und den Jakob Hein— „rich Schilling zu Großkarben wegen falſcher „Anzeige gegen den Gr. Landgerichtsdiener „Glockner daſelbſt wird auf amtspflichtiges „Verhör, theilweiſe von den Inculpaten ge— „führte förmliche Vertheidigung und erſtatte— „ten ſchriftlichen Vortrag auf den Grund der „Art. 303, 74, 112, 119, 120, Nr. 4 Art. 121 „Nr. 8 des Strafgeſetzbuchs hiermit zu Recht „erkannt: t: 293 „daß die Inculpaten Konrad Gruner und „Jakob Heinrich Schilling wegen des ihnen „zur Laſt fallenden Verbrechens der falſchen „Anzeige und zwar jeder derſelben in eine „Gefängnißſtrafe von ſechs Wochen— ge— ſcharft in der erſten und letzten Woche der „Strafzeit durch Beſchränkung der Koſt auf „Waſſer und Brod je um den andern Tag— „beide Inculpaten außerdem zu gleichen „Antheilen jedoch unter ſolidariſcher Haft— „barkeit in die entſtandenen Unterſuchungs— „koſten zu verurtheilen, dieſes Erkenntniß „ſodann auf Koſten der Angeklagtn in dem „Kreisblatite des Kreiſes Friedberg bekannt „zu machen ſey „Deſſen zur Urkunde iſt dieſes Urtheil nach „Verordnung Gr. Heſſ, Hofgerichts ausgefer— „tigt und mit dem größeren Gerichtsſiegel „verſehen worden. „So geſchehen Gießen am 13. März 1845. „Großh. Heſſ. Hofgericht daſ. vdt. Schmidthenner, H.⸗G. S.A. wird hiermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht. Großkarben am 3. Sept. 1845. Großd. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Limpert. Bekanntmachung. (1319) Donnerſtag den 18. September, Morgens 9 Uhr anfangend, werden in der Woonung des Spenglermeiſters Karl Frick dahier nachſtebende Gegenſtände öffentlich meiſt— bietend verſteigert, als: 19 1 Drehbank, 2) 1 Schwaͤngerad, 3) mehrere Dreher⸗KAund Druckerwerkzeuge, 4) 1 Schleifſtein, 5) mehrere Formen, 6) vorräthige meſſingerne Leuchter und Meſ⸗ ſingwaaren, 7) etwas Meſſingguß und ſonſtiges Meſſing. Friedberg am 11. September 1845. In Auftrag Grßh. Landgerichts Friedberg Der Grßh. Heſſ. Bürger meiſter Bender. Obſt-⸗Verſteigerung. (13210 Die der Stadt Friedberg gehörende, bedeutende Partie Aepfel, benebſt etwas Nüſſen und Winterbirnen, wird Freitag den 19. und Montag den 29. d. M., jedesmal um 8 Uhr anfangend, an Ort und Stelle mit dem Anfügen verſteigert, daß das Obſt erſt abthei— lungsweiſe im Ganzen, ſodann im Einzelnen zur Verſteigerung gebracht wird. Die Abtheilunz en, welche Freitag den 19. d. M. zur Verſteigerung kommen, ſind: 1) Im Ringgraben. 2) Die Baumanlage an der Seewieſe. 3) Der kleine Wildkautsgraben. 4) Vom Wartberg bis an die Galgenbrücke. 5) Von der Galgenbrücke bis zur Oberwöll— ſtädter Höhe. i 6) Die Baumanlage an der Pfingſtweide und iſt der Anfang dieſer Verſteigerung im Ringgraben. Montag am 29. September werden dem Meiſtgebote ausgeſetzt: a) Auf dem Burgfriedhof, vierkantigen Wei— her und auf dem Seergraben bis an das neue Thor. b) Vom neuen Thor bis Ende des Seergra— bens. c) Der große Wildkautsgraben und die Ock— ſtädter Gaſſe. d) Der Schützenrain. e) Haingraben, auf dem Friedhof und der Fauerbacher Gränze, ſodann 1) im Stadtſchreibereigraben und wird der Anfang auf dem Burgfriedhofe gemacht. Friedberg den 10. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Ben deer. (L. S.) Obſt⸗ Verſteigerung. (13810 Montag den 22. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll das der Gemeinde Nauheim gehörende Obſt, beſtehend in einer Partie Nepfeln und Winterbirnen ſowie etwas Nüſſen, in ſchicklichen Abtheilungen an Ort und Stelle meiſtbietend verſteigert werden. Nauheim den 14. September 1845. Der Kurhbeſſiſche Bürgermeiſter Hartmann. Aepfel-Verſteigerung. (1352) Freitag den 19. d. M., Vormit⸗ tags 10 Uhr, ſollen der Gemeinde zugehörige Aepfel, 30 bis 35 Malter, meiſtbietend verſtei⸗ gert werden. Griedel den 13. September 1845. Der Beigeordnete Viſſel. Arbeits-Verſteigerung. (13533) Samſtag den 20. September l. J., Vormittags um 9 Uhr, ſollen auf dem hieſi⸗ gen Rathhauſe durch den unterzeichneten Bür⸗ germeiſter die bei Anlegung einer neuen Orts— ſtraße und Anfertigung eines Durchlaſſes vor— kommenden Arbeiten und Materialliefer ungen, beſtehend in: Hand- und Erdarbeit, veranſchlagt zu 17 fl. 30 kr., Maurerarbeit, veranſchlagt 17 fl. 14 kr., Lieferung von 2 Klafter Maurer- und Pfla— ſterſteinen, deßgl. von 1 Klafter Mauerſand und Stra— ßenkies, deßgl. von 3 Bütten gut gebrannter Kalk, deßgl. von 250 Cubikfuß rauhe Kanaldeckel, deßgl. von 32 Cub. Fuß Kanalſtirnſteine von Sandſteinen,. öffentlich an den Wenigſtnehmenden verſteigert werden. Niederurſel den 10. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Seidler. Bekanntmachung. (13530 Freitag den 19. d. M., Vormittags 10 Ubr, ſollen nachfolgende Arbeiten zur Her— ſtellung des großen Baſſinbrunnens: 1) Schreiner- und Mühlarztarbeit, ver- fl. anſchlagt zu 35 2) Brunnenmacherarbeit, 10 3) Maurerarbeit, 5 4) Steinmetzenarbeit, 5 in hieſiger Buͤrgermeiſterei wenigſtbietend in Accord gegeben werden, wozu Steigliebhaber eingeladen werden. Rodheim den 13. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Jacobi. Obſt-Verſteigerung. (1353) Das diesjäbrige gemeinheitliche Obſt dahier, beſtehend in circa 30 Malter Aepfel, ſoll Freitag den 19. d. M., Vormittags 8 Uhr, auf Ort und Stelle öffentlich meiſtbie— tend verſteigert werden. Oſtheim den 13. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Schneider. Obſt-Verſteigerung. (1356) Freitag den 19. September d. F., Mittags 1 Uhr, ſoll das hieſige Obſt verſtei— gert werden. Aſſenheim den 15. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bertalott. Edictalla dung. (1357) Nachdem Großh. Hofgericht zu Gießen über das Vermögen des Georg Schmidt V. von Lauter den Concursprozeß erkannt hat, werden deſſen Gläubiger hiermit 9 aufgefordert, ihre Forderungen in dem Ter⸗ mine Donnerſtag den 30. Oktober d. J., Vormittags 9 Uhr, bei Vermeidung des obne beſonderes Präcluſiv⸗ dekret erfolgenden Ausſchluſſes von der Maſſe dahier geltend zu machen. Grünberg den 30. Auguſt 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſelbſt In Beurl. Gr. Landrichters Thaler. Bücking. Obſt⸗Verſteigerung. (43880 Montag den 22. d. M., des Nach ⸗ mittags um 3 Ubr, ſoll das ber hieſigen Ge⸗ meinde gehörige Obst, in Aepfeln und etwas Birnen bestehend, an Ort und Stelle öffent⸗ lich meiſtbietend verſteigert werden. Niederrosbach den 13. Sept. 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter F. Bullmann. Vieh- Verkauf. (1359) Auf der Domaine Selgenhof bei Ülrichſtein ſind etwa 150 Stück vierjährige Hämmel, ſchoͤnes Vieb, zu verkaufen und koͤn⸗ nen darauf Reflectirende an den Gr. Verwal⸗ ter Schuchard zu Selgenhof ſich wenden. Schotten am 11. Sept. 1845. Der Gr. Rentamtmann Prätorius. Edicetalla dung. (1360) Gr. Heſſ. Hofgericht der Provinz Sberheſſen hat gegen Heinrich Bindewald von Oberſeibertenrod den förmlichen Concurspro— zeß erkannt und das unterzeichnete Gericht mit deſſen Leitung beauftragt. Sowohl be⸗ kannte, als unbekannte Gläubiger des Hein— rich Bindewald werden daher aufgefordert, ihre Forderungen an denſelben in dem auf den 7. Novemder l. J., Morgens 9 Uhr, an⸗ beraumten Liquidationstermin ſogewiß anzu⸗ zeigen und zu begründen, widrigenfalls ſie damit von der Maſſe ausgeſchloſſen werden. Zugleich wird bemerkt, daß die vorhandene Maſſe zur Berichtigung der Pfandſchulden nicht hinreicht, weßhalb die chirographariſchen Gläubiger auch nicht einmal auf theilweiſe Befriedigung rechnen können. Ulrichſtein den 5. Sept. 1845. Gr. Heſſ. Landgericht daſ. Zimmermann. Brück. Oeffentliche Aufforderung. (13610 Forderungen an den Nachlaß der Peter Diehls Cheleute zu Rendel ſind binnen 4 Wochen ſo gewiß dahier anzuzeigen, widri— genfalls ſie bei der Berichtigung jenes Nach⸗ laſſes unberückſichtigt bleiben. Groskarben den 4. Sept. 1845. Großh. Heſſ. Landgericht daſ. Muhl. Emmerich. Bekanntmachung. (13620 Cs iſt Tahier ein Rind, welches ſich ſchon längere Zeit in den Licher Waldungen aufgebalten hat, eingefangen worden. Der Eigenthümer, welcher ſich darüber genügend ausweiſen kann, kann das Rind gegen Er— ſtattung aller Koſten in Empfang nehmen. Lich den 9. September 1846. Der Gr. Heſſ. Fürſtl. Solms. Bürgermeiſter Vogt. Aepfel- Verkauf. (1363) Freitag den 19. d. M., des Vor⸗ mittags um 9 Uhr anfangend, ſollen die der Gemeinde Reichelsheim zugehörigen, in circa 200 Malter beſtehenden, Aepfel an Ort und 294. Stelle, unter den vor der Verſteigerung be⸗ kannt gemacht werdenden Bedingungen, meiſt⸗ bletend verkauft werden. Reichelsheim am 11. Sept. 1845. Schmidt, Herzogl. Oberſchultheis. Faſelochs⸗ Verkauf. 5 (136% Montag den 22. d. M., Pormit⸗ tags 10 Uhr, ſoll ein der hieſigen Gemeinde gehöriger Faſelochs, welcher zu 700 Pfund ah⸗ geſchätzt und zum Schlachten geeignet iſt, auf dem Ratbhauſe dahier öffentlich meiſtbie⸗ tend verſteigert werden. Dornaſſenbeim den 12. Sept. 1845. Der Herzogl. Naſſ. Schultheis Herbert. Marktverlegung. (1365) Der auf den 2. Oktober fallende Viebmarkt wird wegen des eintetenden iſraeli⸗ tiſchen Neujahrsfeſtes auf Montag den 13. Oktober verlegt, welches zur allgemeinen Kenntniß bringt Friedberg am 15. September 1845. Der Grßh. Heſſ. Bürgermeiſter Bender. N νι Privat- Bekanntmachungen. J. Philippe, Erfinder des ächten Petersburger Streich-Lacks, (1366) empfiehlt ſeine erfundene ächte Holz- Politur in folgenden Lackſorten, als: Möbel- Lack, weißem Politur- und Bernſtein— Politur-Lack zum Gebrauche für Drechsler, Tiſchler, Inſtrumentenmacher und Bildhauer, ferner mit elaſtiſchen Lacken zum Gebrauche für Buchbinder, Schuhmacher, Sattler und Riemer, Bronze Lack, ſo wie mit hellem und dunklem Gold⸗Firniß für Optiker, Mechaniker, Gürtler und Blasinſtrumentenmacher. Alle oben benannten Lacke ſind nicht allein für die Profeſſioniſten und Künſtler, ſondern in jedem Haushalte auf eine ſehr leichte Art zu be⸗ nutzen. Beim Gebrauche dieſer Politur wer⸗ den die Möbeln damit mit Baumwolle oder Watte, nach den Faſern des Holzes weich uͤberſtrichen, wornach der Glanz ſogleich zum Vorſchein kommt. Dieſes Miktel kann auf alle Arten von polirten Gegenſtänden, auf alle mit Holz aufgelegten Sachen, ohne Aus— nahme, ſo wie auch auf Alles, was lackirt iſt, angewandt werden. Das Holz wird dadurch vor Wurmfraß bewahrt. Im Sommer ſo⸗ wohl, als im Winter, erhält ſich dieſe Politur gleich gut und völlig brauchbar, widerſteht dem Froſte, und iſt daher zur Verſendung nach allen Gegenden geeignet. Dieſe Politur ſowohl, wie auch das von mir ſellbſt erfun⸗ dene vortreffliche Streichlack fand in allen bedeutenden Städten Curopa's, welche ich auf meiner Reiſe berührte, den ausgezeichnet⸗ ſten Beifall. Die Eigenſchaft dieſes Lacks be⸗ ſtebt vorzüglich darin, daß es das Leder weich und in ſeiner natürlichen Beſchaffenheit erhält, daſſelbe vor Brüchen oder Sprüngen bewahrt, und bei Unterlegung auch von Fett oder Oel dennoch ſeine herrliche Schwärze und ſeinen Glanz behalt. Sehr empfehlenswerth iſt die ſes Streichlack für Stiefel, Schuhe, Maro⸗ quin, Pferdegeſchirre, Kutſchen und Cabriolets, Tzakos, Patrontaſchen und überhaupt bei jeder Art Leder anwendbar, um ſo mehr, da das⸗ ſelbe keine Art von Flecken auf den delikgte⸗ ſten weißen oder farbigen Stoffen zurückläßt. Um jeder Nachahmung oder Verfälſchung vor⸗ zubeugen, ſind alle Gegenſtände, welche einem geehrten Publikum ich zu überreichen die Ehre haben werde, mit meinem Siegel ver⸗ ſehen. Die Proben werden auf Verlangen von mir ſelbſt vorgezeigt. Da mein Aufent⸗ halt hier nur kurz iſt, ſo bitte ich höflichſt um recht baldige, gütige Aufträge. 2 Meine Wohnung iſt bei Herrn Corporal Sulzbach in der Verbindungs- ſtraße naächſt der Wilhelminenſtraße. Al n z e i g e (13677) Ich beehce mich, hiermit ergebenſt anzuzeigen, daß die unter Nr. 1319 in dieſem Blatte bekannt gemachte Verſteigerung wegen Theilung meiner bisher in Compagnie betrie⸗ benen Metalldruckerei abgehalten wird. Gleich⸗ zeitig bemerke ich, daß ich die Metalldruckerei fortwährend für meine eigne Rechnung be— treibe und alle in mein Fach einſchlagende Artikel wie früher ſtets vorräthig bei mir zu haben ſind. g Friedberg. Carl Frick, Spenglermeiſter. Eine im beßten Zuſtande befindliche Bierbrauerei, (1368) ein kupferner Keſſel, 6 Ohm hal⸗ tend, nebſt dazu gehörigen Geräthſchaften, iſt zu kaufen bei g Jacob Weitzel in Kaichen. Zwei vollſtändige Aepfelweinkeltern (1369) mit Mahltrog und Stein ſowie auch 12 Stückfaß und mehrere kleine Fäſſer ſind billig zu kaufen bei Adam Joſeph Bermann's Wittwe in Vilbel. Warnung! (1370) Hiermit bringe ich zur allgemeinen Kennkniß, daß ich bei dem Geſchäfte meines Sohnes Meyer Gotthelf von jetzt an durch⸗ aus nicht mehr betheiligt bin. Kaichen den 12. September 1845. Rebekka Mever⸗ Schiffs-Expedition fuͤr Auswanderer von Bremen nach den vereinigten Staaten von Nord-Amerika. (13710 Nachdem ich von dem Schiffseigner und Befrachter Herrn Fried. Jac. Wichel⸗ hauſen, früher Conſul der vereinigten Staaten von Nord-Amerika, beauftragk bin, Schiffs⸗ Accorde für ihn abzuſchließen, ſo verfehle ich nicht den Auswanderungsluſtigen die Anzeige zu machen, mit dem Anfügen, daß jeden Monat den 1. und 15. ein gut gekupfertes und hoch gebautes Schiff nach Baltimore, New⸗Pork und New⸗Orleans abgeht. delphia geſchieht ſolches von 6 zu 6 Wochen. Nach Phila— Die Bedingungen koͤnnen bei mir eingeſehen werden, auch bin ich bereit, ſolche auf frankirte Anfragen mitzutheilen. Butzbach im September 1845. Val. Wießler. Gedruckt und verlegt unter Verantwortlichkeit von Carl Bindernagel in Friedberg an fal Jetreff 5 0 lichen, Schw 11 U den ſo 222 8 Am 24 von S. Seitz; kehrer und der verſeher förſter ſtes Vi calsgez dum P. Dr. K Poltzei % Wo b eban em Hr Schlleh diefe Ste * Seitz 90 f Sgule u Bur dlkrenz beſchen